[berlin / 19.09.2012] berghain: laibach

dem zufall, bzw. der amtshilfe eines der contour-macher ist es zu verdanken, dass ich noch eine karte abkriege. ich werde es wohl nie lernen, mich rechtzeitig um konzertkarten zu kümmern.

laibach
21h00-22h30: laibach live
22h30-ende: daniel miller

review
zeigen

no reason to compute? kraftwerks vision eines elektronischen lebensstils in „computerwelt“

es ist ungefähr ein jahr her, als ich einen anruf einer bekannten erhielt, die am zentrum für zeithistorische forschung in potsdam arbeitet. dort erscheint drei mal jährlich ein band der zeithistorischen forschungen, der sich jeweils einem spezifischen thema widmet – in diesem fall sollte es die computer- und informationsgesellschaft sein. eine der rubriken nennt sich „neu gelesen“, in der klassiker der geschichtswissenschaften (im weiteren sinne jedenfalls – die soziologie wird bspw. auch gerne einbezogen) sowie deren thesen jahrzehnte nach ihrer veröffentlichung erneut auf den prüfstand gestellt werden.
daneben gibt es noch „neu gelesen“, und da sollte ich mich dem album widmen, mit dem kraftwerk ihre vorstellungen vom futurismus sowohl inhaltlich als auch musikalisch so perfekt umgesetzt haben, wie sie es danach nicht mehr vermochten (was nicht negativ gemeint sein muss, schließlich hat das vorherige genügend spuren hinterlassen).

abgegeben werden sollte der artikel bis ende dezember 2011, bis dahin kam ein bisschen etwas dazwischen: verteidigung der master-arbeit, übergang ins vollzeit-berufsleben, gelegenheits-gigs, fertig wurde er dennoch – jedenfalls die erste version, welche noch die eingangs erwähnte überschrift trug.
mehrere korrekturen und ergänzungen später trägt der artikel nun den titel „‚computer für das eigenheim‘. ‚kraftwerks‘ musikalische version eines elektronischen lebensstils (1981)“, womit ich mehr als gut leben kann, da es beinahe schwieriger ist, eine gelungene überschrift zu finden als den artikel gut hinzubekommen. es stellte sich beim schreiben nur die schwierigkeit, dass die forschungsliteratur zu kraftwerk nicht sonderlich umfangreich ist und das, was es zu ihnen gibt, sehr von der revolutionären dynamik infiziert ist, welche die vier düsseldorfer ab mitte der 1970er-jahre entwickelten. neu war mir, dass „computerwelt“ mit der authentischste musikalische spiegel des informationstechnologischen umbruchs war, der auch vor kraftwerk nicht halt machte. das alles ließ sich schön rekonstruieren – im gegensatz zur rezeption in übersee, genauer: asien, jedoch auch der hiesigen musikpresse, deren ausgaben zumindest in berliner archiven auf die schnelle nicht zu beschaffen waren.

allen schwierigkeiten zum trotz: der artikel ist jetzt erschienen – sowohl in der print- als auch in der online-ausgabe. netter nebeneffekt der online-ausgabe: mehr bilder und vor allem mehr musik. die ganzen widrigkeiten, mit denen man sich dank gema oder copyright abfinden muss, hatten auch ihr gutes: so liegen die meisten songs in live-versionen der computerwelt-tour vor, die ich jedem ans herz legen kann. so hart, funky und konkret hätten sie die album-versionen gerne noch einmal als live-versionen herausbringen können. da klingt einiges besser als auf „the mix“, welches zehn jahre später erschien. dennoch: es steht immer noch auf meinem wunschzettel, sie einmal live zu erleben.

nachzulesen und nachzuhören ist der artikel hier. nachfragen, denkanstöße, kritik gerne hier anbringen.

p.s.: ich wäre auch sehr gerne noch auf die anderen artikel des bandes eingegangen, jedoch fehlt mir momentan die zeit, diese ausführlich zu lesen. und wenn ich die wahl zwischen oberflächlicher rezension oder authentischer eigenwerbung habe, entscheide ich mich dann doch lieber für letzteres.

[berlin / 30.08.2012] about blank: impulse

bin gerade auf dem weg dorthin, daher mit spartanischem layout. wird alles später aufgehübscht.

(addendum, 30.09.2012, 19:28)

(/addendum)

zeitplan
floor 1
00h00: whø?
01h30: infra
02h30: onetake
04h00: el ninho
05h00: dj met
floor 2
00h00: mohak
02h00: dubius
03h30: saiman

eintritt
5 euro

review
zeigen


[görlitz / 07.09.2012] jugendkulturzentrum basta: fokus festival warm up

das fokus festival ist zugegebenermaßen bisher völlig an mir vorbeigegangen, aber seit der anfrage letzte woche ist meine neugierde doch ziemlich groß.
dabei handelt es sich um eine plattform, die von verschiedenen jugendkulturinitiativen aus deutschland und polen (daher auch görlitz als veranstaltungsort) getragen und organisiert wird. das eigentliche festival findet am 8. september auf dem alten schlachthofgelände in görlitz statt, bereits am 7. september gibt es das warm-up im basta. um den abend musikalisch abzurunden, darf ich zum schluss dubstep spielen.

programm
ab 20 uhr: filmprogramm – zwei dokumentationen. zum einen über das boomfest, ein deutsch-polnisches jugendprojekt, zum anderen interviews des jugendrings oberlausitz mit jugendinitiativen in und um görlitz.
ab 22 uhr: jabbadub
ab 0:30 uhr: stype ableton-set

ort
jugendkulturzentrum basta
hotherstraße 25
görlitz

review
zeigen

[berlin / 01.09.2012] lauschangriff: jack ur body

ein einst besetztes und danach legalisiertes haus im friedrichshainer nordkiez mit urigem kleinen keller inklusive kicker, niedriger decke und ebensolchen getränkepreisen, der jeden zweiten mittwoch dem noiseangriff eine heimat bietet, noch dazu marcel und ich seit einer gefühlten ewigkeit mal wieder im freien feld – passt, würde ich sagen.

start
die türen sind wohl ab 21 uhr offen, musik erst ab 23 uhr, alles etwas undurchsichtig. denke, keiner macht etwas verkehrt, erst etwas später aufzutauchen – womit jedoch kurz nach mitternacht gemeint ist und nicht 10 uhr morgens.

ablauf
ca. die ersten 40%: markus masuhr
ca. die letzten 60%: marcel heese / stype

eintritt
3 euro

review
zeigen

[berlin / 25.08.2012] berghain: klubnacht

die premiere von don williams und sebastian kramer am gleichen ort vor gut einem jahr war so gelungen, dass ich mir die neuauflage nicht entgehen lassen möchte. das wird auch ungefähr die uhrzeit sein, zu der ich erscheinen werde. außerdem mehr als erwähnenswert ist alex.do, der vor einem monat sein debüt bei der bpitch-nacht zum schluss gegeben hat, bei dem ich arbeitsbedingt leider nicht dabei sein konnte. das wird nun nachgeholt – heißt: zwei etappen. einmal früh, zwischendurch schlafen, dann abends nochmal hin.

klubnacht

berghain
00h00-04h00: marcel fengler
04h00-07h00: tim xavier
07h00-13h00: don williams vs. sebastian kramer
13h00-20h00: pär grindvik
20h00-ende: alex.do

panorama bar
00h00-03h00: dor
03h00-05h00: jonathan margulies
05h00-06h00: i:cube live
06h00-10h00: andre lodemann
10h00-14h00: mano le tough
14h00-18h00: markus meinhardt
18h00-21h00: dj t
21h00-01h00: gerd janson
01h00-ende: john talabot

eintritt
12 euro

review
zeigen

[berlin / 04.08.2012] berghain: klubnacht

das wird aufgrund broterwerb eine angelegenheit in zwei akten und ich werde dadurch bei weitem nicht jeden mitbekommen, was mich bei der premiere von grizzly etwas ärgert, aber die snuff crew kann ich definitiv mitnehmen. mal hören, ob und was für ein gimmick sie sich dieses mal haben einfallen lassen.
grober plan: akt 1 von 4 bis 7 uhr, akt 2 nach der tagesschau.

klubnacht

berghain
00h00-05h00: marcel dettmann
05h00-06h00: snuff crew live
06h00-11h00: andre galluzzi
11h00-17h00: pete
17h00-22h00: adam beyer
22h00-ende: rødhåd

panorama bar
00h00-04h00: dinky
04h00-05h00: âme live
05h00-08h00: alex niggemann
08h00-12h00: marc schneider
12h00-16h00: grizzly
16h00-18h00: kyle hall
18h00-21h00: soundstream
21h00-00h00: tama sumo
00h00-ende: sven von thülen

eintritt
12 euro

review
zeigen

[berlin / 10.08.2012] suicide: krake festival

zunächst der disclaimer, da es in eigenwerbung ausartet: ja, auch das line-up an den anderen tagen ist toll. ich werde jedoch aller wahrscheinlichkeit nach nicht dazu kommen, mir etwas anderes anzusehen, auch wenn der samstag noch einmal besonders dick auffährt.

line-up
pole live
ulrich schnauss live
shrubbn!! live
alex smoke
kid606 live
cassegrain
goner live
dj flush
axiom
stype ableton-set
transforma vj

start
23 uhr

eintritt
15 euro

zeitplan
club
23h00-00h30: axiom
00h30-01h15: shrubbn!! + transforma vj
01h15-02h15: pole
02h15-03h15: ulrich schnauss
03h15-04h15: goner
04h15-06h45: cassegrain
06h45-ende: adam weishaupt
garten
00h00-02h00: stype
02h00-03h00: kid606
03h00-07h00: alex smoke
07h00-ende: dj flush

review
zeigen

mitschnitt

download

[berlin / 28./29.07.2012] about blank: contour

zugegeben, ich bin momentan schreibfaul und weiß, dass sogar noch die nachbetrachtung der vorherigen ausgabe mit beteiligung meiner wenigkeit aussteht. kommt alles noch, die erinnerungen daran sind noch nicht verdrängt. davor geht es morgen nachmittag nach getaner arbeit wieder erstmal ab in den garten.

line up
morphosis
kate simko
morgan hammer
narcotic syntax live
frank bean
s-max
irakli
amnesie international
aña
james dean brown
red rack’em
fist van odor
amnesie international

eintritt
von 00h00-02h00:6 euro
von 02h00-10h00: 10 euro
von 10h00-ende: 5 euro

review
zeigen

[lärz / 28.06-01.07.2012] fusion festival 2012

letztes jahr hatte ich mit der master-arbeit andere sorgen und mich nicht um eine karte gekümmert. diejenigen, die dann hingefahren sind, wurden zeuge, wie das festival in regen und schlamm versank. so wirklich umwerfend sehen die prognosen für das kommende wochenende zwar auch nicht aus, aber eintreffen muss davon auch nicht alles.
war verwundert, wie einfach es in diesem jahr mit der karte klappte. der verkauf wurde im losverfahren entschieden, und das hat gleich im ersten anlauf ohne ticketbörse geklappt. sogar die postbotin müsste anfang mai darüber im bilde gewesen sein, was sie da gerade per einschreiben verteilt. die hat mir jedenfalls nach meiner unterschrift in typischer berliner mundart mitgeteilt, dass sich da jetzt einer freuen dürfte.
und damit hat sie recht. was auf last.fm vom line-up zu lesen ist, reicht für den eindruck, dass wieder viel mühe darauf verwendet worden ist, den kulturell undogmatischen unter uns ein kurzweiliges, verlängertes wochenende zu bescheren. welche horizonte oder augenringe erweitert worden sind, ist danach hier nachzulesen.

nachbetrachtung

das hat man nun davon, es etwas schleifen zu lassen. ein jahr und fast drei monate später (verfasst wurden diese zeilen am 22. september 2013) erinnere ich mich längst nicht an alle details, insofern gibt es kein minutiöses tagebuch wie für 2013. stattdessen beschränke ich mich auf das, was ich toll oder nicht so toll fand.
generell hat es nach dem einen jahr auszeit (wobei ich 2011 eher glück hatte, da die fusion in dem jahr gut untergegangen ist, was regenmassen angeht) aber locker dafür gereicht, dass ich 2013 unbedingt wieder hin wollte. soviel schon mal vorab.

toll war:

  • charon: erst auf dem burning man, dann auf der fusion. ob es jetzt etwas über den stand der fusion als festival aussagt, mag jeder selber beurteilen. habe dort einige minuten zugebracht, aktiv und passiv.
  • die deko, überall. darauf kann und konnte man sich bei der fusion immer verlassen. hervorzuheben die in den boden gerammte, qualmende fusion-rakete vor den essensständen. die lichtspiele auf der turmbühne, die tanzwiese mit holzhütten-charme oder der wald mit den strobos in den bäumen.
  • das robofield mit dem riesigen bassline circus, der für mich eine musikalische bereicherung war. jedenfalls ging es donnerstag bei jazzsteppa schon amtlich zur sache. eines der vielen surrealen erlebnisse, aus dem bassline-circus-zelt nach draußen zu kommen und die lords of lightning unter strom zu sehen. direkt gegenüber die roboter-band inklusive headbangendem „gitarristen“, pyronale-orchester und einigen tagsüber umherstreunenden robo-tieren.
  • fil und sharkey freitag mittag auf der hangarbühne. vor ihm sitzend ca. 1000 leute und er in der mittagshitze in unterhose und mit hut stehend. mit seinem üblichen hang zur (selbst)ironie und ein paar spitzen in richtung der techno-fraktion, was als ex-punk aber eh zum guten ton gehört und zudem ohnehin gut ankam. habe niemanden gesehen, der kopfschüttelnd den platz verlassen hätte. stattdessen hatte er mit seinem humor die versammelten herrschaften im nu gewonnen und dass kollektives lachen für die stimmung einer großveranstaltung nichts schlechtes bedeuten kann, wurde schnell deutlich.
  • raoul petite, donnerstag abend auf dem roten platz. ein abgefahrenes ensemble aus einem craquer mit frappierender ähnlichkeit zu louie austen, zwei damen in fellkostümen und lässigem französischen pop mit sprechgesang, drumsoli mit allem möglichen, was man so als schlaginstrument gebrauchen kann (blechpfannen, schalen, glocke, und das alles von einem typen gehalten, der als menschliches schlagzeug diente). auch nett war die ins publikum geworfene torte aus rasierschaum.
  • steve rachmad und marc schneider auf der turmbühne, africa hitech als abschluss sonntag abend in der tubebox. das ist jedenfalls in elektronischer hinsicht bei mir positiv hängengeblieben.
  • campen auf dem familyspace inklusive tollen bezugspersonen.
  • personal an essensständen und einlass dem vibe der fusion entsprechend herzlich.
  • die professionalität, mit der den zwei unwettern begegnet worden ist. musik auf allen floors ausgeschaltet, eine ruhige, aber bestimmte ansage, dass sich jetzt bitte jeder zum zeltplatz begeben solle und wir erfahren, wann es weitergeht. klar, sollte versicherungstechnisch auch besser so gemacht werden, ehe jemand von einer zeltplane begraben wird. trotzdem fand ich die art und weise goldrichtig.

nicht so toll war:

  • im großen und ganzen fand ich das, was an elektronischer musik geboten worden ist, nicht so berauschend oder ich war nur zur falschen zeit an den falschen orten. ohnehin habe ich nur ganz wenig von dem gesehen, was ich mir vorgenommen hatte. das hing mit der falschen einteilung der kondition zusammen, die auf nacht- und tagbetrieb wegen der nicht in frage kommenden künstlichen verlängerungsoption einfach nicht ausgelegt ist. so blieb ich deswegen schon freitag weite teile im camp sitzen und ein (in der tat lohnenswerter) ausflug vom familyspace zu den bachstelzen kostete samstag auch etwas zeit.
    wohin das führte, könnt ihr in der nachbetrachtung für 2013 nachlesen: die absicht, in keinem fall etwas planen zu wollen, und wenn, dann nur grob. endete dann in ganz penibler ablaufplanung, die aber eher auf den tag ausgerichtet war. das ist aktuell auch für mich der modus, in dem ich ein festival wie die fusion auch mehr genießen kann, auch wenn die lichtspiele samstag abend schon etwas sind, das man gesehen haben sollte.
    wieder mal gekonnt den faden verloren. symptomatisch für die schwäche in elektronischer hinsicht war beispielsweise der brostep samstag abend auf der seebühne (unter anderem borgore lief dort) oder leider auch wolle xdp, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte. ich komme mit diesen plakativen ravesignalen neuerer gangart einfach nicht klar, ist vielleicht aber auch mein problem. ansonsten gab es nur die oben erwähnten positiven beispiele, aber auch eine menge mittelmaß. magda war als abschluss auf der turmbühne beispielsweise ok. nicht mehr, nicht weniger.
  • stehpisser, manchmal höchstens zehn meter von der rinne entfernt. keine ahnung, ob die ihr hirn abgeben, sobald sie ihr bändchen am handgelenk tragen, ist aber auch eine ewige geschichte.
  • die beiden unwetter. das erste riss uns aus der hamletmaschine, die an sich famos präsentiert war (projektionen auf kleine wasserstrahle) und der regen kam auch direkt auf der hälfte des weges richtung familyspace aus vollen kübeln. das alleine war noch nicht so dramatisch, klamotten lassen sich wechseln. unschön wurde es in dem augenblick, als ich nur noch das unterzelt sah, zumal das zelt selbst auch nur geliehen war. ein glück hatte der wind nicht alle heringe geschafft, so dass es nur unweit daneben lag, und es muss zu einem zeitpunkt gewesen sein, an dem der regen nachgelassen hatte. so war es drinnen nur etwas feucht, aber für eine nacht auszuhalten.
    beim zweiten hatten wir etwas mehr glück. da gingen sturm und regen erst 50 meter vor unserem camp los. dann aber auch gleich so heftig, dass wir die sonnenplane zu viert festgehalten haben. mir als campingunerprobten und erneut um mein zelt besorgten muss die nervosität anzumerken gewesen sein. aber mit holländern im camp ging das super vorüber, um nicht zu sagen: sie gaben mir sofort das gefühl, dass das ohne weiteres ausgesessen werden kann. war auch so, das zelt stand danach immer noch da wie eine eins. dennoch zog ich für diese und die darauf folgende letzte nacht ins auto eines treuen begleiters, was zu der entscheidung führte, dass ich 2013 zum mietwagen griff, was ich jederzeit wieder so machen würde. wie auch die fusion an sich übrigens.