[berlin / 26.-29.04.2019] about blank: nine doch blank

das läuft schon seit freitag und ursprünglicher plan war, auch den beginn sowie die gestrige reef in der griessmühle mitzunehmen. da ich bei der hiesigen influenzavirenvergabe in dieser saison aber unbedingt bei der letzten runde dabei sein wollte, stand die letzte woche im zeichen der vernunft, so dass es „nur“ der sonntagnachmittag/-abend bis zu dj stingray wird. nichtsdestotrotz: gratulieren an meinen vizelieblingsclub (des herzens) ist ehrensache. ich mach mir das mit dem zeitablauf mal bequem und füge den so ein wie im newsletter verschickt. änderung hierbei war, dass inga mauer ihren flug verpasst hat und kate miller von der oscillate einspringen musste (was meiner bescheidenen meinung nach auch vorher schon so hätte geplant werden können).

nachbetrachtung
(am 25. januar 2020)

handle ich kurz ab: alleine die tatsache, dass es am ende auf einmal doch acht stunden (und damit länger als geplant) wurden, spricht für sich. das wetter spielte mit, viele bekannte gesichter sowieso und es war bis zum abend glücklicherweise entspannt genug, ohne irgendwo ständig jemandem ausweichen oder sich durchschlängeln zu müssen.

dj stingray war eine granate und von anfang bis ende (mal wieder) eine riesen-inspiration. habe dabei meinen lieblingstanzplatz auf dem mdf entdeckt: vor der bassbox im gang rechts neben der eigentlichen tanzfläche. scheine die restviren bei ihm verbrannt zu haben, das bot für mich keinen anlass zur pause. spielte am ende nicht so schnell wie manchmal üblich, aber das muss ja auch nicht. shazam hat leider viel zu häufig kapituliert, allerdings wollte ich mich auch nicht durch ständiges hinrennen zu den decks aus der tanzlaune bringen.
claro intelecto zuvor im garten schön dubbig-housig, wobei mir die übergänge zwischen den einzelnen tracks mir manchmal etwas abrupt waren. ist andererseits auch schwierig, wenn die aus so unterschiedlichen tonarten bestehen.

[berlin / 20.-22.04.2019] about blank: warning 1901

das wird meinerseits ein bericht aus einer anderen perspektive, da ich die erste artist care-schicht bis sonntagfrüh übernehme und den rest wegen feiertagsentspannung sehr wahrscheinlich verpassen werde. aber das line-up verdient kein geringeres prädikat als „couragiert“.

lobby
23h00 douala
02h00 gnork live
03h00 kaletta
05h00 dj 1985
08h00 pause
22h00 sultan shakes
00h00 voicedrone
02h00 credit 00 live
03h00 lux
05h00 elena sizova

mdf
00h00 uta
03h00 erik jäähalli live
05h00 dj bs
07h00 textasy
09h00 mars leder
12h00 pause
23h00 dj tabledance
02h00 schmerzlabor
04h00 kuldaboli live
05h00 syd woz
07h00 credit 00

garten
10h00 philipp otterbach
13h00 gnork
15h00 rudolf c
17h00 reptant live
18h00 shedbug
20h00 lucas croon live
21h00 rude 66 live
22h00 pause
08h00 castro & nemo

zelt
01h00 oko dj
04h00 marlene stark
07h00 ernestas sadau
10h00 pause
23h00 the phaser boys live
00h00 dj ungel
02h00 kaschiel
04h00 in-security
06h00 aki aki & rasputin

hütte
01h00 frinda di lanco & jochen discomeyer
04h00 riccardi schola
07h00 pause
02h00 lisaweta

eintritt
15 euro

nachbetrachtung / schichtbericht
aus der sicht des partygängers mit ein wenig erfahrung oder verständnis für die veranstalterperspektive kann ich nichts negatives über die zeit von 23 bis 10 uhr sagen. musikalisch gab es für mich keinen einzigen ausfall, eher entdeckungen: darunter dj 1985, der die lobby mit alten dance mania-sachen von traxmen erst aufwärmte, um sie dann später mit hartem, schnellen acid der 1990er auseinanderzunehmen sowie dj bs, der auf dem mdf keine scheu hatte, von electro zu jungle zu gehen. auch mars leder, der zuvor schon einiges an vorschusslorbeeren hatte, hörte ich endlich einmal im clubkontext. dabei technisch und geschmackssicher, jedenfalls habe ich die meisten tracks bei ihm notiert:
off the meds – belter
agents of time – east coast
ténèbre – axe nord-sud (bezeichnend für meine aktuelle gedächtnisleistung, dass ich die ep schon vor geraumer zeit auf bandcamp gekauft habe)
overmono – daisy chain (auch bezeichnend, weil schon mehrere male per shazam gesucht und auf der bandcamp-wunschliste)

mich hat sonst immens die schlange um kurz nach mitternacht sowie die stets gut gefüllten tanzflächen gefreut, weil das bei so einem line-up für mich keine selbstverständlichkeit ist. vielleicht spielte da noch das lange osterwochenende mit entsprechendem touristenandrang hinein.

aus sicht der artist care gab es bis 5/6 uhr ordentlich zu tun und für alle seiten den lerneffekt, dass man dies am besten zu beginn eines abends mit mehreren floors zu zweit macht. da die lobby erst eine gute halbe stunde später eröffnete und der mdf gleich kurz danach dran war sowie noch kleine dinge wie anbringen des ablaufplans zwischendurch erledigt werden wollten, war das sportlich, aber auch ein schöner kontrast zum sonst bei mir herrschenden großraumbüroalltag.
das gleiche nochmal in leichter um 1 uhr wegen hütte und zelt zugleich. aber da kam es sehr entgegen, wirklich pflegeleichte djs (was fast ausnahmslos auf alle während meiner schicht zutrifft) zur betreuung zu haben, die sich selbst ganz unaufgeregt vorbereiten konnten und den rest mit der technik abklärten. da griff auch alles super hand in hand.

einzige herausforderungen: den trolley von dj 1985 rechtzeitig aus dem büro bekommen, weil der trolley vor ihm gebracht worden war, textasy fünf minuten vor dem set vom garten über backstage (dort lag der kopfhörer) zum mdf zu bekommen und bei riccardi schola (das italo/disco-alias eines bekannten pudel-residents) über den umweg über das blank-büro hoffen, dass ein taxi vor dem club steht, damit er seinen zug bekommt. hat alles geklappt.

auch wenn das gerade am anfang ziemlichen stress bedeutete (den ich mir aber komischerweise ganz gern gemacht habe), wurde das ab 5/6 uhr merklich entspannter und ab 8 uhr konnte ich das auch richtig genießen, weil dann für mich feierabend war. da ging zwar tanzenderweise nicht mehr viel, aber mars leder hörte ich mir auch so gerne hinten beim mdf richtung bar sitzend an.

von daher: sowohl als gast als auch als artist care jederzeit wieder. toll, dass dieses liebhaber-line-up auf so viel akzeptanz gestoßen ist.

[münchen / 13.04.2019] blitz: blitz w/ nd_baumecker, overmono & more

wo ich schon mal hier bin, kann ich mir auch gleich bekannte schallplattenunterhalter aus der heimat anhören. overmono habe ich letztens als live-act in der panorama bar verpasst, aber dann eben als dj-duo.

blitz

00h00 nd_baumecker
02h30 overmono
04h30 muallem b2b roland appel

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
„schon großzügig dimensionierte bars,“ dachte ich beim ersten durchgehen. jedenfalls muss man erstmal durch einen barbereich, ehe die tanzfläche sichtbar wird. der ganze club ist schlicht, beinahe steril gehalten, wobei das holz allem wieder wärme verleiht – und vor allem einen richtig satten sound. dafür sorgt eine void-anlage und eine wandverkleidung, die keine rechten winkel aufweist, womit der raum dem sound angepasst worden ist.
das dj-pult wie im mma: nur leicht erhöht und auch von hinten einsehbar. monitoring wie im berghain von drei tops aus. also auch ideale arbeitsbedingungen.
zu den klos ist es für die herren eine kleine weltreise in einen nebentrakt des deutschen museums. auf dem weg dahin oder zurück kann man es sich aber im vorraum auf den treppenstufen bei ambient gemütlich machen. das geht aber auch am rande der tanzfläche ganz gut, wobei das nun wieder der logenplatz für beinahe-unfälle wegen der stolperfalle aufgrund der leichten erhöhung des randes ist. dafür hat man am rand sprichwörtlich den bass im rücken.

leider auch hier: getränkesponsor ist red bull. wäre zu schön, wenn fritz hier einen fuß in die tür bekäme, aber soweit ich weiß, bindet man sich als club für einen gewissen zeitraum.
auch beim licht könnte / sollte sich noch einiges mehr tun. mal mehr und mal minder helle hellgelbe lampen, das sich drehende ufo in der mitte der tanzfläche sowie der strobo hinter dem dj-pult war mir etwas zu wenig. allerdings war ich auch vom vorabend verwöhnt, und der sound riss es ohnehin locker raus.

besuchertechnisch war es nicht mal ansatzweise zu voll, was wohl daran gelegen haben mag, dass viele dem mma nochmal lebewohl sagen wollten. dafür (dicker pluspunkt) von vorne bis hinten musikalisch richtig gut. nur meine kondition wollte da nicht hinterher, so dass ich relativ zeitig nach beginn des b2b-sets gegangen bin. da fuhren die u-bahnen wieder.

und auch wenn es im vergleich zu manch anderen abenden leerer war: nd hatte bereits um 0h30 einige tänzer*innen vor sich und wurde die auch bis zum schluss seines sets nicht los. von house bis zu acid, breakbeats und ein wenig techno wechselnd – das übliche stylehopping bei ihm, ohne dass es sich wirr anhört. oder auch: ganz schön gewohnt gut.
notiert:
mantra – transmutation
neil landstrumm – lancia delta integrale 16 v (wie bereits von dave aju zur release-party von nds panorama-bar-mix gespielt)
dj normal 4 – cult of alecto

overmono wechselten gekonnt zwischen breakbeats und geradlinigem. der schluss dann nochmal mit drum&bass, bevor sich muallem & roland appel mit bodenständigem techno (u.a. dem dubplate-mix von mark broom zu floorplans „never grow old“) anschickten, den abend zu beenden. beim overmono-set stach jedoch „death rattle“ von lsdxoxo ins auge, was direkt auf die wunschliste wanderte.

beim blitz komme ich definitiv nochmal wieder. muss mir anschauen, wie sich der club im sommer und / oder mit zwei floors so macht. das booking sieht über die nächsten wochen jedenfalls konstant gut aus und ich bräuchte nochmal die perspektive, wie es um die zusammensetzung der leute bestellt ist, wenn ein anderer platzhirsch nicht am gleichen abend seine pforten schließt.

ps: das nd-set gibt es im rahmen des blitz live-podcasts nun auf soundcloud nachzuhören.

[münchen / 12.04.2019] mma: mma closing part 1

auch in münchen ist die existenz von clubs nicht selbstverständlich. mir wurde empfohlen, dass ich mir das mma wegen seiner industriehallenästhetik anschauen soll. da lasse ich mich nicht bitten. werde es wahrscheinlich bedauern, es erst am schließungswochenende hingeschafft zu haben.

mma closing part 1

halle
adam beyer
marcel fengler
thomas werner
human rias

club
raphael dincsoy
dominik marz & david kochs
dobé
martina hiller

start
23 uhr

nachbetrachtung
hatte zwar ein ticket, da ich schon befürchtete, dass sich weit vor mitternacht eine schlange bilden würde. aber selbst war ich erst zur geisterstunde vor ort und überrascht, dass man noch quasi durchgehen konnte.

die ortsbegehung dauerte auch erstmal eine viertelstunde. wenn alles offen hatte (also halle und club), lag die garderobe weit hinten. und das alles in recht luftigen gängen. im sommer kein problem, bei allem unter einstelligen plusgraden wurde das mit dem abgeben/abholen der siebensachen aber zur zitterpartie.

die referenzen an die vorzeigediskothek am wriezener karree waren jedoch in der halle nicht zu übersehen. line-arrays als beschallung, subwoofer nur vorne. gab zwar keinen nachhall oder brei, wenn man hinten stand. aber wirklich druckvoll war der sound nur in der vorderen hälfte.
dicker pluspunkt: relativ ebenerdiges dj-pult, was auch ein wenig abgesetzt von den wänden war, so dass man auch gerne dahinter tanzen konnte. das licht hat raum und publikum eher inszeniert als den dj – auch das ist positiv anzumerken. der eigentliche club lag nochmal ein ende den (kalten) gang hinunter und war eine ganze ecke kleiner – bestenfalls für 300 leute ausgelegt. sonst klassische techno-umgebung: schwarzgestrichene wände, weniger ist mehr beim licht, sitzgelegenheiten in der ecke neben der bar, auch nur leicht erhobenes dj-pult.
minuspunkt: red bull als getränkesponsor, so dass man auch nur deren simply cola bekam. außerdem noch die bar in der halle an der rechten seite, was ein kleines nadelöhr zwischen tanzenden und durstigen war.

gibt ansonsten nur wenig zu meckern. mir war die musik ab 2 uhr auf beiden floors zu melodisch, aber das ist mein problem mit allem, was ich voreilig in die „trance“-schublade packe. das warm-up von martina hiller im club war schon sportlich sowie schnörkellos. thomas werner war da ein wenig voluminöser („the peg loosens“ von paleman bspw.).
bin aber wegen des raumes und der echt guten stimmung aber gerne bis 7:30 uhr geblieben. da machte adam beyer noch keine anstalten, aufhören zu wollen. auch er ziemlich trancig – der edit von „the house of house“ von cherrymoon trax könnte ruhig mal erscheinen.
vom publikum her ein querschnitt durch das, was man in münchen so erwartet: durchaus schickgemachte damen und herren mischen sich mit partyveteranen und denen, die es werden wollen. dann gibt es noch die fraktion, die nur mal gucken möchte, ganz normale techno-anhänger mit tresor-shirt (worauf man als berliner schon ein wenig stolz ist) und (unerwartet, daher umso erfreulicher) offen schwule. das alles hat die zeit jedenfalls nicht lang werden lassen.

wenn der club geräumt ist, kommt die abrissbirne. dann werden an der stelle ausnahmsweise mal keine gewerbebauten, sondern wohnungen entstehen. schön, davon braucht münchen eine menge. es wird aber bei der innenstadtlage nur die üblichen 20% sozialwohnungen geben, die auch nur über einen begrenzten zeitraum gefördert werden. man kann sich also ausmalen, welche preise für eigentum und ergo dann für die miete aufgerufen werden. vor dem hintergrund sind kampagnen wie #savemma wichtig, um zu signalisieren, dass subkultur im innenstadtbereich wichtig ist. aber angesichts des wohnungsmarktes, der im vergleich zu berlin noch einen wesentlich höheren druck zu verzeichnen hat, wird es für clubbetreiber in der münchener innenstadt künftig nicht leichter.
die leute um das mma wollen laut der dame am infostand zur kampagne jedoch weiterhin etwas bewegen und sind auf der suche nach orten. in der kurzen zeitspanne, die der club existierte, hat er jedenfalls eindruck hinterlassen. bei mir jedenfalls den eines ladens, der ein freihafen für liberal denkende, queer liebende oder exzessiv feiernde ist, was gerade für münchen wichtig ist. alleine deswegen bin ich gespannt, ob es einen nachfolger gibt.

jeff mills und die kunst der subtraktion

herr mills muss hoffentlich niemandem mehr vorgestellt werden. seinen fußabdruck hat er in der techno-historie nicht zuletzt aufgrund seiner art des auflegens hinterlassen. das geschieht zwar nicht mehr so wild wie anfang der 1990er-jahre, aber immer noch mit einem unglaublichen rhythmusgefühl und einer beispielhaften konzentration. auch wenn das manchmal nicht 100% auf den punkt ist, ist er auch heute noch ein vorbild, welches angehenden und auch langjährigen djs als messlatte dient.

interviews mit ihm gibt es recht selten. residentadvisor hat ihn für die „the art of djing“-serie gewinnen können, in der er bereitwillig auskunft über sein setup, seine autodidaktischen ersten gehversuche und der vorausschauenden planung bei einem set gibt.

ein mehr als würdiger eintrag in der reihe: klick.

[berlin / 23.03.2019] tresor: tresor meets deep in the box

wenn ich schon mehr oder weniger fünf wochen hintereinander richtung wriezener karree rennen kann, sollte zum ausgleich auch die köpenicker straße drin sein. wird wohl direkt nach der staub die anlaufstelle. titonton duvante steht schon seit ewigkeiten auf meiner liste, objekt ist eh immer ein hinhören wert, und perm kommt bei der gelegenheit auch passend.

tresor meets deep in the box

tresor
00h00 nicole
03h00 perm live
04h00 objekt
07h00 ron wilson

globus
00h00 marc fm
02h30 losoul live
03h30 titonton duvante
06h00 barbara preisinger

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
da ich nach der staub noch etwas bei der oscillate geblieben bin und yu su mich dort ziemlich fasziniert hatte, war ich hier gerade mal pünktlich zum beginn von losoul, wobei mir das nach 10-15 minuten zu statisch und trocken war. sicher, das ist seit playhouse-tagen sein markenzeichen und wird auch an der vorbereitung im blank gelegen haben. andererseits fiel es mir wesentlich leichter, perm den vorzug zu geben. der spielte einerseits melodisch, anderseits mit schönem acid-einschlag und dabei schön dynamisch.
bei titonton duvante habe ich mich maßlos geärgert. aber über mich, weil ich ihn bislang nicht gehört hatte, wenn er mal in berlin war. das war nicht weniger als grandios, wie er cuttend und stellenweise scratchend mit den cdjs gearbeitet hat, dabei auch tresor-erprobte stücke wie „acid tracks“ von phuture, „bounce“ von daniel bell, „in“ vom „absolute time“-album von cristian vogel oder die „phylyps trak 2“ neben neueren sachen wie „time lapse“ von lapin (so von shazam identifiziert) eingewoben hat. ist bei mir jedenfalls umgehend auf der liste derjenigen gelandet, deren berlin-gastspiele für mich pflichttermine sind, sofern der club stimmt.

objekt hatte da leider etwas das nachsehen, aber brachte das ohnehin gewohnt gekonnt über die bühne. dabei positiv aufgefallen: die detroit-klassiker „the art of stalking“ von suburban knight und „forces“ von esser. bin auch zeitnah nach dem objekt-set gegangen – das maß an party war erreicht und ich wegen des titonton-sets mehr als nur zufrieden.

[berlin / 23.03.2019] about blank: staub

gerade noch im watergate und schon wieder in der heimstätte.

ablauf

lobby
10h00 sven ost
14h00 stojche
18h00 esther duijn

mdf
14h00 spencer parker
17h30 kimmy misto
20h30 the chairman

zelt
13h00 philipp grosser
16h00 anna steffens
18h30 mayashiba

nachbetrachtung
summa summarum solide, habe allerdings auch stojche verpasst und kam erst kurz nach 18 uhr an.

im zelt fiel mayashiba mit sicherer 1990er-auswahl („tone“ von emmanuel top, „do da doo“ von robotman, „substance abuse“ von f.u.s.e. oder „technarchy“ von cybersonik) bei zugleich ausbaufähigen beatmatching-fähigkeiten auf. klar sprangen die nadeln hin und wieder und sicher bringt einen das aus dem konzept, so dass ich verstehen kann, dass mensch da nicht so in den fluss kommt. andererseits war das auch bei stabilen nadeln nicht besser.

the chairman machte das zum schluss auf dem mdf richtig gut. klar, funktional, aber schön daran waren die neueren techno tracks wie „nine o‘ three“ von donato dozzy, „kalosi“ von blawan, aber auch die älteren wie „the end“ von quazar und „harlequin – the beauty and the beast“ von sven väth. fühlte mich davon sehr gut unterhalten.

da man danach noch dankenswerterweise bei der oscillate bleiben konnte, bekam ich dort noch yu su in der lobby zu hören, die eine sehr originelle auswahl unter 110 bpm zum beginn spielte und sich damit nachdrücklich bei mir empfohlen hat.

[berlin / 15.03.2019] about blank: buttons – nachbetrachtung

ablauf

lobby
00h00 sunset motherfucker
03h00 whitney weiss
06h00 the neighbourhood character

mdf
01h00 madalba
04h00 juana
07h00 lsdxoxo
10h00 the lady machine

zelt
02h00 stanley schmidt
06h00 i$a b2b dj minus minus
10h00 jacob meehan
14h00 akirahawks
18h00 paolo di nola

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
verdient einen gesonderten beitrag, weil wir uns noch nach helena hauff im tresor entschieden hatten, uns die buttons anzuschauen. da gab’s für mich aus mehrerlei gründen nicht lange zu überlegen:
erstens hatte ich es nie zu einer homopatik geschafft, als es die noch gab. das gleiche galt für die buttons. wie sich eine dezidiert schwule veranstaltung im about blank macht, war also numero eins.
numero zwei war the lady machine, die bereits auf der bewegungsfreiheit im letzten jahr, bei manchen staub-ausgaben sowie letztens auf der pornceptual überzeugen konnte.

es hängt in jedem fall wesentlich mehr dekoration als üblich im club. räumliche veränderungen wie bei der poly|motion finden nicht statt. weiterer (dicker) pluspunkt war der stand von mancheck im zelt mit aufklärungsmaterialien rund um safer sex und safer use. und klar: deutlicher männerüberschuss. aber da das about blank mit seiner dezidierten politischen ausrichtung eh ein sicherer hafen ist, war das im vergleich zum staub-stammpublikum auch nichts, wo man sich hätte groß umgewöhnen müssen.

vom sound her auch nicht wirklich, auch wenn die lobby dezidiert housig war. dort war auch relativ pünktlich kurz nach 9 feierabend. für die klos dahinter (und damit auch den darkroom) ebenfalls.
the lady machine hatte bei beginn des sets das erwachen, nicht ihre platten in der tasche vorzufinden. die hatte juana stattdessen mitgenommen, weil es äußerlich die exakt gleiche war. sie spielte also mit fremden platten und musste improvisieren. habe ich allerdings auch erst mitbekommen, als mir davon erzählt wurde. bemerkt hat man das als partygänger nicht und auch sie meisterte die situation mehr als nur souverän, sondern technisch versiert wie üblich. nach zwei stunden kam die reserve und nach einer weiteren die eigentliche plattentasche. die buttons-organisatoren hatten alle hebel in bewegung gesetzt, dass die platten nicht nach new york unterwegs sind. auf dem immer noch gut gefüllten mdf war dann mit „my sound“ von joey beltram auch recht pünktlich nach 14 uhr schluss.
in anbetracht des vorprogramms habe ich mir noch eine stunde akirahawks angehört, bin dann aber gegangen. nicht, weil er schlecht gewesen wäre (ganz im gegenteil!), aber die kondition verlangte dann doch nach etwas ruhe.

fest steht: die buttons geht schon gerne mal wieder, aber die staub bleibt für mich der blank-pflichttermin. beide partyreihen zeichnet aber eine leidenschaftliche crew aus, die alles unternehmen wird, damit die künstler*innen ihr bestes geben können. passt also super zum club.

[berlin / 15.03.2019] tresor: 28 years – dj stingray invites

und als ob es der feierlichkeiten für das wochenende nicht genug wäre: der tresor lässt sich für den freitag von niemand geringerem als dj stingray das line-up kuratieren und landet damit für mich vor dem samstag. in anbetracht des sonntagstermins aber auch gut so.

tresor
00h00 marcus
03h00 dj stingray
05h30 helena hauff
08h00 shyboi

globus
00h00 cem
04h00 detroit in effect live
05h30 nazira

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
war erst zu detroit in effect da, was kein live-act im eigentlichen sinne, sondern eher ein dj-showcase war, in dem er die älteren und jüngeren durch die techno-geschichte detroits geführt hat. da fehlten also gestandene sachen von juan atkins („no ufos“) nicht, wurde aber auch mit eigenem material verwoben. hatte mit seinen ansagen und dem scratching etwas, was man auf block-parties auf us-amerikanischen straßen vermutet und zeigte damit, wie das in motor city so laufen könnte. das war schon okay so, aber es mag an meiner erwartungshaltung gelegen haben, dass ich das eher als geschichtsstunde empfand, obwohl ich mit dem „live“-attribut eher die präsentation von eigenmaterial verbinde.

dj stingray sowie helena hauff mit gewohnter klasse. letztere zog in der letzten viertelstunde das tempo deutlich an, so dass sie bei acid um die 160 bpm landete. bei shyboi deutete sich danach ein grundsolides techno-set an. bin dann aber wieder los.

[berlin / 14.03.2019] säule: säule xxv

ich bin bei diesen namen und der aussicht auf den komprimierteren rahmen der säule doch nochmal schwach geworden

ablauf
22h00 gian
00h00 traxman
02h00 christopher joseph (der für den krankheitsbedingt fehlenden textasy einspringt)

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
schön unaufgeregte angelegenheit, das alles. hingehen, nirgends warten, sich ungestört bewegen können, dabei den jährlichen status in puncto footwork / ghettotech / booty (oder wie auch immer das mittlerweile genannt wird) mitbekommen und dabei feststellen, dass da alles beim alten ist. nichtsdestotrotz war diese leichtigkeit, mit der traxman die tricks aus dem arm schüttelte, beneidenswert. spielte mit serato und benötigte nur einen technics, was der trainierten seite entgegenkam.
gians warm-up mit schön kuratiertem und präsentiertem electro sollte auch lobend erwähnt werden, christopher joseph war in meinen ohren ziemlicher standard-techno, wobei „infra red spectrum“ von suburban knight positiv herausstach. führte andererseits auch dazu, dass ich relativ zeitig wieder daheim war.

notierte tracks:
zeigen