2026 startet mit der todesmeldung von einem derjenigen, die mensch ohne übertreibung als teil des rückgrats im berliner nachtleben bezeichnen kann – und zwar in dem teil, der nicht an der oberfläche zu sehen ist. neben der bekannten autonomendisko am ostkreuz gibt es noch diese andere, die wesentlich seltener geöffnet hat. noch viel seltener war ich dort zu gast. wenn ich ihn dort erlebte, war das zwar musikalisch nicht ganz mein geschmack, aber dem dort herrschenden exzess dienlich. sein wohnzimmer nach seinen regeln.
durch und durch ein idealist, der im vergleich zu den größeren namen der bekannteren clubs dieser stadt vielleicht nicht als erstes in der reihe derjenigen genannt wird, die dem berliner nachtleben ihren stempel aufdrückten. aber einer, der den boden für diejenigen bereitet hat, die abseits bekannter pfade was erleben wollten.
ohne wenn und aber: kategorie „urgestein“, der bleibende erinnerungen hinterlässt. immerhin.
r.i.p.
Kategorie: wissenswertes
r.i.p. chris rea
verfasst am 23. dezember 2025, jedoch bereits gestern verstorben und daher zurückdatiert.
natürlich dieser tage mit „driving home for christmas“ auf vielen kanälen zu hören – und unter den weihnachtsstücken aus dem rock/pop-bereich ist das auch eines, dessen ich nicht müde werde.
dennoch: julia, josephine, let’s dance, on the beach, road to hell – erfrischend unprätentiöse hits, die zu seiner erscheinung als person passen. auch wenn er selbst angab, dass der pankreaskrebs ihn anno 2001 zu einer bescheideneren person gemacht hat und er sich fortan nur auf blues spezialisierte (und richtig: etwas weiteres für meine hausaufgabenliste).
er ist nun mit 74 jahren nach kurzer krankheit verstorben.
r.i.p.
r.i.p. jimmy cliff
am 26. november 2025 verfasst, jedoch auf den 24. november (todestag) zurückdatiert.
hat reggae mit auf die musikalische landkarte gesetzt, steht in meiner musiksozialisation jedoch leider im schatten von bob marley. daher leider nur der oberflächliche hinweis, der einem nachruf und seinen verdiensten nicht mal ansatzweise gerecht wird.
er ist mit 81 jahren auf jamaica verstorben.
r.i.p.
r.i.p. albert gabriel
am 26. november 2025 verfasst, jedoch auf den 23. november 2025 (todestag) zurückdatiert.
erste (mehr oder minder einzige, jedoch prägende) begegnung mit ihm unter seinem alias „arj snoek“ durch house-tv auf viva mit „i can people know“. hat in seiner trockenen einfachheit wunderbar die letzten jahrzehnte überdauert und wird das in den nächsten sicherlich auch. für mich sein bester track und „dizko queen“ weit voraus.
mit nur 45 jahren verstorben, er hinterlässt frau und tochter.
r.i.p.
p.s.: eine frühere version des artikels hat den 25. november als todestag genannt, obwohl es tatsächlich der 23. november war. dies ist entsprechend korrigiert. danke an eva in den kommentaren für den hinweis.
r.i.p. jay haze
verfasst am 24. august 2025, auf den todestag (22. august 20205) zurückdatiert.
fiel mir durch die contexterrior numero 4 als erstes auf, deren darauf folgende katalognummern zu einem guten teil in meine tasche wanderten. auch eine ep auf musik krause ist mir noch in guter erinnerung.
letztmalig wirklich aktiv gesehen habe ich ihn im august 2008 im berghain. eine bpitch-nacht, zu der eigentlich paul kalkbrenner spielen sollte. dieser sagte jedoch ab und stattdessen gab es ihn als fuckpony. danach verschwand er für mich von der bildfläche.
er ist nun verstorben. die todesursache ist unbekannt.
r.i.p.
r.i.p. ozzy osbourne
verfasst am 23. juli 2025, aber auf den todestag zurückdatiert.
„paranoid“ war mein erster berührungspunkt. muss so um 1989 gewesen sein, als ich das zum ersten mal im radio hörte. in jedem fall war es das jahr, in dem ich im zarten alter von zehn jahren den mitschnitt des „moscow music peace festivals“ sah. rückblickend wohl der urknall für meine affinität zu metal. auch wenn mensch bands wie skid row, cinderella, mötley crüe, bon jovi oder die scorpions (allesamt damals auf dem line-up) heute eher beim hard rock einordnet und durchaus zurecht belächelt, faszinierte mich diese vermeintlich rauhe attitüde.
ozzys auftritt stach schon damals heraus. einer, der sich ehrlich freute, auf dieser bühne zu stehen – bzw. von einem ende zum anderen und wieder zurück zu pilgern (neben zakk wylde als ständig headbangendem gitarristen). die reihenfolge war daraufhin, mir erst das zum konzert gehörende album („stairway to heaven / highway to hell“), dann sein solo-debüt („blizzard of ozz“) und schließlich mit „blackest sabbath“ endlich auch mal das original zu den schlüsselstücken aus der moskauer setlist zu holen.
mensch kann ohne übertreibung sagen, dass ozzy nicht nur einen musik-, sondern einen lebensstil geprägt hat. stets auf dem direkten pfad zur selbstzerstörung, aber allem drogen- sowie alkoholinduzierten wahnsinn zum trotz stets demütig gegenüber dem publikum. das zeigte sich erneut anfang juli bei seinem abschiedskonzert in birmingham, das zum schlusspunkt geriet, wie ihn sich kein*e drehbuchautor*in hätte ausdenken können. im rahmen von bands eingebettet, die sich allesamt auf black sabbath als maßgeblichen einfluss berufen, mobilisierte er nochmal alles – erst mit einem solo-set, anschließend mit seinen ursprünglichen drei mitstreitern. zwar nahm er – von parkinson sowie vergangenen (ab)stürzen gezeichnet – nicht mehr wie einst die gesamte bühnenbreite in beschlag, sein charisma jedoch nach wie vor das gesamte stadion. es freut mich für ihn, dass er nochmal so einen tag und solche momente genießen bzw. sich einfach nochmal hochleben lassen konnte.
auch wenn es eine abgedroschene phrase ist, trifft sie bei ihm eindeutig zu: eine ikone, an die mensch sich in jahrzehnten noch erinnern wird. von dem keine*r (wahrscheinlich noch nicht mal er selbst) gedacht hätte, dass er 76 jahre alt wird. laut aussagen seiner familie am dienstagmorgen in deren kreis verstorben. würdiger geht’s nicht.
r.i.p.
r.i.p. douglas mccarthy
das ist so eine dieser wochen.
so sehr ich mit ebm als genre fremdle – nitzer ebb haben einige stücke im repertoire, die den ewigkeitstest bestehen werden. douglas mccarthy war die stimme dazu, die nun mit nur 58 jahren verstummt ist.
r.i.p.
r.i.p. brian wilson
was mensch bei den beach boys und ihrem gutgelaunten surfer-rock, bei dem sich vor dem inneren auge bereits der strand von venice zeigt, gerne mal vergisst: brian wilson war maßgeblich an der grenzverschiebung von produktionsstandards beteiligt.
großen einfluss nahm hierbei phil spector. „pet sounds“ gilt als album, das dank aufwändigerer produktionstechniken wie bandschleifen und mehrfach aufgenommenen stimmen einzelner bandmitglieder live so nicht aufgeführt werden konnte und die beatles zu „sgt. pepper“ inspirierte. er war einer der ersten, die das studio selbst als instrument begriffen. und als typischer künstler auch den eigenen dämonen ausgesetzt – substanzmittelabhängigkeit inklusive.
er ist nun mit 82 jahren verstorben.
r.i.p.
r.i.p. sly stone
ein weiterer eintrag für meine „muss ich nachholen“-liste. dank des dokumentarfilms kenne ich immerhin ausschnitte seines woodstock-auftritts. es wäre jedenfalls nicht übertrieben, ihn als urvater des funk zu bezeichnen.
copd zählte zu seinen gesundheitlichen problemen, wegen derer er nun mit 82 jahren verstorben ist.
r.i.p.
r.i.p. tim wright
unter seinem bürgerlichen namen ist er zwar auch auf novamute etc. in erscheinung getreten, aber als tube jerk landete er auf meinem radar. seine sativae-veröffentlichungen sind für mich weit vorne mit dabei, wenn es um funk geht, dem die basslines mit der genau richtigen menge an mitteltönen eine gewisse wärme verleihen. sein remix für cristian vogels „whipaspank“ schlägt mit der vocoderisierung des vocals vom original in eine sehr ähnliche kerbe. diese steht definitiv für die bei no future üblichen ecken und kanten, seine tracks sind als einstieg in diese sparte mit die besten.
die meldung seines todes ging am 2. mai bereits herum, ich habe erst jetzt davon im technoforum erfahren.
r.i.p.