dj so hat auf dem nachtdigital vor einigen jahren bei einem slot gespielt, den ich verschlafen habe. und seitdem auch im berghain einige male. jedes mal wohl mit gutem eindruck bei denjenigen, die ihn gehört haben. also jetzt hier vor ort.

nachbetrachtung
die bar inc liegt nur wenige meter von der haupteinkaufsstraße mido-suji mit cartier und apple in der nähe entfernt. von außen deutet ein schild darauf hin, daneben eine tür zum treppenhaus. gefühlt zwei etagen runter wurden bei mir erinnerungen ans contact seinerzeit wach. unten angekommen gibt es vor dem zugang zur bar selbst einen schalter, an dem mensch den eintritt bezahlt.
um es gleich vorwegzunehmen: ich ziehe den circus als location vor. das liegt aber in allererster linie daran, dass mir bars als konzept weniger taugen als clubs und sich die bar inc als ebensolche anfühlte. insofern: keine mogelpackung – der fokus liegt auf guter getränkeauswahl mit der möglichkeit, neben der bar etwas zu tanzen. dementsprechend ist die anlage etwas kleiner dimensioniert. zum einen konsequent, weil es unterhaltungen im gesamten raum erleichtert, zum anderen bedauerlich, weil leute ohne bewusstsein für ihre umgebung, aber mit lautem organ auf der tanzfläche gleich doppelt eindruck hinterlassen. keinen guten übrigens – und ja: es handelte sich um touristen (wer mir den satz mit dem glashaus und den steinen in erinnerung rufen möchte – touché).
als bar wahrscheinlich top. minimalistische architektur mit hohen decken und betonwänden, lederhocker sowie tische an der rechten seite, imposante regale mit leiter hinter der bar auf der linken. das dj-pult schließt linkerseits an den barbereich an, die tanzfläche nimmt vielleicht ein drittel des raumes ein. im gegensatz zu vent und circus jedoch: ein wenig akzentuiertes licht gab es, das meiste übernahm eine discokugel.
wie auch beim vent: schade, dass so viele djs auf dem line-up landen müssen. einerseits ist’s ja fair, weil viele damit ihre chance bekommen. andererseits führt das auch leider zu 90-minütigen sets. kann von vorteil sein, wenn eine*r am laufenden band danebengreift, aber das war an dem abend zumindest bei der auswahl nicht der fall.
ich war ab ca. 21:30 uhr da. zu der zeit war byobu am spielen, dessen profil zwar disco sowie dark disco aufweist. mir kam es sehr housig vor, gegen ende mit viel chicago und damit acid. schon mal ein schöner einstieg.
luca danach mit melodischerem house, was im mix leider mal harmonisch über kreuz lag, dennoch von geschmack zeugte (es wird den tag einfach nicht geben, an dem „life immoreal“ von joe lewis staub ansetzt und ich hätte nicht gedacht, dass masters at work auch so dubbig können).
dj so schlicht und ergreifend hervorragend. melodisch, dubbig, techhousig, trotz der kurzen dauer von 90 minuten mit intensiveren wellen, was er über basslines akzentuiert. meisterhaft subtiler aufbau und paradebeispiel dafür, mir stile zu verkaufen, die nicht mein beuteschema sind, aber dafür komplett seines. sollte also nicht lange zögern, wenn er mal wieder in berlin spielt – um die floskel zu bemühen: er hat definitiv seine eigene handschrift.
hi-c machte ab 1:30 uhr mit house weiter. aber aufgrund selbstverschuldeten schlafmangels* und des vorhabens, mir am sonntag den hafen osakas anschauen zu wollen, entschied ich mich für den heimweg. auf dem mir klar wurde, dass die jungen leute lieber ins bambi zu j-pop gehen. zumindest war die schlange davor schon sehr ordentlich.
*: airpods pro der zweiten generation am abend zuvor in der waschmaschine mitgewaschen, entsprechender groll gegen meine schusseligkeit. ergo zähneknirschender gang am samstagmittag zum apple store zum kauf der dritten generation, die sich in den zwei folgetagen bei der geräuschunterdrückung sowie batterielauftzeit und klang bereits dicke bewährt haben, während sich die zweite generation nach zweitägiger trocknung auf wundersame weise regeneriert hat.
notierte tracks
byobu
arsene – jack shit
a guy called gerald – how long is now
todd terry & dj pierre – funky tees (tee’s freeze mix)
fierce ruling diva – you gotta believe (i believe mix)
luca
joe lewis – life immoreal
masters at work – maw space (dub mix)
dj so
ntfo – esperantza
silat beksi – off grid
edward – not forgotten