auch killekill wird nicht müde, helden aus vergangenen tagen mit mehr als genügend esprit nach berlin zu holen, auf dass der nachwuchs sich aufgrund der fiesen töne am kopf kratzt (und dann doch bereitwillig mitmacht) und die alte garde grinsend am rande oder auf der tanzfläche steht. sieht ganz danach aus, dass mike dred ein dj-set abliefert, live im berghain war er vor dreieinhalb jahren schon mal exquisit.
start
24 uhr
eintritt
10 euro
review
sämtlichen verdachtsmomenten der befangenheit vorschub leistend kann ich dennoch nicht anders, als diesen abend unter den von killekill gewohnt musikalisch und atmosphärisch wertvollen einzuordnen.
the almost people bestanden draußen ausschließlich aus fist van odor, der eine schön krude mischung aus trockenen bass- und techhouse-tracks mit hang zur extravaganz spielte. frank bean beließ es drinnen bei seinem warm-up-set, stellenweise mit flush zusammen. mike dred machte auch als dj eine gute figur. technisch ok, man merkte jedoch, dass er es eher gewohnt ist, live zu spielen. war bei der auswahl aber auch egal – er zog über die dauer seines sets kontinuierlich die daumenschrauben (will heißen: das tempo) an. die gute alte „rattlesnake“ von woody mcbride lief dann auch konsequenterweise auf normalgeschwindigkeit jenseits der 140. auch sonst gab es einiges an futter für die discogs-wunschliste.
flush zog anschließend die bremse, erlag also nicht der versuchung, noch eins draufsetzen zu wollen. hatte damit das publikum im griff, so wie fist van odor draußen mal mehr und mal weniger leute unterhielt.
eben wie erwähnt: ein abend nach gutem, pädagogisch wertvollem killekill-standard, der trotz hohem tempo von mike dred einige leute mitreißen konnte. auch gut möglich, dass den abenden mittlerweile ein entsprechener ruf vorauseilt, wonach die leute ihre erwartungshaltung entsprechend ändern, aber das kann auch einbildung sein. muss das die nächsten male näher prüfen.
