jawohl, richtig gelesen. ein guter teil der letzten wochenenden bestand aus anhäufung von material, um eine bewegungsfreiheit mit allem drum und dran in das visuelle format zu überführen. dabei herausgekommen sind gute zwei stunden, bei denen ich mich ziemlich darüber freue, dass mal nicht nur über, sondern auch mit geflüchteten gesprochen wird (insbesondere die originaltöne der ohlauer supportgruppe sollten zum aufhorchen anregen).
auch wenn ich hier erstmal nur für mich spreche, gilt es denke ich auch für weite teile der anderen, dass wir einen ziemlichen lernprozess durchgemacht haben. unser glück war, dass vier leute uns unterstützt haben, die eine kamera auch von berufs wegen des öfteren in ihren händen halten und an einen sehr solidarischen verleih geraten zu sein (viele grüße und noch mehr dank an see you rent). ansonsten reichen tatsächlich einsteiger-spiegelreflexkameras und smartphones auf dem technischen stand von vor vier jahren.
es war überdies auch die gelegenheit, das about blank kurz vor eröffnung des sektgartens wieder von innen sehen und dort (zumindest während des mareena-sets, während lux habe ich mich im filmen von anmoderationen geübt) etwas die hüften schwingen zu können. einmal mehr: eine der besten crews, die wir uns wünschen konnten. das ergebnis läuft morgen abend ab 20 uhr auf alex tv und sonst via youtube und facebook.
die eingebetteten videos findet ihr ab morgen auf dem bewegungsfreiheit-blog, die videos werden danach jedoch auch noch auf youtube abrufbar sein. die betterplace-spendenkampagne (diese soll durch den stream auch beworben werden, zugegeben) läuft nach wie vor weiter.
(ein klick auf das bild führt direkt zu radio 80000.)
nach den ganzen traueranzeigen der letzten tage / wochen mal etwas werbung: radio 80000 ist mir relativ zu beginn der covid-19-situation aufgefallen, als skee mask dort zwei stunden an einem samstagabend gespielt hat (das gibt’s bei mixcloud nachzuhören). morgen darf die warning den tag übernehmen. ich wurde vergangenen montag gefragt, ob ich für jemenschen einspringen kann, der krankheitsbedingt kein set aufnehmen konnte. eine stunde, sollte bis donnerstag abend auf dem tisch liegen. dienstag habe ich schnell während der arbeit die bandcamp- sowie boomkat-einkäufe und die digitalisierten schallplatten des letzten halben jahres gesichtet. abends hatte daraus eine itunes-playlist mit etwas mehr als 20 titeln zusammen. mittwoch zum feierabend dann arrangement in ableton live. manche titel flogen wieder raus, fest stand wie so häufig der schluss. kurze probe, ob das alles jeweils so ineinanderpasst, die aufnahme startete zum sonnenuntergang. war (selten genug) beim ersten anlauf im kasten, obwohl ich in der mitte einen track nachschießen musste, da ich sonst unter der stunde geblieben wäre. zum schluss etwas getrickst und den schlusstrack an einer für mich schönen stelle geloopt und noch eine reprise des vorherigen daruntergelegt.
soviel zur entstehung und noch gar nichts zum line-up. dabei ist das auch exquisit ausgesucht. los geht es um 12 uhr für die darauf folgenden acht stunden. lässt sich im hintergrund abspielen, da glücklicherweise auf video verzichtet wird.
12h00 mars leder 13h00 marie montexier 14h00 stype 15h00 jotel california 16h00 piracy 17h00 kaletta 18h00 rvds 19h00 donna crooner
da es sich mittlerweile eingebürgert hat, dass mensch nach der staub einfach bis zur nächsten party bleiben kann, die in diesem fall auch noch mit einem (dem anlass entsprechenden) kompletten damen-line-up auf den plan tritt, auf dem sich auch noch upsammy als eine derjenigen befindet, die für mich eines anno 2019 eines der besten sets des jahres gespielt hat, wird dies nicht nur einer der längsten schachtelsätze der letzten zeit, sondern auch ein double-feature. dafür bin ich etwas später bei der staub am start.
line-up
lobby 10:00 the mony 14:00 js park 18:00 qu er — 23:30 kikelomo 01:30 jasmin & upsammy 07:00 dj fart in the club
zelt 14:00 dix 18:00 ady toledano — 01:30 future doctor 03:30 marlene stark
nachbetrachtung
die nachlese folgt gut drei jahre danach am 5. august 2023 und mit entsprechenden erinnerungslücken. bzw. die eine erinnerung überstrahlt alles: es war für mich die letzte party vor dem lockdown und damit (bis auf das kurze intermezzo im oktober / november 2021) der auftakt für die bis märz 2022 dauernde pause von club-innenräumen. was ich mit dieser pause alles an hoffnungen für den neustart verband und was sich dann doch nicht erfüllt hat – davon fange ich hier nicht an. also versuche ich mal, irgendwie die fragmente zusammenzusetzen, die ich im ios-notizzettel und in shazam habe. viel wird das nicht, das schon mal vorneweg.
ich weiß noch, dass ich erst am frühen abend bei der staub angekommen bin, weil ich das b2b von jasmin und upsammy in voller länge mitbekommen wollte. das hab ich auch geschafft, wenn auch schon deutlich müde am ende. geht es nach anzahl der im notizzettel vermerkten tracks, hat ady toledano bei der staub eindruck hinterlassen. und wie qu er von mathew jonsons „decompression“ zu the prodigys „out of space“ gelangt ist, weiß ich beim besten willen nicht mehr. der langsame neustart von kikelomo in der lobby gefiel mir schon mal sehr. sie ist mittlerweile regelmäßig in der panorama bar zu hören, müsste ich mal gezielt hin. jasmin / upsammy wie zu erwarten kompromisslos. dj fart in the club dagegen mit einem tempo, das auch techno-affine angesprochen hat. den mdf habe ich zugegebenermaßen nicht nennenswert lange besucht, sonst wäre etwas hängengeblieben.
trackauswahl (*: shazam)
ady toledano: nitzer ebb – let your body learn green velvet – millie vanillie (feat. russoul) etat solide – think about it fiedel – andreas jerome sydenham & dennis ferrer – timbuktu (pan african electro dub)
denise rabe: two sided agency – mental system* alex randal – claustrophobia*
kikelomo: circuit 900 – deltaic region* nkc – salon room* noire – rage riddim* neana – jawbreaker* ase manual – senzu* ploy – ramos* dj rashad – in da club before eleven o’clock* dj rashad – u see dem hoez (feat. dj gant-man)*
jasmin / upsammy: antigone – dance* quarta 330 – sabacco* bjarki – bacteria ben* dj stingray – sentiment borderlandstate_the best kisser in la – the happy goose (and friends)* hawerchuk – camel toe* dead man’s chest – lo-freq soul* a.fruit – obsession*
solaris: negroni nails – white matter* skee mask – trackheadz
dj fart in the club: glyn hendry – dexy* pearson sound – freeze cycle
die reihe fand vorher im suicide club statt, den ich nach wie vor nur im vorbeigehen sehe. hab mir daher nicht deren (doch ganz schön guten) line-ups angesehen. sie ziehen zwar in einen kleineren, aber dafür charmanteren ort um. und natürlich gibt’s noch mehr grund zur freude, cora seit mehr als einem jahrzehnt wieder auf einem line-up in hiesigen gefilden zu sehen.
ablauf 00h00 cynthia stern 01h30 dave tarrida 03h30 cora s. 05h00 sdx 06h30 briain xxhyy varvet residents
eintritt 10 euro
nachbetrachtung das war eher ein klassentreffen, bei dem zaungäste weitestgehend gefehlt haben. aber dabei wenigstens leute wiedergetroffen, die ich in den letzten zehn bis zwölf jahren vielleicht zwei, drei mal gesehen habe. das war’s alleine wert.
dave tarrida fand ich überraschend gut. sagten mir seine produktionen in den letzten jahren (wie die von tobias schmidt) gar nicht mehr zu, war das ravig und funky zugleich. bei cora einfach beim resümee aus dem ifz (9. november 2018) nachschauen, da ist die tracklist beinahe deckungsgleich. fing aber interessanterweise mit techno der breakigen natur an: lo.max – electrified als erste nummer, „wronged“ von tobias schmidt (vom für mich immer noch besten seiner alben) danach. der wechsel zu breakcore kam aber mit „subway lung“ von tokyo windbag zeitnah. klar trennte das auf der tanzfläche die spreu vom weizen (sprich: klasse vs. zaungäste). sdx machte danach mit rauhen electro / breakbeats im techno-tempo weiter, „many many pings“ von blawan war einer der letzten tracks im set.
bin gegen 6 uhr auch los, als sich abzeichnete, dass kein schwung an leuten mehr kommen würde. das aber nicht nach hause, sondern in die alte münze, in der die mother’s finest auch in ihren letzten zügen lag. hatte also ein ähnliches problem wie die melancholie 2 an dem abend. aber es reichte noch für den guten eindruck, dass dort richtige toiletten hingebaut worden sind, die sogar den status der griessmühle übertreffen (gut, keine große kunst). und karima f konnte auch bis 9 uhr früh spielen. wirklicher zulauf herrschte an dem wochenende aber sicherlich woanders.
endlich wieder ein ilian tape-showcase, wo ich die trackerkennung als fanboy als hintergrundtask laufen lassen kann. möchte die gelegenheit aber auch nutzen, auf das label-portrait in der taz hinzuweisen, das bereits anfang januar erschienen ist und hier am besten passt.
panorama bar 00h00 virginia 04h00 titia 08h00 oracy 12h00 margaret dygas 16h00 l.b. dub corp 19h00 gonno 22h00 nick höppner 02h00 the carry nation
säule 20h00 tobias. live
eintritt 18 euro 5 euro bei wiedereintritt
nachbetrachtung
schichtdauer: mal wieder überstunden. 9 uhr bis 2 uhr.
das lag vorrangig an meiner freude darüber, dass es diese unaufgeregten sonntage noch gibt, an denen sich musikbegeisterte versammeln und über genregrenzen hinweg einfach nur spaß haben wollen. parallel fand in der alten münze / griessmühle im exil die synoid statt, die weite teile der techno-fraktion mit präferenzen für deutliche 4/4-kickdrums gebunden haben dürfte. ergebnis war, dass das platzangebot selbst zu mittlerweile berüchtigten stoßzeiten wie sonntagabend erstaunlich gut war.
es kamen also zwei für mich mittlerweile essentielle dinge zusammen: musik auf mindestens gutem (overmono, nick höppner, letzteren aber zu kurz gehört), meistens aber überdurchschnittlichem bis hervorragendem niveau. ich ärgere mich nur etwas, oracy aufgrund von sonntagsträgheit nach dem aufstehen verpasst zu haben. insgesamt: skee mask sowie martyn sind für mich gleichauf bei den sonntagsfavoriten. ersterer hat eher ein techno-set mit grime/dubstep/bass-sprenkseln abgeliefert, wobei für mich bemerkenswert war, dass die leute gerade bei sowas gejubelt haben. martyn hat tief im archiv gewühlt und neben uk-hardcore (bei dem shazam in einer tour weg kapituliert hat) auch dubsteppiges gespielt – und damit nicht unbedingt den floor geleert. margaret dygas für mich locker im oberen drittel als schöner ausgleich zu overmono, die sich erst in den letzten 30-40 minuten so richtig getraut haben, auch mal herumzuexperimentieren.
tobias. gab‘s gut zwei stunden lang. trippiger techno, mit dem er zwar das rad nicht neu erfand. aber erstens wäre dies heutzutage der erwartungen eh etwas zuviel, damit zweitens nicht notwendig und drittens vernachlässigbar, da wahnsinnig ausgefeilter sound, bei dem jede frequenz genau dort saß, wo sie sollte. habe dadurch pariah verpasst, aber dafür bot steffi wie immer sichere qualität.
notierte tracks (°: shazam)
skee mask reeko – selección natural parte 1° jeff mills – alarms / ufo (nicht hintereinander. „alarms“ in der ersten, „ufo“ in der zweiten stunde.) grandmixxer – slsa (pk version)° helix – pulse techs° the pump panel – ego acid takaaki itoh – insistence° trends – red stripe riddim° jon e cash – invasion° borderlandstate_the best kisser in l.a – interlinked grandmixxer & jeb1 – lambeth yardies° boylan – start up (feat. flowdan)° dj shufflemaster – geylang° karl o‘ connor & peter sutton – guiltless tc4 – chopper° dizzee rascal – stand up tall (direkt danach) lj – prototype (direkt danach)° hudson mohawke – furnace loop°
margaret dygas mike dehnert – leerlauf°
overmono im laufe der ersten stunde: joey beltram – game form (mike dearborn remix) joy overmono – bromley und in den letzten 30-40 minuten: toasty – the knowledge overmono – le tigre° errorsmith – stiff neck emptyset x danny brown – income tax swag (dis fig bootie)° (gibt’s leider nur auf soundcloud und wahrscheinlich nie offiziell. eigentlich ein jammer – das ist so böse gut.)
martyn female – surrounded by enemies° jeff mills – masterplan stratton – coming° h&m – real life (und damit insgesamt ganz schön viel alte mills-sachen an diesem tag) skee mask – juug (direkt danach) karenn – kumquat (direkt danach) joey beltram – caliber (direkt danach) hornsey hardcore – the wiz° (wohinter jerome hill steckt) steve poindexter – return to ghetto° champion & melé – get down° walton – rolla killawatt & ipman – sur place° aquarian – hydropulse° robert armani – circus bells (hardfloor remix) martyn – one eye° (direkt danach) sterac – astronotes° (letzter track)
steffi boddika – steam random noise generation – echelon
zeitgenössische komponisten sind für die philharmonie nichts neues: die werke von steve reich oder philip glass waren bereits in den heiligen hallen zu hören. neu ist jedoch, dass sie sich für die elektronik öffnen. dies geschieht am zweiten februar-wochenende mit einem angebot, das bei clubbern und veteranen-nerds gleichermaßen für entzückung sorgen dürfte. bei mir wird es aus nachvollziehbaren fanboy-gründen der samstag.
line-up 20h00 – 21h00 / foyer: søs gunver ryberg live 21h15 – 22h15 / großer saal: cristian vogel – agnete and the merman live 22h15 – 23h45 / foyer: deena abdelwahed 00h00 – 00h45 / großer saal: ryoji ikeda live 00h45 – 02h45 / foyer: nina kraviz hermann-wolff-saal: robert henke – phosphor installation foyer: marco c visuals
eintritt 13 bis 52 euro (es gibt aktuell nur restkarten, aber die sind dafür günstig)
nachbetrachtung „neuauflage. unbedingt!“ – jedenfalls dachte ich mir das währenddessen, beim herausgehen und auch jetzt noch (das fazit schreibe ich am 6. april 2020).
zwar habe ich am freitag verpasst, wie die leute zu kruder & dorfmeister im großen saal getanzt haben. bei ryoji ikeda wäre das für mutige auch gegangen. aber da war das audiovisuelle erlebnis einfach zu stark, so dass die netzhaut mit den schwarz-weißen visuals (ihrerseits eine perfekte abbildung des in seine micro-bestandteile zerlegten sounds) schon genug beschäftigt war. die atonalität tat ihr übriges für das trommelfell bis kurz vor schluss. für mich wahnsinnig gut und noch vor cristian vogel, der allerdings den tänzer aus „agnete and the merman“ dabei hatte. während seines sets musste ich lernen, was „billige plätze“ bedeutete. hatte ich den hinweis auf fehlende sicht bei der buchung noch mit dem wissen um die räumlichkeiten der philharmonie belächelt, fand ich mich hinter der riesen led-wand sitzend eines besseren belehrt. es kam aber entgegen, dass große teile der sitzreihen im saal gegenüber einfach nicht besetzt waren und die tickets auch nicht stark kontrolliert worden sind. mit anderen worten: ziemlich freie platzwahl und damit in der zweiten hälfte bei cristian vogel auch freie sicht.
„phosphor“ kam gänzlich ohne sound aus. hab trotzdem erst den externen hinweis gebraucht, dass es sich nicht um mehrere laser handelt, die dort spuren hinterlassen, sondern um einen einzigen, der zwischen den einzelnen pfaden schnell hin und her sprang. den strahl an sich bekam mensch auch nicht zu gesicht, von daher war das eine schlüssige erklärung. den saal können sie beim nächsten mal auch gerne wieder als chillout-area verwenden, dann evtl. mit visuals an den wänden oder der decke und mit sitzsäcken in der mitte.
damit bin ich beim einzigen kritikpunkt: dem foyer als dancefloor. das klappte bei deena abdelwahed mit ihren vertrackten rhythmen (den positiven eindruck von der nachtdigital hat sie musikalisch bestätigt) oder dem eher drone-artigen intro von søs gunver ryberg noch am besten. aber für einen veritablen rave war das irgendwie nicht der richtige ort. zu hell die hintergrundbeleuchtung, zu schwammig der sound außerhalb der tanzfläche (die keine richtige war) zu sehr hauptsammelpunkt für alle zwischen den einzelnen konzerten im saal. damit wurde vielen nicht wirklich klar, ob mensch jetzt tanzen, sich unterhalten oder mit dem drink herumstehen sollte. insgesamt war es jedoch schön anzusehen, wie sich das techno-publikum mit den dauerkarteninhaber*innen der philharmonie mischte, die das alles teilweise durchaus interessiert zur kenntnis nahmen. beim personal war die zweiteilung sogar noch deutlicher, wobei der großteil absolut aufgeschlossen, entgegenkommend und freundlich war. die motivation, die eher kopflastigen dinge aus dem saal mit der tanzmusik im foyer zu kontrastieren, kann ich komplett nachvollziehen. dramaturgisch war es auch goldrichtig gedacht, nina kraviz (die mit schön trockenem material aus der profan-richtung anfing, sich dann aber schnell zu acid vorarbeitete) an den schluss zu setzen. es fühlte sich für mich aber trotzdem befremdlich an, dort wie im club loszulassen. so war das eher eine (laue) demonstration dessen, was die stammgäste der philharmonie von den bildern der loveparade oder den erzählungen der (enkel-)kinder so kennen. gleichzeitig ist mir auch klar, dass mensch sich mit schweren strobo-geschützen bei erstausgaben in so einem renommierten rahmen erstmal lieber zurückhält.
ist aber jammern auf hohem niveau, ohne dass ich ein patentrezept hätte, wie es im foyer besser laufen könnte. das programm im saal sollte definitiv ausgebaut werden sowie auch weiterhin durchaus tanzbare musik und gerne auch dj-sets enthalten. sets wie von cristian vogel hätten auch durchaus im foyer funktioniert, was wiederum abstriche in der akustik bedeutet hätte. eventuell stieß mir auch der rein auf die acts focussierte aufbau etwas auf, so dass vielen keine andere wahl blieb, als in richtung bühne mit den visuals zu starren. als idee(n): eventuell mehrpunktbeschallung anstelle zweier riesiger, die bühne flankierende funktion-one-türme. subwoofer an wenigstens vier orten im raum verteilt. tops für die tanzfläche lauter eingepegelt als für die seiten. lieber den gesamten raum bei den visuals einbeziehen, da dürfte mit mapping einiges gehen. die acts auf verschiedenen im raum verteilten bühnen positionieren. klare visuelle trennung der bereiche, so dass klar wird, dass hier gerne an drinks genippt oder von den canapés gekostet werden darf und dort die musik im vordergrund steht (im klartext: die beleuchtung im barbereich heller, den rest höchstens durch die visuals). ich wäre auch fein damit, wenn die kuration den anspruch lockert, die erfahrung mit tanzorientierter clubmusik in der philharmonie nachbilden zu wollen. der großteil des publikums dürfte solche veranstaltungen eh als vorprogramm verstehen, um danach im club weiterzumachen. da kann mensch sich auch genauso gut darauf verstehen, abseitige strömungen als anschauungsbeispiele dafür stehen zu lassen, dass techno mehr als glitzer, sonnenbrille und 4/4-kick bedeutet.
soll alles aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das eine für mich absolut gelungene premiere war, die hoffentlich auch das gusto der leitung des hohen hauses gefunden hat. sollte das der fall sein, fände ich halbjährliche ausgaben fantastisch.
sieben jahre schon. tolle entwicklung, in der sie sich nicht nur besuchertechnisch, sondern auch ihre bandbreite auf alle elektronischen spielarten (und darüber hinaus) erweitert haben. dabei fördern sie immer noch namen zutage, von denen ich nie gehört hätte und bleiben zugleich mit die bodenständigsten veranstalter, mit denen ich aus verschiedensten perspektiven zu tun hatte. mehr gute gründe braucht es nicht. sie belohnen sich mit einer neuen veröffentlichung und dem 24-stunden-jubiläum, das meinerseits jedoch von einem anderen termin unterbrochen wird.
ablauf
lobby 10:00 evol 13:00 kimmy msto 17:00 davis 20:00 manfred tiek 23:00 verboten 02:00 magna pia 05:00 y.unan 07:00 near minds
mdf 14:00 manuel münster 17:00 yuka 20:00 knigi 21:00 nadine talakovics b2b irakli 00:00 fr. jpla b2b caleb esc 03:00 marcus l 06:00 sebastian bayne
zelt 14:00 mel 16:00 erik jäähalli live 17:30 i.nez 19:30 chikiss live 20:30 jondo 23:00 lichtfeld (lames) 01:00 dk.dent 05:00 sven von thülen
nachbetrachtung
die entsteht mal eben vier jahre danach am 24. januar 2024. ihr seid somit zeug*innen, wie ich versuche, meine erinnerung zu rekonstruieren.
wegen der strom war ich erst gegen 0:30 uhr da und habe auch die nachtschicht bei der künstler*innenbetreuung übernommen. weiß nicht mehr genau, bis wann ich dort war. aber den notizen auf meinem schlauen telefon und meiner shazam-historie nach zu urteilen bin ich bis mindestens 7:40 uhr geblieben.
geht es der restrealitaet nach, gab es samstags tagsüber in jedem fall einlassstopp am späten nachmittag und die schlange war auch abends ordentlich. für nachts kann ich mich weder an einen übermäßig nervigen füllgrad, der das arbeiten erschwert hätte, und (weitaus tragischer) nicht an viele details aus den sets erinnern. bei meinen notizen steht beispielsweise für fr. jpla und caleb esc (wörtlich) „mdreinedererstenfünf“ oder für sebastian bayne „pasystemsred“. teilentschlüsselung von ersterem: „marcel dettmann records – eine der ersten fünf katalognummern“. ich hab jetzt absolut keinen schimmer mehr, welcher track es davon gewesen sein könnte. zweiteres ist einfacher: „red“ von planetary assault systems. sven von thülen habe ich noch weitestgehend mitbekommen – da lief u.a. der alan-fitzpatrick-remix von trus’me – i want you oder oni ayhun. da habe ich mir jedoch auch nicht notiert, welche es auf seinem label war (kann nur die dritte oder vierte katalognummer sein).
insofern kapituliere ich. kann nur nach hinten losgehen, das jetzt auf biegen und brechen noch auf das üblich detailversessene niveau zu hieven. lerneffekt: die lücke nicht mehr so groß bzw. lang werden lassen oder wenigstens in der restrealitaet mehr dazu zu schreiben. da hier noch einige dieser nachbetrachungen ausstehen, wird es wohl leider nicht bei diesem einen rekonstruktionsversuch bleiben. aber es macht evtl. meine arbeitsweise transparenter.
trackbeispiele aus shazam, ohne dass ich die jetzt noch irgendeinem*r dj zuordnen könnte random xs – titan rain twr72 – pulsation jonas kopp – starbust
bin seit einer stunde da. der wintergarten ist am vollsten, keine musik im silo, platz zur entfaltung in der halle. muss nur noch damit klarkommen, dass kein line-up aushängt.
update, 02.02.2020, 00:52 uhr: chida hat das line-up bei instagram gepostet. damit kann ich auch die tracks später den djs zuordnen und der autist in mir gibt ruhe.
main room / halle 01.02.2020 00h00 cosmo vitelli 04h00 bell towers 08h00 chris cruse 12h00 jackie house 16h00 doc sleep 20h00 dj city 02.02.2020 00h00 abajour 08h00 vani-t 12h00 rroxymore 16h00 liad 20h00 omer 03.02.2020 00h00 chida
wintergarten 01.02.2020 10h00 daniel wang 14h00 jeffrey sfire & jacob meehan 22h00 pause 02.02.2020 10h00 stella zekri 14h00 luigi di venere 18h00 alex from tokyo
eintritt 15 euro
nachbetrachtung
am 5. februar 2024 mit entsprechenden erinnerungslücken, die ich mit restrealitaets-beiträgen und shazam zu flicken versuche.
ich war zwei mal da. einmal am samstagnachmittag bis kurz nach mitternacht, dann nochmal am sonntagmittag bis kurz vor mitternacht. bin wie so häufig bei späten premieren mit dem gefühl raus, dass ich die cocktail schon früher hätte besuchen sollen. andererseits zählte sie bereits seit geraumer zeit zu den besucher*innenstärksten partys in der griessmühle und das hatte sonntagnacht schon berghain-ähnliche ausmaße angenommen. ist aber auch nur zu verständlich, weil’s wirklich die letzte party in der griessmühle war. zwei dinge sind bei mir hängengeblieben: erstens das sehr gute rroxymore-set, zweitens das b2b von dama und trent, die eigentlich um 10 uhr fertig sein sollten, aber immer noch spielten, als ich wiederkam und die 24 stunden bis 22 uhr sonntagabend voll machten. tagsüber war’s vom füllgrad her definitiv am angenehmsten, abends stand hingegen herumschieben zwischen silo, halle und wintergarten auf dem programm. ehe das anlass für mich ist, in notorisch schlechte und potentiell ansteckende stimmung zu kommen, lasse ich den stammgäst*innen lieber ihren spaß.
zusammengefasst: mehr als standesgemäßer abschluss – sowohl für die griessmühle als auch die cocktail, die seitdem nicht mehr auf einen nenner gekommen sind. etwas pathetisch: tatsächlich das ende einer ära.
notierte tracks (allesamt shazam – und da ich sie den einzelnen djs nicht mehr zuordnen kann, gibt’s den zeitstempel)
mr g – ben & gerd (killin it m day) / 01.02.2020, 16:33 g.o.d. – shake it up / 01.02.2020, 17:13 the egyptian lover – i need a freak / 01.02.2020, 18:28 priori – leveler / 01.02.2020, 18:32 special request – reset it / 01.02.2020, 18:59 aril brikha – groove la chord (deetron remix) / 01.02.2020, 19:20 midland – final credits / 01.02.2020, 19:39 maruwa – freeze / 01.02.2020, 20:41 buzz kill – to cast a shadow / 01.02.2020, 21:03 dub syndicate – dubadissababa / 01.02.2020, 22:09 fisky – drum cast / 01.02.2020, 22:37 tafkamp – i laf you / 01.02.2020, 22:43 fisky – fabswift / 01.02.2020, 22:47 jean nipon – tepco cunts / 01.02.2020, 23:03 drew sky – temper tantrum / 02.02.2020, 00:00 dj zinc – 138 trek / 02.02.2020, 14:02 louie vega – see some light (feat. nick monaco & soul clap) / 02.02.2020, 14:20 kim english – nitelife (armand van helden retail mix) / 02.02.2020, 14:31 dj lag – drumming / 02.02.2020, 14:51 tsvi – aziza (feat. dj im) / 02.02.2020, 15:02 metrist – ob lopes / 02.02.2020, 15:19 prince – controversy / 02.02.2020, 16:37 chi chi liah – proud mary / 02.02.2020, 17:18 helen – witch (vocal version) / 02.02.2020, 17:26
das line-up ist raus, praktischerweise als bild, das ich damit bequem hier reinkopiere. lässt sich organisatorisch bei mir nicht anders bewerkstelligen als sonntagabend und montagabend.
nachbetrachtung
das ging an der tür (dank vorarbeit durch die / bei der mother’s finest) sehr entspannt, und selbst drinnen war das platzangebot sonntagnacht noch gut auszuhalten. wobei das auch eindeutig der kürzere ausflug von beidem war.
mir fällt es auch nicht schwer, die favoriten zu benennen, auch wenn das sehr in schwarz-weiß-malerei ausartet. sonntagnacht war es die halle mit serge, der wunderbar zwischen hardwax, köln, brighton, neuerer schule, detroit und warp vermittelte. montagabend waren mareena & stojche im silo die rettung. der wintergarten war bei daniel wang zumindest so proppevoll, dass rempeln an der tagesordnung gewesen wäre (und ja, mich spannt sowas mittlerweile eher an). sam buca (dj-alias des griessmühlen-chefs) spielte dort zum schluss noch drei italo-sachen und hat mich damit fast auf die probe gestellt. einen vierten track hätte ich nur mit etwas glück noch erkannt. da sich alle mittlerweile in meiner sammlung befinden und es auch noch ziemliche hits sind, ging das jedoch (es waren: kano – another life, mr flagio – take a chance, charlie – spacer woman).
die halle war für meinen geschmack in der zweiten schicht musikalisch nicht auszuhalten. kann zwar verstehen, dass die damen und herren anfang 20 noch sehr auf brachiale abfahrt stehen (ich war ja selber nicht besser), aber die aneinanderreihung billiger rave-signale wie bei i hate models hatte ich irgendwie ziemlich schnell satt. ist wohl die neue härte, durch die alle, die mit der musik in den 1990ern aufgewachsen sind, um sie um die jahrtausendwende in den clubs zu erleben (und damit ihre musikalische dna für die einzig wahre halten), durch müssen. es gibt da parallelen zu hardtechno (unter der „schr…“-bezeichnung, der ich mich immer noch verweigere) so ab 2001/2, bis das ein jahr später auch nicht mehr tragbar war, aber in seiner nische bis heute existiert. im silo hingegen: erstaunlich viel platz, zwei djs, die sich wunderbar die bälle zuspielten und eigentlich auch mehr resonanz verdient gehabt hätten. aber so ließ sich das dort bis in die nacht hinein genießen.
trackauswahl (°: shazam)
serge equalized – 001 (b1) truncate – modify neil landstrumm – takks dax j – the future° aril brikha – groove la chord (lief auch später bei mareena & stojche) f.u.s.e. – f.u. fred gianelli – fox hunt° jeroen search – the future is ours° endlec – force of future° blawan – peaches (coronation) (direkt danach) mescalinum united – we have arrived (aphex twin qqt mix) (direkt danach) randomer – stupid things i do (direkt danach) mike ink – diagram dj godfather – bang the box° vladimir dubyshkin – grasshopper’s opinion° dj slugo – freaky ride° air liquide – this is not a mind trip dj assault – u can’t see me aphex twin – on
subjected dj rush – freaks on hubbard (dave clarke remix)
mareena & stojche dave clarke – before i was so rudely interrupted part 1 ian pooley – celtic cross (bangin‘ bass mix) (direkt danach) dave clarke – way of life° james ruskin – subject stojche – magnitude (direkt danach) jeff mills – the bells dj hmc – cum on woody mcbride – dr. j steve poindexter – work that mutha fucker (direkt danach) barcode population – untitled fjaak – turn it up addison groove – allaby devilfish – manalive° joey beltram – the next
drei wochenenden staub in folge. hintergrund ist deren wechsel in der heimstätte auf den zweiten samstag im monat, damit termine wie der clubgeburtstag, fusion oder auch silvester keine logistischen hürden mehr darstellen und das stammpublikum auch die uhr nach dem termin stellen kann.
ablauf
lobby 10h00 mike fly 14h00 kim leclerc 18h00 alienata
mdf 14h00 irakli 18h00 oliver rosemann live 19h30 irakli
zelt 14h00 raum dj team 17h00 dan laig 18h00 bastus & sören miehe 20h00 tonschub
nachbetrachtung
war als gast und artist care in personalunion dort, um bei letzterem auszuhelfen. begann um 15 uhr, blieb bis zum schluss und hatte dabei insgesamt recht wenig zu tun. eigentlich nur getränke zu den gerade spielenden acts bringen, also das übliche. technische probleme gab es keine, dennoch war ich munter am drehen meiner runden.
irakli hatte mir schon bei der dezember-staub davon erzählt, beim nächsten mal quasi alleine auf dem mdf zu spielen. ich finde sowas auch klasse – zumal es sich auch hier um ein datum handelte, das nicht wesentlich mehr gäste als bei der dezember-ausgabe erwarten ließ. alleine deshalb gut, weniger djs zu buchen und denen gleich wenigstens vier stunden zeit zur entfaltung zu geben (ausnahme: das zelt, was aber ein quasi-geburtstagsfloor war). davon abgesehen: etwas stärkerer andrang als noch zwei wochen zuvor.
kim leclerc in der lobby mit vinyl sowie stil- und tempobrüchen. kam dabei u.a. mit hardcore aber gut beim publikum durch. alienata war danach mit electro und acid wieder mal in ihrem element und da verflogen die stunden auch sichtlich. interessantes setup beim raum dj team: erst zwei, später drei herren. zwei davon mit laptop, auf dem youtube sowie spotify die tracks abspielten. der dritte im bunde mit cds. dan laig hat in der stunde danach schön wild durcheinander (ungemixt) gespielt und damit dem publikum einiges an flexibilität abverlangt. fand ich gerade deswegen gut. tonschub danach im weitesten sinne mit house.
der mdf also bis auf die anderthalb stunden live-act fest in der hand von irakli, der sich gerade beim zweiten set in einen rausch mixte und richtig gut mit mal mehr und mal weniger perkussiven tools arbeitete. auch wenn’s nicht nach mir gehen sollte: das konzept, einem der residents pro quartal einen floor quasi komplett zu überlassen, wäre echt eine überlegung wert. waren manche sets auf dem mdf bei der staub in letzter zeit hart-funktional und / oder zu statisch, war dieses mal eine dynamik drin, die der staub eher gerecht geworden ist. auch oliver rosemanns set mit sounds aus der no-future-ecke fügte sich da gut ein.
unter’m strich: überdurchschnittlich guter staub-einstieg ins neue jahr (also an der heimstätte).
notierte tracks (°: shazam / °°: decksharking)
irakli: conrad van orton – sentinel° voodoo child – horses shngl – catalyst°° the chemical brothers – hey boy hey girl (kink remix)° (lief auch bei alienata)
raum dj team: robert hood – omega dj zinc – super sharp shooter
dan laig: sightings – odds on° scorn – worried°° denzel curry feat. sam sneak – shake 88° joe jackson – stepping out yazoo – goodbye 70’s° like a tim – legs° (wusste gar nicht, dass es ein cover des zz-top-gassenhauers gibt. aber wenn nicht like a tim, wer dann…)
alienata: marcello napoletano – everyday madness° hermeth – black gojira (weith remix)°° jark prongo – movin‘ thru your system (dave clarke remix) (direkt danach)
tonschub: joy overmono – bromley stardust – music sounds better with you (direkt danach)
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