[berlin / 07.02.2026] philharmonie berlin: strom – festival für elektronische musik

findet nach drei jahren endlich mal wieder statt. auch wieder freitag und samstag, wobei das samstagsangebot so weit herausstach, dass er als einziger besuchstag reicht.

20:00 – 21:00 polygonia (live) foyer
21:15 – 22:00 cinna peyghamy & azu tiwaline (live) saal
22:00 – 23:45 dj marfox foyer
00:00 – 01:00 alva noto (live a/v) saal
01:00 – 03:00 ben klock & fadi mohem foyer

installation: nevin aladağ – jamming

[berlin / 31.01.2026] berghain: klubnacht

roseen werkelt seit jahren bereits im hintergrund und kann jetzt endlich sein debüt begehen. das wird für mich der grund sein, mich sonntag rechtzeitig auf den weg zu machen. bis mary yuzovskaya sollte das musikalisch im berghain mehr als ordentlich werden.

klubnacht

berghain

00:00 isabel soto
04:30 adlas
08:30 roseen
12:30 decka
16:30 mary yuzovskaya
20:30 françois x
00:30 boris

panorama bar

00:00 huerta
04:00 franziska berns
08:00 julie marghilano
12:00 yamour
16:00 monkey timers
20:00 yamarchy
00:00 massimiliano pagliara

nachbetrachtung

rein: 8:20 uhr
raus: 22:00 uhr

an solche sonntage könnte ich mich echt (wieder) gewöhnen, auch wenn mir klar sein sollte, dass das der letzte im ohnehin eher besucher*innenschwachen januar war. mein im vergleich zu sonst etwas früheres erscheinen wurde durch einen idealen füllgrad und hervorragende (roseen, yamour, mary yuzovskaya) bis wenigstens gute (decka, monkey timers, yamarchy) sets belohnt.
höhepunkt der schlange war tatsächlich bei meinem eintreffen: hälfte des weges. zwei stunden später komplett abgebaut, im weiteren verlauf schlimmstenfalls innerhalb der gitter. die entspannte situation vor der tür entsprach auch der im club. mir kam das publikum im schnitt etwas jünger als üblich vor. sonst färbte die slit aus dem lab positiv ab, und gefühlt waren wieder mehr schwule am start. die stimmung wie schon zu neujahr von umsicht und noch mehr vom feierwillen geprägt – da werden die nächsten monate zeigen, ob sich die richtung verstetigt. zu wünschen wäre es.

roseen hätte kein besseres debüt abliefern können. er hatte den der für mich heikelsten slots abbekommen, wo sich das publikum austauscht. djs müssen dort den sensiblen punkt ausfindig machen, für die neuen und die noch anwesenden gleichermaßen nicht zu fordernd und zugleich nicht zu zaghaft zu spielen. und den hat er genau erwischt – meistens minimaler, gerne auch dubbig, in richtung detroit blinken, gezielt höhepunkte setzend und sie wieder behutsam abbauen. ein set in wellenbewegungen, so wie es unabhängig von der uhrzeit stets sein sollte. hat sich damit nachdrücklich für weitere gastspiele an ort und stelle empfohlen.
decka danach sehr sicher mit vinyl und dem perkussiven techno, wie er seit ein, zwei jahren wieder in mode ist. war mir nach roseen eine spur zu fordernd, nahm sich zeitweise jedoch zurück und gefiel mir in den augenblicken besser. das publikum ging jedoch mit, insofern ist das reine geschmackssache.
so blieb mehr zeit für yamour, die oben einen richtig, richtig guten job machte und diverse spielarten von house durchdeklinierte, wobei sie bei mir (erwartenderweise) mit acid house am meisten punkten konnte und stellenweise in technoiden gefilden unterwegs war.
die monkey timers waren zwar vielseitig (u.a. mit new wave), hatten gegenüber mary yuzovskaya für mich aber eindeutig das nachsehen, die den vergleich mit aurora halal und jane fitz letztens nicht zu scheuen braucht. ein famoser trip in dunkle, trippige abgründe, wo ich erst dachte, dass das dramaturgisch besser gepasst hätte, wenn ihr slot mit dem von decka getauscht worden wäre. aber so kamen noch mehr leute in den genuss. bei den qualitäten nur verständlich, dass sie mittlerweile regelmäßiger vor ort spielt – ich hab sie jetzt als eine derjenigen auf dem zettel, wegen denen ich gezielt hingehen würde.

yamarchy oben mit techhouse, françois x mit dem tooligen techno, der sonntagabend gesetzt ist – beides solide unterhaltung. aber nach den tollen sets zuvor und dem bereits ab 18 uhr klassischen füllgrad sowie damit einhergehender reizüberflutung war es für mich besser, anderen den spaß zu überlassen.

notierte tracks

roseen

johannes heil – die eigene achse (heiko laux remix)
robert hood – and then we planned our escape
cari lekebusch – whack a mole
heiko laux – uturn 08 / 04
the advent – it one jah (surgeon remix)
dimi angelis – flirting with the machines
dimi angelis – warp drive (direkt danach)
philip bader – 61
eric fetcher – mutantes
reeko – massive garage meetings
quince – space pilot 3000
heiko laux – tunneling
g-man – continue

yamour

kamasutra – kamasutra express (train version)
deetron presents soulmate – tribe one (vocal edit)
rejuvination – life is…
basic realities – desert valley (gherkin jerks tribute mix 2)
space bunny – space bunny
sluts’n’strings & 909 – summerbreeze

decka

adlas – more or less (plus mix)
decka – evolution

mary yuzovskaya

stephanie sykes & dyad – what remains
vertical spectrum – baln006

yamarchy

michael mayer – cry me a raver

[berlin / 24./25.01.2026] about blank: blank winter holidays

die staub fand im januar nicht statt, aber wenn die lieblingsautonomendiskothek sich mal selbst feiert, sollte der weg schon drin sein. bin sonntag tagsüber definitiv am start, evtl. auch bereits samstag.

blank winter holidays

zelt

samstag, 24.01.2026
15:00 jovana reisinger liest: pleasure
16:15 sven weisemann
20:30 rex the dog live
22:00 pause
23:00 dj flush & riots in paradise
sonntag, 25.01.2026
06:00 pause
08:00 jessamine
11:00 hypnorex
14:00 sven dohse
16:30 karete bu
19:00 barbara hofmann b2b denis stockhausen
22:00 abhängen und labern

lobby

samstag, 24.01.2026
21:00 lena brumby
sonntag, 25.01.2026
00:30 skala
02:30 cecilia tosh b2b kat davids
05:30 eva

mdf

samstag, 24.01.2026
22:00 soraya
sonntag, 25.01.2026
01:00 irakli
04:00 shaleen
06:30 fr. jpla
09:00 pause
15:00 v:sonntag
18:00 recondite live

garten

samstag, 24.01.2026, 16:00-21:00
aerotrim space simulator
pangalaktische donnergurgler
glühwein & tee
gulaschkanone (vegan)

nachbetrachtung

das blank hat mehr oder minder meinen wochenendablauf strukturiert und ich meine künstler*innenbetreuungsfähigkeiten ausgeweitet. weniger verklausuliert: ich habe rex the dog am samstagnachmittag vom flughafen abgeholt. dabei instinktiv die richtige entscheidung getroffen, den vw polo von miles gleich für sechs stunden zu mieten (wobei die 50 inklusiv-kilometer nicht ausgereicht haben). und gelernt, dass mensch in nähe des ikea auf der waltersdorfer allee in parkhäfen warten kann. die ausschilderung richtung terminal 1 & 2 lässt dort etwas zu wünschen übrig, so dass ich eine ehrenrunde später hinterherfahrenderweise gelernt habe, dass mensch einfach stur bis zum ende der hugo-eckener-allee fahren muss, um wieder auf den melli-beese-ring zu kommen, der vor die ankunftsebene führt. weiß ich alles für’s nächste mal – ich würd’s wieder tun. sogar die route, die über die seit eröffnung des a100-abschnitts notorisch tagsüber verstopfte elsenstraße/-brücke richtung club führte, war für den zeitpunkt die schnellste.

aber ich schweife ab. zwei mal war ich da. samstag von 16:00 bis 22:45 uhr, sonntag von 16:30 bis 22:00 uhr. und kann mich nur wiederholen: das about blank zeigt sich bei solchen hauseigenen wochenend-partys von seiner besten seite und das publikum nimmt es dankend an.
so war das zelt bereits um 18 uhr am samstag sehr gut auf betriebstemperatur, wo sven weisemann die erste halbe stunde sehr schön mit ambient bestritten und sich dann gemütlich zu house vorgearbeitet hatte. in den letzten anderthalb stunden hittig, aber damit der party dienlich.
der füllgrad im zelt hätte es schon zugelassen, dass lena brumby schon um 20 uhr in der lobby hätte anfangen können, so wurde das audiosignal vom zelt dorthin geleitet, wo rex the dog seinen durchaus mit pop-appeal angereicherten melodischen techhouse spielte und damit auch goldrichtig lag. „change this pain for ecstasy“ und sein remix für robyns „dancing on my own“ zum schluss.
lena brumby zum ersten mal gehört, hat mit deepem, aber zugleich forderndem house richtig guten eindruck bei mir hinterlassen. hunger sowie füllgrad und die aussicht auf den sonntag hatten bei mir jedoch längst mentales oberwasser, also bin ich los.

der sonntag war das erwartete treffen des harten kerns. v:sonntag hypnotisch-dubbig auf dem mdf, karete bu mit zackigem house im zelt. da hat es sich (blank-typisch) ergeben, dass ich mich verquatscht habe. es wurde jedoch indirekt klar, wann recondite gestartet ist, da es ab dann im zelt ca. halbvoll war. seine letzten zehn minuten habe ich mitbekommen, und das im durchgang zur mdf-bar, weil’s mir selbst im mdf-seitenschiff zu viel durchgangsverkehr gewesen wäre. schöne, dauerpräsente basslines jedenfalls und ein guter schlusspunkt.
barbara und denis hatten im anschluss keine mühe, das publikum im zelt zu halten – auch hier zwischen hits und episch, was für den abschluss komplett in ordnung ging.

notierte tracks

sven weisemann

aaron carl – down
cassius – feeling for you (direkt danach)
der zyklus – elektronisches zeitecho
moderat – bad kingdom (marcel dettmann remix)
shut up and dance – raving i’m raving
dave clarke – wisdom to the wise
deichkind – bon voyage (feat. nina mc) (direkt danach)
dune – hardcore vibes (als schlusstrack direkt danach)

karete bu

frankie knuckles – baby wants to ride
blaze – lovelee dae (zum schluss)

barbara hofmann b2b denis stockhausen

max mars – morgen war gestern (s.o.n.s. remix)*
dj ibon – svever
der dritte raum – hale bopp
blumfeld – tausend tränen tief (loverboy mix)
mj lan – generate bodies
wb – somewhere over the slippybergün
malaria! vs. chicks on speed – kaltes klares wasser (zum schluss)

*: durch amtshilfe von außerhalb identifiziert.

[berlin / 01.01.2026] berghain: silvester klubnacht – nachbetrachtung (plus vorprogramm im mahalla)

silvester klubnacht

berghain

1. januar 2026
01:00 juri heidemann
06:00 red rooms
09:00 temudo
12:00 jelena
15:00 phara
18:00 beste hira
21:00 kwartz
2. januar 2026
00:00 philippa pacho
03:00 lolsnake
06:00 oph

panorama bar

1. januar 2026
01:00 bennet
05:00 yen sung
08:00 vera
11:00 tom peters
14:00 fabian garrido
17:00 lea occhi
20:00 john talabot
2. januar 2026
00:00 ogazón
04:00 andré galluzzi

lab.oratory

1. januar 2026
06:00 bell towers
10:00 dj subaru
13:00 budino
16:00 curses
19:00 the hacker
22:00 broccoli b2b kidcat
2. januar 2026
01:00 sound metaphors djs

nachbetrachtung

vorwort

ich hatte mich noch am 31. dezember nicht final entschieden, wohin ich gehen wollte. meine tendenz war: zu 60% ins berghain, zu 37% ins mahalla, zu 3% ins about blank. die reddit-beiträge am 1. januar mittags zur schlangensituation beim berghain kehrten die reihenfolge um. lag zu wesentlichen anteilen auch daran, dass die staub beim von den bachstelzen im mahalla auf die beine gestellten silvester-alternativprogramm einen floor bespielen durfte (von 3 uhr nachts bis 18 uhr) und es damit für mich niedrigschwelliger war. im klartext: ich hatte halbpreisliste. den rest des verlaufs hielt ich mir offen.

im mahalla

rein: 14:45 uhr
raus: 20:00 uhr

keine schlange vor der tür, kasse ging auch zügig, drinnen bewahrheitete sich das, was in der restrealitaet zu lesen war: der große teil der floors ließ sich schwierig bis gar nicht beheizen. aber der reihe nach…

das mahalla habe ich bislang nur im letzten jahr bei der abyss erlebt und mich darüber gefreut, dass es solche orte in berlin überhaupt noch gibt. für die bachstelzen war es die erste party seit gut zehn jahren. und obwohl ich mich bei ihnen zu den neutraleren beobachtern zähle, der ihren floor auf der fusion bestenfalls sporadisch besucht und die kalten temperaturen im mahalla sicher angekreidet werden sollten bzw. einige vom kommen bzw. bleiben abgehalten haben dürften: mein respekt für das, was sie dort auf die beine gestellt haben, überwiegt bei weitem. ich hoffe sehr, dass sie nicht zu sehr draufzahlen müssen oder es sich idealerweise gerechnet hat.
fakt ist: die floors, auf denen keine kälte herrschte, waren diejenigen, die auch normalerweise im betrieb sind: im pressure island, wo die staub gastierte (und auch die abyss stattfand, wodurch ich die dort verbaute turbosound hören konnte – und die reichte mehr als dicke aus), und im black ballroom, was mit seinen led-lampeninstallationen und mannigfaltigen sitzgelegenheiten eine der eindrucksvollsten chill-out-flächen war, die ich bislang sehen durfte.

in der riesigen, normalerweise leeren halle eine kleine sauna in der mitte, catering sowie bar bei den toiletten, leere fläche wurde mit riesiger deko gefüllt. fast der gesamte keller war zugänglich und der machine-floor im pausenmodus.
das studio war bei dorian paic wegen der kälte bestenfalls viertelvoll und ich habe dort das gemacht, was ich sonst auf vollen tanzflächen nicht toll finde: geplaudert.

im pressure island fühlte ich mich während anja zaube sowie caleb esc in meine anfangszeiten im tresor zurückversetzt: viel nebel, so wenig licht wie möglich, aber kein strobo. anja wie üblich etwas dystopisch mit recondite als lichtblick, caleb esc ist und bleibt richtig gut, wenn er beherzt brettert.

auf dem plaza sitzend verquatscht, die temperaturen dort selbst in jacke zunehmend niedriger werdend, dann gegen 19:45 uhr bei einem gang in den black ballroom auf reddit lesend, dass vor dem berghain momentan keine schlange ist, dies meine begleitung wissen lassend – 20 minuten später saßen wir in einem miles-auto.

zwischenschritt: lebenstipps zur elektromobilität beim carsharing

wenn ihr bei miles einen vw id.3 mietet, diesen mit weniger als 15% batteriestand abstellt und die miete beenden wollt: das wird nicht funktionieren. glücklicherweise gibt es auf der straße der pariser kommune eine ladestation. der anschluss sowie das aktivieren der ladesäule funktionierte auch, jedenfalls zeigte sie an, dass der wagen geladen wird. nur ließ sich die miete immer noch nicht beenden.

nach gefühlt einem dutzend versuchen, die app zu schließen, erneut zu öffnen, das mit der beendigung der miete (vergeblich) erneut zu versuchen und einem anruf bei der miles-hotline bin ich schlauer: fahrzeugtür öffnen und wieder schließen. dann merkt der id.3, dass er lädt. vielen dank an vw für kalte finger im eisigen abendwind am ostbahnhof und an den miles-mitarbeiter im kund*innenservice, der das ganze in einer minute klären konnte (nach gefühlt zehn minuten wartezeit, aber dafür konnte er nichts).

im berghain

rein: 21:30 uhr
raus: 11:30 uhr

die ganze odyssee hatte dank vw eine dreiviertelstunde gedauert, somit gab es dann doch eine kleine schlange vor dem club, jedoch lediglich innerhalb der gitter. nach vielleicht 20 minuten wartezeit drinnen und mich einfach gefreut, dass ich der neujahrstradition einmal mehr nachgehen konnte.
da ich den akku meines iphone 13 mini noch nicht habe tauschen lassen (zur erinnerung: maximale kapazität bei 73%) und das ganze vorprogramm (mahalla und miles) zu einem akkustand von weniger als 40% geführt hatte, traf ich die entscheidung für den flugmodus und gegen shazam. sicher: in pausen ging ich online, um mir vereinzelte tracks zu notieren oder neujahrsgrüße abzusetzen. in summe hat das ganze für eine der klubnächte mit der geringsten bildschirmzeit seit langem gesorgt und ich war mehr im moment – kann ich nur empfehlen. ich erwähne es deshalb, weil ich entgegen sonstiger gepflogenheiten nicht mit einer ausschweifenden tracklist dienen kann. hatte mich darauf verlegt, einfach nur das im hinterkopf bzw. in den notizen abzulegen, was ich kenne und shazam allerhöchstens im falle akuter musikalischer begeisterung bemühen zu wollen.

gleich vorab: eine musikalische offenbarung war diese silvester klubnacht für mich nicht – bis auf kwartz, der die meute im berghain größtenteils erbarmungslos vor sich herpeitschte und sich damit als einer derjenigen empfohlen hat, wegen denen ich gezielt hingehen würde. natürlich wurde das lab seiner rolle wieder mal gerecht, wobei ich die sound metaphors djs ende november in der panorama bar kohärenter fand. aber: jammern auf hohem niveau und nicht der punkt, den ich machen möchte.
vielmehr ist es die tatsache, dass großkampftage wie dieser auch das beste aus den leuten herauskitzeln können. mensch kann ja viel über den aktuellen status der sonntage im berghain meckern. deren ungebrochene popularität bei sonntagabendlicher überfüllung ist der hauptgrund, weshalb ich meine sonntagsbesuche anno 2025 zurückgeschraubt und auch den 21. geburtstag ausgelassen habe. meine erwartungen an silvester / neujahr waren entsprechend niedrig – oder richtig kalibriert, je nachdem. im zweifelsfall bietet das lab trotz kleiner, stets überfüllter tanzfläche stets etwas entspannung. zudem fand die revolting anno 2025 nur einmal statt, insofern gab’s für mich was nachzuholen.
in den 14 stunden meiner anwesenheit habe ich mich (und andere) mehrfach gefragt, ob irgendwas in der luft lag oder die tür es irgendwie geschafft hat, eine mischung an umsichtigen leuten zustande zu bekommen. laut reddit schien die erste hälfte der party von zahlreichen zaungästen sowie touristen geprägt, insofern war wohl auch glück im spiel. künftig ist wahrscheinlich die strategie geboten, erst zur zweiten hälfte aufzuschlagen.

jedenfalls freut es mich immens, dass der club sich an diesem für mich sehr symbolisch behafteten datum (mein persönliches berghain-jubiläum) von seiner besten seite gezeigt hat. bei richtig schön schnörkellosen harten, stellenweise basslastigen techno von kwartz die treppe nach oben kommen und eine zwar volle tanzfläche zu sehen, auf der allerdings jede*r feierwütig ist, ohne dabei zu viel raum einnehmen zu müssen – das hat mir erneut verdeutlicht, dass es nicht unbedingt vom füllgrad abhängt, ob es gut wird. wenn leute um einen herum versammelt sind, die genauso auf abfahrt und umsicht zugleich geeicht sind wie mensch selbst, ist das nicht nur die halbe miete. an sich gab es zu keiner zeit wirkliche schwierigkeiten, im berghain auf der tanzfläche einen platz zu finden. für mich stand und fiel es mit der musik. philippa pacho machte auch keine gefangenen und bretterte zügig, aber nach 15-20 minuten war mir das irgendwie zu statisch. dem größeren anteil der leute hat’s gefallen, also zeit, mal kurz die panorama bar aufzusuchen und dann doch eher im lab herumzustreunen.

die halle war nur zu einem kleinen teil offen: dem hinteren beim zugang vom berghain aus. der war als zugang zur schlackehalle (und damit zum lab) gedacht. beinhaltet eine fest verbaute treppe mit lift für behinderte – sehr löblich. ansonsten weniger mit aufenthaltsqualität, da nicht beheizt. die schlackehalle allerdings schon. wohlwissend, dass es die produktionskosten explodieren lässt: der elektroakustische salon fehlt mir sehr.
bei lolsnake im berghain ein ähnliches bild wie in den stunden zuvor: eine meute, die auf abfahrt aus ist, eine dj, die liefert. hab sie zum ersten mal gehört, nichts erwartet, melodischen, schnellen techno mit ein paar rave-elementen bekommen und die zeit daher eine etage tiefer im lab verbracht. da brauchten die sound metaphors djs etwas, um über 120 bpm zu kommen, aber am ende war’s die übliche musikalische mischung mit pop-einschlag, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. sie endeten um 10:30 uhr mit „guten morgen sonnenschein“ von nana mouskouri. zählt definitiv zu den momenten, die mich bis ans ende meiner tage begleiten werden. trotz der augenblicke, in denen ich mich sonntags vor ort in den vergangenen jahren über gebühr gestresst gefühlt habe: bei sowas weiß ich, warum der club einen platz in meinem herzen hat. musste herzhaft kurz lachen, als ihre stimme durch die anlage erklang.

ich wünschte, ich könnte mehr über die panorama bar schreiben, aber dort habe ich nur mal interessehalber vorbeigeschaut, ob andré galluzzi oder die sound metaphors djs länger machen dürfen. herr galluzzi hat gewonnen und in der zeit, in der ich ihn hörte, auch ziemlich guten, basslinigen techhouse gespielt. immer noch konsequent mit vinyl und technisch super.
oph unten im berghain ebenfalls mit platten, aber er brauchte manchmal hörbar, bis etwas wirklich synchron lief. ich fand es jedoch gut, dass er nach lolsnake tempo sowie die intensität spürbar herausnahm – klar auf langstrecke vorbereitet und nach dem schluss im lab auch mit der richtigen balance, die leute nicht zu überfordern, ohne gleich deutlich zu machen, dass die party auf der zielgeraden ist. meine kondition hätte das bis 14 uhr wahrscheinlich sogar gepackt (mit besten grüßen an den konsequent schiebenden verlängerten espresso von der säulen-bar), aber musikalisch hat mich sein ebenfalls chordig-melodischer techno leider nicht mehr mitgerissen. angesichts der vielleicht dreiviertelvollen tanzfläche mit immer noch enthusiastischem publikum zwar schade, aber nichtsdestoweniger eindeutig die beste möglichkeit, das neue jahr zu begrüßen. ich habe die entscheidung zur verlagerung der feierlichkeiten keine sekunde bereut.

notierte tracks

bei caleb esc ausschließlich shazam, der rest aus den notizen.

anja zaube

recondite – cleric

caleb esc

lewis fautzi – epidemic of wellness
kashpitzky – erath

kwartz

jeff mills – alarms
gary martin – casa caugat

sound metaphors djs

two tons o‘ fun – i got the feeling
grace jones – i need a man
paul young – sex
pet shop boys – it’s a sin (disco remix)
fleetwood mac – big love
sylvester – medley #2: could it be magic / a song for you (live at the opera house)
nana mouskouri – guten morgen sonnenschein (zum schluss)

r.i.p. por.no

2026 startet mit der todesmeldung von einem derjenigen, die mensch ohne übertreibung als teil des rückgrats im berliner nachtleben bezeichnen kann – und zwar in dem teil, der nicht an der oberfläche zu sehen ist. neben der bekannten autonomendisko am ostkreuz gibt es noch diese andere, die wesentlich seltener geöffnet hat. noch viel seltener war ich dort zu gast. wenn ich ihn dort erlebte, war das zwar musikalisch nicht ganz mein geschmack, aber dem dort herrschenden exzess dienlich. sein wohnzimmer nach seinen regeln.
durch und durch ein idealist, der im vergleich zu den größeren namen der bekannteren clubs dieser stadt vielleicht nicht als erstes in der reihe derjenigen genannt wird, die dem berliner nachtleben ihren stempel aufdrückten. aber einer, der den boden für diejenigen bereitet hat, die abseits bekannter pfade was erleben wollten.
ohne wenn und aber: kategorie „urgestein“, der bleibende erinnerungen hinterlässt. immerhin.

r.i.p.

r.i.p. chris rea

verfasst am 23. dezember 2025, jedoch bereits gestern verstorben und daher zurückdatiert.

natürlich dieser tage mit „driving home for christmas“ auf vielen kanälen zu hören – und unter den weihnachtsstücken aus dem rock/pop-bereich ist das auch eines, dessen ich nicht müde werde.
dennoch: julia, josephine, let’s dance, on the beach, road to hell – erfrischend unprätentiöse hits, die zu seiner erscheinung als person passen. auch wenn er selbst angab, dass der pankreaskrebs ihn anno 2001 zu einer bescheideneren person gemacht hat und er sich fortan nur auf blues spezialisierte (und richtig: etwas weiteres für meine hausaufgabenliste).

er ist nun mit 74 jahren nach kurzer krankheit verstorben.

r.i.p.

[berlin / 20.12.2025] berghain: klubnacht

geburtstag war letzte woche, was zu den gelegenheiten zählt, die ich mittlerweile auslasse. wäre anders gelagert, wenn sie die halle geöffnet hätten. meine hoffnung geht für dieses mal in die richtung, dass manche exil-berliner*innen sich bereits auf dem weg richtung heimat befinden und es etwas überschaubarer wird. jedenfalls wird „nur“ das berghain geöffnet sein, der ablauf kommt meinem sonstigen tagesablauf bzw. gewohnheiten auch noch entgegen.

klubnacht

berghain

00:00 dustin zahn
04:00 beatrice
08:00 measure divide
12:00 sev dah
16:00 mareena
20:00 stojche
00:00 chami b2b olivia mendez

nachbetrachtung

rein: 11:50 uhr
raus: 0:20 uhr

meine hoffnung auf entspanntere verhältnisse hat sich größtenteils erfüllt. den ganzen tag sowie abend über gab es keine schlange vor dem club, drinnen war’s bis zum nachmittag zu drei vierteln gefüllt. also ausreichend platz, ohne sich in die quere zu kommen. gegen abend bot sich das gewohnte bild, ohne dass es zwar wirklich in richtung überfüllung ging, aber zu dem zeitpunkt war mir bereits nicht mehr danach, mich mitten ins getümmel zu stürzen.
vom geburtstag in der woche zuvor waren noch die extra-lichter (led-panels) sowie die an den fenstern auf der rückseite sowie der hauptbar angebrachten muster übrig. insbesondere letztere kokettierten sehr mit dem image des berghain als kirchenähnliche institution für den sonntag.

sev dah hat mich echt positiv überrascht. seine produktionen fand ich bislang solide, jedoch befand sich darunter nichts, das mich zum kauf bewogen hätte. aber den slot, an dem das publikum aus der nacht zu einem teil noch da ist und die neuen vom sonntagmorgen sich schon etwas warmgelaufen haben, hat er richtig gut ausgefüllt. trocken nur dann, wenn es sein musste, dub-chords gehen immer, und ich hab gelernt, dass dustin zahn bessere robert-hood-artige tracks produziert als robert hood selbst seit geraumer zeit.
bei mareena war es voll genug und das publikum aufnahmebereit, so dass sie sich nicht zurückhalten musste. sprich: ordentlich fordernd, konsequent mit vinyl, konsequent gut, hat durch josi devil mit dubstep zwischendrin einen schönen kontrast gesetzt. stojche hat nahtlos anknüpfen können, jedoch habe ich weite teile seines sets verquatscht.

ergo ein weitaus weniger hektischer sonntag als in den letzten jahren üblich. schlug sich direkt in der stimmung wider, die etwas familiäres wie vor 12 bis 16 jahren hatte. war somit für mich die insbesondere nach dem unerwartet vollen november entspannteste klubnacht des jahres. schön, dass das noch geht. noch schöner, wenn dies von dauer wäre.

notierte tracks

sev dah

dustin zahn – lucid dreams
dustin zahn – smoking in silence
sev dah – inat kuca
marcal – angry teleprinter
markus suckut – 10 y
ctrls – crash

mareena

dold – simple workout
adlas – more or less
hurdslenk – rain
cirkle – shamanic
altinbas – tide
cirkle – silent rage
the subjective – tremmer (the advent remix)
storm on earth – signal
ignacio – virton
josi devil – m.e.s. (feat. tsvi)
dj shufflemaster – slip inside you
randomer – stupid things i do (new school mix)
off / grid – still deviant

stojche

robert hood – master builder
dave clarke – way of life
regis – speak to me

r.i.p. rosa von praunheim

ehrlicherweise: sein film über rex gildo ist der einzige, den ich von ihm kenne. objektiv hat er eine menge für die sichtbarkeit und akzeptanz schwulen lebens geleistet. dabei durchaus riskant, wenn mensch sich die outings anderer prominenter durch von praunheim anno 1991 vergegenwärtigt – was sich rückblickend zwar ausgezahlt hat, aber zwischenmenschliche sowie gesellschaftliche schäden hätte anrichten können.

er ist mit 83 jahren verstorben.

r.i.p.

[berlin / 13.12.2025] about blank: staub

und dann gibt’s noch den monatlichen stammtermin.

ablauf

zelt

12:00 i.nez
15:00 insa
17:00 ed davenport
19:30 resom

mdf

15:00 v:sonntag
18:00 caleb esc
21:00 magna pia

nachbetrachtung

rein: 16:30 uhr
raus: 23:30 uhr

und ich kann’s kurzhalten: eine staub im guten musikalischen durchschnitt, menschlich wie immer aus dem bilderbuch. 100-200 gäste mehr hätte ich der ausgabe schon gewünscht, aber als netten nebeneffekt hatte ich selbst in den schlussminuten auf dem mdf unbehelligt genügend platz.
caleb esc dort zwischen trippig und rauh mit subtilerem aufbau als magna pia. dessen erste 20-30 minuten seines sets waren für mich etwas statisch, in der letzten halben stunde fand ich ihn dafür wesentlich besser.

ed davenport im zelt housig/techhousig, mal melodisch, mal basslinig, schön in wellen. resom mit der von ihr gewohnten vielfalt mit schwerpunkt auf house, spielte in wohnzimmerlautstärke nach 22:00 uhr etwas weiter.

notierte tracks

caleb esc

jokasti & nek – sleep spindles
linear phase – mandatory
deas – block

resom

italojohnson – itj05b1 (bambounou remix)
x-press 2 – say what! (london underground mix)
moloko – forever more (francois k & eric kupper vocal mix)*

magna pia

astronomical telegram – amarilla

*: durch hilfe von außerhalb identifiziert. hatte roisín murphy solo vermutet und den songtext missverstanden.