zweiter samstag im monat – da ist klar, was das heißt. für mich dieses mal zwischenstation zwischen zwei besuchen am wriezener karree. werde eher früh da sein und auch früher gehen.
ablauf
lobby
15:00 nadine talakovics 18:00 caleb esc 21:00 x tin
da wird „laberstaub, daher weniger ausführlich“ zu meinem neuen evergreen. hab es in den ersten zwei stunden meiner anwesenheit (grob ab ca. 15:30 uhr) nicht weiter als zu der sitzfläche am lobby-eingang geschafft. stellt eine völlig neue dimension des ankommens und einen neuen rekord sowieso dar.
ansonsten flashback um zwölf jahre zurück, als ich die staub kennenlernte, die damals ausschließlich auf der lobby stattfand. das lichtpult links hinter der bar fiel mir bereits bei den winter holidays auf. sollte das permanent sein: ist aus zweierlei gründen eine gute idee. erstens, weil das licht dadurch mal nicht auf autopilot läuft und damit schön die musik akzentuiert. zweitens (völlig uneigennützig) entsteht dadurch eine nische zwischen licht- und dj-pult. war schon vorher eine gute ecke, um etwas ungestörter zu tanzen. das klappt jetzt noch besser, weil das lichtpult den publikumsverkehr dort minimiert.
im zelt war ich insgesamt vielleicht zwei minuten, also bleibt das aus der musikalischen bewertung raus. füllgrad- sowie stimmungstechnisch hat’s mich gefreut, dass beide floors richtig gut funktioniert haben. nadine auf der lobby meine klare favoritin – dubbig, später melodisch, immer treibend, super auf den punkt. hab nichts shazamt oder erkannt, daher bleibt’s bei der kurz-nüchternen beschreibung. caleb nahm verständlicherweise etwas tempo heraus, aber auch bei ihm musste mensch sich wieder einmal um geschmacks- sowie technische sicherheit keine sorgen machen.
mich hat’s als üblicherweise erklärten lobby-skeptiker überzeugt, von daher schön, dass die entscheidung so getroffen worden ist. gerne wieder, insbesondere in den helleren monaten. wegen der berghain-kantine im anschluss blieb’s für mich bei „nur“ vier stunden. war jedoch auch eine gute entscheidung.
notierte tracks
caleb esc
function – disaffected cirkle – machina decka – under influence o/v/r – interior
die 13 soll glück bringen. in jedem fall trifft das mit dem monatlichen jour fixe in der autonomendiskothek auf mich zu, für den ich mir den terminkalender nach wie vor gerne freiräume. gratulation ist nach wie vor ehrensache und die feierlichkeiten opulent in dauer und umfang.
ablauf
mdf
15:00 kobzev 18:00 wesley 21:00 stanislav tolkachev 23:00 bertrand. 02:00 ly sas 05:00 irakli
zelt
13:00 cara carpaccio 16:00 sirs 19:00 john osborn 22:00 pause 10:00 anja zaube
lobby
22:00 modschi b2b dj detective 02:00 anna z. 05:00 wolle xdp
wellness-punk-floor
17:00 tensor 18:00 i.nez 19:00 mel 20:00 manfred tiek 21:30 stype 23:00 ryba 01:00 a:lyrisch live 02:00 corala 03:00 j.otam 04:30 dk dent 05:30 modschi 06:30 angels in bademantel
nachbetrachtung
rein: 18:45 uhr raus: 5:45 uhr
eine geburtstagsfeier mit allen schikanen und vor allem vielen gratulant*innen – jedenfalls von samstagabend bis ca. 2 uhr, ab da entspannte sich die lage. klar, für blank und staub gleichermaßen toll, hochverdient, die beste und dem anlass mehr als angemessene mischung an leuten etc. – für mein zns jedoch zuviel. eskalation ist da momentan absolut keine priorität, sondern vielmehr das gegenteil. hinzu kam noch der bei mir vor auftritten übliche tunnel während der üblichen ankunftsrunde, insofern müssen „hitradio-gewitter von sirs“ und „house-charmeoffensive von john osborn im anschluss“ als grobe koordinaten herhalten.
über den gesamten verlauf gesehen habe ich selten so viel zeit in der hütte verbracht – meinen eigenen beitrag mal ausgeklammert. wenn es beweise für die detailverliebtheit braucht, die die staub so auszeichnet – auf den nicht mal 20 quadratmetern fand mensch sie. deko sowie licht waren stetig im wandel und die hütte jederzeit eine mehr als gut funktionierende oase, sobald die zitterpartie durch den garten absolviert war. „viel zu tanzbar“ dachte (und sagte) ich hunderte male, bevor es für mich losging. manch langsamere platten von manfred tiek riefen mir dann aber doch in erinnerung, dass der floor als völlig freie spielwiese konzipiert war. zur manöverselbstkritik, welche dezidiert zur transparenz und nicht als fischen nach komplimenten gedacht ist: in meiner ersten hälfte habe ich mich bei abnehmender fülle ob angewandter sturheit (wonach ich so untanzbar wie möglich spielen wollte) so weit gegeißelt, dass meine backup-festplatte mit der gesamten sammlung bereits am zweiten cdj baumelte und einsatzbereit war. die zweite hälfte kehrte das völlig und nachhaltig um – da waren neben dem loyalen anhang auch ein paar neutrale leute darunter, die das mitgemacht haben – vielen, vielen dank dafür! ein set, das mich am ende darin bestärkt hat, dass es sich lohnt, bei einer linie zu bleiben und es eben zu den nebenwirkungen gehört, dass leute ihre zeit brauchen, um bei experimentielleren dingen einzusteigen. ein dj für hymnische momente werde ich in diesem leben nicht mehr. ich würd’s wieder tun, nächstes mal mit noch weniger kickdrums. bei der vorbereitung habe ich in bezug auf’s ineinandermischen von soundscapes und passenden tonarten abseits von beatgrids definitiv blut geleckt. die tracklist steht am ende, falls sich wer aus der leser*innenschaft eine playlist zusammenstellen möchte. ohne etwas versprechen zu wollen: evtl. baue ich das noch aus und nehme das nachträglich daheim auf.
von a:lyrisch hätte ich gerne mehr mitbekommen, aber erstmal im kreise des harten kerns im zelt sitzen und plaudern war zu dem zeitpunkt gebotener. bei corala fand ich den ebenfalls langsamen, basslastig-breakbeatigen anfang sehr vielversprechend. erhöhte sie schnell auf techhouse-kompatibles tempo, hat aber über die gesamtstrecke u.a. mit dubstep-artigen tracks schöne kontraste gesetzt. dk dent später ebenfalls mit techhouse, der in richtung 2000er-minimal blinkte – und das war für die uhrzeit auch nicht verkehrt.
auf dem mdf habe ich’s versucht, kam aber musikalisch nicht so recht hinein. schlecht war’s keineswegs, aber anna z. in der lobby definitiv interessanter. wenn auch zum großteil mit geraden kicks unterwegs, freut’s mich immer, dass sie den einen oder anderen electro- oder gar dubstep-track zur auflockerung einbaut und dabei nie den flow aus den augen verliert. wolles trance-set habe ich nur sekundenweise beim durchgehen gehört, daher wäre jegliche einschätzung absolut unfundiert.
notierte tracks
sirs
bill medley & jennifer warnes – (i’ve had) the time of my life lou rawls – you’ll never find another love like mine whitney houston – i will always love you
john osborn
the mole people – break night
manfred tiek
jürgen paape – so weit wie noch nie (in der version von der kompakt 62, nicht von der „total 3“)
anna z.
hijinx – illusions deluka – plastic funk
stype
itty minchesta – hamburg is nich schuld daran / city nord pita – 4 coil / nine inch nails – closer (unrecalled) anthony child – the chief laurent garnier – la détente: la leçon autechre – tbm2 massive attack v mad professor – weather storm (dub) & perila – ways & pita – ce3* donato dozzy, sabla – forma 1 oval – do while & perila – lish & kim hiorthøy – yellow minute & sadie powers – right after** kevin drumm – morning superpitcher – tomorrow ulla – both feelings squarepusher – my sound
*: „weather storm“ geht 20 minuten, die zwei zusätzlichen passten harmonisch sowie zeitlich super, also ließen sie sich gut reinmogeln. **: da gilt das gleiche, nur dass die oval 24 minuten lang ist.
12:00 i.nez 15:00 insa 17:00 ed davenport 19:30 resom
mdf
15:00 v:sonntag 18:00 caleb esc 21:00 magna pia
nachbetrachtung
rein: 16:30 uhr raus: 23:30 uhr
und ich kann’s kurzhalten: eine staub im guten musikalischen durchschnitt, menschlich wie immer aus dem bilderbuch. 100-200 gäste mehr hätte ich der ausgabe schon gewünscht, aber als netten nebeneffekt hatte ich selbst in den schlussminuten auf dem mdf unbehelligt genügend platz. caleb esc dort zwischen trippig und rauh mit subtilerem aufbau als magna pia. dessen erste 20-30 minuten seines sets waren für mich etwas statisch, in der letzten halben stunde fand ich ihn dafür wesentlich besser.
ed davenport im zelt housig/techhousig, mal melodisch, mal basslinig, schön in wellen. resom mit der von ihr gewohnten vielfalt mit schwerpunkt auf house, spielte in wohnzimmerlautstärke nach 22:00 uhr etwas weiter.
notierte tracks
caleb esc
jokasti & nek – sleep spindles linear phase – mandatory deas – block
resom
italojohnson – itj05b1 (bambounou remix) x-press 2 – say what! (london underground mix) moloko – forever more (francois k & eric kupper vocal mix)*
magna pia
astronomical telegram – amarilla
*: durch hilfe von außerhalb identifiziert. hatte roisín murphy solo vermutet und den songtext missverstanden.
nachdem ich im oktober nicht abkömmlich war, geht es zurück zum stammtermin.
ablauf
zelt
12:00 daraio 15:00 mr ties
mdf
15:00 neen 17:00 oliver deutschmann 19:00 pulso 21:00 kimmy msto
nachbetrachtung
rein: 15:30 uhr raus: 0:30 uhr
kann ich kurz machen, weil es für mich eine eher „sozial geprägte ausgabe“ (vulgo: laberstaub) mit einzelnen tanzabschnitten war.
der mdf war für mich gewinner und bereits nach 16 uhr gut gefüllt. neen bereits schön rauh und toolig, oliver deutschmann erneut mein deutlicher favorit, der einmal mehr seine qualitäten ausgespielt hat: trocken mit wuchtigem bassfundament an den richtigen stellen. einfach auf den punkt.
mr ties habe ich erst zum zweiten mal gehört (das erste mal auf der nachtdigital anno 2016, zur homopatik habe ich es nie geschafft). bekannt für stilistisch wilde ritte, was dieses mal von ebm zu disco zu detroit zu techno zu house reichen konnte. war mir noch bei resttageslicht etwas zu viel kraut und rüben, aber in seinen letzten 20 bis 30 minuten hat’s bei mir gezündet. beim mdf kam ich im anschluss bei bleepigem techno nicht mehr rein, aber das ist eine präferenzfrage und wurde durch plaudern im zelt für mich bestens ersetzt.
notierte tracks
neen
dawid bojczuk – together
oliver deutschmann
philip bader – 61 phara – second skin exos – enter the danger tensal – beg to be destroyed
mr ties
paperclip people – throw foremost poets – moonraker (accapella) jeff mills – the bells howiezi – high off the music pär grindvik – folium
und damit ist es offiziell das „double feature“-wochenende. mein typ ist in der nacht bis zum morgengrauen als künstler*innenbetreuer gefragt. daher wird meine nachberichterstattung eher schlaglichtartig.
15:00 rlms 18:00 chx_l 21:00 caleb esc 00:00 strathy 02:00 frantzmichael 04:00 victoria mussi 07:00 ly sas
lobby
22:10 wellen.brecher live 23:00 ryba & kobzev 01:00 anna haleta 04:00 d.k. dent
hütte
00:00 tempus fugit 03:00 francesca kazka 05:00 kat kat tat
beachfloor
16:00 alexander keppel lesung
schichtbericht
rein: 19:30 uhr raus: 07:30 uhr
ehrlicherweise hatte ich zuvor etwas sorgen, ob meine kondition das ohne weiteres durchsteht, weil mein akku in der nacht zuvor im berghain schon ziemlich früh leer war. die club mate nach mitternacht war jedoch hilfreich und zudem auch was zu tun. gleichzeitige dj-wechsel auf mehreren floors werden für mich immer eine offene flanke bleiben – aber das traf glücklicherweise nur auf mitternacht und 4 uhr früh zu.
es blieb genügend vorlaufzeit zur begrüßung des liebgewonnenen stammpublikums und neuzugängen. zudem eine kleine bauliche änderung: hinter dem gartenzugang ist jetzt ein neues podest, auf dem sich noch weitere raucher*innen sammeln können. in den wintermonaten war die menschentraube vor dem zugang zu den innenräumen ein schönes nadelöhr, insofern hoffe ich, dass die neuerung zur entspannung der lage führt. witterungsbedingt ein ähnliches bild wie im letzten jahr zur gleichen zeit: ein gut halbvoller mdf (wo mir der melodiöse techno von chx_l jedoch ziemlich gut gefiel), claudio prc hat die steilvorlage durch den spätsommerabend draußen bestens umgesetzt. ab 21:30 uhr wurde es geschäftig: aufnahmegerät auf der lobby anschließen, dazu dank staub-orga und blank-technikabteilung noch ein kabel für den line-in organisieren, und wellen.brecher kamen erst 15-20 minuten vor ihrem set. spielten mit wenigstens sieben hardware-elementen, die erstens aufgestellt und zweitens verkabelt werden mussten. so war ich auf einmal in der rolle des praktikanten, der ständig fragt, wo dieses und jenes kabel drangehört. beginn des sets zehn minuten später, das war auch gleichzeitig der soundcheck. und auch der auftakt dafür, was sich in den nächsten acht stunden als größte überraschung herausstellte: die lobby funktionierte als floor quasi durchgängig, was auch nicht zuletzt daran lag, dass alle der beteiligten ihre jeweils individuelle note einbrachten und dabei eine menge energie versprühten. am sichtbarsten bei ryba & kobzev. waren aufgrund absage eingesprungen, harmonierten dabei jedoch so gut, als ob sie das schon ewig machen. jedoch war es wohl kobzevs premiere im blank und hoffentlich nicht das letzte mal. auch breakbeats funktionierten, ohne dass das publikum damit fremdelte. anna haleta mit techno neuerer sowie alter schule, trieb die meute einfach vor sich her. d.k. dent spielt normalerweise mit vinyl, dieses mal mit cdjs. da waren eigentlich nur die einstellungen vom stick zu laden und der sync-button zu deaktivieren, also lief das eigentlich auch von minute eins und er brachte das souverän zu einem durchaus funkigen abschluss.
das setup auf dem mdf habe ich selten so opulent gesehen. vier technics, vier cdj 3000, xone:96. caleb esc behält seine linie der letzten monate bei, also bleibe ich auch dabei: wenn er rauher spielt, steht ihm das sehr gut. strathy brauchte jedoch platz für eine tr-8 und seinen laptop. ließ sich mit der blank-technik mit genügend zeitlichem puffer vor seinem set regeln: da ist einmal mehr die soundkarte des xone:96 zu loben, die bei macbooks zuverlässig mitspielt, also lief mit traktor auch alles problemlos. frantzmichael hatte laut eigenaussage mit den nadeln seine liebe mühe, nutzt den pitchfader am technics zur angleichung des tempos (was mit die beste art ist, wenn mensch genug vom monitoring hört), war trocken-funktional. victoria mussi stilistisch ähnlich dann wieder mit usb-sticks und cdjs – funktionierte alles anstandslos. ly sas hatte verschlafen und befand sich auf dem weg, als ich kurz vor meinem nachhauseweg stand.
tempus fugit in der hütte auch ziemlich technoid, entweder mit 1990er-acid (emmanuel top) oder ebm. francesca kazka danach vielseitiger, jedoch zeigte sich bei ihr die fehlkonstruktion am technics seit dem m3d (tatsächlich dürften dort die mk7 gestanden haben): der reset-knopf für den pitch ist links neben dem fader prädestiniert dafür, aus versehen betätigt zu werden, wenn mensch die nadel auf die platte setzt. warum der nicht oberhalb des faders beim tonarm platziert ist, können mir gerne ingenieure erklären. in francescas fall hat das leider zu einigen schräg sitzenden übergängen geführt. kat kat tat fing eine viertelstunde später als geplant an, ich hörte bei anbrechendem tageslicht „the bells“ bei halbvoller hütte.
objektiv gesehen eine sehr runde ausgabe. auch wenn auf wenigstens zwei floors nachts zeitgleich techno lief, war’s überraschend, dass die sich nicht gegenseitig kannibalisierten und für meine begriffe gut musikalisch ergänzten. der füllgrad jeweils auch soweit in ordnung, dass ich bei shots möglichst wenig verschüttet habe – aber das bleibt auch die ewige herausforderung. als tanzender hatte ich nirgends ein problem, einen relativ ungestörten platz zu finden.
notierte tracks
ryba & kobzev
paranoid london – paris dub 1 (feat. paris brightledge) ben klock & fadi mohem – sector (feat. flowdan)
anna haleta
sedvs – brace of shakes johannes heil – paranoid dancer jeff mills – late night
tempus fugit
emmanuel top – acid phase
frantzmichael
vinicius honorio – endless love (feat. theo nasa) (hardspace mix)
12:00 irakli 15:00 pineal navigation 17:00 no life signal 19:30 anja zaube
mdf
15:00 xiorro 17:00 lega 20:00 boyd schidt
nachbetrachtung
rein: 15:30 uhr raus: 22:30 uhr
auf dem mdf war ich insgesamt vielleicht fünf minuten und wenn, lief dort funktionaler techno um die 140er-marke. für diejenigen perfekt, die nicht so viel tageslicht abbekommen und ungestört tanzen wollten. mir war insbesondere nach dem aprilhaften juli sehr danach, so viel vom sich anbahnenden spätsommer mitbekommen zu wollen wie möglich. daher trieb ich mich vielmehr draußen herum, allerdings mit ungefähr vier stunden schlaf nach der reef und dem daher nötigen koffeinspiegel im blut. die persönliche dramaturgie blieb gleich: erstmal blank/staub-typisch gefühlt zwei stunden lang ankommen (sprich: plaudern) und dann tanzen, dieses mal eher gediegen.
der soundtrack dazu war bei allen drei (bzw. vier – hinter no life signal verbergen sich reka zalan und thnts als dj-team) protagonist*innen passend. no life signal gehen tatsächlich als meine favorit*innen durch’s ziel – trockener, hin und wieder dubbiger techno und normalerweise das, wo ich nach einer halben stunde gerne mehr abwechslung hätte. aber erstens war das bei den beiden wie aus einem guss, zweitens subtil aufgebaut, so dass die spannung sich im mix auf- und abgebaut hat. war (drittens) wahrscheinlich meinem vom vorprogramm geprägten zustand geschuldet. ich konnte jedenfalls bei der gelegenheit nachvollziehen, weshalb es das publikum nach 16+ stunden im berghain auch einfach nur mal schnörkellos braucht. anja zaube überraschte mit diversität und gerade gegen ende mit tracks, die mensch von ihr nicht vermutet hätte. zwar war ihr anfang auch (gerade nach dem track von emmanuel top) von düsteren industrial-sounds geprägt und das tempo zu der zeit auch höher als bei ihr üblich. „trommelmaschine“ kann mensch als hit immer bringen, mit einer alten autotune auf fumakilla war sie richtiggehend techhousig und ihre trance-wurzeln sind bekannt. liest sich chaotisch? war es nicht. höchstens mal technisch hörbar nachkorrigierend, aber als set schlüssig, ohne zum schluss auf das crescendo zu setzen.
notierte tracks
pineal navigation
o/v/r – post-traumatic son
no life signal
off / grid – play no games rill – rakija cirkle – unfolding memories
anja zaube
emmanuel top – tone der dritte raum – trommelmaschine autotune – keep it wrong
die legendenwochen hätten eigentlich gestern in der zitadelle bei massive attack ihren abschluss finden sollen, dies wurde jedoch abgesagt. daher ist die erwartungshaltung an den monatlichen stammtermin in der autonomendiskothek keine geringere als dass es legendär wird.
ich handle mal den mdf zuerst ab, weil ich dort insgesamt weniger zeit verbracht habe. analog observer war dort jedenfalls ein schöner einstieg mit der für mich passenden trippig-treibenden sowie hintergründig-melodisch mischung. ryba habe ich aus gründen quasi komplett verpasst – insgesamt vielleicht fünf bis zehn minuten gehört. nicht repräsentativ also. nächstes mal! rumans anfang war mir zu monoton, aber als im zelt feierabend war, hat sich der ausflug nach vorne in die ecke zum technikraum gelohnt. da gab’s den bass, der ein durch und durch perkussiv geprägtes set (die jungen leute sagen wohl „hardtechno“ dazu) angetrieben hat. überaus solide unterhaltung, die stimmung tat ihr übriges. auch bei ihm breakbeats zum schluss = pluspunkt.
im zelt war elena sizova sehr technoid unterwegs, als ich ankam und nahm das tempo- sowie soundtechnisch bis zu nd etwas zurück. nd selbst aufgrund mangel an objektivität meinerseits außer konkurrenz – endlich hat das mal mit ihm auf der staub geklappt. spielte über seine drei stunden sehr gemütlich und zurückgenommen ohne episch-hymnische momente, dafür mit der ihm eigenen stilistischen diversität und kohärenz. und breakbeats zum schluss. sowieso immer gut, das. alienata ist meine vize-favoritin. techno mit ebm-einschlag, gerne auch mal minimal-perkussiv, und acid ist bei ihr sowieso fest gesetzt. das für sie übliche also, was als kompliment gemeint ist.
in schwung kam das ganze witterungsbedingt erst ab 17:00 uhr. jedoch war ich schon positiv überrascht, dass sich bei dem regen überhaupt noch leute auf den weg gemacht haben. die überdachte bühne im garten hat sich als alternative zum draußen abhängen ganz gut bewährt, und die entscheidung, die garten-tanzfläche im zelt zu belassen, war für meine begriffe goldrichtig. und die menschliche mischung sowieso.
notierte tracks
analog observer
scheermann – monji
nd_baumecker
polygonia – beyond light and shade (zum einstieg) the mole – losing track (dave aju remix) satoshi tomiie – a32 thomas schumacher – take me out keith worthy – the elephant in the room patcool – patcool r. tyme – illusion thee church ov acid house – theme (move d & d-man last train to buffalo remix) jtc – mysterio re-enactment (acid alternative edition) andrea maggino & francesco dinoia – take it back anoesis – vision off la pointe – umbra (nathan fake remix) everything is recorded – porcupine tattoo (dj koze remix)
alienata
mutant beat dance – the human factor feat. naughty wood (marcel dettmann edit) donato dozzy – techtresor carpainter – kawasaki 100 dj hell – this is for you skee mask – md25 (schlusstrack)
ruman
bluetoof – t’s dunya linkan ray – four layers, und das gemischt mit moderat – reminder. entweder ein remix, der nicht veröffentlicht ist (weder der von special request, noch der von answer code request ähnelt dem, was auf dem mdf lief) oder er hat das original jeweils pünktlich zum refrain ausgeblendet.
ausgabe mit überlänge, bei der ich im hintergrund als künstler*innenbetreuer werkeln darf. daher werde ich vor samstagabend nicht auftauchen und wahrscheinlich auch nicht dazu kommen, bei einzelnen sets etwas länger zu bleiben.
15:00 nadine talakovics 18:00 axkan 20:00 yong ying 22:00 modschi 01:00 caleb esc 04:00 max shen 07:00 sebastian bayne
lobby
22:00 alemiko live 23:30 aber dj 02:00 senator
hütte
01:00 dj andi 03:00 r4f4 b2b big hairy love
nachbetrachtung
rein: 19:00 uhr raus: 06:00 uhr
damit blieb genügend zeit, das set von bloody mary mitzubekommen, das sich dank acid-einschlag mit dem einen oder anderen eingestreuten hit echt gewaschen hatte. aber ich mag auch klare techno-ansagen im garten zum schluss eines sommertages. zeigte sich auch bei den publikumszahlen – tanzfläche sowie hinterste ecken im garten waren gut gefüllt, axkan hatte auf dem mdf definitiv das nachsehen.
ansonsten habe ich gelernt, als künstler*innenbetreuer auch mal grenzen zu setzen. betraf das setup auf der lobby, bei dem der xone:96 stand. der war auch ursprünglich im rider und der änderungswunsch auf den djm-v10 auch bestätigt, jedoch leider nicht so umgesetzt. das im laufenden betrieb während des live-acts umzubauen = unmöglich. alemiko ging von einem djm-a9 über den xone:96 (sie spielte hardtrance mit hardcore-einschlag – also was für die jungen leute, ich fremdle mit sowas bekanntermaßen). es hätte also definitiv eine längere pause gegeben, weil der xone:96 von der anlage abgestöpselt und der djm-v10 hätte angeschlossen werden müssen. nach absprache mit den beiden folge-djs war klar: der djm-v10 ist kein must-have. damit war’s für mich im sinne der party und auch der technik, wenn’s nahtlos weitergehen kann.
die lobby ansonsten mit wellenbewegungen beim publikum. beim live-act gut gefüllt, bei aber dj wenigstens gut halbvoll, bei senator anfangs leer, dann wieder fast halbvoll. viele saßen (erste richtige sommernacht, also irgendwie verständlich) im garten herum, haben damit jedoch leider ein echt vielfältiges set verpasst. der mdf war nachts hingegen konstant gut gefüllt. modschi dort zunächst zu beginn bei gemächlichem tempo minimaler und später mit psytrance-einschlag zügig unterwegs. caleb esc wieder mal einfach eine bank, max shen im anschluss melodisch.
dj andi kommt aus dem ickmachwelle-projekt und hat neuzeit-rave-adaptionen bekannter tracks gespielt (u.a. „open sesame“). auch wenn das musikalisch für mich nichts wird: die hütte hatte er damit sowas von fest im griff und sichtlichen spaß. und das zählt. r4f4 mit big hairy love danach minimal housig – und damit ein schöner kontrapunkt.
notierte tracks
bloody mary
tronco traxx – walk 4 me underworld – born slippy (nuxx mix) freddie fresh & tim taylor – scissorhands dave clarke – thunder
modschi
franz jäger – mi benfra orbe – delta
aber dj
blake baxter – the warning the bucketheads – the bomb!
caleb esc
dax j – west bank slam – exhibit 1 (bøhm & the unborn child remix)
senator
cassegrain & tin man – high and low audion – mouth to mouth sluts’n’strings & 909 – past the gates surgeon – atol
so wirklich frühlingshaft sehen die prognosen für den kommenden samstag zwar nicht aus, aber zur not gibt es ja das zelt oder den mdf, um völlig vor dem tageslicht zu flüchten.
ablauf
garten 12:00 banu 14:30 ly sas 17:00 irakli
mdf 15:00 lilith 18:00 pre silent live 19:00 objectør 21:00 yac
nachbetrachtung
kann mich kurzfassen: nichts zu meckern, jedenfalls musikalisch (bestes publikum ist eh gesetzt). ein bis zwei grad mehr außentemperatur hätten nicht geschadet, aber es ist höhere gewalt, dass der frühling meteorologisch nicht aus dem knick kommt. im vergleich zu den letzten malen waren ein paar leute weniger vor ort. brachte aber den schönen nebeneffekt, dass auch auf dem mdf stets platz zum tanzen war.
ly sas sowie irakli draußen hatten sich der stilistischen diversität verschrieben. letzterer sollte das mit den längeren sets öfter machen – da geht er richtig auf. niemals eine viertelstunde nur bei einem stil bleibend, richtig gut zwischen eigentlich unvereinbaren dingen wie discoidem house und acid vermittelnd. ein geburtstagsset nach maß. drinnen war pre silent für mich die überraschung. zwischen knochentrockenem techno, acid und synkopierten tracks aus der birmingham-schule war alles dabei. ein paar veröffentlichungen auf bandcamp gibt es bereits – ihn sollte ich auf dem schirm behalten. objectør habe wegen irakli in top-form verpasst, yac in seiner letzten stunde mit 1990er- sowie 2000er-charme-offensive.
notierte tracks
irakli lone – mouth of god depeche mode – enjoy the silence (16b remix) sept7 – future step rheingold – dreiklangsdimensionen (zum schluss)
yac dj rush – freaks on hubbard (dave clarke mix) dbx – losing control speedy j – something for your mind (direkt danach) steve bug – loverboy nathan fake – the sky was pink (holden remix) (direkt danach) nathan fake – outhouse afx – vbs.redlof.b (als rausschmeißer)
ein double-wochenende, termin numero eins. der beginn liegt seit geraumer zeit bei 12 uhr, diesmal geht es in die transition über. dort sitze ich an der kasse, entsprechend später schlage ich bei der staub auf.
ablauf
garten 12:00 beat. + transmitter 15:00 amely neko 17:00 end train 19:30 a:tok
mdf 15:00 karina saakyan 18:00 stanislav tolkachev 20:00 pulso
nachbetrachtung
längst nicht so ausführlich und daher mit wesentlich weniger notierten tracks als sonst. ich war erst um 18 uhr vor ort und mental eigentlich zur hälfte bei der anstehenden kassenschicht. mit der anderen bei den leuten, mit denen ich mich unterhalten habe. vulgo: eine laberstaub. musikalisch im guten mittelfeld, ohne dass mich wirklich etwas mitgerissen hätte. muss aber auch nicht – menschlich war’s wie immer die eins mit sternchen.
obwohl’s wettertechnisch etwas frischer als im letzten jahr war, fand die inoffizielle garten-eröffnung wieder am staub-wochenende statt. die fülle hätte auch nichts anderes zugelassen. bei meiner ankunft reichte die schlange bis in die kurve, und voll war’s zu der zeit draußen definitiv schon. bestätigt den trend der letzten monate, freut mich weiterhin sehr. da das mit dem unterhalten draußen wesentlich besser geht und end train einen schön trippigen, a:tok darauf folgend einen minimaleren, von melodischem house zum abschluss geprägten soundtrack lieferte, war ich bis 20:30 uhr fast nur im garten. nur mal kurz zwischendurch bei stanislav tolkachev, der da gerade seine phase an tracks mit melodischen sequenzen aus modular-synthesizern auslebte. holte mich zu dem zeitpunkt leider nicht ab, ist aber auch meinem geschmack geschuldet. bei meiner ankunft spielte er noch brachialer, mit breakbeats obendrein. pulso fand ich im direkten vergleich mit auch melodiösem einschlag bei insgesamt minimalerer ästhetik besser.
notierte tracks
a:tok foremost poets – moon raker (acapella) (als erster track)
pulso jeff mills – sweet scent of fear
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