mensch, wie die zeit vergeht… ™
trotz zu erwartender menschenmassen werde ich mir das spektakel anschauen, alleine weil mir luke slater als live-act und blawan als dj noch fehlt und mir grizzlys premiere zum csd entgangen ist. außerdem noch die neugierde, was steffi, levon vincent und ron albrecht unten für eine figur machen und was am hype um motor city drum ensemble so dran ist. plan ist also mal wieder der zwei-schicht-betrieb: sehr früh auftauchen, bis zu umeks anfang bleiben, sonntag nachmittag wiederkommen, lange bleiben.
klubnacht
berghain
00h00-04h00: blawan
04h00-05h30: planetary assault systems live
05h30-08h00: umek
08h00-11h00: gary beck
11h00-15h00: rødhåd
15h00-19h00: steffi
19h00-22h00: levon vincent
22h00-ende: ron albrecht
panorama bar
00h00-04h00: red d (& san soda)
04h00-08h00: paul woodford
08h00-09h00: recondite live
09h00-12h00: san soda (& red d)
12h00-16h00: evan baggs
16h00-19h00: motor city drum ensemble
19h00-22h00: grizzly
22h00-03h00: tama sumo & lakuti
03h00-ende: shonky
eintritt
15 euro
review
etappe 1: 0:30-06:15 (16.12.2012, 6:59)
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angekommen bei einer schlange bis zum häuschen, die eine stunde später jedoch gut abgearbeitet war. ob schneller aussortiert oder durchsucht wurde, kann ich nicht beurteilen. blawan konnte bereits ab 1:30 nach herzenslaune gas geben, das ergebnis war eine mehr als halbvolle tanzfläche, womit er im vergleich zu red d als klarer punktsieger hervorgeht – für meine begriffe auch musikalisch. auch wenn er eher neuere, tooligere tracks gespielt hat, wusste er, diese für schnelles mixing zu nutzen. auch die verschnaufpausen hat er nicht vernachlässigt. schön zackiges tempo auch gleich von beginn an, hat somit die steilvorlage mit dem zu erwartenden schnellen füllgrad bestens genutzt, somit gerne wieder an gleicher stelle.
planetary assault systems / luke slater mit zwei macbook pro, was aufgrund der tatsache interessant ist, dass das eine ihm zwei mal probleme bereitet hat und das andere als backup dienen musste. klang für mich nach latenzproblemen und / oder zu schwacher soundkarte. schwach war das set dadurch jedoch nicht – im gegenteil. eher von der sorte „starke techno-breitseite“, die das publikum auch mit begeisterung entgegennahm.
umeks erste zehn minuten haben mich nach oben getrieben, wo paul woodford eine um einiges bessere figur machte. ersteren kann man locker in die hardwax’sche „big room dj tool techno“-kategorie einsortieren (mir widerstrebt solches schubladendenken sonst ganz gewaltig, aber in dem fall geht’s echt nicht besser), oben hat es sehr schön gegroovt.
ändert alles nichts an dem plan, dass ich mir die nötige portion schlaf für die zweite runde gönnen werde. bin daher gegen 6:15 raus richtung heimat.
etappe 2: 15:00-05:30 (07.01.2013, 0:28)
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ich kam einfach nicht rechtzeitig genug aus dem knick, um noch den rest von rødhåd hören zu können. vorher musste ich mich noch genügend stärken, ohne zu wissen, dass es gleich so lang wird.
steffi hat sich unten für meine begriffe gut geschlagen, dabei einiges aus dem ostgut-ton-katalog verwendet, die „three o three“ durfte auch nicht fehlen, die meute nahm’s dankend an.
oben in der panorama bar ein ähnlicher füllgrad, der auch wie zu erwarten hoch war, aber – soviel sei zum rest des abends gesagt – das empfanden weder andere noch ich als sonderlich störend. irgendwie arrangierte man sich damit und schlängelte sich mit einem lächeln durch die massen – funktionierte. ein lächeln gab’s meistens zurück. motor city drum ensemble wurde den vorschusslorbeeren gerecht, auch wenn es jetzt für mich nicht die offenbarung war wie josh wink an gleicher stelle vor ein paar jahren. das sah bei grizzly schon anders aus. er hat sich durch
blog und rr bereits eine fangemeinde erspielt und fuhr erstmal von gut 125 bpm auf 103 herunter, um von dort aus sein set aufzubauen. mögen einige als egomanie deuten, aber so in der mitte der party (während sich draußen wieder eine schlange bildete) war so ein reset goldrichtig. sahen nicht alle so, wenn ich das gewisse stakkato-pfeifen während den breaks richtig deute. am schluss gab es noch den „eisbären“ von grauzone bei normalem tempo, dazwischen lagen von sexiness geprägte 180 minuten, in denen ich mich oben besser aufgefühlt wähnte als unten, wo levon vincent irgendwann (20 uhr?) standard-kick-hihat-berghain-techno spielte. gegen ende pädagogisch wertvoll („kill bill“ von i.b.m. oder die sähkö 006), aber an dem set scheiden sich im nachhinein die geister und ich maße mir aufgrund der 15 minuten kein urteil an.
gegen tama sumo & lakuti behielt jedoch ron albrecht ganz klar oberwasser. er scheint durch die residency in der gerberei schon erprobt zu sein, was marathon-sets angeht und verband alte wie neue schule so gekonnt ineinander, dass es echt eine wonne war. über den „totmacher“ von dj hell (naja, gut, eigentlich richard bartz) habe ich mich genauso gefreut wie über den dave-clarke-remix zu „road tour“ von robert armani. da mittlerweile die dritte schicht an besuchern angekommen war, wunderte es mich auch irgendwie nicht, dass es um 5 uhr früh noch echt gut gefüllt war. allerdings hatte sich da bereits so etwas wie normalzustand eingestellt, so dass man den ausklang ohne versehentliche bodychecks angehen konnte.
für mich rief montags die werktägliche verpflichtung, ansonsten wäre ich durchaus noch bis zum schluss im berghain geblieben.
fazit: stimmungstechnisch ein sehr runder geburtstag. auch wenn es für das personal die stressgeneralprobe für silvester bedeutete, hatte weder im publikum noch an der bar irgendwelche anzeichen dafür gezeigt. blawan hat mich mehr als positiv überrascht, ron albrecht mir den glauben daran zurückgegeben, dass auch die alte schule funktionieren kann (hatte da nach dem duo kramer/williams vor ein paar monaten meine zweifel), grizzly ging direkt in die hüften und luke slater ist eh eine sichere bank. all die herrschaften haben den abend für mich jedenfalls entscheidend geprägt.