[berlin / 15.07.2011] berghain: sub:stance

schon drei jahre ist es her, dass scuba und paul spymania sowie das berghain den sprung ins kalte wasser gewagt und eine freitags-reihe etabliert haben, der wenige monate später die leisure system folgte (die feiert dann im september u.a. mit mark pritchard und venetian snares jubiläum). seitdem wurde einige male die magengrube massiert, erwartungen übertroffen oder enttäuscht – so wie das bei parties eben ist. dabei ist die sub:stance für mich tatsächlich die reihe geblieben, die mit ihrer vielfalt bereits neugierig auf zukünftige ausgaben gemacht und sich somit einen stammplatz in meinem partykalender erobert hat.
dafür vorab alles gute zum dreijährigen und den beiden initiatoren weiterhin die gewohnte geschmackssicherheit (auch wenn mala beim diesjährigen jubiläum fehlt, der laut seinem facebook-profil eine auszeit braucht. dann eben beim nächsten mal.).

berghain
00h00-00h30: scuba
00h30-02h30: mark ernestus
02h30-04h00: george fitzgerald
04h00-05h00: falty dl
05h00-06h00: dillinja
06h00-07h00: sepalcure live
07h00-ende: scuba

panorama bar
00h00-02h30: paul spymania
02h30-04h30: gilles peterson
04h30-05h15: recondite live
05h15-08h00: maya jane coles
08h00-10h30: julio bashmore
10h30-ende: john osborn

12 euro

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der „loudness war“ – entstehung, effekte, perspektiven

manch einer wird es beim musikhören von digitalen medien oder im radio, insbesondere bei produktionen aus dem mainstream-bereich, bemerkt haben: die konstant hohe lautstärke, mit der man beim werbeblock belästigt wird, hat seit einigen jahren auch einzug ins mastering der musik gehalten. damit lässt sich das gefühl erklären, dass die musik vielfach nur noch als klangbrei wahrgenommen wird, der gehör und -hirn schnell ermüden lässt, obwohl der inhalt zuweilen gar nicht so flach ist wie befürchtet.

auch beim umstieg auf das digitale djing begegnet man schneller der hyperkompression, als es einem lieb erscheinen vermag. wird wohl neben der haptik mit ein grund sein, weshalb leute wie ricardo villalobos oder zip nach wie vor auf das schwarze gold schwören. selbst jemand wie steve bug, der seit jahren traktor scratch benutzt, überspielt seine tracks lieber von vinyl anstatt die auf lautstärke optimierten dateien bei einem gängigen download-portal zu kaufen. beatport hat bspw. als platzhirsch einen gewissen mindestpegel definiert, den man – sofern einem am weiteren absatz gelegen ist – besser nicht unterschreitet.

mit den ursprüngen, den verschiedenen ausprägungen und den auswirkungen des gemeinhin als „loudness war“ bekannten unwesens hat sich earl vickers von der audio engineering society bereits im november 2010 in einem paper auseinandergesetzt. die frage, ob derartig behandelte musik (man schaue sich nur mal an, was ravels „boléro“ angetan worden ist, seite 6) tatsächlich zur ermüdung des gehörs und zum wegschalten animiert, wird zwar durch weitere mehrstufige studien beantwortet werden müssen. aber seine vorschläge zur (selbst-)beschränkung sind wenigstens diskutabel, bzw. sollten so schnell wie möglich schule machen.

das paper gibt es hier. es sind 27 seiten, technisches grundwissen kann für die lektüre nicht schaden. für mich besonders interessant waren die historische entwicklung (kapitel 2), die probleme (kapitel 3) und vor allem die empfehlungen (kapitel 5).

(via residentadvisor, die auf createdigitalmusic verlinkt haben.)

einkäufe vom 28. juni 2011

dank des zeitgewinns komme ich endlich wieder dazu, lange vernachlässigte kategorien zu reanimieren. bleep und boomkat waren die anlaufstellen (trennung durch bindestrich).

pinch
swish
[deep medi musik medi-43]

der titeltrack geisterte (wie üblich) schon länger als dubplate durch mala-sets, entsprechend herbeigesehnt wurde dessen veröffentlichung. typisch düstere pinch-tonart nach klassischer dubstep-rezeptur für die subtile abfahrt. „tunnel“ fällt mit seinem stakkato-beat bei 155 bpm etwas aus dem gewohnten rahmen, könnte sich aber für den übergang zwischen dubstep / schnellerem techno und drum & bass als hilfreich erweisen.
insgesamt gewohnt hohes pinch-niveau.
bleep-link

morphosis
what have we learned remixes part 1
[delsin mmd-r1]

einmal newworldaquarium, der dem düsteren original eine wohltuende schwerelosigkeit hinzufügt und sich damit für den einsatz am sonntag mittag in der panorama bar (bei geöffneten jalousien) empfiehlt. zum anderen just for one day (das ist niemand anderes als t++), der aus der reichlich trippigen vorlage eines seiner breakbeat-monstren mit gänzlich eigener note zimmert.
hervorragende arbeit, von beiden.
bleep-link

surgeon
breaking the frame
[dynamic tension records dtrcd2]

das erste album seit „body request“ aus dem jahr 2000. verwebt verschiedene einflüsse auf virtuose art und weise miteinander: so klingt „transparent radiation“ bspw. wie ein hybrid aus techno und dubstep mit abstrakter instrumentalmusik (frei entnommen seiner eigenen beschreibung des albums), drones gibt es ebenfalls („we are all already here“), natürlich auch seine industrial-beeinflussten techno-stücke.
natürlich keine kost, die sich so nebenbei konsumieren ließe, aber genau darin liegt die stärke des albums. gehört definitiv zum besten, was im techno-bereich in den letzten jahren passiert ist, so dass zu hoffen ist, dass bis zum nächsten album hoffentlich nicht nochmal 11 jahre vergehen. besser als cd oder download kaufen, die tracks sind auf dem vinyl verkürzt (mit bestem dank an marcel für den tipp).
boomkat-link

sleeparchive
ronan point
[tresor 243]

er hat nun auch (abgesehen von ein paar remixen) schon längere zeit nichts mehr von sich hören lassen und eine veröffentlichung auf tresor hätte ich auch nicht erwartet. aber umso erfreulicher, dass er seiner rezeptur treu bleibt, einzig der distortion-anteil bei der 808 ist deutlich erhöht.
solide arbeit, die das rad keineswegs neu erfindet, aber tresor in jedem fall sehr gut zu gesicht steht.
boomkat-link

[berlin / 04.07.2011] so36: montech

(aktueller stand: 73 seiten. die teilen sich auf in:
– eine titelseite
– eine seite für’s inhaltsverzeichnis
– eine seite für’s abkürzungsverzeichnis
– fünf seiten für den anhang
– vier seiten für das quellen- und literaturverzeichnis
– eine seite für die selbständigkeitserklärung
– (geforderte) 60 seiten text

das ganze habe ich am donnerstag, dem 30. juni 2011 gegen 14:30 uhr im prüfungsamt abgegeben und nach drei nachtschichten hoffentlich so gründlich redigiert, dass sich die fehler im tolerierbaren rahmen bewegen. habe mir aber sagen lassen, dass das gefühl nach der abgabe normal sei. jetzt fehlen „nur“ noch begutachtung und verteidigung.)

ergo: es gibt sogar einen grund zum feiern. hatte ich mich vor dem wochenende noch geärgert, mich nicht um eine fusion-karte bemüht zu haben und ernsthaft erwogen, sonntag vorbeizufahren, bin ich nun froh, dass es doch etwas anders gekommen ist. manchen beteiligten scheint es in lärz dann doch freude bereitet zu haben.
ich schau dann heute abend in dem bezirk vorbei, der mir voraussichtlich einen akademischen grad bescheren wird.

ablauf
23h00-02h00: dj flush
02h00-04h00: marcel heese
04h00-ende: dj mori

eintritt
5 euro

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[berlin / 10.06.2011] berghain: leisure system / rush hour nacht

(aktueller status: 63 von 60 seiten. davon allerdings eine menge bruchstücke im fazit, die als gedächtnisstütze dienen sollen. noch dazu eine erst zur hälfte vorhandene einleitung, die – wie bei jeder vernünftigen wissenschaftlichen arbeit – erst zum schluss vervollständigt wird. am dringlichsten ist das entflechten des stichpunktwirrwarrs bei der legalisierung der besetzten häuser nach 1982. das wird alles nichts an der tatsache ändern, dass so einiges der entfernen-taste zum opfer fallen wird.
etwas ablenkung kann daher nicht schaden.)

berghain: leisure system

00h00-01h00: barker
01h00-01h45: pixelord
01h45-02h45: eprom live
02h45-03h45: richard devine live
03h45-04h45: chris clark live
04h45-06h00: bok bok
06h00-07h30: jackson
07h30-ende: area boy

panorama bar: rush hour nacht
00h00-03h00: cool chris
03h00-06h00: gene hunt
06h00-07h00: tom trago live
07h00-ende: cosmin trg

ab 24 uhr
12 euro

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runde drei in der protestbastion

geht ja schlag auf schlag momentan, aber die heutige verkündung des berliner mietspiegels gab auch eine steilvorlage. schön, dass die gleich auf die altbekannte art und weise umgesetzt worden ist.

disclaimer: wer sich an der tickerartigen darstellung stört, sollte im voraus wissen, dass das als erlebnisprotokoll konzipiert ist – und als ergänzung zu dem, was beim tagesspiegel (überraschenderweise) am ausführlichsten behandelt wird, aber auch bei taz und berliner zeitung erwähnung gefunden hat. verwendung von bildern: gerne, aber nach vorheriger rücksprache (kontakt im impressum), bezüglich der videos siehe untenstehenden hinweis.

18:00, cuvrystraße
auf dem heimweg von recherchen im papiertiger fällt mir an häuserwanden neben all den plakaten der mieterinitiativen ein frisches, weißes flugblatt auf.

die argumentation könnte jedem bekannt vorkommen, der sich mit der bürgerinitiative so 36 auseinandersetzt, ein paar blicke in den südost express riskiert hat und daher um deren beitrag zu dem besetzungsboom anfang 1981 weiß. klare sache also, die einladung anzunehmen.

18:09, schlesische straße
ankunft. vor und im haus reges treiben.

anschließend ab in den hof, in dem die versammlung tagte. abstimmung der weiteren aktionen (präsenz vor oder im haus, bzw. im hof – ergebnis: am besten überall), dazu noch die frage, wer alles an einer wohnung in dem objekt interessiert wäre (wenigstens 20 meldungen). lief erstaunlich diszipliniert ab, was aber auch an der „moderation“ gelegen haben könnte.

18:30, schlesische straße
rundgang durch das vorderhaus, in dem noch eine mieterpartei wohnt (im – verriegelten – hinterhaus noch eine weitere). eindruck: wohnungen, die mit etwas fachwissen schnell wieder hergerichtet werden könnten. dazu wäre nicht mal eine gründliche anhebung des standards nötig, es würde eine normale instandsetzung ausreichen, die in den letzten jahren sichtlich ausgeblieben war. keine fotos, auch nicht von der versammlung im innenhof, dort wurde auch ein kamerateam mit bestimmtem tonfall weggeschickt.

18:45, wrangelstraße
ortswechsel zum copy-time nähe der skalitzer straße, auf dem hinweg bereits mehrere mannschaftswagen auf der oberbaumbrücke gesichtet. der vertreterin der mieterinitiative gegen verdrängung, die vor dem besetzten haus einen stand betreute, gingen die flugblätter aus. also 100 stück kopiert, „macht 5,50, aber geb mir 5 euro, ist schließlich für den kiez.“

19:36, schlesische straße
ansage: „die polizei hat sich von der oberbaumbrücke in bewegung gesetzt, jetzt sollte jeder überlegen, wo er sich hin orientieren möchte. entweder ins haus, in den hof oder auf die straße.“ kurze zeit später fuhren die ersten wagen vor.

19:38, schlesische straße
die polizei verschafft sich mit nachdrücklichen argumenten zutritt zum haus. sorry wegen der verwackelten kamera, aber es hat einfach meine multitasking-fähigkeiten überschritten, mir einen sichereren platz zu suchen, dabei nicht aus versehen in jemanden hineinzurennen oder eine fliegende flasche abzukriegen und dann auch noch die kamera ruhig zu halten.


(der junge herr rechts im bild stand bis vor wenigen sekunden alleine auf der straße und wurde kurzerhand in den schwitzkasten genommen. nach einem kurzen wortgefecht hatten sich beide seiten wieder beruhigt.)

19:42, schlesische straße
der erste wird in gewahrsam genommen.

20:02, schlesische straße
die schlesische straße ist zwischen taborstraße und heckmannufer von polizeiketten abgeriegelt. man kommt inklusive fahrrad noch raus, aber nicht mehr rein.

20:11, heckmannufer ecke schlesische straße
die polizei räumt den abschnitt unmittelbar vor dem haus, einsatz von schildern und ellenbogen.

20:24, schlesische straße höhe schlesische brücke

Polizisten schleifen eine frau 5 Meter an den Haaren über Straße, prügeln mit fäusten und Knien auf einzelne #schlesische25
(zitiert nach dem tweet von christianberg.)

die situation kurz danach aus der entfernung (und mit gewohnt unruhiger hand) betrachtet. keine zwei minuten später waren die damen und herren in grün wieder bei ihren kollegen an den mannschaftswagen.


(über dem „polizei“-schriftzug: ein beamter schubst eine frau unsanft nach hinten.)

20:40, schlesische straße höhe schlesische brücke
die situation hat sich schnell wieder beruhigt. es haben sich einige (weibliche und männliche) aktivisten im haus verbarrikadiert, die sich in den letzten stunden regelmäßig an fenstern und balkon gezeigt haben (inklusive der warnung „wir haben ehec, ehec, ehec.“). nützt alles nichts, auch sie werden in der nächsten halben stunde nach draußen begleitet.
als kontrapunkt zum sonst mir unverständlichen vorgehen gegen friedliche demonstranten das verhalten der polizeikette auf der rechten seite der schlesischen straße in richtung schlesisches tor: da stand die deeskalative fraktion, die in aller ruhe mit den anwesenden diskutierte und die fragen hinter dem einsatz beantwortete, und vor allem auskunft gab, dass man doch bitte den umweg über das heckmannufer nehmen solle.
schlussendlich haben sie lediglich den strafantrag der gsw umgesetzt, den diese interessanterweise während der räumung zurückzog. verhandlungen über den weiteren verbleib der besetzer wurden unterbrochen, als die beamten die temporären bewohner aus dem haus begleitete. ein privater sicherheitsdienst meldete bei der polizeikette an, die sicherung des hauses zu übernehmen. der „moderator“ der diskussion auf dem hof teilte noch mit, dass es eine angemeldete solidaritäts-demonstration ab dem schlesischen tor geben solle, die sich um 21:30 allerdings noch formierte.

es ist zwar definitiv zu früh, von einer wiederbelebung des häuserkampfes zu sprechen, aber die parallelen stechen dennoch ins auge, wenn man dessen entstehung betrachtet. die besetzungsaktion an sich war toll organisiert, ähnlich wie vor 30 jahren hatte sich ein bündnis aus mieterinitiativen und studenten gefunden, die einfach in aktion getreten sind, und der zeitpunkt hätte wirklich nicht besser gewählt werden können. das ganze noch mit schönen spontanaktionen garniert (ein „hupen gegen hohe mieten“-schild auf der schlesischen straße fand ziemlichen anklang) – in kreuzberg hat man’s wohl tatsächlich nicht verlernt, öffentlichkeitswirksam auf bestehende missstände aufmerksam zu machen. scheinbar haben die mieterinitiativen dabei so gute vorarbeit geleistet, dass die identifikation im kiez mit solchen aktionen vorhanden ist, sofern das beispiel aus dem copy-shop dafür überhaupt herhalten kann.

den besetzern (und den übrig gebliebenen bewohnern) ist ein zweiter anlauf jedenfalls zu wünschen. würde mich auch nicht wundern, wenn es demnächst neue leerstandslisten gäbe – die gsw scheint da im letzten jahrzehnt (systematisch) einiges verschlafen zu haben.

addendum no. 1, 31.05.2011, 2:42: videos bis auf weiteres wegen erkennbaren gesichtern entfernt.

addendum no. 2, 31.05.2011, 13:44: die videos bleiben zum personenschutz unverlinkt, stattdessen gibt es standbilder daraus mit weichzeichner auf den gesichtern. sofern jemand sein juristisches oder journalistisches interesse glaubhaft zum ausdruck bringt, stelle ich sie demjenigen zur verfügung.

addendum no. 3, 31.05.2011, 14:06: bei vimeo ist ein (wesentlich besser gemachtes) video hochgeladen worden, was den tag von der demonstration vor dem gebäude der gsw bis zur räumung der schlesischen straße 25 in sieben minuten gut zusammenfasst.

Schlesische Strasse 25 from Cut Killhup on Vimeo.

addendum no. 4, 31.05.2011, 21:26: wer einen detaillierten taz-bericht zur besetzung und dem dilemma mit der angedachten, jedoch nicht realisierten sanierung vermisst hat – den gibt es jetzt hier. kurz zu den aussichten: das haus ist vor kurzem an eine private verwaltungsgesellschaft verkauft worden, mit der jetzt über eine nutzung der räume durch die besetzer verhandelt werden soll. wird sich zeigen, ob wegen des polizeieinsatzes die alten gräben zwischen administration und opposition der straße wieder aufbrechen.

runde zwei in der protestbastion

wie unlängst (am 10. mai) berichtet, gibt’s im gebiet des wrangelkiezes (manche langjährigen bewohner oder soziologisch orientierte wissenschaftler werden es als areal der „strategien für kreuzberg“ anno 1977 im gedächtnis haben) eine debatte über die um sich greifende tourist- und gentrifizierung. dabei hat sich jetzt ein unerwartetes bündnis zwischen jüngeren einwohnern und den touristen ergeben, die als teilnehmer am protest gegen die verdrängung durch steigende mieten gerade aufgrund der tatsache willkommen sind, dass sie in ihren heimatstädten bereits die leidtragenden dieses phänomens sind.
die ideen zu den aktionsformen sollen die bereits gegenüber touristengruppen entgegengebrachte kritik auf die spitze treiben, was gar nicht so unoriginell ist. fragt sich nur, ob der schuss nicht auch nach hinten losgehen kann und die motive dafür überhaupt bei der bevölkerung ankommen, bzw. ob einige nicht dann erst recht entnervt wegziehen. jedenfalls bekommt das thema nun auch überregionale aufmerksamkeit. das war bei der thematisch etwas anders gelagerten debatte vor 30 jahren schon mal ähnlich, nur brennen heutzutage weniger barrikaden.

(via spi-on.)

ein neuer anlauf zur aufwertung des portals nach friedrichshain

eine vielleicht etwas hochtrabend ausgedrückte überschrift, aber dem gelände begegnet man nun mal zwangsläufig, wenn man sich über die (an sich wenig einladende) warschauer brücke richtung simon-dach-kiez bewegt und dort abends auf den wenig prominenten eingang richtung suicide sowie einigen obdachlosen auf der wiese, und den rest der zeit auf „haste mal n paar cent“-punks, mittlerweile zwei fotoautomaten, den saray-dönerstand und zuweilen aktivisten von amnesty international oder dem wwf trifft.

das raw-gelände hat sich seinen aktuellen status in den letzten jahren hart erkämpfen müssen. geplant waren eine reihenhaussiedlung sowie einkaufsmöglichkeiten – also das totale gegenteil dessen, was mit raw-tempel, skatehalle, cassiopeia, astra, und eben dem suicide mittlerweile dazu beigetragen hat, dass im szeneinternen jargon gerne vom „revaler technostrich“ die rede ist. ein neuer plan der agentur platoon möchte direkt am ende der warschauer brücke eine containerhalle für subkulturelle kunst errichten, der verständlicherweise ambivalente reaktionen hervorruft:
auf der pro-seite kann man argumentieren, dass das dort bereits bestehende angebot dadurch ideal ergänzt wird und das raw-gelände sich dadurch noch professioneller darstellen kann. das birgt natürlich auch chancen, über 2019 hinaus bestehen bleiben zu können.
entgegnen lässt sich natürlich, dass so ein bau zu kosten der bereits bestehenden lokalitäten gehen könnte. wenn es die eher improvisierte strandbar trifft, spricht eigentlich nichts dagegen. es wäre zudem noch zu klären, inwieweit das projekt den multifunktionalen orten wie dem astra oder auch dem suicide nicht das wasser abgraben könnte. ideal wäre natürlich eine kollaboration zwischen allen beteiligten, wobei diese halle – analog zu der auf der museumsinsel geplanten eingangshalle – als portal in den subkulturellen kosmos friedrichshains dienen könnte. allerdings könnte für manche läden der professionalisierungsdruck noch weiter ansteigen, die aufgrund dessen auf der strecke bleiben könnten. von der weiteren aufwertung des direkt angrenzenden wohnviertels gar nicht erst zu sprechen – die ist eh im gange.

erstmal die weitere debatte darüber verfolgen. prinzipiell schlecht ist die idee in keinem fall.

(via taz.)

[berlin / 13.05.2011] mikz: schaltstufe 13

das wird die zweite station des abends nach der maria und auch die schaltstufe wird es zum (addendum, 13.05.2011, 17:46: vermeintlich) letzten mal geben. über das line-up weiß ich (bis auf kriek, der ist immer dabei) nichts. es gibt nur einen eintrag bei facebook, der darauf hindeutet, das ganze auf langjährige sympathisanten zuschneiden zu wollen, aber nur extra deswegen melde ich mich bei dem verein nicht an.

falls jemand mehr weiß, einfach kommentieren.

addendum, 13.05.2011, 19:10: line-up

schaltstufe 13
mahatma live
jazima
alexis
kriek

ab 23 uhr
eintritt: wie immer viel glück beim würfeln.

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[berlin / 13.05.2011] maria: electrodes and wires

die maria schließt am 21. mai 2011, um platz für ein dringend an der spree benötigtes hotel zu schaffen. adam x fährt zu dem anlass ein aufgebot auf, was meinen präferenzen nach musikalischem genuss und angenehmem füllgrad am ehesten entgegenkommt. auch wenn in den letzten jahren programmtechnisch in der maria nicht alles nach gold geglänzt hat, ist es schon schade. daher daumen drücken, dass man nach dem ersten umzug vom postbahnhof an die spree noch einen dritten standort findet.

eintritt: 10 euro

die spielzeiten:
23h00-01h30: adam x
01h30-02h30: orphx
02h30-03h30: monolake
03h30-04h30: tr-101
04h30-ende: adam x

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