[berlin / 07.02.2015] ohm: abyssal <3 alphacut records

zweiter streich. da werden die bereits im about blank geknüpften bände fortgeführt. und da vorsätze an sich dazu gedacht sind, sie einzuhalten, besuche ich eben das ohm gerne wieder.

alphabyssal20150207

eintritt
6 euro

nachbetrachtung

eher eine live-berichterstattung kurz vor 5, um zwei fliegen mit einer klappe zu erledigen.

einziges haar in der suppe waren für mich die gruppen, die sich zu beginn des abends gegenseitig auf der tanzfläche ablichten mussten und dabei nicht auf die blitz-led verzichten wollten. das war ab 2 aber auch erledigt.

ansonsten üblich hohes niveau und spektrum. großes plus: die gemappten projektionen über und hinter dem dj von flimmerkiste. bei den sets ebenfalls keine schwachpunkte: ddm und whø zwischen dubtechno („oktember“ von gas zur begrüßung – das lasse ich mir gern gefallen) und neuer uk-schule, ill-k zunächst sehr reduziert, aber mit einer stetig nach oben zeigenden spannungskurve, die mit jungle ihr ende fand. lxc mit dubbig angehauchtem drum&bass und später auch härter sowie experimentieller.

von den publikumsreaktionen und vom aufkommen her war’s vergleichbar mit dem letzten mal im oktober. die leute gehen bereitwillig bei jedem stilwechsel mit, was für club, abyssal als organisatoren, djs und definitiv nicht zuletzt für die allgemeine offenheit spricht.
war also mal wieder schön hier, nun (5:07) geht’s aber weiter in richtung revaler straße.

[berlin / 07.02.2015] urban spree: bodies

an sich hatte ich mir das partyhopping ja abgewöhnt, aber das wird eine der beiden veranstaltungen sein, die für mich an diesem samstag so interessant sind, dass wieder kompromisse notwendig sind, wann bei der einen der absprung geschafft werden muss, um von der anderen noch das wichtigste mitzubekommen.

„bodies“ ist ein projekt mit killekill-beteiligung, wofür man vom suicide aus nur ein paar schritte nach links gehen muss. wie beim krake-festival im letzten jahr schon angedeutet, stehen aufführungen zum motto der party im vordergrund, techno gibt’s auch noch im erdgeschoss dazu, ambient / drone im keller – und das mit anonymem line-up, das scheint in mode zu kommen.

bodies20150207

eintritt
von 23 bis 24 uhr: 5 euro
ab 24 uhr: 10 euro

ablauf
mainfloor
0h00 daito
02h00 5xl live
03h00 caleb esc
05h00 recursion live
06h00 balas
keller
23h00 joana
01h00 alex pi & anfs
03h00 alienata

nachbetrachtung

eigentlich wollte ich das mit mehreren parties an einem abend sein lassen, gibt ja doch das stetig schlechte gewissen, am jeweiligen ort etwas zu verpassen, an dem ich mich gerade nicht befinde. aber da es im ohm tatsächlich dem ende zuging, kam die „bodies“ als runde zum auslaufen gerade recht.
etwas frisch war es, da die tür nach draußen an der rückseite des mainfloors etwas lange geöffnet blieb.

die performances habe ich allesamt verpasst. alienata spielte gemeinsam mit alex pi und anfs unten langsame ebm- und industrial-sachen, bei denen ich jetzt nichts benennen kann. war erstaunt, dass der djm-500 als mixer dort tatsächlich noch funktionierte, aber der subwoofer hatte seine besten zeiten definitiv hinter sich.
recursion waren mir zu melodiös, hatte aber auch stellenweise ein bisschen was von spiral tribe. war aufgrund von kontaktpflege aber auch nur mit halbem ohr dabei. balas spielte tooltechno schwedischer prägung von ende der 1990er jenseits der 135 bpm, was erstaunlich gut klappte. in der letzten stunde bis zum ende um kurz nach 9 uhr gesellte sich noch dj flush dazu, der eigentlich alle tracks bzw. varianten der „southside“ von dave clarke spielte.

auch wenn mir die installationen und die aufmachung der urban spree insgesamt eher zusagen als der direkte nachbar (suicide): man merkt, dass es eher ein ort für konzerte ist. die bühne steht sehr hoch, fast alles an lichtern ist darauf ausgerichtet und bei der alten jbl-anlage verabschiedete sich hin und wieder der rechte hoch- und mitteltöner. aber meinem eindruck nach erlaubt der laden mehr experimente, was das organisatorische gerade im vergleich zum suicide wohl etwas angenehmer macht.

nächstes mal sehe ich zu, noch die performances mitzunehmen, damit bei der nachbetrachtung kein wesentlicher bestandteil fehlt. aber auch ohne die aufführungen war ich zufrieden mit der entscheidung, nach dem ohm noch den abstecher gemacht zu haben.

[berlin / 28.01.2015] berghain: ctm festival | xeno 2

da wollte ich nur die meldung über den zweiten berghain-besuch in diesem monat absetzen, und schon verrät ein blick auf mein wordpress-dashboard, dass dies der 1000. beitrag hier wird. manche lassen sich dafür wohl etwas besonderes einfallen, andererseits finde ich den anlass schon würdig genug, dass alec empire sein album präsentiert, das ich wie einen goldschatz hüte.
zur vorbereitung kann sich der geneigte leser das sehr lohnenswerte interview mit ihm im tagesspiegel durchlesen: klick.

nachtrag, 28.01.2015: die taz hat ihn nun auch interviewt, und das ist nicht minder lesenswert: klick.

ctm festival | xeno 2
alec empire & zan lyons live
lawrence english live
klara lewis live

start
21 uhr

eintritt
22 euro

r.i.p. edgar froese

tangerine dream – auch so eine gruppe, der man einen säulenheiligen-status einräumt. edgar froese der kopf dahinter, aber weiß ich sonst viel über ihn oder sie? nein, sträflicherweise nicht. im gegensatz zum späteren kraftwerk-katalog von mitte der 1970er bis mitte der 1980er kenne ich keine tangerine-platte auswendig. gehört habe ich ein paar davon mal, aber ich muss zugeben, dass wenig davon im gedächtnis geblieben ist.
edgar froese ist bereits am vergangenen dienstag, den 20. januar 2015 an den folgen einer lungenembolie in wien gestorben. scheint ja ein verflixtes alter zu sein.

r.i.p.

[berlin / 31.01.2015] about blank: transition(s)

erstes gastspiel dieses jahr, und dann gleich noch im vize-lieblingsclub, wo ich nach der impulse vom letzten jahr doch etwas gutzumachen habe.
mehr details zum ablauf gibt’s, wenn ich sie weiß.

transition(s)
00h00 stype
02h00 laura
04h00 jason lanox
06h00 richard zepezauer
08h00 akmê

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

die vorbereitung fand dieses mal auf eher verschlungenen wegen statt und an deren ende stand ein zwar recht solides, aber dennoch unspektakuläres set, das es nicht zwingend wert ist, für die nachwelt bei den gängigen portalen oder hier hochgeladen werden zu müssen.
da spielten auch mehrere faktoren hinein. abgesehen von kurzbesuchen im hardwax (das ich mittlerweile für die vinyl-exklusiven neuveröffentlichungen besuche) oder einem etwas längeren im record loft im dezember (zur abarbeitung der discogs-wunschliste) fand mein letzter größerer digitaler einkauf tatsächlich vor dem killekill-gig im oktober 2014 statt. dazwischen lag ein längerer urlaub, weihnachten, arbeit und die fehlende motivation zum feierabend, sich durch (empfundene oder tatsächliche) mittelmäßige techno-veröffentlichungen zu wühlen. das gipfelte jedoch in einem ziemlichen großeinkauf bei boomkat gut eine woche vor der transition(s), ohne wirklich zu wissen, was sich davon überhaupt im blank einsetzen ließe, da ich die spielzeiten noch nicht wusste. insofern war die vorbereitung bis zum mittwoch vor der party auch eher auf mdf-verhältnisse ausgelegt.
als ich am donnerstag (dem 29.) bescheid bekam, dass es nur die blank-lobby gibt und ich sie eröffnen darf, hieß das also, wenigstens die hälfte der tracks wieder aussortieren zu müssen und durch neue zu ergänzen. aus zeitgründen blieb auch nur der feierabend am donnerstag sowie teile des samstagnachmittags. das war für den auf tanzbarkeit ausgerichteten teil des sets auch weniger ein problem, wohl aber für den übergang von einem ambient-geprägten intro zu den tracks, die leute auf die tanzfläche locken. dazu wollten mir auf gedeih und verderb keine passenden tracks einfallen, so dass ich für mich die kompromisslösung fand, es nur beim ersten track der „liumin reduced“ von deepchord zu belassen und quasi direkt danach mit 4/4-kick anzufangen. die restlichen 110 minuten waren dann eher kost, bei der ich auf nummer sicher ging, aber auch mit uk-sachen wie hodge / facta auf tempa brüche provozierte, die manche in der letzten halben stunde doch in richtung bar gehen ließen. hits vermied ich, bis auf den schluss mit levon vincents „djsf 2“, wovon es im nachhinein wahrscheinlich etwas mehr hätte geben können. aber ich dachte mir, dass das bei dem noch nicht so üppigen füllgrad und vor laura noch nicht passend gewesen wäre. immerhin: ein paar leute auf der tanzfläche konnte ich ihr hinterlassen.

laura selbst war mit ihrem set sehr unzufrieden, ich empfand’s auch als trocken. jason lanox konnte danach zwar mit vielseitigkeit punkten, machte das aber (zumindest wie ich es auf der couch bei den toiletten so mitbekam) durch exzessive spielereien am lowpass-filter des xone:92 wieder zunichte. das geht zwischendurch mal klar, aber nicht, wenn man den bass nur für vier bis acht takte genießen darf, um dann wieder zwei gefühlte minuten darauf warten zu müssen.
richard zepezauer machte danach jedoch alles richtig – spielte fordernd, fing als anschluss an jason mit techhouse an und arbeitete sich bis zu techno vor, so dass auch wieder die gute alte „drama“ der herren hood und mills lief. denke, dass es auch genau das war, was die leute bereits zwei stunden zuvor hätten hören wollen.

vom füllgrad her blieb es den gesamten abend über bei vielleicht zwei dritteln. wirklicher exzess war damit nicht drin, aber das soll auch nicht abwertend oder gar negativ gemeint sein. da auch das blank bei überfüllung für mich auf dauer nicht wirklich genießbar bleibt, empfand ich den abend insgesamt als angenehm unaufgeregt, da ich ohne weiteres am bevorzugten platz meiner wahl die hüften schwingen oder (an dem abend wichtiger) einen platz in der couchecke bei den toiletten finden konnte.

wenn ich’s auf einen punkt bringen sollte: zur wiedergutmachung meines sets zur impulse letztes jahr passte das, und auch sonst war’s blank-typisch angenehm – unspektakulär zwar, aber angenehm.

[berlin / 16.01.2015] stattbad: grounded theory

die erste grounded theory für dieses jahr und die flyer bleiben schon mal gewohnt gut.

gt20150116

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
war erst gegen 3 da und erst um 3h30 schaffte ich es mal kurz auf den boiler. den bunker hatte milton den ganzen abend über mit der ihm eigenen mischung aus alten acid- und techno-tracks gut im griff.
lockertmatik komplett verpasst, von polar inertia hätte ich im nachhinein schon gerne mehr mitbekommen. da gefielen mir die breakigen passagen sehr gut. ähnliches hatte ich von tessela auch erwartet, da seine r&s-produktionen sehr in diese richtung gehen und dazu noch schön brachial sind. war dann ein techno-set, in dem er eher auf nummer sicher ging, aber die wenigen breakbeat-tracks hatten es in sich (meistens noch unveröffentlicht, wie es sich für die uk-protagonisten eben gehört).
schluss war im bunker gegen 7, joel mull hatte jedoch keine mühe, den boiler bis 12 bei laune zu halten. sicher war’s davon weitestgehend toolig mit einem gewissen tribal-anteil (was angesichts der momentanen white-noise-inflation schon klar geht), aber alleine für „tha“ von aphex twin gegen ende hatte sich das bleiben gelohnt. und sonst sowieso, da man bei der grounded theory schon damit rechnen muss, dass sich die allgemeine fülle erst so gegen 6 uhr bessert. ab da wird’s aber so richtig entspannt.

[berlin / 11.01.2015] about blank: staub

wie immer: das line-up gibt es erst hinterher. bis dahin muss die vorderseite des flyers reichen.

staub20150111

eintritt
5 euro

ablauf
12h00 words
14h30 baby kruger live
15h30 tobias kunth
18h00 renken
21h00 sebastian bayne

nachbetrachtung

die schwelle hatte ich kurz vor 16h00 überschritten, und im gegensatz zu sonst spielte sich das geschehen auf dem mdf ab, den ich seit seinem umbau noch nicht gesehen hatte.
der ist jedoch gelungen und eine rückkehr zu dem stand, als ich das erste mal im about blank war. wo sich die bühne befand, ist jetzt das dj-pult, leicht erhöht, tanzfläche davor, rechts hinter den säulen kann man sich hinsetzen, lichtpult am hinteren ende des floors. die anlage klingt auch um einiges besser, sie haben kleine strobos an vier ecken und die led-reihen farbtechnisch aufgestockt. kurzum: so kann’s jetzt bleiben.

nachdem die staub im dezember laut augenzeugenberichten ganz schön voll war (was daran lag, dass das berghain an dem wochenende geschlossen und nur die panorama bar offen war), machte diese ausgabe einen allgemein entspannteren eindruck. es kam zwar irgendwann abends soweit, dass die tür lieber leute aufgrund des füllgrades wegschickte, aber das zu einem zeitpunkt, an dem es sich drinnen immer noch sehr gut aushalten ließ. ebenfalls ein guter ansatz, wenn auch für manche ärgerlich, die es einfach nicht früher packen konnten.

musikalisch waren tobias kunth und sebastian bayne überaus solide, wobei ersterer für mich so ab 17h00 etwas den faden verlor. sebastian bayne war weite strecken im aktuell etablierten „big room“-fach unterwegs, aber „groove la chord“ höre ich immer noch gerne, vor allem, wenn es zum schluss kommt.
die krone des abends geht für meine begriffe aber ohne zu zögern an renken, der zwar mit techno einstieg, aber auch über weite teile electro und sachen aus dem warp-fach spielte. so gab er „viral“ von ad vanz vs gescom zum besten, was sonst kaum jemand spielt, „freak“ von lfo sowie „illuminated displays“ von arpanet – nimmt man als hits auch gerne mit. mich überraschte dabei zweierlei im positiven sinne: zum einen demonstrierte sein set, dass die staub nicht einzig und alleine auf techno festgelegt ist und zum anderen (fast wichtiger) ging das publikum komplett unvoreingenommen mit. seine spielzeit war jedenfalls die für mich kurzweiligste, hoffentlich bald wieder.

schluss war so kurz nach 0h30, und wieder einmal gab es am gesamtpaket nichts auszusetzen. der februar-termin ist daher fest vorgemerkt.

[berlin / 01.01.2015] berghain: silvester 2014/2015

es gibt gewohnheiten oder rituale, die ich einfach gerne beibehalte. so führt mich der weg auch in diesem jahr am 1. januar relativ ausgeschlafen in die stammlokalität, um die silvesterfeierlichkeiten so richtig zu begehen. den silvesterkater am 1. januar überlasse ich dann anderen, wobei der ablaufplan nahelegt, dass die kondition schon auf eine probe gestellt und das wochenende daher lieber ruhig verlaufen wird.

silvester 2014/2015

berghain
1. januar 2015
01h00 henning baer
04h00 ben klock
08h00 blind observatory
11h00 dvs1
15h00 efdemin
19h00 marcel fengler
23h00 boris
2. januar 2015
03h00 function
07h00 norman nodge
11h00 pete
14h00 anthony parasole
17h30 kobosil
21h30 marcel dettmann
01h30 fiedel

panorama bar
1. januar 2015
01h00 nd_baumecker
05h00 deetron & ripperton
10h00 krystal klear
13h00 virginia
17h00 margaret dygas
20h30 honey dijon
23h30 nick höppner
2. januar 2015
03h30 ryan elliott
07h00 steffi
11h00 tama sumo & lakuti

lab.oratory
1. januar 2015
05h00 juan ramos
08h00 pet shop bears
12h00 massimiliano pagliara
16h00 soundstream
20h00 tama sumo
2. januar 2015
00h00 the black madonna
04h00 jason kendig
08h00 roi perez
12h00 virginia
16h00 discodromo

elektroakustischer salon
1. januar 2015
12h00 innen + außen
15h00 gonsher vs. barker
21h00 clicks & errors live
22h00 nsi. live
2. januar 2015
00h00 answer code request

eintritt
30 euro

nachbetrachtung

klarer fall: war ohne zwei schichten nicht zu machen. die erste wollte ich eh zur langsamen einstimmung nutzen, die zweite hingegen zum gasgeben. ging auf, dieser plan.

erste schicht vom 1. januar nachmittags um 4 bis nachts um halb 3. nachdem efdemin mit „decay“ für mich eines der alben 2014 veröffentlicht hatte, wollte ich ihn mir mal gezielt unten anhören (sonst spielt er bei dial eher oben). hat mich leider nicht so mitgerissen, obwohl es toll war, die berghain-neujahrsfeierlichkeiten mit „pride (it’s time)“ von jay denham beginnen zu können. danach blieb aber leider nichts haften – der berühmte fehlende funke eben.
tatsächlich habe ich mich eine ganz schöne zeitlang in der halle aufgehalten, in die ich mich schon zum zehnjährigen verguckt hatte. seit neujahr ist es liebe: es war nicht mehr so kühl, noch dazu dunkler (einzig das dj-pult war im hintergrund rot beleuchtet) und die visuals an den säulen sowie über die wände mit den fliegenden tauben (wie übrigens auch auf der berghain-fassade) passten einfach nur perfekt. noch dazu konnte man direkt herunter zum essbereich gehen, wo man wie im jahr zuvor auch sandwiches oder burger bekommen konnte. von dort aus eben wieder nach oben in die halle oder unten im lab bleibend. nachdem ich in der halle meinen sitzplatz gefunden hatte, wollte ich dort auch nicht so schnell weg – spätestens als bei gonsher vs. barker burial („shell of light“) lief, aber auch clicks & errors sowie nsi. habe ich in weiten teilen miterlebt, wovon insbesondere letztere auf modularsynthese ohne prägnanten beat setzten und damit einen schönen kontrapunkt zu dem bunten treiben auf den anderen drei floors abgaben.
sonst auffällig: ich war kaum in der panorama bar, im berghain auch nur sporadisch (war bei marcel fengler einfach zu voll und dessen stil auch für mich nicht der ausschlaggebende grund, sich ins getümmel stürzen zu müssen). stattdessen eher unten im lab, ein wenig bei tama sumo, ein wenig bei black madonna. war bei beiden eher schwierig mit dem kontinuierlichen platz zum tanzen, und dauerhaft unter dem dj-pult zu tanzen ist mir auch irgendwann zu wenig.
gegangen bin ich beim set von answer code request in der halle. nicht etwa, weil es schlecht war – im gegenteil: er spielte auch so manchen entspannten drum&bass-track, worin ja mit seine wurzeln liegen (benennen kann ich’s jedoch nicht). aber da ich zu neujahr bereits (wenn auch entspannt von daheim aus) gearbeitet hatte und direkt von der ersten „richtigen“ schicht in richtung wriezener karree aufgebrochen war, wurde die pause einfach notwendig.

zweite schicht: 11 bis 11, tatsächlich 24 stunden, die letzten fünf bis sechs davon aber eher bei der klobar auf der couch dösend, während fiedel im hintergrund ein wirklich schönes set zum schluss spielte.
pete war der grund, wieder aufzuschlagen und das lohnte sich dicke. fing zwar recht housig an („problemz“ von designer music bspw.), aber auch „bring“ von randomer lief. toll war dazu noch der entspanntere füllgrad, endlich mal wieder „lyot“, „sonic destroyer“, tatsächlich auch „the bells“ und dass er sein faible für gebrochene beats auslebte. richtig klasse, für mich das set der party (für beide schichten).
da ich mit anthony parasole nicht so wirklich was anfangen kann, ging’s danach runter ins lab zu virginia, die querbeet durch 1980er-pop (tell it to my heart, it’s my life, touch me), aber auch eurodance spielte („exterminate“ von snap oder „rhythm of the night“ von corona bspw.). steffi derweil unten in der meute bzw. auf der bar und beide losgelöst – war einer dieser momente, in denen mir (zum x-ten mal) klar wurde, warum neujahr neben den klubnächten dort eine feste größe für mich ist: an manchen momenten ist der punkt erreicht, an dem alle so weit drüber sind (bzw. sich mitreißen lassen, wenn nicht drüber), dass auch britney spears (ja, lief tatsächlich: „slave“) oder kelis („milk shake“) alle mitreißt. schön, wenn man dinge auch mal nicht zu ernst nach einem wie auch immer aussehenden reinheitsgebot behandelt. discodromo waren im anschluss aber wieder seriöser und dabei nicht minder gut, gefielen mir mit ihrem acid-lastigen house im vergleich jedenfalls besser als kobosil oben, der für meine ohren in eher mittelmäßiger form war. aber: volles haus, hat anderen also gefallen.
obwohl pete bei dieser party nicht vom thron gestoßen werden kann, gebühren auch marcel dettmann wieder einmal lorbeeren für das set, insbesondere für die a-seite von johannes heils „der tod“ und einige ebm-nummern, die ich zwar gerne gewusst hätte. aber in manchen momenten will ich den tanzfluss von anderen und mir nicht dadurch unterbrechen, dass ich nach vorne gehe, um nachzuschauen. sollte die tracks vielleicht aufnehmen und danach identifizieren (bzw. lassen, wenn shazam das vor ort nicht hinkriegt).
bei fiedel kriege ich im nachhinein neben „dex“ von ihm und erik eigentlich nur den vorletzten („clear and present“ von paperclip people, ausgespielt) track sowie den endgültig letzten als zugabe zusammen („your love“ von frankie knuckles, leider nicht ausgespielt). weite teile war ich – wie erwähnt – schon zu ko, so dass die kombination aus bierkiste für die beine und couch einfach zu verlockend war, als die knochen (und irgendwann auch der kopf) schlapp machten. andererseits wollte ich auch nicht gehen – dafür tat das konstante wummern im hintergrund einfach zu gut und mir war nach langem mal wieder danach, den schluss im berghain mitzukriegen.

ohne frage (wie eigentlich jedes jahr): start nach maß ins neue clubjahr, auch wenn ich kaum in der panorama bar war (auch nicht bei perlon, als freitag abend wieder geöffnet war). höhepunkte: pete und marcel dettmann im berghain, virginia und discodromo im lab sowie die gesamte zeit im elektroakustischen salon. bei fiedel fand ich’s einfach nur schade, dass mir die kondition ausging, weil sich’s da allgemeinhin entspannte. war bei dem vorprogramm aber auch nicht weiter verwunderlich.

[berlin / 27.12.2014] griessmühle: back to basics

der jährliche pflichttermin für diejenigen, die gerne in alten zeiten schwelgen oder versäumtes nachholen bzw. überhaupt einmal erleben möchten. fängt dieses jahr bereits eine stunde früher an, ich werde es erst nach mitternacht schaffen.

backtobasics_2014

nachbetrachtung

eigentlich könnte ich das fazit vom letzten jahr hier reinkopieren, obwohl ich mit kurz vor 1 wesentlich früher da war als 2013.
wesentlichste neuerung im vergleich: das dj-pult steht am linken ende des mainfloors direkt neben der bar und es gab wesentlich mehr weiße strobos und grünen laser, kaum rot.
chill-out mit dem film vom letzten jahr und einer fertig gemixten ambient-cd mit zahlreichen klf-tracks. war auch der ort, an dem es sich bis 5 uhr am besten aushalten ließ, jedenfalls so lange das lagerfeuer brannte. was den allgemeinen füllgrad angeht: es war zwar besser als 2013, aber dies auch nur marginal. ich habe bspw. direkt davon abgesehen, meine sachen an der garderobe abzugeben, weil die schlangen bis zum gang bei den toiletten reichten. apropos: die dortige situation war ab 4 uhr schon nicht mehr so richtig zumutbar – details erspare ich euch.

ergo so wie eingangs erwähnt: vieles glich dem letzten jahr. schweiß von der decke, volle tanzfläche bis 6 uhr, jedoch kein stromausfall, toll eingestellte kirsch audio. dazu die über die jahre liebgewonnenen tracks (über „poing“ von rotterdam terror corps gegen 8 uhr habe ich mich sehr gefreut), aber mal abgesehen von wolle xdp waren die spannungsbögen für mich nicht so recht packend. gerade das hätte dazu beigetragen, mich bis nach 10 uhr bei laune zu halten. aber dies zog sich für mich durch den gesamten abend, so dass ich (mal abgesehen vom füllgrad bis 6 uhr) nicht wirklich in den partymodus finden konnte. stattdessen eben größtenteils plaudern, was an dem abend für mich definitiv die besseren qualitäten hatte.

r.i.p. joe cocker

der zweite musiker innerhalb von zwei tagen, der sicherlich noch einiges mehr an bühnenpräsenz verdient hätte. so werden nicht wenige nachrichten titeln.

keine ahnung, wann und welchem stück von ihm ich als erstes begegnet bin. ist ungefähr so, als ob man gefragt wird, wann man das erste mal „she loves you“ von den beatles oder „satisfaction“ von den stones gehört hat.
es war in jedem fall im laufe der 1980er, in einer zeit, als er sein großes comeback nach abhängigkeit von alkohol und kokain (stellenweise auch heroin) feierte. „unchain my heart“, „you can leave your hat on“ oder „up where we belong“ – eines der stücke hört man eigentlich immer, wenn man einen tag lang einen der radiosender eingeschaltet hat, der die altersgruppe der mittdreißiger bis mittsechziger anpeilt.
es mag mtv gewesen sein, das „when the night comes“ vom „one night of sin“-album anno 1989 im programm hatte (die platte habe ich heute noch). aber wirklich beeindruckt hat mich (wie so viele) die sequenz mit ihm aus dem woodstock-film mit „with a little help from my friends“, das – muss ich als beatles-freund ja gestehen – als coverversion locker das original überflügelte. das finale, als joe cocker zuckend auf der bühne steht, sorgt bei mir heute noch für gänsehaut.

in den 1970ern – eigentlich schon nach woodstock – wurde ihm jedoch schnell klar, dass der ruhm auch seine schattenseiten birgt und der umgang damit führte ihn gesundheitlich an den rand des ruins. umso erfreulicher war es, ihn im laufe der 1990er-jahre und folgende hin und wieder im fernsehen zu sehen, wo er stets gute auftritte ablieferte und sich als mann präsentierte, der sich seiner schwächen bewusst ist, aber stets eine kämpfernatur bewahrt.

den kampf gegen lungenkrebs hat er als eine der prägnantesten stimmen im geschäft jedoch leider zu früh verloren – mit 70.

r.i.p.