[berlin / 14.03.2026] about blank: staub

zweiter samstag im monat – da ist klar, was das heißt. für mich dieses mal zwischenstation zwischen zwei besuchen am wriezener karree. werde eher früh da sein und auch früher gehen.

ablauf

lobby

15:00 nadine talakovics
18:00 caleb esc
21:00 x tin

zelt

12:00 moe
14:30 farhan
17:00 rapha.
19:30 kovvalsky

nachbetrachtung

da wird „laberstaub, daher weniger ausführlich“ zu meinem neuen evergreen. hab es in den ersten zwei stunden meiner anwesenheit (grob ab ca. 15:30 uhr) nicht weiter als zu der sitzfläche am lobby-eingang geschafft. stellt eine völlig neue dimension des ankommens und einen neuen rekord sowieso dar.

ansonsten flashback um zwölf jahre zurück, als ich die staub kennenlernte, die damals ausschließlich auf der lobby stattfand. das lichtpult links hinter der bar fiel mir bereits bei den winter holidays auf. sollte das permanent sein: ist aus zweierlei gründen eine gute idee. erstens, weil das licht dadurch mal nicht auf autopilot läuft und damit schön die musik akzentuiert. zweitens (völlig uneigennützig) entsteht dadurch eine nische zwischen licht- und dj-pult. war schon vorher eine gute ecke, um etwas ungestörter zu tanzen. das klappt jetzt noch besser, weil das lichtpult den publikumsverkehr dort minimiert.

im zelt war ich insgesamt vielleicht zwei minuten, also bleibt das aus der musikalischen bewertung raus. füllgrad- sowie stimmungstechnisch hat’s mich gefreut, dass beide floors richtig gut funktioniert haben.
nadine auf der lobby meine klare favoritin – dubbig, später melodisch, immer treibend, super auf den punkt. hab nichts shazamt oder erkannt, daher bleibt’s bei der kurz-nüchternen beschreibung. caleb nahm verständlicherweise etwas tempo heraus, aber auch bei ihm musste mensch sich wieder einmal um geschmacks- sowie technische sicherheit keine sorgen machen.

mich hat’s als üblicherweise erklärten lobby-skeptiker überzeugt, von daher schön, dass die entscheidung so getroffen worden ist. gerne wieder, insbesondere in den helleren monaten. wegen der berghain-kantine im anschluss blieb’s für mich bei „nur“ vier stunden. war jedoch auch eine gute entscheidung.

notierte tracks

caleb esc

function – disaffected
cirkle – machina
decka – under influence
o/v/r – interior

[berlin / 14.02.2026] about blank: staub 13

die 13 soll glück bringen. in jedem fall trifft das mit dem monatlichen jour fixe in der autonomendiskothek auf mich zu, für den ich mir den terminkalender nach wie vor gerne freiräume. gratulation ist nach wie vor ehrensache und die feierlichkeiten opulent in dauer und umfang.

ablauf

mdf

15:00 kobzev
18:00 wesley
21:00 stanislav tolkachev
23:00 bertrand.
02:00 ly sas
05:00 irakli

zelt

13:00 cara carpaccio
16:00 sirs
19:00 john osborn
22:00 pause
10:00 anja zaube

lobby

22:00 modschi b2b dj detective
02:00 anna z.
05:00 wolle xdp

wellness-punk-floor

17:00 tensor
18:00 i.nez
19:00 mel
20:00 manfred tiek
21:30 stype
23:00 ryba
01:00 a:lyrisch live
02:00 corala
03:00 j.otam
04:30 dk dent
05:30 modschi
06:30 angels in bademantel

nachbetrachtung

rein: 18:45 uhr
raus: 5:45 uhr

eine geburtstagsfeier mit allen schikanen und vor allem vielen gratulant*innen – jedenfalls von samstagabend bis ca. 2 uhr, ab da entspannte sich die lage. klar, für blank und staub gleichermaßen toll, hochverdient, die beste und dem anlass mehr als angemessene mischung an leuten etc. – für mein zns jedoch zuviel. eskalation ist da momentan absolut keine priorität, sondern vielmehr das gegenteil. hinzu kam noch der bei mir vor auftritten übliche tunnel während der üblichen ankunftsrunde, insofern müssen „hitradio-gewitter von sirs“ und „house-charmeoffensive von john osborn im anschluss“ als grobe koordinaten herhalten.

über den gesamten verlauf gesehen habe ich selten so viel zeit in der hütte verbracht – meinen eigenen beitrag mal ausgeklammert. wenn es beweise für die detailverliebtheit braucht, die die staub so auszeichnet – auf den nicht mal 20 quadratmetern fand mensch sie. deko sowie licht waren stetig im wandel und die hütte jederzeit eine mehr als gut funktionierende oase, sobald die zitterpartie durch den garten absolviert war.
„viel zu tanzbar“ dachte (und sagte) ich hunderte male, bevor es für mich losging. manch langsamere platten von manfred tiek riefen mir dann aber doch in erinnerung, dass der floor als völlig freie spielwiese konzipiert war.
zur manöverselbstkritik, welche dezidiert zur transparenz und nicht als fischen nach komplimenten gedacht ist: in meiner ersten hälfte habe ich mich bei abnehmender fülle ob angewandter sturheit (wonach ich so untanzbar wie möglich spielen wollte) so weit gegeißelt, dass meine backup-festplatte mit der gesamten sammlung bereits am zweiten cdj baumelte und einsatzbereit war. die zweite hälfte kehrte das völlig und nachhaltig um – da waren neben dem loyalen anhang auch ein paar neutrale leute darunter, die das mitgemacht haben – vielen, vielen dank dafür! ein set, das mich am ende darin bestärkt hat, dass es sich lohnt, bei einer linie zu bleiben und es eben zu den nebenwirkungen gehört, dass leute ihre zeit brauchen, um bei experimentielleren dingen einzusteigen. ein dj für hymnische momente werde ich in diesem leben nicht mehr.
ich würd’s wieder tun, nächstes mal mit noch weniger kickdrums. bei der vorbereitung habe ich in bezug auf’s ineinandermischen von soundscapes und passenden tonarten abseits von beatgrids definitiv blut geleckt.
die tracklist steht am ende, falls sich wer aus der leser*innenschaft eine playlist zusammenstellen möchte. ohne etwas versprechen zu wollen: evtl. baue ich das noch aus und nehme das nachträglich daheim auf.

von a:lyrisch hätte ich gerne mehr mitbekommen, aber erstmal im kreise des harten kerns im zelt sitzen und plaudern war zu dem zeitpunkt gebotener. bei corala fand ich den ebenfalls langsamen, basslastig-breakbeatigen anfang sehr vielversprechend. erhöhte sie schnell auf techhouse-kompatibles tempo, hat aber über die gesamtstrecke u.a. mit dubstep-artigen tracks schöne kontraste gesetzt. dk dent später ebenfalls mit techhouse, der in richtung 2000er-minimal blinkte – und das war für die uhrzeit auch nicht verkehrt.

auf dem mdf habe ich’s versucht, kam aber musikalisch nicht so recht hinein. schlecht war’s keineswegs, aber anna z. in der lobby definitiv interessanter. wenn auch zum großteil mit geraden kicks unterwegs, freut’s mich immer, dass sie den einen oder anderen electro- oder gar dubstep-track zur auflockerung einbaut und dabei nie den flow aus den augen verliert. wolles trance-set habe ich nur sekundenweise beim durchgehen gehört, daher wäre jegliche einschätzung absolut unfundiert.

notierte tracks

sirs

bill medley & jennifer warnes – (i’ve had) the time of my life
lou rawls – you’ll never find another love like mine
whitney houston – i will always love you

john osborn

the mole people – break night

manfred tiek

jürgen paape – so weit wie noch nie (in der version von der kompakt 62, nicht von der „total 3“)

anna z.

hijinx – illusions
deluka – plastic funk

stype

itty minchesta – hamburg is nich schuld daran / city nord
pita – 4
coil / nine inch nails – closer (unrecalled)
anthony child – the chief
laurent garnier – la détente: la leçon
autechre – tbm2
massive attack v mad professor – weather storm (dub) & perila – ways & pita – ce3*
donato dozzy, sabla – forma 1
oval – do while & perila – lish & kim hiorthøy – yellow minute & sadie powers – right after**
kevin drumm – morning
superpitcher – tomorrow
ulla – both feelings
squarepusher – my sound

*: „weather storm“ geht 20 minuten, die zwei zusätzlichen passten harmonisch sowie zeitlich super, also ließen sie sich gut reinmogeln.
**: da gilt das gleiche, nur dass die oval 24 minuten lang ist.

[berlin / 13.12.2025] about blank: staub

und dann gibt’s noch den monatlichen stammtermin.

ablauf

zelt

12:00 i.nez
15:00 insa
17:00 ed davenport
19:30 resom

mdf

15:00 v:sonntag
18:00 caleb esc
21:00 magna pia

nachbetrachtung

rein: 16:30 uhr
raus: 23:30 uhr

und ich kann’s kurzhalten: eine staub im guten musikalischen durchschnitt, menschlich wie immer aus dem bilderbuch. 100-200 gäste mehr hätte ich der ausgabe schon gewünscht, aber als netten nebeneffekt hatte ich selbst in den schlussminuten auf dem mdf unbehelligt genügend platz.
caleb esc dort zwischen trippig und rauh mit subtilerem aufbau als magna pia. dessen erste 20-30 minuten seines sets waren für mich etwas statisch, in der letzten halben stunde fand ich ihn dafür wesentlich besser.

ed davenport im zelt housig/techhousig, mal melodisch, mal basslinig, schön in wellen. resom mit der von ihr gewohnten vielfalt mit schwerpunkt auf house, spielte in wohnzimmerlautstärke nach 22:00 uhr etwas weiter.

notierte tracks

caleb esc

jokasti & nek – sleep spindles
linear phase – mandatory
deas – block

resom

italojohnson – itj05b1 (bambounou remix)
x-press 2 – say what! (london underground mix)
moloko – forever more (francois k & eric kupper vocal mix)*

magna pia

astronomical telegram – amarilla

*: durch hilfe von außerhalb identifiziert. hatte roisín murphy solo vermutet und den songtext missverstanden.

[berlin / 08.11.2025] about blank: staub

nachdem ich im oktober nicht abkömmlich war, geht es zurück zum stammtermin.

ablauf

zelt

12:00 daraio
15:00 mr ties

mdf

15:00 neen
17:00 oliver deutschmann
19:00 pulso
21:00 kimmy msto

nachbetrachtung

rein: 15:30 uhr
raus: 0:30 uhr

kann ich kurz machen, weil es für mich eine eher „sozial geprägte ausgabe“ (vulgo: laberstaub) mit einzelnen tanzabschnitten war.

der mdf war für mich gewinner und bereits nach 16 uhr gut gefüllt. neen bereits schön rauh und toolig, oliver deutschmann erneut mein deutlicher favorit, der einmal mehr seine qualitäten ausgespielt hat: trocken mit wuchtigem bassfundament an den richtigen stellen. einfach auf den punkt.

mr ties habe ich erst zum zweiten mal gehört (das erste mal auf der nachtdigital anno 2016, zur homopatik habe ich es nie geschafft). bekannt für stilistisch wilde ritte, was dieses mal von ebm zu disco zu detroit zu techno zu house reichen konnte. war mir noch bei resttageslicht etwas zu viel kraut und rüben, aber in seinen letzten 20 bis 30 minuten hat’s bei mir gezündet. beim mdf kam ich im anschluss bei bleepigem techno nicht mehr rein, aber das ist eine präferenzfrage und wurde durch plaudern im zelt für mich bestens ersetzt.

notierte tracks

neen

dawid bojczuk – together

oliver deutschmann

philip bader – 61
phara – second skin
exos – enter the danger
tensal – beg to be destroyed

mr ties

paperclip people – throw
foremost poets – moonraker (accapella)
jeff mills – the bells
howiezi – high off the music
pär grindvik – folium

[berlin / 13.09.2025] about blank: staub xl

und damit ist es offiziell das „double feature“-wochenende. mein typ ist in der nacht bis zum morgengrauen als künstler*innenbetreuer gefragt. daher wird meine nachberichterstattung eher schlaglichtartig.

ablauf

garten

12:00 frecuencia
15:00 i.nez & modschi
18:00 claudio prc

mdf

15:00 rlms
18:00 chx_l
21:00 caleb esc
00:00 strathy
02:00 frantzmichael
04:00 victoria mussi
07:00 ly sas

lobby

22:10 wellen.brecher live
23:00 ryba & kobzev
01:00 anna haleta
04:00 d.k. dent

hütte

00:00 tempus fugit
03:00 francesca kazka
05:00 kat kat tat

beachfloor

16:00 alexander keppel lesung

schichtbericht

rein: 19:30 uhr
raus: 07:30 uhr

ehrlicherweise hatte ich zuvor etwas sorgen, ob meine kondition das ohne weiteres durchsteht, weil mein akku in der nacht zuvor im berghain schon ziemlich früh leer war. die club mate nach mitternacht war jedoch hilfreich und zudem auch was zu tun. gleichzeitige dj-wechsel auf mehreren floors werden für mich immer eine offene flanke bleiben – aber das traf glücklicherweise nur auf mitternacht und 4 uhr früh zu.

es blieb genügend vorlaufzeit zur begrüßung des liebgewonnenen stammpublikums und neuzugängen. zudem eine kleine bauliche änderung: hinter dem gartenzugang ist jetzt ein neues podest, auf dem sich noch weitere raucher*innen sammeln können. in den wintermonaten war die menschentraube vor dem zugang zu den innenräumen ein schönes nadelöhr, insofern hoffe ich, dass die neuerung zur entspannung der lage führt.
witterungsbedingt ein ähnliches bild wie im letzten jahr zur gleichen zeit: ein gut halbvoller mdf (wo mir der melodiöse techno von chx_l jedoch ziemlich gut gefiel), claudio prc hat die steilvorlage durch den spätsommerabend draußen bestens umgesetzt.
ab 21:30 uhr wurde es geschäftig: aufnahmegerät auf der lobby anschließen, dazu dank staub-orga und blank-technikabteilung noch ein kabel für den line-in organisieren, und wellen.brecher kamen erst 15-20 minuten vor ihrem set. spielten mit wenigstens sieben hardware-elementen, die erstens aufgestellt und zweitens verkabelt werden mussten. so war ich auf einmal in der rolle des praktikanten, der ständig fragt, wo dieses und jenes kabel drangehört. beginn des sets zehn minuten später, das war auch gleichzeitig der soundcheck. und auch der auftakt dafür, was sich in den nächsten acht stunden als größte überraschung herausstellte: die lobby funktionierte als floor quasi durchgängig, was auch nicht zuletzt daran lag, dass alle der beteiligten ihre jeweils individuelle note einbrachten und dabei eine menge energie versprühten. am sichtbarsten bei ryba & kobzev. waren aufgrund absage eingesprungen, harmonierten dabei jedoch so gut, als ob sie das schon ewig machen. jedoch war es wohl kobzevs premiere im blank und hoffentlich nicht das letzte mal. auch breakbeats funktionierten, ohne dass das publikum damit fremdelte.
anna haleta mit techno neuerer sowie alter schule, trieb die meute einfach vor sich her. d.k. dent spielt normalerweise mit vinyl, dieses mal mit cdjs. da waren eigentlich nur die einstellungen vom stick zu laden und der sync-button zu deaktivieren, also lief das eigentlich auch von minute eins und er brachte das souverän zu einem durchaus funkigen abschluss.

das setup auf dem mdf habe ich selten so opulent gesehen. vier technics, vier cdj 3000, xone:96. caleb esc behält seine linie der letzten monate bei, also bleibe ich auch dabei: wenn er rauher spielt, steht ihm das sehr gut. strathy brauchte jedoch platz für eine tr-8 und seinen laptop. ließ sich mit der blank-technik mit genügend zeitlichem puffer vor seinem set regeln: da ist einmal mehr die soundkarte des xone:96 zu loben, die bei macbooks zuverlässig mitspielt, also lief mit traktor auch alles problemlos.
frantzmichael hatte laut eigenaussage mit den nadeln seine liebe mühe, nutzt den pitchfader am technics zur angleichung des tempos (was mit die beste art ist, wenn mensch genug vom monitoring hört), war trocken-funktional. victoria mussi stilistisch ähnlich dann wieder mit usb-sticks und cdjs – funktionierte alles anstandslos. ly sas hatte verschlafen und befand sich auf dem weg, als ich kurz vor meinem nachhauseweg stand.

tempus fugit in der hütte auch ziemlich technoid, entweder mit 1990er-acid (emmanuel top) oder ebm. francesca kazka danach vielseitiger, jedoch zeigte sich bei ihr die fehlkonstruktion am technics seit dem m3d (tatsächlich dürften dort die mk7 gestanden haben): der reset-knopf für den pitch ist links neben dem fader prädestiniert dafür, aus versehen betätigt zu werden, wenn mensch die nadel auf die platte setzt. warum der nicht oberhalb des faders beim tonarm platziert ist, können mir gerne ingenieure erklären. in francescas fall hat das leider zu einigen schräg sitzenden übergängen geführt. kat kat tat fing eine viertelstunde später als geplant an, ich hörte bei anbrechendem tageslicht „the bells“ bei halbvoller hütte.

objektiv gesehen eine sehr runde ausgabe. auch wenn auf wenigstens zwei floors nachts zeitgleich techno lief, war’s überraschend, dass die sich nicht gegenseitig kannibalisierten und für meine begriffe gut musikalisch ergänzten. der füllgrad jeweils auch soweit in ordnung, dass ich bei shots möglichst wenig verschüttet habe – aber das bleibt auch die ewige herausforderung. als tanzender hatte ich nirgends ein problem, einen relativ ungestörten platz zu finden.

notierte tracks

ryba & kobzev

paranoid london – paris dub 1 (feat. paris brightledge)
ben klock & fadi mohem – sector (feat. flowdan)

anna haleta

sedvs – brace of shakes
johannes heil – paranoid dancer
jeff mills – late night

tempus fugit

emmanuel top – acid phase

frantzmichael

vinicius honorio – endless love (feat. theo nasa) (hardspace mix)

victoria mussi

p.e.a.r.l. – rubber hands
twr72 – id34s

d.k. dent

paul hauck – velvet

kat kat tat

jeff mills – the bells

[berlin / 09.08.2025] about blank: staub

nach der reef ist vor der staub, oder so ähnlich.

ablauf

garten

12:00 irakli
15:00 pineal navigation
17:00 no life signal
19:30 anja zaube

mdf

15:00 xiorro
17:00 lega
20:00 boyd schidt

nachbetrachtung

rein: 15:30 uhr
raus: 22:30 uhr

auf dem mdf war ich insgesamt vielleicht fünf minuten und wenn, lief dort funktionaler techno um die 140er-marke. für diejenigen perfekt, die nicht so viel tageslicht abbekommen und ungestört tanzen wollten. mir war insbesondere nach dem aprilhaften juli sehr danach, so viel vom sich anbahnenden spätsommer mitbekommen zu wollen wie möglich. daher trieb ich mich vielmehr draußen herum, allerdings mit ungefähr vier stunden schlaf nach der reef und dem daher nötigen koffeinspiegel im blut. die persönliche dramaturgie blieb gleich: erstmal blank/staub-typisch gefühlt zwei stunden lang ankommen (sprich: plaudern) und dann tanzen, dieses mal eher gediegen.

der soundtrack dazu war bei allen drei (bzw. vier – hinter no life signal verbergen sich reka zalan und thnts als dj-team) protagonist*innen passend. no life signal gehen tatsächlich als meine favorit*innen durch’s ziel – trockener, hin und wieder dubbiger techno und normalerweise das, wo ich nach einer halben stunde gerne mehr abwechslung hätte. aber erstens war das bei den beiden wie aus einem guss, zweitens subtil aufgebaut, so dass die spannung sich im mix auf- und abgebaut hat. war (drittens) wahrscheinlich meinem vom vorprogramm geprägten zustand geschuldet. ich konnte jedenfalls bei der gelegenheit nachvollziehen, weshalb es das publikum nach 16+ stunden im berghain auch einfach nur mal schnörkellos braucht.
anja zaube überraschte mit diversität und gerade gegen ende mit tracks, die mensch von ihr nicht vermutet hätte. zwar war ihr anfang auch (gerade nach dem track von emmanuel top) von düsteren industrial-sounds geprägt und das tempo zu der zeit auch höher als bei ihr üblich. „trommelmaschine“ kann mensch als hit immer bringen, mit einer alten autotune auf fumakilla war sie richtiggehend techhousig und ihre trance-wurzeln sind bekannt. liest sich chaotisch? war es nicht. höchstens mal technisch hörbar nachkorrigierend, aber als set schlüssig, ohne zum schluss auf das crescendo zu setzen.

notierte tracks

pineal navigation

o/v/r – post-traumatic son

no life signal

off / grid – play no games
rill – rakija
cirkle – unfolding memories

anja zaube

emmanuel top – tone
der dritte raum – trommelmaschine
autotune – keep it wrong

[berlin / 12.07.2025] about blank: staub

die legendenwochen hätten eigentlich gestern in der zitadelle bei massive attack ihren abschluss finden sollen, dies wurde jedoch abgesagt. daher ist die erwartungshaltung an den monatlichen stammtermin in der autonomendiskothek keine geringere als dass es legendär wird.

ablauf

mdf

15:00 analog observer
18:00 ryba
21:00 ruman

zelt

12:00 tusko & temujin
14:00 elena sizova
17:00 nd_baumecker
20:00 alienata

nachbetrachtung

rein: 15:00 uhr
raus: 23:30 uhr

ich handle mal den mdf zuerst ab, weil ich dort insgesamt weniger zeit verbracht habe. analog observer war dort jedenfalls ein schöner einstieg mit der für mich passenden trippig-treibenden sowie hintergründig-melodisch mischung. ryba habe ich aus gründen quasi komplett verpasst – insgesamt vielleicht fünf bis zehn minuten gehört. nicht repräsentativ also. nächstes mal! rumans anfang war mir zu monoton, aber als im zelt feierabend war, hat sich der ausflug nach vorne in die ecke zum technikraum gelohnt. da gab’s den bass, der ein durch und durch perkussiv geprägtes set (die jungen leute sagen wohl „hardtechno“ dazu) angetrieben hat. überaus solide unterhaltung, die stimmung tat ihr übriges. auch bei ihm breakbeats zum schluss = pluspunkt.

im zelt war elena sizova sehr technoid unterwegs, als ich ankam und nahm das tempo- sowie soundtechnisch bis zu nd etwas zurück. nd selbst aufgrund mangel an objektivität meinerseits außer konkurrenz – endlich hat das mal mit ihm auf der staub geklappt. spielte über seine drei stunden sehr gemütlich und zurückgenommen ohne episch-hymnische momente, dafür mit der ihm eigenen stilistischen diversität und kohärenz. und breakbeats zum schluss. sowieso immer gut, das.
alienata ist meine vize-favoritin. techno mit ebm-einschlag, gerne auch mal minimal-perkussiv, und acid ist bei ihr sowieso fest gesetzt. das für sie übliche also, was als kompliment gemeint ist.

in schwung kam das ganze witterungsbedingt erst ab 17:00 uhr. jedoch war ich schon positiv überrascht, dass sich bei dem regen überhaupt noch leute auf den weg gemacht haben. die überdachte bühne im garten hat sich als alternative zum draußen abhängen ganz gut bewährt, und die entscheidung, die garten-tanzfläche im zelt zu belassen, war für meine begriffe goldrichtig. und die menschliche mischung sowieso.

notierte tracks

analog observer

scheermann – monji

nd_baumecker

polygonia – beyond light and shade (zum einstieg)
the mole – losing track (dave aju remix)
satoshi tomiie – a32
thomas schumacher – take me out
keith worthy – the elephant in the room
patcool – patcool
r. tyme – illusion
thee church ov acid house – theme (move d & d-man last train to buffalo remix)
jtc – mysterio re-enactment (acid alternative edition)
andrea maggino & francesco dinoia – take it back
anoesis – vision off
la pointe – umbra (nathan fake remix)
everything is recorded – porcupine tattoo (dj koze remix)

alienata

mutant beat dance – the human factor feat. naughty wood (marcel dettmann edit)
donato dozzy – techtresor
carpainter – kawasaki 100
dj hell – this is for you
skee mask – md25 (schlusstrack)

ruman

bluetoof – t’s dunya
linkan ray – four layers, und das gemischt mit moderat – reminder. entweder ein remix, der nicht veröffentlicht ist (weder der von special request, noch der von answer code request ähnelt dem, was auf dem mdf lief) oder er hat das original jeweils pünktlich zum refrain ausgeblendet.

[berlin / 14.06.2025] about blank: staub xl

ausgabe mit überlänge, bei der ich im hintergrund als künstler*innenbetreuer werkeln darf. daher werde ich vor samstagabend nicht auftauchen und wahrscheinlich auch nicht dazu kommen, bei einzelnen sets etwas länger zu bleiben.

ablauf

garten

12:00 narkiss tepler
14:00 aprs
16:00 i.nez b2b farhan
19:00 bloody mary

mdf

15:00 nadine talakovics
18:00 axkan
20:00 yong ying
22:00 modschi
01:00 caleb esc
04:00 max shen
07:00 sebastian bayne

lobby

22:00 alemiko live
23:30 aber dj
02:00 senator

hütte

01:00 dj andi
03:00 r4f4 b2b big hairy love

nachbetrachtung

rein: 19:00 uhr
raus: 06:00 uhr

damit blieb genügend zeit, das set von bloody mary mitzubekommen, das sich dank acid-einschlag mit dem einen oder anderen eingestreuten hit echt gewaschen hatte. aber ich mag auch klare techno-ansagen im garten zum schluss eines sommertages.
zeigte sich auch bei den publikumszahlen – tanzfläche sowie hinterste ecken im garten waren gut gefüllt, axkan hatte auf dem mdf definitiv das nachsehen.

ansonsten habe ich gelernt, als künstler*innenbetreuer auch mal grenzen zu setzen. betraf das setup auf der lobby, bei dem der xone:96 stand. der war auch ursprünglich im rider und der änderungswunsch auf den djm-v10 auch bestätigt, jedoch leider nicht so umgesetzt.
das im laufenden betrieb während des live-acts umzubauen = unmöglich. alemiko ging von einem djm-a9 über den xone:96 (sie spielte hardtrance mit hardcore-einschlag – also was für die jungen leute, ich fremdle mit sowas bekanntermaßen). es hätte also definitiv eine längere pause gegeben, weil der xone:96 von der anlage abgestöpselt und der djm-v10 hätte angeschlossen werden müssen. nach absprache mit den beiden folge-djs war klar: der djm-v10 ist kein must-have. damit war’s für mich im sinne der party und auch der technik, wenn’s nahtlos weitergehen kann.

die lobby ansonsten mit wellenbewegungen beim publikum. beim live-act gut gefüllt, bei aber dj wenigstens gut halbvoll, bei senator anfangs leer, dann wieder fast halbvoll. viele saßen (erste richtige sommernacht, also irgendwie verständlich) im garten herum, haben damit jedoch leider ein echt vielfältiges set verpasst.
der mdf war nachts hingegen konstant gut gefüllt. modschi dort zunächst zu beginn bei gemächlichem tempo minimaler und später mit psytrance-einschlag zügig unterwegs. caleb esc wieder mal einfach eine bank, max shen im anschluss melodisch.

dj andi kommt aus dem ickmachwelle-projekt und hat neuzeit-rave-adaptionen bekannter tracks gespielt (u.a. „open sesame“). auch wenn das musikalisch für mich nichts wird: die hütte hatte er damit sowas von fest im griff und sichtlichen spaß. und das zählt.
r4f4 mit big hairy love danach minimal housig – und damit ein schöner kontrapunkt.

notierte tracks

bloody mary

tronco traxx – walk 4 me
underworld – born slippy (nuxx mix)
freddie fresh & tim taylor – scissorhands
dave clarke – thunder

modschi

franz jäger – mi benfra
orbe – delta

aber dj

blake baxter – the warning
the bucketheads – the bomb!

caleb esc

dax j – west bank
slam – exhibit 1 (bøhm & the unborn child remix)

senator

cassegrain & tin man – high and low
audion – mouth to mouth
sluts’n’strings & 909 – past the gates
surgeon – atol

[berlin / 10.05.2025] about blank: staub

so wirklich frühlingshaft sehen die prognosen für den kommenden samstag zwar nicht aus, aber zur not gibt es ja das zelt oder den mdf, um völlig vor dem tageslicht zu flüchten.

ablauf

garten
12:00 banu
14:30 ly sas
17:00 irakli

mdf
15:00 lilith
18:00 pre silent live
19:00 objectør
21:00 yac

nachbetrachtung

kann mich kurzfassen: nichts zu meckern, jedenfalls musikalisch (bestes publikum ist eh gesetzt). ein bis zwei grad mehr außentemperatur hätten nicht geschadet, aber es ist höhere gewalt, dass der frühling meteorologisch nicht aus dem knick kommt. im vergleich zu den letzten malen waren ein paar leute weniger vor ort. brachte aber den schönen nebeneffekt, dass auch auf dem mdf stets platz zum tanzen war.

ly sas sowie irakli draußen hatten sich der stilistischen diversität verschrieben. letzterer sollte das mit den längeren sets öfter machen – da geht er richtig auf. niemals eine viertelstunde nur bei einem stil bleibend, richtig gut zwischen eigentlich unvereinbaren dingen wie discoidem house und acid vermittelnd. ein geburtstagsset nach maß.
drinnen war pre silent für mich die überraschung. zwischen knochentrockenem techno, acid und synkopierten tracks aus der birmingham-schule war alles dabei. ein paar veröffentlichungen auf bandcamp gibt es bereits – ihn sollte ich auf dem schirm behalten. objectør habe wegen irakli in top-form verpasst, yac in seiner letzten stunde mit 1990er- sowie 2000er-charme-offensive.

notierte tracks

irakli
lone – mouth of god
depeche mode – enjoy the silence (16b remix)
sept7 – future step
rheingold – dreiklangsdimensionen (zum schluss)

yac
dj rush – freaks on hubbard (dave clarke mix)
dbx – losing control
speedy j – something for your mind (direkt danach)
steve bug – loverboy
nathan fake – the sky was pink (holden remix) (direkt danach)
nathan fake – outhouse
afx – vbs.redlof.b (als rausschmeißer)

[berlin / 12.04.2025] about blank: staub

ein double-wochenende, termin numero eins. der beginn liegt seit geraumer zeit bei 12 uhr, diesmal geht es in die transition über. dort sitze ich an der kasse, entsprechend später schlage ich bei der staub auf.

ablauf

garten
12:00 beat. + transmitter
15:00 amely neko
17:00 end train
19:30 a:tok

mdf
15:00 karina saakyan
18:00 stanislav tolkachev
20:00 pulso

nachbetrachtung

längst nicht so ausführlich und daher mit wesentlich weniger notierten tracks als sonst. ich war erst um 18 uhr vor ort und mental eigentlich zur hälfte bei der anstehenden kassenschicht. mit der anderen bei den leuten, mit denen ich mich unterhalten habe. vulgo: eine laberstaub. musikalisch im guten mittelfeld, ohne dass mich wirklich etwas mitgerissen hätte. muss aber auch nicht – menschlich war’s wie immer die eins mit sternchen.

obwohl’s wettertechnisch etwas frischer als im letzten jahr war, fand die inoffizielle garten-eröffnung wieder am staub-wochenende statt. die fülle hätte auch nichts anderes zugelassen. bei meiner ankunft reichte die schlange bis in die kurve, und voll war’s zu der zeit draußen definitiv schon. bestätigt den trend der letzten monate, freut mich weiterhin sehr.
da das mit dem unterhalten draußen wesentlich besser geht und end train einen schön trippigen, a:tok darauf folgend einen minimaleren, von melodischem house zum abschluss geprägten soundtrack lieferte, war ich bis 20:30 uhr fast nur im garten. nur mal kurz zwischendurch bei stanislav tolkachev, der da gerade seine phase an tracks mit melodischen sequenzen aus modular-synthesizern auslebte. holte mich zu dem zeitpunkt leider nicht ab, ist aber auch meinem geschmack geschuldet. bei meiner ankunft spielte er noch brachialer, mit breakbeats obendrein. pulso fand ich im direkten vergleich mit auch melodiösem einschlag bei insgesamt minimalerer ästhetik besser.

notierte tracks

a:tok
foremost poets – moon raker (acapella) (als erster track)

pulso
jeff mills – sweet scent of fear