letzter teil der wochenend-trilogie. mal schauen, wie weit die kondition reicht, dixon wollte ich schon gerne mitnehmen, herrn slater allerdings auch. vielleicht mit einer schlafpause zwischendurch.
berghain
00h00-03h00: nd_baumecker
03h00-07h00: luke slater
07h00-ende: marcel dettmann / ben klock
panorama bar: made to play from 12 to 12
00h00-04h00: zombie disco squad
04h00-06h30: claude vonstroke
06h30-09h00: justin martin
09h00-12h00: jesse rose
12h00-15h00: dinky
15h00-18h00: dixon
18h00–ende: cassy
12 euro
review
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stand schon um 3 uhr vor dem club, in der annahme, dass die schlange bei so einem line-up nicht allzu lang ausfallen würde. damit hatte ich mich aber gründlich geirrt. 70 meter, 30 minuten und ca. ein drittel an wieder weggeschickten gruppen später stand ich dann im laden, wo luke slater mich mit „emerge“ von scion begrüßte. schöner beginn für den abend, dachte ich so bei mir, in der hoffnung, dass er diese spannung aufrecht erhalten würde.
dabei blieb es dann leider auch, jedenfalls über weite strecken. hin und wieder kam eine veritable techno- oder acid-perle zum vorschein, auch einige planetary-assault-systems-tracks anno 1999 waren zu hören, aber mir kam es so vor, als ob er sich nicht so recht zwischen abfahrt und dahingleiten entscheiden könne. so bleibt der eindruck eines etwas zerfahrenen sets zurück, mit dem sich für mich zwischen 5h30 und 6h30 am ehesten etwas anfangen ließ.
claude vonstroke konnte, mit einigem an vorschusslorbeeren ausgestattet, bei mir auch nicht wirklich punkten. zu trocken dafür die gespielten tracks, um mich mehr als zehn minuten oben verweilen zu lassen. justin martin hat hingegen später mit alten französischen house-platten gezeigt, wie es geht.
marcel dettmann hat den anfang alleine bestritten, weil ben klock erst später eintraf. nahm das (viel zu verhaltene) ende von luke slater zum anlass, daran anzuknüpfen und aufzubauen, was ihm innerhalb einer viertelstunde auch schon ganz gut gelang. angesichts des aufgebots am nachmittag bin ich dann aber gegangen, um dem körper eine regenerationsphase zu gönnen.
teil 2 (13h30 bis 22h30):
zweiter irrtum des tages: vergangene berghain-abende im hinterkopf habend, nahm ich an, dass zu der zeit unten bestenfalls die letzten platten bei hellem licht laufen würden. weit gefehlt – die tanzfläche war ungefähr genauso gefüllt wie morgens, als ich den club verließ. dettmann und klock im pingpong, dabei mit technischen vorteilen für klock, die herr dettmann dafür mit passendem geschmack ausgleichen konnte. gab zwar auch einige passagen mit für mich zwischen baum und borke stehenden platten, das fiel aber bei krachern wie „positive education“ von slam (um 15h30) nicht weiter ins gewicht. schluss machten die beiden nach insgesamt neun stunden um 16h30.
dixon machte danach oben einen gewohnt guten job. auch wenn ich mir ankreiden muss, zu einem track mit spanischen vocals und flamenco-gitarre getanzt zu haben, bot er doch kleine überraschungen wie „percolator“ von cajmere. schön, dass er jetzt öfters dort zu hören ist.
bei cassy war es eigentlich eine halbe ewigkeit her, dass ich sie gehört habe, und bewusst war das eigentlich auch nie, sondern höchstens im vorbeigehen, wenn ich vom berghain eine pause brauchte. begann überraschend treibend, nahm das in der zweiten hälfte des sets aber deutlich zurück. im nachhinein blieb dabei zwar kein track hängen, was die qualität des sets aber nicht mindern sollte – das war für zeit und ort definitiv passend, zumal ich bislang selten so lange (und wenn, dann nur zu besonderen anlässen) in der panorama bar geblieben bin. auch dort kommt man irgendwann zu einem ende, und das habe ich tatsächlich das erste mal miterlebt, wenn auch zum schluss hin an der bar sitzend. die jalousien gingen bei den letzten tracks wieder nach oben und der größte teil der beleuchtung an, bevor für manche unten an der garderobe die diskussionen um verlorene garderobenmarken begann.
fazit:
der abend bewies mal wieder, dass man die haupt-acts eigentlich überspringen und erst morgens richtung wriezener bahnhof aufbrechen kann, was sich sowohl musikalisch als auch stimmungstechnisch mehr lohnt. wenn schon das zeitgefühl dort quasi aus den angeln gehoben wird, scheint das auch für die fixierung auf große namen zu gelten, die für manche zwingend notwendig sind, aber wirklich authentisch wird der laden durch die residents. sollte ich mir als faustregel für die nun nahenden grauen sonntage immer wieder ins gedächtnis rufen, die sich in gesellschaft liebgewonnener menschen so einfach besser verbringen lassen.





