panorama bar
ark
cabanne
zip
sammy dee
12 euro
review
zeigen
acts:
raf: das hamburger gesamtkunstwerk. ähnlich wie steve beckett beim warp-jubiläum: kein mixing, aber tolle platten, nacheinander abgespielt, gab damit auch keinen störenden beatsalat. dubstep à la martyn und co.
bibio: strahlte beim auftritt eine gelassenheit aus, auf die man neidisch werden könnte. instrumentaler hiphop mit melodien, vergleichbar mit prefuse 73, jedoch ohne die cut-up-samples.
n>e>d: nur am rande mitbekommen. gab angesichts des bevorstehenden sets von flying lotus nicht zuviel gas.
flying lotus: geht in seiner musik sichtlich auf, war jedoch kein set, was ausschließlich aus eigenem material besteht. da es jedoch so voll war, dass mir die lust darauf verging, vorne nachzuschauen, was für software er einsetzt, kann ich auch nicht sagen, ob es jetzt traktor oder ableton war. die spannungs- bzw. tempokurve zeigte nach einer halben stunde downbeat-entspannung jedenfalls nach oben, hängengeblieben ist jedoch wenig. wahrscheinlich sind’s die jahrelang antrainierten hörgewohnheiten, so dass das erinnerungsvermögen unter 120 bpm versagt – andere möglichkeit: beginnende senilität.
ark: leider nur den rest mitbekommen. machte einen ziemlich nüchternen eindruck. macbook pro mit ableton, dazu ein pioneer cdj-1000, auf dem er live scratchte. vom neuen album habe ich nichts bemerkt, jedoch „preacher“ von der „caliente“ zum schluss, was im club-kontext sehr gut kommt.
cabanne: technisch präzise, aber zu trocken.
superdefekt: unerwarteter gewinner des abends. sah wohl auch voltek so, der eigentlich die letzte stunde ab 8 uhr machen sollte, ihm jedoch gleich den gesamten rest überließ, was auch goldrichtig so war. da kamen perlen von black dog und model 500 („ocean to ocean“) zum vorschein – ein jammer nur, dass das oben in der panorama bar niemanden interessierte und er für vielleicht zehn leute auf der tanzfläche und ebenso viele an der bar spielte. egal, so hatte ich jedenfalls platz. würde auch an einem ganz normalen samstag sicher eine gute figur abgeben, der herr.
fazit:
eine eigentlich sehr hiphop-geprägte leisure-system-ausgabe, mit einem leicht veränderten publikum als resultat, womit jetzt nicht die checker im anzug oder die basecap-träger mit den viel zu weiten hosen gemeint sind. das mischte sich mit dem sonst vertretenen raver-publikum, die stimmung war der musik entsprechend entspannt, und für diejenigen, die übliche kost erwarteten, wurde es mit fortschreitender stunde immer besser. alternativ konnte man es oben auch ganz gut aushalten, wenn es einem nichts ausmachte, dass cabanne am spannungsbogen kaum irgendwelche parameter änderte.
insgesamt also ein abend zur präsentation dessen, was warp derzeit an alternativen zu bieten hat, und hörenswert ist das allemal.
