keine atempause? scheint so, aber da die nächsten wochen im zeichen der erholung stehen, kommen erstmal keine weiteren termine dazwischen.
an diesem ist erstmal die tatsache ungewohnt, dass die reihenfolge offiziell nicht veröffentlicht wurde – also wie zu den anfangszeiten des clubs. aber das war ja noch ganz anders, damals. wenn das dem phänomen abhilfe schaffen soll, dass alle welt nur zum headliner vor der türe und drinnen vor der garderobe steht, unterstütze ich das gerne. außerdem bin ich noch neugierig, wie das mit den aufklebern auf die smartphone-kameras gehandhabt wird.
berghain
00h00 marcel dettmann
04h00 woo york live
05h00 luke slater
08h00 cassegrain live
09h00 ed davenport
13h00 pär grindvik
16h00 regal
19h00 marcel fengler
22h00 nina kraviz
01h00 norman nodge
panorama bar
00h00 matthew styles
04h00 martin buttrich live
06h00 roman flügel
09h00 losoul
12h00 margaret dygas
16h00 tini
19h00 partok
22h00 magda
01h00 nick höppner
eintritt
15 euro
nachbetrachtung
da mich sowohl die acts vor sonnenauf- als auch -untergang interessierten, die dazwischen jedoch weniger, kam das bewährte zwei-schicht-system zum einsatz.
eingestempelt zur ersten schicht: 02:00 uhr, ausgestempelt: 11:30 uhr. die überstunden hielten sich bei der zweiten in grenzen – 21:30-01:30.
der vorab nicht veröffentlichte ablaufplan führte zumindest nachts nicht zu einer kürzeren schlange, aber das wird auch dem touristenansturm zuzuschreiben sein. das mit den aufklebern stimmt jedoch und ist meiner meinung nach auch völlig gerechtfertigt. so können es diejenigen von der tür, die durch den laden streifen und jemanden erwischen, der bei abgelöstem aufkleber filmt oder fotografiert, nicht wie bisher bei einer ermahnung belassen, sondern gleich die entsprechenden kandidaten nach draußen eskortieren. da können andere gerne über kleberrückstände auf ihren sündhaft teuren schlauen telefonen schimpfen, aber erstens können sie sich bei denjenigen bedanken, bei denen die einstige ansage beim durchchecken zum einen ohr rein und zum anderen wieder rausging und zweitens beseitigt ein tupfer nagellackentferner den rückstand ganz gut. wer gerne daheim eine pause einlegen möchte, spart bei der rückkehr sogar noch zeit, wenn die aufkleber einfach auf den kameras bleiben.
klar, schöner wäre es, wenn auf diese maßnahme hätte verzichtet werden können, aber wenn die unbelehrbaren es nicht anders haben wollen…
ansonsten: anhebung des eintrittspreises von 14 auf 15 euro. sollte angesichts der dauer der parties auch noch von preis-leistung her stimmen und ist obendrein leichter zu wechseln.
soviel zum prolog, was blieb hängen?
eine für mich wesentlich bessere erste schicht als die zweite. keine ahnung, ob marcel dettmann tatsächlich etwas härter war als die male zuvor, bei denen ich mir sowas erhofft hatte, oder ob ich das zum warm-up so nicht erwartet hätte. aber das war für die zeit schon mehr als ordentlich treibend. um seinen aufbau muss man sich ohnehin nie sorgen machen – an dem abend hat das gesamtpaket für mich einfach gut gepasst.
woo york aus der ukraine, bassdrum, melodietupfer bzw. chords und delay bzw. reverb obendrauf. das ist die rezeptur, die wie maßgeschneidert zum club passt, aber eben auch recht spannungsarm ist. martin buttrich gefiel mir mit seinen chicago-anleihen oben schon besser.
bei luke slater und roman flügel wurde es schwierig. nicht wegen der fülle oder unangenehmer rempler. beides hielt sich (dicker pluspunkt) die ganze zeit über im rahmen, obwohl die schlange bis 5:00 schon bis zu den taxen reichte. beide machten aber einen so guten job, dass ich von beiden möglichst viel mitbekommen wollte. habe dann herrn slater den vorzug gegeben und oben auf der galerie in der panorama bar herrn flügel zugesehen, der lässig aus der hüfte abwechslungsreiche tracks mal mit vocals, mal trocken, mal mit breakigen anleihen schüttelte und das technisch immer auf den punkt brachte, dass der flow sich automatisch ergab.
bei herrn slater gab es den einen oder anderen technischen patzer, und ich könnte jetzt auch keine einzelnen tracks benennen, an denen ich festmachen könnte, was das set so gut machte. er hatte das spiel mit verschiedenen intensitäten jedoch sehr gut drauf an diesem morgen.
cassegrain waren danach ziemlich trippig. fand ich für eine halbe stunde auch gut, danach hätte ich mir jedoch erhofft, dass sie es etwas fordernder angehen – trat leider nicht ein.
losoul hat mich oben noch positiv überrascht. oberflächlich betrachtet furztrocken, da er doch eher toolige tracks aneinanderreihte. aber auch das mit dem gewissen etwas und vor allem präsenten basslines, so dass ich gerne eine zeitlang zugehört habe. auch das, was ich nebenher von ed davenport mitbekommen habe, war vielversprechender als sonst (ein track von der unlängst wiederveröffentlichten „neptune’s lair“ von drexciya bspw.).
extra für nina kraviz kehrte ich zurück, nahm noch den erneut soliden schluss von marcel fengler mit und hoffte dann bei ihr zwei stunden auf die raketenzündung. für meine begriffe hat die gute es mit ihrer verzögerungstaktik etwas übertrieben. der füllgrad und auch die stimmung hätten es bereits ab 21:00 uhr gut hergegeben, dass sie den club mit mehr oder weniger alten chicago-sachen auseinandernimmt. aber abgesehen von einzelnen akzenten (einer davon die barcode population auf subvert, die ich seit 15 jahren gesucht hatte und wofür ich ihr ewig dankbar sein werde, dass die bildungslücke gestopft ist), nutzte sie den bassbereich kaum dazu, um die meute vor sich herzutreiben. vielleicht war es auch nur eine form von tiefe, die sich mir nicht erschloss. in der letzten stunde machte sie jedoch einiges wieder gut, bspw. mit dem „mental mix“ von mike dearborns „deviant behavior“ und anderen sachen aus windy city.
magda habe ich auch nur kurz mitbekommen, spielte daniel bell („superminimal“), war auch hier positiv überrascht, dass es keine überfüllung gab, sondern es rundherum angenehm war.
was bleibt unter dem strich?
eine tolle erste schicht, die zweite sticht nur durch ninas gute tat bzgl. der amtshilfe bei der track-identifizierung hervor. dafür hatte sich der weg schon irgendwie gelohnt, aber die steilvorlage bzgl. der spielzeit und dem damit erneut einsetzenden besucherandrang hätte sie besser nutzen können.
nichtsdestotrotz: ich ging sehr zufrieden heim, das gilt insbesondere für die erste schicht.