[new york / 04.11.2017] good room: no way back – 10 year anniversary

hier ist es fast 21:30 uhr ortszeit, es geht um 22:00 uhr los, unterwegs bin ich eh noch, also wird das die letzte station für heute.

nachbetrachtung
(am 25. januar 2020)

war schon ein ziemlicher kontrast über den tag verteilt. nach einem klassischen touri-tag, der auf der brooklyn bridge begann rüber zum 9/11 memorial (und dabei begreifen, wie nah das eigentlich beieinanderliegt), quer durch den finanzdistrikt, dann quer durch manhattan (greenwich village, um den bart gestutzt zu bekommen) zum highline park und von da aus richtung times square. es gab also jede menge zu gucken und vor dem ausflug in den good room brauchte ich einen kaffee. den gibt es glücklicherweise sogar ziemlich gut beim pret-a-porter in nähe des times square, womit ich zwar wieder eine der ketten reicher gemacht habe. aber in dem augenblick heiligte der zweck die mittel.

also rüber nach brooklyn, wo wiederum kaum jemand auf den straßen war. der club ist von außen ein unscheinbarer flachbau und in der oberen etage untergebracht. könnte vorher sowas wie eine große lagerfläche gewesen sein, aber man begeht eh einen fehler, die berliner ästhetik umgewidmeter orte auf andere städte übertragen zu wollen.
ich war auch mit einer der ersten im club, jedenfalls brannte das putzlicht noch. eintreten war aber kein problem. kapazität maximal 500-600 leute, aber dann wird’s auch schon richtig eng. am rande des mainfloors sitzecken mit tischen, auf dem zweiten floor nur bänke am rande. dort eröffnete bryan kazenic mit ambient, von der auswahl her gut, aber mir auch verdeutlichend, warum ich mich da noch nicht so herantraue: es passte harmonisch manchmal nicht.
outer space ab 23 uhr mit ihrem live-set, was erstaunlich früh ist. aber auch sie eher im ambient-bereich und damit auch goldrichtig platziert. bryan kazenic gab es danach erneut für eine stunde, diesmal mit warm-up-techno (u.a. „space pong“ von t++, ewig nicht mehr gehört) und für mich damit eher in seinem element als zuvor.

bmg im größeren raum mit solidem electro und acid house. derek plaslaiko räumte danach ab, ich konnte es mir aber dennoch nicht verkneifen, den lichtmann zaghaft zu fragen, ob es absichtlich so statisch sei. war tatsächlich veranstalterseitig so gewollt, also musste mensch „nur“ mit guter musik vorlieb nehmen, was aber zu der zeit keine große hürde war. auch mit patrick russell nach derek sowie mike servito ab 3 drüben im kleineren raum nicht. konstant gutes niveau, nur verstand ich die gefühlte vollbremsung durch carlos souffront um 4 uhr nicht. andererseits hatte ich an dem tag eh genug gesehen, dass es auch nicht schwer fiel, ins apartment am anderen ende brooklyns in crown heights zu fahren. das mit dem öffentlichen transport ist in new york zu keiner tages- und nachtzeit ein problem – es fahren alle linien 24/7. so konnte ich mir am sonntagnachmittag noch den rest des marathons im central park anschauen und wieder in brooklyn nach platten stöbern. so heilig ist der sonntag in den usa nicht, dass da keine geschäfte öffnen dürften.

new york hat seitdem mit dem basement einen neuen club bekommen, der den fotos nach mit rauhem betoncharme auch dem nahekommt, was mensch von hier so kennt. das output habe ich nur von außen gesehen, als ich um die ecke beim halcyon zum plattenstöbern war. aber halcyon ist umgezogen und das output geschlossen. so bliebe noch das elsewhere als größerer club, wofür in der knappen woche aber beim besten willen keine zeit war. auch nicht für queens, wo das basement liegt. alleine deswegen (und für das museum of modern art) muss ich nochmal hin.

also: nächstes mal sollte ich wenigstens zehn (und nicht nur sechs) tage für big apple einplanen. im good room würde ich auch definitiv nochmal vorbeischauen. deren booking ist konstant gut, die preise in ordnung, das publikum angenehm und auch ziemlich kommunikativ. damit also angenehm überraschend bei dem, was sich bei in puncto lebenshaltungskosten überteuerten metropolen wie nyc erwarten oder gar befürchten lässt.

notierte tracks (°: shazam)
bryan kazenic:
t++ – space pong

bmg:
hugo moya – move°

mike servito:
james t. cotton – buck
69 – filter king
2 am / fm – ctb°

derek plaslaiko:
dortmund – acid over oslo°
james „jack rabbit“ martin – only wanted to be (unreleased acid version)°
errorsmith – centroid
jensen interceptor – not phased°
lory d – b-l 132 acid°

patrick russell:
jeff mills – dna
lovecore – kalk (a1)

[vancouver / 02.11.2017] sfu goldcorp centre for the arts: agnete and the merman

vor fast genau sieben monaten gab es hier ein posting zu einer crowdfunding-kampagne, die herrn vogel die verwirklichung seiner audioinstallation „the ballad of agnete and the the merman“ in arhus ermöglichen sollte. es hat sich leider nicht ergeben, dort direkt vorbeizuschauen, aber wie es der zufall so möchte, wird die dazugehörige dokumentation vom kanadischen duo „the automatic message“ heute abend in vancouver gezeigt. im anschluss gibt es ein q&a mit den beiden und herrn vogel selbst.

agnete & the merman
sfu goldcorp centre for the arts / djavad mowafaghian cinema
149 west hastings street

öffnung der tore: 19:30 uhr
film: 20 uhr
q&a: 21:15 uhr

eintritt
10 kanadische dollar

nachbetrachtung
schon ein ungewöhnliches setting, wobei man sich angesichts des akademischen hintergrundes von herrn vogel auch nicht zu wundern braucht, weshalb der film gerade im universitären kontext gezeigt wird. es ist trotzdem ungewöhnlich, jemanden in so einem kleineren, intimeren rahmen zu sehen, der im tresor park einige hundert tänzer*innen vor sich hatte und der wahrscheinlich nicht nur für mich wegen des umkrempelns von techno-hörgewohnheiten ab mitte der 1990er so eine art säulenheiliger ist.

film und musik spielten für mich sehr gut zusammen, das akustische resultat kann man mittlerweile (wahrscheinlich ein resultat der fragerunde dieses abends) bei bandcamp kaufen. da blitzen auch kurzzeitig seine jahre auf der tanzfläche auf, aber wer ihn nur so kennt, wird sich auf sounddesign und ambient einstellen müssen – jedenfalls geht mir das so. einfach zu konsumieren war seine musik nie, aber mit seiner zusätzlichen konzentration auf soundtracks und performances hat er ein neues tor aufgestoßen, durch das ihm viele von früher wohl nicht folgen werden.
das ist aber auch ok so. er führt damit schließlich den ungebrochenen forschungsdrang und das ausloten von grenzen (wahrscheinlich inklusive seiner eigenen) fort, anstelle der gefahr zu unterliegen, sich selbst zu zitieren. die vielzitierte künstlerische weiterentwicklung also, und da ist dieser performance-kontext nichts, was ihm ein paar nummern zu groß wäre. vielmehr habe ich den eindruck, dass er sowas als freidenker braucht.

die fragerunde war im anschluss auch voll des lobes, also nicht nur für das sounddesign, sondern auch für das editing des videos. es konnten sich einige im publikum ein schmunzeln nicht verkneifen, als cristian von seiner vergangenheit als techno-produzent erzählte, weil er dachte, das in diesem akademischen rahmen erklären zu müssen. das tat er aber so augenzwinkernd, weil er wohl insgeheim wusste, dass so manche der anwesenden seine alten sachen sehr wohl kannten. diese feine britische ironie durchzog auch den rest des verbalen teils, und alleine deswegen hatte es sich schon gelohnt.

r.i.p. fats domino & reno gay – plus tom petty als p.s.

den einen kennt man weitläufig, den anderen aus dem spiral-tribe-kontext als „expressilon“ und den dritten mit seiner band „the heartbreakers“ oder den travelling wilburys.

mr domino wäre nächstes jahr 90 geworden, hat also eine ähnliche strecke absolviert wie der dieses jahr ebenfalls verstorbene chuck berry.

bei reno gay bin ich mir recht sicher, dass er die 80 noch nicht mal ansatzweise in sichtweite hatte, auch wenn ich mit seinen veröffentlichungen wie mit denen von spiral tribe im allgemeinen in den letzten jahren nicht mehr viel zu tun hatte.

mir ist bewusst, dass tom petty bereits vor gut drei wochen viel zu früh mit 66 jahren verstorben ist und es ist eher meiner bequemlichkeit sowie anderen organisatorischen dingen geschuldet, dass er noch nicht erwähnt worden ist. das soll hiermit nachgeholt werden, wenn bereits die beiden erstgenannten kurz hintereinander von uns gehen.

r.i.p.

errorsmith in wort und bild

„superlative fatigue“ ist seit kurzem veröffentlicht, was nicht nur sein erstes album seit 13 jahren, sondern darüber hinaus auch noch im vergleich zum früheren material ziemlich leichtfüßig, ja: geradezu beschwingt ist. das bedeutet auch, dass die promo-maschine läuft, daher sind die üblichen verdächtigen mit interviews dabei – einmal fact, einmal (wie immer) residentadvisor. beide mit der gleichen stoßrichtung: eklektischer ansatz, produktionsmittel, hintergrund für’s programmieren von synthesizern für native instruments.

[berlin / 05.10.2017] berghain: bl_k noise

das wird mein monatstermin, ausnahmsweise mal kein freitag/samstag/sonntag. stattdessen das stelldichein der modulartüftler.

21h00 barker
22h00 hypoxia live
23h00 richard devine live
00h00 surachai live
01h00 alessandro cortini live

eintritt
22 euro

nachbetrachtung

aufgrund der logistik habe ich leider barker verpasst, aber der magen wollte vorher unbedingt noch zu seinem recht kommen. aufgrund des sturms wenige stunden zuvor hatte ich mir noch sorgen gemacht, ob überhaupt jemand den weg auf sich nehmen möchte, aber obwohl es vor der tür sehr schnell ging, war es drinnen doch ordentlich gefüllt, wie man es sich bei einem line-up dieses kalibers erhofft.

in der chronologie des abends:
– hypoxia: nett. mir gefiel das dronige zum schluss gut, aber sonst war gerade im unterschied zu richard devine direkt danach zu bemerken, dass in puncto klangforschung welten dazwischen liegen. damit…
– richard devine: großartig wie immer, hätte manche tracks aber nochmal nach einem break zurückholen können. dennoch: ein neues album mit den im set gespielten tracks ist sehr wünschenswert (um nicht zu sagen: überfällig).
– surachai: tolle tracks, hätte ich so funktional nicht erwartet, jedoch fand dazwischen kein wirklicher übergang statt, so dass das set etwas vom abspielen einer playlist oder blu-ray hatte (wenn man die visuals mit einbezieht, deren timing zugegebenermaßen perfekt war).
– alessandro cortini: hat sich – wenn auch nicht streng in der abfolge – an sein neues album „avanti“ gehalten. das ist für mich zwar nicht sein weitester wurf geworden, allerdings war es vor ort im zusammenspiel mit den videos auf der leinwand, die als grundlage für das gesamte album gedient haben, eine schöne persönliche geschichte und vor allem auch zum abschluss des abends goldrichtig.

insgesamt: sehr schön, gerade weil der bereits zur leisure system in surround letztes jahr erprobte standort der live-acts vor der glaswand zur bar das musikalisch eh wertvolle alternativprogramm durch das veränderte räumliche gefühl unterstrich. als erklärter freund von visuals freute es mich, dass sie die gesamte zeit über als einzige lichtquelle dienten und damit einmal mehr verdeutlichten, dass sie im berghain die eh schon imposante architektur schön zu ergänzen vermögen. sprich: sollten sie öfter machen.

[berlin / 30.09.2017] about blank: grizzlynation

nachdem ein jahr pause war, steht wieder eine der eskalativen geburtstagsfeiern an.


nachbetrachtung

(rekonstruiert am 22. juni 2019 durch lesen des entsprechenden stranges in der restrealitaet.)

war von sonntagnachmittag bis zu rampue dort. dazwischen lag ein zweigeteiltes set von anja zaube in der lobby. sie machte gegen mittag für eine stunde pause, um danach eine atmosphäre zu erzeugen, die einer staub in nichts nachstand. endlich mal wieder „paranoid dancer“ von johannes heil im original gehört.

vrilski waren der techno-tupfer zwischen zwei acts, die ich in meinen zurechtgelegten schubladen im kater blau einsortiere. drinnen wandelte cinthie die techno-vorlage zuvor einfach in ein back2back und anschließend ein solo-set mit zackigem house um.

zwischendurch war amtshilfe nötig: der koffer von schlepp geist mit seiner hardware war beim flug nicht mitgekommen, es war also neben einer soundkarte auch eine apc40 nötig. hieß: taxi herbeiwinken, zu rampue fahren, der selbst nicht da war, aber man war informiert (nur ich nicht, bei welchem namen ich klingeln musste. ließ sich unterwegs glücklicherweise recherchieren.). mir wurden zwei apcs mit den worten „eine davon funktioniert sicher“ in die hand gedrückt, der taxifahrer wartete brav, die gesamte aktion dürfte nicht mehr als 30 minuten gedauert haben.
ergebnis: alle komponenten waren rechtzeitig zusammenimprovisiert und heraus kam ein schön abwechslungsreiches set. für mich tatsächlich einer der höhepunkte der party (neben frau zaube), dem der vorangegangene stress nicht anzumerken war. bei rampue hat es bei mir dann nur noch für den anfang gereicht, aber das reichte zu dem zeitpunkt eh für die blank-top-5 für 2017.

zur bundestagswahl 2017

vorher

dies ist erstmal nur der hinweis darauf, dass heute darum gebeten wird, die zusammensetzung des parlaments für die nächsten vier jahre zu wählen. machen wir uns dabei nichts vor und stapeln die hoffnungen lieber tief: alles unter 15% für die afd wäre grund für verhaltene freude. man kann schon jetzt von einem erfolg für sie sprechen. welche bilder dies heute abend / nacht in den national befreiten zonen oder wutbürgerdominierten regionen des landes liefert, weil die nationalistisch-völkisch-reinrassige parlamentarische vorhut (vulgo: faschos auf den straßen) meint, oberwasser zu haben, lässt jetzt schon meine magensäfte emporsteigen.
es ist also schon vorher klar: heute wird es rein gar nichts zu feiern geben, also sollte man es jetzt erst recht tun (siehe vorheriges posting). wer die ganze verzweiflungsrhetorik der letzten wochen mit den wahlaufrufen nicht mehr hören kann: keine sorge, ich stimme da nicht mit ein. wem danach ist, mit seinem votum für eine kleinstpartei dafür zu sorgen, dass der anteil für die blau-braunen ein stück geringer wird, sollte dies mehr als gerne tun. wer sich lieber enthält, hat entweder einen plan b für auswandern in vier jahren in petto oder (viel besser) grundlegende ideen, selber in vier jahren anzutreten. nachvollziehen kann ich die motive zum nichtwählen jedoch mittlerweile.
dies erstmal nur als prolog. der kommentar für danach folgt später.

[berlin / 23.09.2017] berghain: klubnacht

und damit ist klar, dass die zwei monatlichen pflichttermine auf ein wochenende fallen. ehe man sich sorgen macht: ich war schon wählen und schreibe dazu nochmal gesondert etwas. beim nachdenken über die allgemeine situation fiel mir aber schon auf, dass das erstens zu diesem zeitpunkt nicht besonders elaboriert und damit zweitens eher ein essay oder kommentar wäre. das braucht zeit.

sei es drum, im tanzlokal meiner wahl sieht es sonntag dank marcel dettmann (der den gesamten abend kuratiert – im übrigen schönes konzept) wie folgt aus. nach dem frühstück ist mit mir zu rechnen:

berghain
00h00 marcel dettmann
05h00 gesloten cirkel live
06h00 kobosil
10h00 in aeternam vale live
11h00 dr. rubinstein
15h00 dj stingray 313
17h00 electric indigo
21h00 helena hauff
01h00 freddy k

panorama bar
00h00 victor
04h00 d-ix live
05h00 manamana
09h00 kate miller
13h00 marcel dettmann
17h00 dj hell
21h00 dvs1
01h00 avalon emerson

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
eingestempelt habe ich tatsächlich kurz nach dem frühstück gegen 10h30 und bin prompt bei kate miller hängengeblieben, die sich bei der eher trockenen bass-schule bediente bzw. gleich dubstep bemühte („nucleus“ von orson & skratch bspw. oder „acid jackson“ von boddika für das, was nach dubstep kam).

dr. rubinstein und marcel beide auf ihre art und weise eine bank. dj stingray anfangs tatsächlich sehr technoid, wechselte aber nach einer halben stunde auf electro. war technisch nicht sein sicherstes set, aber standards wie „finna pop“ von kyle hall durften nicht fehlen. nach wie vor wichtig, so etwas sonntags im berghain stattfinden zu lassen.

dj hell war in der zeit, die ich mitbekam, recht belangloser techhouse von der stange, da war das, was seine aus wien stammende ex-kollegin aus dem hardwax unten anbot, wesentlich besser.

helena hauff wieder einmal die konsequenz in person und erstmal mit electro, dann natürlich auch acid. das alles zwar bei einer üblichen (will heißen: auch zuweilen unangenehmen) sonntagabendfülle, aber es kann nicht schaden, wenn möglichst viele auch so eine trackauswahl zu hören bekommen (alles freundlich von shazam gesponsort):
überzone – rhythm device
far electronics – inner language
dj quest – 30 hz „bytecon“ remix
volruptus – alien transmission

das gedrängel oben bei dvs1 habe ich mir demnach nicht gegeben, auch freddy k habe ich wegen der lauter rufenden lohnarbeit auf eines der nächsten male verschieben müssen, die im juni 2019 (wo diese rezension entsteht) immer noch ausstehen.

[berlin / 23.09.2017] about blank: staub

wieder eine mit überlänge und unter beteiligung der poly|motion. angedacht ist erstmal der übliche zeitrahmen, da alles recht unmöglich mit dem anderen monatlichen pflichttermin (folgt recht zeitnah) vereinbar ist. hängt aber davon ab, wie sich das gesamte wochenende so entwickelt.

ablauf

garten
10h00 modschi
12h00 mars leder
14h00 slack hippy
17h00 esh

zelt
19h00 elliott litrowsky
22h00 renken
01h00 sling
04h00 sabine hoffmann
08h00 manfred tiek

mdf
13h00 guy tavares
16h00 hellboi live
17h00 nike bordom
20h00 drowned
21h00 meer b2b steinmetz
01h00 caleb esc
05h00 edoardo
09h00 myi

lobby: poly|motion
20h00 amperia
00h00 kvrt
02h00 tom de pascalis
05h00 d.k. dent
07h00 kwaint

nachbetrachtung
ist schon ein wenig ärgerlich, dass ich erst samstag nachmittag aus dem knick komme, wollte aber mit dem berghain-sonntag im hinterkopf auch nicht gleich übertreiben. wenigstens die entscheidung war im nachhinein richtig, aber es ärgert mich dennoch, damit guy tavares verpasst zu haben. slack hippy wurde mir auch nahegelegt, aber da muss ich die nächste chance abwarten.
es war dennoch eine der interessantesten staub-editionen für dieses jahr. erstens, weil die kombination mit der poly|motion eine für mich neue facette zum about blank hinzufügte. normalerweise ist die lobby aufgrund des charakters als durchgangsstation zu den toiletten und der anlage nicht mein erklärter lieblingsfloor, aber kaum werden ein paar sitzgelegenheiten mehr aufgestellt und vor allem stoff als pseudo-raumteiler aufgehängt, bekommt sie eine völlig andere note. noch dazu gab der toilettenbereich dahinter einen guten improvisierten darkroom ab.
zweitens war die musikalische vielfalt (nicht nur, aber auch durch die poly|motion) schön spannend. alleine die verschiedenen breakbeat-spielarten bei nike bordom ließen das herz derjenigen höher schlagen, die etwas für electro oder uk ab 1991 übrig haben. eine große technikerin ist sie zwar nicht, aber konsequent mit vinyl und mit noch konsequenterer guter auswahl wie bspw. ectomorph – skin, qnete – grey city anthem, beneath – give sum, special request – peak dub, 4 hero – mr kirk.

aufgrund von regen fand elliott litrowskys set bereits im zelt statt. dabei insbesondere hängengeblieben: felix da housecat – krash kourse (krashback mix) sowie push – universal nation zum schluss.
renken habe ich mir dann aus der zuschauerperspektive angehört, der etwas mehr lautstärke (gerne wieder auf dem mdf) verdient gehabt hätte. auch hier wieder einmal: „the final frontier“ auf ur geht immer.
bei der poly|motion ist das konzept, alles unter 100 bpm zu spielen. das können tracks sein, die es bereits in dem tempo gibt oder es wird eben gnadenlos heruntergepitcht (daher standen die pioneer-plattenspieler da). tracks wie „bring“ von randomer bekommen dann nochmal eine völlig andere wendung. ist zwar eher unwahrscheinlich, dass ich extra für die party ins blank gehen würde, weil ich dann doch irgendwann mal etwas zwischen 120 und 140+ bpm brauche, aber als ergänzung zur staub fand ich es klasse.

r.i.p. holger czukay

scheinbar soll kein monat ohne derartige meldungen vergehen. nach jaki liebezeit noch ein can-mitglied, kurz nach seiner frau bereits gestern verstorben – mit gerade mal 79. seine pionierleistungen kann ich mangels kenntnissen des can-katalogs immer noch nicht würdigen. das ist alles auf phasen verschoben, in denen ich die zeit und muße für krautrock habe.

bis dahin erst einmal natürlich: r.i.p.