am 3. januar 2015 steigt die letzte party im trouw, also wird’s zeit, endlich das vorhaben umzusetzen, mich zu verabschieden. diesmal ist auch de verdieping geöffnet, was im märz ja nicht der fall war.
trouw
22h00 norman nodge
01h30 fiedel live
02h30 steffi
06h00 marcel dettmann
de verdieping
23h00 nd_baumecker
02h00 virginia
04h00 anthony parasole
06h00 boris
start
22:00 uhr
eintritt
bis 23:00 uhr: 12 euro
ab 23:00 uhr: 20 euro
nachbetrachtung
auch gut drei monate nach der party bleibt mir als fazit immer noch ein „wenn’s mal wieder länger dauert…“ im gedächtnis. die früheren öffnungszeiten waren ab dem wochenende effektiv, da man dort schon den countdown für die kommenden vier wochen starten musste, bis das trouw anfang januar schloss.
dem andrang schadete das jedoch nicht im geringsten. da sich in der ersten stunde eh bares geld sparen ließ, stellten sich auch einige in die reihe. norman nodge machte im trouw den anfang mit dubbigen tracks, nd_baumecker fing unten an, das war so gegen mitternacht.
das machte er auch in gewohnter form, aber auch auf den raum an sich war ich neugierig. dem merkte man aber an, dass er nicht für den clubbetrieb konzipiert war. keine ahnung, wie vorherige raumaufteilungen aussahen, aber es wirkte alles etwas improvisiert und kühl. klar ist eine funktion one imposant, aber es wirkte so, als ob alle energie von vorne kommen solle. dj-pult, flankiert von den boxentürmen und dahinter die leuchtstoffröhren, die die aufmerksamkeit erst recht in richtung pult lenken. keine traversen, keine sonstigen leuchten an der decke und vorne rechts noch eine bar. das unterstreicht zwar den warehouse-charakter, den de verdieping zugedacht war. ich hätte mir da aber auch sehr gut einen chillout-floor mit projektionen oder gemälden vorstellen können. mir ist aber auch klar, dass man sowas vier wochenenden vor der schließung nicht macht, wenn alle besucher es nochmal richtig wissen wollen.
das wollte auch virginia nach nd, die mit dem set auch sehr ins berghain gepasst hätte – das war schön hart, treibend und der kelleratmosphäre angemessen. den energielevel konnte anthony parasole nicht ganz halten, hatte aber einige nette kombinationen (notiert habe ich mir „wttp“ von mpia3, gefolgt von „erotic city“ von prince sowie „elektrostatik“ von plastikman mit dem carl craig-remix von beanfields „tides“).
oben im trouw spielte fiedel ein solides live-set, das mir in den paar minuten aber zu trocken war, so dass ich doch lieber nach unten ging. bei steffi verweilte ich eine gute zeit lang auf dem schon im märz liebgewonnenen stammplatz (der treppe richtung restaurant) und hörte ein detroit-lastiges set mit house-anteil („eniac“ von octave one bspw.). auch bei boris (in gewohnter form) schaute ich unten kurz vorbei. aber all das sparte jedoch kräfte auf, bis herr dettmann das zepter übernahm, wo ich wieder beim fazit wäre.
vorab hieß es, dass er das ende von 6 bis 10 machen wird – das stimmte auch, er war gegen 10h15 fertig. nur wollten die leute ihn nicht gehen lassen und er wollte auch noch keinen feierabend machen. so spielte er dann einen track nach dem anderen (die man aus seinen abschluss-sets im berghain weitestgehend kennt – „camargue“ von cj bolland oder „seconds“ von human league), hatte sichtlich viel freude dabei, aber nach 11h30 war dann doch schluss, was für einen freitag auf samstag schon mehr als ordentlich ist. für mich war’s wie eine zeitreise in die berghain-ära, in der er gegen sonntagmittag mit den gleichen tracks aufhörte, und ich dachte bei mir, dass es irgendwie schade ist, für sowas nach amsterdam fliegen zu müssen, da es in berlin schon einen freien montag erfordert, den schluss im berghain erleben zu dürfen. nicht, dass ich mir einen monat im jahr wünschen würde, in dem das berghain die kasse ab 8 uhr sonntag früh dicht macht und wie früher um 12/13 uhr schluss ist, aber spannend wäre dieses experiment schon (jedoch mittlerweile betriebswirtschaftlich riskant, schon klar).
wieder mal abgeschweift: marcel, virginia und nd für mich die glanzlichter, überhaupt bekanntes niveau an dem abend. tolle stimmung sowieso, gerade zum schluss, aber auch sonst ließen sich die niederländer nicht lange bitten und gaben bereitwillig gas.
eines finde ich jedoch nach wie vor bedauerlich: mir ist ja klar, dass das rauchverbot rein von gesetzes wegen eingehalten werden muss und finde es auch gut, dass die security leute mit glimmstengel von der tanzfläche in den nahen raucherraum bittet. zugleich jedoch beim selbstauferlegten fotoverbot aber mehrere augen zuzudrücken und leute mit blitzlicht einfach gewähren zu lassen, finde ich schon bedauerlich. sollten sich leute aus dem trouw-umfeld ein herz fassen und einen nachfolger eröffnen, der die gleiche politik fährt, dann könnte man sich gegebenenfalls die sticker-option durch den kopf gehen lassen. das fände ich ganz entspannend.
so oder so bleibt’s eine klasse party, daran gibt’s nicht zu deuten.


