[utrecht / 23.03.2014] tivoli spiegelbar: mindcamp

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eine reihe von funckarma. reisen bildet sowieso, daher total unvorbereitet auf das gespür von gastgebern vertrauen und akustisch-optische eindrücke außerhalb der bundeshauptstadt genießen.

ablauf
15:00 jasper wiegers
16:00 eazm
16:30 grischa lichtenberger
17:30 roel funcken
18:00 ochre
19:00 michiel gardner

nachbetrachtung

an sich ist an dem ausflug nur eines zu bedauern: er war zu kurz. mitverantwortlich dafür war der ausgedehnte sightseeing-bummel durch amsterdam am samstag zuvor und die bekanntschaft mit einer dortigen institution namens „café rave“. andererseits war das wetter sonntags auch etwas launisch, so dass ein ausgedehnter bummel durch utrecht nicht nur vom timing her schwierig war.
das tivoli lag im märz (mittlerweile ist der 14. september 2014) noch direkt an einer gracht in der utrechter innenstadt unweit des hauptbahnhofs, der einer grundlegenden sanierung und erweiterung unterzogen wurde. verstehen kann man darunter ein haus, in dem mehrere räume für kulturelle veranstaltungen aller art genutzt werden konnten: konzerte, parties, lesungen, kino – für jede größe etwas dabei. mittlerweile haben sie sich mit der vredenburg (einem anderen veranstaltungsort in utrecht) zusammengetan und sind in andere, größere räumlichkeiten umgezogen und haben mit dem tivoli de helling noch einen anderen konzertraum abseits der grachten. hauptgrund dafür waren die logistischen probleme: bands transportieren die ausrüstung meistens mit lkws, die aber nicht in die grachten kommen. bedeutete vor dem umzug erst großes umladen, bevor man mit dem aufbau beginnen konnte. da die umliegenden häuser bei den grachten zwar geschäfte im erdgeschoss hatten, jedoch sonst bewohnt wirkten, kann der besucherzu- und -abstrom mit einer der gründe gewesen sein.

die spiegelbar bekam ihren namen durch die zahlreichen mini-discokugeln auf dem floor. generell fiel erstmal auf: alles sauberer als in berlin, wo die rauhen unverputzten graffiti-wände schon beinahe zur subkulturellen dna gehören. in der spiegelbar hingegen hochwertige holzverkleidung, aus denen auch die bänke sowie aufsteigenden sitzreihen bestanden – steril wirkte das erstaunlicherweise nicht.
die zwei stunden, die wir dort verbrachten, hatten den charakter einer sonntags-matinee, was durchaus beispielcharakter für hiesige veranstaltungen haben könnte. hier hält man immer noch die tanzfläche im zentrum, in der hoffnung, dass der funke schon überspringen wird und am ende regen sich alle über die herumsteher auf. in der spiegelbar: sitzsäcke, couches, platz zum herumstehen oder mitwippen am rande. bühne leicht emporstehend mit visuals hinter den live-acts – fertig. das führt zwar dazu, dass nahezu alle leute in eine richtung sitzen und zuhören sowie zwangsweise in richtung künstler blicken, aber das wäre mit tanzfläche auch nicht anders.
also sprach alleine der aufbau dafür, dass daraus nicht zwingend eine party, sondern eher ein treffen von connaisseuren werden sollte. das ging auch vollkommen auf. durch den fokus auf das sitzen war die sicht auf die visuals stets gegeben, die anlage klang gut, auch mit ochres melodien konnte ich stellenweise etwas anfangen, gebe jedoch dem bisschen knarzigen sound, den wir noch kurz von grischa lichtenberger mitbekommen haben, den vorzug.

ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das in der form auch hier funktioniert. wenn man sich schon einer intakten infrastruktur an plattenläden und des clublebens rühmt, sollte sich auch die electronica-fraktion darunter befinden, die nicht immer auf die ctm, krake oder die eine oder andere leisure system oder polymorphism warten, bzw. es etwas kleiner haben möchte. und gute visuals haben sowieso noch nie geschadet.
war einfach rundum gelungen.

[berlin / 08.03.2014] berghain: klubnacht

jawohl, das wird mein märz-termin. auch wenn die innervisions-nacht in zwei wochen mit shackleton und surgeon wieder mal zwei leckerbissen bereit hält, wird das mit ansage zu voll, somit zu stressig und überhaupt bin ich da gar nicht in der stadt. dann doch lieber dieses aufgebot mit gern gesehenen gästen und residents, wovon ich unbedingt kobosil mitbekommen möchte, der noch recht frisch in den reihen ist.

klubnacht

berghain: blueprint vs mdr
00:00 marcel dettmann
04:00 regis
06:30 dvs1
10:00 james ruskin
14:00 kobosil
17:00 anthony parasole
20:30 marcel dettmann
01:30 answer code request

panorama bar
00:00 mr beatnick
04:00 paranoid london live
05:00 rolando
08:00 trevino
11:00 endian & dolan
14:00 fold
17:00 dvs1
21:00 steffi
24:00 nd_baumecker
03:00 steffi / nd_baumecker

eintritt
15 euro

nachbetrachtung

der hintergedanke war überaus strategisch, das abbummeln üppig vorhandener überstunden auf den montag zu legen, aber mit dem abstand von fast einer woche betrachtet, wäre es sogar cleverer gewesen, die gesamte arbeitswoche zu nehmen.
zwei schichten: 1:15 bis 6:30 uhr und 14:30 bis 9:45 uhr am montag, an dem answer code request die letzte platte im berghain spielte. kopfrechnen könnt ihr ja.

wie immer wollte ich schon früher dort sein, um mehr von marcel dettmanns warm up mitzubekommen, die eitelkeit verzögerte den ablauf jedoch etwas nach hinten. vor ort angekommen, schien es angesichts der sich hin und herwiegenden körper auf der tanzfläche so, dass er gerade angefangen hatte, die ersten tracks mit kickdrum zu spielen. bis 4 uhr folgte (und ich weiß, dass ich mich wiederhole) eine eröffnung nach maß mit wieder einmal subtilem und behutsamen aufbau, wogegen mr beatnick (zumindest bei meinem rundgang durch die panorama bar gegen 2:30 uhr) den kürzeren zog. lag nicht zwingend an ihm, „7 ways“ von hercules, vertreten auf der kürzlich bei strut erschienenen dance-mania-compilation, ist nicht die schlechteste wahl, um den abend dort oben einzuläuten. aber es scheint echt so, dass die residents auf die besucher mittlerweile eine ähnliche, oder in dem fall sogar eine größere anziehungskraft ausüben. ich konnte jedenfalls bequem über die tanzfläche gehen, ohne jemanden anzurempeln. wird hoffentlich in den anderthalb stunden darauf besser geworden sein.
marcel schloss dann mit etwas verspätung mit seinem remix zu moderats „bad kingdom“ ab. regis begann erstmal mit zurückgenommenen tracks, die auch auf sandwell district hätten erscheinen können. da ich jedoch auf paranoid london neugierig war (und bis zum ende des sets vergessen hatte, dass der hit „paris dub 1“ von ihnen stammt), ging ich für den rest bis 5:00 uhr nach oben und wurde vor auch oben mittlerweile vollem haus nicht enttäuscht. originale 303, gepaart mit drums und samples aus ableton live und vocals mit effekten. alten relief-käufern könnte noch das trackhead steve-sample aus „crazy wild track“ aufgefallen sein – die drei verschufen dem sound somit live eine art frischzellenkur. lediglich die „release“-rufe fand ich gegen ende etwas anstrengend.
regis hatte es dann nach 5:00 uhr auch geschafft, sich ausgehend von „house of vetti“ von g-man zu fordernden tracks vorzuarbeiten. fehlen konnte auch nicht der surgeon-remix von nitzer ebbs „join in the chant“ (der doch bitte mal als bootleg erscheinen könnte) oder auch alte jeff mills-tracks. somit ein zufriedenstellendes set – jedenfalls in der zeit, in der ich unten war. nicht mehr, nicht weniger.
es war schon vorher mein plan, die pause auf den beginn des dvs1-sets zu legen, ehe ich mich hier über mangelnde abwechslung beklage. ein von tools geprägtes set deutete sich auch in den ersten minuten an, daher wollte ich mich lieber schonen und ihm später oben in der panorama bar eine chance geben.

nachmittags auf dem fußweg zurück beschlich mich bei sonnenschein und milden temperaturen schon meter für meter ein schlechteres gewissen, den sonntagnachmittag ausgerechnet feiernderweise zu verbringen. andererseits kenne ich mich: ohne gemeinsame sportliche aktivität (nun ja, wenn man tischtennis oder frisbee als „sport“ bezeichnen will) wäre es auch ein sonntag geworden, an dem ich die balkontüren vielleicht etwas länger geöffnet hätte. um wirklich dauerhaft draußen bleiben zu wollen, braucht es temperaturtechnisch dann doch etwas mehr.
liest sich jetzt so als nachträgliches schönreden oder als rechtfertigung, dabei lieferte kobosil mit seinem set die beste begründung dafür. im voraus hatte ich schon mitbekommen, dass er ein passionierter sammler von alten techno-vinyls ist und sie auch neben aktuellen tracks gerne in seinen sets einbaut. und nach den drei stunden weiß ich es auch: ja, macht er, und das ausgezeichnet. zwei beltram-tracks sind mir noch in erinnerung („believer“ und „drome“) und ansonsten ein set, das zwischendrin auch mal raum zum durchatmen ließ anstatt die ganze zeit über auf vollgas zu setzen. mich macht nur neidisch, dass der junge herr mit anfang 20 bereits so eine stilsicherheit und so ein gespür für einen echt guten aufbau mitbringt. wird im auge behalten, ob er die form auch so konstant beibehalten kann.
der vergleich zwischen dvs1 und anthony parasole fiel tatsächlich (und irgendwie freut’s mich) zugunsten von dvs1 aus. das soll nicht heißen, dass ich anthonys set schlecht fand – im gegenteil: er machte es nach dem abwechslungs-, aber auch energiereichen kobosil-set und vor dem zu erwartenden dettmann-donnergrollen genau richtig, indem er eher hypnotische, introvertierte tracks spielte. mich freute jedoch, dass dvs1 oben zumindest für mich zeigte, weshalb es doch die eine oder andere lobeshymne über ihn gibt. vielseitig und funky, konnte über disco-artige tracks zu techhousigen tracks eine ganz schöne palette bedienen und war damit interessanter als in den sets, die ich im berghain von ihm gehört habe.
steffi spielte im anschluss acid house mit disco gemischt („you make me feel (mighty real)“ von sylvester bspw. – also auch stellenweise hittig) und marcel dettmann wiederholte in seinem zweiten set des abends weite teile der zweiten hälfte seines ersten sets, inklusive der abschlussplatte. zu dem zeitpunkt war es auch am vollsten – überhaupt war ich überrascht, dass es im durchschnitt eine zwar gut besuchte klubnacht war, aber auch in den vollsten momenten war es immer noch möglich, seinen platz zu bekommen. man könnte schon fast von „normalzustand“ sprechen, aber irgendwie weigere ich mich, parties mit einer dauer von insgesamt 34 stunden als „normal“ zu betrachten.
nd_baumecker oben, kann ich kurz machen: gewohnte klasse, etwas härter und fordernder als beim letzten mal. packte zusammen mit steffi dann das beste der 1980er aus, jedenfalls zum finale oben gegen 6:00 montag früh. auswahl: liza minelli („losing my mind“), kate bush („running up that hill“ in der maxi-version), freeez („i.o.u.“), cybotron („clear“) und als letzte platte „what have i done to deserve this“ von den pet shop boys. ich hatte in der dreiviertelstunde bei geöffneten jalousien bei morgendämmerung schon sehr meine freude daran.
trifft auch auf answer code request zu, der – nachdem herr dettmann mal eben anderthalb stunden länger spielte als geplant (daher steht oben auch die tatsächliche zeit) – mit „amazon“ von world2world auf ur begann, danach jedoch erstmal recht stereotypen „big room“-techno spielte. nach zwei, drei stunden war aber auch das gegessen und es kamen tracks mit wiedererkennungswert wie „electric vision“ von terence fixmer oder (richtig grund zur freude) „cyclone“ von technasia. überhaupt verstand er es ganz gut, das set mit dem einen oder anderen hit so zu gestalten, dass die leute auch bis zum schluss bei laune gehalten wurden. gutes ende, auch wenn ich in den letzten drei stunden (also eigentlich, nachdem es für alle von der panorama bar aus nach unten ging) nur noch in ausnahmefällen tanzen konnte und mich stattdessen lieber auf’s unterhalten oder beobachten (beides sitzenderweise) konzentrierte.

alles in allem: bin montag vormittag mit dem gefühl nach hause, das für mich richtige märz-datum ausgesucht zu haben. klar wäre der hormonhaushalt mit etwas mehr tageslicht über den sonntag und montag auch auf seine kosten gekommen, aber etwas exzess hier und da sollte auch noch sein, solange ich noch lust darauf habe. dennoch: bis auf weiteres (sprich: bis zur erneuten herbst-/wintersaison oder verregneten sonntagen) war das erstmal der letzte dieser art.
kobosil, das erste dettmann-set, nd_baumecker und das finale zwischen ihm und steffi oben stachen für mich schon heraus, der rest gab sich jedoch auch keine blöße, so dass es in musikalischer und auch stimmungstechnischer hinsicht echt nichts zu meckern gibt.

[berlin / 27.02.2014] columbiahalle: moderat

da hat sich nun wirklich spontan die möglichkeit ergeben. im vergleich zum debüt-album und dem dazugehörigen auftritt im wmf vor fünf jahren sind die dimensionen nun leicht größer. nichtsdestoweniger: „ii“ ist ein sehr schönes album, apparat nach einem motorradunfall vom letzten jahr wieder genesen und jon hopkins im vorprogramm dabei. dann kann ich nur hoffen, dass sie mit der raumakustik in der columbiahalle umzugehen wissen.

nachbetrachtung

kurz rekapitulieren, was ich vor fast fünf jahren zum konzert im wmf bei der tour zum ersten album geschrieben habe: „wer die acts für sich alleine schon zu schätzen weiß, sollte keine sekunde zögern.“ hatte es wohl damals nicht so mit übergreifenden fazits.

was habe ich von dem abend erwartet?
ablenkung von einer arbeitswoche, deren pensum man nicht unbedingt geschenkt bekommen möchte. den wmf-auftritt hatte ich noch als durchaus tanzbar in erinnerung. auch wenn es damals bereits nicht leer war, blieb irgendwie immer noch genügend platz.
seitdem ist viel passiert: modeselektor sind seitdem gefühlte fünf mal um den erdball gereist, bespielen in übersee stadien, kuratieren seit jahren auf dem melt! ihre eigene bühne, haben sich mit monkeytown und 50weapons auf eigene füße gestellt, kriegen zur fête de la musique erst die oderberger straße (2010) und dann auch noch den mauerpark gefüllt (2013). apparat entwickelt sich vom soundfrickler zum songschreiber mit band, kommt damit bei mute unter – auch nicht die schlechtesten referenzen. da mochte man denken, dass nach dem moderat-debütalbum auf bpitch erstmal nichts nachkommt, aber umso schöner war es, im letzten jahr zu lesen, dass man wieder gemeinsam im studio ist. der rest ist bekannt: „bad kingdom“ bekam auch im öffentlich-rechtlichen rundfunk seinen platz in der playlist, das album dürfte der bilanz von monkeytown ganz gut getan haben – zu recht, wie bereits eingangs erwähnt.
eine erfolgsgeschichte also, die diesen zusatztermin nach sich brachte. und bereits beim warm-up durch jon hopkins wurde klar, dass auch ein dritter durchaus drin gewesen wäre oder beim nächsten mal gleich die o2-world gebucht werden kann.

erstmal ein großes lob an das personal. bei der schlange vor der garderobe war ich schon gut dabei, mit den augen zu rollen, da ich bei der länge dachte, wenigstens eine halbe stunde dort verbringen zu dürfen. aber die damen und herren waren dort sowas von fix, dass das bei 100 anstehenden leuten nicht mal zehn minuten dauerte. großes kompliment!
das geht auch an den tontechniker. die columbiahalle ist nicht unbedingt für ihre tolle akustik bekannt, aber die line-arrays sorgten für einen schön ausgewogenen, druckvollen klang, der zumindest durch meine musicsafes so klang, als ob man es auch durchaus ohne gehörschutz hätte aushalten können.
ansonsten der größte kritikpunkt: es war tatsächlich zu voll. bis zur abmischung und dem posten der pfadfinderei ging es noch, ab da war kein weiterkommen mehr – es sei denn, man hätte es auf konfrontation angelegt. liegt mir nicht, wobei ich mir während des hopkins-sets beim ausdruckstanz des größeren herren direkt vor mir schon einige male auf die zunge beißen musste und dem herrn (vergeblich) mit wahrnehmbarem wegdrücken mit den unterarmen zu verstehen geben versuchte, dass er seine gewohnten 2 qm heute abend leider nicht ausnutzen darf. der ward bei moderat aber auch nicht mehr gesichtet.

erstmal jon hopkins: nichts erwartet, da „immunity“ als album nicht meine tasse tee war. aber scheinbar habe ich da auch nicht genau genug hingehört oder es hat mich auf dem falschen fuß erwischt – klang stilistisch wie ein aus border community mit afx-einschlag hervorgegangenen mischling, inklusive etwas wobble-basslines. für pop zu anstrengend, aber dennoch interessant, welche blüten clubmusik so treiben kann. bin während seines sets nur dem irrtum aufgesessen, dass die eine leinwand auch für den moderat-act benutzt wird.
weit gefehlt: deren setup stand hinter dem schwarzen vorhang. interessante idee, die vier leinwände in kreuzform aufzustellen, so dass quasi für einen 3d-effekt gesorgt wird. überhaupt wieder einmal schön auf die musik abgestimmte arbeit der pfadfinderei – kann man einfach nicht anders sagen.
die setlist war eher geprägt von den songorientierten tracks und auch vom aufbau her nicht das, was man gemeinhin erwartet. normalerweise kenne ich es von konzerten her so, dass die hits zum schluss kommen. „bad kingdom“ war jedoch relativ in der mitte dran und neben „a new error“ und „milk“ eines der tanzbaren stücke. mehr als hin und her wiegen und aufpassen, dass die eigenen gliedmaßen nicht in jemand anderes rippenregion landen, ging jedoch leider nicht. also stattdessen das gemacht, was ich andernorts mittlerweile als lästig empfinde: smartphone herausgekramt und die kamera getestet. nebeneffekt: hier das cyclone-slider-plugin installiert, womit man eigene slideshows für einzelne postings erstellen kann, und ihr bekommt zumindest einen kleinen visuellen eindruck von den lichtinstallationen.
musikalische wermutstropfen? naja, „porc“ und „ilona“ hätte ich zwar echt gerne gehört, aber geschenkt. ich fand die routine der drei sowie die live-stimme von apparat schwer beeindruckend und würde jederzeit wieder hingehen, wenn (!) denn die atmosphäre etwas entspannter ist. konzerte nur um des friedens willen von der seite zu beobachten, ist es für mich irgendwie nicht. gedränge allerdings erst recht nicht, und aufgrund dessen blieb der genuss für mich leider etwas auf der strecke.

ist allerdings ein nebenprodukt der popularität, mit dem man sich als beobachter / plattenkäufer / wegbegleiter arrangieren kann. verdient haben es alle beteiligten nach den leistungen beider sets allemal.

[berlin / 01.03.2014] about blank: blank generation

ich weiß zwar nicht, ob meine risikofreude dafür reichen wird, die freiluftsaison mit allen schikanen einzuläuten. aber generell ist das angebot und der club sowieso ansprechend.

blankgeneration20140301

raum 1
00h00 jessamine
03h00 kassem mosse live
04h00 lowtec
06h00 elisabeth

raum 2
02h30 dr. rubinstein
04h30 zadig
07h30 dj xing

zelt
08h00 carlos de brito
11h00 ben ufo
14h00 resom

eintritt
12 euro (ab 1 uhr) / 8 euro (von 0 bis 1 uhr)

nachbetrachtung

auch hier war ich zwei mal. nachts nach fast einer stunde anstehen in der kälte, nach der man am besten an der tür vorbeikam, wenn man den namen der party und ein paar acts benennen konnte – das für mich immer noch fairste kriterium, wonach sich aussortieren lässt. dann nochmal mittags.

erste ankunftszeit also ungefähr gegen 3:30 uhr, was immer noch reichte, sich davon überzeugen zu können, dass dr. rubinstein ihre vorschusslorbeeren zurecht genießt (hatte sie zuvor noch nicht gehört und sie war einer der gründe, nachts hinzugehen). zadig mixte schnell tresor-kompatiblen techno ineinander, elisabeth schwang drüben in der lobby die rauhe chicago-keule. dennoch bin ich kurz nach 7:00 uhr heim, damit ich von ben ufo im zelt noch genug mitbekomme.

der plan ging auch ausnahmsweise auf und vor allem lohnte sich das auch. ich hatte bei den kalten märz-temperaturen ja bedenken, dass es im zelt unangenehm werden könnte, aber erstens ist das beheizt und zweitens war es aufgrund der fülle auch recht gemütlich. die kam nicht von ungefähr: ben ufo traf genau die interessante lücke zwischen techhouse und den dubstep-epigonen, die u.a. von hessle audio aber auch auf swamp 81 oder punch drunk stets gefüllt wird. war auch das erste set, in dem ich kowtons remix von peverelists evergreen „roll with the punches“ hörte.
resom hatte anschließend auch keine mühe, den noch anwesenden einen schönen ausklang zu bescheren, so dass die blank generation sich insgesamt wieder von ihrer besten seite zeigte, obwohl mir das blank mit dem garten in den wärmeren monaten einfach mehr gibt. da hätten die letzten sets auch durchaus in der lobby stattfinden können.

[berlin / 15.02.2014] berghain: klubnacht

und weiter geht es mit dem zweiten. der ablauf verlangt echt einiges ab.

klubnacht

berghain
00h00 sigha
04h00 ancient methods live
05h15 perc
08h00 truss
11h00 loktibrada
14h00 hanno hinkelbein
17h00 marcel dettmann
21h00 len faki
24h00 ed davenport

panorama bar
00h00 yossi
04h00 steve o‘ sullivan live
05h00 delano smith
08h00 tobias. live
09h30 margaret dygas
13h00 conforce
16h00 xdb
19h00 nd_baumecker
22h00 efdemin
01h00 ryan elliott

eintritt
15 euro

nachbetrachtung

ich hatte den vorabend mit livity sound bis zu gerd jansons schluss in der panorama bar noch in den knochen, wollte aber unbedingt zu ancient methods. das war auch klasse, aber die ganze zeit wandelte ich mit dem gedanken im hinterkopf durch den laden, dass das bett und mehr schlaf die bessere option wäre. man könnte auch „durch den wind“ bzw. „zombie-esk“ dazu sagen.

die erinnerungen an die erste schicht sind daher auch – bis auf ancient methods – auch recht vage: wer sighas veröffentlichungen kennt, kann sich ausmalen, dass er gut ins berghain passt. er spielt ja auch recht ähnlich.
von steve o‘ sullivan hätte ich gerne mehr mitbekommen, aber die parallele spielzeit zu ancient methods ließen nur ein paar minuten zum schluss zu, in denen ich mich wunderte, dass der herr mit zackigen 133 bpm zu werke ging.
dann eben beim nächsten mal, vor allem ausgeschlafener.

pünktlich zu hanno zurück, der auch im berghain wenig kompromisse eingeht, daher so spielt wie auf den killekill-nächten und somit erfrischend ist. an sich schade, dass es als besonderheit erwähnt werden muss, dass er die subhead 18 spielte, aber wenigstens tut es jemand.
marcel dettmann ohne ausreißer nach oben oder unten. mich überraschte jedoch vielmehr xdb oben, der zwar eher durch dubtechno-produktionen auffällt, als dj jedoch aus einem größeren repertoire schöpft, wovon dubtechno eben nur eine option ist. das immer wieder gern gehörte „illuminated displays“ von arpanet spielte er jedenfalls auch mitten im set.
für nd gilt das gleiche wie für herrn dettmann: wenn beide in guter form sind, kann’s schon nicht schlecht werden.
efdemin hätte ich danach gerne noch länger mitgenommen, aber wegen der nacht zuvor und eines mehr oder minder latent vorhandenen hungergefühls wollte ich einfach nur nach hause.

trotzdem: lohnenswerte klubnacht. ich werde es mir in zukunft jedoch verkneifen, in einer eher an schlafwandeln erinnernden form wegzugehen. da können die headliner eben headliner bleiben – es hilft nur nichts, wenn man schon währenddessen weiß, dass es schon mehr als den holzhammer benötigt, damit etwas in erinnerung bleibt. und das kann’s ja auch nicht sein.

[berlin / 14.02.2014] berghain: livity sound / finest friday

der erste streich von zweien – es geht also wieder auf gewohnte pfade. da livity sound aber zu den labels gehört, die im letzten jahr wenigstens hörens- und meistens kaufenswerte sachen auf den markt gebracht haben (obwohl ich ihnen die digitale veröffentlichung der angeblich vinyl-exklusiven whitelabels als compilation schon etwas übelnehme) und mit paul spymania ein sub:stance-qualitätsgarant im line-up steht, ist das für mich keine frage – pflichttermin. auch wegen herrn janson zum schluss oben.

berghain: livity sound
00h00 paul spymania
02h00 positive centre live
03h00 livity sound* live/dj
06h30 fiedel

panorama bar
00h00 radio slave
04h00 tensnake
06h00 kim ann foxman
08h30 gerd janson

eintritt
12 euro

*: livity sound sind als act peverelist, kowton und asusu. klar, wusstet ihr alle eh schon, wollte nur auf nummer sicher gehen.

nachbetrachtung

und schon wieder ein freitag, der verdeutlichte, dass dort manchmal eher die perlen verborgen sind als an manchem samstag.

paul spymania ist eh immer ein grund, mit keinen erwartungen an einen bestimmten stil hinzugehen. er spielt das, was ihm gefällt, was sich wie die abgedroschene dj-floskel numero uno anhört, aber dabei liegt er geschmacklich meistens fast vollständig auf meiner wellenlänge. insbesondere im gedächtnis geblieben: die „testpressing #003“ von demdike stare auf modern love sowie zwei tracks von shackletons „freezing openong thawing“-ep, die er auf 33 statt auf 45 spielte.
positive centre hatte ich auf sighas our circula sound bislang weniger beachtet und mich nach dem set gefragt, wieso. klar, industrial-ästhetik und berghain, da kann nicht so viel verkehrt laufen. aber dieses schleppende tempo (unter 110 bpm) fügte dem eine eigene, wuchtige qualität hinzu.

die livity-jungs teilten ihre dreieinhalb stunden in ein gut einstündiges live- und zweieinhalb stunden als dj-tag-team auf. auch wenn der live-act das replizierte, was auf den einzelnen platten schon zu hören war, empfand ich das als richtig gut harmonierende zusammenfassung. im dj-set kamen sie nicht so recht auf einen nenner. auch wenn es eine freude war, mal wieder den einen oder anderen dubstep-track auf deep medi zu hören, gab es keinen längerfristig angelegten aufbau.
das führe leider dazu, dass fiedel eine halbvolle tanzfläche übernahm, die er aber gut bis zum ende zwei stunden später bei laune halten konnte.

das finale oben bei gerd janson ließ mich dann wieder einmal länger als eigentlich gewollt bleiben, jedoch sind die erinnerungen (mittlerweile ist es der 19. november 2014) an die tracks und weitere einzelheiten sehr getrübt. fest steht, dass die jalousien die noch verbliebenen am nachmittag gegen 13:30 uhr unmissverständlich zum heimweg aufforderten. da werden die fünf vorangegangenen stunden schon nicht langweilig oder von mieser stimmung geprägt gewesen sein.

[berlin / 13.02.2014] about blank: impulse

endlich mal wieder, noch einmal mit hatti vatti. und dieses mal werde ich den abend so zeitnah revue passieren lassen, dass ich nicht gefahr laufe, die wichtigen details zu vergessen.

impulse dubstep – abyssal pres. hatti vatti album release
hatti vatti
whø?
turrican
ddm
effekthasch vj

start
24 uhr

eintritt
5 euro

nachbetrachtung

mit arbeitstag und ohne vorschlafen in den knochen geriet der besuch leider sehr kurz: drei stunden, in denen mir das warm-up von whø und ddm im wechsel, das von vielen livity sound-platten und auch sonst eher den von techno beeinflussten patterns als dem gängigen dubstep-klischee entsprechenden tracks geprägt war (scuba in der triangulation-phase oder auch beneath), auch am besten gefiel. hatti vatti spielte unaufgeregten neumodischen drum&bass, der auch so auf exit records erscheinen könnte. aber da war meine kondition weitgehend so am ende, dass ich mit halbem verstand bereits im bett nicht mit voller konzentration zuhören konnte. da sein set aber auch recht kurz geriet, konnte ich dann gegen 4 uhr heim.
tat mir zwar leid, hätte nach so langer abwesenheit gerne mehr von der abyssal mitbekommen, aber es hätte sonst weiter keinen zweck mit mir gehabt. schön war jedoch, einen recht gut gefüllten club zu erleben, was sich in den vergangenen wintermonaten bei der impulse zum latenten problem entwickelte und schlussendlich auch dazu beigetragen haben müsste, dass es die impulse im about blank nur noch bis zum mai geben wird. so viel erstmal zur weniger schönen nachricht. die gute ist jedoch, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und an einem anderen ort weitermachen möchten. wo und wann wird dann sicher hier zu lesen sein.

[berlin / 08.02.2014] stattbad: stattnacht

jawohl, ich bin so flexibel, zwei mal hintereinander in einen anderen club zu gehen. am wochenende darauf ist es wieder der gewohnte pfad – so viel kann ich schon mal verraten.

stattnacht

boiler
1:30 objekt
3:30 kangding ray live
5:00 paula temple
7:00 andrejko

pool
0:00 baby g
3:00 floating points
6:00 optimo

start
24 uhr

eintritt
13 euro

nachbetrachtung

viele worte werde ich nicht zum pool verlieren. dort habe ich vielleicht mal über das geländer nach unten geschaut, aber die erfahrung zur x-mix-nacht mit tanzen auf der schiefen ebene wollte ich zumindest an dem abend nicht nochmal auffrischen. gut gefüllt war es dort zur besten sendezeit zwischen 3 und 5 uhr – so viel kann ich beitragen.

an objekt können sich die geister scheiden. viele kamen mit dem abwechslungsreichtum und den breakbeats nicht klar und ich gebe zu, dass er gerade in seiner letzten stunde (mehr habe ich eh nicht mitgekriegt) etwas mehr auf die tanzbedürfnisse des publikums hätte eingehen können. auf der haben-seite steht jedoch immer noch der wille zur allgemeinen herausforderung, anstatt nur funktional zu spielen und es damit möglichst allen rechtmachen zu wollen. der kompromiss zwischen persönlichem geschmack und unterhaltung gelang ihm meiner meinung nach jedoch unter’m strich.
von kangding ray hätte ich so viel melodie wie in der ersten hälfte nicht erwartet, aber „solens arc“ geht als aktuelles album schon in die richtung. die zweite gehörte u.a. mit seinem remix für these hidden hands dann eher in die industrielle ecke, in der er auch schrägere töne unterbrachte. gefiel mir besser.
paula temple legte zwar mit „reach for the dead“ von boards of canada los. zeigt nach diversen sets, die ich im vergangenen halben jahr so mitbekommen habe, dass die beiden brüder sich mit tracks wie diesem problemlos auf techno-floors unterbringen lassen und somit potentiell mehr leute gefallen an ihrer musik finden könnten (mehr als zurecht, wenn man das zurückliegende werk auf warp und „tomorrow’s harvest“ als letztes album betrachtet). das ließ aber nicht auf den rest von paulas set schließen. der ging ohne umwege nach vorne, so dass sehr schnell klar wurde, dass sie voll und ganz auf die abfahrt aus war. das kam auch genauso beim publikum an, war mir aber auf dauer etwas zu monoton. aber gut, auch mit ihr jemanden mit ableton live hantieren zu sehen.
andrejko war dann mit dem traktor unterwegs, aber auch er bediente sich eher im „big room dj tool techno“-fach in einem set mit wenig dynamik, so dass es gegen 8:30 uhr (nachdem er „osmium“ von der letzten kobosil auf unterton gespielt hatte) auch gut für mich war.

solider abend, nicht mehr, nicht weniger. im direkten vergleich gewinnt die grounded theory eine woche zuvor haushoch.

[berlin / 31.01.2014] stattbad: grounded theory

gleich mal einen der vorsätze für das neue jahr in die tat umsetzen. zugegeben, blue hour und nima khak sagen mir nichts, aber das lässt sich dann ja ändern. der rest ist überzeugend genug.

gt20140131

eintritt
12 euro

ablauf
boiler
00h00 blue hour
03h00 byetone live
04h00 blawan
07h00 nima khak
bunker
02h00 k209

nachbetrachtung

anwesenheit: von byetone bis zum schluss.

wie bei der grounded theory mittlerweile üblich, muss man sich bis gut 7 uhr mit einem großen füllgrad anfreunden, da machte auch diese ausgabe keine ausnahme.
ansonsten gab es den typisch klinisch reinen sägezahn-techno von byetone und von blawan herzliche härte mit abwechslungsreichtum, ohne dass er die leute vollständig zerstören wollte (worauf ich ja seit seinem berghain-set vom märz 2013 immer wieder warte).

k209 aka milton und henning drüben zuweilen mit alter schule („funky bassline“ von tesox ward zu hören). die positive überraschung des morgens war für mich jedoch nima khak, der mit dem richtigen gespür für einen geschmeidigen ausklang bis nach 11:00 spielte und zu meiner erleichterung zeigte, dass leute aus dem drumcode-umfeld mehr als tooligen großraum-techno (als eindeutschung des mittlerweile gängigen hardwax-attributes) zu bieten haben. bspw. mit „mercy“ von juxta position auf mistress oder „the body“ von prince of denmark – beides zwar schon ziemlich bekannte gassenhauer, aber zumindest für mich nicht über alle maßen strapazierte.

summa summarum: mal wieder eine schöne gt-ausgabe, daran gibt’s nichts zu rütteln.

[berlin / 18.01.2014] berghain: klubnacht

gute gründe, den besuchs-rhythmus auf einmal auf zwei wochen zu verkürzen? eher ist es eine ausnahme, aber dennoch: ben sims habe ich irgendwann 2001 im alten tresor mal gehört. dort brach er sein set ab, weil die monitorbox hinüber war (machte aber im globus weiter, unten übernahm liquid sky – soviel weiß ich noch). ich möchte einfach mal wieder staunen, wie jemand mit drei decks arbeitet. musikalische erleuchtungsmomente erwarte ich mir da nicht. mix mup hat ja letztens mit der ep auf hinge finger auf sich aufmerksam gemacht, und mit even tuell ist auch ein vertreter von workshop zu gast, der vielleicht auch mal ein paar minuten zeit wert wäre. nd_baumecker und gerd janson sind jeweils eine sichere bank, noch dazu habe ich montag frei.
plan: früh da sein, sonntag mittag gehen, regenerieren / stärken, wiederkommen.

klubnacht

berghain
00h00: fiedel
04h00: tripeo live
05h00: ben sims
10h00: dino sabatini
13h00: unbalance
16h00: marcel fengler
21h00: jerome sydenham

panorama bar
00h00: nd_baumecker
04h00: rroxymore live
05h00: julietta
08h00: mano le tough
11h00: mix mup
14h00: sidney & suleiman
18h00: even tuell
21h00: norman nodge
24h00: gerd janson

eintritt
15 euro

nachbetrachtung

verkehrte welt oder vielleicht auch nur ein abend / morgen / mittag / wieder abend / wieder morgen, der einfach nur etwas anders war.
1h30-10h30 und 23h00-8h00 – zusammengerechnet also 18 stunden, und zur zweiten schicht musste ich mich tatsächlich aufraffen, weil die schlafpause kürzer ausfiel als erhofft. zu dem zeitpunkt wusste ich auch noch nicht, dass jerome sydenham den schluss unten macht. es brauchte dann auch bis 2 uhr, ehe ich wieder feuer gefangen hatte, dann aber so richtig.

aber der reihe nach. was den besuch in einem anderen licht erscheinen ließ, war die tatsache, dass ich von den 18 stunden vielleicht insgesamt drei unten im berghain und sonst nur in der panorama bar war. wirklich überzeugt hat mich im berghain nur tripeo, bei dem sich mal wieder zeigte, dass es sich durchaus lohnen kann, unvorbereitet positiv überrascht zu werden. klar, melodisch, aber nicht im trance-sinne, sondern eher von den sequenzen her. passte meiner meinung nach bestens dorthin. wird zwar nicht dazu führen, dass ich die platten allesamt nachkaufen werde, aber zumindest werde ich ein ohr auf die neuen haben.
sonst sorgte nd_baumecker oben für ein wie immer abwechslungsreiches warm-up mit rotem faden, in dem auch breakbeats mit 303-anteil ihren platz fanden. rroxymore war mir im direkten vergleich zu tripeo zu trocken. an sich war dies juliettas set auch, aber sie brachte etwas mit, das ben sims unten komischerweise fehlte: treibende kickdrums. technisch war herr sims ohne frage tadellos: permanent zwei tracks synchron gehalten, dabei den dritten eingepitcht und obendrein nicht mal die anlage übersteuert – darüber konnte ich schon staunen. aber von den tracks blieb mir nicht viel in erinnerung. „rubber crash“ von l-vis 1990, gefolgt von steve rachmads „tir na nog“ und auch „class action“ von luke slater zum schluss bspw., jedoch blieb sonst der eindruck, dass so richtig treibende momente fehlen bzw. die funktion one im bassbereich unterfordert ist. dennoch schön, ihm bei der arbeit zuzusehen.
dino sabatini legte direkt nach dem set eine vollbremsung hin. kann man von der klanglichen ästhetik ein wenig mit silent servant vergleichen und die industrial-angelehnten soundscapes waren auch hier nicht meins. innerhalb einer halben stunde hatte er jedoch wieder fahrt aufgenommen, so dass der ersteindruck etwas relativiert war, aber die pause ging für mich auf jeden fall vor. da half es auch nicht, dass mano le tough oben schön abwechslungsreich, dabei etwas hittig, aber nicht oberflächlich spielte. war auch nicht so funktional wie juliettas set zuvor, sondern ähnlich abwechslungsreich wie nd, dabei jedoch in sich stimmig. gefiel mir jedenfalls.

nach meiner rückkehr habe ich norman nodge nur kurz mitbekommen. „moving like a train“ von herbert im smith-n-hack-remix – immer wieder gern gehört. dennoch hatte ich das gefühl, dass ihm die spielwiese im berghain mehr liegt.
dort machte jerome sydenham einen durchaus soliden eindruck, jedoch beim besten willen nicht mehr. das mixing war eher auf sicherheit bedacht und stellenweise auch zum kaschieren von fehlern, aber da habe ich als live-verräter eh nichts mehr zu melden. würde ich wahrscheinlich nicht mehr besser hinbekommen. vom sound her war’s der zeit angemessen, eine alte function auf sandwell district ist noch im hinterkopf.
gerd janson brauchte so seine zwei stunden, ehe er sich warmgespielt und mich überzeugt hatte, dann aber so richtig. hatte ich mich zuvor noch gefragt, wie ich das durchstehen sollte, halfen sein set und die erste club mate des wochenendes dabei, dass die restlichen stunden bis zum ende mit „gypsy woman“ von crystal waters gegen 8 uhr, wo das graue tageslicht die panorama bar mit erleuchtete, so richtig schnell vergingen. dazwischen lagen einige perlen wie „astral dreams“ von laurent garnier, „spastik“ von herrn hawtin, aber auch (besonderer grund zur freude) „i can people know“ von arj snoek. kurz vor schluss noch ein basic-channel-intermezzo („new day“ auf main street und „phylyps trak 2“), so dass ich schön zufrieden über die langsam gefrierenden gehwege nach hause gehen konnte.

war also ein ungewohnt von der panorama bar geprägter besuch, was aber insofern gut war, als dass die dortige atmosphäre mich gerade in den letzten stunden davon überzeugen konnte, dass ich mich nicht zwingend unten herumtreiben muss, wenn es oben gerade gut passt. zwar würde ich nicht gezielt extra freitags nur wegen der panorama bar hingehen (es ist für mich immer noch besser, das berghain als notlösung ein paar treppenstufen entfernt zu wissen), aber schön ist, dass die euphorie-momente sich auf beiden ebenen nicht viel nehmen.