einkäufe vom 27. august 2007

nach jahren mal wieder im rotation, die zwar leider keine 2nd-hand-platten aus dem drum&bass-bereich mehr anbieten, aber dafür einige andere aus dem geradlinigen bereich in kisten am boden zu stehen haben. war primär aufgrund der erstgenannten platte dort, weil man die zu dem zeitpunkt auch nur noch dort kriegen konnte.

cv313
dimensional space
[echospace [detroit] echospace 002]

mittlerweile in transparentem hellgrün nachgepresst, ich hab noch die graumelierte ergattert. hinsichtlich der musik aber völlig unwichtig.
war auch nur kurzzeitig ein mysterium, wer sich hinter dem kürzel verbirgt. ich dachte erst an gerald hanson, weil er ja bereits auf der ersten echospace einen remix beigesteuert hatte, es ist aber doch „nur“ rod modell, also eine hälfte von echospace, respektive deepchord. damit ist auch mal wieder die stilistische marschrichtung vorgegeben und hier wieder einmal vortrefflich umgesetzt. braucht den vergleich mit der m-6 und „starlight“ nicht zu scheuen, womit man auch einen anhaltspunkt bei den verwendeten chords hätte.

convextion
convextion
[down low music dlvextlp]

die erste auflage davon müsste bereits durch die vorbestellungen weggegangen sein, wurde mittlerweile drei male nachgepresst, was zwar einerseits den hype um ihn bestätigt, andererseits auch für die qualität spricht.
auch wenn einige ihm vorwerfen, bei juan atkins abzukupfern, ist das album einfach pflicht für diejenigen, die „deep space“ schon mochten und von sphärisch-futuristischen sounds, die zwar vor zehn jahren schon verwendet wurden, aber einfach nicht aus der mode kommen, nicht genug kriegen. dabei schafft er den spagat, die sofa-fraktion, die sich daheim einen gemütlichen abend machen möchte, und die clubgänger zugleich zu bedienen. technisch gewohnt perfekt produziert, im nachhinein einer der höhepunkte 2006.

boards of canada
unreleased tracks
[bocnm-1104]

wie man anhand des discogs-links sieht: mitnichten „unreleased“. dachte erst, dass skam sich angesichts des preiswahnsinns bei der mask-serie ein herz gefasst hätte, aber stattdessen ist es „nur“ ein bootleg, was über clone kam. da kann man über die vertauschten labels auch locker hinwegsehen.
primärer kaufgrund natürlich „midas touch“, seinerzeit gerne von cora s. im ostgut gegen mittag gespielt, der rest spielt in der gewohnten boc-liga mit. entgegen aller unkenrufe ist die qualität der pressung brauchbarer als jeder mp3-rip, man sollte sich also eher darauf stürzen als auf die sündhaft teuren prestigeobjekte, wobei der rest der mask 500 leider nicht zu verachten ist.

imminent starvation
human relocation
[hymen 001]

kommt meinem gerade aufkeimenden interesse nach industrial natürlich entgegen, was man hier in ganzer breite präsentiert kriegt. distortion bis zum anschlag, zum teil mit darübergelegten ambient-soundscapes, schon kann man ein techno-publikum schocken, wenn die schon keine kellermusik- oder zhark-platten gewöhnt sind.

outline
first contact
[blueprint bp001]

die a-seite mit dem flair alter axis- oder purpose-maker-platten, auf der b-seite („blind flight“) kann man sich schon fragen, ob man sich bei ian pooley & alec empire bedient hat, oder ob der umgekehrte fall vorliegt. dennoch eine schöne tool-platte.

agent cooper vs. x-men
5 trax / 2 loops
[raw musique roh-2380]

für die, die es noch nicht wissen: agent cooper = pacou, x-men = sender berlin, hier auf dem label zum leider nicht mehr existenten raw-plattenladen gegenüber der space hall in der zossener.
pacou bedient die detroiter schule, einmal melodisch-pulsierend, einmal perkussiv mit etwas reduzierteren melodien (nimmt man das intro und die beiden loops mal aus). die x-men zu beginn recht trancig, der bringer ist der an dopplereffekts „speak & spell“ zweite track. trocken, hypnotisch, kann man heute noch locker in einem minimaleren set unterbringen.

hausmusik verlässt die bühne des vertriebsgeschehens oder: gedanken zur zukunft des umganges mit musik

ich habe jetzt nicht mehr im hinterkopf, wieviele labels efa seinerzeit unter den fittichen hatte, bei hausmusik waren es aber ebenfalls einige liebhaberstücke (es reicht aus, alleine basic channel zu nennen), und so langsam wird die frage echt akut, was die zukunft der musikdistribution und vor allem deren verkauf angeht.

wer – gerade in jüngster zeit – hier mitgelesen hat, wird auch meine gewachsene affinität zu mp3-käufen bemerkt haben. auch wenn die hardware-software-lösung bei mir alleine aus finanziellen gründen noch aussteht, gewöhne ich mich tag für tag mehr an den gedanken, zukünftig höchstens mit einem notfallpaket an platten im club aufzutauchen, in dem im idealfall ein stabil laufendes system fest installiert ist, wo man höchstens noch seine externe festplatte anschließen muss, um loslegen zu können.
eine schöne utopie, so liegt es jedenfalls nahe. der bandscheibenvorfall, zurückzuführen auf den transport von 50 plus x platten, rückt erstmal in weite ferne. man läuft nicht gefahr, dass die nach 4 jahren suche für 20 euro endlich ergatterte ep einer bierdusche im club ausgesetzt wird, von ständiger besorgnis um die vollständigkeit des tascheninhalts und dem sonstigen verschleiß ganz zu schweigen. auch diverse quadratmeter in den eigenen vier wänden müssen nicht mehr so schnell mit weiteren bonde-regalen verstellt werden, weil ein großer teil der einkäufe nunmehr auf 3,5 statt auf 12, 10 oder 7 zoll lagert. eine sicherheitskopie des ganzen lagert dezentral und sicher, so dass man sich sicher sein kann, die sammlung im notfall wieder beisammen zu haben.
im grunde könnte man also frohlocken, dass diesem schweren, verschleißanfälligen, empfindlichen tonträger namens „schallplatte“ 25 jahre nach der cd sein vermeintlich wirklich letztes stündlein geschlagen hat und die zukunft den vergleichsweise klar klingenden dateien gehört, in welchem format auch immer sie angeboten werden, nur hat die medaille eben auch eine andere seite.

stolziert man aufmerksam durch die beiden in berlin neueröffneten giganten der unterhaltungselektronikmärkte (saturn am europa-center, media-markt im alexa – verteilt auf fünf, bzw. vier etagen), wird man in der tonträgerabteilung neben der obligatorischen cd-auswahl sicherlich das angebot an vinyl bemerken. der trend war in den letzten jahren schon zu beobachten, dass das schwarze gold nicht mehr nur im bereich dj-relevanter musik gefragt ist, sondern auch im rock-sektor wieder alben veröffentlicht werden. auf der ifa kürzlich begegnete meinem vater und mir am marantz-stand ein mitarbeiter, der auf unsere feststellung, dass sie auf einmal wieder plattenspieler ausstellen (und dies wohlgemerkt nicht extra in einer high-end-halle, wo man sie neben transrotor und co. vermuten würde), nur entgegnete, dass die nachfrage dazu tatsächlich vorhanden wäre.
ist natürlich begrüßenswert. vinyl: kein drm, schönes großes cover, die eben angesprochene schwäche der empfindlichkeit des tonträgers wird auf einmal zur stärke, weil ein vorsichtiger umgang mit ihm zugleich die identifikation mit der erworbenen musik steigert. und wenn man doch mal ehrlich ist: selbst cd-player mit durchsichtigem deckel, von wo aus man den silberling in seinen drehungen beobachten konnte, sind absolut nichts gegen eine sich drehende schallplatte, durch die sich ein tonarm mit einem angenehm klingenden tonabnehmersystem arbeitet. der im vergleich zur cd alles andere als perfekte klang macht seine defizite im hoch- und mitteltonbereich (gerade je näher man in richtung mitte gelangt) durch eine schöne analoge wärme mehr als wett. gerade djs können ob ihres augenmerks auf bassbetonter musik außenstehende mit ihren diskursen über die masteringqualitäten von diesen oder jenen studios zur weißglut treiben, womit ich sie auf eine stufe mit den audiophilen puristen stelle, deren höchstes vergnügen es zu sein scheint, die unterschiede zwischen verschiedenen pressungen von pink floyds „dark side of the moon“ zu analysieren. über die wiederauferstandenen hifi-puristen war demletzt in der zeit zu lesen, das würde hier zu weit führen.

die grenzen zwischen den musikhörern scheinen neu gezogen zu werden. den großteil der konsumenten scheinen diejenigen auszumachen, die sich ihre musik massenweise – legal oder illegal – aus dem netz holen und dabei keinen gedanken darauf verschwenden, mit welchen methoden der codec in der dateiendung arbeitet. m4a, aac, ogg, wma, mp3 – hauptsache, der rechner spielt es irgendwie und ich kriege es hin, mir davon meine lieblings-cd zusammenzustellen. neben der retorten-qualität derzeitiger popmusik, welche die schwäche einer gesamten industrie offenbart, die besser auf nummer sicher geht und den schnellen euro mit acts macht, auf die man bereits monate im voraus ausgiebigst via halbseidenen casting-formaten vorbereitet wird, ist dieser neue umgang mit musik, der einen nicht mehr dazu zwingt, sich gesamte alben anhören zu müssen (hand auf’s herz: die guten alben der meisten one-hit-wonder lassen sich wirklich an einer hand abzählen.), der hauptgrund dafür, weshalb das albumformat – und damit künstler mit tatsächlichem profil – nicht mehr so gefragt sind wie noch vor einem jahrzehnt.
am anderen ende steht der musikfanatiker – eine mindestens vierstellige anzahl an tonträgern im haus, inkl. sich ständig darüber beklagendem oder wenigstens kopfschüttelndem lebensabschnittspartner, findet jeden tonträger innerhalb von fünf minuten auf zuruf, kann einem wenigstens was zum erscheinungsjahr sagen, wo, in welchem laden, in welcher lebensphase man das alles gekauft hat, und als dj sogar noch, welche tanzfläche man damit leergefegt hat.

um die letzte spezies geht es mir primär. ist da nicht ein umbruch im gange? serato, traktor scratch, ableton live – sind das nicht alles systeme, die mittlerweile so ausgereift sind, dass der umgang damit nicht mehr länger zum haareraufen führt, sondern tatsächlich einen derartig reibungslosen ablauf gewährleisten, dass es sogar richtig spaß macht und man es keine sekunde bereut, das schwere case daheim gelassen zu haben?
sind sie. und darin liegen sowohl fluch, als auch segen des ganzen. wie an dem hausmusik-ende erkennbar wird, scheinen es independent-labels mittlerweile richtig schwer zu haben, überhaupt noch richtige tonträger abzusetzen, sofern sie nicht auch auf digitale vertriebswege setzen. ich gebe selbst zu, dass auch ich mittlerweile nach labels differenziere, bei denen ich dank online-verfügbarkeit geld, zeit und platz spare, und den sahnestücken, die es nicht digital zu kaufen gibt und auch z.t. als prestigeobjekt ins regal wandern müssen. viele beklagen den massiven einbruch von plattenverkäufen in den letzten jahren, was ich bislang nicht so recht wahrgenommen habe. besuche beim hardwax oder bei der space hall zeigen nach wie vor ein anderes bild: die regale sind voll, die belegschaft macht nicht den eindruck, als würde sie sich den lieben langen tag vor lauter untätigkeit fragen, weshalb man heute überhaupt aufgestanden sei, aber hört man sich bei labelmachern (abseits von mobilee und anderen konsens-labels der groove-charts) oder vertrieben um, scheint es mit dem umsatz veritabler tonträger echt nicht rosig auszusehen.
so komfortabel die vertriebsanhängigen portale (wo wordandsound gerade mit whatpeopleplay.com einen neustart gewagt hat, der dem alten portal schon jetzt im beta-stadium locker den rang abläuft) auch sind: sie können einen kompetenten plattenhändler nicht ersetzen, bzw. der prozess der vorab-selektion, welche die einkaufspolitik der hiesigen plattenläden so prägt, liegt komplett bei einem selbst. ist zwar schon wieder gut, weil man damit im idealfall die neuheiten ungefiltert zur verfügung hat, andererseits weiß jeder, dass es nach der 20. minimal-platte einfach keine laune mehr macht, sich auch noch die nächsten vier dutzend anzuhören – in der hoffnung, dass etwas gutes dabei ist. sicher, dann kann man sich auch fragen, weshalb man sich überhaupt dafür entschieden hat, weite teile seines netto-monatseinkommens dafür aufzuwenden, wenn man es nur so bequem wie möglich haben will, und ich glaube, auch beim virtuellen einkauf werden schnell die mechanismen greifen, wie sie sich ein jeder nach zwei bis drei jahren intensiveinkauf angeeignet hat. allerdings ist das repertoire vertriebsanhängiger downloadportale oder mp3-supermärkte à la beatport so groß, dass es für eigentlich gute veröffentlichungen schwieriger wird, sich im mittelmaß zu behaupten, weil sie gefahr laufen, darin unterzugehen. betrachtet man es realistisch, ist es mit dem einzug von mp3 wesentlich leichter geworden, mittelmäßige musik anzubieten, wenn sich einem label schon nicht die frage nach presskosten etc. stellt. auch da werden hoffentlich bald – wie im vinyl-sektor – die gesetze des marktes greifen.
mir machen daher die leidenschaftlichen plattenhändler etwas sorgen – dieser für außenstehende merkwürdige menschenschlag, von denen so gut wie jeder einzelne 10.000 plus x titel kennt und neben dem wahren des musikalischen erbes (welcher richtung auch immer) auch ein ohr für künftige trends hat. ich genieße es eigentlich immer, sofern jemand dieser plattenhändler auch irgendwo in einem namhaften club spielt, weil ich mir sicher sein kann, dass dabei keine x-beliebigen charts oder nur die heißesten promos gespielt werden, nur um zu zeigen, dass man mit dieser oder jener clique ganz dicke ist. sie sehen lieber zu, dass sie den leuten im club das bieten, was sie in ihrem vollzeitjob hinter der ladentheke auch am meisten beeindruckt hat – auch nachvollziehbar, wenn man sich weite teile des geschäftslebens mit beliebig austauschbaren platten auseinandersetzen muss. solchen leuten ist es zu verdanken, dass musik mit profil in den clubs zu hören ist, und dieses profil spiegelt sich zugleich im angebot des jeweiligen ladens wider. je nach präferenz wandert man als käuferlemming eben häufiger dorthin.
falls es – und die zeichen stehen eindeutig dafür, wirft man einen blick auf die entwicklungen bei dj-hardware – darauf hinausläuft, dass der handel mit musik nicht mehr auf physischen tonträgern basiert und fast ausschließlich dezentral stattfindet, bricht den plattenläden – und letztendlich auch manchen vertrieben – die existenzgrundlage weg (es sei denn, man startet den verkauf längst vergriffener raritäten, von denen sicherlich nie dateien in portalen auftauchen werden). sicher, den musikalischen anspruch werden die nun arbeitslosen plattendealer weiterhin wahren und ihre dj-existenz hoffentlich nicht an den nagel hängen, aber so lobenswert ein community-ansatz wie bei playwordandsound auch ist – er ersetzt die soziale interaktion im laden in keinster weise. schön zu wissen, dass ein laurent garnier diese oder jene platte in seine sets einbaut, aber die entdeckung verborgener schätze auf gestempelten whitelabels beim wühlen im neuheitenregal bleibt damit auf der strecke. im plattenladen riskiert man es eher, mal ein paar sekunden dafür zu investieren, bei den mp3-stores ist aufgrund der fülle des angebotes eine unendliche geduld notwendig.

klar, der clubgänger macht sich über sowas eher weniger gedanken. solange irgendetwas mit identifizierbarem takt aus der pa erschallt, ist die welt auch in ordnung. dem dj oder intensiven musikkonsumenten droht aber der verlust der instanzen, die den musikalischen geschmack neben den clubs schulen und erweitern, was auf parties – an orten, wo musik unmittelbar erfahren wird – wegen der dienstleistung am hedonistisch umtriebigen kunden nur bedingt möglich ist. ich hoffe daher, dass liebhaberlabels sich nicht der musikalischen beliebigkeit preisgeben und sich aus bequemlichkeit für den ausschließlich digitalen vertriebsweg entscheiden, sondern mit tatsächlichen tonträgern dazu beitragen, dass die spezies der vinylnerds doch nicht so schnell in vergessenheit gerät. dazu hänge ich einfach zu sehr am gesamten ablauf.

einkäufe vom 29. märz 2007

ich bin etwas hinterher, zugegeben. da kommt aber ein brocken hinterher, der noch weiter zurückliegt. war ein sonniger donnerstagabend im hardwax, viel wanderte nicht mit.

convextion
miranda (remixes)
[matrix records (detroit) matrix1.5]

beim warten auf diese platte konnte man sich – metaphorisch – die beine in den bauch stehen. weit vorher angekündigt, musste sie scheinbar diverse male bei nsc zum mastering, ehe der cut saß. das fällt besonders bei einem track schwer, der schon mitte der 1990er furore machte und mir im laufe der letzten jahre diverse male in sets unterkam. die hoffnung steigt dann in ungeahnte höhen, wenn es auf einmal heißt, dass man nicht mehr hohe zweistellige beträge für das original ausgeben muss, aber wenn der track einen derartig guten eindruck hinterlassen hat, wird man doch leicht ungeduldig.
schlussendlich war sie da, doppelvinyl, wieder limitiert (mir schleierhaft, warum man das auch dieses mal so handhabt), original plus drei remixe. einmal psykofuk (sean deason), der sich die bassdrum bei carl craig klaut und in der zweiten hälfte die originalen chords einbaut. auf der zweiten platte gibt es mit deepchord und echospace bewährt dubbiges material. gerade die letzten beiden remixe sind ihr geld zwar auch schon wert, aber gegen das original kommt wirklich immer noch nichts an.

maurizio
m-4.5
[maurizio m-4.5]

für mich die schnittstelle zwischen den chordig-melodischen tracks der 3 und 4 und den restlichen drei eher vom echo geprägten platten, die noch folgen sollten. natürlich über jeden zweifel erhaben, war die letzte, die mir noch fehlte.

einkäufe vom 16. august 2007

im virtuellen kompakt, der über das c/o-pop-wochenende alle tracks für 99 cent das stück angeboten hatte, was bei eps und erst recht bei alben zum automatischen klick-reflex führt. ist also eine menge dabei, was schon länger fällig war, sogar mal nach labels und dann noch nach aufsteigenden katalognummern geordnet.

portable
cycling
[background bg037]

tatsächlich schon sein zweites album, wobei ich den erstling auch schwächer finde. hat damals noch in südafrika gelebt, ist mittlerweile nach umweg über london in lissabon angekommen, aber das nur am rande. sind fakten, die man eh schon weiß, dennoch nicht ganz unwichtig, weil es die atmosphäre der tracks gut erklärt.
die wird nämlich von ambient-artigen höhen getragen, die teilweise von sequenzen oder kurzmelodien, wenn nicht sogar sprachsamples ergänzt werden, und unter allem (ausnahme „i dream you dream of me“, was völlig ohne beats auskommt) liegt ein derart warmer bass, der die tracks auf ihre eigene art und weise hypnotisch treibend wirken lässt.
definitiv eine perle im background-katalog.

portable
flicker
[background bg041]

„liquid crystal display“ ist einfach ein kunstwerk, was mit tiefem bass, unprätentiöser bassline und klopflauten beginnt, um sich später um ein frauenvocal-sample zu drehen. das stück endet ohne bass, aber mit takt und den bereits erwähnten programmatischen ambient-sprenkseln.
die beiden tracks auf der eigentlichen b-seite sind dann eher was für die kopf-fraktion, auch wenn sich tanzen dazu nicht automatisch verbietet, nur dürften sie den meisten clubgängern (leider) zu wenig treibend sein. musikalisch dennoch wertvoll.

deadbeat / monolake
random brown ep
[cynosure cyn019]

das original ist ganz nett groovender minimal, der bei höheren lautstärken sogar dampf unter dem kessel hat, aber da gibt es heutzutage selbst in dem bereich tracks mit mehr profil.
herr henke ist mal wieder der grund, dennoch geld auszugeben, weil er das original in ein bestens passendes techno-korsett bringt, auch wenn er nicht mehr macht als einzelne spuren zu modulieren. nur weiß er eben, wie man sowas auf die interessante tour gestaltet, und so kriegt man als dj mehr als nur ein bloßes tool geliefert.

lusine
serial hodgepodge
[ghostly international gi-37]

sicherer lieferant für emotionale tiefe, dennoch kristallklar produzierte und zu weiten teilen auch noch super tanz- und spielbare tracks, weswegen man ihn immer auf dem zettel haben sollte. enttäuscht wird man sicher nicht, erst recht nicht bei diesem album.

sog
speicher 49
[kompakt extra komex49]

nanu? speicher? wie kommt der auf einmal darauf?
zugegeben, manches auf dem kompakt-sublabel hat man irgendwo (wenn nicht sogar auf dem mutterschiff) schon mal – und teilweise auch noch besser – gehört, aber dann kommt auf einmal ein anonymer produzent daher, dazu limitiert man das ganze als vinyl noch, und fertig ist erstmal das mysterium.
gut, solche dinge reichen noch nicht aus, um sich das ganze auch kaufen zu wollen, also muss musikalisch was geboten werden, und das ist hier sowas von trockener minimal, wie man ihn teilweise auf profan durchexerziert hat. wegen der wenigen spuren könnte man fast den vergleich mit sähkö wagen, aber die sind dann doch eine spur düsterer. die flöte auf der a-seite sorgt für die nötige portion kitsch, auf der b-seite fehlt sie wiederum, und es werden einfach nur die sequenz und die claps über dem beat gefiltert. das klingt dabei aber sowas von sexy, dass man manchen minimal-vorzeigelabels um die ohren hauen möchte. so geht das nämlich.

robag wruhme
wuzzelbud kk lp
[musik krause mk cd 001]

kam zu der zeit raus, als sein „kopfnikker“ noch die tanzflächen bestens in schwung hielt und überrascht mit unerwarteten downbeat-, bzw. r’n’b-tracks, und sogar ambient ist mit an bord. wirkt dabei nicht aufgesetzt, sondern sogar authentisch, und da die minimal-tracks auch allesamt keine qualität zum einschlafen bieten, überstrahlt das album auch heute noch einiges, was in dem bereich in diesem format erscheint – leider auch bei musik krause.

marcel dettmann
quicksand / getaway
[ostgut tonträger o-ton 03]

kam im berghain – wen wundert’s? – schon häufig genug zum einsatz, und wie es nun mal bei labels mit clubzugehörigkeit so ist: die tracks sind dafür einfach wie gemacht. daheim kommt die a-seite vielleicht etwas schwach auf der brust daher, aber die echo-sequenz verfehlt mit der nötigen anlage und optischer untermalung ihre effekte nicht. die b-seite ist tranciger, nicht mein fall.

jake fairley
cn tower
[sender send007]

was hat er für tolle platten gemacht, bevor auch er in poppigere gefilde abdriftete. andererseits kann niemand verlangen, davon noch dutzende neue aufgüsse zu bringen, weil das irgendwann wirklich langweilig wird. man sollte sich also lieber hieran erfreuen, weil das nach wie vor schön tiefe techhouse-tracks sind, denen man die sechs jahre auf dem buckel wirklich nicht anmerkt. war definitiv seine beste phase als produzent, jede sender von ihm eigentlich blind zu kaufen und die hier somit überfällig.

carsten jost
pinksilver
[sender send016]

mit ein paradebeispiel, wie man mit wenig mitteln dennoch tracks mit atmosphäre und dem nötigen druck erzeugt. auf der b-seite besonders deutlich, weil dort nicht mal erhöhtes tempo vonnöten ist. die a-seite brennt sich mit ihrer melodie eh ins gehirn. immer noch makellos.

jochen heib
arise
[senior solution management ssm02]

wenn es ein neues label aus dem kompakt-vertrieb verstanden hat, mit qualität zu überzeugen, dann dieses. kaufen kann man alle drei, die wahl fiel nur erstmal auf die, weil der titel wirklich wörtlich genommen werden kann, da die sequenz sich tatsächlich erst von ihrer lautstärke her erheben muss, um im letzten drittel zusammen mit der hintergrundmelodie ihren zenith zu erreichen. zeigt mal wieder, dass es die einfachsten ideen immer noch bringen.
die „version“ auf der b-seite ist das selbe nochmal ohne fläche, dafür mit mehr knarz, voll funktional und die ep damit der beste beweis, wie minimaler techno heutzutage möglich sein kann, wenn man denn will.

the black e
found on the floor of the foundry
[sleep debt sd005]

cristian vogel und ben mallott, die mal eben spaß daran finden, bei „y-o-y jack“ ihre variante von acid-house zu kredenzen, „spider power“ ist schon fast typisch düsterer vogel-bassline-techno, bei dem das langsamere tempo sein übriges tut. der „? remix“ des openers filtert das sprachsample und fügt eine bassline alter schule hinzu. ist nett, mehr aber nicht. „ho ho ho“ war bereits auf der „seed records presents… soviet„-compilation drauf, die für kurze zeit für lau über bleep zu haben war, wurde hier auch schon besprochen.

surgeon – neck face

da gibt es auch mal wieder was neues. alleine die tracklist verheißt viel, und bei der bisherigen qualität seiner werke wird man den platz auf der festplatte sicherlich nicht vergeblich brauchen. sind auch nur 73,8 mb: klick.

ganz nebenher erfährt man auch noch, dass er demnächst den ritterschlag von warp erhält, obwohl ich da zwischen den zeilen rausinterpretiere, dass da schon seit geraumer zeit was ansteht. sei es drum: das release wird „this is for you shits“ heißen, gibt kein genaues veröffentlichungsdatum, und ich weiß auch nicht, ob man da wirklich techno von ihm erwarten sollte. aber es ist, denke ich mal, für einige schon überfällig, dass er auf dem renommée-label was veröffentlichen darf und ein techno-release stünde ihnen auch mal wieder.

einkäufe vom 13. august 2007

das hier war mal der eintrag zur peak of the week, die am 29. august 2007 im kiki blofeld hätte stattfinden sollen, wenn denn das wetter und die kommunikation zwischen betreiber und organisatoren geklappt hätte. nun mache ich aus der not eine tugend und stelle einfach den letzten discogs-einkauf vor.

christoph de babalon / kid 606
split series #10
[fatcat records 12fat020]

wegen der etwas andersartigen pop-vergangenheitsbewältigung habe ich vor ca. vier bis fünf jahren so ziemlich alles von kid606 gekauft, was mir so in die finger kam. eigentlich schade, dass man von tigerbeat6 so gut wie nichts mehr hört (auch wenn die gerade mit tigerbass ein comeback feiern, was mich abgesehen von der ersten katalognummer aber auch nicht umwirft). entweder sind auch die ein opfer der digitalen revolution geworden oder der herr labelbetreiber hat einfach andere dinge um die ohren. es ist in dieser stadt mittlerweile jedenfalls schwierig geworden, einen laden zu finden, der überhaupt noch ein extra-fach für sie führt.
warum nun dieser exkurs? señor de pedro hat auch einige veröffentlichungen auf mille plateaux oder die hervorragende „gq on the eq“ auf dem kerbholz, die bei ambient in zeiten der glitch-euphorie echt akzente setzen konnten. das kriegt man von ihm auch auf der b-seite in bestform geboten, so dass jeder, der sich ein wenig mit experimentiellerer bootleggerei anfreunden kann (man kann sich ja mal das vergnügen machen, bei „flutter“ herauszufinden, welches vocal er durch die mangel gedreht hat – viel spaß), ein auge auf die ep werfen sollte.
auch nicht zuletzt wegen christoph de babalon, den ich bislang als zu noise-fixiert im hinterkopf und deswegen eher gemieden hatte. allerdings ist „cum on (feel this)“ eine astreine breakcore-nummer mit wirklich guter bassline und gerade soviel rotz wie nötig. die beiden ambient stücke (track 1 und 3) runden ob oder gerade wegen ihrer düsternis seine seite wirklich gut ab.

apathism
one-ten
[uturn ut10]
die ersten beiden tracks müssten die wiederveröffentlichung von der ersten apathism und der rest neu sein. bin mir aber nicht sicher, sollte also von jemandem verifiziert werden, der die ganz alten sachen daheim zu stehen hat.
heiko laux mit tracks, die im vergleich zu den heutigen offshore-funk-sachen unglaublich düster daherkommen, und dennoch mit einer vollen wucht auf der tanzfläche einschlagen können, sofern man nicht dem geschwindigkeitsdogma, dass techno nur über 150 bpm funktioniert, unterliegt. das kann bei den ersten beiden tracks dann auch mal etwas blubbern und fiepen, bzw. beim zweiten gehörig knarzen, aber abgesehen von „nine“ als fast reinem ambient-stück gibt es techno mit wirklich massiv geballter kraft.

johannes heil
per disciplinum mea lux videbis
[uturn ut11]
wer das slices-special über ihn noch im hinterkopf, bzw. seine entwicklung über die jahre hinweg verfolgt hat, wird seinen hang zur mystik kennen. insofern erzähle ich auch nichts neues, weil man genau das auf zwei vinyls verteilt geboten bekommt. teils ohne beats, teils recht reduziert gehalten, aber auch die dicken basslines kommen zu ihrem recht. alles mit einer tiefe, die sich über die jahre hinweg gehalten hat und somit unterstreicht, weshalb er zu der zeit nur zu recht als ausnahmeproduzent gehandelt wurde.

rhythm & sound lösen sich auf

via eru|tufon erfahren, und es ist keinerlei spekulation, sondern leider gewissheit.

zwar irgendwo ein tiefschlag, weil die beiden für meine begriffe dafür verantwortlich sind, mit die großartigsten platten produziert zu haben, die in meinem regal herumstehen. sie haben andererseits schon seit drei dekaden in irgendeiner form musik gemacht, davon seit 17 jahren zusammen, ganz nebenher den prototypen eines sounds geprägt, der von vielen kopiert und manchmal sogar erreicht wurde. ihre platten werden daher immer die stellung eines manifestes bei mir innehaben – unantastbar in ihrer zeitlosen qualität und tiefe.

danke dafür!

einkäufe vom 31. juli 2007

wieder die mitnahmeeffekte beim flyer-verteilen, diesmal bei mitte musik. bitte nichts neues erwarten.

cristian vogel
general arrepientase
[tresor 120]
zwei tracks, die auf der „busca invisibles“-cd, nicht aber auf dem doppelvinyl drauf sind. allerdings beide so klasse, dass die schon überfällig war. „general arrepientase“ ist seine art von breakbeats mit verschroben-düsterer atmosphäre, mal wieder mit besonderem augenmerk auf dem tieftonbereich. „wider cracks“ ist prinzipiell simpel gestrickt, veränderungen gibt es dennoch mit mal mehr, mal weniger detail – qualitätsarbeit ist es allerdings ohne frage.
womit ich übrigens jedes tresor-release von ihm hätte (compilation-beiträge und remixe ausgenommen). „the never engine“ heißt das neue album, kommt wohl im september raus.

cheek
venus (sunshine people)
[versatile ver002]

ja, ich bin von allen guten geistern verlassen und kaufe französischen house anno 1996.
ist nichts anderes als eine nostalgie-platte für mich, da sie just in der zeit gespielt wurde, in der mein interesse an der elektronischen musik bereits soweit ausgeprägt war, dass ich sie auch in clubs erfahren wollte, was mir wegen mangelnder volljährigkeit in kombination mit pflichtbewussten elternteilen aber verwehrt blieb.
es gab allerdings noch das radio, genauer: fritz. die hatten eine zeitlang eine reihe, die sie auch ruhig heute wiederbeleben sollten. nannte sich „crazy club radio“, mit übertragungen aus verschiedenen clubs (e-werk, tresor, wmf, wtf, eimer – gibt’s heute alle nicht mehr) und einer gewissen anja schneider als rasende reporterin. der dj-gregory-remix lief bei diversen gelegenheiten und auch später noch, als ich dann tatsächlich ein paar dieser örtlichkeiten unsicher machte. eine nach wie vor überaus funkige house-nummer, die sich der filterfunktion als elementarstem bestandteil bedient und für mich nach wie vor zu den tracks gehört, bei denen es mir leid tun sollte, den house-bereich sonst eher als nebensache zu behandeln, weil sie dabei helfen, das bei mir leider latente vocals-zum-handtaschen-schwingen-klischee zu beseitigen und sich eine zeitlosigkeit bewahrt haben, die gute musik auszeichnen sollte.

einkäufe vom 28. juli 2007

wenn man schon mal im hardwax flyer verteilt, kann man auch direkt noch was mitnehmen, zumal einige der sachen im fach standen, die vor zwei wochen noch, bzw. nicht mehr da waren.

smith n hack
moving like a train / to our disco friends
[smith n hack ltd]

die herbert-maxi dürfte noch nicht vergriffen sein, „tribute“ allerdings schon (wobei ich mich wundern muss, warum man die nicht nachpresst – kann auch an der nachfrage liegen). so hat man sich zum zehnjährigen jubiläum der labelfamilie (mmm / errorsmith / smith n hack / soundstream – die dazugehörige party gibt es in der alten kantine neben dem berghain am donnerstag, den 23. august 2007, eintritt kostet nix, der zettel liegt der platte bei) wohl gedacht, dass man dem käufer einen gefallen tut, und zwei außerordentliche kracher als sammlerstück feilbietet.
gute entscheidung, weil der remix für herbert mit seinen fanfaren hymne und abfahrt zugleich bietet und die b-seite mit einem der „tribute“-höhepunkte auch nach sechs jahren nicht angestaubt klingt. da ich die maxi auf k7 nicht besitze, kam mir das neben dem sammlertrieb gerade recht.

rene et gaston
merluche ideale ep
[a.r.t.less 2198]

auch wieder so eine unverhoffte lizensierung, die freudensprünge auslöst – zumindest bei mir, weil der track für mich zu den sternstunden auf der „deep space radio“-x-mix von kevin saunderson gehört. zwar gibt es den track auch auf der dazugehörigen vinyl-edition, aber die preise dafür liegen mittlerweile jenseits von gut und böse. so tut sven weisemann don williams (besten dank an reineke fuchs für die richtigstellung) vielen einen gefallen, lässt das ganze von 2000 and one auf 45 umdrehungen pro minute mastern, und sämtliche liebhaber von melodiösen, verträumten, und dennoch treibenden tracks sind überglücklich. zeitlos gute musik einfach, wobei sich der don-williams-re-edit auf der b-seite auch nicht schlecht schlägt.

female
advanced bossa remixes
[rsb 03]

habe noch eine in orange abbekommen, aber das nur pro forma.
gleich der erste track im female-edit birgt auch den hit der platte, mit einem walzenden, gebrochenen industrial-beat und ebensolchen sounds dazwischen. dabei nicht überladen, damit auf seine art funky, zu gut, um nur ein tool zu sein, aber auch ebenso einzusetzen. perfekt. o/v (aka ian j. richardson) agiert bei seinem remix von „exotica“ zurückhaltender, zwar auch mit breakbeats, aber wesentlich minimaler – ebenfalls nicht schlecht.
der zweite female-edit auf der b-seite ist eigentlich eine variation des ersten im 4/4-takt, ebenso gut einsetzbar. der r.a.h.-remix beschließt die ep wieder mit minimaleren, aber düsteren untertönen. ideal für die erste halbe stunde im tresor, wenn man mich fragt.

aeox
easy jetset
[neue heimat nh32]

das ist deren vermächtnis, erschien bereits, nachdem sie sich getrennt hatten.
„penicillin“ ist als eröffnung auch gleich nichts für mich (bin gegen den wirkstoff eh allergisch – als ob sie es geahnt hätten), irgendwie zu behäbig. dafür gibt es beim rest der platte absolut nichts zu meckern: die übliche mischung aus funk mit der würze satter kickdrums, für die man techno nach wie vor liebt – im vergleich zu ihrem sonstigen material auch sehr geradeaus. mal schauen, was die beiden jeweils für sich zukünftig veranstalten.

v/a
a sock of shed
[shed records shed006]

eine sammlung für die wonky-jünger, die gleich zu beginn mit dem remix von queaver & versis für surfin‘ bernard auch passendes material bekommen. für mich als verlegenheitslösung ganz nett, ich würde es im laufe eines sets aber nicht unbedingt spielen, da sind andere (ältere) sachen besser. edit ist schon entspannter, aber man weiß ja seit seiner ep auf don’t, dass er auf dem dancefloor zuhause sein kann. die seite endet mit einer unplugged-version des q&v-remixes, und die nimmt nebenher auch ganz gut die anfeuerungsrufe im osten des landes auf’s korn. das ist wiederum ganz nett.
b-seite: aeox, rocken geradeaus, lassen die distortion zum ende hin mehr und mehr zu ihrem recht kommen, auf tsr ist in sachen dreckige electro-beats neben verpeilten sid-melodien nach wie vor verlass, und bfq ist nicht mehr als ein gimmick. kann man für drei euro aber schon mitnehmen.

einkäufe vom 14. juli 2007

da war ich doch glatt mal auf blitzbesuch im hardwax.

sleeparchive
papercup
[sleeparchive zzz 07]

nachdem sich die „hospital tracks“ doch etwas zu sehr auf dem erreichten niveau ausruhten, war ich schon skeptisch, ob die nachfolgeplatte dann tatsächlich zwingend aus gründen der vollständigen sammlung mitgenommen werden muss. und tatsächlich fängt „papercup“ auch erstmal so an, wie man es von mittlerweile dutzenden seiner tracks gewohnt ist, aber: erstens ist der track sowas von klasse abgemischt und gemastert, so dass er trotz seines staubtrockenen funks mit einem massiven druck durch die boxen schallt und zweitens wächst er sich in der zweiten hälfte zu einem techno-track par excellence mit dem richtigen maß an distortion aus. insofern muss man mit der überlegung zum kauf bei der a-seite schon mal nicht lange fackeln.
mit „mri scanner“ gibt es auf der b-seite auch wieder was neues, nämlich downtempo mit einer aufgrund des doppelbasses stehenden subfrequenz-wand. auch hier gewohnt unterkühlt, aber das ist eben seine handschrift, ohne die mir mittlerweile bei den neuerscheinungen wirklich was fehlen würde.

shed
these kinky dudes from germany
[soloaction soa1211]

er scheint seit geraumer zeit hardwax-mitarbeiter zu sein, aber passt ja auch zum musikalischen konzept des ladens.
ich hatte ihn nach seinem letzten set im berghain zwar nicht sonderlich gut wegkommen lassen, aber man will ja nicht ausschließen, dass er sich beim evtl. nächsten mal besser den bedürfnissen der leute anpasst.
darum soll’s hier aber nicht gehen, zumal gleich der erste track mit den tighten snares, der hypnose-sequenz und vor allem der fläche alle kritiker verstummen lassen sollte. ideal für ausgelassenere open-air-parties oder für berghain / batterieraum zu späterer stunde. „kinky dudes“ auf der rückseite jackt schon beinahe vor sich hin, die sounds erinnern auch an chicago vor nunmehr 17/18 jahren, sind aber dennoch aufgefrischt, so dass der track mehr als nur ein bloßes update ist.
aufmerksamen mitlesern wird aufgefallen sein, dass ich die tracks auf den innenseiten unterschlagen habe, die beiden bedienen aber eher die sofa-fraktion als den dancefloor, wobei man es tunlichst vermeiden sollte, von füllmaterial zu sprechen.

rhythm & sound
carrier
[rhythm & sound rs-05]
ach, ihr erwartet doch nicht ernsthaft, dass ich die beiden herren hier schon wieder auf den olymp hebe, oder?
gut, ich werde es auch nicht tun. mir fehlt nur noch eine, dann ist auch rhythm & sound komplett.