ein halbes jahr ist es her, dass sie ihr zehnjähriges an einem freitag auf drei komplett gefüllten floors mit einer hervorragenden kuration gefeiert haben und ich gehofft habe, dass daraus etwas regelmäßigeres entsteht. und jetzt das.
sound metaphors
berghain
19:30 diamin
21:00 dopplereffekt live
22:00 the sabres of paradise live
23:00 bill kouligas
01:00 dj stingray 313
03:00 skee mask
05:00 vlada b2b konduku
panorama bar
22:00 dennis bovell
00:00 adrian sherwood live
01:00 sound metaphors djs
03:00 chaos in the cbd
05:00 tornado wallace b2b yibing
07:00 jonathan kusuma
nachbetrachtung
rein: 19:45 uhr
raus: 5:30 uhr
fazit vorab:
anwärter auf die jahresbestenliste. ich bin samstagfrüh zwar erschöpft, aber völlig zufrieden raus. klar besteht immer die gefahr, dass auf dem papier gut aussehende line-ups die hoffnungen nicht erfüllen, aber die sorge war völlig unbegründet. in nuancen gibt’s zwar immer was zu kritisieren, aber ich fand’s musikalisch wenigstens sehr gut bis hervorragend. und darüber hinaus schön zu sehen, dass eine derartig exzellente kuration so gut angenommen wird.
ausführlicher:
diamin hätte die aufgabe des warm-ups für dopplereffekt nicht besser meistern können. das war zwischen ambient, abstraktem, dubstep, ein wenig technoidem alles völlig schlüssig und zum ankommen perfekt. kann / sollte sie gerne sonntags zum gleichen slot wiederholen, wenn’s nach mir geht.
bei dopplereffekt kann ich verstehen, warum sich daran die geister scheiden. hab sie jetzt zum dritten mal gesehen, und beim ersten mal ging’s mir genauso.
ich fand’s nach ihren ersten 10-15 ambient-minuten überraschend funktional. der abrupte halt auf freier strecke mit der handbremse (im klartext: einen sehr tanzbaren electro-track einfach stoppen, um das ganze wieder mit einer zaghaften fläche neu aufzubauen, das passierte mehrere male) bringt viele im clubkontext raus, wenn sie sets mit einem flow erwarten. mich fasziniert eher das zwischenmenschliche zwischen michaela no-than bertel und gerald donald. was oberflächlich den eindruck von ihr in der statistinnenrolle macht, ist für ihn wahrscheinlich elementar, um das durchstehen zu können. da kann die musik so steril oder das set so wirr sein wie es will – am ende freut’s mich, dass die beiden es durchgezogen haben.
diejenigen, die auf den flow warteten, bekamen ihn bei the sabres of paradise. sie standen lange auf meinem hausaufgabenzettel, so dass ich mir „haunted dancehall“ erst im laufe der letzten woche mal angehört habe. schwer, dem ganzen eine stilschublade zu geben. „leftfield“ passt führ ihre erste downbeat-geprägte hälfte wohl am besten. die fand ich auch besser, gerade weil die zweite sehr technoid-melodisch und damit so ausfiel, wie acts halt denken, dass sie im berghain spielen müssten. war jedoch toll anzusehen, wieviel spaß die beiden hatten. find’s daher auch legitim, funktional zu spielen und damit einfach mal abzuräumen.
bill kouligas hat’s mir nicht leicht gemacht, einen abstecher zu dennis bovell zu machen. schnittmenge aus breakbeats, electro, etwas technoideren sounds, stets mit einem auge richtung experimentierwillen. und das, ohne die tanzfläche dabei aus den augen zu verlieren.
oben zwar auch eine volle tanzfläche, aber mit wippendem oder interessiert lauschendem publikum. dennis bovell mit dub, reggae oder auch latin music und damit das, was mensch sich unter kenner*innen im plattenladen vorspielt. nur halt im club.
bei adrian sherwood hatte ich ein wenig sorge um die fenster der panorama bar – so sehr hat das vibriert. dub zwischen digital und roots in bestform – richtig, richtig gut.
an dj stingray hatte ich ehrlicherweise keine erwartungen, da er in den letzten jahren durchaus sets gespielt hat, bei denen er sich dem trend des härteren techno andiente. erneut hat sich gezeigt: richtiger ansatz (also der, ohne erwartungen ranzugehen). den haudrauf-techno gab es zwar, aber höchstens zu einem viertel und dann meistens mit exzellentem timing auf einen electro-track folgend. das hat richtig spaß gemacht.
skee mask hat danach (auch wieder: verständlich) etwas druck aus dem kessel genommen. mir neu, dass er größtenteils mit vinyl und dabei technisch so versiert wie eh und je spielt. ein „nur“ von techno und house mit ausflügen richtung ebm oder der bereits erwähnten raster-noton geprägtes set. das „nur“, weil’s im vergleich zu seinen stilistischen parforceritten vor acht, neun jahren an ort und stelle gemäßigter war, aber erstens: der kürze der zwei stunden angemessen. und zweitens mit blick auf die tracklist definitiv abwechslungsreicher als so mancher sonntag. mit der mischung würde er dort mittags / nachmittags super passen. wenn jemensch weiß, welche funk/jazz-nummer er so 30-40 minuten vor schluss gespielt hat, gerne melden.
notierte tracks*
diamin
david toop – boneless
biosphere – startoucher
monolake – alaska (substance remix 1)
bill kouligas
korzi – footslog (hedchef heat exhaustion mix)
kluentah – give up the gods
dennis bovell
winston sinclair – come on little girl
spahni’s dub dancers – skalude in minor c
dj stingray 313
drexciya – cascading celestial giants
client_03 & james shinra – decommission me
martyn bootyspoon – buss down
lurayana – tidal wave (manao remix)
cvnsumed – ethical autodafé
sanchez – amalgama
k-65 – catch me down
privacy – go
k-65 – matador
lockjaw – i am
mr. dé – shake it baby
detroit in effect – work it
clatterbox – storm drain
skee mask
robert armani – circus bells (armando’s mix) (erster track)
jeff mills – the resolution (direkt danach)
navario sauro – lancia delta integrale 16 v
afx – pwsteal.ldpinch.d
e-dancer – pump the move
the neon judgement – the fashion party
mu – paris hilton
surgeon – floorshow pt. 2-4 (direkt danach)
dj rush – loco
traktor – master traktor (direkt danach)
afx – a f x 2 (direkt danach)
x-101 – sonic destroyer (direkt danach)
hallucinator – goldcoast
dave clarke – zeno xero
container – radiator
aoki takamasa – rn2-09 pt1 + pt2
dj deeon – groove mode
der zyklus – elektronisches zeitecho (letzter track)
*: mit sehr tatkräftiger unterstützung aus der restrealitaet.