[berlin / 18.09.2011] wahlen zum abgeordnetenhaus und zu den bezirksverordnetenversammlungen


(aufgenommen am 3. september 2011 am kottbusser tor bei der mietenstopp-demo.)

unübersehbar: in berlin herrscht wahlkampf und man wird als bürger zum ankreuzen gebeten. dieser demokratischen bürgerpflicht bin ich bereits am 30. august nachgekommen, daher kann ich auch hier nochmal kurz vermitteln, was print, funk und fernsehen bereits tun (und womit ich auch in schöner regelmäßigkeit durcheinanderkomme).

drei wahlzettel, drei kreuze, somit drei stimmen:
1. die erststimme: mit ihr wählt man den wahlkreiskandidaten. derjenige, der die meisten stimmen innerhalb eines wahlkreises auf sich vereinen kann, erhält ein direktmandat und zieht somit in das berliner abgeordnetenhaus ein.
2. die zweitstimme: die sogenannte „hauptstimme“, mit der man über die zusammensetzung des abgeordnetenhauses entscheidet. das ergebnis dessen lässt sich dann abends ab 18 uhr als wahlprognose bzw. hochrechnung bestaunen.
3. die drittstimme: eigentlich keine richtige stimme, sondern die wahl zu den bezirksverordnetenversammlungen, also den parlamenten auf bezirksebene. hier greift das verhältniswahlrecht, im klartext: keine direktkandidaten, sondern listenvorschläge. besonderheiten: wahlrecht für alle eu-bürger und alle berliner ab 16, und im gegensatz zum abgeordnetenhaus müssen die parteien aus verfassungsrechtlichen gründen hier lediglich die 3%-hürde überspringen.

das muss als basisinformation reichen. wo ihr euer kreuz macht, müsst ihr selbst entscheiden – aber macht es.


nachtrag, 19.09.2011, 15:03 uhr

ich war ja noch am donnerstag skeptisch, nachdem eine umfrage die piraten bei neun prozent sah – dies allerdings wegen der auftraggeber: berliner kurier und berliner rundfunk.
nun muss ich mich eines besseren belehrt sehen und damit stehe ich sicher nicht alleine. ja, ich gebe es zu: ich habe aus angst vor der eigenen courage ende august stimmen-splitting betrieben. das allgemeine stimmungsbild verhieß für die piraten da noch knappe fünf prozent für das abgeordnetenhaus, insofern bestand die möglichkeit, bei einem kreuz für die piraten die zweitstimme möglicherweise zu verschenken. bei der bvv machte ich mir keine sorgen um deren einzug, daher sollte sie dort die gelegenheit bekommen, sich im kommunalpolitischen alltag zu bewähren. die erststimme habe ich im nachhinein verschenkt, die ging an felix just, ebenfalls pirat. immerhin: er hat 17,5% erzielt und liegt damit hinter grünen und spd auf platz drei.
die entscheidung für die grünen war bei der zweitstimme eine rein taktische und mit der hoffnung verbunden, dass sie sich in koalitionsverhandlungen in entscheidenden punkten gegen die spd durchsetzen (mietenpolitik, die das attribut „sozial“ auch verdient sowie ein deutliches votum gegen den weiterbau der a100), auch wenn das keine wahl aus persönlicher sympathie für frau künast war.

so muss ich jetzt den piraten und ihren zweitstimmenwählern gratulieren. sicher steht im wahlprogramm viel utopie und der politische alltag wird einige auf den boden der tatsachen zurückholen. dennoch bleibt festzuhalten, dass das gesamte wahlergebnis für berlin meiner meinung nach kaum hätte besser ausfallen können. es zeigt die besonderheit, wie hoch die bereitschaft ist, parteien mit einem alternativen thematischen spektrum mit genügend vorschusslorbeeren auszustatten und somit eine vielfalt im parlament zu ermöglichen, die sich irgendwann durchaus in der bundespolitik wiederfinden könnte (man denke nur an die erfolge der alternativen liste anno 1981).
die fdp muss sich hingegen langsam die existenzfrage gefallen lassen: in f’hain-kreuzberg liegt sie hinter der „partei“ und in reinickendorf bei den wahlen zur bvv sogar noch knapp hinter der npd. da wird das alte schulhofakronym („fdp – fast drei prozent“) prompt wieder aktuell.

hoffentlich werden die nächsten fünf jahre so spannend, wie es das ergebnis vermuten lässt.

die ergebnisse (jeweils nach chart-prinzip, weil’s die unterschiede zwischen bezirken besser verdeutlicht)
zeigen

[berlin / 15.09.2011] trafo: berlin live

der trafo ist die kaum zu übersehende halle des ehemaligen heizkraftwerks hinter / über dem aktuellen tresor. meinen individuellen besucherstreik halte ich beim club zwar aufrecht, aber dieses riesige industrie-monument verdient dann doch besondere beachtung. dieses dient dem zdf als kulisse für ihre „berlin live“-reihe auf zdf.kultur – konzept: drei bands spielen pro abend live, der eintritt ist frei, zutritt erhalten diejenigen, die sich rechtzeitig bei motor.de für das jeweilige datum registrieren. scheinbar war ich schnell genug, daher bin ich auf den kommenden donnerstag gespannt.

berlin live
einstürzende neubauten
wire
caspar brötzmann massaker

start: 21 uhr
moderation: silke super & mark reeder
sendedatum: 3. dezember 2011 um 21 uhr auf zdf.kultur

review
zeigen

[berlin / 03.09.2011] jetzt reicht’s! mietenstopp demonstration

der august war (kaum zu übersehen) der partymonat. dahingegen beginnt der september mit einem demonstrationszug der neuen mieterbewegung und setzt sich mit veranstaltungen zum 30-jährigen jubiläum des west-berliner häuserkampfes fort. über den plan kann man sich schon mal hier informieren, für mich geht’s am voraussichtlich sonnigen und spätsommerlich warmen samstag nach neukölln in richtung kreuzberg. bei einer neuauflage bitte auch friedrichshain bei der route berücksichtigen.
weitere informationen durch klick auf das plakat.

review / kommentar
zeigen

die (neue) mieterbewegung unter der lupe des tagesspiegels

es ist wahlkampf, daher verschaffen sich neben den parteien auch die gruppen gehör, die ihre belange im senat (und auch den jeweiligen bezirksverordnetenversammlungen?) unterrepräsentiert sehen. die regelmäßigen leser haben bereits im mai mitgekriegt, dass ich den aufkeimenden protest gegen den um sich greifenden mietwahnsinn in den innenstadtbezirken mit großem interesse betrachte. zwar war der blick – der fachidiotie sei dank – nur auf kreuzberg beschränkt. aber wie ich der podiumsdiskussion vom freitag im archiv grünes gedächtnis entnehmen konnte, sind in verschiedenen bezirken mieterinitiativen aus gegebenen anlässen sehr aktiv – darunter mischt sich auch die alte hausbesetzergeneration.
bereits zur besetzung der schlesischen straße 25 stachen die parallelen zum häuserkampf ins auge, der sich 1978-80 andeutete und 1981 offensiv auf west-berliner straßen ausgetragen wurde. zunächst wird aber erstmal die ganz legale offensive (bzw. eine demonstration für den 3. september, für den aufruf gibt’s nochmal ein extra-posting) geplant. wer sich daran aus welchen motiven beteiligt, ist thema eines tagesspiegel-artikels, der trotz der guten portraitierung den namen der initiative (geschweige denn einen link) zu erwähnen vergisst: es handelt sich um das bündnis „steigende mieten stoppen!„, was sich aus den mieterinitiativen verschiedener bezirke zusammensetzt. damit wäre das größte manko des textes benannt, der rest bleibt lesenswert.

die neue apo im kiez

[berlin / 27.08.2011] horst: hgich.t live

der eigentliche plan war, es dieses wochenende etwas ruhiger angehen zu lassen. aber kaum fordert man verrlosungstechnisch sein glück heraus, kann der ad acta gelegt und hemmungslos dem anarcho-trash bei hgich.t gehuldigt werden. pilocka krach wollte ich eh seit der letztjährigen fusion mal länger hören und grizzly wird anderrweitig hoch gelobt. ich lasse mich überraschen.



eintritt: 10 euro

review
zeigen

[berlin / 26.08.2011] archiv grünes gedächtnis: berlin 1981-2011 – hausbesetzungen, bauspekulation, gentrifizierung

alleine aus wissenschaftlichem interesse schon ein pflichttermin für mich. im archiv selbst ist vom 23. august bis zum 2. september montags bis freitags von 10 bis 16 uhr eine ausstellung zu den hausbesetzungen im westteil berlins von 1981 zu sehen.
die einladung zur diskussion übernehme ich einfach mal von hier.

Berlin 1981–2011
Hausbesetzungen, Bauspekulation, Gentrifizierung

Podiumsdiskussion

Anfang der 80er Jahre wurde in Berlin mit alten, leer stehenden Häusern spekuliert. Mit dem Aufruf „instand besetzen statt kaputt besitzen“ meldeten Hausbesetzer/innen ihre Ansprüche an. Auch viele Grüne haben damals in besetzten Häusern gewohnt. Heute werden sozial schwache Bevölkerungsgruppen aus Wohngegenden verdrängt, deren Sanierung Besserverdienende folgen. Für diesen Umbau der Quartiere wurde der Begriff Gentrifizierung geprägt, für die einen ein Kampfbegriff, für die anderen die logische Folge von Stadtentwicklungen.

Wie positionieren sich Bündnis 90/Die Grünen in Berlin in diesem Prozess?

Mit:

  • Thomas Dietrich Lehmann, Umbruch Bildarchiv Berlin
  • Anette Schill, Regenbogenfabrik Kreuzberg
  • Franz Schulz, Bürgermeister in Berlin, Friedrichshain-Kreuzberg, Bündnis 90/Die Grünen

Moderation:

  • Katrin Rönicke, Journalistin/Bloggerin, Frauenrat Heinrich-Böll-Stiftung, Bündnis 90/Die Grünen

adresse / erreichbarkeit:
eldenaer straße 35
u5 samariterstraße / tram 21 samariterstraße / s41/42 storkower straße

uhrzeit:
von 19 bis 21 uhr

r.i.p. herr von bülow

der grandseigneur des deutschen humors ist am montag, dem 22. august 2011 im alter von 87 jahren an altersschwäche verstorben. bereits 2006 hatte er sich vom fernsehen verabschiedet (siehe bild), dennoch fühlte man sich durch seine präsenz auf dem bildschirm stets an die zeiten zurückerinnert, in denen die dortige unterhaltung noch nicht der diktatur der werbeindustrie unterworfen war, sondern tatsächlich niveau bot.

herr von bülow: vielen dank für schief hängende bilder, das jodeldiplom, den saugblaser heinzelmann, den sprechenden hund bello, die szenen einer ehe, die steinlaus, ihre zwei kinofilme und überhaupt für alles, was sie geleistet haben. leider haben sie mit ihrem opus die messlatte so hoch gelegt, dass ein adäquater ersatz unmöglich aufzutreiben ist. aber immerhin gibt es das alles fein auf silbern glänzenden scheiben konserviert.

machen sie sich mit evelyn hamann eine schöne zeit, wo auch immer. ihr feingeist, ihre ironie und ihre beobachtungsgabe werden auf lange sicht unerreicht bleiben.

p.s.: einen würdigen nachruf gibt es bei spi-on.

[berlin / 24.08.2011] berghain-kantine: killekill summer camp closing party

da sind die sechs wochen schon wieder rum, die nach augen- und ohrenzeugen zufriedenstellend verliefen. zum abschluss wird nochmal dick aufgefahren, andi teichmann habe ich en passant sonntag abend als neuzugang zum line-up aufgeschnappt.

killekill summer camp closing party
23h00-00h30: andi teichmann
00h30-02h00: hanno hinkelbein
02h00-03h30: radioactive man live
03h30-05h00: electric indigo
05h00-ende: dj flush

ab 23 uhr
7 euro

[berlin / 23.08.2011] stattbad wedding: boiler room berlin 001

bin vor ort und gespannt auf kassem mosse sowie objekt. jimmy edgar sieht man auch nicht alle tage hinter den plattenspielern. link zum stream durch klick auf’s bild.

review
zeigen

[berlin / 20.08.2011] berghain: klubnacht

das wird ein nicht allzu langer besuch, weil die krake auch ihre verdiente aufmerksamkeit abbekommen soll (was aufgrund der räumlichen nähe zum suicide kein weiteres problem darstellt) und die wetterprognosen für sonntag ein verspätetes sommerhoch verheißen. da wäre es töricht, den tag entweder im club oder halbkomatös auf der couch zu verbringen.

primär für mich wegen monolake pflicht. heiko laux habe ich vor drei jahren das letzte mal gehört, da wird’s also definitiv mal wieder zeit. sasha wird in zweifacher hinsicht interessant: erstens, wie er sich stilistisch verkaufen wird und zweitens, welche leute seinetwegen an der tür einlass erbitten werden.
der plan also: pünktlich um 3 zu monolake aufschlagen und direkt danach wieder ins suicide. dann nochmal gegen 6 oder 7 für ein bis zwei stunden rüber.

klubnacht

berghain
00h00-03h00: ben klock
03h00-04h00: monolake live
04h00-06h00: ben klock
06h00-10h00: heiko laux
10h00-ende: fiedel

panorama bar
00h00-04h00: nick höppner
04h00-05h00: paul brtschitsch live
05h00-09h00: sasha
09h00-17h00: cassy
17h00-22h00: rødhåd
22h00-ende: nd_baumecker

garten
12h00-16h00: prosumer
16h00-20h00: motor city drum ensemble

12 euro

review
zeigen