[berlin / 31.07.2013] berghain-kantine: killekill summer camp

killekillsummercamp2013

für sechs wochen geht es zurück an den ort, an dem alles begann. auftakt war am 10. juli, ich darf bei folgendem termin dabei sein.

killekill meets prologue meets 29novfilms
anfang: stype ableton-set
mitte: sebastian kökow
schluss: tom bonaty

start
22 uhr

eintritt
8 euro

nachbetrachtung

torschlusspanik, bevor es von zuhause aus in richtung berghain-kantine ging: „wo ist denn mein set mit den notfall-cds?“ wieder mal auf meinen mangel an ordnungssinn schimpfend, vergingen so einige minuten mit vergeblicher suche. noch dazu wollte der hunger irgendwie noch schnell gestillt werden. war alles etwas hektisch und die zeit zwischen feierabend und setbeginn eh etwas knapp bemessen. also schnell ein paar der groove-cds geschnappt, die im falle eines spontanen kollaps des macbooks zumindest für musik hätten sorgen können, ohne dass ich die tracks darauf jetzt im einzelnen gekannt hätte. wäre für die spontaneität aber eine schöne übung gewesen.
also zusehen, den aufbau ab 21h45 rechtzeitig fertig zu bekommen, aber dabei auch bemerkt, dass eh noch die leinwand für die visuals montiert werden muss und überhaupt kein strenger zeitplan eingehalten werden musste wie nebenan.
es kam auch nicht soweit, dass ich schnell in die tasche zu den cds greifen musste. mac osx sowie festplatte liefen stabil und auch die interaktion zwischen lemur und laptop lief im gegensatz zum so36 vier wochen zuvor ohne probleme. was den übergang von klangtexturen ohne kickdrum bei 100 bpm zu 127 in drei stunden angeht, klappte auch das erstaunlich flüssig, zumindest ich hatte (selten genug) während des sets den eindruck, dass die vorab getroffene auswahl in sich schön harmonierte. es gab jedoch einen haken: während des sets verirrten sich vielleicht mal fünf leute auf die tanzfläche, der rest saß entweder an der bar oder draußen. an der untanzbarkeit wird es nicht gelegen haben – hoffe ich zumindest. jedenfalls gab ich mir mühe, es den anwesenden nicht zu schwer werden zu lassen.
kaum war das set beendet und sebastian mit einem intro ohne beats gestartet, kamen die leute neugierig herein, und das waren wenigstens zehn an der zahl. ab da füllte es sich auch etwas, aber das ist schon schwer, sowas nicht irgendwie persönlich zu nehmen. eventuell ist das mit längeren breaks zwischendrin ein ganz gutes mittel, das ich demnächst mal ausprobieren sollte, wenn das mit der publikumsgewinnung so einfach geht.

es ist wie es ist. nachdem ich mir das set selbst ein paar male angehört habe, bleibe ich dabei, dass ich mir keine vorwürfe zu machen brauche. könnt ihr gerne anders sehen und es mich wissen lassen. nachhören lässt es sich jedenfalls hier:


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schnellschuss 003

sosiehtderdritteschnellschussinlemuraus

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eigentlich müsste dem mix noch die geschichte vorangehen, wie ich zum wechsel von griid pro auf lemur (bzw. livecontrol2) kam. wenn ich diese reihenfolge stur einhalten wollte, würde der mix noch wochen auf der festplatte herumliegen und ihr somit nicht mitbekommen, dass bei mir durchaus auch sets zustande kommen können, von denen zwei drittel nicht aus oldies (will heißen: tracks mit einem erscheinungsjahr < 2000) bestehen, sondern nur aus einem.

die vorgeschichte ist ohnehin lang genug: nachdem die generalprobe mit lemur im so36 anfang juli alles andere als geglückt war, da ich dort von einer stabilen adhoc-verbindung nur träumen konnte, ging ich direkt an die nachbereitung und wechselte einfach den wlan-kanal. führte prompt zu einer deutlichen verbesserung, jedoch kam ich eine weile lang nicht dazu, die sich neu anhand der app ergebenden möglichkeiten zu testen. war zugegeben auch etwas kühn von mir, dies erst im club machen zu wollen.

was lag also näher, als aus der not eine tugend zu machen? der letzte so richtig daheim aufgenommene mix war der podcast für bewegungstheorie, und das ist fast zwei jahre her. dazwischen gab es eigentlich nur club-mitschnitte, die wohl eher für diejenigen etwas sind, die auch dabei waren.
im gegensatz zum letzten schnellschuss vor vier jahren (sic!), der quasi als abschluss der vinyl-ära noch mit platten entstand, war die herangehensweise mit ableton live nun eine etwas andere, aber ebenso simpel. tatsächlich hat der wechsel dazu geführt, dass bedeutend weniger platten hier herumstehen. was einige besucher als charmant-nerdig empfinden könnten, bedeutete für mich jedoch immer, diese eine bestimmte erstmal ausfindig zu machen. meistens standen neuerwerbungen neben den noch nicht von den gigs zurücksortierten, die sich munter mit den platten mischten, die es nicht in die tasche geschafft hatten. stilistisch hieß dies jedoch, dass sich spontan mit diesem stapel nicht allzu wirre sets aus dem hut zaubern ließen, was eben der anlass für die ersten beiden teile der serie war.
nun ist das mit herumliegenden dateien etwas anders. lösung: die tracks aus einem club-set nehmen, das so mittelprächtig lief und somit potential nach oben hatte. parallelen zum vinyl gibt es hierbei auch: diverse tracks bleiben ungenutzt, manche kombinationen somit auch, andere wiederum haben sich erst im club ergeben. genommen habe ich tatsächlich die tracks, die ich mir für das so36 zurechtgelegt hatte, insofern hielt sich die vorbereitung mit 10-15 minuten sehr im rahmen. nur das intro und den osborn-track habe ich nachträglich hinzugefügt, der rest war bereits vorhanden.
daher habe ich am gestrigen samstagabend statt nochmals auszugehen ein club-setup (inklusive der obligatorischen mate-flasche) simuliert und geschaut, wie stabil lemur mit dem wechsel des wlan-kanals läuft und (fast noch wichtiger) ob die bedienung über das ipad mini mich etwas vom laptop befreit. das hörbare ergebnis versteckt sich unterhalb des „covers“, welches wiederum der screenshot der app ist, während der letzte track lief. einige erkenntnisse (sowie blöde anfängerfehler) gab es obendrauf:

  • ich muss mich noch sehr an den midi-abhol-modus gewöhnen.
  • die möglichkeit, effekte auch über das ipad steuern zu können, ist grandios, führt jedoch auch zu schwierigkeiten: fade to grey kann man blind nutzen, beim von mir so geliebten beat repeat wird’s schwieriger, weil da doch der laptop-bildschirm notwendig wird, simple delay ist für mich in dem modus nicht nutzbar und flog daher auch raus.
  • mehr möglichkeiten zur manipulation bedeutet mehr konzentration beziehungsweise einen zusätzlichen arbeitsschritt, den ich erst noch verinnerlichen muss: alle effekte zurücksetzen, nachdem ein track fertig ist. sonst ist die verwunderung groß, dass der nächste sich etwas seltsam anhört.
  • die verbindung war weitestgehend stabil. ein neustart von lemur war notwendig, aber das war zu verkraften.
  • der laptop muss nicht mehr als barriere zwischen publikum und mir stehen, sondern kann ruhig weiter an die seite wandern, sofern er in sichtweite ist. wenn jemand noch eine möglichkeit kennt, wie sich tracks in lemur nur anzeigen lassen anstatt sie zu starten und wie ich zwischen track- und effekt-ansicht hin und herschalten kann, brauche ich das trackpad gar nicht mehr. mit dem lemur editor habe ich mich zugegebenermaßen noch gar nicht auseinandergesetzt.

noch ein paar worte zum ergebnis: techno halt, wobei als begriff dehnbar. tempo von 126 bis 132 bpm, meine tresor-wurzeln lassen sich nicht verleugnen, insbesondere in der zweiten hälfte. zwischendrin und zum schluss die neue uk-schule.
hier noch die verschlüsselte tracklist (wie schon beim letzten schnellschuss sind es die discogs-release-ids bzw. ein soundcloud-link):
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wie immer: lob, kritik, verrisse gerne hier und viel spaß.

[berlin / 01.07.2013] so36: montech

frisch von der fusion geht’s auf ein neues nach kreuzberg. wer also nicht in lärz bei den bachstelzen weitermachen möchte, bzw. es etwas härter und erdiger mag, kann sich gerne beim montäglichen techno-stelldichein sehen lassen.

nachtrag, 26.06.2013, 22h45: statt hanno spielt sheldon drake.

killinme20130701

ablauf
anfang: dj flush
mitte: stype ableton-set
schluss: sheldon drake

eintritt
5 euro

nachbetrachtung

nachdem der heimweg von der fusion mal eben fünf stunden dauerte, ging es mit kurzer schlafpause zwischendurch also nach kreuzberg. da kam es schon etwas zupass, den mietwagen aufgrund des staus einen tag länger behalten zu können.
vorgenommen hatte ich mir die rezeptur, die beim letzten mal im so36 sowohl publikum als auch mich zufriedenstellte. techno mit option auf breakige passagen also. neu jedoch war, dass ich frisch mit lemur ausgestattet ausprobieren wollte, wie das mit dem beiseite gestellten laptop so klappen könnte.
lässt sich mit dem berühmten „satz mit x“ zusammenfassen. ipad mini und macbook sahen sich zwar stellenweise, jedoch war die verbindung trotz adhoc-netzwerk und nicht mal zwei meter reichweite so unzuverlässig, dass sich dadurch keinerlei tracks starten ließen – jedenfalls nicht zuverlässig. mit fehlerbehebung ist es während des sets immer etwas schwierig, insofern stieg ich nach einer halben stunde auf das bewährte prinzip um und verschob das experimentieren auf daheim. resultat dessen ist der bereits präsentierte dritte schnellschuss, und die einsicht, dass ich es doch lieber gleich mit einem einstelligen wlan-kanal hätte versuchen sollen.

ansonsten ein abend, an dem sich alle beteiligten wahrscheinlich etwas komisch vorkamen. keine ahnung, ob es an den fusion-nachwehen lag, aber bestenfalls 30 zahlende reißen mich jetzt nicht zu begeisterungsstürmen hin. vor dem hintergrund des dämpfers, den mir die technik verpasst hatte, dem fusion-jetlag und dass es keinen spontanansturm geben wird, habe ich auch gerne früher an sheldon übergeben.

[berlin / 25.03.2013] so36: montech

das kam gerade kurzfristig rein, weil sebastian kökow ausfällt und ich als ersatz einspringe. daher auch mal ohne flyer, weil er darauf noch erwähnt ist.

montech

ablauf
23h00: hawkinson
03h00: auddie live
04h00: stype ableton-set

eintritt
5 euro

review

gleich vorweg muss ich zugeben, dass ich mich mit dieser nachbetrachtung etwas schwertue. das liegt daran, dass ich mich in meiner rolle als musikalischer alleinunterhalter stets in einem zwiespalt befinde: einerseits der respekt vor der arbeit anderer, die manchmal am gleichen abend einen besseren job machen als man selbst (so wie hanno im januar vor mir), andererseits auch das stets aufblitzende dj-ego mit dem ehrgeiz, es besser machen zu wollen als der rest. schließlich will man ja einen bleibenden eindruck hinterlassen und bescheidenheit ist da manchmal eher hinderlich. der grad zur arroganz ist dabei jedoch verdammt schmal, so dass ich zumindest hier immer zusehe, kritik möglichst diplomatisch zu halten.
ich schweife jedoch ab. im so36 war ich erst gegen 2h30 und hawkinson gerade zugange, der mir mitteilte, dass sich alles etwas nach hinten verschoben hätte und ich gegen 4h15 anfangen könne. er hatte sein set schon entsprechend verkürzt, das ich nach hardwax-maßstäben als soliden „big room dj tool techno“ einordne, der seine wirkung bei den anwesenden auch nicht verfehlte. auddie hingegen (und somit zum grund, weshalb die sache mit dem fingerspitzengefühl hierbei nicht so umzusetzen ist wie vielleicht sonst) empfand ich als konzept- und zusammenhanglos. wie bereits im august 2011 ausschließlich mit hardware und stellenweise manuellem start neuer tracks, die neben dem takt lagen, aber zwingend fand ich nur ganz kurze teile, die er gleich wieder mit einem break konterkarierte, um danach richtiggehend minimal weiterzumachen. gut, ich bin kein produzent und somit fehlt mir die erfahrung als live-act, eventuell steht mir so eine harsche kritik auch gar nicht zu, aber trotz des gleichen problems (neue tracks, die außerhalb des taktes beginnen) war zumindest vor anderthalb jahren noch stellenweise der wille zum anpeitschen des publikums vorhanden. das fehlte mir fast völlig.
ich selber startete gegen 4h30 mit dem blawan-remix für „bloom“ von radiohead. nachdem ich im januar doch etwas sehr geradeaus marschierte, wollte ich meinen bei anderen so gern geforderten anspruch an abwechslungsreichtum selber in die tat umsetzen, was u.a. dank einsatz der birmingham-nyc-fraktion (surgeon / function) und dem einen oder anderen track aus der dubstep-fraktion (ramadanman / randomer) meinem eindruck nach besser gelang. es war auch nicht so, dass das publikum durch unterbrochene kicks überfordert gewesen wäre – im gegenteil. vielmehr muss ich mich fragen, weshalb ich das nicht öfter dort so handhabe. aber gut, das ist eine der tatsachen, die ich für das nächste mal mit auf den weg nehmen kann / sollte. wenn es schon bis kurz nach 7 ging, scheint das nicht der allzu falsche weg gewesen zu sein.
könnt ihr auch selbst versuchen zu beurteilen, das set ist hiermit verlinkt. konstruktive verbesserungsvorschläge, verrisse oder lob gerne in den kommentaren hinterlassen.


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[berlin / 15.03.2013] suicide: killekill 011 record release

james t. cotton hat ziemlich detroitig-jazzig-housige tracks eingereicht und killekill sie vor ein bis zwei wochen als vinyl veröffentlicht. zur feier des anlasses spiele ich auf dem holzfloor.

killekill20130315

club
anfang: dj flush
hauptrolle 1: james t. cotton
hauptrolle 2: traxx
ende: alienata

lounge
von anfang bis ende: stype vinyl-set

eintritt
10 euro

start
24 uhr

review

ich bitte vorab um verzeihung, da dies eine etwas egozentrische nachbetrachtung wird. allerdings habe ich von drinnen nicht mehr als dj flush zum anfang und ihn im duett mit alienata zum ende gehört.

dazwischen lagen gute sieben stunden, in denen ich die leute auf dem holzfloor unterhalten habe. angestachelt war ich durch eine mail von flush wenige tage zuvor, der zu mir meinte, dass er nach dem warm-up drinnen nicht zwingend nochmal draußen spielen müsste. das weckte natürlich den ehrgeiz in mir, auch mal mit etwas überlänge zu spielen, obwohl ich das öffentlich noch nie gemacht hatte.
natürlich kam auch das gewissen ins spiel: nach über einem jahr mal wieder mit vinyl spielen? dann gleich so lange? das mit größtenteils alten sachen, da ich die neuen sachen zumeist digital habe? ist gut gealterte popmusik der 1980er überhaupt das richtige? ergo: das übliche an bedenken, die aber auch bestehen, wenn ich mit ableton live spiele. mit dem unterschied, dass ich da immer noch flexibler reagieren kann, was mit zwei taschen, die insgesamt 90 platten und ein paar cds trugen, nicht so wirklich möglich ist.
plan: mit soul und downbeat so um 100 bpm beginnen und sich von dort aus hocharbeiten. das positive da draußen ist (zumindest im winter), dass es recht egal ist, ob da jemand tanzt oder die leute einen soundtrack für ihre gespräche brauchen. eventuell nahm dies etwas von den eh latent präsenten sorgen vor oder auch während eines sets und ich spielte mit dem bewusstsein, dass es eigentlich nichts zu verlieren gibt, etwas befreiter als sonst drinnen zum warm-up. dort wäre es schon etwas anderes, wenn nach zwei, drei stunden nicht mal wenigstens 20 leute tanzen. aber gut, das kam mir im suicide noch nie vor.

an sich gab es eine menge dinge, welche die sieben stunden zu einer für mich echt kurzweiligen angelegenheit machten. das fing schon relativ am anfang an, als sich jemand aus dem publikum bei mir bedankte, dass ich „groove me“ von king floyd spielte. hatte bei den alten soul-sachen an sich mit großen fragezeichen über den gesichtern gerechnet.
ähnliche erlebnisse gab es einige. die 808-state-remixe von new order auf rephlex ließen sich endlich mal beide gut unterbringen und führten auch prompt zu nachfragen. „1984“ von den eurythmics hatte leider nicht ganz den effekt, den ich mir erhofft hatte. prince scheint hingegen immer zu gehen. dazwischen gerne minimalere sachen, house, manchmal mit technoiderer und verschrobener note („geile tiere“ von dj elin endlich mal wieder gespielt).
mixtechnisch klappte es auch größtenteils, obwohl ich zugeben muss, mich an den komfort von ableton live schon gewöhnt zu haben. sicher gab es auch den einen oder anderen salat, was aber über den zeitraum zu verzeihen ist. manche kombination war auch harmonisch etwas komisch, was mir nur wieder vor augen führt, mich damit entweder eingehender zu beschäftigen oder eben bei meinen leisten zu bleiben.
ansonsten keine verbesserungsvorschläge während des sets. flush fragte zwischendrin, ob ich noch könne oder ob er für eine halbe stunde spielen solle. da war mein ehrgeiz aber schon so weit angestachelt, dass ich es erst recht wissen und bis zum schluss machen wollte. einzig einer dame musste ich den wunsch nach michael jackson abschlagen, von dem sich tatsächlich keine einzige platte in meiner sammlung befindet.
scheine also aus publikumssicht ein bisschen was richtig gemacht zu haben. so ab 3h war der füllgrad jedenfalls konstant und der wechsel zwischen pop, (tech)house und chicago wurde bereitwillig mitgemacht. kann aber auch etwas an dem einen oder anderen hit gelegen haben. habe jedenfalls glücklich erschöpft kurz vor 8 uhr mit der zweiten zugabe („pump up the jam“, technotronic, das zweite mal an dem abend) schluss gemacht und dann noch plaudernd alienata und flush von drinnen mitbekommen, die eine mittlerweile überschaubare besucherschar mit nicht zu aufregendem acid à la mike dearborn von anfang der 1990er oder mike dunn bei laune hielt.

ich hab’s jedenfalls sehr genossen und würde es auch auf eine wiederholung ankommen lassen. aus gründen des perfektionismus bleibt das set dennoch unter verschluss, bzw. nur denen zugänglich, die an dem abend auch im publikum waren.

[berlin / 07.01.2013] so36: montech

ja, ich darf auch mal wieder.

montech20130107

ablauf
23h00-02h00: dj flush
02h00-04h00: hanno hinkelbein
04h00-ende: stype ableton-set

eintritt
5 euro

review

anwesend war ich in der oranienstraße schon früh (also gegen 1h), weil der rest des line-ups auch sonst nie enttäuscht und ich auch so ganz uneigennützig schauen kann, ob es zu doppelungen im vergleich zu den vorgängersets kommen kann, da der geschmack sich bei den drei protagonisten des abends doch sehr ähnelt.
glücklicherweise ist uns dreien auch die vielseitigkeit gemein. flush spielte langsamer als gewohnt, beinahe schleppend, und dabei ausschließlich platten, die bei ihm sonst nicht zum einsatz kommen. hatte damit zu tun, dass er seine neuerwerbungen im club hören wollte – kann man auch machen.
hanno sehr funky und fordernd zugleich, somit auch sehr kurzweilig.
ich hatte mir nicht mehr und nicht weniger vorgenommen als stur geradeaus zu brettern. das war der reaktion des publikums nach zu urteilen nicht allzu verkehrt. habe mich auch in der mitte dazu hinreißen lassen, nach ewigkeiten mal wieder „krekc“ von speedy j, gefolgt von dessen „pannik“ zu spielen, was schon sehr gut aufeinander passte, aber eben auch sehr auf nummer sicher gegangen war. erst gegen ende wagte ich den ausflug in dubstepartige gefilde („stand against war“ von mala oder „purported“ von ena), und das wäre im nachhinein etwas gewesen, das sich bereits zwischendurch im set durchaus gut gemacht hätte.
das soll aber nicht die tatsache schmälern, dass es ein runder montag, bzw. dienstagmorgen in kreuzberg war. über die (zu offensichtlich) auf funktionalität getrimmte linie meines sets beschwere ich mich wahrscheinlich als einziger, insofern habe ich auch keine probleme damit, das zu verlinken, falls jemand auf dem weg zur arbeit oder zum ausgehen noch die symbolischen peitschenhiebe braucht.


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no reason to compute? kraftwerks vision eines elektronischen lebensstils in „computerwelt“

es ist ungefähr ein jahr her, als ich einen anruf einer bekannten erhielt, die am zentrum für zeithistorische forschung in potsdam arbeitet. dort erscheint drei mal jährlich ein band der zeithistorischen forschungen, der sich jeweils einem spezifischen thema widmet – in diesem fall sollte es die computer- und informationsgesellschaft sein. eine der rubriken nennt sich „neu gelesen“, in der klassiker der geschichtswissenschaften (im weiteren sinne jedenfalls – die soziologie wird bspw. auch gerne einbezogen) sowie deren thesen jahrzehnte nach ihrer veröffentlichung erneut auf den prüfstand gestellt werden.
daneben gibt es noch „neu gelesen“, und da sollte ich mich dem album widmen, mit dem kraftwerk ihre vorstellungen vom futurismus sowohl inhaltlich als auch musikalisch so perfekt umgesetzt haben, wie sie es danach nicht mehr vermochten (was nicht negativ gemeint sein muss, schließlich hat das vorherige genügend spuren hinterlassen).

abgegeben werden sollte der artikel bis ende dezember 2011, bis dahin kam ein bisschen etwas dazwischen: verteidigung der master-arbeit, übergang ins vollzeit-berufsleben, gelegenheits-gigs, fertig wurde er dennoch – jedenfalls die erste version, welche noch die eingangs erwähnte überschrift trug.
mehrere korrekturen und ergänzungen später trägt der artikel nun den titel „‚computer für das eigenheim‘. ‚kraftwerks‘ musikalische version eines elektronischen lebensstils (1981)“, womit ich mehr als gut leben kann, da es beinahe schwieriger ist, eine gelungene überschrift zu finden als den artikel gut hinzubekommen. es stellte sich beim schreiben nur die schwierigkeit, dass die forschungsliteratur zu kraftwerk nicht sonderlich umfangreich ist und das, was es zu ihnen gibt, sehr von der revolutionären dynamik infiziert ist, welche die vier düsseldorfer ab mitte der 1970er-jahre entwickelten. neu war mir, dass „computerwelt“ mit der authentischste musikalische spiegel des informationstechnologischen umbruchs war, der auch vor kraftwerk nicht halt machte. das alles ließ sich schön rekonstruieren – im gegensatz zur rezeption in übersee, genauer: asien, jedoch auch der hiesigen musikpresse, deren ausgaben zumindest in berliner archiven auf die schnelle nicht zu beschaffen waren.

allen schwierigkeiten zum trotz: der artikel ist jetzt erschienen – sowohl in der print- als auch in der online-ausgabe. netter nebeneffekt der online-ausgabe: mehr bilder und vor allem mehr musik. die ganzen widrigkeiten, mit denen man sich dank gema oder copyright abfinden muss, hatten auch ihr gutes: so liegen die meisten songs in live-versionen der computerwelt-tour vor, die ich jedem ans herz legen kann. so hart, funky und konkret hätten sie die album-versionen gerne noch einmal als live-versionen herausbringen können. da klingt einiges besser als auf „the mix“, welches zehn jahre später erschien. dennoch: es steht immer noch auf meinem wunschzettel, sie einmal live zu erleben.

nachzulesen und nachzuhören ist der artikel hier. nachfragen, denkanstöße, kritik gerne hier anbringen.

p.s.: ich wäre auch sehr gerne noch auf die anderen artikel des bandes eingegangen, jedoch fehlt mir momentan die zeit, diese ausführlich zu lesen. und wenn ich die wahl zwischen oberflächlicher rezension oder authentischer eigenwerbung habe, entscheide ich mich dann doch lieber für letzteres.

[görlitz / 07.09.2012] jugendkulturzentrum basta: fokus festival warm up

das fokus festival ist zugegebenermaßen bisher völlig an mir vorbeigegangen, aber seit der anfrage letzte woche ist meine neugierde doch ziemlich groß.
dabei handelt es sich um eine plattform, die von verschiedenen jugendkulturinitiativen aus deutschland und polen (daher auch görlitz als veranstaltungsort) getragen und organisiert wird. das eigentliche festival findet am 8. september auf dem alten schlachthofgelände in görlitz statt, bereits am 7. september gibt es das warm-up im basta. um den abend musikalisch abzurunden, darf ich zum schluss dubstep spielen.

programm
ab 20 uhr: filmprogramm – zwei dokumentationen. zum einen über das boomfest, ein deutsch-polnisches jugendprojekt, zum anderen interviews des jugendrings oberlausitz mit jugendinitiativen in und um görlitz.
ab 22 uhr: jabbadub
ab 0:30 uhr: stype ableton-set

ort
jugendkulturzentrum basta
hotherstraße 25
görlitz

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[berlin / 01.09.2012] lauschangriff: jack ur body

ein einst besetztes und danach legalisiertes haus im friedrichshainer nordkiez mit urigem kleinen keller inklusive kicker, niedriger decke und ebensolchen getränkepreisen, der jeden zweiten mittwoch dem noiseangriff eine heimat bietet, noch dazu marcel und ich seit einer gefühlten ewigkeit mal wieder im freien feld – passt, würde ich sagen.

start
die türen sind wohl ab 21 uhr offen, musik erst ab 23 uhr, alles etwas undurchsichtig. denke, keiner macht etwas verkehrt, erst etwas später aufzutauchen – womit jedoch kurz nach mitternacht gemeint ist und nicht 10 uhr morgens.

ablauf
ca. die ersten 40%: markus masuhr
ca. die letzten 60%: marcel heese / stype

eintritt
3 euro

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[berlin / 10.08.2012] suicide: krake festival

zunächst der disclaimer, da es in eigenwerbung ausartet: ja, auch das line-up an den anderen tagen ist toll. ich werde jedoch aller wahrscheinlichkeit nach nicht dazu kommen, mir etwas anderes anzusehen, auch wenn der samstag noch einmal besonders dick auffährt.

line-up
pole live
ulrich schnauss live
shrubbn!! live
alex smoke
kid606 live
cassegrain
goner live
dj flush
axiom
stype ableton-set
transforma vj

start
23 uhr

eintritt
15 euro

zeitplan
club
23h00-00h30: axiom
00h30-01h15: shrubbn!! + transforma vj
01h15-02h15: pole
02h15-03h15: ulrich schnauss
03h15-04h15: goner
04h15-06h45: cassegrain
06h45-ende: adam weishaupt
garten
00h00-02h00: stype
02h00-03h00: kid606
03h00-07h00: alex smoke
07h00-ende: dj flush

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mitschnitt

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