moritz von oswald im interview mit der faz

man kann über diese zeitung ja geteilter meinung sein. aber hier entlockt ein recht gut vorbereiteter interviewer der techno-legende fundierte antworten, wonach nicht nur der hintergrund für die spekulationen um basic channel als das ergebnis der praktikabilität entlarvt, sondern auch seine klassische musikausbildung mit der dub-ästhetik verknüpft wird.
für techno-veteranen und -novizen gleichermaßen erkenntnisreich, und hier zu lesen.

(mit bestem dank an hyp nom aus dem technoforum.)

der „loudness war“ – entstehung, effekte, perspektiven

manch einer wird es beim musikhören von digitalen medien oder im radio, insbesondere bei produktionen aus dem mainstream-bereich, bemerkt haben: die konstant hohe lautstärke, mit der man beim werbeblock belästigt wird, hat seit einigen jahren auch einzug ins mastering der musik gehalten. damit lässt sich das gefühl erklären, dass die musik vielfach nur noch als klangbrei wahrgenommen wird, der gehör und -hirn schnell ermüden lässt, obwohl der inhalt zuweilen gar nicht so flach ist wie befürchtet.

auch beim umstieg auf das digitale djing begegnet man schneller der hyperkompression, als es einem lieb erscheinen vermag. wird wohl neben der haptik mit ein grund sein, weshalb leute wie ricardo villalobos oder zip nach wie vor auf das schwarze gold schwören. selbst jemand wie steve bug, der seit jahren traktor scratch benutzt, überspielt seine tracks lieber von vinyl anstatt die auf lautstärke optimierten dateien bei einem gängigen download-portal zu kaufen. beatport hat bspw. als platzhirsch einen gewissen mindestpegel definiert, den man – sofern einem am weiteren absatz gelegen ist – besser nicht unterschreitet.

mit den ursprüngen, den verschiedenen ausprägungen und den auswirkungen des gemeinhin als „loudness war“ bekannten unwesens hat sich earl vickers von der audio engineering society bereits im november 2010 in einem paper auseinandergesetzt. die frage, ob derartig behandelte musik (man schaue sich nur mal an, was ravels „boléro“ angetan worden ist, seite 6) tatsächlich zur ermüdung des gehörs und zum wegschalten animiert, wird zwar durch weitere mehrstufige studien beantwortet werden müssen. aber seine vorschläge zur (selbst-)beschränkung sind wenigstens diskutabel, bzw. sollten so schnell wie möglich schule machen.

das paper gibt es hier. es sind 27 seiten, technisches grundwissen kann für die lektüre nicht schaden. für mich besonders interessant waren die historische entwicklung (kapitel 2), die probleme (kapitel 3) und vor allem die empfehlungen (kapitel 5).

(via residentadvisor, die auf createdigitalmusic verlinkt haben.)

einkäufe vom 28. juni 2011

dank des zeitgewinns komme ich endlich wieder dazu, lange vernachlässigte kategorien zu reanimieren. bleep und boomkat waren die anlaufstellen (trennung durch bindestrich).

pinch
swish
[deep medi musik medi-43]

der titeltrack geisterte (wie üblich) schon länger als dubplate durch mala-sets, entsprechend herbeigesehnt wurde dessen veröffentlichung. typisch düstere pinch-tonart nach klassischer dubstep-rezeptur für die subtile abfahrt. „tunnel“ fällt mit seinem stakkato-beat bei 155 bpm etwas aus dem gewohnten rahmen, könnte sich aber für den übergang zwischen dubstep / schnellerem techno und drum & bass als hilfreich erweisen.
insgesamt gewohnt hohes pinch-niveau.
bleep-link

morphosis
what have we learned remixes part 1
[delsin mmd-r1]

einmal newworldaquarium, der dem düsteren original eine wohltuende schwerelosigkeit hinzufügt und sich damit für den einsatz am sonntag mittag in der panorama bar (bei geöffneten jalousien) empfiehlt. zum anderen just for one day (das ist niemand anderes als t++), der aus der reichlich trippigen vorlage eines seiner breakbeat-monstren mit gänzlich eigener note zimmert.
hervorragende arbeit, von beiden.
bleep-link

surgeon
breaking the frame
[dynamic tension records dtrcd2]

das erste album seit „body request“ aus dem jahr 2000. verwebt verschiedene einflüsse auf virtuose art und weise miteinander: so klingt „transparent radiation“ bspw. wie ein hybrid aus techno und dubstep mit abstrakter instrumentalmusik (frei entnommen seiner eigenen beschreibung des albums), drones gibt es ebenfalls („we are all already here“), natürlich auch seine industrial-beeinflussten techno-stücke.
natürlich keine kost, die sich so nebenbei konsumieren ließe, aber genau darin liegt die stärke des albums. gehört definitiv zum besten, was im techno-bereich in den letzten jahren passiert ist, so dass zu hoffen ist, dass bis zum nächsten album hoffentlich nicht nochmal 11 jahre vergehen. besser als cd oder download kaufen, die tracks sind auf dem vinyl verkürzt (mit bestem dank an marcel für den tipp).
boomkat-link

sleeparchive
ronan point
[tresor 243]

er hat nun auch (abgesehen von ein paar remixen) schon längere zeit nichts mehr von sich hören lassen und eine veröffentlichung auf tresor hätte ich auch nicht erwartet. aber umso erfreulicher, dass er seiner rezeptur treu bleibt, einzig der distortion-anteil bei der 808 ist deutlich erhöht.
solide arbeit, die das rad keineswegs neu erfindet, aber tresor in jedem fall sehr gut zu gesicht steht.
boomkat-link

r.i.p. ralf regitz

über die toten nur gutes, daher bitte die geschichten um den loveparade-größenwahn, planetcom und dem umbau des e-werks in eine location, in der wahlparties und werbeagenturenhappenings gefeiert werden können, beiseite lassen. lieber daran denken, dass er mit dem planet und dem e-werk, so wie ich es noch kennenlernen konnte*, anfang/mitte der 1990er maßstäbe im berliner nachtleben (mit)gesetzt hat.

r.i.p.

via tagesspiegel.

*: hier einmal offiziell: mein erster clubbesuch fand am 31. mai 1997 statt. ort: e-werk, auf dem plan eine f-communications-nacht. gespielt haben: laurent garnier, elegia, lady b und woody. ich habe erst gegen 9 uhr früh begriffen, was den hype des ladens ausmachte, jedoch war meine erwartungshaltung ganz weit oben. vom tresor war ich zwei wochen später zunächst auch enttäuscht, aber das lag an der mickrigen besucheranzahl, vor der fumiya tanaka sich abmühen musste.

einkäufe vom 17. november, sowie dem 1. und 8. dezember 2010

mir ist einfach gerade wieder danach, die neuerwerbungen wenigstens kurz vorzustellen. allerdings auch nur, damit sich die charts bei der noch nachzuliefernden november-bilanz quasi selbst erklären.

17. november bei dense, 1. dezember hardwax, 8. dezember bleep. getrennt durch waagerechte striche, und da sich so einiges an einkäufen in den letzten (man kann schon sagen) jahren angesammelt hat, werden die restlichen art-kill-art-, dmz-, equalized-, perlon- und klockworks-eps einfach mit abgehandelt. sieht dann auch gleich nach mehr aus.

pantytec
into the duster
[perlon perl 07]

kaum zu glauben, aber von 1998. wäre sie dieser tage erschienen, hätte sie es nach dem minimal-overkill schwer gehabt. so nahm sie ihrerzeit die verschrobenheit vorweg, die einige ruhig hätten kopieren können, um das genre in den letzten jahren ansatzweise interessant machen zu können. alleine vor der idee, bei „muffler“ geräusche aus formel-1-rennen zu verhackstücken, muss ich den hut ziehen.
war toll, bleibt toll.
clips: nuloop.

shackleton
three eps
[perlon perl 76cd]

nach dem einvernehmlichen ende von skull disco konnte man sich schon fragen, wo es denn für den exil-berliner weitergehen könnte, und umso erstaunter war ich, als mir perlon als neues label genannt wurde. skepsis, ob er bei deren form, nach der ich bei weitem nicht mehr alle eps blind kaufte, überhaupt zum label passen würde, noch dazu mit einem dreierpack, womit ich als debüt nicht gerechnet hätte.
betrat mit den tracks im vergleich zu den düster-meditativen veröffentlichungen auf skull disco definitiv neues terrain, woran ich mich ehrlich gesagt erst einmal gewöhnen musste. stilistisch ist und bleibt es schwer zu klassifizieren, das ist sicher. allerdings auch, dass beiden parteien nichts besseres hätte passieren können. ein album, was einem im jahresrhythmus wohl immer wieder neue facetten präsentieren wird.
clips: decks.
(bereits im herbst letzten jahres im hardwax gekauft.)

radio free robots
silicon carne
[art kill art aka 01]

französisch-deutsches label, widmet sich konzeptionellen arbeiten, und das so überzeugend, dass die geschichte um eine platte genauso interessant ist wie sie selbst. überzeugungstäter sagt man wohl weitläufig dazu.
hier mit einer fiktiven radioshow, moderiert von robotern, ergo synthetischen stimmen, jingles, aber keinen musikalischen beiträgen. als sammlerobjekt wegen des mitgelieferten büropapiers alter schule (dieses noch durch einen nadeldrucker veredelt) interessant. dj-futter ist das nur bedingt – lässt sich, wenn überhaupt, nur zu beginn eines abends oder ganz zum schluss spielen, wenn das publikum partout nicht gehen möchte. oder eben bei webstreams zur verwirrung der leute.
clips: bei den robotern selber.
(bereits vor zwei jahren im damals noch in der mainzer straße ansässigen praxis-laden gekauft.)

michael sellam
scratch
[art kill art aka 06]

der name ist programm. man nehme einen hochleistungs-industrieroboter, lässt ihn eine schallplatte zerkratzen, nimmt die dabei entstehenden geräusche auf, spielt anschließend die zerkratzte platte auf einem plattenspieler ab und fügt beides zusammen. heraus kommt dabei eine beinahe schon rhythmische noise-collage, nach der man sich fragt, ob die resultate bei anderen platten nicht ähnliches zutage fördern. bis dahin bleibt sellam mit dieser idee alleine.
tolles intro, wenn man mich fragt.
in voller länge bei monsieur sellam direkt anzuhören: click.

v/a
superlongevity 5
[perlon perl 84]

ja, bzgl. der anschaffung kann man lange überlegen. sieben platten auf einmal ist natürlich nicht ohne, zumal man die erwartungen, einen neuaufguss des immer noch unangefochtenen zweiten teils zu bekommen, eh reduzieren sollte.
was bleibt also? 28 tracks, mehr als drei stunden spielzeit. endlich was neues von daniel bell in solider, aber nicht unbedingt überragender form. sonst eine fülle an minimalen tools, die zu schnellem mixing verleiten (sammy dee, tobias., fumiya tanaka, jabberjaw, margaret dygas), leerlauf (pantytec – leider, stefan goldmann, sonja moonear).
um die zweifel aus dem weg zu räumen, ich hätte sie nur als kapitalanlage gekauft: shackleton ist in – zu erwartender – bestform, ricardo villalobos trifft die lücke zwischen minimal und techno ohne gerade bassdrum so dermaßen perfekt, dass es für mich sein bester track 2010 ist, mara trax und portable liefern einfach nur dicke house-tracks ab und wer es etwas verschrobener mag, hat bei morane oder kalabrese seine freude.
somit gibt perlon eigentlich jeder fraktion in der anhängerschaft etwas zum abgewinnen mit auf den weg. die (nummerierte) box erledigt als verpackung ihr übriges, das versprochene gimmick wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig, so dass man „nur“ mit den platten auskommen muss.
clips: wordandsound.

loefah
root / the goat stare
[dmz dmz:006]

der minimalist unter den dubstep-produzenten einmal mehr (root), einmal weniger perkussiv (the goat stare), aber beide male schön düster und vor allem mit einer bassline, die nur wenig wünsche nach noch tieferen hertz-frequenzen offen lässt.
clips: boomkat.
(bereits anfang 2009 im hardwax gekauft.)

mala
bury da bwoy / hunter
[dmz dmz:011]

die a-seite ist ja schon fast wie eine hymne. melodisch, gerader beat, somit auch für techno-djs interessant, auch wenn die nach aktuellem tempostand wohl eher zum herunterpitchen neigen würden. „hunter“ widmet sich dann wieder dem halfstep plus ein paar melodischen dub-elementen. „bury da bwoy“ gewinnt dagegen haushoch.
clips: boomkat.
(bereits im mai 2009 im hardwax gekauft.)

digital mystikz
return 2 space
[dmz dmzlp001]

es ist schon beinahe ein naturgesetz, wenn die user auf dubstepforum.com sich auf jede neue dubplate von mala stürzen und die postings, den track möglichst bald veröffentlicht sehen zu wollen, kein ende mehr nehmen.
sechs dieser lang erprobten stücke haben es auf dieses dreier-paket geschafft, verpackt in einem gatefold-cover, dickes mastering obendrauf, und alleine die aussicht darauf ließ die netzgemeinde drei monate vor veröffentlichung wild spekulieren. was da nicht alles zu lesen war: von einer locke von malas haaren als limitierte zugabe oder einer weiteren dmz-lp von loefah, die es nur als kassette geben sollte, nicht zu vergessen die fragen, welche tracks denn drauf sein sollen, auch wenn es schon lange feststand.
half alles nichts: am ende war sie dann endlich da und die gemeinde konnte sich an den lang ersehnten tracks erfreuen. im übrigen: für mich die dubstep-veröffentlichung des jahres, ohne wenn und aber.
clips: chemical.
(bereits anfang juli 2010 im hardwax gekauft.)

digital mystikz
education / horrid henry
[dmz dmz:021]

a-seite von mala, b-seite von coki, und wie so häufig das altbekannte dubplate-spiel. „horrid henry“ hat – ohne dass ich damals wusste, dass der track so heißt, nur war ich mir sicher, dass er von coki stammen musste – auf der fusion drei rewinds bekommen. am wobble-exzess mögen sich auch die geister scheiden, bei mir ist da auch echt schnell die schmerzgrenze erreicht, aber wenn die nötige portion wahnsinn hinzukommt, wird’s schon wieder sympathisch. auf entsprechenden anlagen mörderisch.
„education“ ist für diejenigen, die von malas melodisch-meditativer seite nicht genug bekommen können, ein gefundenes fressen. wie „bury da bwoy“ ein track mit gerader bassdrum, prägnanter synthline und mit subtilem schub produziert.
clips: chemical.

eqd
equalized #002
[equalized eqd 002]

eqd ist shed, das weiß inzwischen auch ich.
ein track ohne gerade linie eröffnet die zweite ep, und wenn man’s unbedingt kategorisieren wollte, könnte die schublade „dubstep trifft detroit“ ansatzweise passen. schwierig, den irgendwo unfallfrei unterzubringen, gerade im set.
die b-seite ist eine klare verbeugung in richtung basic channel, genauer: phylyps trak, zweite ausgabe. funktioniert im techno- und house-kontext gleichermaßen gut.
clips: hardwax.
(bereits anfang 2009 im hardwax gekauft.)

eqd
equalized #003
[equalized eqd 003]

die a-seite beginnt trocken, und traut sich erst nach fast zweieinhalb minuten, die melodie zum zuge kommen zu lassen. anschließend ausblenden der oder hall auf die einzelnen elemente – simpel und effektiv.
die b-seite mit ähnlichem rezept, nur mit rauherer ästhetik, daher für mich gewinner.
clips: hardwax.
(bereits im juli 2010 im hardwax gekauft.)

eqd
equalized #004
[equalized eqd 004]

die a-seite ist ein düsteres tool, wie für dettmann-sets geschaffen. mir alleinstehend irgendwie zu wenig, aber vielleicht ist das einer der tracks, deren faszination erst gegen sonntag mittag im berghain zum zuge kommt.
die b-seite mit zwei-ton-sequenz, hintergrundfläche und einer sehr satten bassdrum. neuneinhalbminütige massage mit genügend abwechslungsreichtum, so dass man als dj nicht genötigt wird, etwaig aufkommende monotonie übertünchen zu müssen.
clips: hardwax.

klockworks
kw 04
[klockworks kw 04]

heimlich hat ben klock sein eigenes label in stellung gebracht, was das understatement bzgl. promo pflegt und stattdessen lieber die tracks sprechen lässt. „pulse“ und „grobe“ auf der a-seite sind dj-tools, wie sie im buche stehen. gerade „pulse“ passt in eigentlich jedes techno-set, hat auch das zeug, alleine bestehen zu können. bewundernswert auch, wie solch vordergründig trockene tracks mit so einer wucht daherkommen können.
auf der b-seite blitzen auf einmal melodien hervor. bei „grab me“ eher hintergründig, bei „grasp“ sind sie tragendes element der tracks.
vier tracks für viele gelegenheiten, kein lückenbüßer.
clips: decks.
(bereits anfang 2009 im hardwax gekauft.)

dvs1
kw 05
[klockworks kw 05]

die legende, wie es zur veröffentlichung kam, kann man bei ra nachlesen. im gegensatz zum labelinhaber verlässt dvs1 sich voll und ganz auf die sequenzen und basslines, anstatt den beat so in den vordergrund zu rücken, dass der rest nur dahinter zurückbleiben kann. da kann man sich schon an robert hood erinnert fühlen, was ja nicht der schlechteste vergleich ist.
nimmt den erfolg der ep hoffentlich zum anlass, öfters an den maschinen zu schrauben. auch wenn herr hood dieses jahr wieder zu guter form aufgelaufen ist, wäre es doch schön, ein wenig konkurrenz im rennen zu haben.
clips: decks.
(bereits im september 2009 in der space hall gekauft.)

klockworks
kw 06
[klockworks kw 06]

ben klock nimmt chicago zum vorbild, bei „under pressure“ mit tiefgepitchten stimmen. die kommen eh nicht so schnell aus der mode, noch eine kleine zweiton-melodie dazu, und fertig ist der schnörkellose eisbrecher, wenn die tanzfläche gefüllt werden will.
„voyage one“ ist schon schriller, aber ich kann’s nur begrüßen, wenn die zeit wieder für sowas reif ist. „you“ ist für die ep dann auch der perfekte ausklang.
clips: decks.

romanthony
the wanderer
[decks classix dclx004]

die stand schon seit jahren auf meiner liste, und manche mögen lizensierten nachpressungen ja skeptisch gegenüberstehen. dabei darf nur nicht vergessen werden, dass auch prescription das seinerzeit so gehandhabt hat. da decks den tracks ein neues, sauberes, dickes mastering bei schnittstelle verpasst hat, war es auch keine frage, gegenüber der hoch gehandelten us-pressung einiges an geld zu sparen.
ach so, die musik: immer noch über jeden zweifel erhaben, auch wenn sich bei mir alles zwischen den beiden polen „fusion dubb“ und „temple vox mix“ abspielt.
clips: decks.

autechre
amber
[warp warpcd25]

veritabler klassiker, der in der sammlung einfach noch fehlte. eines der zugänglichsten ae-werke und dabei dennoch so futuristisch, dass sich wahrscheinlich noch weitere generationen an nachwuchs-produzenten das album als messlatte nehmen werden.
clips: bleep.

shackleton
man on a string part 1 and 2
[woe to the septic heart! septic1]

mit eigenem label, fährt weiter auf der schiene, die er mit dem letztjährigen perlon-album eingeschlagen hat. da er quasi sein eigenes genre bedient, wird es auf dem feld so schnell sicher nicht langweilig.
clips: bleep.

raime
if anywhere was here he would know where we are
[blackest ever black blackest002]

neues label, neuer act, richtung ambient mit gewaltigem industrial-einschlag und techno-erziehung. der titeltrack hat auch etwas sakrales, wohingegen regis mit seinem remix von der ersten ep angenehm zurückhaltend in sandwell-manier agiert.
sollte man als newcomer definitiv im auge behalten.
clips: bleep.

analoge maschinen in ableton live

dinge gibt’s, die sind so einfach, dass man selber nicht darauf kommt. zugegeben: ich hab mich bislang nicht auf die suche nach einer quelle gemacht, wo die samples der alten lieblinge mit der null in der mitte bereit zum download liegen und dachte, dass man dies alles mühsam mit gekauften vst-plugins realisieren müsste. stattdessen lässt sich mit dem drum rack und den wav-dateien so einiges anstellen, wobei mich natürlich die meinung der puristen interessiert, die noch die jeweiligen originale daheim zu stehen haben.

wer alles bequem auf dem laptop haben möchte, kann der anleitung auf ableton life folgen und anschließend tage- und nächtelang den klang der alten schule nachbauen.

so36 erhält live entertainment award

auch wenn das umfeld etwas befremdlich scheint, da der preis vom bundesverband der veranstaltungswirtschaft, dem verband der deutschen konzertdirektionen und dem magazin „musikmarkt“ verliehen wird (zusätzlich springt springt howard carpendale den besucher beim besuch der website von rechts an, aber wenigstens moderiert götz alsmann die ganze veranstaltung, das gleicht’s aus): gerade nach dem turbulenten 2009 in der oranienstraße muss die ehrung für den verein (gemeint ist der sub opus 36 e.v.) balsam sein. auf jeden fall haben sie es sich verdient, da sind die 20.000 euro preisgeld sicherlich gut investiert.

für kurzentschlossene gibt es heute abend (16. april 2010, 21 uhr) die dankeschön-party. eintrittspreis sind schlappe drei euro, es spielen:
live: casino gitano / the runaway brides / a pony named olga
djs: gloria viagra / ipek / el pogo / zwei teller eine wahrheit

ausführlicher nachlesen kann man das beim tagesspiegel.

p.s.: im zuge des frühjahrsputzes hat man auch gleich die so36-seite aufpoliert.
p.p.s.: obendrein hat man heute (23.04.2010) verlauten lassen, dass ein mietvertrag bis 2020 unterschrieben wurde.

mala-feature bei residentadvisor

einer der wichtigsten charaktere im dubstep-geschehen, dem man ohne weiteres glauben schenken mag, wenn er sagt, dass der hype um seine person ihm selbst am unangenehmsten ist, wird endlich die aufmerksamkeit zuteil, die ihm gerade jetzt auch zusteht. im vorfeld der veröffentlichung der zweiten deep-medi-compilation (katalognummern 6-10) und vor allem dem dreifach-vinyl auf dmz, dessen tracks seit einiger zeit unter anderem in seinen sets als dubplates rotierten und ab anfang mai endlich auch den normalen käufer erfreuen kann („return 2 space“ wird das werk heißen), bekommt man in dem artikel einen eindruck davon, wie er langsam, aber dafür stetig in die szene hineinwuchs.
im dazugehörigen interview wird auch schnell klar, weshalb er lieber im hintergrund seinen eigenen weg verfolgt und nicht wie skream, joker oder benga ins rampenlicht drängt – nebst dazugehörigem erfolgsdruck. auch wenn es schlechte nachrichten für diejenigen gibt, die auf eine nachpressung der alten dmz-platten gehofft hatten und ich mit seiner ansicht nicht übereinstimme, dass musik ihre bestimmte zeit hat und auch nur dann erhältlich sein sollte (ist schon paradox, wenn man ganz nebenbei zeitlose tracks geschaffen hat – jedenfalls könnte man „anti war dub“ noch in zehn jahren spielen), liefert er mit seiner bescheidenen art genügend gründe, ihn und seine labels weiterhin zu unterstützen.

nachzulesen ist das hier.