[berlin / 02.10.2014] ohm: abyssal with djrum

der freitag ist tatsächlich aufgrund nationaler feierlichkeiten frei. daher kann ich endlich mal in den kleinen club, der im gebäude des tresors bzw. des heizkraftwerks residiert, zuvor schon als „shift“ existierte und seit ein paar monaten mit genauso guten line-ups – nur eben als „ohm“ – weitermacht. bei abyssal ist das eh ehrensache, wobei ich nicht annehme, dass ich großartig vorher schlafen werde. der abend könnte daher für mich recht kurz werden.

abyssal with djrum
djrum
es.tereo
whø
ddm

adresse
köpenicker straße 70
u-bhf heinrich-heine-straße

beginn
24 uhr

eintritt
5 euro

nachbetrachtung

obwohl der horst krzbrg immer noch ein bisschen fehlt und johnnie stieler klargemacht hat, dass er nicht mehr so schnell einen neuen club eröffnen wird, haben sich teile des horst-personals ein herz gefasst und mit dem ohm eine plattform geschaffen, die die clublandschaft berlins für meine begriffe sehr bereichert. ich gehe sogar so weit, es als kleine perle bezeichnen zu wollen.

schwer zu finden ist es tatsächlich nicht: einfach den tresor-eingang verpassen und weiterlaufen. gleich hinter der kasse steht man im club, der seinerzeit tatsächlich der batterieraum im heizkraftwerk war (ihr erinnert euch: zu beginn hieß der größere raum im neuen tresor so, bevor er wieder in „globus“ umbenannt wurde). den überblick hat man sofort, da es nicht mehr als 70 qm sein dürften, die sich bar und tanzfläche untereinander aufteilen. dj-pult ebenerdig, geradezu am anderen ende, wenn man reinkommt, daneben die tanzfläche, davor die bar mit sitzreihe an der wand. alles gekachelt, wirkt daher wie ein versuchslabor, was dem programm des clubs auch sehr entspricht. sonst: toiletten hinten rechts, die garderobe ist sogar ein kleiner teil des kraftwerks.
spärliches licht, erst beim ende von djrum wurden die led-reihen etwas gefordert – da geht also durchaus noch mehr. die anlage sticht jedoch richtig positiv hervor. bitte korrigieren, wenn ich falsch liege, aber das dürfte das gleiche fabrikat wie im raumklang sein. präzise, druckvoll, ausgewogen und sogar ohne gehörschutz sehr gut auszuhalten (obwohl djrum einen djm-800 bestellt hatte, den er aber nicht durch pausenloses clipping überstrapazierte). bin kurz nach 5:00 uhr ohne pfeifen im ohr raus.

kam pünktlich zu whø?s erster platte, er war (mal wieder) für mich im gesamten auch der höhepunkt an dem abend, indem er die lücke zwischen post-dubstep (so sagt man jetzt wohl dazu) und techno am besten traf.
bei djrum fand ich den aufbau seltsam. erst mit drum&bass anfangen, dann nach 10-15 minuten das tempo auf 110 bpm drosseln, um sich über house und oldschool-breakbeats wieder hochzuarbeiten. immerhin: „digeridoo“ von afx spielte er gegen schluss. sehr gute zweite hälfte, in die ich aufgrund der ersten jedoch erstmal hineinfinden musste.

kann aber einen rundum erfreulichen abend nicht trüben. ob es am bevorstehenden feiertag, dem line-up, am ruf des clubs bzw. von abyssal oder an allem zugleich lag: es war stets gut gefüllt, wobei das ohm auch mit 30 leuten nicht leer wirken würde. dennoch super, dass das angebot auf soviel gegenliebe stieß. hatte das gefühl, dass es rundum passen würde, was die abyssal-protagonisten auch im nachhinein noch bestätigten. wird daher nicht deren letztes mal dort gewesen sein.

generell sollte man das ohm auf dem zettel haben, wenn man am wochenende zwar lust auf weggehen, nicht aber auf exzess hat, sondern einfach nur gute musik etwas neben dem konsens erleben möchte. ein toller raum für experimente, der sich alleine durch sein musikalisches konzept das publikum aussucht – kompliment dafür.

[berlin / 26.09.2014] stattbad: grounded theory

die sommerpause ist beim stattbad schon länger vorüber, auch die grounded theory meldet sich mit ihrem fünfjährigen zurück, und da mich randomer mit seinen produktionen in den letzten jahren eh schon überzeugen konnte, fallen die überlegungen nicht schwer.

groundedtheory20140926

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
es scheint sich bei der grounded theory so einzuspielen, dass ich erst recht spät aufschlage, aber dafür länger bleibe. das ist im stattbad aber auch ganz gut so, da die grounded theory einer der publikumsmagneten ist und mir mit fortschreitender club-erfahrung nicht mehr der sinn nach menschenmengen auf tanzflächen steht. solange noch nicht jeder weiß, dass das beste eh immer zum schluss läuft, passt das ja.
henning und milton teilten sich den bunker auf, das so bis 8 uhr.

von acid maria bekam ich auf dem boiler noch den schluss mit („computer re-mix“ von parris mitchell – chicago geht einfach immer), von alan fitzpatrick zwar ein set, das sich im „big room“-hardwax-fach umhertrieb, aber auch mit der dub-version von surgeons „fixed action pattern“ schon perlen zu bieten hatte.
randomer war für mich der gewinner. klar mit so einigen eigenproduktionen und die hölzerne funkiness seiner tracks zog sich auch durch das gesamte set. aber gerade das fand ich erfrischend – und seine kurze drum&bass-phase zum ende, das er mit „shadowboxing“ von nasty habits krönte, erst recht. das hätte er gerne ausdehnen können.

[leipzig / 20.09.2014] institut für zukunft: clubnacht

sommerpause vorbei, alle formalitäten für den clubbetrieb sind erledigt, line-up passt – das schreit doch nach einer exkursion.

clubnacht
floor 1
orphx live
marcel heese
mareena
n.akin
floor 2
charlie smooth
dj xing

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

schwierige gratwanderung mal wieder, unter dem gebot der neutralität zu berichten. da ist zum einen der hype, der durchaus auch von kollektivseite mit der startnext-kampagne und dem darin nicht gerade niedrig angesetzten anspruch generiert wurde. der hat durch die behördlichen warnschüsse, weshalb es statt einer mal eben drei eröffnungsfeiern gab, schon einen dämpfer erhalten, daher kam auch etwas allgemeine skepsis zur neugierde hinzu.
zum anderen gibt es die persönliche bindung: erstmal durch unclean, eine hälfte des leipziger duos dead baby in a plastic bag, die gerne mal mittwochs im tresor zu gast waren und dadurch neben der online-kommunikation auch mit marcel bekannt sind. wie das nun mal so ist, kommen darüber auch kontakte zustande, so dass die bekanntschaft im umfeld von 100 dezibel lautstärke aufgebaut werden kann. ähnlich bei franziskus, der die startnext-kampagne gestartet hatte – er wiederum hatte vor gut vier, fünf jahren im killekill-büro ein praktikum gemacht, daher lief man sich in berlin (meistens im berghain) sporadisch über den weg. er war es auch, der mich zum start der kampagne direkt anschrieb, die in meiner biographie seitdem als erste crowdfunding-kampagne steht, bei der ich etwas gespendet habe. steht hier alles bereits, es sei nur nochmal rekapituliert.
durch diese persönliche bindung kamen wir auch vor dem offiziellen start in den genuss einer ausgiebigen führung durch den club, die einen nicht ganz unerheblichen anteil daran hat, dass die neutralität vielleicht etwas auf der strecke bleibt.

zunächst mal die kritikpunkte, damit steige ich ja eh gerne ein:

    • der „darkroom“ hinter dem eigentlichen floor in der ersten etage ist momentan eher eine grotte zum rumhängen. das gewölbe ist schon mal charmant und schön verwinkelt. aber damit dort etwas passiert, sollten vielleicht noch die accessoires wie vaseline und handschuhe hingestellt werden, wie das im berghain auch gehandhabt wird. zudem wären parties, die sich (unter anderem) an die lgbt-community leipzigs richten, nicht verkehrt.
    • der housefloor wirkt etwas stiefmütterlich behandelt. keine frage: die bar darin passt, aber die tanzfläche wirkt eher wie daran angeschlossen, obwohl es eigentlich andersherum sein sollte. jedes mal, wenn ich dort vorbeischaute, taten mir die beiden get-deep-protagonisten etwas leid, weil manchmal niemand tanzte, sondern nur ein paar vereinzelte an der bar versammelt waren. eventuell (und da kommt die erfahrung aus dem mind camp in utrecht wieder hoch) wäre es ganz schön, das nicht als housefloor zu deklarieren, sondern als chillout- oder experimentierfeld mit jeder menge sitzgelegenheiten und visuals. bietet sich eh an, wenn die halterung für den beamer schon an der decke montiert ist.

das sind jedoch beides baustellen, die sie bereits selbst erkannt haben und auch so benennen. gerade bezüglich des darkrooms bestehen schon andere pläne, die auch schon sehr konkret sind. und da sich das projekt in der ersten richtigen clubsaison befindet, in der alle erstmal sehen müssen, was sich wie wohin entwickeln kann und ob überhaupt eine längerfristige akzeptanz gegeben ist, ist es – gerade bei einem kollektiv organisierten betrieb wie diesem – auch vielmehr sympathisch, dass nicht alles gleich von anfang an perfekt wirkt.

das wäre es auch schon mit dem gröbsten, denn sie haben bei den selbstdefinierten kompetenzbereichen tatsächlich eine ganze menge richtig gemacht.
fange ich beim offensichtlichsten an: dem hauptfloor – ein akustischer alptraum. quadratisch, kacheln, tragende säule in der mitte. aus clubgängersicht klasse, da er mit seinem industriecharme das untermalt, was musikalisch zu weiten teilen auf der agenda steht. die deckenlampen erinnern sehr an die alte panorama bar bzw. die berghain-kantine, mit den treppen muss man im dunkeln bzw. nebligen etwas aufpassen, sitzgelegenheiten gibt es nur auf den treppen zum notausgang, wodurch der raum danach schreit, sich im halbdunkel dem sound hinzugeben. und der ist (kann man nicht anders sagen) mit das beste, was mir in den letzten jahren so untergekommen ist. egal, an welcher stelle man sich befindet (ob vor, hinter oder neben der säule): der bass ist prägnant und das stereobild kriegt man überall ab. vielen wird als erstes der massive monolith an bassboxen neben dem dj-pult auffallen, der wenigstens drei meter hoch sein dürfte. das pult wirkt zwar noch etwas improvisiert, bietet aber platz für alles, was digi-djs und live-acts zugleich so brauchen.
dann gibt es noch den seitlichen trakt mit dem besagten „darkroom“ in der ersten etage und der hauptbar direkt gegenüber. auch da wären noch ein paar sitzgelegenheiten / hocker nicht verkehrt. im unteren geschoss trifft man auf die garderobe linkerseits, bei der auch offensichtlich wird, welchen einfluss das about blank auf den club hat, zumindest hängen auch dort die „respekt“-schilder aus, die man im gleichen wortlaut auch im blank findet. ist auch nicht schlimm, der austausch zwischen den beiden clubs ist eh sehr rege. ein weiterer dicker pluspunkt ist das drugscouts-angebot: die von festivals bekannten schilder mit pillenwarnungen hängen ebenfalls in der garderobe und im gang weiter hinten (an dessen ende der künftige darkroom entstehen soll) broschüren zu den einzelnen substanzen.
damit noch nicht genug – schließlich hat der ehemalige kohlrabizirkus noch zwei etagen über dem club, die mit 20-30 quadratmeter großen zimmern ausgestattet sind. die werden an künstler, produzenten, kreative vermietet und sind so gut wie komplett ausgebucht. in der zweiten etage gibt es neben dem ifz-büro noch bald ein gemeinschaftsbad, so dass die rundumversorgung gegeben ist.

liest sich alles so, als ob das als konzept schlüssig ist, nicht wahr? nun ja, ist es auch. auch wenn es schwierig ist, mehr als sieben leute auf einen gemeinsamen nenner zu bringen, hatte ich den eindruck, dass zwar mehrere gruppen (schließlich ist das ifz ja aus vielen einzelnen crews entstanden) ihren gestaltungsraum im club, sie sich aber trotzdem gemeinsam auf eine große linie geeinigt haben, die trotz vielseitigkeit noch ins gesamtbild passt. warum auch nicht? auch im vorbild about blank finden lesungen, konzerte sowie parties zwischen disco (homopatik), house (get deep), dubstep (impulse) oder eben die hauseigenen formate statt, wo es gerne querbeet gehen kann. das berghain hat seinen ruf als mittlerweile auch kulturell respektierten ort nicht zuletzt durch abende bekommen, die über den techno-rand hinausblicken.
ähnlich ist es auch beim ifz. das trumpft damit auf, dass die kollektiv gelebte idee sich auch im umgang untereinander widerspiegelt. so hatte ich den eindruck, dass niemand beim personal als jemand gesehen wird, der den clubbetrieb bitte nur am laufen halten soll. andererseits ist bei vielen auch jede menge idealismus im spiel, weshalb beispielsweise die booker das alles nebenher betreiben und durch die residency im club etwas gegenwert bekommen. überhaupt trägt alles noch die etwas improvisierte handschrift wie die toilette im backstage oder der backstage an sich, in dem ein wirklich tolles veganes kleines buffet aufgebaut war, wodurch einem auch als dort gebuchter gleich das gefühl vermittelt wird, in das große gesamtbild eingebunden zu werden anstatt nur für gute laune ™ beim publikum zu sorgen. zeigt auch, dass das ifz nicht als gelddruckmaschinerie konzipiert ist und lieber eine der größtmöglichen stärken in die waagschale wirft: authentizität.
damit haben sie auch langfristig gesehen ein ganz starkes as im ärmel, sofern sie weiterhin ihrer linie treu bleiben. um zu zeigen, dass es mit meiner neutralität so gut wie vorbei ist: der club hat das zeug dazu, in drei, vier jahren als ernstzunehmende größe neben dem berghain (ja, tatsächlich) gesehen werden zu können. es kommt eben nur darauf an (und das ist leichter gesagt als getan), den eigenen anspruch nicht dann doch der rendite unterzuordnen, was nun wiederum erfordert, dass die anfängliche neugierde des publikums in eine treue stammkundschaft umgewandelt wird. wenn ich mir das oktober-booking so anschaue, habe ich da keine bedenken. der club passt mit seinem do-it-yourself-konzept jedenfalls in die stadt, die zukünftige entwicklung bleibt daher spannend. es ist nur zu hoffen, dass das leipziger publikum das auch so sieht. an dem abend war es jedenfalls auf dem hauptfloor stets gut gefüllt, was auch bis 9 uhr (aufbruchzeit) auch so blieb.

damit habe ich kaum was zur musik des abends geschrieben, sei noch kurz abgehandelt: da gab es nichts zu meckern. auch wenn es auf dem housefloor eher übersichtlich blieb, lag das meiner meinung nach nicht an der musik. das wechselte zwischen house und breakbeats, als ich sporadisch dort war.
an orphx, marcel und mareena (in der reihenfolge des abends) gibt es ebenfalls nichts auszusetzen – das hatte alles hand und fuß sowie einen schönen aufbau. einzig beim licht könnte noch etwas mehr passieren (mehr strobo!), aber da erinnere ich mich an die ersten monate im berghain, wo die lichtanlage auch sukzessive ausgebaut worden ist.

da das einigen zuviel text sein wird, hier noch die kurzform: wahnsinnig guter club, wird dem hype gerecht und dafür verantwortlich sein, dass ich die a9 zwischen berlin und leipzig in nächster zeit wohl intensiver kennenlernen werde.

[berlin / 12.09.2014] berghain: electromotive force / finest friday

an sich hatte ich mir ja vorgenommen, im september zu pausieren, aber der vorsatz löst sich sukzessive in versuchung auf. keine sorge jedoch, was die nachbetrachtungen der vergangenen drei, vier, …, monate angeht: die erinnerungen sind noch präsent genug, dass es für wenigstens drei zeilen reicht.

electromotiveforce20140912

berghain: electromotive force
00h00 dj glow
03h00 morphology live
04h00 ovatow
06h00 aux 88 live
07h00 headnoaks

panorama bar: finest friday
00h00 efdemin
03h30 young male live
04h30 dj richard
07h00 galcher lustwerk
09h00 tama sumo

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

an sich stoßen mir nur zwei punkte bei dem abend etwas sauer auf:
1. ich war ganz schön spät dran, erst zur zweiten hälfte von morphology. lag wieder einmal am vorschlafen und der damit verbundenen trägheit, wenn es nicht ganz für das absolute mindestmaß an vier stunden gereicht hat.
2. die hörigkeit, was headliner angeht, kam leider auch an dem abend durch. an stelle von headnoaks wäre es mir schwergefallen, den massiven publikumsabbau nach dem ende des sets von aux 88 (von gut zu zwei dritteln gefüllter tanzfläche herunter auf vielleicht 50 leute innerhalb von 15 minuten) nicht persönlich zu nehmen.

abgesehen davon war es einer der berghain-abende, die mir mehr gaben als manche klubnacht gerade in den letzten monaten. macht sich samstags noch die strahlkraft des berghain-mythos in allen facetten bemerkbar, was zu 100m-schlangen und allgemeiner fülle drinnen führt, wurden dieses mal auf ein neues die qualitäten eines freitages ausgespielt, die mit der sub:stance vor sechs jahren einzug hielten. heißt: manchmal sind im vergleich zum mittlerweile scheinbar normalen samstags-wahnsinn meinetwegen ein drittel weniger leute dort, man kann an der tür also quasi durchgehen. dafür findet sich im im berghain auf der tanzfläche ohne größere anstrengungen beim durchschlängeln ein platz auf der tanzfläche, an dem man keine ellenbogen in die rippen bekommt.
obendrauf kommt noch das größte sahnehäubchen: tolle musik. das war wirklich strikt electro mit ganz seltenen geraden kickdrums an dem abend, wovon morphology mit den sphärischen synthesizer-sounds auch den prototyp abgaben.
ovatow / klen hat für mich das set des abend geliefert. erstmal mit autechre angefangen („eutow“), die kamen später nochmal („second scepe“) und ansonsten jede menge, was das herz höher und die discogs-wantlist anwachsen ließ. final frontier auf underground resistance, drexciya, eine alte erik travis unter seinem i.o.s.-alias („bum bum tot“ – die wird kein günstiges vergnügen, sofern die nicht bald über irgendwelche kanäle neu aufgelegt wird), „section 2“ von claro intelecto – ergo so richtig geschmackssicher, technisch ebenfalls.
bei aux 88 werde ich mit den neueren sachen einfach nicht warm. das ist eine aktualisierung des verträumten detroit-sounds mit melodischen hooklines, die bei mir nicht klebenbleiben und bei ihren black tokyo-sachen auch mit japanischem gesang aufwarten, der nicht nur an der schwelle zum kitsch kratzt, sondern sie für meine begriffe überschreitet. andererseits kann man ihnen zugute halten, dass sie nicht ein und den gleichen aufguss dessen produzieren, was ihnen auf direct beat seinerzeit dazu verholfen hat, dass einige die platten wie einen goldschatz hüten. die alten gassenhauer („my a.u.x. mind“ oder „play it loud“) haben sie dann auch nicht nur einfach so abgespielt, sondern ebenfalls in überarbeiteter version. im direkten vergleich mit morphology ziehen sie für mich jedoch den kürzeren.
headnoaks musste danach wie erwähnt mit der situation umgehen, dass der großteil der leute nur den headliner abgewartet hatte. abgesehen davon war mir vieles, was er spielte, zu funktional und er reizte bei einigen tracks aus, dass auch unten im berghain an dem abend die neuen pioneer-plattenspieler standen, die bis zu 50% pitchbar sind, weshalb alles bis zum schluss so um die 138 bpm tempo hatte – auch die „no ufo’s“ von model 500. passte in dem fall nicht zwingend, ist aber auch jammern auf hohem niveau.

da es mich an dem abend eigentlich nur im berghain hielt, kann ich nur etwas zu tama sumo oben sagen – nicht ohne zu erwähnen, dass am pult ein kleiner umbau stattfand. dort befindet sich jetzt direkt neben dem eingang eine kette, so dass die djs sich nicht erst durch die erste reihe an groupies kämpfen müssen, sondern jetzt direkt zum arbeitsplatz gelangen können. tama selbst hatte die noch gut versammelte meute fest im griff, so dass ich mir nach 10 uhr, als ich wieder aufbrach, auch keine sorgen machte, dass sie den rest ebenfalls gut meistern würde.

ergo: ein musikalisch und auch stimmungstechnisch wertvoller abend, der wieder einmal zeigte, dass es nicht auf den füllgrad, sondern vielmehr am interesse und engagement der leute liegt, wenn es gut werden soll. und es ist immer wieder schön zu sehen, dass das berghain mit solchen gelegenheiten die leute anzieht, die auf den sound gewartet haben und das entsprechend zu honorieren wissen.

das schwere los der berliner s-bahn

tja, die gute s-bahn hat es schon seit jahren nicht leicht. wenn nicht gerade die vier jahreszeiten als hauptfeinde eines regulären betriebs ihr unwesen treiben, schaffen entweder kabelbrände und / oder baustellen schnell abhilfe, dass die schlagzeilen auch nicht ausgehen.
(kurzer disclaimer: ich hatte schon länger keinen grund mehr, mich über sie oder eine unglückliche verkettung von zufällen aufzuregen. kann aber auch mit meiner luxussituation zusammenhängen, wonach ich mir das öffentliche fortbewegungsmittel aussuchen kann.)

der gewöhnliche berliner kriegt in jedem fall genug futter zum meckern. und dann passiert am neuen prestige-bahnhof ostkreuz auch noch sowas…

sbahnundkeinende

(aufgenommen: heute früh, freitag, 5. september 2014, 7:44 uhr)

zugegeben: das dilemma ist nicht auf den ersten blick erkennbar. daher nur der tipp: erinnert an zeiten von windows xp vor irgendwelchen service packs.

hier läuft seit eben übrigens wordpress 4.0, aber das nur am rande. wem irgendetwas aufstößt: bitte bescheid geben. kann meistens an einem plugin liegen, aber da wird in den nächsten tagen sicherlich einiges nachgeliefert.

[berlin / 04.09.2014] salon zur wilden renate: seriously presents finitude music

die premiere des designierten techno-donnerstags in der renate habe ich ja seinerzeit mitbekommen und für gelungen befunden. nun darf ich sogar selber dazu beitragen.

seriously20140904

seriously presents finitude music
anfang: marcel heese
mitte: d_func.
ende: stype ableton-set

eintritt
7 euro

nachbetrachtung

wenn mir das set / der abend, bzw. morgen, eines verdeutlicht hat, dann ist es die tatsache, dass ein bevorstehender acht-stunden-arbeitstag trotz einer fast vollendeten arbeitswoche nicht wirklich dazu beiträgt, mit der konzentration voll bei der sache zu sein. der restliche zeitmangel, sich intensiver mit neuerwerbungen auseinanderzusetzen und dann ein drittel des sets mit neuheiten zu bestücken, die ich nicht so wirklich kenne, kommt dann noch als sahnehaube obendrauf.
in anbetracht der bevorstehenden uhrzeit (mein beginn war für 5:30 uhr angesetzt) war vorschlafen auch notwendig, was auch für grobe vier stunden klappte. das geht als notlösung, aber selbst bei guter kondition fehlt noch so ein wenig der elan. das lässt sich mit wohldosiertem espresso zwar übertünchen, aber so wirklich auf den punkt fühlte ich mich nicht, als ich gegen 4 uhr zur renate aufbrach.
den set-beginn habe ich dann auch gekonnt verstolpert. wollte ganz normal mit einem loop anfangen, der in ableton auch lief. alexander kowalski hatte (nach einem echt gut aufgebauten dj-set mit traktor) auch zuvor alles notwendige am mixer freigelegt, ein signal lag beim kurzen check auch an – es herrschte trotzdem stille. das so für ca. 20 sekunden, in denen ich zunächst am midi-controller (vergeblich) und anschließend mit dem trackpad herumhantierte, um etwas klang aus der maschine zu bekommen. das klappte dann auch mit einer ottodox auf semper idem, so dass nach weiteren 20 sekunden auch wenigstens eq-technisch und von der lautstärke beim kanal her alles in gewohnter null-position war. dem klischee des verplanten laptop-djs werde ich dennoch auftrieb gegeben haben – zu recht, wie sich im nachhinein herausstellte. am midi-controller war nichts kaputt, aber auch wenn man am dortigen fünften kanal rumschraubt wie besessen, damit es funktioniert, hilft das wenig, wenn der loop zum einstieg auf dem sechsten kanal läuft. da kann man noch so sehr auf die technik schimpfen, es ist und bleibt ein anfängerfehler.
vor sieben, acht jahren hätte ich mich wahrscheinlich noch maßlos darüber aufgeregt, aber nach dem anfang war ich froh, dass alles so funktionierte wie es soll. das ging auch bis zum schluss so, aber zwischendrin brachte ich es fertig, die tanzfläche etwas zu leeren. nicht so vollständig wie im about blank im mai, aber waren zu beginn noch gut 30 leute drauf, war es zwischendurch einstellig. als der nachtmanager mir zu verstehen gab, dass um 7 uhr schluss sein sollte, fiel mir dann ein, doch noch ein paar hits zu spielen. „spartacus“ von g-man und „loop“ von f.u.s.e. vs. lfo, das war so eine kombination, die gut funktionierte und den rest der anwesenden nochmal auf die tanzfläche brachte.
trotzdem, unter’m strich bleibt für mich das fazit, das marge simpson über die polizeiarbeit in springfield zieht: „irgendwie befriedigend“. heißt: besonders gut war’s für mich nicht, aber dank des versöhnlichen endes auch nicht so schlecht. es wäre bestimmt besser gewesen, sich gleich von anfang etwas auf die bekannteren tracks zu verlassen. das geht zwar auf nummer sicher, ist aber besser, als wenn so die ersten zwei drittel spannungstechnisch auf einem niveau bleiben, weil ich gerade neuigkeiten ausprobiere. das ist ein schuh, den ich mir durchaus anziehen sollte.
das set bleibt daher, wo es ist: als .als-datei auf meiner festplatte.

absolut positiv zu erwähnen: der umgang der renate mit den angestellten, also auch den djs des abends. bereits montag hatte ich eine mail im postfach mit dem ablaufplan, dem technischen equipment vor ort, der bitte, die rechnung sowie die gästeliste vorab zu mailen und die kontaktdaten des nachtmanagers. das noch tollere daran ist, dass sie sich 1:1 daran halten und mit getränkekarten absolut nicht geizen. es hat alles seine bürokratische richtigkeit, aber die bringt der nachtmanager mit einer mischung aus autorität und lockerheit rüber, dass das alles nicht unangenehm ist. ganz im gegenteil: ich bin vielmehr dankbar, wenn es für alle transparent abläuft und keine plötzlichen nachverhandlungen anstehen oder dergleichen. das sowie die anlage verdienen ein dickes plus. nächstes mal (sofern es eins geben sollte) nehme ich dann lieber zwei tage frei, so dass auch meine qualität stimmt.

[berlin / 16.08.2014] berghain: ostgut ton nacht

nicht vom titel irritieren lassen, eigentlich ist es eine klubnacht, eben nur mit protagonisten des hauseigenen labels – sprich: alle residents in vollversammlung. und ja, ich weiß, dass das voll wird. sollte mir das als kritikpunkt im nachhinein einfallen, müsste ich mir wohl zurecht fragen gefallen lassen.

ostgut ton nacht

berghain
00h00 norman nodge
03h30 atom tm & tobias live
05h00 ben klock
08h00 planetary assault systems live
09h15 kobosil
12h30 marcel fengler
15h30 len faki
19h00 marcel dettmann
23h00 boris
03h00 fiedel

panorama bar
00h00 answer code request
04h00 soundstream live
05h00 nd_baumecker
09h00 ryan elliott
13h00 function
17h00 nick höppner
21h00 anthony parasole
01h00 tama sumo

garten
12h00 steffi
15h00 head high
17h30 virginia

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
zwei schichten, 3:30-13:30 uhr & 18:30-0:30, in denen ich diverse male mit dem kopf schüttelte. nicht, weil der abend unfassbar voll und deswegen mies war, sondern weil ich nicht erwartet hätte, dass die sonst nur zu silvester herrschenden verhältnisse noch übertroffen werden können.
die schlange war jedenfalls zu beginn der ersten schicht schon bis weit hinter dem häuschen angewachsen, so dass bis zur ecke richtung metro / hellweg auch nicht mehr so viel fehlte und nennenswert kürzer wurde sie nicht, wenn ich aus dem fenster blickte oder zur schlafpause aufbrach / von ihr zurückkehrte. zwei ausnahmen: sonntag früh um 9 und sonntag auf montag nacht, als ich ging: da stand niemand. sonntag abend war es der verhängte einlassstopp, vielleicht war das sonntag früh ähnlich.
trotz oder wegen des füllgrades: es ließ sich auf der tanzfläche im berghain meistens aushalten und auch bei der barsituation hatte ich nicht den eindruck, dass sie außer kontrolle geraten würde und einige aufgrund von dehydrierung kollabieren müssten. als unangenehm empfand ich jedoch die toilettensituation. nicht aus meiner sicht als y-chromosomenträger, aber stellvertretend für die damen. obwohl es sich bei den klubnächten zum standard entwickelt hat, dass die örtlichkeiten auch sonntag abend wieder in einem vorzeigbaren zustand besucht werden können (sprich: zwischendurch wird durchgewischt), ist es clubseitig schwer in den griff zu bekommen, dass mehrere leute aus welchen gründen auch immer die kabinen so lange blockieren, dass die damen mal eben 20 minuten wartezeit einkalkulieren müssen – und das galt für die örtlichkeiten auf allen drei etagen. als nicht wirklich wünschenswerte begleiterscheinung müssen eben die dunklen ecken herhalten, derer es im berghain ja doch genügend gibt.
daher wurden mir an dem wochenende die negativen seiten des (für mich nach wie vor berechtigten) hypes um den laden bewusst. wenn allzu menschliche bedürfnisse auf mangelnde rücksichtnahme bei anderen treffen, kommt eben eines zum anderen. mit einer art „klopolizei“ wäre es nicht getan, da man mit ihr eine art kontrollinstanz in den club brächte, der das zügellose ganz schon dämpfen würde – wäre nämlich längst nicht so diskret wie die aktuellen streifzüge mancher türsteher auf der suche nach unerlaubten fotografen oder beim aufwecken von schlafenden auf der couch, was angesichts der möglichkeit, einen ungewollten ghb-nutzer vor schlimmerem zu bewahren, auch immer noch goldrichtig ist.
die lösung wäre an dem wochenende wahrscheinlich recht einfach gewesen: das lab zu öffnen. wäre dem anlass ohnehin würdig gewesen, hätte den einlassstopp etwas hinausgezögert, einen vierten floor und somit noch mehr vielfalt (sowie mehr möglichkeiten zum intimen beisammensein ohne die romantik einer klokabine) hinzugefügt – und das beinahe beängstigende daran ist, dass der club dann immer noch voll genug gewesen wäre. warum man nicht zur feier des anlasses auch gleich noch die türen vom berghain in die dahinterliegende halle öffnete, in der auch am sonntag die (zugegebenermaßen bestenfalls ganz okaye) „10“-ausstellung lief, um eine art riesigen chillout zu schaffen, kann ich mir nur damit erklären, dass man die türcrew nicht überstrapazieren wollte, weil das wieder eine kontrolle der besucher erfordert hätte, die von der halle zurück ins berghain möchten. oder man hätte es sich einfach gemacht und die ausstellung an dem tag einfach für die allgemeinheit geschlossen halten und nur für die besucher der party öffnen können, die ja eh schon eintritt gezahlt haben.
vielleicht haben sie mit der art von andrang auch nicht gerechnet und die situation dann unter dem sicherheitsaspekt für alle behandelt – am ende auch das einzig richtige.

soviel erstmal zum wieder-mal-ausnahmezustand. was bleibt denn musikalisch?
knochentrockener, minimalistischer, kristalliner funk von atom tm & tobias. und ganz schön fordernde 15 minuten von answer code request oben. dann war da noch soundstream mit seinen greatest hits, aber trotz ableton irgendwie ohne harmonische übergänge, nd mal wieder als einer der höhepunkte, der mit langsamem analogen house erstmal das publikum filterte, um drei stunden später dann doch wieder alle zu kriegen. planetary assault systems / luke slater zwar mit zwei laptops, aber diesmal ohne aussetzer, so dass der zweite gar nicht gebraucht wurde. schönes techno-set, aber keine apokalypse, zu der manche das set herbeischreiben wollen. hätte im nachhinein lieber noch die letzte stunde von nd mitgenommen, aber sowas weiß man ja vorher nicht.
kobosil: zweiter höhepunkt. mixtechnisch und dramaturgisch nicht immer auf den punkt, aber dafür traditionsbewusst und mit einigen unerwarteten krachern im set wie gesloten cirkels „stakan“, „rubycon“ von emmanuel top oder „over the shoulder“ von ministry. war auch der zeitpunkt, an dem auf der tanzfläche auch genügend platz herrschte. marcel fengler spielte als intro einen track, den ich (ungelogen) in der woche zuvor gerade der guten alten zeiten mal wieder angehört hatte und so bei mir dachte, dass der doch wie geschaffen für seine sets und das berghain wäre: „sacred cycles“ von lazonby. war tatsächlich großartig über die anlage. function spielte oben in der zeit, die ich so mitbekam, sehr technoid und mit der anlage am anschlag.
dann pause, zu virginia im garten zurück. chicago als große konstante, dabei noch mit flottem tempo und live-gesangseinlagen. gefiel mir sehr. auch marcel dettmann präsentierte sich in guter form, auch wenn es mir während seines sets so ging wie bei den letzten malen: die härte, die ich mir für die uhrzeit (oder generell) gewünscht hätte, gab es höchstens punktuell, aber nicht mit der ihm eigenen basswalze gepaart mit schön dreckigen sounds, in die man sich fallenlassen kann. dafür die gewohnten dettmann-konstanten: tiefe, subtiler aufbau, abwechslungsreichtum, und das ist auch schon eine menge wert. anthony parasole oben in der zeit, in der ich einen abstecher machte, ziemlich hittig, boris gab der meute unten, wie sie es wollte, aber da hatte ich schon genug gesehen, gehört und am nächsten tag ohnehin die liebe arbeit vor mir, so dass es an der zeit war, den heimweg anzutreten.

was kann ich von dem abend mitnehmen?
gute frage. ich find’s ja einerseits schon klasse, dass ein abend ausschließlich mit residents so eine anziehungskraft hat, andererseits ist es mit dem vernünftigen menschenverstand nicht mehr zu erklären, warum man sich die negativen begleiterscheinungen wie zwei stunden anstehen oder die klosituation antun möchte, wenn es andere abende gibt, an denen das geschehen für alle beteiligten entspannter abläuft.
wie sich das lösen könnte, ist schwierig: vielleicht mehrere o-ton-nächte im jahr, im quartalsmodus vielleicht. der bedarf dafür scheint (gelinde gesagt) ja vorhanden zu sein. wenn es sie dann gibt, bitte das lab dazunehmen und das personal auf silvester-verhältnisse vorbereiten. sieht dann zwar so aus, als ob mehrere male pro jahr silvester gefeiert würde, aber das kam mir dieses jahr bei der erfolgswelle, auf der das berghain gerade zum zehnjährigen immer noch (oder gerade deswegen?) schwimmt, ohnehin diverse male so vor. oder eben ein früherer einlassstopp, um den leuten in der schlange und drinnen gleichermaßen angenehmere perspektiven zu bieten. für mich gibt’s demnächst lieber die abende für die musikliebhaber, die auch an dem wochenende auf ihre kosten kommen konnten. aber ich meine damit eher die stile in den nischen, sprich: so manche freitage oder auch gezielte samstage mit hardwax-bezug. so wie ich mich kenne, wird meine lust auf die massenhysterie jedoch pünktlich im dezember zurück sein.

[berlin / 06./09.08.2014] krake festival

ja, das ist dann auch noch. freitag würde ich zwar gerne hin, um demdike stare zu hören, kann aber aus bekannten gründen nicht. dafür gleich kurz die berghain-kantine mitnehmen und ein gutes stück vom samstag / sonntag. den zeitplan schreibe ich für die smartphone-generation für mittwoch, freitag und samstag hier rein.

krake2014

mittwoch, 06.08.2014 : berghain-kantine – mindwaves music vs. crazy language vs. killekill
21h00 lesung: kerstin grether, jörn luther, andré bergelt
22h30 axiom
23h30 logical disorder live / geso vj
00h30 sofus forsberg live / sarge grafx vj
01h30 sk’p live / geso vj
02h30 karsten pflumm live / geso vj
03h30 neil landstrumm live / the29novfilms vj
04h30 dj flush & hanno hinkelbein
eintritt
15 euro

freitag, 08.08.2014: suicide
suicide club
23h00 pernille
00h30 svarte greiner live
01h30 plaster & lasal live a/v show
02h30 demdike stare a/v live show
03h30 paula temple a/v live/dj hybrid show
05h00 ancient methods live
06h00 alex cortex live
07h00 sebastian kökow
suicide garten
01h00 signal de luxe live
03h00 hycon
04h00 freund der familie
06h00 odd live
07h00 hops
09h00 dj flush
eintritt
15 euro

samstag, 09.08.2014: suicide / urban spree
suicide club
22h00 missaw
01h00 dead fader live
02h00 ovuca live
03h00 spy dj
05h00 dmx krew live
06h00 alienata
suicide garten
00h00 dr. nojoke live
01h00 grizzly
03h00 positive centre live
04h00 recursion live
05h00 resom
06h30 patrik skoog aka agaric live
07h30 tba
urban concert
01h00 kondaktor live
02h00 yves de mey live
03h00 anfs live
04h00 and live
05h00 3.14 & kondaktor live
urban basement
01h00 swarm intelligence
02h30 spear live
04h00 i.nomac
05h30 oscar dragon
urban garden
22h00 elisabeth
23h30 sarah farina
01h00 transistors of mercy live
urban gallery
01h00 pina live
02h00 terminator tournament robot fight
04h00 felix kubin live
05h00 gebrüder teichmann live
eintritt
18 euro

nachbetrachtung
mittwoch war ich eher im eingangsbereich der kantine, irgendwie war mir nach einem arbeitstag mehr nach gemütlichem plaudern zumute. eines der ungeschriebenen gesetze des krake-mittwochs in der kantine scheint eh zu sein, dass es drinnen schön mollig warm wird. insofern ausnahmsweise mal nichts zur musik oder zu den visuals, dafür war ich einfach zu kurz drinnen.

samstag war ich erst zum rest vom grizzly-set da. den anfang von positive centre nahm ich bei der gelegenheit auch mit. letzterer war mit seiner schleppenden industrial-ästhetik zwar so gut wie im berghain ein halbes jahr zuvor, aber hätte für meine begriffe eher nach drinnen gepasst.
bis zum beginn von felix kubin erkundete ich das gelände und da zeigte sich, dass die zusammenlegung von suicide und urban spree ein goldrichtiger schritt war. erstens verteilte sich alles trotz des engen durchgangs zwischen suicide und urban spree sehr gut, zweitens machte die urban spree innen wesentlich mehr her als sie von außen den anschein gibt und drittens war der galeriebereich mit dem roboterturnier (leider nur die letzten züge mitbekommen) sowie der außenbereich ein schöner kontrast zum partygetümmel. zwar war es schade, felix kubin vom suicide in die galerie zu verlegen, aber das änderte nichts daran, dass er wieder einen tollen auftritt hinlegte, bei dem ich echt neidisch werden konnte, wie sicher er beidhändig zwei verschiedene synthesizer treffsicher spielen konnte. hinter all dem dadaismus steckt jedenfalls eine ganze menge musikalität.
dmx krew machte danach drinnen im suicide alles richtig, was die bedürfnisse der partywütigen meute anging – auch acid war dabei. resom fand ich danach im garten etwas verhalten, aber das war auch wieder ein guter grund, den heimweg anzutreten.

auch wenn die besuche insgesamt doch eher kurz waren und meine skepsis bezüglich des suicide bis auf weiteres bestehen bleibt, war die kooperation zwischen suicide und urban spree für das festival alleine aus dem grunde richtig, alles konzentriert über eine woche an einem ort zu haben. auch wenn der außenbereich der urban spree von der gemütlichkeit nicht mit dem des about blank mithalten kann – es gab ihn immerhin, und mit den neu hinzugewonnen bereichen auch die möglichkeiten, dem festival auch etwas anderes als den musikalischen aspekt hinzuzufügen. und auch wenn ich damit als rufer in der wüste stehe: dem suicide steht diese ablenkung vom normalen clubgeschehen (ich rede da insbesondere vom samstag) mehr als gut zu gesicht.

[berlin / 08.08.2014] griessmühle: mechatronica / talking machines

die griessmühle wird seit geraumer zeit regulär auf zwei floors bespielt, ergo so wie man sie zur back to basics erleben konnte. purer zufall, dass das diesjährige datum zur huldigung einer der besten drummachines auf mutter erden auf einen freitag und dieser noch auf mein nächstes gastspiel fällt.
die zwei veranstaltungen sind teil eines langen wochenendes, das vom 8. bis zum 11. august andauern wird. ich beschränke mich mal nur auf die nennung des freitags. den zeitplan kenne ich nur für den mechatronica-floor.

mechatronica20140808

griessmühle

mechatronica
23h00 snk
01h00 naks
03h00 lazercat live
04h00 stype
06h00 electrodon

talking machines
claus bachor
solaris
philipp melon
lenzian kowski

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

eine halbe stunde vor set-beginn an der griessmühle, das reichte auch gerade noch so für einen nicht überhasteten aufbau, während lazercat zugange war, bei deren set mal eben jemand die soundkarte abzog und sie den laptop neu starten musste, ohne dass ich ansatzweise fertig war. ein glück hatte electrodon noch seine platten hinter dem pult zu stehen, so dass sich das alles überbrücken ließ und so konnte sie ihre letzte viertelstunde auch noch absolvieren. etwas wortkarg war sie – keine ansage, dass das jetzt der letzte track wäre oder dergleichen, auch keine richtige verabschiedung. aber gut, vielleicht war sie auch wegen der unfreiwilligen pause etwas verstimmt.
technisch klappte bei mir alles auf anhieb, nur wurde während des sets meine große befürchtung wahr. schnell zur vorgeschichte: akku des macbooks lud sich im februar nicht mehr auf, verdacht auf den battery connector, als ersatz bei ebay bestellt, vergeblicher versuch, den selbst einzubauen. bei dem versuch das topcase etwas zu harsch angefasst, so dass das kabel, das das topcase (heißt: trackpad und tastatur) mit dem logic-board verbindet, einen wackelkontakt abbekommen hat. es fiel also privat sporadisch hin und wieder mal aus. lösung: alles aufschrauben, topcase ab, kabel ab, wieder dran, zusammenschrauben – läuft auf unbestimmte zeit.
in der griessmühle passierte es eben bei der hälfte des sets, dass tastatur und trackpad nicht mehr wollten. vorausschauend hatte ich jedoch eine usb-maus dabei, den rest machten der midi-controller und touchable – ging alles.

musikalisch ging auch alles. sicher, der floor ist klein, insofern macht es sich nicht schnell bemerkbar, falls einige leute gehen sollten. klar, der beginn mit mumdance auf rinse mag einige gefiltert haben, aber beim rest verließ ich mich eher auf acid house, (leider zu wenig) electro, aber generell vieles aus holland (eher neueres von delsin, älteres auf bunker) und halt chicago. da trafen tronco traxx auf unit moebius – die leute blieben. meat beat manifesto zuvor, test dept. danach – auch das vergraulte niemanden. es mag sein, dass das publikum dort so aufgeschlossen ist, mag sein, dass es generell ein guter abend war, mag auch sein, dass ich es richtig angepackt und trotz des technischen malheurs spaß hatte, es weiter auf die spitze zu treiben. aber ich fand’s irre erleichternd, besonders in der zweiten hälfte einfach mal ausprobieren zu können, ohne dass das mit publikumsstreik belegt wird – eher im gegenteil. kleines manko: auch wenn auf dem floor eine kirsch audio steht, kann die noch etwas volumen im tieftonbereich vertragen – zumindest aus publikumssicht, am dj-pult selber klang es ganz gut.
doch, ich war danach sehr zufrieden, daher gibt es das set auch unten zum nachhören. electrodon machte danach noch weiter (bis 18 uhr abends, wie er mir mitteilte), aber als ich um 9 uhr ging, waren die reihen auf dem mechatronica-floor (ergo dem kleineren) schon gelichtet. in der großen halle, in der damals auch die back to basics ihren hauptfloor hatte, schien der abend die gesamte zeit über nicht so recht in schwung kommen zu wollen. als ich ankam, waren da vielleicht zehn leute, beim gehen niemand mehr, aber die musik lief.
sonst: schöner außenbereich, tatsächlich eine gute alternative zum about blank, wobei dort einfach der feinschliff stimmt. dafür lässt es sich in der griessmühle ganz gut am kanal sitzen, der bestimmt noch etwas romantischer wäre, wenn das wasser nicht so getrübt daherkäme. aber schön, dafür kann die griessmühle ja nichts. vielleicht schaffe ich es ja 2015 endlich mal häufiger dahin. diese wochenenden von freitag bis montag mit mehreren veranstaltern unter einem dach fanden ja in den letzten monaten regelmäßig statt, also sollte ich besser mal die augen offenhalten, ob da auch für mich etwas dabei ist.

hier erstmal das set:

download

und der epilog:
es war beim macbook übrigens nicht der battery connector, sondern der originalakku, der nach sechs jahren tatsächlich mal den geist aufgegeben und sich bereits verformt hatte. insofern war meine aktion, den austauschen zu wollen, für die katz. imazing hatte noch ersatz-nachbau-akkus auf lager, davon verrichtet jetzt einer seine dienste. aber das problem mit dem topcase haben sie sich nur kurzzeitig angeschaut und nichts weiter gemacht, als sie nach dem zusammenbau festgestellt haben, dass es funktioniert.
da es sich bei meinem kleinen schwarzen um ein modell handelt, für das apple keine ersatzteile mehr verkauft, kann imazing da auch nichts mehr reparieren, solange man nicht das ersatzteil bei ebay oder sonstwoher bekommt. der freakinmacstore in der fehrbelliner straße hatte ende august jedoch noch das notwendige kabel und selbiges innerhalb von zehn minuten (inklusive zwei tests) getauscht. das funktioniert seitdem wieder blendend. trotzdem vergeht kein tag, an dem ich nicht mehr oder minder intensiv an ein 13″-retina denken muss. aber gut, das kleine schwarze muss erstmal noch halten, da hab ich aber momentan keine bedenken.

[olganitz / 01.-03.08.2014] nachtdigital

hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mich mal zu mehr als zwei festivals in einer saison hinreißen lasse. aber mit schlafplätzen im auto kann man mich immer ködern. im vergleich zu lärz ein ebenfalls sehr intimer rahmen mit 3.000 gästen, tickets gibt es nur noch aus zweiter hand über entsprrechende kanäle.

nachtdigital

der text hier ist erstmal platzhalter. das line-up verbirgt sich hinter dem link, ich bearbeite das posting vor ort, wenn ich den plan mit den spielzeiten habe. smartphone-nutzer können den dann in der mobilversion stets parat haben, wenn sie wollen.

so, bitte schön.

splatatazongg
freitag, 01.08.2014
21:00 olivia
samstag, 02.08.2014
00:00 cuthead
01:00 siriusmo
02:00 samuel kerridge
03:00 clara moto
05:00 manamana
08:00 steffen bennemann
11:00 pause
19:00 randweg
20:00 samaris
21:00 dream weapons
22:00 dixon
sonntag, 03.08.2014
02:00 james holden
04:00 rod
06:00 karenn tr-101
07:00 donato dozzy
08:00 robag wruhme & roman flügel
13:00 ende

fatzkenstadt
freitag, 01.08.2014
21:00 elisabeth
samstag, 02.08.2014
00:00 perm
01:00 miles
03:00 heatsick
04:00 stellar om source
05:00 pause
18:00 film: escape to olganitz
20:00 pause
22:00 laurel halo
23:00 i-f
sonntag, 03.08.2014
02:00 legowelt
03:00 optimo
06:00 ende

düüdoom
samstag, 02.08.2014
11:00 doumen records
17:00 ende
sonntag, 03.08.2014
11:00 job jobse
15:00 ende

guidiehr de hardezar
samstag, 02.08.2014
06:00 alle außer ralf
11:00 hari deuter
12:00 ralf köster
18:00 spirit of eden (talk talk)
19:00 walter freudenberg
21:00 nina
23:00 subkutan
sonntag, 03.08.2014
02:00 onetake
03:30 good news
05:00 alle
09:00 ende

nachbetrachtung
da nun fast ein jahr vergangen ist und es am kommenden wochenende direkt wieder nach olganitz geht, wird’s langsam mal zeit, das wochenende revue passieren zu lassen. alleine bei der tatsache, dass es nicht beim ersten mal bleiben wird, lässt sich ja schon zwischen den zeilen lesen, dass es ja schon irgendwie gut gewesen sein muss.

nun, war es auch – und zwar so, dass ich die nachtdigital schnell als kleine festival-perle schätzen gelernt habe. klar gibt es im gegensatz zur fusion sponsorenbanner und auch -stände, aber das alles bestimmt nicht das gesamtbild. die überschaubarkeit fällt mit als erstes auf: selbst wenn man auf dem parkplatz campiert, sind es bis zum festivalgelände zu fuß bei gutem tempo fünf minuten. und auch wenn es als camper erstmal einen nicht unerheblichen logistischen aufwand erfordert, nicht mit dem auto auf das bungalowdorf zu dürfen, bleibt das campinggelände – auch durch das kleine tal richtung wald – äußerst überschaubar. das gilt erst recht für das festivalgelände: hauptbühne direkt vorne rechts, erster kritikpunkt: die könnte weniger nach konzertbühne aussehen, eine zeltkonstruktion wie beim düüdoom (nur ein paar nummern größer) oder bei der fusion-seebühne wäre charmanter. links neben der tanzfläche der strand, die bar, dahinter der düüdoom, der mit 100 leuten schon proppevoll war. in wurfweite gegenüber der guidiehr de hardezar (wer denkt sich denn diese namen aus?) als dezidierter chillout-floor, der jedoch unter zwei dingen zu leiden hatte: erstens unter dem rüberschwappenden sound vom düüdoom und zweitens unter der für meine begriffe zu schrillen pa. beides gründe, weshalb ich es dort nicht länger ausgehalten habe – was schade ist. genügend möglichkeiten zum hinfläzen gab es.
weiter auf dem weg rechts der einzige essstand. mag wenig für 3.000 leute erscheinen, reichte aber aus. wurde – wohl als neuerung – von leuten aus der region betrieben, und gut essbar war’s definitiv. am ende des weges dann die fatzkenstadt, also das zelt, vergleichbar mit dem bassline circus auf der fusion, nur eine kleinere variante davon. tolle lichtinstallation hinter den djs mit den leds und auch mit den bunten neonröhren an der decke. für die decksharks wurde auch vorgesorgt: man konnte sich hinter den djs auf die empore stellen und zuschauen.

vom ablauf her gehe ich nicht so ins detail. elisabeth habe ich jedenfalls gegenüber olivia ohne zu zögern den vorzug gegeben und bin auch gleich bei perm geblieben, der schon mit acid-anleihen spielte. zwischen miles und siriusmo bin ich etwas gependelt und fand letzteren tatsächlich ziemlich gut. ändert zwar nichts daran, dass seine veröffentlichungen immer noch nicht in mein beuteschema fallen, aber dort passte das.
danach also samuel kerridge, der nach siriusmo ein ganz schön harter brocken war, der geschluckt werden musste. hat im nachhinein auch – durchaus zurecht – polarisiert, weil er strikt bei seiner industrial-schiene und somit bei wesentlich düsteren tonlagen als siriusmo blieb und noch dazu erstmal auf 100 bpm drosselte. da ergriffen einige die flucht richtung zelt oder camp, brachte ihn aber keinen millimeter von seiner linie ab, an deren ende technoide geschwindigkeiten und sounds standen, die man auf „deficit of wonder“ auf blueprint nachhören kann. die leute, die noch verblieben waren, wussten auch weshalb und waren demnach mit 100% dabei. für mich eines der sets des wochenendes, weil’s so schön radikal und kompromisslos war.
stellar om source war im zelt danach wieder mit acid auch nicht schlecht anzuhören, aber eine ruhepause fand ich sogar noch besser.

aufgrund hitzeträgheit (es war ein insgesamt wirklich sehr warmes wochenende, bei dem ich mir nach der erfahrung auf der nation of gondwana innerlich auf die schulter klopfte, mir einen zerstäuber gekauft zu haben) war ich erst wieder beim ende von steffen bennemann vor ort und bekam dann vom samstag also eher die pause mit. die kann man entweder im camp selbst mit inhalten füllen oder man geht eben zu einem 90s-eurodance-quiz vor dem zelt, das von einer (pseudo-?)ungarischen band auf deutsch mit unnachahmlichen ungarisch-englischen akzent moderiert wird, showeinlagen zwischen den runden inbegriffen. ich bin leider schon in der vorrunde ausgeschieden, aber dies jedoch gegen die spätere gewinnerin. unnötig zu erwähnen, dass das alles ein riesenspaß war, mit den anderen unter dem sonnensegel zu coverversionen der songs zu zappeln, bei denen man schon in der schule ungerne zugab, sowas zu hören (heute natürlich ganz anders, logisch).
dann gab es noch den essstand, schwimmen war ich nicht, merchandising ist aber ein aspekt, der auch sehr angenehm daherkommt. zunächst mal ableton, die dem festival auch sponsoringtechnisch unter die arme griffen, im gegenzug aber sogar einen mehrwert für das publikum boten, indem sie einem unbekannten hobbyproduzenten im keller des schullandheimes die gelegenheit gaben, den push im rahmen eines workshops vorzustellen. das war auch kein frontalunterricht, sondern man konnte sich auch melden, um einen eigenen track zu bauen. sicher konnte man aufkleber, schlüsselbänder oder demoversionen abgreifen, aber das geht bei so einem produkt schon klar. außerdem gibt es natürlich nd-shirts und -taschen (beide schick) sowie -poster (layouttechnisch ein graus, sorry). aber am wichtigsten ist die platte, die jedes jahr zur nachtdigital veröffentlicht wird. das war hier erstmalig eine vier-track-compilation (auf welcher der perm-track der beste ist), die man zwar danach noch in ausgewählten läden wie smallville kaufen kann. auf dem festival selbst jedoch kriegt man sie, wenn man erst ein cover von sich machen lässt. damit wird die hülle beklebt und dann lässt sie sich mit nach hause nehmen. restbestände der nd 13 waren auch noch da, die ist auch gleich mitgekommen.

ansonsten bestanden weite teile des samstagabends aus: warten. ein gewisser james holden, der nicht zuvor auf dem line-up stand, brauchte beim soundcheck mit seinem modularsystem und live-drummer ein wenig, so dass randweg zwei stunden später anfingen und sich alles entsprechend verschob. um wieder reinzukommen, waren die beiden ganz nett, verträumte electronica mit klarinette, wenn man es irgendwie bezeichnen möchte, aber einen wirklich bleibenden eindruck hinterließen sie bei mir leider nicht. hängt aber auch wieder mit dem anerzogenen musikalischen beuteschema zusammen.
ruhepause, um pünktlich zu i-f wieder fit zu sein. der spielte quasi ein best-of-viewlexx mit vielen alten sachen (inklusive „i do because i couldn’t care less“ und auch „stakan“ von gesloten cirkel) und hatte das ganze zelt damit fest in seiner hand. für mich das zweite set des wochenendes, das leider durch ein herannahendes unwetter ein abruptes ende nahm, das sich glücklicherweise nur als kurzes gewitter entpuppte.
legowelt konnte sein set dennoch spielen und machte das auch gekonnt zwischen allen maschinen hin und her wuselnd, eher melodisch als mit acid, aber keinen zweifel daran lassend, dass er sein handwerk versteht. rod war anschließend eine der positiven überraschungen des wochenendes. hatte ich ihn zuvor im berghain stets zu sehr an funktionalität orientiert erlebt, war die dichte an tracks mit identifikationspotential („hypokondriak“ von plastikman oder „intro (version 2)“ von surgeon sind mir noch in erinnerung) schon höher. mir ging aber in der letzten halben stunde nur sein gleiches muster auf die nerven, wonach er den bass für vier bis acht takte drinnen ließ, um ihn aber (konnte man echt fast die uhr danach stellen) für wenigstens acht takte herauszudrehen. klar brauchte er das als permanent mixender schwerstarbeiter, um zwei, stellenweise auch drei tracks synchron zu halten. aber konstante abfahrt wäre ab einem gewissen punkt auch nicht verkehrt gewesen.
tr-101 sprangen für karenn ein, die ihren flieger verpasst hatten. insofern gut, als dass ich die beiden noch nie live gehört hatte und dass sie auch nicht lange fackelten. würde jeff mills heute noch richtige techno-tracks anstatt eher soundtracks produzieren, käme das wohl dabei heraus, war jedenfalls schön kurzweilig. danach jedoch wieder ruhepause.

sonntag bekam ich zwar weite teile von roman und robag mit, aber das nur periphär im camp. trotz ruhepausen schlug sowas wie schlafmangel und ein damit verbundenes motivationsproblem durch. zu deren letzten 30 minuten ging es aber dann doch. und bei job jobse fand dann sozusagen der gemütliche ausklang statt, wobei ich auch den wieder im camp mitnahm. das aus zwei gründen: das festivalgelände muss bis 18 uhr geräumt sein und es war ein erneutes unwetter angekündigt, das zum abbruch des festivals führte (jedoch zu einem zeitpunkt, an dem job jobse eh fertig gewesen wäre, der mit klassikern aus den 1980ern stimmungstechnisch nochmal einiges rausholen konnte).
daher überschlugen sich die ereignisse etwas: ein camp inklusive shelter in weniger als 20 minuten abbauen, dabei noch eine mitfahrgelegenheit für zwei nach berlin klarmachen und bei schon bereit stehendem festivalpersonal die beine in die hand nehmen, weil doch freundlich darum gebeten wird, die autos aufzusuchen. dabei gleich die gelegenheit nutzen, das eh schon abgebaute material mit in richtung parkplatz zu nehmen, um das bei regen in den kofferraum zu quetschen und einem freund noch starthilfe zu geben. muss man alles mal mitgemacht haben. definitiv nicht nach einer wiederholung schreit jedoch die heimfahrt nach berlin mit bestenfalls sechs stunden schlaf seit freitag, die eher vom tunnelblick auf die lichter des vordermanns auf der autobahn geprägt war.

zu viel text? dann kompakt:
ein festival, welches durch „richtig schnuckelige perle“ am besten beschrieben wird, zudem noch mit schönem charakter. i-f toll, samuel kerridge toll, elisabeth toll, ableton-push-workshop toll, mein plattencover lässt mich immer noch grinsen. wetter in sonnenphasen großartig, die beiden gewitter hätten vom timing her jedoch nicht unpassender kommen können. macht neugierig, ob das niveau bei der 2015er-ausgabe gehalten werden kann.