es war irgendwann 1994, als ich mir in der metal-abteilung im w.o.m. im forum steglitz einen der oberhalb der regale hängenden kopfhörer griff. vorhörstationen waren damals noch nicht so in mode, stattdessen liefen ausgewählte cds auf wiederholung.
von sick of it all hatte ich schon gehört, nur sie direkt noch nicht. und an besagtem tag lief „scratch the surface“, das seitdem in der liste meiner lieblingsalben aus den 1990ern einen festen platz hat. zugegeben: wirklich hinterher war ich nicht, um ihre diskographie lückenlos nachzuholen und nach der „built to last“ bereits schluss, was den kauf ihrer neuen alben angeht.
dennoch wollte ich es mir anno 2018 nicht entgehen lassen und schaute sie mir in ihrem berliner wohnzimmer – dem so36 – an. „lou koller wahnsinnig fit,“ schrieb ich damals. das traf auf den rest der band ebenfalls zu, die nach nunmehr drei jahrzehnten im amt absolut keine ermüdungserscheinungen zeigte.
dann vor zwei jahren die diagnose: speiseröhrenkrebs, mit crowdfunding-aktion seines bruders pete, da die behandlungskosten bei nicht wirklich vorhandener gesundheitsversicherung in den vereinigten staaten nicht mal eben nebenbei gestemmt werden können. es sah zwischenzeitlich auch gut aus, bis die nachricht kam, dass der krebs zurück sei und der kreislauf mit chemotherapie wieder von vorne losgeht.
alles daumendrücken leider vergebens: lou koller ist als eine der prägendsten stimmen des new york hardcore mit nicht mal 60 jahren verstorben.
r.i.p.