[berlin / 05.01.2018] kit kat club: gegen birthday

einen besuch im kit kat club habe ich ewig schon vor. da passt es ganz gut, dass die „gegen“ auch ein amtliches techno-programm bietet.

gegen birthday

gegen tanz
23h00 warbear
02h00 lady maru
05h00 silvia trix
08h00 mar/us
boxikus vj

death by rainbow room
00h00 xik
02h00 dj flush
05h00 death bulb live
06h00 hanno hinkelbein
kinomatik sot vj

the house of gegen
23h00 la schmock
02h00 josh caffe
05h00 la fraicheur

the bearcave
00h00 bomb boutique
03h30 tumulto

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
auch mal was neues: fast eine halbe stunde durch einen club irren, um den death by rainbow-floor zu finden. das lag nur zu einem geringen teil an der (üppigen) fülle, jedoch vielmehr an dem labyrinth, als das der kit kat club konzipiert ist.
schlecht ist das nicht, sogar das gegenteil dessen. hinter dem eingang gleich zwei riesige garderobenbereiche, poolbereich geradezu, zum hauptfloor nach rechts, durch den floor hindurch geht’s zum zweiten auf der etage (dort war besagter death by rainbow-floor). von dort aus gibt’s eine treppe hinab, da befand sich the bearcave (klein, poppig, jedenfalls lief beim durchgehen „just can’t get enough“) und ein paar gänge sowie séparées weiter the house of gegen (größer).
zum vergnügen sind mehr als ausreichend sitzgelegenheiten, matratzen, betten, gynäkologenstühle vor ort. die dekoration auf den floors wirkt wie ein bisschen aus der zeit gefallen – in dem fall sind es die 1990er-jahre mit ihrer trance-ästhetik inklusive schwarzlicht. mit der geschichte des clubs im hinterkopf fand ich das aber irgendwie charmant. publikumstechnisch war es erst recht angenehm, wobei ich annehme, dass die „gegen“ mit ihrem eher technoiden konzept andere segmente als die stammkundschaft anspricht. ein paar regelmäßige gäste aus dem berghain waren gesichtet, hinzu kam ein ordentlicher anteil an schwulen – für gute stimmung war also gesorgt.

da die freitagstypische bettschwere mein zeitiges aufbrechen etwas hinauszögerte, war ich leider erst gegen 5 uhr da, daher bekam ich von dj flush nichts mehr mit. death bulb waren zwar nicht ganz mein fall, aber sie spielten ihren remix für „geck“ von furfriend, und der ist gut geworden. hanno hart-funky und damit in seinem element, u.a. mit „blackwater“ von ansome oder „mekong delta“ von len faki und „thunder“ von dave clarke als hits zum schluss.
mar/us fand ich auf dem hauptfloor zum schluss überraschend gut. überraschend deshalb, weil er im stile der hardwax’schen „big room“-schiene spielte, aber das in einer form, die mich nicht langweilte, sondern wenigstens gut mit dem kopf nicken ließ. dabei von shazam erkennen lassen:
marcel fengler – thwack (planetary assault systems remix), habe selbst nur das original.
marco bailey – wildfires (nikola gala remix)
pfirter – x, von der zweiten herdersmat-box auf mord, die beim ersten durchskippen meinerseits überhaupt nicht gut weggekommen ist.
kwartz – breakage (exium remix)
env3 – typ 14

schluss war für mich gegen 11 uhr. da sah es noch nicht danach aus, als ob innerhalb der nächsten halben stunde schluss sein würde. die gegen merke ich mir ruhig mal als reihe, zu der ich wieder hingehen kann – sogar sollte: deren queere standpunkte zu jeder party sind zumindest die lektüre sowie anschließendes nachdenken wert und mit ein bis zwei leuten aus dem line-up konnte ich bisher immer etwas anfangen.

[berlin / 30.12.2017] about blank: killekill megablank

da es den megahorst ja leider nicht mehr gibt (er fehlt!), wird das megablank konsequenterweise zur nächsten station und selbige damit zum vorglühen für silvester auserkoren.

main floor (mdf)
00h00 dj flush
04h00 the exaltics live
05h00 legowelt live
06h00 exterminador

lobby
01h30 philipp strobel
03h00 coal live
04h00 philipp strobel
05h00 ossian

the third floor
01h00 alienata aka the spooky alien
03h00 tommi tokyo
05h00 planet tink b2b renegade

eintritt
13 euro

nachbetrachtung
mache ich kurz.

dj flush: übliche mixtur aus no future und groovigem dazwischen.
alienata: ist und bleibt eine der damen mit der besten auswahl.
coal: für mich eine der entdeckungen des ausgehenden jahres. das war punkrock, gepaart mit industrial, noise und auch elektronik, wobei die punk-haltung überwogen hat.
the exaltics: hälfte/hälfte, also electro/techno.
legowelt: weniger verträumt als auf manchen seiner veröffentlichungen.
licht auf dem mdf: könnte öfter so sein mit diesen led-strobos, war aber nur eine besonderheit für silvester / neujahr, in deren genuss killekill gekommen ist.

[berlin / 30.12.2017] berghain: silvester klubnacht

wie das nun mal so ist mit liebgewonnenen traditionen.

neu: den jahreswechsel im club verbringen zu können und dem zur normalität gewordenen wahnsinn mal eben 24 stunden mehr gönnen. einen großteil davon werde ich nicht mitbekommen – peile die ankunft grob zwischen martyn und i-f an, ende offen.

silvester klubnacht

berghain
samstag, 30.12.2017
24h00 kobosil
sonntag, 31.12.2017
04h00 dvs1
08h00 dr. rubinstein
12h00 rødhåd
16h00 kangding ray
20h00 boris
24h00 marcel dettmann
montag, 01.01.2018
04h00 norman nodge
08h00 etapp kyle
12h00 somewhen
16h00 answer code request
21h00 lsd
dienstag, 02.01.2018
02h00 ben klock

panorama bar
samstag, 30.12.2017
24h00 gerd janson
sonntag, 31.12.2017
04h00 roi perez
08h00 efdemin
12h00 the black madonna
16h00 volvox
20h00 steffi
24h00 nick höppner
montag, 01.01.2018
04h00 anthony parasole
08h00 tama sumo
12h00 ryan elliott
16h00 virginia
20h00 danny tenaglia
24h00 massimiliano pagliara

lab.oratory
sonntag, 31.12.2017
21h00 skatebård
montag, 01.01.2018
01h00 gideön
05h00 nd_baumecker
09h00 soundstream
13h00 i-f
16h00 discodromo

halle am berghain
montag, 01.01.2018
01h00 jenus
05h00 rainforest spiritual enslavement
08h00 martyn
11h00 atom™
15h00 b12 live
17h00 nathan fake
20h00 fiedel

eintritt
38 euro

nachbetrachtung

vorab: am fazit der vorjahre ändert sich nichts. es war auch dieses mal das beste silvester seit dem letzten silvester. gliedern werde ich das resümee in die schilderung der sause aus meiner perspektive zum ersten und zum zweiten in der evaluation meines ausgehverhaltens. wer sich an die zusammenfassung vom letzten jahr erinnert (oder sie nochmal nachschlägt), wird ein paar durchaus selbstkritische töne darin finden. und da für mich gerade wieder einmal die zeit der selbstreflektion gekommen ist (muss die jahreszeit sein), kann ich ja mal schauen, was vom eigenen anspruch so übrig geblieben ist.

vielleicht erstmal so viel: ich hatte mir als option offen gehalten, den rekord vom letzten jahr (also 24 stunden im club) einzustellen, für mich war es aber dienstag mittag nach dem ende von massimiliano pagliara in der panorama bar (kurz nach 12 uhr, wer’s genauer haben möchte) nach 22 stunden völlig in ordnung, nun zu gehen. dabei hatte ich insgesamt nicht mal mehr als eine halbe stunde dort oben zugebracht, aber der discoide schluss rundete das alles für mich in dem moment gut ab.

dazwischen lag:

  • eine stunde warten am montagnachmittag, wobei die tür einen insbesondere an den umständen gemessenen lockeren eindruck machte. in den folgestunden wurde die schlange für beide eingänge auch nicht gerade weniger, bis es den einlassstopp am montagabend gab und die bändcheninhaber zügig abgefertigt werden konnten. eine verringerung des eintrittspreises gab es bis zum schluss nicht, worüber man sicherlich diskutieren kann. als abschreckung, nicht noch mehr leute anlocken zu wollen, wäre das noch ok, andererseits wäre die hälfte des preises ab der zweiten hälfte der party auch noch in ordnung gewesen.
  • die mittlerweile bekannte routine des personals: drei garderoben, und mit dem entsprechend taktischen gespür für die richtige bar zur richtigen zeit musste man auch nicht übermäßig lange warten. kompliment auch an den essensstand in der halle, der selbst bei ausgefallenem licht so weiterarbeitete als sei nichts geschehen.
  • ein i-f in ähnlicher form wie zum csd, jedenfalls mit dem gleichen ende: „gimme gimme gimme“ von abba.
  • answer code request, der in der kurzen zeit, die ich mitbekam, besser, fordernder spielte als letztes jahr.
  • eine halle, die genauso dekoriert war wie zum geburtstag, plus videoinstallation an der rückseite. gute idee auch mit der riesigen tafel und dem himmelbett im essensbereich. das wichtigste: sie war gut geheizt. meine kleine decke plus pullover im beutel kamen also nicht zum einsatz. stattdessen ließen sich dort tolle sets genießen: b12 waren davon am funktionalsten, stellenweise auch mit 4/4-kick sowie 303, was auch durchaus an einem sonntagmorgen gegen 4 oder 5 uhr ins berghain gepasst hätte (wo ich sie 2006 das letzte mal gehört habe). verlockte manche zum tanzen, war aber auch beim zuhören nicht unangenehm aufdringlich und der dicke applaus zum ende mehr als verdient.
    bei nathan fake habe ich gelernt, dass er auch als ambient-dj eine sehr gute figur macht – auswahl (u.a.): „vi scose poise“ von autechre, „radioland“ von kraftwerk, „faure in chrome“ von actress, „sandsings (boards of canada remix)“ von mira calix, „the work of art in the age of cultural overproduction“ von tim hecker.
    fiedel machte danach auch bis 4 uhr einen außerordentlich guten job, darunter mit „solanus (extracted)“ von vainqueur, burial – wounder und „happy cycling“ von boards of canada direkt danach, rhythm & sounds „roll off /b“ auf 45 statt 33 und (völlig unverhofft, daher so gut) „llorando“ von rebekah del rio (wer „mulholland drive“ gesehen hat: die szene aus dem theater, bei der die sängerin auf der bühne kollabiert.). war damit bis zum schluss (zugemacht wurde gegen 8) der ort, an den ich mich sehr gerne zurückgezogen habe.
  • im berghain rissen mich lsd unerwarteterweise so richtig mit. wer bei dem namen die stirn kraus zieht: es handelt sich um ein triumvirat dreier gestandener herren aus dem techno-bereich – luke slater, steve bicknell und david sumner (function). bei dem set kam irgendwie alles zusammen, was mir in 20 jahren auf den club-tanzflächen gänsehaut bescherte: rotzige tracks mit rauher energie und einer ständigen dynamik im set, bei der irgendeiner der drei immer wieder etwas draufsetzte. das licht: eher blitzend anstatt umherschweifend, dabei werde ich die angeblinkten einzelnen säulen mit der silhouette der leute auf den podesten so schnell nicht vergessen. das war noch die sahne obendrauf: die leute stiegen richtig willig darauf ein. ja, es war voll, allerdings auch nicht voller als an einem sonntagabend in den letzten jahren, der ja manchmal mit (fast schon wörtlich) um sich greifender rücksichtslosigkeit steht und fällt. davon war dieses mal aber so gut wie nichts zu merken. wiedererkannt: sehr wenig. nur zwei slater-tracks als planetary assault systems: „dungeon“ und „surface noise“.
  • discodromo im lab habe ich nur beim umherlaufen mitbekommen, auf der tanzfläche an sich war’s zu voll und am rande zu viel durchgangsverkehr. zwei mal technotronic in eigenen edits von „pump up the jam“ und „get up“, später noch „flash“ von green velvet und „unfinished sympathy“ von massive attack um 6:30 uhr zum schluss. damit haben sie keine 16 stunden gespielt wie im jahr zuvor, sondern „nur“ 14-einhalb (hier bitte ein großes augenzwinkern meinerseits einsetzen).
  • ben klock ist eben ben klock. da kann man sich auf den pünktlich erscheinenden und lange bleibenden fanclub verlassen. ich hab’s in der frühe gegen 10 uhr versucht, da war wieder schön platz auf der tanzfläche. aber mich unterhielt das nur für 20 minuten. insbesondere mit der dynamik des lsd-sets zuvor im hinterkopf passierte mir da nicht genug, als dass ich gebannt gewesen wäre. das problem ist aber meinerseits nicht neu und der erfolg gibt ihm ja recht. als hit noch im gedächtnis: „atol“ von surgeon.
  • tolle idee auch: die exklusiv frauen sowie transgender vorbehaltenen toiletten in der säule. könnte (wenn es nach mir ginge) auch bei regulären klubnächten schule machen.

wer’s kompakt haben möchte: personal sowie publikum ziemlich entspannt (jedenfalls dort, wo ich war), lsd im berghain, b12, nathan fake sowie fiedel in der halle grandios, i-f und discodromo im lab in gewohnter form. silvester / neujahr ist und bleibt dort einfach eine institution.

und wie lief das so mit dem vorsatz, 2017 nicht mehr auf rekordjagd gehen zu wollen?

rückblickend ganz gut. die 20-stunden-marke kam sehr selten in sichtweite, und die male, die ich das berghain nachts betreten habe, lassen sich an ein bis zwei händen abzählen – dabei handelte es sich meistens um die freitage. bei den live-acts muss für mich samstag / sonntag schon jemand außergewöhnlich gutes im angebot sein, dass ich mich früh auf den weg mache. der tagsüber-rhythmus hat sich für mich also (nicht zuletzt auch durch die staub) etabliert und zieht sich meistens so um die 12-16 stunden, was immer noch sportlich ist und immer noch gewisse konzentrationsdefizite zu wochenbeginn fördert. das ist aber zu erwarten und auch auszugleichen, wurde aber durch eine gewisse überbeanspruchung in der zweiten jahreshälfte 2017 konterkariert. ein mangel an konzentration, gar motivation, war also abseits von arbeit und dem hier nachzulesenden ausgleich an den wochenenenden gang und gäbe und schlug sich vor allem leider auf mein verhalten als musiksammler und mittlerweile auch serienkonsument nieder. daher war insbesondere ab dem letzten quartal 2017 (aber auch bereits davor) die absicht vorhanden, der leidenschaft – und so abgedroschen es klingt: mir selbst – wieder mehr zeit einräumen und dabei die arbeit geringer zu priorisieren.
teilzeit steht daher groß auf der agenda für 2018. nicht, um wieder auf rekordjagd gehen und den montag bis zum mittag im berghain verbringen zu können (um ehrlich zu sein, ist der dortige allgemeinzustand zu fortgeschrittener stunde bei durchschnittlicher musik für mich immer noch ein grund zum gehen). vielmehr herrscht seit monaten das gefühl vor, dass ich mich nicht so eingehend mit der musik beschäftigen kann, wie ich es gerne möchte. sinnkrise in puncto techno hin oder her – die existiert nach wie vor und wird wohl so lange nicht schwinden, wie es die auch mittlerweile industrielle verwertungskette für djs inklusive mittelklassiger veröffentlichungen zum anhäufen von gigs gibt. es macht für mich nach wie vor die breite, und da hat sich auf der festplatte einiges angesammelt, das noch nicht strukturiert (heißt: in die logik eines sets überführt) werden konnte.
um den bogen zum berghain zurück zu spannen: auch sie haben im laufe von 2017 mit der säule das signal gesetzt, dass sie sich nicht nur auf den technoclub reduzieren lassen möchten. mit dem fokus der freitage auf den im vergleich zur panorama bar kleineren raum ist das der mutige entschluss, lieber weniger publikum in kauf zu nehmen und dafür inhaltlich weniger kompromisse eingehen zu wollen. das vorhandensein dieses experimentierfelds könnte für mich bedeuten, freitags öfter dorthin zu gehen und damit den nachtmodus zu reaktivieren.

manche monate in 2018 könnten daher daraus bestehen, sonntags mal gar nicht, aber dafür ein, zwei male „nur“ in die säule zu gehen. der offensichtliche vorteil daran wäre, den rest des wochenendes dann noch vor sich zu haben. ihr seht: das „weniger ist mehr“ war 2017 wohl das richtige und kann gerne so fortgeführt werden. andererseits ist auch das vorhaben da, anderen clubs neben dem berghain und dem about blank mehr einräumen zu wollen. der tresor hat sich bookingtechnisch so positiv entwickelt, dass ich dies öfter wertschätzen und somit einen besuch abstatten sollte. den humboldthain-club kenne ich immer noch nicht, das ohm vernachlässige ich auch zu sehr. problem bei all den genannten: sie sind eher auf die nächte ausgelegt.

es bleibt also so spannend wie ich es zulasse.

[berlin / 09.12.2017] berghain: klubnacht – 13 jahre berghain

ja, ich bin in hinsicht der wahl meiner termine berechenbar. ja, ich freue mich wieder auf die halle. ja, ich finde es schade, barker als frischgebackenen resident nicht komplett mitbekommen zu können. ja, ich versuche, mir anzuhören, was scuba heute so macht und erst recht, was harvey auffahren wird, wo ich ihn vor jahren beim csd an gleicher stelle nicht konzentriert mitbekommen habe.

klubnacht – 13 jahre berghain

berghain
00h00 pandora’s jukebox
04h00 essaie pas live
05h00 mary velo
09h00 scuba
13h00 kowton
17h00 aurora halal live
18h00 dj harvey
21h00 len faki
01h00 barker

panorama bar
00h00 nitam
04h00 dark sky live
05h00 fango
09h00 dinky
13h00 dj dustin
17h00 dj hell
21h00 nd_baumecker
01h00 margaret dygas

halle
08h00 alekzandra
12h00 goner
15h00 jane fitz
19h00 tobias.
21h00 donato dozzy

eintritt
20 euro

nachbetrachtung

fazit voran: ein geburtstag, an dem die schlimmsten erwartungen in puncto publikumsandrang ausblieben. hatte mich mental darauf eingestellt, ab 19/20 uhr mehr oder minder passiv am rande sitzend oder wippend als zuhörer dabei zu sein, damit die masse sich gegenseitig hin und her wiegen kann, aber für mich kam das nur zum ende der sets von kowton und nd in den „könnte langsam ein bisschen eng werden“-bereich.
es war somit für mich ein (gemessen an den mittlerweile normalen sonntagsumständen) regelrecht unaufgeregter geburtstag, was aber auch vielleicht damit zu tun hat, zur richtigen zeit zufälligerweise am richtigen ort gewesen zu sein.
vollziehe ich am besten anhand der einzelnen acts nach.

scuba: eine stunde gehört, funktional (ich glaube, irgendein remix von truncates „modify“ war dabei) ohne schnörkel. das hat dafür gereicht, wieder einmal den sub:stance-zeiten hinterherzutrauern, als er mit der reihe und hotflush als label einer der drei für mich mitverantwortlichen war, die dubstep bei mir haben zünden lassen und mit seinen ersten beiden genreübergreifenden alben (insbesondere „a mutual antipathy“) mit ihren zeitlos guten produktionen maßgebliche fortbildungsarbeit bei mir betrieben hat. was sich aber schon in den letzten beiden jahren der sub:stance andeutete, war das auf-nummer-sicher-gehen. daran hat sich in seinen sets seitdem nichts geändert, was insbesondere deswegen zu bedauern ist, weil er technisch so versiert ist, dass er genres verschiedenster couleur miteinander verheiraten kann.

dinky: kurz mitbekommen, zwei „big“-hits („big fun“ und „big love“). hielt die leute bei laune.

kowton: besser als sein vorgänger, weil er auch mal ein paar breakbeat-tracks einstreute. um auf hohem niveau zu jammern: es war auch einiges dabei, was er auch schon vor zwei jahren an ort und stelle spielte und in der dritten stunde herrschte für mich etwas leerlauf. aber für den slot war’s fordernd genug und vom platzangebot (bis auf phasen zum schluss) für unten noch am besten, so dass die für mich relevantesten kriterien (kein nervpotential durch rücksichtlose gäste und gut kuratierte musik) erfüllt waren.
trackauswahl:
zeigen

aurora halal: sehr melodisch-trippig, stilistisch nicht mein beuteschema, aber ich muss zugeben: passte sehr zum raum. pluspunkte dafür, beim letzten track einfach mal auf 150 bpm hochzugehen.

dj hell: 15-20 minuten mitgenommen, generischer techhouse, ohne dass etwas hängenblieb. wie bei scuba: erfüllte wohl seinen zweck.

dj harvey: also wenn ich in 20/30 minuten von vier tracks drei identifizieren kann, weil die im berghain-kontext in den letzten jahren irgendwann mal immer zu hören waren („marauder“ von dj hmc beispielsweise) und er nur hin und wieder ein paar disco-perlen einstreut, um direkt danach mit bewährten techno-tracks fortzufahren, ist es für mich ein bisschen schade, dass er seine muskeln als koryphäe auf disco-terrain nicht noch mehr hat spielen lassen. der publikumsreaktion nach hätte das durchaus funktioniert. da war einiges mehr drin.
trackauswahl:
zeigen

nd_baumecker: bewusste entscheidung für die panorama bar und nicht eine sekunde bereut. nahm nach herrn geier einiges an dampf aus dem kessel (den wird’s wohl eine etage tiefer bei len gegeben haben) und sorgte mit zurückgenommener vielfalt dafür, dass man da oben immer ausreichend platz hatte und ein slot, der normalerweise auf beiden etagen eskalation für die einen, aber anstrengendes gedrängel für die anderen bedeutet, erstaunlich unaufgeregt verlief. ist damit mein favorit, noch vor kowton.
trackauswahl:
zeigen

barker: auch da herrschte wieder platz auf der tanzfläche. auch er melodisch, aber nicht so sphärisch wie aurora halal, sondern eher in dem stil wie dem album mit nd zusammen letztes jahr. dabei zwar nicht so experimentiell wie im kontext der leisure system, aber kann ja sein, dass das nach 3:30 uhr noch kam.

die halle: leider viel zu wenig zeit darin verbracht und donato dozzy verpasst. trotzdem wieder mal schöne raumgestaltung mit kleiner erweiterung der fläche in richtung straßenseite und noch viel wichtiger: den hallenglas-installationen von rommelo yu, für die es vor ein paar monaten eine crowdfunding-aktion gab. hätte im nachhinein während dj harvey dort etwas zeit verbringen können, aber hinterher ist man ja meistens schlauer.

wie also erwähnt: gerade in anbetracht des anlasses unerwartet entspannt (das gilt auch für das publikum), hab’s aber zwischen 18 und 21 uhr auch vermieden, mich in irgendein gedrängel zu stürzen.

skee mask im ferninterview mit residentadvisor

es sollte sich herumgesprochen haben, dass ich mittlerweile erklärter fan bin. zwei beachtliche whitelabels auf ilian tape, dann mal eben mit „shred“ eines der alben 2016 veröffentlicht und nun mit quasi eigenem sublabel bei den zenkers. noch dazu diese „alles geht, was mir gefällt“-attitüde in seinen sets.

jedenfalls hat sich residentadvisor seiner angenommen und mit ihm geplaudert. die info, dass er an einem neuen album arbeitet, sieht (wie seine sets auch) fast schon nach planübererfüllung aus. ich fände es erstaunlich, wenn er die qualität beibehält.

herbal jams

[berlin / 25.11.2017] about blank: staub

im oktober verpasst, im dezember kurz vor weihnachten höchstwahrscheinlich auch. dafür eben diese.

ablauf

lobby
10h00 kvrt
13h00 dj hirax & sarah for sure
17h00 börft djs
19h00 lars hemmerling live
20h00 kyle hall

mdf
15h30 axkan
19h00 sebastian bayne

zelt
13h00 ali arbeit
16h00 rndm
19h00 discoish.it

nachbetrachtung

eine solide staub war das, wobei in puncto techno für mich eher weniger die akzente gesetzt worden sind. sebastian baynes letzte stunde war in der hinsicht noch das, worauf ich am besten einsteigen konnte (mit „hydra“ von technasia kann ich immer sehr gut leben) und bei dj hirax & sarah for sure gab es wieder einen der augenblicke, nach einer platte zu fragen, die ich aber bereits habe (für’s protokoll: es war die predicaments 002 von dj rush & paul langley, von der ich immer nur die a-seite im gedächtnis habe – es lief jedoch die rückseite).

höhepunkte für mich jedoch ali arbeit mit house im langsam-gemächlichen tempo (notiert: maxmilion dunbar – polo und frak – synthgök) sowie die börft djs mit chicago-breitseite in der lobby (dort als lücke: cajmere – conflict). kyle hall war mir leider zu verjazzt, weshalb ich den abend drüben auf dem mdf beschloss. aber trotzdem toll von ihm, nach dem gig in der griessmühle noch die staub dranzuhängen.

[berlin / 24.11.2017| säule: leisure system

die angekündigte nummer drei innerhalb von zwei wochenenden. barker live gab es zum letzten mal vor acht jahren, lanark artefax hörte sich auf den veröffentlichungen zumindest interessant an und von skee mask ist eh bekannt, dass er mein musikliebhaberherz im sturm erobert hat. zudem möchte ich endlich mal die säule als club kennenlernen.

ablauf
00h00 beckett
02h00 lanark artefax live
03h00 peder mannerfelt
05h00 barker live
06h00 skee mask

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

schade, wieder einmal beckett verpasst. gab gegen 2 uhr eine kleine schlange mit der üblichen türpsychologie und dazu einer hohen quote an leuten, die weggeschickt worden sind. der „haupteingang“ ist es übrigens nicht, sondern die tür links daneben, die auch vor jahren bei anderen klubnächten schon als entlastung diente (könnte man die nicht dauerhaft als tür für stempel- und/oder listenplatzinhaber öffnen?).

drinnen habe ich dann auch den sinn hinter den glastüren zur eigentlichen garderobe endlich begriffen: die sind geschlossen, wenn nur die säule geöffnet hat. der floor selbst wirkt mit richtig inszeniertem licht und tanzenden leuten sehr schlauch- bzw. höhlenartig. wenn nebel und blitze im einsatz sind (ja, es hängt ein richtiger strobo an der decke), ist das definitiv eine schön komprimierte angelegenheit, in der sich die energie sammeln oder ggf. entladen kann. die alte anlage aus der panorama bar wird hier wiederverwendet und sorgt für ein sattes ergebnis, wobei sich das ausschließlich auf die tanzfläche beschränkt. außerhalb und auch oben auf der galerie ist das zwar auch noch in ordnung, aber gerade auf ebener erde kommt einiges an beton dazwischen.
da es sich schon gut gefüllt hatte, war auch der vorraum mit der treppe zum berghain geöffnet. dort steht eine improvisierte bar und es scheinen ein paar spots aus dem berghain herunter. damit hat man einen ort zum plaudern, wenn man nicht gegen die anlage ankämpfen möchte.

lanark artefax hat zumindest dafür gesorgt, dass ich mir weightless (womit ich auch nach dem set noch meine liebe mühe habe, aber das war schon bei dubstep nicht anders) bzw. seine diskographie im besonderen nochmal unter dem aspekt anhören werde, wenn es um das einbauen von tracks in sets geht, bei denen das publikum nicht merken soll, dass mehr als fünf bpm überbrückt werden.

peder mannerfelt habe ich sonst eher als modulartüftler auf dem schirm, schlug sich aber auch als dj nicht schlecht. war allerdings auch eine mischung aus dubstep und techno, mit der man mich leicht kriegt. darunter gut bewährte hits wie „water bomb“ von pinch, „the knowledge“ von toasty oder „993“ von blawan.

vermeintlich verkehrte welt dann mit barker: er spielte nämlich mit einem modular-setup und sein erstes live-set seit ewigkeiten. zählte zu den sets, womit mir melodien schmackhaft gemacht werden können. für die strikt am 4/4-takt orientierten gab es auch denksportaufgaben, indem er durchaus auch mal auf das 5/4- oder 6/4-schema wechselte. auch wenn es als noch recht frischer berghain-resident wohl zu naheliegt, wird man hoffentlich auch auf ostgut ton von ihm hören.

bei skee mask war ich mir in der ersten halben stunde absolut nicht sicher, was er vor hatte. beginn mit techno, wechsel zu downbeats, dann zu ambient und wieder zurück. die auswahl war ohne frage über jeden zweifel erhaben, aber mir fehlte dabei als tänzer das, was ein set zusammenhält: der rhythmus, bzw. dazugehörige elemente, welche die spannung aufrecht erhalten. der wohlwollende teil in mir dachte allerdings: „so spielt er also, wenn er absolut keine kompromisse eingeht.“
nach der halben stunde gesellte sich jedoch wieder der fluss zum tollen geschmack und er wandelte gewohnt sicher zwischen tempi und stilen umher, so dass ich shazam beinahe im fünf-minuten-takt bemühen musste.

auswahl an tracks:
zeigen

unter’m strich sehe ich das alles mit einem lachenden und einem weinenden auge. weinend, weil ich der leisure system ein großes publikum wie zu ihren zeiten im berghain gönne. andererseits waren auch hierbei wohl zugeständnisse beim line-up wichtig, ehe man gefahr lief, den club nicht richtig gefüllt zu bekommen. das risiko war ungleich größer, wenn beide floors bespielt worden sind. mit der säule verhält es sich für mich in etwa so wie mit dem ohm zum tresor: es ist ein experimentierlabor. selbst wenn dort etwas schiefgeht, muss man sich nicht nachsagen lassen, einen club mit einer kapazität von 1.500 leuten fast vergeblich geöffnet zu haben. stattdessen reicht ein viertel an leuten, um die säule voll wirken zu lassen. damit kann man sowohl im line-up als auch bei den leuten auf der tanzfläche auf diejenigen zählen, die musikalische wagnisse eingehen wollen. das ist das lachende auge von beiden, was auch die oberhand behält.

wem das als resümee zu lang war: die leisure system ist in der säule richtig gut aufgehoben. ich wünschte nur, dass sie wieder häufiger stattfände (so alle zwei monate oder quartalsweise wie zu beginn).

[berlin / 18.11.2017] berghain: klubnacht

und es geht direkt vor ort weiter. das angebot im november lässt mich allerdings auch schwach werden (es wird noch ein drittes mal folgen).

klubnacht

berghain
00h00 lucy
05h00 orphx live
06h00 kobosil
10h00 fiedel
14h00 answer code request
18h00 norman nodge
22h00 rolando
01h00 vril live
02h00 rødhåd

panorama bar
00h00 ben ufo
08h00 tama sumo
12h00 cassy
16h00 dorisburg live
17h00 heidi lawden
21h00 gerd janson
01h00 nick höppner

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
(am 25. september 2019, mit notizen und shazam rekonstruiert. war aber eine überdurchschnittlich hohe anzahl unbekannter tracks, daher lässt sich auch das mit den uhrzeiten noch ganz gut nachvollziehen.)

war von fiedel (der sein set an dem vormittag/mittag für den berghain mix 08 aufnahm, was der einfachheit halber unten verlinkt ist, um die tracks nachvollziehen zu können) bis anfang rødhåd da, wobei es keine überraschungen bei den favoritenrollen gab – sprich: fiedel und rolando waren für mich die höhepunkte unten, cassy oben. außerdem gewohnte dramaturgie beim besucher*innenverlauf mit üblichem andrang am sonntagabend und ebenso üblich gutem musikalischen niveau.

trackauswahl
zeigen

[berlin / 17.11.2017] berghain: raster-index

raster-noton wurde bekannterweise aufgeteilt, am jährlichen termin ändert das aber glücklicherweise nichts. wie stets sehr live-act-fokussiert, wobei eine dreiviertelstunde für jeden schon etwas knapp bemessen ist. aber da kann ich mich vor ort ja eines besseren belehren lassen.

berghain: raster-index
23h00 mieko suzuki
00h30 jesse osborne-lanthier live
01h15 byetone live
02h00 belief defect live
02h45 robert lippok live
03h30 grischa lichtenberger live
04h15 kyoka live
05h00 island people live
05h45 mieko suzuki

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
die geschieht eher so skizzenhaft, aber inklusive rant.

mieko suzuki teil 1: nur den schluss mitbekommen, ambient, dronig, zum ankommen super.
jesse osborne lanthier: knüpfte kurz daran an, aber insgesamt wirkte das set, als ob man in einem buch hektisch hin und her blättert, ohne der dramaturgie folgen zu können oder wollen. war mir etwas zu ungeordnet, zumal er nach nicht mal zehn minuten mit ganz schön technoidem tempo spielte, um danach wieder in experimente zu verfallen. gute sounds jedoch.
byetone: gute beats, seine sägezahn-basslines zogen sich als markenzeichen durch das gesamte set. das ist auch ok, mir nur auf dauer zu wenig. war vielleicht nur mein eindruck, dass er das alles mittlerweile mit mehr melodietupfern darunter akzentuiert, aber mir kam’s so vor, als ob er in einem frequenzband operiert. der subbass kam mir dabei zu kurz, aber wie gesagt: geschmackssache. schön funktional war’s und dabei nicht anbiedernd.
belief defect: haben den guten eindruck vom atonal bestätigt, die tempiwechsel gut untergebracht und die anlage mal ausgenutzt. vizehighlight.
robert lippok: hat mich überhaupt nicht gepackt bzw. ich die zeit eher verquatscht.
grischa lichtenberger: grandios unterbewertet. wo ich vor jahren noch verbesserungspotential in puncto flow im set sah, steht jetzt ein sounddesign, das den vergleich mit autechre nicht scheuen muss, noch dazu kein abrupter wechsel zwischen sounds und melodien sowie tempi. das war mehr als rund und einer der kandidaten für das beste live-set 2017 – leider mit tatsächlichen 45 minuten (er war der einzige, der sich daran hielt) zu kurz. dennoch: klares highlight.
kyoka: grandios überbewertet. ein, zwei ambient-tracks zu beginn, danach mit traktor dargebotener techno (zählt das echt noch als live-set?), der mich an einem sonntag in die panorama bar wechseln lässt. es kann sehr gut sein, dass mir ihre produktionstechnischen finessen bisher nicht aufgefallen sind und wenn mir das jemand erklären könnte, wäre ich dankbar. aber bis dahin bleibt’s bei meinem über die letzten jahre gewonnenen eindruck von ihr.
island people: flächen, basslines und ineinandergreifende gitarrenriffs – alles sehr unaufgeregt und damit genau das richtige zum ausklingen lassen vor dem heimweg.

alles in allem: grischa und belief defect waren für mich die helden, byetone und island people solides mittelfeld, robert lippok und jesse osborne-lanthier blieben unter ihren möglichkeiten, kyoka wäre mir inhaltlich auch für einen mittelprächtigen sonntag zu wenig.
sehr schön jedoch, dass die „tradition“ mit den visuals beibehalten wird. hat wegen der zentrierung der leinwände auf die bühne zwar konzertatmosphäre (sprich: mehr oder weniger jeder tanzt in die richtung), aber das geht auch schon in ordnung. wenn die produktionsmittel vorhanden sind, fände ich ein experiment mit zwei zusätzlichen leinwänden an der rückseite der tanzfläche ganz spannend.

[new york / 04.11.2017] good room: no way back – 10 year anniversary

hier ist es fast 21:30 uhr ortszeit, es geht um 22:00 uhr los, unterwegs bin ich eh noch, also wird das die letzte station für heute.

nachbetrachtung
(am 25. januar 2020)

war schon ein ziemlicher kontrast über den tag verteilt. nach einem klassischen touri-tag, der auf der brooklyn bridge begann rüber zum 9/11 memorial (und dabei begreifen, wie nah das eigentlich beieinanderliegt), quer durch den finanzdistrikt, dann quer durch manhattan (greenwich village, um den bart gestutzt zu bekommen) zum highline park und von da aus richtung times square. es gab also jede menge zu gucken und vor dem ausflug in den good room brauchte ich einen kaffee. den gibt es glücklicherweise sogar ziemlich gut beim pret-a-porter in nähe des times square, womit ich zwar wieder eine der ketten reicher gemacht habe. aber in dem augenblick heiligte der zweck die mittel.

also rüber nach brooklyn, wo wiederum kaum jemand auf den straßen war. der club ist von außen ein unscheinbarer flachbau und in der oberen etage untergebracht. könnte vorher sowas wie eine große lagerfläche gewesen sein, aber man begeht eh einen fehler, die berliner ästhetik umgewidmeter orte auf andere städte übertragen zu wollen.
ich war auch mit einer der ersten im club, jedenfalls brannte das putzlicht noch. eintreten war aber kein problem. kapazität maximal 500-600 leute, aber dann wird’s auch schon richtig eng. am rande des mainfloors sitzecken mit tischen, auf dem zweiten floor nur bänke am rande. dort eröffnete bryan kazenic mit ambient, von der auswahl her gut, aber mir auch verdeutlichend, warum ich mich da noch nicht so herantraue: es passte harmonisch manchmal nicht.
outer space ab 23 uhr mit ihrem live-set, was erstaunlich früh ist. aber auch sie eher im ambient-bereich und damit auch goldrichtig platziert. bryan kazenic gab es danach erneut für eine stunde, diesmal mit warm-up-techno (u.a. „space pong“ von t++, ewig nicht mehr gehört) und für mich damit eher in seinem element als zuvor.

bmg im größeren raum mit solidem electro und acid house. derek plaslaiko räumte danach ab, ich konnte es mir aber dennoch nicht verkneifen, den lichtmann zaghaft zu fragen, ob es absichtlich so statisch sei. war tatsächlich veranstalterseitig so gewollt, also musste mensch „nur“ mit guter musik vorlieb nehmen, was aber zu der zeit keine große hürde war. auch mit patrick russell nach derek sowie mike servito ab 3 drüben im kleineren raum nicht. konstant gutes niveau, nur verstand ich die gefühlte vollbremsung durch carlos souffront um 4 uhr nicht. andererseits hatte ich an dem tag eh genug gesehen, dass es auch nicht schwer fiel, ins apartment am anderen ende brooklyns in crown heights zu fahren. das mit dem öffentlichen transport ist in new york zu keiner tages- und nachtzeit ein problem – es fahren alle linien 24/7. so konnte ich mir am sonntagnachmittag noch den rest des marathons im central park anschauen und wieder in brooklyn nach platten stöbern. so heilig ist der sonntag in den usa nicht, dass da keine geschäfte öffnen dürften.

new york hat seitdem mit dem basement einen neuen club bekommen, der den fotos nach mit rauhem betoncharme auch dem nahekommt, was mensch von hier so kennt. das output habe ich nur von außen gesehen, als ich um die ecke beim halcyon zum plattenstöbern war. aber halcyon ist umgezogen und das output geschlossen. so bliebe noch das elsewhere als größerer club, wofür in der knappen woche aber beim besten willen keine zeit war. auch nicht für queens, wo das basement liegt. alleine deswegen (und für das museum of modern art) muss ich nochmal hin.

also: nächstes mal sollte ich wenigstens zehn (und nicht nur sechs) tage für big apple einplanen. im good room würde ich auch definitiv nochmal vorbeischauen. deren booking ist konstant gut, die preise in ordnung, das publikum angenehm und auch ziemlich kommunikativ. damit also angenehm überraschend bei dem, was sich bei in puncto lebenshaltungskosten überteuerten metropolen wie nyc erwarten oder gar befürchten lässt.

notierte tracks (°: shazam)
bryan kazenic:
t++ – space pong

bmg:
hugo moya – move°

mike servito:
james t. cotton – buck
69 – filter king
2 am / fm – ctb°

derek plaslaiko:
dortmund – acid over oslo°
james „jack rabbit“ martin – only wanted to be (unreleased acid version)°
errorsmith – centroid
jensen interceptor – not phased°
lory d – b-l 132 acid°

patrick russell:
jeff mills – dna
lovecore – kalk (a1)