[berlin / 28.12.2019] about blank: staub

auftakt einer marathon-woche, die (so viel sei verraten) mit der letzten staub des jahres in der heimstätte beginnt und mit dem ersten staub-auswärtsspiel des neuen jahrzehnts endet.

ablauf
lobby
10h00 głós live
12h00 nostitz
15h30 mu“he
19h00 stype

mdf
13h00 sitsope
15h00 caleb esc
18h30 adrestia
20h30 polanski

zelt
14h00 carsten jost
16h00 i.nez
19h00 stolz & trauzettel

nachbetrachtung
war in mehrerer hinsicht schwierig. erstens wegen meiner beteiligung und der damit fehlenden objektivität, und zweitens auch wegen des verlaufs. im vergleich zu den monaten zuvor gab’s (zumindest in der zeit von 15:30 uhr bis zum schluss) weniger besucher*innen, was trotzdem einen meistens angenehmen füllgrad bedeutete.
über die gründe ist es müßig zu spekulieren: entweder schonten sich die leute für silvester oder berliner kamen erst noch von den weihnachtsfeiertagen zurück, waren weihnachten bereits ausgegangen oder sind vor silvester geflüchtet. touristen waren noch nicht in der stadt und haben die staub nicht so auf dem schirm. wie auch immer: es gab eine schön hohe quote an stammgästen.

bis gegen 18 uhr kamen auch noch ein paar leute mehr, was sich auch im zelt bemerkbar machte. der mdf funktionierte zuverlässig wie eh und je, wobei ich dort vielleicht insgesamt fünf minuten war. die lobby hatte es hingegen den ganzen tag / abend über schwer. da hat mich die erste hälfte von mu“he wesentlich mehr überzeugt als die zweite, weil die aus schönen uk-lastigen dingen wie „kobra“ von facta oder „how do u turn this on“ von simo cell bestand. zuweilen komplexe rhythmen also, damit dem publikum schwierig zu vermitteln. in den 30-40 minuten vor schluss war sie bei acid und trance mit ordentlich distortion auf den kickdrums und 144 bpm angekommen, was auch auf dem mdf funktioniert hätte. bin vielleicht zu altmodisch, dass ich mit dieser neueren schule weniger anfangen kann, aber das fand publikumsseitig wiederum mehr resonanz.
machte die entscheidung für meinen einstieg nicht einfacher, aber da ich das mit den ecken und kanten auch gerne mal mit der brechstange probiere, wurde es der lackmustest mit dem von planet mu bekannten „u can’t touch this“-bootleg von mike paradinas.

die drei stunden danach waren dann von mehreren erkenntnissen und vor allem stimmungswechseln geprägt:
1. ich kann mir sonstwie viele gedanken um setabfolge machen: das alles ist am ende hinfällig, wenn es darum geht, auf das publikum reagieren zu müssen. in warm-ups fällt mir sowas leichter, weil das publikum idealerweise selbst unaufgeregt in den abend starten will, daher sets und der eigenen stimmung gerne mehr zeit zur entwicklung lässt und selbst bei verhaltenen tracks auf dem floor vorbeischaut. bei schluss-sets ist es nach wie vor umgekehrt: leute möchten gehen und brauchen zuweilen einen absprung, wohingegen djs das ende der party möglichst herauszögern möchten. und ja, das ist eine tatsache, mit der ich mich mangels routine bei schluss-sets noch nicht arrangiert habe. damit zu…
2. es lief wegen punkt 1 eher auf ein improvisieren mit vorhandenem material hinaus. aber kaum hatte ich mich nach dem doch recht zufriedenstellenden ersten drittel im laufe der zweiten stunde aus der komfortzone herausgewagt, war die lobby zwischendrin leer und ich damit in der verzweifelten lage, das ganze irgendwie retten zu wollen, ohne auf dem schirm zu haben, dass der gesamtverlauf die bedingungen für jede*n hinter den decks erschwert hat. es überwog zu dem zeitpunkt also leider der gedanke, es vermasselt zu haben und die letzten anderthalb stunden noch irgendwie anständig über die bühne kriegen zu wollen. zwar hat sich das vertrauen in die eigenen fähigkeiten am ende wieder ausgezahlt, aber bis ich an dem punkt war, kam erstmal #3 dazwischen.
3. jeder abend ist unberechenbar, und das gilt für die staub erst recht. klar konnte ich mich auf chicago-sachen verlassen, aber dass eine nummer wie „love inna basement“ von dj bogdan dazu beiträgt, den floor zu füllen und recht trockene electro-tracks danach die leute nicht verschrecken, hat mich positiv überrascht und schlussendlich auch mit dem setverlauf versöhnt. es kam auch zupass, dass das zelt geschlossen hatte und das publikum nochmal auf der lobby vorbeischaute. zu der zeit war das musikalisch wohl einladend genug, dass auch viele blieben. es gab auch ausgiebigen applaus am ende, den ich schon vor ort sowas wie zufrieden annehmen konnte, nach der qualitätskontrolle beim set aber auch sogar gerechtfertigt fand. findet sich daher hier zum nachhören, und ich glaube, dass meine stimmungskurve ganz gut nachzuvollziehen ist. nichtsdestotrotz ist es eine bearbeitete version. manche tracks wurden geloopt oder der einsatz verschoben, damit es besser passt. ein track war im mix so weit hinten, dass er nicht weiter auffiel und ist daher raus.

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