r.i.p. prince

für meinen geschmack reicht es dann auch mal so langsam, 2016, sowas schreiben zu müssen. auch hier wieder mit der konzertmuffel-einleitung: nie geschafft, ihn zu sehen, immer auf das nächste mal verschoben.

ich muss so um die 11 jahre alt gewesen sein, als damals auf tele 5 „sign o‘ the times“ lief – sein legendärer konzertfilm, der wie ein videoclip wirkte und mich mitsamt schlagzeug-solo von sheila e. in der mitte ganz schwer beeindruckte. zuvor müsste er mir sicher im radio begegnet sein, ganz sicher bei nachmittäglichen hörsessions nach schulschluss bei einem freund, wo ich mich noch an „if“ oder „around the world in a day“ erinnere. „purple rain“ war sein erstes album, das in meinen besitz wanderte, „sign o‘ the times“ folgte wenig später. die beiden sind wohl auch die meilensteine, auf die man sich schnell einigen kann – für mich jedenfalls immer noch referenzpunkte.
prince war damit nach den beatles das zweite musikalische schwergewicht in meiner musikalischen entwicklung. und auch wenn pink floyd relativ zeitnah dazukamen, begleitete er mich bis „diamonds and pearls“. danach brach er mit seiner plattenfirma und wurde musikalisch wieder experimentieller (das lässt sich auch umgekehrt lesen, womit man auch den grund hätte. den vorreiter in puncto „alles in eigenregie“ machte er damit quasi nebenher.).
in meiner metal-phase (auf die dann für 1990er-verhältnisse so ab 1994 völlig unverständlich techno folgte) spielte er leider eine kleinere rolle. klar, die wandlung zum „symbol“ / the artist formerly known as prince bekam ich noch mit, aber musikalisch bestenfalls am rande. erst sein gemeinsam mit dem rolling stone eingefädelter coup mit „20ten“ brachte mich wieder zu ihm zurück. dazwischen lagen so ein paar sets, die sich mit „when doves cry“ oder „the future“ vom batman-soundtrack sehr gut garnieren ließen – gerade daheim oder auch wenn im club mal weniger techno, vielmehr house angesagt war.

letzte woche ließ er sich wegen grippesymptomen im krankenhaus behandeln, heute wurde er in paisley park tot aufgefunden. genaueres zur todesursache gibt es jetzt am donnerstag abend um 21:08 uhr noch nicht, das wird hier ggf. nachgereicht.
die bestätigte todesmeldung reicht eh, mir den tag gehörig zu vermiesen. so ein naturtalent, begnadeten musiker und performer lässt man mit gerade mal 57 nun mal nicht gerne einfach so gehen. ein teil in mir weigert sich noch, das einfach so hinnehmen zu wollen.

r.i.p., ganz großer kleiner mann.

nachtrag, 28. april 2016, 10:55 uhr:
bei all den mehr oder weniger gelungenen nachrufen sticht ein artikel von kirk degiorgio im wire heraus. schwerpunkt dessen ist der einfluss auf die erste welle an detroiter techno-produzenten, die sich nicht nur an den produktionstechniken, sondern an der „alles aus meiner hand“-haltung ein beispiel nahmen, was man gerade an underground resistance sehr gut beobachten konnte. prädikat „pflichtlektüre“.

nachtrag #2, 01. mai 2016, 23:31 uhr:
und hier noch diedrich diederichsens fünf thesen zur relevanz aus der zeit: klick.

nachtrag #3, 12. mai 2016, 21:03 uhr:
die us-ausgabe des rolling stone hat schon vor ein paar tagen die bereits 2014 geplante titelstory veröffentlicht, die so nicht erschien: klick. und während die tickermeldungen der deutschen ausgabe online eher der „bunte“ ähneln, wird der printversion der juni-ausgabe eine cd mit coverversionen sowie die dvd zu „sign o‘ the times“ beiliegen – das ist zumindest für mich ein feiner zug.

nachtrag #4, 12. juni 2016, 9:44 uhr:
für’s protokoll, wo es schon durch die medien ging: es war tatsächlich eine überdosis an schmerzmitteln, in seinem fall fentanyl.

[berlin / 14.04.2016] about blank: impulse basskultur – the final chapter

der abschied vom about blank fand schon mal statt. wie könnte ich je vergessen, anfang mai 2014 den mdf leergespielt zu haben? danach gab es vom club jedoch das angebot, monatlich weitermachen zu dürfen. das war dann einem höherkarätigen gast und den residents der verschiedenen crews vorbehalten. leider war es meinerseits zeitlich schwieriger, so dass die für mich nicht minder interessante schwester der sub:stance ohne besuche meinerseits immerhin noch zwei jahre existierte, bis jetzt nun schluss ist.
der ist allerdings auch nicht endgültig. es soll nur nicht mehr unterhalb der woche und auch nicht mehr im about blank stattfinden. wird sich zeigen, wie sie weiterhin von sich hören lassen. heute abend sieht das jedenfalls so aus:

impulse20160414-front
impulse20160414-back

ablauf
0 – 1 el ninho
1 – 3 turrican b2b lebowski
3 – 4 infra
4 – 5 saiman
5 – 6 hi enz
6 – end last man standing

nachbetrachtung
war nur ein kurzer besuch, immerhin aber dank stammgast-/dj-bonus schon ab 23 uhr in die party hineingerutscht. da ich seit ihrem comeback nicht mehr dabei war: die letzten male fanden stets auf dem mdf statt, dem ich gegenüber der lobby nicht nur akustisch, sondern alleine vom aufbau her schon den vorzug gebe. da blieb die impulse auch gleich an ort und stelle.
so wirklich bewusst also nur el ninho mitgenommen, der zum anlass so einige dubstep-klassiker spielte. „midnight request line“ von skream fehlte nicht (wobei ich den track immer noch überbewertet finde), „traffic“ von distance, „saturn“ von goth-trad (sehr schön!) und vor allem „roll with the punches“ von peverelist, der einen schönen schlusspunkt zu einem echt sehr schönen set und mir den grund lieferte, um 1 uhr aufbrechen zu wollen. aufgrund handeschüttelns bzw. abschiedstournee wurden es dann doch weitere 20 minuten, in denen lebowski mit neuerem drum&bass der reduzierteren art die andere von der impulse bekannte facette hinzufügte.

draußen war da eine kleine schlange und es auch drinnen gut besucht, so dass ich so bei mir dachte, dass das auch ruhig früher hätte passieren können. so fällt zwar eine tolle kombination aus experimentieller musik in einem eh schon für alternativen offenen club weg, aber wie oben schon erwähnt, wohnt jedem ende ein anfang inne. von daher hoffe ich, dass man bald wieder von ihnen hören wird.

[berlin / 08.04.2016] berghain: leisure system / giegling

habe langsam entzug, obwohl ich es im april (soweit sei vorgegriffen) nicht zu einem der sonntage schaffen werde. macht aber bei der aussicht auf drei live-acts unten in 6.1-surround nichts. und die herren von giegling sind nach weihnachten wieder oben umtriebig.

leisuresystem20160408

berghain: leisure system
00h00 gonsher
03h00 aleksi perälä live
04h00 max cooper live
05h30 monolake live
07h00 barker b2b n>e>d

panorama bar: giegling
leafar legov live
map.ache live
dj dustin
konstantin

eintritt
14 euro

nachbetrachtung

wieder einmal direkt vom ende der festivität, um nicht in verzug zu geraten. 12:04 uhr, seit gut neun stunden hier, dustin biegt gerade oben auf die zielgerade ein und bestätigt schon seit 9:30 (da war unten schluss) den positiven eindruck, den ich zu weihnachten von ihm hatte. schon techhousig, mit melodieanteilen, nicht zu hart, aber auch nicht zu weich. genau das richtige, um die allgemeinheit um die zeit noch bei der stange zu halten.

was soll ich sagen: war ein richtig (also: wirklich richtig) guter freitag. hätte ich nicht extra wegen des vergessenen fahrradschlosses nochmal zurückradeln dürfen, hätte ich sogar mehr von gonsher als die letzten zwei tracks mitbekommen. naja, jedes jahr das gleiche, wenn die fahrradsaison beginnt…

gute entscheidung jedenfalls, die live-acts im block auftreten zu lassen, anstelle n>e>d für eine halbe stunde zwischen max cooper und monolake zu quetschen. dafür spielte herr henke auch gleich mal eine halbe stunde länger, so eine auffassung vom job ist mehr als lobenswert.

gute idee auch, die bühne für die live-acts zwischen die beiden rechten boxentürme (also vor der glaswand zur bar) aufzubauen. monitorboxen waren damit hinfällig, da auch am rande des geschehens quasi kein versatz zu hören ist und der räumliche effekt auch für die drei erlebbar war.

aleksi perälä nutzte die surround-option am wenigsten. mir war das an melodien auch etwas zu viel des guten, ist aber klare geschmackssache. ein überfluss an harmonie, für meine begriffe. hatte seine besten momente, wenn er diese mit rauheren rhythmen konterkarierte.

max cooper ist (um eine nasenlänge im foto-finish) für mich der gewinner der drei. mit drones anzufangen und dabei glitch-sounds quer durch den raum zu schicken, das machte deutlich, womit dieser abend beworben wurde. klar hat auch er ein faible für melodien, was mich in teilen an border community erinnert, aber da waren stets elemente, die unruhe stifteten. seien es vertrackte rhythmen oder durch den raum oszillierende leise hihats. schön lebhaft, das. nur ein etwas abrupter schluss.

monolake geht als zweiter ins ziel. grund hierfür ist die für mich etwas zu trockene erste hälfte, was sich in der zweiten stark besserte. wer seine letzten produktionen auf imbalance gehört / gekauft hat, wird mitbekommen haben, dass er in der klangpalette sehr aufgeräumt ist. gut, war er an sich immer, es gibt jedoch auch alben, in denen der bassbereich mit distortion ausgestattet ist. wenn ich an sein für mich immer noch wegweisendes set zur allianz im wmf vor sieben (?) jahren denke, zeichnete die rauhere ästhetik das gerade aus (gilt auch für seine sets zu „atom / document“ oder „deep web“ im kraftwerk vor wenigen wochen), und mir fehlte das in seiner ersten hälfte. basslines, die mit der kickdrum sprachen, gab es dafür in der zweiten, und die ganze zeit über merkte man, dass er das jonglieren mit mehreren kanälen routiniert beherrscht. so lässig wirkte jedenfalls keiner der anderen beiden.

n>e>d und barker stiegen danach ohne großes federlesen mit special request ein und boten bis zum schluss konstant hohes niveau mit einer beispielhaften stilmixtur. als höhepunkte wäre da bspw. die kombination aus „i do cause i couldn’t care less“ von i-f mit dem ersten track der „analogue bubblebath 4“ von afx (und das kurz vor 8:30 uhr im strobogewitter) oder „starlight“ von model 500 kurz vor schluss zu nennen.

ein ausflug zu map.ache war zwischendurch auch noch drin. so ca. für die letzten 20/30 minuten. house, mit melodie- oder vocal-anteilen. passte auch zum durch die jalousien scheinenden tageslicht gegen 8:00. und auch wenn ich nur wenig von konstantin mitbekommen habe (bestritt wohl ein extralanges warm-up, jedenfalls sah ich ihn noch gg. 5:00), gefielen mir diese fragmente besser als das set zu weihnachten.

also wie erwähnt: für mich eine mehr als nur runde sache. und jetzt, wo es 12:40 uhr schlägt, gehen die jalousien hoch. deutliches zeichen also, sich schon mal mental auf den gang zur garderobe vorzubereiten.

krautpfanding der hooligans gegen satzbau

728x90

die hooligans sollten ja mittlerweile bekannt sein. da ihnen die arbeit (und obwohl ich diese sehr schätze, muss aufgrund des aktuell herrschenden politischen klimas hierzulande hinzugefügt werden: leider) nicht ausgeht, sie diese bislang aber nur ehrenamtlich neben eigenen familien oder jobs betrieben haben, möchten sie sich jetzt professionalisieren. dazu haben sie mit der antonio-amadeu-stiftung einen zugkräftigen partner, unter deren dach sie ihre arbeit (nun jedoch bezahlt) fortsetzen wollen. dies nicht nur auf die eh schon formidablen korrekturen linguistischer entgleisungen beschränkt, sondern mit weiteren aktionen, die sie auf der startnext-seite (klickt auf das banner bzw. bei restriktiven werbeblockern wie bei mir: hier) schildern.

um es kurz und prägnant auf den punkt zu bringen: unterstützenswert – ohne wenn und aber.

[berlin / 27.03.2016] about blank: bewegungsfreiheit #7

und wie letztes jahr am ostersonntag im about blank geht es um und für diejenigen, die das politische tagesgeschehen im letzten jahr gründlich aufgemischt haben. vor einem jahr war es die lobby, nun ist es der mdf, auf dem es meinerseits von 2014 noch was gutzumachen gibt.

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bewegungsfreiheit #7

lobby
23:30 palms trax
03:00 johanna knutsson
06:00 dynamo dreesen

mdf
02:00 stype
04:00 pete
06:00 anja zaube

zelt
20:00 einlass
21:00 theater/ live-performance
22:00 info-veranstaltung
23.30 pause
01:00 jochen diskomeyer b2b menqui
05:00 bewegungsfreiheit dj-team
07:00 yobovski & valent
11:00 sportbrigade sparwasser
14:00 spule bywerk b2b hks 97

hütte
01:00 lisaweta & ashley khole
04:00 akmê
07:00 matthias
09:00 benedict stolz

eintritt
20-23 uhr: spende
23-01 uhr: 10 euro (+ spende)
ab 01 uhr: 12 euro

nachbetrachtung
bereits im voraus hatte ich das gefühl / die hoffnung, dass es ähnlich gut werden könnte wie im vorjahr. und alleine deshalb war ich aufgrund der vorgeschichte auf dem mdf anno 2014 schon ein kleines bisschen angespannter als üblich. so wie es nun mal ist, wenn man eine steilvorlage bekommt, die mit wenig mühe umgewandelt werden kann – ein kleines restrisiko bleibt immer.

um’s mal vorwegzunehmen: alles unbegründet. ich hatte richtig spaß währenddessen, und das publikum überraschenderweise auch. es fing schon mal gut an, dass ich so gegen 1:15 uhr im club war, alles in ruhe aufbauen konnte, vom techniker noch eine kurzeinweisung beim soundcheck bekam, wie das mit den monitoren auf dem mdf funktioniert (da gibt es drei modi) und schlussendlich so gegen 1:30 uhr von ihm gefragt wurde, ob es für mich ok wäre, früher anzufangen, da der club bereits voll wäre. mit fast einer halben stunde extra im rücken konnte ich dazu nicht nein sagen und ließ einfach erstmal feldaufnahmen laufen (carlos casas – vucca, erschienen auf canti magnetici), um dann einen loop von rabits „advent“ durch die hintertür reinschleichen zu lassen. was mich bereits von anfang an verblüffte: die leute machten bei dem rauschen zu beginn nicht gleich kehrt, sondern blieben direkt. und auch bei den restlichen fast zweieinhalb stunden konnte ich irgendwie machen, was ich wollte: es funktionierte, aus welchen gründen auch immer. da ließ sich den leuten eine ziemlich düstere industrial-nummer wie „no horizon“ von wsr, der zweite track der „fatal light attraction“ von kerridge oder später auch ein fieser breakbeat à la „up the box“ von andy stott unterjubeln – solange sichergestellt war, dass ein irgendwie tanzbarer rhythmus untergelegt war, ging das klar. hat mich (gerade nach dem sehr durchmarschierenden set aus der renate im dezember) darin bestärkt, dass experimente gewagt werden sollten. das set gibt’s daher auch zum nachhören weiter unten.
pete war pünktlich, ließ mich sogar noch bis kurz nach 4 spielen, sein set für seine verhältnisse solide, klang nicht so brachial oder hart wie im berghain, stattdessen eher mit fokus auf melodischeren sachen – die q1.1 auf / von basic channel ist mir da noch in erinnerung. anja zaube hätte beinahe verschlafen, war aber auch pünktlich um kurz vor 6 da und fing auch mit ein klein wenig verspätung an. hatte dann aber den mdf bis gut nach 9 fest im griff.

als gast habe ich mich jedoch gut treiben lassen. bei den herren diskomeyer und menqui ist mir noch „eye in the sky“ vom alan parsons project in erinnerung, das set war also stilistisch noch offener. in der lobby war ich echt kaum, aber dort war auch als erstes schluss. auch dynamo dreesen hatte verschlafen, fing eine stunde später an und spielte demnach auch nicht mehr allzu lange. lag aber auch am guten wetter, was das about blank dazu bewog, bei voll aufgegangener sonne die seitenplanen vom zelt nach oben zu rollen, so dass viel tageslicht hereinkam. zwar war’s etwas frisch, aber das ließ sich beim heißluftgebläse neben dem dj-pult (wo ich insbesondere beim set der sportbrigade wurzeln schlug) gut aushalten.

in der hütte ging es zum vormittag auch schon drunter und drüber: „self control“ von laura branigan, „transmission“ von joy division, „insomnia“ von faithless usw. aber dafür ist die auch prädestiniert. sonst war es ein überaus geschickter schachzug, die sportbrigade am vormittag spielen zu lassen, da die als publikumsmagnet einige leute halten bzw. noch ein paar frische gesichter mobilisieren konnten. das artete zwar nicht in eine totale fülle wie bei der grizzlynation oder dem club-geburtstag aus, reichte aber für eine schöne mischung an leuten aus.

doch, nicht nur (aber auch) aufgrund meiner zufriedenheit mit dem set war das eine echt rundum gelungene sache – auch und gerade organisatorisch.

set

download

[berlin / 13.02.2016] berghain: klubnacht

seit neujahr habe ich den laden nur aus der s-bahn auf dem weg zur arbeit (oder zurück) gesehen. zeit wird’s, obwohl ich jetzt schon weiß, dass das mehrere etappen werden.

klubnacht

berghain
00h00 answer code request
04h00 headless horseman live
05h00 rolando
09h00 dr. rubinstein
13h00 pev & kowton
18h00 pete
22h00 norman nodge
02h00 fiedel

panorama bar
00h00 marquis hawkes
04h00 oracy
08h00 dj sprinkles
11h00 moomin / smallpeople
17h00 margaret dygas
21h00 tim sweeney
01h00 virginia

eintritt
15 euro

nachbetrachtung

seht es mir bitte nicht nach, wenn die nachlese den verlauf widerspiegelt – der war zu zerklüftet, um richtig in stimmung zu kommen. lässt sich mit rationalen argumenten auch nicht so recht erklären, warum bei zwei unter einen hut zu bringenden dingen ausgerechnet ein berghain-besuch dabei sein muss, weil der letzte schon etwas her ist und der nächste aufgrund urlaubs etwas hin.

ich war also drei mal da. und das jedes mal nicht wesentlich länger als vier stunden. zwar habe ich die für mich interessantesten beteiligten mitbekommen, das im falle von answer code request, pev / kowton sowie pete jedoch leider nicht komplett.

answer code request bereitete das feld aber schon mit (ich würde aus der fast-schon-langzeitbeobachtung sagen) gewohnt guter form für headless horseman vor. der wiederum war mit einem ansehnlichen maschinenpark von elektron ausgestattet (darunter zwei octatracks, wenn ich das richtig gesehen habe). fand die erste hälfte besser, in der die kickdrum auch gerne mal stolpern konnte, die zweite war unterhaltsamer techno. gilt auch für rolando – schon fordernder, zwingender erlebt, aber unter’m strich solide. bin jedoch vor ende seines sets los.

nachmittags kurz bei den beiden livity-jungs herumgeschaut, ob sie mutig, breakig spielen. war zumindest bei meinem kurzaufenthalt weniger der fall, aber „a…“ von mono junk tat über die f1 sehr gut.

dritter und letzter akt dann zu pete, der bereits seit anderthalb stunden den laden auseinandernahm und den rest seines sets über auch glücklicherweise nicht damit aufhörte. sicherste bank, erkläre ich daher wieder mal zum favoriten. danach habe ich die zeit eher verquatscht, so dass mir von den herren sweeney und nodge nicht mehr viel in erinnerung ist (außer „lifetimes“ von slam – ewig nicht mehr gehört, lief gegen mitternacht unten).

erklärtes ende war für mich dann gegen 1, wieder einmal mit der erkenntnis, dass man für den laden besser mehr zeit mitbringt, um das alles überhaupt genießen und vielleicht auch mal etwas zur panorama bar schreiben zu können. die hat mich ebenfalls viel zu kurz gesehen.

nun ja, so war es natürlich besser als kein besuch. alleine das erneute hochkochen auf eine sehr gute betriebstemperatur durch pete war es wert, aber schlussendlich hätten zwei schichten auch gereicht oder (noch besser) eine dezidierte, wenn eines von zwei sonntagsvorhaben abgeschlossen ist. es müssen ja nicht gleich rekorde gebrochen werden. das jedenfalls als notiz an mich.

[berlin / 06.02.2016] about blank: generation olganitz

schulterschluss zwischen nachtdigital, de school (trouw-nachfolger in amsterdam, dessen besuch auf meiner prioritätenliste recht weit oben steht) und dem blank. da i-f mit dabei ist, wird schon nichts schiefgehen.

about_generation_olganitz_20160206

ablauf
lobby
00 rroxymore
03 job jobse
06 manamana
09 wilhelm b2b jessamine
mdf
01 i-f
03 steffen bennemann
05 dj xing
07 diwa
zelt
chez mieke b2b laika jona

eintritt
12 euro

live-berichterstattung

bin etwas spät losgekommen, war gg. 1:30 uhr vor’m club und überrascht von der warteschlange, die mal eben bis zum knick reichte. dennoch kurz darauf drin und allzu viel schien ich von i-f noch nicht verpasst zu haben, der zu dem zeitpunkt recht langsamen, dreckigen house spielte. generell merkte man dem set sein bewusstsein an, den warm-up-slot abbekommen zu haben, somit hielt sich der härtegrad in grenzen, jedoch nicht die von ihm gewohnte vielfalt. „love explosion“ von alden tyrell sowie der rabih beani-edit von „tanki tanki“ und „girls on film“ als abschlusstrack sind mir noch in erinnerung. schönes set mal wieder (sogar mit überlänge, spielte bis 3:30, was nahelegt, dass der mdf später geöffnet haben muss), nächstes mal aber gerne wieder zur hauptzeit.

steffen bennemann spielte so fordernd wie ich es mir eigentlich im joint auf dem nachtiville erhofft hatte, verlor jedoch für mich gg. 4:15 etwas abrupt den faden, so dass etwas zeit für das zelt blieb. in der lobby war es mir bei job jobse zu voll, woran er mit seinem eingängigen, melodischen house mit ordentlichem pop-einschlag auch seinen anteil hatte. interessanter (wenn auch nicht stets mein beuteschema treffend) waren chez mieke und laika jona draußen, bei denen bspw. eine hiphop-coverversion von velvet undergrounds „venus in furs“ oder auch reduzierter drum&bass à la samurai horo lief.

xing machte nach herrn bennemann perkussiv-treibend mit etwas melodie-anteil weiter. fand ich vom flow her auf lange sicht gesehen etwas besser, genauso wie manamana für meine begriffe gerade eine bessere figur abgeben als im nachtiville-schwimmbad. nicht zu trocken, eine gewisse tiefe, wenn es angebracht ist, aber generell ist in dem set mehr bewegung.

meine bewegung wird mich nun (gg. 7:20) zur garderobe und dann heimwärts führen. dem füllgrad nach zu urteilen, sollte das hier locker bis mittag gehen.

[berlin / 23.01.2016] tresor: tresor.klubnacht

nicht nur darüber reden, sondern einfach hingehen. dem vorsatz kommt meistens das anderweitige überangebot entgegen, aber wenn das mit der dauerbeobachtung wieder was werden soll, muss man worten auch taten folgen lassen. das line-up macht es mir da auch ein gutes stück leichter.

tresor.klubnacht

tresor
00h00 marcel heese
02h30 dj skurge
05h00 neil landstrumm live
06h00 ro

globus
00h00 tom lally
03h00 jan krüger
05h30 marc schneider

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

zwar war der besuch nicht sonderlich lang (anfang von marcel bis ende von neil), ich kann aber nicht sagen, dass ich mich über irgendwas geärgert oder gelangweilt hätte. stattdessen hat sich einmal mehr der eindruck vom tresor als mittlerweile wieder machbare alternative zum rest gefestigt. meinetwegen ist das publikum dann nicht so „szenig“ wie anderorten, aber so grob haben die meisten touristen schon mal was von den wichtigsten namen im techno gehört und sind auch beim kommunizieren gerne offener als die zuweilen maulfaulen berliner.

gute musik kam dann auch noch hinzu. marcel in der letzten stunde gerne detroitig, zumindest liefen einige purpose maker und hood-tracks. und obwohl dj skurge einer der gründe für den besuch war, habe ich die meiste zeit dann doch verplaudert, was in der kleinen bar am garderobenbereich ganz gut geht (zumal man sich da nicht ins ohr schreien muss). neil wollte ich mir dann doch nochmal gezielt geben und wurde nach dem fabric-set (wobei da auch sicher der nicht unbedingt positive gesamteindruck des ladens mit hineingespielt hat) wirklich positiv überrascht. das hatte wieder diese recht brachialen momente und ging einfach nur vorwärts. kann natürlich auch sein, dass er sich auf den tresor eingestellt hatte, der ja nicht gerade für filigranen techno bekannt ist. spräche auch wiederum für ihn, nicht stets das gleiche set abzuspielen, sondern es an die jeweiligen gegebenheiten anzupassen. als live-act ist das ja nochmal schwieriger.

oben bin ich nur mal kurz durch, und bei marc schneider war ich schon auf dem nachhauseweg. dort wie unten jedoch auch ein guter füllgrad, der stressfreies feiern zuließ. aus betreibersicht hätten 100 leute mehr zwar nicht geschadet, aber meinen erwartungen an diesen abend kam das sehr entgegen. kann mich also wiederholen: der blick auf das tresor-monatslineup kann wieder zur routine werden.

[leipzig / 16.01.2016] institut für zukunft: tresor x ifz

wenn man schon mal da ist, kann man auch gleich unterstützung in der ersten reihe geben. marcel macht den schluss, daher wird die nachbetrachtung sich auch eher auf den morgen im ifz konzentrieren anstatt auf die nacht.

tresor x ifz

trakt 1
00 n.akin
03 mike parker
06 sleeparchive live
07 reka
10 marcel heese

trakt 2
02 mgc mmnt
05 bad bank
08 omyk live

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

die lobeshymnen gleich vorab: das ifz ist nach wie vor einfach ein verdammt guter club. der trakt 2 war zumindest an dem abend auch so hergerichtet, dass er nicht den eindruck eines eher stiefmütterlich behandelten house-floors machte, stattdessen den eines chillouts mit einigen sitzgelegenheiten, wobei das auch eher für die wintermonate gedacht war, habe ich mir sagen lassen.

sleeparchive und alle davor haben wir verpasst, aber dafür blieb zeit für sowas wie ausschlafen, so dass wir kurz nach 8 uhr im club waren und damit noch gut anderthalb stunden von reka mitbekamen. funktional, ordentlich präsentiert, einen track abgeschaut („operator“ von t kode / lunatik, auf dem mir bis dato völlig unbekannten label „blackwater“).
marcel hatte danach bis nach 13 uhr (als er „blue monday“ als zugabe spielte) so richtigen spaß, das merkte man. war auch für mich der perfekte füllgrad – zwei drittel ca. mit fortlaufender zeit zu „halbvoll“ tendierend. es war nachts während mike parker und sleeparchive richtig voll, habe ich mir sagen lassen. also zieht tresor in leipzig immer noch – gut so, gerade in kombination mit dem ifz, dessen publikum bereitwillig alles aufnimmt, das tanzbar und damit etwas entspannter ist als manche verwöhnte berliner, die gerne überzeugt werden wollen.

nichts zu meckern, der ausflug hat sich gelohnt. marcels set ist hier für die nachwelt bei soundcloud gut aufgehoben:

[leipzig / 16.01.2016] halle 14: 1.000.053rd art’s birthday

die halle 14 ist bestandteil der spinnerei – eine industriebrache, deren nachnutzung als tummelplatz für künstler aller couleur mich bei zwei besuchen schon neidisch machte. an diesen brachen mangelt es in den außenbezirken berlins nicht, nur warum sich niemand zusammenraufen und etwas vergleichbares auf die beine stellen bzw. sowas von senatsseite aus gezielt gefördert werden kann, will ich nicht so recht begreifen.
sei es drum: diese spinnerei veranstaltet quartalsweise einen rundgang, bei dem wirklich alle bereiche offen sind. selbst eher-so-kunstbanausen wie ich haben daran ihre freude, weil es verwinkelte orte zu entdecken gibt, man in ateliers hineinschauen und die eine oder andere provozierende, schockierende, aber damit zum nachdenken anregende installation mitbekommt (stichwort „die neue europäische tragödie“). heute findet der winterrundgang statt. da wird auch elektronische musik gespielt, u.a. von dead baby in a plastic bag. beide habe ich das letzte mal vor mehr als acht jahren als dj-team im tresor mitbekommen – dieses mal wird es ein live-act inklusive modularsystem.

1.000.053rd ard’s birthday
dead baby in a plastic bag
nina
basic house
blackburst
include
rachel lancaster visuals
domenic emr visuals
louis hay visuals
stefan riebel visuals

start
20 uhr

eintritt
7 / 5 euro (frei für vereinsmitglieder)

nachbetrachtung (gut 21 monate später)
es fand zwar nicht in der unteren, imposant großen halle statt, stattdessen eher diy-charakter in der oberen etage. aber das schmälerte den charme in keinster weise – eher im gegenteil.
interessante anordnung in jedem fall mit der langgezogenen tafel als pult in der mitte des raumes, den man mit „fabriketage“ noch am besten fassen kann. auf dieser tafel befand sich alles an equipment. drumherum konnten sich die gäste postieren und den einzelnen acts über die schulter schauen. hatte etwas von einer jam-session, aber das passte auch zum sound. daneben mit schwarzem stoff abgehängt: der bereich zum plaudern bzw. bars.
basic house spielte noch am funktionalsten, mit sehr schleppendem tempo, was aber (wie man seit andy stott weiß) ja räume für markerschütternd tiefe frequenzen gibt. dead baby in a plastic bag improvisierten mit modularsystem und maschine, blieben aber eher bei drones anstatt sich in rhythmische bereiche zu begeben. an sich genau das richtige, um nach einer arbeitswoche anzukommen, ohne es allzu lang werden zu lassen.