einkäufe vom 26. juni 2007

eigentlich zwei pakete von ebay-verkäufern, die seit mehreren tagen bei einer hilfsbereiten nachbarin gelagert haben müssten, nun endlich in meiner wohnung.

brian eno
ambient 1: music for airports
[polydor amb 001]

im vorletzten wintersemester habe ich bei den musikwissenschaftlern (man muss ja schließlich auch über den tellerrand schauen, nicht wahr?) ein seminar mit dem titel „medien und hören“ besucht, was sich mit verschiedenen hörmodi und dazugehörigen musikrichtungen beschäftigte. wer will, kann sich nach begriffen wie das „akkusmatische hören“ umschauen, aber das würde hier zu weit führen.
eine der sitzungen wurde dem thema „ambient“ gewidmet, und da man im electronica-bereich früher oder später eh damit konfrontiert wird, war es sehr interessant zu hören, was mit der musik bezweckt werden sollte. der referent untermalte seinen vortrag mit „1/1“, was den beweis lieferte, dass diese musik tatsächlich im hintergrund laufen kann, ohne auf irgendeine art und weise störend zu wirken, sondern einen raum mit einem klangteppich versieht. nebenbei hat eno mit dem titel auch gleich den namen der musikrichtung geprägt, die auch heute noch weithin bekannte früchte trägt und im falle dieses albums sogar tatsächlich dort zum einsatz kam, wie es im titel gewünscht war (laut amazon.de im marineterminal des flughafens la guardia in nyc).
soviel zur vorgeschichte, aber zur musik muss ich eigentlich nicht viel schreiben, weil deren schönheit (um die floskel zu bemühen) wirklich für sich spricht. man braucht keine sorgen zu haben, dass eine moll-offensive auch noch die letzten positiven gedanken des tages verschreckt (bspw. zu hören auf „heroes„, woran er in nicht geringem maße beteiligt war), sondern genießt einfach die entschleunigung der zeit. von daher sollte sich jeder mit dem bedürfnis nach entspannung ruhig den luxus gönnen (denn nichts anderes ist das), sich dieses stück musikgeschichte in aller ruhe anzuhören. der tagesstimmung kann das nur gut tun. essentiell!

paul johnson
just whistle
[relief records rr727]

wollte ich schon länger haben, weil der titeltrack einfach zum kopfwippen und (ja, richtig geraten) mitpfeifen einlädt. sonst gibt es die typischen johnson-housenummern – zwei an der zahl – neben noch zwei anderen klassischen 909-chicago-tool-tracks. typisch relief eben.

euphorhythm
trans4mator / what does it taste like?
[space teddy st 005]

fangen wir mal mit der b-seite an, weil das die uninteressantere von beiden ist. sicher, die art von trance war anno 1993 sicherlich ganz groß in mode, aber einen blumentopf gewinnt herr dr. motte damit trotz nostalgiebonus bei mir nicht.
die a-seite ist hingegen ein fast viertelstündiges brett mit mehreren hypnotischen, sich überlagernden sequenzen, die irgendwann ab der hälfte von fiesen acidartigen tönen heimgesucht werden. klingt vielleicht so, als ob der track hoffnungslos überladen wäre, dabei ist das so schön auf den punkt gebrachter techno, dass ich echt nicht schlecht gestaunt habe, als pete mir im berghain im laufe seines sets verriet, dass unser liebesparaden-papa dahintersteckt.
wer also eine hochfunktionale nummer braucht, um zwischenzeitlich die örtlichkeiten aufzusuchen, sollte die platte ganz gewiss einpacken.

awex
it’s our future
[plastic city 10plac01]

wo ich gerade schon von der liebesparade sprach: die im jahre 1995 habe ich leider verpasst, aber wenn mich meine erinnerung nicht täuscht, dürfte das dort (und auch in den hiesigen clubs) einer der hits gewesen sein. in jedem fall gab’s dazu einen videoclip, in dem die bilder dieses doch wohl sehr heißen samstages vorkamen. die nummer muss man wegen der wie vorher auf dem storyboard entworfenen und entsprechend platzierten ravesignale mögen – zumindest, wenn man das alles damals in der jugend mitbekommen hat. wäre heute in zeiten der hiphop- und instant-superstar-dominanz bestimmt ganz lustig, mit gerade diesem statement punkte sammeln zu wollen, aber da wird’s lediglich beim versuch bleiben. dann müssen eben (mal wieder) die alten recken mithalten, die hin und wieder wehmütig auf die „gute alte zeit“ zurückblicken.

[berlin / 23.06.2007] tresor: herzlichen glückwunsch vfb!

schön, dass man mit einer einladung der (zum teil ex-) stuttgarter nicht lange wartet und nebenbei auch leute hinzubucht, die ideal in den laden passen. kann man nur hoffen, dass nach dj rush noch was vom laden, insbesondere der anlage übrig ist, bzw. sich der regen bis dahin beruhigt hat, dass die party im keller nicht im wörtlichen sinne ins wasser fällt.

herzlichen glückwunsch vfb!
tresor
dave tarrida (sativae / barcelona)
frank yentner (mutter / berlin)
hanno hinkelbein (null records / berlin)
batterieraum
jesus rodriguez aka daniel benavente (salon rosi / barcelona)
oli hauf (humpty / stuttgart)
todd bodine (highgrade / berlin)

ab 23 uhr
12 euro

[berlin / 22. juni 2007] zementgarten: smooth opening

in ihrer alten heimat war ich nie, die bilder auf der homepage wecken in mir aber schon die erwartung, dass man dort auch musikalisch begriffen hat, wie man eine party abseits vom omnipräsenz-minimal gestaltet. ich lass mich überraschen, die adresse müsst ihr schon selbst recherchieren.

zementgarten: smooth opening
23h00-02h00: sven jozwiak (kassette records)
02h00-04h30: 16 lux (nolabelnorelease)
04h30-08h00: maurice ambrado (parallel)

freitag, 22. juni 2007
23 uhr
5 euro

[berlin / 20.06.2007] tresor: new faces / bonito house club

eigentlich wollte ich mir die nacht von mittwoch auf donnerstag bis zu den semesterferien nicht mehr regelmäßig um die ohren schlagen, aber wenn schon ein wohlgeschätzter kollege und bekannter dort spielt, muss schon eine ausnahme gemacht werden.

tresor: new faces
todd jackin‘ e (berlin)
spok (rathenow)
t.a.g. (tresor-hq)
batterieraum: bonito house club
dole & kom (death by disco / berlin)

eintritt: 5 euro
ab 23 uhr

[berlin / 20.06.2007] kiki blofeld: peak of the week

ein neuer anlauf für die im winter etwas unter besuchermangel leidender reihe. wenn das wetter mitspielt, kann man sich dort einen richtig schönen nachmittag machen. für entsprechende musik wird definitiv gesorgt.

peak of the week – klangterroristen special
d. ment
16 lux
alexander dolgorukow
marcel heese
tobm
stype

im kiki blofeld
ab 14 uhr draußen / unkostenbeitrag: 1 euro
ab 22 uhr höchstwahrscheinlich im bootshaus / eintritt: 3 euro

[berlin / 13.06.2007] tresor: new faces / bonito house club

ich weiß, ich war verdächtig lange nicht mehr da, und dann auch noch unter der woche, wo man doch eigentlich produktiv sein sollte. aber das line-up für die techno-fraktion stellt sogar manchen samstag in den schatten.

tresor: new faces
mascon (antikonsum / berlin)
beni (null records / berlin)
herr schneider (schaltstufe13 / berlin)
batterieraum: bonito house club
dave dk (raum … musik / berlin)
phonique (dessous / berlin)
sierra sam (surprise / berlin) live
ab 23 uhr
5 euro

verlobung von dubstep mit techno

nun, ganz so weit sollte man erstmal nicht gehen. musste mir nur eine überschrift einfallen lassen, und damit der begriff „fusion“ nicht ewig überstrapaziert wird, geht es eben in die romantischere ecke.

ist auch eher als lektüre für zwischendurch gedacht. das wetter verlangt einfach nach passiver berieselung bzw. aktivitäten unter vermeintlich frischer, aber derzeit eher tropischer luft. daher gebe ich nur das weiter, was ich bei tanith aufgeschnappt habe. wünsche euch eine erhellende lektüre, aber nicht ohne link: voilà.

einkäufe vom 02. juni 2007

der anfang, den stapel an aufgelaufenem vinyl abzuarbeiten, muss ja irgendwann gemacht werden, also fange ich direkt mit den erwerbungen vom vergangenen samstag am paul-lincke-ufer an. davon einiges an nachholbedarf.

substance & vainqueur
remixes chapter 1
[scion versions sv 03]

an den zwei-monats-takt könnte man sich tatsächlich gewöhnen, zumal bislang wirklich keine katalognummer enttäuscht hat. das ist auch hier nicht der fall, allerdings kann man sich auch fragen, was bei hochkarätern wie den british murder boys und sleeparchive schon anbrennen kann.
erstere nehmen sich den chain-reaction-klassiker „emerge“ in zwei versionen vor, von denen die erste auch gleich mehr überzeugt. entspannten dubtechno gibt’s da selbstverständlich nicht, sondern vielmehr den gewohnten gebrochenen 4/4-takt, der das original nicht nur erahnen lässt, und dadurch mit einer gewissen portion funk in die beine fährt. der zweite remix haut vom beat her eigentlich in die selbe kerbe, allerdings ist der auch das einzig erwähnenswerte. hervorragend geeignetes tool dennoch.
sleeparchive wieder in bester form, obwohl er „immersion“ (die b-seite der sv 01) im grunde genommen kaum antastet, sondern schlicht und ergreifend die echo-chords umgruppiert. klasse ist das dennoch, weil man den remix dadurch direkt hinter dem original spielen kann, um das ende des warm-ups einzuläuten oder wenn man einfach eine version des tracks haben möchte, die den spannungsbogen in einem techno-set zu fortgeschrittener stunde nicht unterbricht.

surgeon
whose bad hands are these? (part 2)
[dynamic tension dtr009]

so ist das eben, wenn man sich fragt, ob aus dem techno-bereich überhaupt noch neue impulse kommen können oder man nicht besser beraten wäre, auf die sachen zwischen 1991 und 1997 zurückzugreifen, wenn man sachen mit einer von stumpfheit befreiten härte spielen möchte: auf einmal kommen wieder platten heraus, welche all diese bedenken wegbügeln. sicherlich ist das zu polemisch, es gab in der zwischenzeit genügend sachen, die auch den plattendreher mit anspruch zufriedenstellten, und auch birmingham war eine größe, auf die man sich immer irgendwie verlassen konnte, aber was surgeon hier aufbietet, sind ganz große kaliber – zwar auch von ihm selbst, aber spätestens bei monolake fällt einem nichts mehr ein, außer dass man tracks wie diese in dunklen räumen unter strobogewitter spielen will. am liebsten sofort.
neu ist auch nicht, dass er eine ader für dubstep hat – das zeigten bereits seine letzten sets. insofern verwundert es nicht, dass seine wahl auf vex’d als remixer fällt, und die machen mit ihrer dunklen, aber dennoch warmen note ebenfalls alles richtig.
insofern eine platte, an der kein techno-dj mit restverstand in diesem jahr vorbeikommen wird.

brother from another planet / .xtrak
7th city classics vol. 1
[7th city scd 022]

laut discogs kommen in der serie noch zwei platten nach, „planet earth“ wird aber nicht dabei sein, um evtl. aufkeimende vorfreude gleich im keim zu ersticken.
claude young mit „acid wash conflict“, eher minimal als acid, dennoch mit dem funk versehen, der damalige minimale platten im gegensatz zu den meisten heutigen erscheinungen auszeichnete.
die b-seite mit „multiplexor“ von todd sines in co-produktion mit daniel bell, dessen handschrift hier auch mehr als deutlich erkennbar ist. war einer der tracks, die ich mir als deckshark im berghain (bei fiedel) abgeschaut habe. die „packet burst“ wird dennoch in meiner wantlist bleiben, weil ich von der sorte tracks einfach nicht genug bekommen kann. für diejenigen, die gerne wissen wollen, wie spannend drei spuren (bass, hihat, sequenz) über fünf minuten klingen können, kommt der nachhilfeunterricht hier allerdings goldrichtig.

redshape
steam ep
[delsin dsr/rds3]

ich weiß echt nicht, ob es an der vorarbeit durch seinen live-act im berghain liegt, dass mir alles hier zusagt, aber für mich steht fest, dass die platte auf großen floors mit entsprechender beschallung richtig zünden kann, weil das beinahe schon hymnische thema des titeltracks (dessen namen man dann auch gleich wörtlich nehmen sollte) nichts anderes zulässt. „light“ ist als beatlos-melodiöser track wunderbar als intro einzusetzen, „munch“ dürfte manchem dj mit den versetzten hihats die schweißperlen auf die stirn treiben, bleibt aber dennoch der am ehesten universell einsetzbare track. warum ich „plush“ auf einmal mit tokioter skylines assoziiere, kann ich mir auch nicht erklären. liegt vielleicht an der asiatisch angehauchten melodie der sequenz.
ehe ich mir an philosophischen exkursen die zähne ausbeiße: die platte hat die music man als meinen favoriten abgelöst.

redshape
telefunk
[styrax leaves strx leaves 09]

im nachhinein überfälliger nachkauf, obwohl ich sie mir bereits zwei male angehört, aber immer wieder zurückgestellt hatte. weiß auch nicht wieso. vielleicht war ich seinerzeit noch zu sehr darauf fixiert, das neue in der immer auf’s extremere durchexerzierten disharmonie zu suchen. auch egal, weil er es hier bravourös schafft, alte chicagoer (beats) und detroiter (flächen) schule zu verbinden, das aber mit netten gimmicks zu bereichern weiß, so dass man die platte am ende eigentlich schon wegen der perfekten produktion haben muss.

unknown artist
99
[wooling woo099]

haken wir die a-seite als minimal-tool ab, was als track für zwischendurch ganz ok, aber mit sicherheit nicht mehr ist.
die b-seite hatte marcel dettmann bei meinem letzten berghain-besuch gespielt und ich nicht genau hingeschaut, so dass ich bei dem roten licht erst dachte, es könnte eine wagon repair sein. demnächst am besten länger als fünf sekunden hinschauen oder am besten gleich den dj fragen, dann muss man nicht erst zufällig bei den us-neuheiten rumstöbern, um das label grob wiederzuerkennen.
müsste so 11 uhr morgens gewesen sein, als der track lief – weiß ich auch nicht mehr so genau. minimal gibt’s zwar auch hier, aber dieser eine sich über die gesamte laufzeit erstreckende metall-blecherne sound, der immer passgenau zwischen den beats sitzt, sorgt dafür, dass der track schleppend und fordernd zugleich wirkt, was gerade um die uhrzeit extrem hypnotisch wirkt.