[berlin / 26.04.2009] volksentscheid „pro reli“

jeder berliner wahlberechtigte wird die benachrichtigung im briefkasten gefunden haben, manch konfirmierter einen brief von „pro reli“ höchstpersönlich.

der aktuelle stand der dinge in den schulen: ethik ist von der siebenten bis zur zehnten klasse pflichtfach für alle schüler, religion kann freiwillig dazu gewählt werden.

übersetzt man die zur disposition stehende gesetzesvorlage, die nach „pro reli“ umgesetzt werden soll, ins deutsche, bedeutet die „ja“-stimme, dass bereits ab der ersten klasse die wahlpflicht zwischen ethik und religion eingeführt wird.
wenn man sich vergegenwärtigt, dass diese initiative von den kirchen unterstützt wird (irgendwoher muss das geld für den versand von mehrfarbig gestalteten briefen schließlich herkommen), wird einem schnell klar, dass man sich mit der randexistenz eines freiwillig belegten faches nicht abfinden möchte. als i-tüpfelchen lässt sich der verzweifelte versuch werten, die vom senat mit hilfe von steuergeldern initiierte kampagne für die beibehaltung des status quo verbieten zu lassen. damit hatten sie beim oberlandesgericht zwar erfolg, jedoch kam das verbot zu spät – die zeitungen für den freitag waren schon gedruckt.

möchte damit keine wahlempfehlung abgeben, wohl aber jeden stimmberechtigten daran erinnern, dass sich am sonntag zwischen club und afterhour, sonntagsbraten und kaffeeklatsch oder vor / während / nach dem grillen bestimmt zwanzig minuten zeit finden lassen, die man für einen besuch im wahllokal nutzen kann.
sobald das amtliche endergebnis feststeht, wird’s hier vermerkt.

addendum, 27.04.2009, 19:20

51,3% stimmten gegen den entwurf
48,5% dafür
0,2% der stimmen waren ungültig

die beteiligung lag bei 29,2% und somit noch niedriger als bei der tempelhof-abstimmung. so ergeben sich – bezogen auf alle wahlberechtigten – also insgesamt 14,2%, die für den gesetzentwurf gestimmt haben. notwendig waren 25%.

mir wäre eine höhere beteiligung mit einem deutlicheren „nein“-votum zwar lieber gewesen, weil mir das pokerspiel mit der zu geringen wahlbeteiligung in solchen fragen zu riskant ist (man sollte nie das mobilisierungspotential der gegenseite unterschätzen), außerdem überrascht mich die klare überzahl der befürworter in den ehemals westlichen bezirken. auf der haben-seite steht jedoch, dass die materialschlacht die beteiligung in den konservativ geltenden bezirken nicht hochtreiben, die gezielte desinformation mit der lediglich vermeintlich freien wahl ergo nicht zum gewünschten erfolg führen konnte.

[berlin / 25.04.2009] breipott: a netaudio day / night with the studio stereo

ein neues netlabel wird aus der taufe gehoben, nennt sich the studio stereo, und da mir nach dem vergangenen wochenende sehr an einem geselligen abend gelegen ist, der nicht um 9 uhr in der früh enden muss, bietet sich der ausflug nach kreuzberg (also quasi um die ecke) geradezu an.

gleich mit timetable, gibt zwar auch einen flyer, aber – um mich ins glashaus zu begeben – so viel macht der nicht her.

a netaudio day / night with the studio stereo
17h00-21h00: twin peetz / moolsaasa
21h00-22h30: an:tstat:k
22h30-00h00: terdion
00h00-02h00: birkemann
02h00-ende: bekeschus

eintritt: 0 euro (ein dj-euro beim ersten getränk)
skalitzer straße 81
u-bhf schlesisches tor

[berlin / 21.04.2009] breipott: games on beamer & homeless clouds

nach einer kurzen ruhepause nach dem ausflug in richtung sachsen geht es gemütlich weiter.

games on beamer & homeless clouds

auf einer konsole lassen sich die klassiker spielen, direkt daneben wird für musikalische unterhaltung gesorgt. mal schauen, ob sich für die djs überhaupt noch die gelegenheit ergibt, die übergänge vorzubereiten.

djs
d. ment
stype

ab 21 uhr
eintritt frei, benutzung der konsole auch

skalitzer straße 81
berlin-kreuzberg

p.s.: d von 21 bis 23 uhr, meine wenigkeit erledigt den rest.

[freiberg / 18.04.2009] porzelline: obc party

wer gerade zufällig in der gegend weilt, ist herzlich zur unterstützung willkommen.

2009-04-18_porzelline_v
2009-04-18_porzelline_h

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[berlin / 08.04.2009] berghain: elektroakustischer salon

unterhalb der woche beweist man weiterhin courage. das sollte unterstützt werden.

berghain20090408

10 euro (vvk) / 12 euro (ak)

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bilanz märz 2009

5.721 besuche (ausgangsseiten), entspricht 184 pro tag, damit unter dem niveau vom februar.

gesucht wurde bevorzugt nach:
1. horst krzbrg (aus dem stand an die spitze. verdientermaßen, daher glückwunsch.)
2. stype blog (*riesenseufzer*)
3. stype-schnellschuss 002 (da herrscht ein eklatantes missverhältnis zwischen feedback und anzahl der streams / downloads – nach der soundcloud statistik ungefähr 1:100. ich kann ja verstehen, dass man heutzutage lieber sammelt, konsumiert, bei gefallen ggf. wiederverwendet. dennoch wüsste ich gerne, ob das allgemeine schweigen als „der ist so gut wie eh und je.“ oder als „ehe ich nichts nettes schreiben kann, schreibe ich lieber gar nichts.“ interpretieren soll. auch wenn das so aussieht, als würde ich nach komplimenten fischen wollen: ich mache mixe nicht nur der werbung wegen, sondern auch, um die resonanz zu erhalten, die im club direkt kommen würde. ende der standpauke.)
4. stype.blog (siehe 2.)
5. karneval der verpeilten (erst ende september wieder.)

ansonsten: die sonne ist da. geht an die frische luft (so wie ich gerade auf dem balkon die segnungen des wi-fi genieße). und natürlich danke für’s interesse.

[berlin / 03.04.2009] berghain: sub:stance / get perlonized

es ist schon wieder soweit…

substance20090403-front

substance20090403-back

panorama bar: get perlonized
fumiya tanaka
thomas melchior live
sammy dee
zip

ab 24 uhr
10 euro

sub:stance-timetable
00h00-00h30: fowler p
00h30-01h30: onetake
01h30-02h30: jamie vex’d
02h30-03h45: shackleton live
03h45-04h45: distance
04h45-06h00: scuba
06h00-ende: headhunter

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[shouted.fm / 30.03.2009] berlin mitte institut: techno 1995-2003 review show

in der kategorie ist schon länger nichts mehr passiert, was auch am eigenverschulden liegt, wenn man die eigene sendung anderen prioritäten unterordnet und sie daher einschlafen lässt.
andere berliner sind da konsequenter und professioneller, senden montags alle zwei wochen inkl. kamera-livestream, laden sich des öfteren interessante gäste zu interessanten themen ein und bieten neben gutem musikalischen auch noch geistigen inhalt. davor sollte man den hut ziehen und denjenigen, die montag abend die zeit haben, die nahende sendung ans herz legen.

berlin mitte institut: techno 1995-2003 review show
tanith (tanith.org / berlin)
wolle xdp (tekknozid / berlin)
hosts: fresh meat & kandel

ab 19 uhr
alle notwendigen links (kamera, audiostream, chat) findet man durch einen klick auf den showtitel.

[berlin / 28.03.2009] maria: crossing the parallel

das programm der maria bietet schon seit einigen monaten wieder grund zur freude. mitverantwortlich auch adam x und das unvermögen des neuen tresor-bookings, weshalb man in den genuss solcher parties kommt. schade nur, dass die zukunft der maria auf messers schneide zu stehen scheint, wenn die mediaspree-bauvorhaben in die tat umgesetzt werden. aber da scheint das letzte wort noch nicht gesprochen.

bis dahin kann man sich an line-ups wie diesen erfreuen (auch wenn der dopplereffekt-flyer letztes jahr wesentlich gelungener ausfiel).

ctp20090328

ab 22 uhr
10 euro

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handlungsbedarf beim so36

die situation mit der nachbarschaftlichen beschwerde und dem limiter als deren resultat war bereits im zusammenhang mit der „killin‘ me“-party vom 2. märz ein thema. da dämmert es jedem veranstalter, dass es so nicht weitergehen kann. bands kommen sich verschaukelt vor, wenn sie an einem solch renommierten ort gebeten werden, ihre instrumente leiser zu stimmen, dem publikum lässt sich auch nicht ohne weiteres ein maulkorb verpassen.
eine lösung fände sich im bau einer schallschutzmauer – so weit, so gut. nur kann das so36 deren bau aus eigener kraft nicht finanzieren und unternimmt einen richtigen schritt: sie machen die ganze thematik publik.
gibt viel lesestoff, sollte einem die zeit aber wert sein. ansonsten könnten sich andere clubs oder partyreihen ausnahmsweise altruistisch zeigen und eine soli-party veranstalten, die den fortbestand des legendären ortes sichert. es würden sich bestimmt eine menge bands oder djs finden, die dort für lau spielen.

SO36 – 30 JAHRE OHNE MAUER SIND GENUG

SO36 bald ohne SO36?

Das Kollektiv für Kultur- und Musikveranstaltungen SO36 in der Kreuzberger Oranienstraße feiert dieses Jahr sein 30jähriges Bestehen. Doch das SO36 ist gerade jetzt massiv bedroht. Ein gewöhnlicher Nachbarschaftskonflikt um Ruhestörung hat sich zu einer existenzbedrohenden Krise ausgeweitet. Letztlich scheint eine mehrere Meter hohe Schallschutzmauer die einzige Möglichkeit, das Weiterbestehen des SO36
in Kreuzberg zu sichern.

Was ist passiert? In den letzten Monaten gab es Beschwerden eines Nachbarn, der sich vom SO36 durch sein Küchenfenster gestört fühlt. Wir haben alles in unserer Macht stehende versucht, zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, da ein gutes Nachbarschaftsklima immer wichtig für uns war. Der gegenseitige Respekt ist
ein Grundbaustein der Vielfältigkeit, die Kreuzberg auszeichnet. Es war uns jedoch diesmal nicht möglich, den Konflikt unbürokratisch zu lösen. Die neueste Entwicklung ist eine offizielle Anordnung vom Wirtschafts- und Ordnungsamt des Bezirks.

Am 27. Februar erreichte uns ein Schreiben mit Auflagen zur Lärmreduzierung. Natürlich bedeutet so ein Brief noch nicht das Ende, aber wir können diese Auflagen so zunächst nicht erfüllen. Denn das, was sich offiziell Lärmreduzierung in Wohn- und Mischgebieten nennt, heißt für uns konkret: Konzerte in „Zimmerlautstärke“. Um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, führt letztlich kein Weg an umfangreichen bauakustischen Maßnahmen im SO36 vorbei. Zentrum dieser Maßnahmen wird die Errichtung einer Schallschutzmauer neben unserem Gebäude sein. Das SO36 ist jedoch finanziell nicht in der Lage, die Kosten für den Bau der Mauer zu tragen. Ohne Unterstützung bedeutet dies das Ende des SO36.

30 Jahre SO36 in Kreuzberg

Seit 30 Jahren spiegelt sich im SO36 das wieder, wofür Kreuzberg geliebt und gehasst wird. Seit 1979 arbeiten wir im und mit dem Kiez für bezahlbare Kultur. 30 Jahre SO36, das heißt 30 Jahre kollektive, linke und schwullesbische Untergrundkultur in Zusammenarbeit mit unzähligen sozialen und politischen Projekten.

Das SO36 ist einer der wenigen Ausbildungsbetriebe im Kiez mit derzeit 6 Auszubildenden! Insgesamt sind es weit über 50 Menschen, die durch das SO36 in ihrem Kiez Arbeit haben, die vom und mit dem SO36 leben. Wir sind alt, jung, schwul, lesbisch oder andersrum, wir sind Punks und StudentInnen, JobberInnen und
Festangestellte, Über- und Unterqualifizierte. Viele von uns haben einen sogenannten Migrationshintergrund, haben Wurzeln in Anatolien oder dem Maghreb, im Breisgau oder Cottbus.

Wir reden nicht nur davon – wir sind die kulturelle Vielfalt im Kiez! Wir sind keine neue Alternative zu Media-Spree und Umstrukturierung, wir sind schon lange hier und durch und mit uns ist Kreuzberg erst zu dem geworden, was es heute so außergewöhnlich und weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt macht.

Nach wie vor bedienen wir nicht nur Kommerz und aktuelle Trends – bei uns gibt es fast alles an Subkultur, von Punk und Hardcore über HipHop von und mit Jugendlichen aus dem Kiez bis zu schwullesbischem Standardtanz bei deutscher Schlagermusik. Ein Highlight ist unser monatliches KiezBingo zugunsten sozialer und politischer Projekte, für das Geschäfte und Kneipen aus der Umgebung die Gewinne sponsern.

Was wir wollen

Es war 30 Jahre lang kein Problem, das SO36 so zu betreiben wie es ist. So wie die Hochbahn seit 100 Jahren durch den Kiez rattert und trotz Sanierung nachts immer noch lauter ist als wir, muss auch das SO36 erhalten bleiben. In den letzten Jahren hat sich auch bei uns einiges verändert. Durch vielfältige Investitionen zur
Soundverbesserung sind wir effizienter und leiser geworden. Aber es gibt eine Grenze, an der es nicht mehr weiter geht. Wir können und wollen keine Konzerte und Partys auf Zimmerlautstärke veranstalten.

Bezirk und Stadt müssen eine Lösung finden! Es sind nicht die oft bemühten Sachzwänge, die dem Fortbestehen des SO36 im Wege stehen, sondern es ist eine politische Entscheidung. Wenn es möglich ist, Großprojekten wie der O2-World Millionen für infrastrukturelle Anbindung zu gewähren und Lärm-Sonderverordnungen
zu erlassen, dann kann es nicht unmöglich sein, eine Lärmschutzmauer für das SO36 zu finanzieren.

Wir sind eine kulturelle, soziale und wirtschaftliche Bereicherung.

Deshalb fordern wir von Bezirk und Stadt:
• Gebt uns Geld für eine Schallschutzmauer, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können.
• Es ist nicht an der Zeit dem SO36 Steine in den Weg zu legen, sondern Bedingungen zu schaffen, damit es weiter
geht. Wir brauchen weder Lippenbekenntnisse noch Auflagen, sondern konkrete Unterstützung! Es geht um die
Entscheidung für oder gegen unsere Kultur.

Wir sind laut und wir wollen es auch bleiben, nicht gegen, sondern mit unseren Nachbarn.

Wir werden nicht kampflos aufgeben.

via (dort ist auch alles weitere vermerkt. e-mail-adressen, an die man sich wenden kann, spendenmöglichkeit ebenfalls).