paket vom 07. april 2006

und damit steht diese woche im zeichen der mal mehr, mal weniger länger hier stehenden, aber aus zeit- oder motivationsmangel nicht erwähnten irgendwo aufgegabelten (vermeintlichen) perlen. in dem fall war es mal ebay.

concept 1
96:01
[concept 91:01]

„minimize 2 maximize“ geistert nicht erst seit gestern durch mr hawtins kopf oder durch diverse szeneorgane im printformat, sondern war bereits 1996 groß en vogue, als basic channel den dub von vorne bis hinten durchdeklinierten, wolfgang voigt in köln mit profan zwar einiges an blaupausen veröffentlicht hatte, an denen sich selbst manch einer im heutigen kompakt-imperium vergeblich abarbeitet, mit seinen zehn studio-1-platten aber ebenfalls sein faible für dubbige, schier endlose und zum teil äußerst funkigen loops auslebte. und sähkö natürlich, aber das kann man alles in der aktuellen 100. ausgabe der groove nachlesen. glückwunsch an dieser stelle.
minimalismus war auch für herrn hawtin nichts neues, hatte er bereits mit zwei plastikman-alben bewiesen, dass ein tranceartiger zustand mit wenig elementen auch gekonnt hinzukriegen ist. so lag es nahe, 1996 zum „concept“-jahr zu erklären, an dessen ende 12 jeweils auf 2000 stück limitierte maxis (man kann es sich denken: eine pro monat) standen, die der geneigte sammler am ende in einer schönen box aufbewahren konnte. musikalisch wurden immer die selben elemente in verschiedener ausprägung neu angeordnet und die reduktion damit von monat zu monat weiter perfektioniert, was für außenstehende sicherlich die frage aufwirft, wie man sich 12 male die selbe musik kaufen kann (ein vorwurf, der im übrigen auch bei studio 1 nicht ganz von der hand zu weisen ist), sonst aber nach der jahrelangen reizüberflutung durch bspw. trance, gabba und acid (bitte völlig wertungsfrei zu lesen) maßgeblich einen gegentrend mitprägte, der heute seine zuweilen leicht penetrante renaissance erlebt. für damals und auch nach heutigen maßstäben essentiell.
es fehlen nur noch acht, werde die neuzugänge demnach auch nur noch pro forma auflisten, und ggf. weiter ausholen, wenn eine von ihnen aus dem musikalischen rahmen fällt.

underground resistance
electronic warfare (the mixes)
[underground resistance ur 034]

das wort „klassiker“ ist beim original schon nicht untertrieben und das nimmt hier auch gleich nochmal die a-seite in beschlag.
auf der rückseite der durch dave clarke aux-88-remix, immer noch eine klasse für sich, macht wieder heiß auf neues material der jungs und ein langsamerer drexciya-remix. nicht nur für sammler pflicht, sondern auch für leute, die das reine gewissen von electro weitervermitteln wollen.

d.ment – dark morning [mydefinitionoftechno.com mydef 01]

„melodieschlampe“ (eigene namensgebung und keine anmaßende eigenkreation) d.ment (formerly known as d) und eine doppelte premiere: erstes eigenes netrelease auf dem neuen netlabel des zuweilen ebenfalls aus der stadt flüchtenden soleil. macht seinem ruf alle ehre: schrille synth-lines mit funkigen beats inkl. ordentlichem punch im titeltrack, auf der „b-seite“ wird es mir mit dem trancigen zuviel.

das ganze gibt’s hier.

in der tasche gelandet am 22. märz 2006

beileibe nicht mehr taufrisch, aber die verschiebung der prioritäten in den universitären bereich und der fehlende antrieb ließen die besprechungen erstmal recht weit nach hinten auf der längeren bank rücken. mit bestem dank in richtung ll.

dave tarrida
life’s a glitch
[sativae tiva025lp]

das bislang letzte lebenszeichen von 2004, aber ich hatte bereits vermeldet, dass da wohl was in den startlöchern steht. das „wann“ ist wie immer auslegungssache.
typische tarrida-zutaten: nicht zu knappe basslines in mal mehr und mal weniger schriller ausprägung, dezent schneidende hihats und das ganze zum teil mit nacheditierten samples und bleep-sounds angereichert. wer für neue heimat was übrig hat, wird die lp bestimmt zu schätzen wissen, für meine ohren ist das im vergleich zum sonstigen (gerade älteren) sativae-material guter durchschnitt. bestimmt nicht mehr.
und da fehlt nur noch eine…

cymbol
sinusoidal tendencies ep
[mnx recordings mnx 004]

hat immerhin zwei wochen gedauert, ehe ich auf die referenz im titel kam, nun ja…
sequenztechno mit äußerst schriller hookline in der zweiten hälfte beim ersten track, dessen schroffheit im dj-esp-remix deutlich zurückgenommen und durch (wen wundert’s?) acid, wenn auch hintergründig und dann in eckiger wellenform, ergänzt wird.
auf der b-seite dann wieder feuer aus allen rohren, zunächst mit klimper-sequenz und schreiender fläche im hintergrund, „duel in the halfpipe“ zum schluss mit äußerst rotzigem electro, der sich in der nähe von thorn industries bestimmt gut macht. zugleich glanzstück der platte.

sono l’operatore del mini calculatore

mehrere kraftwerk-schmankerl aus alten und neuen zeiten wurden von andreas bei spreeblick entdeckt und übersichtlich zusammengestellt, so dass man sich an mitschnitten wie dem „discoring“ des rai aus dem jahre 1981 erfreuen kann, in dem der „taschenrechner“ mal eben auf italienisch gesungen wird. verdammt, ich bräuchte das eigentlich als vinyl, aber da scheint es bis auf die von „computerwelt“ bekannten deutschen und englischen versionen nur noch die französische zu geben (wobei es auch hier mal interessant wäre, die zu hören). äußerst empfehlenswert auch das video-bootleg aus rom 2004, welches den beweis liefert, dass die herren trotz unterkühlt wirkender bühnenpräsenz auch durchaus charme versprühen können.

stype – nix geht mehr (acapella version) [haushaltsware sprache 003]

tja, nun ist es passiert. mein erstes (und hoffentlich einziges) net-release.
zur entstehungsgeschichte: es war ein bereits ziemlich kalter nachmittag im november 2004, wo wir uns bei d versammelten, um ein projekt für ein geburtstagsgeschenk zu realisieren. details des projekts: jeder sucht sich einen gassenhauer der letzten jahre und bearbeitet ihn mit primitivsten mitteln (am besten a capella) nach. heraus kamen schön trashige versionen diverser väth-kracher, oder meine leicht geflügelte variante des konsenshits, den man nur einmal pro abend hören möchte. sozusagen eine lizensierung des geschenks von damals, hilfsmittel: mund, hände (claps) und so ein pfennigcentartikel, der aufheult, wenn man reinpustet.
mindestens die hälfte der credits gebühren d, weil er es so zurechtgebogen und -komprimiert hat, dass daraus ein in schlimmsten fällen sogar mixbarer track entstand. wer zum original eine gewisse hassliebe pflegt, wird daran bestimmt seinen spaß haben.

download

sativae vor neustart, farewell mosquito!

die frage habe nicht nur ich mir gestellt, was nach dem tarrida-album (apropos, muss ich noch rezensieren. habe ich erst seit dem vergangenen mittwoch…) eigentlich los ist. die website war eh nie der ort, wo man informationen finden konnte. dementsprechend selten habe ich dort mal vorbeigeschaut, und wenn, wurde die „still under construction“-meldung zum ständigen begleiter, dessen bart irgendwann mal so lang wurde, dass es fast schon wieder lustig war.

nun aber – man lese und staune – mit einer discographie und einer news-abteilung, welche verlautbaren lässt, dass ein neuer vertrieb gefunden wurde und der back-katalog demnächst per online-stores (bleep? läge nahe.) erhältlich ist, womit der ebay-wahnsinn bei den rosinen zwar kein ende finden, der handel mit den dateien sich aber für einige hoffentlich zur brauchbaren alternative entwickeln wird. das alles – und der anvisierte online-shop – mit dem vermerk versehen, dass spätere informationen folgen. aber selbst das ist schon mal besser, als wenn man aus reiner ungewissheit behaupten muss, dass aus der ecke nichts mehr kommt. die site darf damit endlich (obwohl beim besten willen noch nicht vollständig) in die links.

(mit bestem dank an tekkhead beim ostcode.)

ganz anders sieht es hingegen bei mosquito aus. wie die chefetage höchstselbst verlauten lässt, war die (exzellente) ep von tim exile die letzte veröffentlichung des labels. bill youngman stand noch in den startlöchern, aber die pleite seitens just music als vertrieb hat ihnen dabei einen gewaltigen strich durch die wohl eh auf kante genähte kalkulation gemacht, so dass die ep schließlich auf tresor landete (berichten zufolge ist auf der auslaufrille noch „msq 024“ als katalognummer eingeritzt, aber durchgestrichen und durch die tresor-nummer ergänzt worden.). eigentlich ein jammer, dass ein label mit einem qualitativ derartig hohen standard nach zwölf jahren aufgeben muss, andererseits auch gut, dass sie seltenst versuchten, sich mit weniger anstrengender ware beim publikum anzubiedern und uns sonst mit (nicht nur, aber hauptsächlich) den quirligsten, oft unbequemen, aber auch häufig genug in die beine gehenden techno-tracks versorgt haben.
trostpflaster 1: am backstock kann man sich (aktuell leider nur zum teil) digital erfreuen.
trostpflaster 2: sleep debt ist das neue ziehkind von herrn vogel unter kompakt-fittichen, dessen erste drei katalognummern mich bisher zwar nicht überzeugen konnten, aber immerhin wird nicht resignierend die flinte ins korn geworfen.

einkäufe vom 18. und 21. märz 2006

hardwax am 18., space hall heute, wenig überraschungen.

sleeparchive
radio transmission ep
[sleeparchive zzz 05]

nachdem „infrared glow“ erstmals zeigte, dass der name mehrere verschiedene produzenten unter sich vereint und nicht auf ihn alleine beschränkt ist, kriegt man ihn höchstselbst wieder zu hören. immer noch die gleichen bleeps und die fetten bässe, aber es ist eben auf höchstem niveau gleichbleibend gut. neu: doppel-vinyl, sechs tracks, sechs endlosrillen, das titelstück ist der hit, und wer die anderen vier eh schon hat, wird an der nicht vorbeikommen.

modeselektor
hello mom! (the remixes)
[bpitch control bpc 121]

kaum hat man das album verdaut, kommt schon der nachschlag, und schon wieder sleeparchive. diesmal aber nicht mit verspul-melodien, sondern mit amtlichem techno, der nach dem break zu absoluter höchstform aufläuft. wenn jemand eine referenz für das perfekte tool inkl. hohem anspruch sucht: voilà. wird in den mehr als zehn minuten einfach nicht langweilig.
eine hohe messlatte für die remixer auf der b-seite, und die überspringt von ihnen auch keiner. siriusmo belassen das „silikon“-original beim wesentlichen und fügen noch einiges an melodien dazu, dabrye geizt bei „fake emotion“ nicht mit dubbigen bässen, was auch am ehesten passt, und das finale vom unbekannten grime-remixer gerät u.a. ganz schön kurz und auch nicht ganz nach meinem geschmack.
wegen der a-seite allerdings pflicht.

omar-s
in side my head
[fxhe aos-010]

wie immer recht lo-fi produzierter house, funky wie hölle, schöne sich herausbildende melodie, die lust auf den frühling macht und trotzdem fällt das ganze durch unkalkulierbare betonungen im groove aus dem rahmen. merke: simpel gebaute tracks müssen nicht gleich einfalls- oder seelenlos sein. detroit macht’s wieder mal vor, und nach ganz alter schule von innen nach außen geschnitten.

pantytec
maybe / moriomelo
[perlon 53]

und wieder mal perlon, wo ich bei der vorgänger-ep von cassy noch überlege, ob ich sie mir hole. sonst aber tatsächlich ihr erstes lebenszeichen seit ihrer lp (den live-mitschnitt auf der post office 2 klammere ich mal aus) und das vereint mal eben alle qualitäten, weswegen ich perlon so schätze. die a-seite beginnt mit dem fast schon typischen groove inkl. zurückhaltender bassline, der durch an akufen erinnernde samplefetzen ergänzt wird und ca. ab der hälfte in ein schön verpeiltes trompetenspiel gipfelt. bin gespannt, was sich damit alles anrichten lässt.
auf der b-seite wird auf solche „schockmomente“ verzichtet und einfach nur etwas für den ausklang eines abends kredenzt. wer die alten perlon-sachen schätzt, wird bei der hier auch nicht zögern. die lp von matt john steht bereits in den startlöchern, aber die werde ich definitiv auslassen, da sie leider nicht mal halb so spannend ist wie diese hier.

omen’s jot
annulus out ep
[ampoule amp006]

am mittwoch des 15. tresor-(exil-)geburtstages gehört, nicht gedacht, der so schnell zu begegnen. ist sonst wohl ein ambient-label, aber davon ist hier absolut nichts zu merken. schnittstelle zwischen brighton und birmingham, könnte man so sagen. klingt schon sehr industriell im hintergrund, aber die beats nehmen ihren über die jahre liebgewonnenen nicht immer sturen 4/4-verlauf, sondern brechen auch mal zwischendurch aus, um sich kurz darauf wieder reumütig einzureihen. mehr als eine verlegenheitsplatte, und wenn das weiterhin mode wird, funktionale platten mit anspruch (ohne über alle maßen anstrengend werden zu wollen) zu veröffentlichen, ist techno wieder auf einem sehr guten weg fernab der beiden extreme.

filter fedde
#1
[bunker 3052]

kann mir eigentlich jemand sagen, weshalb ich bunker bisher immer so vernachlässigt habe?
acid in allen variationen. nach alter schule blubbernd oder schnell-verballert wie zu hardcore-zeiten. extremst kurzweilig, obwohl man hier mehr als eine halbe stunde musik geboten bekommt. die anderen beiden teile werden dann wohl in nächster zeit ebenfalls im regal auftauchen.
(anhören geht bei clone.)

v.a.
stalingrad vol. 1
[bunker 3040]

und bunker zum zweiten, wofür mal eben ein paar propz an den todd_e gehen, da er den rude-66-track im januar hier gespielt hatte.
teil 1 einer zweier-compilation, wobei der erste ganz klar gewinnt und mich die limitierung auf 200 stück dann doch nicht reizt, beide mein eigen nennen zu wollen.
dem titel entsprechend düstere kost, nur in verschiedenen variationen: entweder ambient oder electro und gerne auch mal noise. die tracknamen machen den weg durch kreuzberg auch spannender, und wenn ich es nicht besser wüsste…
lest die einfach bei discogs nach, ehe ich hier unerwünschte gäste durch google-recherchen anlocke 😉
(anhören geht wieder bei clone.)

discogs-sammlungen (hoffentlich nur) im urlaub [update]

was heise kann, mache ich gerne nach 🙂

es funktioniert wieder alles. schuld war ein über nacht aufgetretener fehler in der tabelle der datenbank, siehe dazu den eh bereits erwähnten thread. damit einmal kollektiv durchatmen und die „save to excel“-variante fortan als wöchentliches backup wahrnehmen. habe selbst dank doppelter buchführung (führe tatsächlich seit beginn meiner einkäufe eine tabelle, die sogar aktueller ist als die discogs-sammlung) gut lachen, aber bei einigen anderen wird der blutdruck heute sicherlich in ungeahnte höhen gestiegen sein.

discogs-sammlungen (hoffentlich nur) im urlaub

der tag begann schon recht verheißungsvoll, als unser router trotz guten zuredens einfach nicht ins netz gelangte. der einkauf beim aldi unseres vertrauens brachte wenigstens klarheit, weil der verteilerkasten eine ecke weiter von technikern belagert wurde, und somit ist seit einer stunde wenigstens der bedarf an informationen oder kurzweiliger unterhaltung gedeckt.

die krönung folgte eben bei der täglichen discogs-recherche, wo ich mich zunächst wunderte, dass niemand diese hier besitzt, und ich mich schon fragte, ob ich die nicht schon längst hinzugefügt hatte – bis mir die idee kam, mal in meiner sammlung nachzuschauen, die auf ganze null platten geschrumpft ist. immerhin: die probleme haben auch andere, die wantlists sind auch noch da, und ansonsten einfach abwarten, was passiert. wendet sich hoffentlich zum guten, ein update gibt’s jedenfalls, wenn sich was ändert.

einkäufe vom 05. märz 2006

was? am sonntag einkaufen? wo das? der flohmarkt am boxhagener platz birgt so ein paar perlen, die den geldbeutel nicht allzu sehr belasten. der gesamtpreis, um das ego aufzupolieren: 16 euro. dazu ein schon längere zeit geöffnetes ebay-paket, 7,50 euro. wie beim letzten mal auf den platzhalter achten.

neil landstrumm
bedrooms & cities
[tresor 82]

bei der kann ich ohne schlechtes gewissen behaupten, dass die lücke seit geraumer zeit schon gefüllt ist, und zur musik will ich eigentlich nicht viel sagen (die spielt durchweg auf oberstem niveau), daher nur anekdoten gepaart mit evtl. nützlichem wissen.
keine ahnung, in welchem jahr es war – kann sogar im herbst / winter 2000 gewesen sein, als ich diese hier bei einem tresor-warehouse-sale (damals noch im café aurora, was direkt vorne an der straße noch vor dem globus lag) gekauft und mich zuhause etwas geärgert habe, weil die tracks auf der c- und d-seite identisch waren. erstmal egal, weil das für mich wesentliche eh vertreten war. einige jahre und mehrere vinyl-nerds im bekanntenkreis später erfuhr ich, dass das nicht nur mein problem ist und auch noch schlimmere missgeschicke passiert waren. der grund liegt darin, dass nilz bei the exchange beim mastern keine katalognummer eingeritzt hatte und das chaos damit seinen lauf nehmen konnte. nun endlich auch in bester ordnung in meinem sortiment, und da bleibt sie auch. doppelt.

supreme truth
the supreme truth
[ongaku 011]

die herren wuttke/flügel braucht man wohl nicht mehr vorzustellen, und unter diesem alter ego (das nenn ich mal wortwitz!) gibt es auch nichts anderes als das hier, aber es hat immerhin gereicht, tracks abzuliefern, die auch nach zehn jahren noch ohne bedenken auf partygänger mit gehobenerem anspruch (sprich: alles, was sich mit distortion auf dem mastersignal nicht mehr länger zufriedengeben will) losgelassen werden kann. an ihrem rezept hat sich auch seitdem nichts verändert, nur dass man kein mitgröhl-motiv braucht, sondern sich auf die wesentlichen zutaten (dicke bassdrum, sparflammen-sequenz, heruntergepitchte stimme) konzentriert. da wird nicht lange gefackelt, sondern einfach alles daran gesetzt, jeden zum tanzen zu motivieren. mehr braucht techno nicht.

archetype
obscure model ep
[ongaku 022]

die fiel schon in die zeit, in der man lieber leicht zu mixende platten mit mindestens ebenso leichten ansprüchen in stetig wachsender zahl auf die käuferschaft losließ. gehört habe ich die das erste mal im schon lange geschlossenen 12/34 irgendwann 2003, und da ich für sequenz-techno eh immer ein offenes ohr hatte, habe ich die zumindest mal unter beobachtung gestellt. nun fiel sie mir heute im „für 2 euro“-wühlkasten entgegen, drei von vier tracks sind ohne schlechtes gewissen genieß- und spielbar (auch / gerade in momenten der ratlosigkeit) und die platte wird wohl damit zu denen gehören, die von mir ab und an hervorgeholt werden, wenn ein set mal nicht nur aus hits oder obskurem material, sondern auch aus bodenständigen tracks bestehen soll.

surgeon
muggerscum out
[soma 037]

ich fasse mich kurz: jeder, der mit ihm auch nur ansatzweise etwas anfangen kann, oder sich nur dem schnörkellosen techno verschrieben hat, ist gut beraten, sich diese nachträglich anzuschaffen. hart und irgendwo funky zugleich, lässt jedes „stumpf auf die 12“-erzeugnis locker im schatten stehen.

freon
lecktroshock ep
[scandinavia scan 007]

neils faible für hiphop war bereits 1997 nichts neues, aber das hier ist die erste scandinavia, die sich dem thema widmet. die a-seite komplett im downbeat, gerade das titelstück ist so schön schleppend und spart dabei nicht mit dicken bässen und rauher atmosphäre. auf der b-seite dann der geschätzte 4/4-takt, auch keineswegs glattgebürstet, sondern so wie der hausherr es auch selber gerne angehen lässt.
(anhören kann man sich das in voller länge bei bleep.)