auf zum vierteljährlichen pflichttermin (aktueller stand der dinge: 51 von 60 seiten).
berghain: sub:stance
00h00-00h30: paul spymania
00h30-01h30: necta selecta
01h30-03h00: illum sphere
03h00-04h30: hatcha
04h30-06h00: scuba
06h00-07h00: shackleton live
07h00-ende: pete
panorama bar: vidab
00h00-04h00: shed
04h00-05h00: oliver deutschmann live
05h00-08h00: newworldaquarium
08h00-ende: stephan hill / koljah
12 euro
review
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punkt mitternacht, schlange begann bei den gittern und wuchs auch den rest des abends über nicht nennenswert an. vor mir wurden sechs leute (teilweise in getrennten gruppen unterwegs) weggeschickt. ist mal was anderes, alleine in den kassenbereich zu treten, um den bodycheck zu absolvieren.
acts:
paul spymania: bin mit „aftermath“ von tricky begrüßt worden und wiederhole mich bei ihm gerne: auf seine geschmackssicherheit kann man sich verlassen. da wäre mal wieder ein ausgedehnteres warm-up-set fällig.
necta selecta: hätte mit seinem set auch locker auf einen samstag in der panorama bar gepasst, was keineswegs negativ gemeint sein soll. dominante gerade bassdrum, ungefähr vergleichbar mit dem, was von den holländischen protagonisten wie 2562 / a made up sound und martyn in den letzten monaten so kam. lockte einige auf die tanzfläche, technisch sicher, mission erfüllt.
illum sphere: wilder musikalischer parforceritt mit serato. innerhalb einer stunde radiohead (idiotèque), pixies (where is my mind – ja, genau das aus „fight club“), den wu-tang clan und fleetwood mac (dreams) unterzukriegen, ohne dass es zu wirr klingt, ist schon eine leistung. fand’s jedenfalls angenehm anstrengend, bzw. unterhaltsamer als bei slugabed in der ausgabe zuvor, kann aber auch daran liegen, dass es zwischen 2 und 3 noch früh genug für solche experimente ist.
shed: bei ihm wiederholt das leidige problem, wenn berghain und panorama bar zugleich an einem freitag geöffnet sind. bis 2 uhr ist es sehr überschaubar, keiner traut sich so recht, sich tanzenderweise vorzuwagen, aber das hatte er mit seinen von dicken bassdrums geprägten und von detroit beeinflussten tracks bis 4 uhr locker ins gegenteil verkehrt. passte meiner meinung nach sehr gut dorthin.
hatcha: skream habe ich letztes jahr im april ja verpasst, aber nach dem, was ich darüber gehört habe, muss das ungefähr ähnlich gewesen sein. ich will’s mal diplomatisch formulieren: wäre ich 10-12 jahre jünger, hätte man mich bei der geballten ladung an akustischem testosteron zwischen den vier boxentürmen hin und herspringen sehen. nur dummerweise liegen bald 14 jahre cluberfahrung hinter mir, und da bringt’s die sägezahn-wobble-breitseite bei beinahe permanenter überschreitung der 115db-marke auf einem extra georderten djm-800 nicht mehr. seinen für mich besten moment hatte er gegen 3h30, als er die vip-version von malas „eyez“ und danach noch eine nicht ganz so krawallige nummer spielte. kurzum: mein fall war’s nicht.
oliver deutschmann: mit korg electribe und korg-synthesizer sowie ableton live. gute möglichkeit zur überbrückung, dazu ließen sich jedenfalls gut rhythmisch die beine vertreten, dennoch war mir das ergebnis bis 4h30 etwas zu trocken, bzw. mir fehlten die wiedererkennungsmerkmale.
scuba: und da kann man beinahe schon das von den samstagen gewohnte loblied auf die residents anstimmen. schön das publikum abholen und vor allem die funktion one im erträglichen bereich halten. die erste halbe stunde mit neuerem drum&bass (instra:mental und dbridge auf nonplus sowie exit records anno 2009/10 dürften anhaltspunkte genug sein), danach eher melodisch ohne halfstep unterwegs, was aber nach hatcha auch komplett in ordnung ging.
shackleton: mal wieder wahnsinnig gut mit nicht langem spannungsaufbau, aber dennoch genügend ruhepausen nach den abfahrtsmomenten, so dass sein set (auch im techno-bereich wohlgemerkt) ein musterbeispiel abgab. keine übertriebene percussion, stattdessen sehr an techno orientierte beats – klar, dass er mich mit sowas kriegt.
newworldaquarium: leider nur kurz mitbekommen, trockene tracks mit vocals aus detroit und chicago, keine ahnung, ob der rest des sets ähnlich war. notiz für mich: beim nächsten mal längere zeit für ihn einplanen.
koljah / stephan hill: ebenfalls nicht so lange gehört, nur für ca. zehn minuten oben von der galerie aus beobachtet, melodischer techhouse mit druck und ordentlichem tempo. passte.
pete: perfektes set zum ausklang. wer auf halfstep mit anspruch gewartet hatte, bekam ihn hier. war bis zum schluss um kurz nach 9h früh jedenfalls sehr kurzweilig.
fazit:
favoriten des abends waren für mich eindeutig shackleton und pete, scuba und shed jedoch auch nicht von schlechten eltern. für musikalischen wahnwitz ginge der sonderpokal an illum sphere.
aus veranstaltersicht natürlich etwas ärgerlich, dass es bei manch vergangenen ausgaben voller war, aber dazu wird die konkurrenz (bass the world in der maria) ihren teil beigetragen haben. ich fand’s persönlich angenehm, nicht ständig auf fremde ellenbogen achten zu müssen und alleine war man nun beileibe nicht.
vom dramaturgischen verlauf her fand ich die sub:stance nach der januar-ausgabe definitiv um einiges besser, wobei die stammbelegschaft die für mich beste arbeit abgeliefert hat. die nächste ausgabe ist der dritte geburtstag, da kann man schon mal gespannt auf etwaige gäste sein.
