[berlin / 12.07.2014] berghain: klubnacht

wo ich schon mal dabei bin…

klubnacht

berghain
00h00 pete
04h00 exium live
05h30 rolando
08h30 anomaly aka fred p
11h30 boris
15h00 freddy k
19h00 answer code request
23h00 answer code request / kobosil
02h00 kobosil

panorama bar
00h00 oskar offermann & edward
05h00 kevin reynolds
06h00 marquis hawkes
09h00 dixon avenue basement jams

garten
12h00 cassy
15h00 andre galluzzi
18h00 len faki

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
auch wieder einer dieser auf die lange bank geschobenen und dann vergessenen nachbetrachtungen. also mal wieder in den erinnerungen kramen.
warm-ups von pete kann man nach wie vor immer gerne mitnehmen, exium liegen mit ihrer industrial-ästhetik im berghain genau richtig, aber sind damit aktuell nun mal nicht die einzigen und blieben mir auch nicht im gedächtnis.
von rolando hatte ich mir ein treibenderes set erhofft als er letztendlich spielte. das war eher die deepe seite von detroit, was auch ok war. ich hab währenddessen dennoch lieber geplaudert – typischer fall von mangelnder flexibilität meinerseits, was das anpassen meiner erwartungen angeht. marquis hawkes, seinerzeit zuletzt auf clone jack for daze in erscheinung getreten, war für mich eine überraschung. das aber in erster linie, als ich mitbekam, wer sich hinter dem alias verbirgt (da das aktuell am 11. märz 2015 noch nicht bei discogs steht, werde ich mich hüten, hier noch weitere angaben zu machen) und auch wegen der chicago-tracks, die er dort spielte. fred p hatte unten was meditatives, technisch sehr sauber. wird normalerweise wohl eher oben in der panorama bar zu finden sein, fand ich unten allerdings nicht fehl am platze. aber auch hier blieb bei mir nicht viel hängen, gegangen bin ich dann gegen mittag.

wiederankunft nach dem titelgewinn der nationalelf. da mag man annehmen, dass der club vor euphorie explodiert. vielleicht war das auch so, aber ich war zu dem zeitpunkt schon vom gesamten wochenende etwas mitgenommen, so dass ich nur noch auf sparflamme kochte. rekapitulierend: samstag früh nach etwas schlaf im suicide spielen, danach zur staub, danach ganz wenig schlaf, danach berghain, danach viel zu wenig schlaf, danach finale gucken, danach wieder berghain – um es mal so zu formulieren: aus gründen brauchte ich das so an dem wochenende, aber realistisch betrachtet war das eine klubnacht, die für mich keine nennenswerten höhepunkte bot und sich somit in den soliden berghain-durchschnitt einreihte.

[berlin / 12.07.2014] about blank: staub

die für mich erste ausgabe von vor acht wochen war so klasse, dass ich nach einem kurzen nickerchen hier vorbeischauen werde. antinationales fußballschauen um den dritten platz kann man dann pünktlich nach ende der party, sofern gewünscht.

about_staub_20140712

eintritt
5 euro

nachbetrachtung
für die chronisten erstmal wieder der nachgereichte ablauf, fand alles im garten statt:
11h00 irakli
13h00 dr. rubinstein
15h00 yacoub
17h00 blind observatory
19h00 caleb esc

davon für mich dr. rubinstein die haushohe gewinnerin, wobei sie bei mir mit mitt-90er-techno ja auch einfaches spiel hat. yacoub fand ich im vergleich zur letzten staub, bei der er das finale machen durfte, zu trocken. irakli war beim ankommen solide, blind observatory habe ich als letztes mitgenommen, da ich nach einem kurzen heimischen zwischenstopp nach dem suicide direkt richtung ostkreuz gegangen bin und etwas ruhe brauchte. er hat sich jedenfalls auf detroit konzentriert, jedoch nicht ausschließlich – er zeigte jedenfalls, dass man nach zehn jahren tatsächlich wieder „dexter“ von herrn villalobos spielen kann. auch sonst sehr melodisch, was zwar zum abend, aber manchmal irgendwie nicht ineinander passte. war jetzt nichts gravierendes, aber führte mir wieder vor augen, dass ich der harmonielehre etwas mehr aufmerksamkeit widmen sollte, bevor ich da mal wirklich kritik üben sollte.

generell: toller tag mal wieder im blank-garten. hätte nicht angenommen, dass doch ganz schön fordernder techno-sound dort auch funktioniert, aber wurde eines besseren belehrt. zwar blieb es bis yacoub recht übersichtlich, aber gegen 18h00 war die tanzfläche im garten sehr ordentlich gefüllt und es herrschte allgemeine fröhlichkeit.
um es auf den nenner zu bringen: meine zweite staub-ausgabe hat dazu beigetragen, sie als stammveranstaltung im blank auf dem zettel zu haben, auch wenn ich sie jetzt im september aus gründen verpasst habe. sollten sie den zwei-monats-rythmus beibehalten, wird das bei mir allem anschein nach auch im november (und somit für 2014) nichts mehr. dann eben im kalten januar gemeinsam die lobby durch körperwärme heizen. nicht, dass ich irgendwie zu weit im voraus planen würde…

[berlin / 05.07.2014] about blank: blank generation

die wetterprognose ist gut, das ambiente im garten für den sommer eh wie geschaffen und das line-up ist der punkt auf dem i (auch wenn ich wegen der tagsüber angepeilten schicht leider pearson sound verpassen werde).
about_blank_generation_20140705

lobby
00h00 resom
03h00 pearson sound
05h30 helena hauff

mdf
02h30 dr. rubinstein
05h00 hbx live
06h00 dj xing

garten
08h00 randweg live
09h00 grizzly
11h00 jessamine
13h00 sotofett
18h00 willie burns
20h00 barbara hoffmann

eintritt
23h59-01h00: 8 euro
01h00-06h00: 12 euro
06h00-12h00: 10 euro
ab 12h00: 7 euro

nachbetrachtung

von grizzly bis barbara hoffmann war ich vor ort, und mal abgesehen von den beiden plus jessamine war der soziale aspekt bei der gelegenheit für mich wichtiger als der musikalische. lag aber auch daran, dass ich nicht so recht in das sotofett-set fand – mir fehlte die klare linie, aber vielseitig war’s, ohne zweifel. bei willie burns weiß ich noch, dass mir der vocal-anteil stellenweise zu hoch war.
vom meterologischen und dem schon erwähnten sozialen aspekt war es also goldrichtig, den sonn-tag gewählt zu haben. musikalisch finde ich’s im nachhinein dennoch schade, pearson sound, helena hauff und dr. rubinstein verpasst zu haben. macht aber insofern nichts, da der blank-garten mich in vielerlei hinsicht umhegen konnte. das alles hat somit meinen eindruck gefestigt, dass der menschliche, herzliche, urig-gemütliche aspekt im blank nicht zu kurz kommt, was musikalische durststrecken (die ich bei dieser gelegenheit aber auf meinen geschmack schiebe) mehr als ausgleicht.

[berlin / 11.07.2014] suicide: killekill & friends

ich kehre nach fast genau einem jahr und vier monaten an den tatort zurück.

killekill & friends

club
00h00 daniele antezza
02h30 evirgen (cassegrain)
05h00 the marx trukker live
06h00 stype

garten
01h00 dj atact (cassegrain)
04h00 dj flush
07h00 hks97

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
eine woche vorher war ich noch auf dem stand, dass ich im hof spielen soll, aber durch den wegfall von tin man hatte sich der wind scheinbar gedreht, so dass mein wunsch, nach zwei jahren mal wieder drinnen zu spielen, in erfüllung ging.
um erstmal etwas weiter auszuholen: auf einer doppelgeburtstagsparty letztens (die zur hälfte auf mein konto ging) hatte ich die erfahrung gemacht, dass ich mit vinyl, das innerhalb von einer viertelstunde zusammengesucht wird und in eine plattentasche passt, fast drei stunden ganz passabel spielen kann. führte mir vor augen, dass die ableton-sets meistens in ihrer dramaturgie schon durch die anordnung der clips vorgegeben sein können, wenn ich nur stur von reihe zu reihe vertikal nach unten vorwärts arbeite. das mag am anfang des abends funktionieren, wenn die richtung eh vorgegeben ist, aber bei allem, was danach kommt, ist flexibilität gefragt. kann auch einer der gründe sein, weshalb es bei der impulse im mai nicht so lief.

also: schluss-slot und somit die tatsache im hinterkopf, dass manche leute eh gehen wollen und es nicht unbedingt an mir selbst liegt – das übliche halt. also gab es meinerseits nur den anspruch, es dem rest möglichst angenehm zu gestalten und das meiste daraus zu machen. entsprechend auch die vorbereitung mit der privatparty-erfahrung: fünf, sechs tracks für den anfang festlegen und den rest, den ich gerne spielen möchte, irgendwo in den spuren von live ablegen. zwei der sechs spuren noch für loops reservieren, so dass sich immer irgendwie etwas überbrücken lässt, aber sonst durch die matrix scrollen (was mit touchable ja sehr gut geht) und schauen, was dort so schlummert. es waren dennoch über 100 tracks, das sähe in einer plattentasche durchaus ähnlich aus.
zweiter teil der vorbereitung: vorschlafen. daher habe ich erst den rest von evirgen mitbekommen (techno, amtlich) und das komplette set vom trukker, der mit einem minimalen hardware-setup aus dem hause elektron eine große palette hin von dubbigen sounds bis zu acid bot und dabei so viel spaß hatte, dass ich ihn gerne 20 minuten länger machen ließ. bleibt ja noch genug vom morgen übrig, dachte ich so beim blick auf die tanzfläche.
ich fing wie geplant mit „procrastination“ von demdike stare an – ein track, der den normalen partygänger normalerweise unruhig mit den füßen scharren lässt, weil wenige elemente erst im langsamen aufbau zueinander finden. obendrein sind es auch noch breakbeats, das klappt ja nicht immer. vorteil war aber, dass sich das schön mit einem drumloop aus head highs „power seat“ untermalen ließ. und da mr trukker eh um die 130 bpm aufhörte, so dass das meine gewählte anfangsgeschwindigkeit war, konnte ich recht schnell ins set finden und das publikum glücklicherweise ebenfalls. auch der plan mit der eher auf improvisation ausgelegten anordnung der tracks ging auf. da blieb zwar kaum zeit für irgendwelche effektspielereien, aber dafür eher für’s mixen. einziger nennenswerter fehler: head highs „hex factor“ in der mitte versehentlich neu zu starten, obwohl ich mir nur den stand in der wellenform ansehen wollte. klappt in touchable normalerweise durch längeres antippen des tracks, aber da muss ich wohl noch etwas mehr routine entwickeln. war dann so etwas wie ein unfreiwilliger rewind und (ganz improvisiert) schnell wieder an der ursprünglichen stelle. auch wieder beweis für die these, dass das publikum sowas in der regel nicht merkt und man sich als dj am ehesten über so etwas ärgert. komischerweise nahm auch ich das eher mit einem „passiert halt“ hin.
ärgerlicher war hingegen, dass der nachtmanager des suicide gegen 6h45 bei mir ankam, um mir mitzuteilen, dass um 7h00 schluss sein soll. mit halb-entgeistertem und halb-entnervtem gesicht gab ich ihm zu verstehen, dass ich gerade mal seit 20 minuten am spielen bin und das nicht ganz sein ernst sein könnte. er kam nach rücksprache mit dj flush mit einer neuen deadline wieder: 7h30. flush selber kam wenig später selbst auch noch an: 7h45. zwar immer noch unter meiner mindestwohlfühldauer von zwei stunden, aber doch wesentlich besser als die erste ansage. die tanzfläche hielt ich über die zeit auch konstant gefüllt, selbst als ich den druck etwas rausnahm und pünktlich um viertel vor acht mit „little green apples“ von christian morgenstern endete. am ende noch meine ansage ins publikum, dass sie schon etwas lauter klatschen müssten, wenn sie eine zugabe haben wollen und somit auch ein gutes argument gegenüber dem nachtmanager, wenigstens noch einen track spielen zu können. das war dann „dleep off“ von ghostleigh und somit kurz vor acht schluss.
summa summarum: ein set, das die bei mir im mai geschürten zweifel, ob ich überhaupt noch auf die besucher eingehen kann, gründlich zerstreute. hätte trotzdem gerne mehr von dem abend gehabt. aber gut, besser als überhaupt nicht gespielt.

draußen war hks97 mit langsamen, reduzierten house-sachen zugange. gefiel mir stilistisch schon ziemlich, aber man hörte ihm deutlich an, dass es sein erstes set mit vinyl im club war. sprich: hörte sich an wie meine clubpremiere mit vinyl – da konnte man die passenden übergänge auch an einer hand abzählen. wir sprachen im anschluss bei der staub im about blank nochmal kurz darüber, womit ich hoffentlich ein paar lesern den wind aus den segeln nehme, welche die kommentare hier mit „immer schön hintenrum kritisieren, aber persönlich keinen mumm haben, ihm das ins gesicht zu sagen.“ sprengen wollen. schluss war im garten jedenfalls auch gegen 9h30 und ich bin mit zufriedenem gefühl aus dem club, in der hoffnung, dass bis zum nächsten mal nicht wieder mehr als ein jahr vergeht.

[lärz / 26.-30.06.2014] fusion

ich bin dann ab morgen mal für ein paar tage weg. der ausschnitt unten deutet meine ticket-option an, die das angenehme mit dem nützlichen verbindet: bei verlosung und ticketbingo leer ausgegangen, aber im mai kam die e-mail, dass noch arbeitsamt-schichten vergeben werden können. ein paar e-mails und wochen später (genauer, am 10. juni) hatte ich dann endlich das pdf im postfach. auf der fusion wollte ich eh in den letzten jahren gerne mal arbeiten, nun ermöglicht mir das den zutritt und die ersparnis beim ticketpreis. lässt sich schon mal gut an, und das programm ist wieder mit dermaßen viel neuen namen gespickt, dass ich am montag mit dem „wo ist nur die zeit geblieben“-gefühl heimfahren werde.

fusion2014

nachbetrachtung

da seit der 2014er-fusion und der nachlese mittlerweile fast anderthalb jahre vergangen sind (die nachbetrachtung habe ich doch schon am 28. oktober 2015 verfasst), wird es leider nicht so ausführlich wie in den jahren zuvor. muss ja auch nicht immer sein, werde deswegen aber auch nicht damit beginnen, das smartphone ständig für notizen zu zücken.

was ist denn so alles auf der pro-seite hängengeblieben?

  • der gute start mit dem unverhofften upgrade bei sixt, das mir einen audi a1 bescherte. zwar die größere variante als fünftürer, mit der man zu dritt inklusive gepäck gut hinkommt, und im gegensatz zum vorjahr mit navi, so dass aufgrund eigener verplantheit keine ungeplanten umwege in kauf genommen werden mussten. zum schlafen taugte das flotte automobil ohne zweifel, aber aus gründen der geräumigkeit beschloss ich, künftig die mehrkosten für einen kombi auf mich zu nehmen.
  • wie entspannt das alles über die bühne ging. man erinnert sich: lange diskussionen um wirklich konsequent durchgesetzte kontrolle der tickets, doppelzaun zur vermeidung unschöner klettergeschichten mit verlust mancher gliedmaßen und dann vor ort noch ein jeton-system. im vergleich zu früher also um einiges mehr an kontrolle, was sich aber aus meiner sicht als gast sehr angenehm bemerkbar gemacht hat. es war zwar allerorten gut gefüllt, jedoch nicht überlaufen. klar zogen die hauptacts wie fettes brot auf der hangarbühne einiges an leuten an, aber obwohl sie ihren slot mit der angenehmen mischung aus routine und spaß an der freud über die bühne brachten, interessierte mich das nur eher am rande.
    von dem jeton-system bekam man erst etwas mit, als man sich vom family-space auf den weg richtung fußgängerbrücke machte, aber allzu lange warteschlangen habe ich dabei auch nicht mitbekommen. lief fast im wahrsten sinne des wortes gut hand in hand.
  • wie schön es war, dem festival endlich mal mit arbeitskraft helfen zu können, auch wenn meine aufgabe samstag von 10 bis 16 uhr darin bestand, autos an der landstraße zu zeigen, welche einfahrt sie nehmen können – also entweder die richtung parkplatz für die botschaft oder gleich richtung festivalgelände, wenn die leute schon ein bändchen hatten. ein nicht unerheblicher teil des verkehrs bestand jedoch aus den artist-shuttles, die man beim spätestens dritten durchlauf auch alle kannte. den meisten teil der zeit konnte ich einfach nur am rand herumstehen und warten.
    grundsätzlich aber klasse, weil mir dies den kauf des tickets ermöglicht hatte (und ich obendrein auch noch 40 euro wiederbekam). nicht so klasse, dass ich von denjenigen, die in den genuss der „ticket gegen arbeit“-option gekommen waren, zu dem drittel gehörte, das sich auch tatsächlich zum einsatz gemeldet hat, so dass es dies zukünftig so nicht mehr geben wird. stattdessen eben das supporter-system, das in 2015 zwar mit ähnlichen problemen zu kämpfen hatte, jedoch längst nicht in dem ausmaß.
  • die pfandkästen an wichtigen durchgangspunkten, damit die flaschen nicht auf wege oder wiesen geschmissen werden. waren eine tolle ergänzung zu den containern am rande der tanzflächen.
  • das mapping der visuals auf der hangarbühne. nicht nur bei den acts, sondern gerade bei den umbaupausen mit den sich bewegenden roboteraugen inklusive dazugehöriger sounds. dies nur stellvertretend für alles, was (wieder einmal) in puncto dekoration auf die beine gestellt worden ist. beim weidenwald neben dem trancefloor konnte man die tollsten ideen für lagerfeuer sowie skulpturen beobachten. liebe zum detail eben. ach ja, den gabba-floor habe ich noch nicht erwähnt: telefonzelle vor dem kino, ein ständig laufender loop bei 180 bpm, drinnen led-strobo und so viele leute wie möglich quetschen sich rein. war nur zu viert drin, es haben aber auch acht gleichzeitig versucht.
  • damit die acts mal abgehakt sind: resom und don williams donnerstag abend auf dem querfeld. beide technoid unterwegs, wobei don seine tresor-sozialisierung sehr hat durchblitzen lassen. rennt bei mir mit sowas aber bekanntermaßen offene türen ein.
    cristian vogel an gleicher stelle freitag früh, der ziemlich viele perlen aus der plattentasche zog („r.e.s.p.e.c.t.“ von love inc. bspw., aber auch vieles seiner eigenen älteren tresor-sachen). fil auf der hangarbühne freitag mittag, zwar mit ähnlichem repertoire wie in den jahren zuvor, aber hebt die stimmung immer noch ungemein.
    extrawelt freitag nacht auf der turmbühne hatten auch was für sich, war aber auch ordentlich voll dort. reeps one im chai wallah habe ich leider nur zum schluss mitbekommen, aber der zählt zu der „den sollte man auf dem zettel haben“-fraktion – beatboxing vom feinsten.
    dann noch die performance von cie pipototal samstag abend an der casbah und anschließend pinch als absoluter held auf dem querfeld. auch wenn es da schon ordentlich regnete, war das so fesselnd, dass es auch egal war, gerade etwas eingeweicht zu werden. turbostaat hinterließen auf der hangarbühne auch einen sehr guten eindruck.
  • immer noch am nachhaltigsten in erinnerung: wie viel die fusion in diesen vier tagen zur akzeptanz einer sich anbahnenden (und dann auch eingetretenen) jobtechnischen enttäuschung  beigetragen hat. das schlug vor (und während) der fusion bis auf das selbstwertgefühl und auf die laune durch, was auch teile des umfelds abbekamen. aber wie das gemeinsam geklärt werden konnte und wie egal es dort ist, inwieweit man sich irgendwie verkaufen muss, sondern stattdessen vorbehaltlos als der mensch akzeptiert wird, der man ist, war in den tagen eine erkenntnis, die mich nach der fusion einiges entspannter hat sehen lassen. mit dem mehr als einen jahr dazwischen hat sich die oben erwähnte enttäuschung übrigens in ernüchterung umgewandelt, aber das steht alles auf einem anderen blatt papier.

und was gab’s für negative seiten?

  • auf den vordersten plätzen tut sich aber auch nichts: seit jahren ist der running gag vorne – schon wieder kein theaterstück gesehen.
  • als zweites: die stehpisser, obwohl es an rinnen nun echt nicht mangelte.
  • das wetter verdient eine gnaden-4, aber beileibe nicht mehr. hatte glück, dass es samstag früh vor meiner schicht schüttete, währenddessen jedoch nicht. dafür ging es wie erwähnt nachts bei pinch wieder los und dauerte bis in den frühen sonntagmorgen, was alleine deswegen ärgerlich war, weil spiral tribe quasi komplett auf der turmbühne spielten und sich da schon pfützen gebildet hatten. ich habe die turmbühne noch nie so leer gesehen – eventuell waren es 50 leute, wenn man großzügig ist. hatte aber auch seine positiven seiten: im kino habe ich mir noch „der böse onkel“ von urs odermatt angeschaut – zwar alles andere als leichtverdauliche kost, die ganz sicher zu kontroversen anregt. aber es zeichnet die fusion aus, mit sowas anstöße in welche richtungen auch immer zu geben.
  • wie eigentlich immer: zu viel verpasst zu haben, weil man eher mit herumstreunen beschäftigt ist. filastine hätte ich sehr gerne mal wieder gesehen, die goldenen zitronen ebenfalls (war jedoch im luftschloss aussichtslos), gleiches gilt für the soft moon. cgb-1 an der dubstation war auch bestimmt toll. hat man aber mal akzeptiert, dass man auf der fusion beim besten willen nicht alles mitnehmen kann, lebt sich’s auch gleich entspannter.

wie man also sieht: es überwiegen die positiven seiten, war ja auch nicht anders zu erwarten. man muss auch mal anerkennen, dass die erweiterten kontrollen eher dem schutz der gäste dienen, damit dies kein für viele beteiligten unentspanntes festival wird (sei es wegen abgetrennter finger oder einem nur mit zen-ruhe hinzunehmenden füllgrad am freitag oder samstag). für mich war es trotz der stattlichen größe von 60.000 teilnehmern eine der entspanntesten ausgaben der fusion, die einfach nur besseres wetter und vor allem diszipliniertere teilnehmer bei den arbeitsamt-tickets verdient hätte. gerade letztere sollten sich durchaus mal vergegenwärtigen, dass das festival auch vom einsatz der besucher lebt und es eigentlich fahrlässig ist, dies mit füßen zu treten. es spricht zwar für die fusion, hierbei erstmal einen vertrauensvorschuss gegeben zu haben, aber wenn dieser massenhaft verspielt wird, ist es nur konsequent, das arbeitssystem weiter zu formalisieren, wie es dann in 2015 passiert ist.

ansonsten wie immer: eine klasse für sich. stand für mich mal wieder sonntag abend fest, 2015 zurückkehren zu wollen.

[berlin / 21.06.2014] berghain: csd-klubnacht

und da ist er – der monatliche termin am tag der alljährlichen lgbt-parade. bin, wie jedes jahr bei der gelegenheit, in erster linie neugierig, wie sich das publikums- und stimmungstechnisch niederschlägt.

csd-klubnacht

berghain
00h00 fiedel
04h00 tama sumo
08h00 roger23
12h00 steffi
16h00 marcel dettmann
20h00 dvs1
24h00 boris

panorama bar
00h00 roi perez
04h00 virginia
08h00 michael serafini
11h00 honey dijon
14h00 massimiliano pagliara
18h00 jason kendig
21h00 nd_baumecker
01h00 roi perez

eintritt
14 euro

nachbetrachtung
wie das nun mal immer so ist, wenn man mit den nachbetrachtungen ein jahr lang wartet: es fehlen die detaillierten erinnerungen.
fest steht, dass tama sumo für mich im berghain so wirkte, als ob sie da monatlich spielen würde – so souverän war das. fest steht aber auch, dass das set von roger23 auf mich einen echt zerfahrenen eindruck machte. zwar ging er schön zu seiner musik mit, aber das hilft nichts, wenn der aufbau für mich den roten faden vermissen lässt. daran ändert auch (und da sind sie noch, die details) „you gotta say yes to another excess“ von yello (im original, nicht im furiosen jam&spoon-remix) nichts. da fiel die schlafpause auch nicht schwer.
zurück war ich bei herrn dettmann, wegen dem ich leider zu wenig von massmiliano mitbekam. dvs1 für mich auch wie immer unten: treibend, aber mir auf dauer zu monoton. dafür war nd wieder in gewohnt guter form, so dass ich lieber oben blieb und recht zeitnah nach seinem set ging.

rückblickend betrachtet trotz csd eine klubnacht im guten mittelfeld 2014 – nicht mehr, nicht weniger.

[berlin / 13.06.2014] suicide: sechs jahre killekill

da schaue ich mal rum.

killekillsix20140613

line-up
hard ton live
snuff crew live
dj spider
frank bean
hanno hinkelbein
dj flush
sebastian kökow
mareen
the 29novfilms visuals

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
wird weniger eine nachbetrachtung, eher eine nüchterne analyse des status quo. aber erstmal das wesentliche.

anwesend: von 22h30 bis 5h30, mehr ging nach der arbeitswoche wirklich nicht.
mitbekommen: sebastian kökow (die ersten drei stunden bis hard ton draußen, solide), frank bean (ab 1h30, drinnen, wurde also mal umgekehrt verfahren als üblich, indem die leute erst in den garten kamen und der club erst danach öffnete – davon abgesehen war er für mich der höhepunkt. viel detroit, electro kam auch nicht zu kurz – er bleibt eben massiv unterschätzt.), hard ton (draußen, ab 3, wie in der berghain-kantine letztes jahr stimmlich und showtechnisch absolut überzeugend), snuff crew (wesentlich fordernder als das letzte mal im berghain, steht ihnen gut).
füllgrad: so zwei drittel bis drei viertel, fand ich ja ganz angenehm so, ist aber aus veranstaltersicht wieder eine andere geschichte, womit ich den übergang zum eigentlichen thema hätte.

es ist einigen nicht entgangen, dass ich in den letzten gut 11 monaten nicht mehr unter der killekill-flagge gespielt habe. angefragt war zwischendurch einmal der 3. märz im so 36, aber da kam bekannterweise die individuelle lärmempfindlichkeit dazwischen.
davon abgesehen war der 31. juli letzten jahres in der berghain-kantine das letzte mal, und das war aus meiner sicht zumindest publikumstechnisch enttäuschend. im suicide selbst hatte ich mitte märz 2013 das letzte mal das vergnügen, was zum siebeneinhalbstunden-set draußen in der holzhütte führte. der garten wurde zwischenzeitlich von amts wegen geschlossen, aber an sich kann ich mich nicht daran erinnern, den suicide mit einer leeren tanzfläche hinterlassen zu haben. daher konnte ich mir die funkstille nicht erklären, die in puncto anfragen herrschte.
zugegeben: meine präsenz auf killekill-parties oder im büro hat aufgrund dieser tatsache gelitten. hinzu kommt ein aktuell eh sehr fordernder vollzeitjob, der für ein ausgeglichenes konto und somit für den luxus sorgt, dass ich das djing nach wie vor als hobby begreife (was sich auch nicht ändern wird). musikalischer mehrwert ist also für mich wichtiger als nur nach dem aktuell angesagten gusto und obendrein immer nur das gleiche zu spielen, auch wenn das wie im about blank im mai auch mal schön danebengehen kann. durch den schwerpunkt auf dem hobby-aspekt geht mir auch jeglicher drang ab, mich vermarkten zu wollen. das bedeutet: keine facebook-postings am laufenden band, somit kein hundertfaches „mir gefällt dieses und jenes“ und nicht alle zwei, drei wochen ein neues set, das nach aufmerksamkeit geifert. bei killekill hatte ich auch lange zeit den eindruck, als würde der fokus auf dem inhalt liegen und war entsprechend glücklich darüber, hin und wieder mit einem schönen maß an narrenfreiheit machen zu können, was mir so liegt. und trotz einiger experimente und einzelnem unverständnis beim publikum hat das im suicide bislang erstaunlich gut geklappt.
da sich mein konterfei trotz allem immer noch auf der killekill-seite bei den artists befindet, gab es für mich also klärungsbedarf. zu einem wirklichen ergebnis ist es zwar auch dadurch nicht gekommen, wohl aber gibt es über so manches mehr klarheit, was eben zu dieser analyse führt.
wer die freitage und samstage im suicide gegenüberstellt, kommt schnell dahinter, dass der techno- und dabei wohl besonders der killekill-freitag aus dem standard-techhouse-korsett ausbricht. leider bringen die samstage durch die gut etablierten namen und ebenso etabliertem (aber leider stereotypem) stil einiges mehr an profit, da genau dies beim laufpublikum an der warschauer brücke oder denen, die im reiseführer davon gehört haben, auf viel gegenliebe stößt. die leute bleiben länger, trinken mehr, der chef ist zufrieden.
dagegen der killekill-freitag, der sich durch ein gewisses mut zum risiko auszeichnete, sich aber nun vorwürfe beim vergleich zu den samstagen gefallen lassen muss, wenn die leute aufgrund vermeintlich zu anstrengender musik ab 6 uhr früh den heimweg antreten. von betreiberseite her werden nur die reinen besucherzahlen und der barumsatz gewertet – das musikalische ist dabei absolut nebensächlich. es wird also schwieriger, ambitionierte leute mit kleinerem namen für das line-up zu verkaufen. dies erfordert mittlerweile ein gutes maß an überzeugungsarbeit und führt als konsequenz dazu, dass diejenigen gefragt werden, die eh bereits gut vernetzt sind und deren gästeliste wenigstens 30 leute mehr verspricht (alienata ist da ein beispiel, sebastian kökow das andere). leute wie axiom, frank bean oder eben ich haben hierbei das nachsehen, da wir aus sicht von dj flush eben ein risiko darstellen. wenn’s gut läuft, kräht niemand danach, aber wenn nicht, wird es auf ihn zurückgeführt. der mut zu experimenten schwindet also zugunsten der kompromisskandidaten.

besonders glücklich macht flush diese situation nicht, das glaube ich sogar. ich verstehe auch, dass andere, besser vernetzte vollzeit-szene-aktivisten eher gefragt werden – alles kein problem. was ich an killekill jedoch zu schätzen gelernt habe, war die experimentierfreude, die sich an diversen mittwochabenden in der berghain-kantine zwar selten richtig auszahlte, aber der reihe einen guten rückhalt sichern konnte. das label schlägt auch gerne in die gleiche kerbe, aber mit der eben geschilderten diskrepanz im verhältnis zwischen der suicide-chefetage ohne jegliches verständnis für musikalische abenteuer und dj flush, der ein breites interesse mitbringt und den freitag im suicide betreut, wird der club-aspekt der reihe zwangsweise in eine richtung geführt, die ich nicht sonderlich gut finde. auf sicherheit bedachte bookings und somit austauschbare sets gibt es in dieser stadt zuhauf, da stünde es einem recht prominent platzierten laden wie dem suicide ganz gut zu gesicht, inmitten des auf massenamüsement ausgelegten raw-geländes einen akzent zu setzen. andererseits scheinen die finanzen da mittlerweile in dem maß zu regieren, dass man inhaltliche ansprüche gerne weiter hinten anstellt (das mikz ist das andere traurige beispiel). klar ist es toll, bezüglich des areals die nachricht zu hören, dass die bezirksverordnetenversammlung von fhain-xberg für dessen bestandsschutz gestimmt hat, aber am ende wäre auch der bau von townhouses auf das gleiche hinausgelaufen: ein besitzer sichert sich das filetstück und vermietet möglichst teuer. dies ist bereits aktuell der fall, was die clubs auf dem gelände in die zwangslage versetzt, möglichst profitabel zu wirtschaften – mit bekannten konsequenzen.
natürlich wünsche ich killekill alles gute zum sechsten. aber da in der situation keiner so wirklich glücklich werden kann, wäre es nur konsequent, sich andere, meinetwegen kleinere orte zu suchen, wo der inhalt am ende mehr zählt als prall gefüllte kassen. aber gut, vielleicht bin ich auch etwas zu naiv-optimistisch, wenn ich annehme, dass die stammkundschaft einen ortswechsel ohne weiteres mitmacht. dennoch fände ich es besser, wenn bis zum siebenten geburtstag etwas passiert. meine lust darauf, wieder etwas regelmäßiger in den suicide zu gehen, ist mir jedenfalls vergangen, das wird mich aber dennoch nicht davon abhalten, am 11. juli dort das comeback zu feiern (wenn man mich nach diesen zeilen noch lässt).

[berlin / 16.05.2014] berghain: not equal / finest friday

wie schon zwischen den zeilen angekündigt, geht’s zum zweiten mal in diesem monat in die kathedrale. bin gespannt, ob mika vainio clubtauglich spielen und laurent garnier so gut wie im november sein wird. orphx und die restlichen überraschungen im berghain-line-up nehme ich sowieso gerne mit.

notequal20140516

berghain: not equal
00h00 moon wheel
02h00 mika vainio live
03h00 opium hum
04h00 nhk‘ koyxen live
05h00 orphx live
06h00 bill kouligas

panorama bar: finest friday
00h00 alex kid
03h30 laurent garnier
08h30 marc schneider

eintritt
14 euro

logbuch

meine damen und herren – ich darf ihnen heute die kleine, manchmal mehr und manchmal weniger redselige, schwester der nachbetrachtung vorstellen: das logbuch, eine sammlung von notizen, die ich während der laufenden party im modernen kommunikationsmittel ansammle. das alles inklusive nennung der sternzeit. dahinter verbirgt sich das simple kalkül, bei den nachbetrachtungen nicht mehr in verzug geraten zu wollen, außerdem gewinnt es durch die zeitnähe an authentizität und bietet dem leser somit hoffentlich eine ablenkung vom üblichen schema.

02:10: doch schon drinnen. lieber vorschlafen und lange auskosten als unkonzentriert und in 30-sekunden-intervallen gähnend durch den club zu streunen, um das schauspiel eher im halbschlaf von der couch mitzubekommen. herr vainio mit drones und interessiert schauendem publikum. einen neueren korg electribe konnte ich u.a. als hardware identifizieren.
02:44: mika vainio hat vorzeitig die bühne verlassen. die gründe finde ich schon noch heraus, aber bis dahin war es der gewohnt unbequeme angriff auf die physiognomie mit hilfe tiefer und hoher frequenzen. wenn man nicht ganz arhythmisch veranlagt war, ließ sich auch ein takt ausmachen. alexkid übernimmt derweil oben die mission, die tanzfläche pünktlich für herrn garnier zu füllen, was mit forderndem, beinahe technoidem house auch sehr gut gelingt.
03:51: alexkid konnte herrn garnier eine gut gefüllte tanzfläche übergeben, aber auf dauer waren die tracks doch sehr austauschbar. funktional, ja, aber irgendwie nichts dabei, was nachhaltig im gedächtnis bliebe. laurent hält gleich von beginn an mit melodien entgegen, während opium hum den neuaufbau unten mit industrial-ästhetik à la blackest ever black und mit langsamem tempo zwischen 100 und höchstens 120 bpm echt gut hinbekommen hat. zwischenzeitlich standen orphx auf der bühne, nahm daher an, dass der live-act-slot getauscht wird. nicht der fall, nhk’koyxen übernimmt vorzeitig.
04:29: dramaturgisch ist der abend im berghain bislang schon riskant. nhk begann technoid mit entsprechendem tempo, um nach zehn minuten wieder abrupt auf gefühlte 100 bpm zu drosseln. bin zwar kein live-act, hätte aber dennoch versucht, das umgekehrt anzupacken. nichtsdestotrotz ist das publikum bemerkenswert geduldig und die tracks an sich interessant genug, dass ich die veröffentlichungen des jungen herrn vor dem hintergrund, die in meiner sammlung zwischen 100 und 120 bpm klaffende lücke an tracks mit gewisser härte zu füllen, mal anhören werde. bei laurent ist es hingegen wie immer – vor allem voll. gewusst wie, halt.
06:23: laurent spielt „what time is love“ von klf. zwar „nur“ die instrumental-version, aber: läuft.
06:54: während bill kouligas treibend-melodisch mit detroit-anleihen spielt, gebührt orphx ein großes „dankeschön“. das set brachte für meine begriffe alles mit, um zum kandidaten für das prädikat „so muss das“ zu avancieren: eine perfekte symbiose aus industrial-soundscapes, sequenzen aus dem modular-synth für die hypnose und (was nhk’koyxen stellenweise völlig abging) tolle nutzung der funktion-one-subwoofer bzw. der ganzen anlage. da hat sich routine einmal mehr positiv ausgezahlt. ich habe noch gar nicht erwähnt, dass die idee, die led-strobos (letzte woche noch an der treppe über dem dj-pult) über die scanner an den vier seiten zu montieren, echt gut war. schade nur, dass jetzt keine mehr an den traversen hängen. als wunsch: montiert da ruhig richtige weiße strobos alter schule als ergänzung zu denen an der seite. um dem szenetratsch noch genüge zu tun: mika vainios vorzeitiges ende ist einzig den allüren geschuldet.
07:17: als anhaltspunkt für andere und als notiz für mich – unten lief gerade „jump and run“ von stl, gefolgt von „fingerprints of the gods“ von hieroglyphic being. also mittlerweile eher chicago.
08:58: für’s protokoll: im berghain ist schluss. mal nachschauen, ob herr garnier immer noch überstunden macht.
09:01: nö, hat in den letzten 20 minuten an marc schneider übergeben. von ihm gibt’s gerade „dog days“ von matthew dear.
10:20: oh, „hot on the heels of love“ von dj hell, auch die lasse ich mir gerne gefallen. zwar geizt herr schneider nicht an hits, aber um die uhrzeit brauche zumindest ich feste ankerpunkte. wenn ich die dann auch noch benennen kann, macht mich das ein wenig stolz.
12:13: „phylyps trak 2“, ein niemals alterndes stück, nach dem man auch sagen kann, dass man einen schönen abend / morgen hatte. sprich: zeit zum aufbruch, zehn stunden sind für dieses wochenende genug. orphx stürzt heute niemand vom thron, opium hum war jedoch auch wertvoll und bill kouligas eine gute wahl für den schluss. die zweite hälfte seines sets war eher mein fall, davor waren ein paar dramaturgische brüche doch etwas hart (direkt nach der oben erwähnten jamal moss bspw.). laurent garnier gehört einmal mehr lobend erwähnt – stilistisch zwar größtenteils nicht (mehr) mein beuteschema, aber dass er nach um die 25 jahren djing immer noch so eine energie ausstrahlt, verdient einfach respekt. hätte mika vainio etwas mehr bodenständigkeit bewahrt, wäre er für mich auch vorne mit dabei, aber wegen der attitüde gibt es für ihn heute große abzüge in der b-note.
12:42: nun aber. nach quadrants „infinition“ und jesper dahlbäcks „persuader“ war’s wirklich an der zeit für den absprung. dürfte auch noch allerhöchstens eine stunde dauern, bis die letzten gäste rausgefegt werden.

[berlin / 10.05.2014] berghain: klubnacht

ja, das noch als zugabe obendrauf. dann reicht es auch erstmal (bis zum kommenden freitag, an dem mika vainio, orphx und auch laurent garnier dort spielen).

klubnacht

berghain
00h00 dj skurge
04h00 he/at live
05h00 ben klock
09h00 blawan
12h00 norman nodge
15h00 pangaea
18h00 tim wolff
22h00 don williams

panorama bar
00h00 mattis with
03h00 pional live
04h00 dani r. baughman
06h00 john talabot
10h00 marc piñol
14h00 dor

18h00 bicep
22h00 roi perez

eintritt
14 euro

nachbetrachtung
das war einer der termine, bei denen ich mich schon selbst fragen muss, ob es wirklich sinnvoll ist, mit einem knappen zeitbudget hinzugehen.

nach dem vorprogramm mit der impulse, robot army und staub war etwas schlaf wirklich vonnöten, so dass ich erst kurz vor dem ende von ben klock da war, der tatsächlich die drumcode 9 spielte. wenn der rest des sets ebenfalls nicht zu trocken war, hätte ich wohl durchaus auch mit den vier stunden zuvor etwas anfangen können. die panorama bar habe ich an dem abend gar nicht oder nur viel zu kurz gesehen, was schade ist, da ich john talabot schon gerne gehört hätte.
blawan lieferte gewohnt-toolige kost, jedoch hat mir etwas die irrwitzige härte der letzten male gefehlt. dafür hat norman nodge mich gut zwei stunden lang mit drexciya und anderen techno-tracks mit ebm-einschlag positiv überrascht. andererseits bin ich auch zu selten da, wenn er spielt.

zurück war ich dann pünktlich zum start von don williams, der für die drei stunden, die ich dann noch im club verbrachte, für meine begriffe auch das überzeugendste set spielte (was aber auch daran gelegen haben mag, dass er der erste ist, der „body mapping“ von cristian vogel dort gespielt hat).

trotzdem: das vorprogramm der tage zuvor und die tatsache, nachmittags lieber mit der familie als im club verbringen zu wollen und trotzdem terminartig zeitfenster für das berghain zu reservieren, gibt mir persönlich eher das gefühl einer stippvisite. und damit ist nicht die bei der familie gemeint. die zeitfenster waren im nachhinein wohl den etwas unrealistischen erwartungen meinerseits geschuldet, was die härte blawans betrifft, wegen dem ich hauptsächlich dort war. objektiv gesehen war das schon ganz schön ordentlich, aber nicht so brachial, wie er es sonst kann.
wie es mit stippvisiten nun mal so ist: sie können ganz nett sein, im nachhinein werde ich den gedanken jedoch nicht los, aufgrund des ehrgeizen terminkalenders trotzdem zu wenig zeit mitgebracht zu haben, um wirklich etwas von der klubnacht mitnehmen zu können. alleine aufgrund des vor- und familiären programms hätte es für mich auch nicht geschadet, das berghain an dem wochenende auch mal berghain bleiben zu lassen. aber gut, das merke ich für die nächste gelegenheit, zu der wieder prioritäten gesetzt werden müssen.

[berlin / 10.05.2014] about blank: staub

line-ups gibt es nie, nur techno als grobe orientierung, was man stilistisch so zu erwarten hat. bin neugierig, daher den dritten tag in folge im about blank.

staub20140510

eintritt
5 euro

nachbetrachtung
erstmal sei für statistiker und chronisten wie mich das wichtigste nachgereicht – das line-up:
10h00 dr. rubinstein
13h00 blind observatory
16h00 irakli
18h00 i/y
20h00 yac

da ich nach der robot army und auch der impulse ein gewisses schlafdefizit angehäuft hatte, wurde es hierbei etwas später: gegen 16h30 war ich da, blieb aber dafür auch bis zum schluss. das fiel jedoch am leichtesten, weil das wetter draußen das schlechte gewissen eh sehr gut in schach hielt und alle besucher den verschiedenen techno-spielarten von i/y (die nach dem ablauf ab 16 uhr eh das quasi-monopol über das geschehen hatten) sehr bereitwillig folgten. auch die sonst eher helle beleuchtung in der lobby wurde auf das notwendigste reduziert, so dass ich mehr als positiv davon überrascht war, dass der stil in der umgebung und zu der tageszeit ausgezeichnet funktioniert. aber gut, das launische wetter tat dazu auch sein übriges.
ende musste dann leider pünktlich kurz nach 22 uhr sein, damit vor der get deep noch einmal durchgewischt werden konnte. „stripped“ von depeche mode war die nummer zum abschied, die den meisten anwesenden noch aus kindheitstagen bekannt gewesen sein müsste. sie setzte einen schönen schlusspunkt unter eine wirklich gediegene techno-abfahrt, die dazu beitrug, dass die staub es aus dem stand in die liste der parties geschafft hat, die ich neben der blank generation als priorisierten monatstermin im about blank auf dem zettel habe. die langzeitbeobachtung gibt es dann hier.