ohne jegliche übertreibung: diese mix-cd war für mich der urknall. eine rauhe intensität sowie ein brachiales mixtempo, dabei nicht vor gewollten dramaturgischen brüchen zurückscheuend. 1995 eine werkschau zeitgenössischer tracks sowie denen aus der anfangszeit in detroit und chicago – heutzutage beinahe alle durch die bank weg klassiker. und damit der stoff, die cd als verpflichtend für diejenigen zu sehen, die sich beginnen, für techno zu interessieren.
für mich spielte sie jedenfalls eine entscheidende rolle dabei, den tresor bei erreichen der volljährigkeit aufsuchen zu wollen. zugleich war sie eine art einkaufsliste, die mir dabei half, mich im hardwax und der space hall zurechtzufinden.
jeff mills tourt anlässlich des jubiläums durch die lande und macht im rso station. das sieht dann wie folgt aus:
23:00 toresöffnung
23:30 filmvorführung
00:00 jeff mills
02:00 christian ab
04:00 jeff mills
06:00 christian ab
tickets gibt es mit etwas glück im resale bei ra.
nachbetrachtung
vor ort: 1:20 uhr
rein: 2:20 uhr
raus: 7:00 uhr
beim anblick des pulks vor der tür hatte ich befürchtungen, es überhaupt zum zweiten set zu schaffen, aber das rso hat den ansturm zu der zeit echt gut bewältigt. drei schlangen: abendkasse, gästeliste, tickets. alles gleichermaßen fair abgearbeitet, daher ging die eine stunde wartezeit locker klar.
die tanzfläche habe ich erst um 4:30 uhr betreten und bis dahin geplaudert bzw. an der bar gewartet. es scheint sich bei mir eine genügsamkeit einzustellen, wenn schon weit im voraus klar ist, dass mit einer großen anzahl an leuten zu rechnen ist. auch drinnen setzte sich mein eindruck fort, den ich von der tür hatte: keine übermäßige hektik, stattdessen routiniertes abarbeiten.
weit hinein habe ich’s im robus nicht geschafft bzw. schaffen wollen. natürlich auch hier hoher füllgrad mit ansage, was sich am hinteren rechten ende an der treppe nach unten zu den darkrooms jedoch sehr gut aushalten ließ. jeff mills hatte sich zunächst auf rave-kompatibles aus der ersten hälfte der 1990er festgelegt, aber verwob das mühelos mit minimaleren oder tooligen tracks. dabei technisch den allergrößten teil der zeit auf den punkt, so dass alt und jung ihn in bestechend guter form erlebt haben. und booker*innen hoffentlich das signal bekommen haben, keine weiteren 12 jahre zu warten, bis er mal wieder als techno-dj in berlin spielt – er wäre dann 74.
christian ab war mir zu melodisch, aber das ist mein problem. glücklicherweise war die tanzfläche bei ihm auch noch dreiviertelvoll, insofern konnte er objektiv eine echt gute visitenkarte abgeben und den undankbaren endslot gut ausfüllen.
notierte tracks
jeff mills (set 2)
human resource – dominator
ecstasy club – jesus loves the acid
cyrus – enforcement
truncate – control
sleeparchive – meson
steve bicknell – why? and for whom? #8
the vision – liquification
kaay alexy – my my my
surgeon – fivo (direkt danach)
killa bite 1 (b2)
green velvet – i want to leave my body (direkt danach)
dj rush – rain dance