[berlin / 03.06.2016] griessmühle: 8 jahre killekill + esch-floor

vom suicide in die griessmuehle, das finde ich schon mal gut. soweit sich das jetzt schon abzeichnet, finden auch weite teile des krake-festivals dort statt. wird vor ort eruiert, ob sie die neue heimstätte ist.

killekill20160603

killekill-floor
00h00 fist van odor
02h00 bintus live
03h00 jerome hill
05h00 neil landstrumm live
06h00 dj flush b2b hanno hinkelbein

esch-floor (im silo)
22h00 ganymed
01h30 milena kriegs live
02h30 von grall
05h00 n.akin b2b thnts
08h00 sebastian kökow

open air
08h00 alienata
11h00 alienata b2b dj flush b2b hanno hinkelbein b2b sebastian kökow

start
22 uhr

eintritt
13 euro

nachbetrachtung
fazit zuerst: schön war’s. sehr. auch wenn ich mich direkt zu beginn der party (man mag meinen, dass ich aus den anfängerfehlern gelernt habe) in kaugummi gesetzt habe.

ab 8 tatsächlich drei floors parallel und richtig gut besucht war es für einen freitag – in jedem fall mehr als noch vor zwei wochen bei erwan, wobei das wetter dort auch erst noch in die gänge kommen musste.
meine favoritin: alienata. chicago, detroit („the dance“ von derrick may), wave, electro, house – alles schön ineinander verwoben, damit für draußen nicht zu seicht, sondern eher fordernd. wurde ab 11 von fist van odor flankiert, der für die etwas abgedrehtere note sorgte. sebastian kökow bretterte sogar noch im silo, als ich um 13 uhr ging. u.a. mit dem ur-remix von maurizios „ploy“ oder monolith auf sonic groove. hatte in den ersten zwei stunden schon einen merklichen ebm-einschlag. neil ravig, nicht so trocken wie im tresor (wo ich ihn jedoch besser fand), dj flush und hanno ergänzen sich als team super, auch wenn ich den übergang von flush von der „storm“ von dave clarke zu einer echt melodischen vocal-nummer die mit techno nicht so viel zu tun hatte, schon etwas seltsam fand. egal, dafür passte beim rest einiges, ging auch schließlich bis kurz nach 12.

fühlte sich richtig gut und hörte sich für mich auch besser an als im suicide. alleine die möglichkeit im sommer mit drei floors mit einem größeren außenbereich, den man sogar bei regen bespielen kann, weil die tanzfläche überdacht ist – das noch garniert durch einen club, der beim line-up freie hand lässt: für mich passt das.
womit ich beim thema wäre, das ich jedoch nicht allzu konkret behandeln werde: griessmühle anstatt suicide? bleibt das jetzt so? dazu gibt es eine kurze antwort: ja. wer möchte, kann (bzw. sollte) nochmal meine nachbetrachtung zum sechsjährigen killekill-jubiläum gegenlesen. kurz rekapituliert: inhaltlicher tiefgang wurde damals der wirtschaftlichkeit des suicide geopfert, was flush in die lage versetzte, kompromisse beim freitags-booking eingehen zu müssen. geändert hat sich seit kurzem, dass der suicide jetzt konsequent auf techno machen möchte. fremdveranstaltungen wie samstags, der eher techhousig klang und somit publikum anzog, sind raus, und das muss sich bei der harten konkurrenz bemerkbar machen. das blieb an flush, der mit der experimentielleren killekill-reihe eh schon einen schwierigeren stand hatte, hängen und nun muss er sich als konsequenz um erfolg oder misserfolg des suicide-bookings zumindest keine unmittelbaren sorgen mehr machen. von daher steht der achte killekill-geburtstag ein bisschen im zeichen des neuanfangs: die labels werden aufgeteilt, und es gibt neben der griessmühle noch (was mich wenigstens genauso freut) das about blank, das mit flush zusammenarbeiten möchte.
aus sicht eines bookers, dessen monatliches gehalt sicher war, ist das natürlich erstmal ein tiefschlag, aber killekill mittlerweile breit genug aufgestellt, dass das erstmal passen sollte. ich habe jedoch auf lange sicht das gefühl, dass es das beste ist, was flush passieren konnte, dem durch booking-vorgaben sowie die arbeit an scr dark series die hände sowie eine menge arbeitszeit gebunden waren. es muss viel mühe gekostet haben, killekill als booking-agentur und label parallel so auszubauen, wie es den eigenen vorstellungen entspricht. zumindest hat er jetzt zwei clubs in petto, die weniger kompromisse erfordern. es könnte also eine art befreiung sein, was sich jedoch erst im laufe der zeit herausstellen wird.

interessante zeiten für killekill also, die darauf neugierig machen, wie das zum neunjährigen aussieht. der suicide ist mir damit als club jedenfalls endgültig egal. das schließt zwar nicht aus, dass ich da irgendwann mal wieder als besucher auftauchen werde, aber neben den üblichen verdächtigen (berghain, blank, griessmühle, tresor) ist er für mich nun noch ein bisschen mehr unter ferner liefen. er wird’s verkraften.

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