Nov 232017
 

die angekündigte nummer drei innerhalb von zwei wochenenden. barker live gab es zum letzten mal vor acht jahren, lanark artefax hörte sich auf den veröffentlichungen zumindest interessant an und von skee mask ist eh bekannt, dass er mein musikliebhaberherz im sturm erobert hat. zudem möchte ich endlich mal die säule als club kennenlernen.

ablauf
00h00 beckett
02h00 lanark artefax live
03h00 peder mannerfelt
05h00 barker live
06h00 skee mask

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

schade, wieder einmal beckett verpasst. gab gegen 2 uhr eine kleine schlange mit der üblichen türpsychologie und dazu einer hohen quote an leuten, die weggeschickt worden sind. der „haupteingang“ ist es übrigens nicht, sondern die tür links daneben, die auch vor jahren bei anderen klubnächten schon als entlastung diente (könnte man die nicht dauerhaft als tür für stempel- und/oder listenplatzinhaber öffnen?).

drinnen habe ich dann auch den sinn hinter den glastüren zur eigentlichen garderobe endlich begriffen: die sind geschlossen, wenn nur die säule geöffnet hat. der floor selbst wirkt mit richtig inszeniertem licht und tanzenden leuten sehr schlauch- bzw. höhlenartig. wenn nebel und blitze im einsatz sind (ja, es hängt ein richtiger strobo an der decke), ist das definitiv eine schön komprimierte angelegenheit, in der sich die energie sammeln oder ggf. entladen kann. die alte anlage aus der panorama bar wird hier wiederverwendet und sorgt für ein sattes ergebnis, wobei sich das ausschließlich auf die tanzfläche beschränkt. außerhalb und auch oben auf der galerie ist das zwar auch noch in ordnung, aber gerade auf ebener erde kommt einiges an beton dazwischen.
da es sich schon gut gefüllt hatte, war auch der vorraum mit der treppe zum berghain geöffnet. dort steht eine improvisierte bar und es scheinen ein paar spots aus dem berghain herunter. damit hat man einen ort zum plaudern, wenn man nicht gegen die anlage ankämpfen möchte.

lanark artefax hat zumindest dafür gesorgt, dass ich mir weightless (womit ich auch nach dem set noch meine liebe mühe habe, aber das war schon bei dubstep nicht anders) bzw. seine diskographie im besonderen nochmal unter dem aspekt anhören werde, wenn es um das einbauen von tracks in sets geht, bei denen das publikum nicht merken soll, dass mehr als fünf bpm überbrückt werden.

peder mannerfelt habe ich sonst eher als modulartüftler auf dem schirm, schlug sich aber auch als dj nicht schlecht. war allerdings auch eine mischung aus dubstep und techno, mit der man mich leicht kriegt. darunter gut bewährte hits wie „water bomb“ von pinch, „the knowledge“ von toasty oder „993“ von blawan.

vermeintlich verkehrte welt dann mit barker: er spielte nämlich mit einem modular-setup und sein erstes live-set seit ewigkeiten. zählte zu den sets, womit mir melodien schmackhaft gemacht werden können. für die strikt am 4/4-takt orientierten gab es auch denksportaufgaben, indem er durchaus auch mal auf das 5/4- oder 6/4-schema wechselte. auch wenn es als noch recht frischer berghain-resident wohl zu naheliegt, wird man hoffentlich auch auf ostgut ton von ihm hören.

bei skee mask war ich mir in der ersten halben stunde absolut nicht sicher, was er vor hatte. beginn mit techno, wechsel zu downbeats, dann zu ambient und wieder zurück. die auswahl war ohne frage über jeden zweifel erhaben, aber mir fehlte dabei als tänzer das, was ein set zusammenhält: der rhythmus, bzw. dazugehörige elemente, welche die spannung aufrecht erhalten. der wohlwollende teil in mir dachte allerdings: „so spielt er also, wenn er absolut keine kompromisse eingeht.“
nach der halben stunde gesellte sich jedoch wieder der fluss zum tollen geschmack und er wandelte gewohnt sicher zwischen tempi und stilen umher, so dass ich shazam beinahe im fünf-minuten-takt bemühen musste.

auswahl an tracks:
zeigen

unter’m strich sehe ich das alles mit einem lachenden und einem weinenden auge. weinend, weil ich der leisure system ein großes publikum wie zu ihren zeiten im berghain gönne. andererseits waren auch hierbei wohl zugeständnisse beim line-up wichtig, ehe man gefahr lief, den club nicht richtig gefüllt zu bekommen. das risiko war ungleich größer, wenn beide floors bespielt worden sind. mit der säule verhält es sich für mich in etwa so wie mit dem ohm zum tresor: es ist ein experimentierlabor. selbst wenn dort etwas schiefgeht, muss man sich nicht nachsagen lassen, einen club mit einer kapazität von 1.500 leuten fast vergeblich geöffnet zu haben. stattdessen reicht ein viertel an leuten, um die säule voll wirken zu lassen. damit kann man sowohl im line-up als auch bei den leuten auf der tanzfläche auf diejenigen zählen, die musikalische wagnisse eingehen wollen. das ist das lachende auge von beiden, was auch die oberhand behält.

wem das als resümee zu lang war: die leisure system ist in der säule richtig gut aufgehoben. ich wünschte nur, dass sie wieder häufiger stattfände (so alle zwei monate oder quartalsweise wie zu beginn).

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