[berlin / 05.06.2016] velodrom: moderat

moderat20160605

sollte eigentlich wie bei der tour zum zweiten album in der columbiahalle stattfinden, wurde aber aufgrund der enormen nachfrage ins velodrom verlegt, in das maximal 12.000 leute passen (zum vergleich: bestenfalls ein drittel davon passt in die columbiahalle). damit wird die entwicklung fortgesetzt, wie sie sich vor zwei jahren schon andeutete, aber gegönnt sei es ihnen nach wie vor. premiere im doppelten sinn für mich: velodrom sowie das erste über ticketswap gekaufte ticket. ansonsten freue ich mich auch über ein paar songs von den ersten beiden alben – nicht, dass das dritte schlecht wäre (im gegenteil), aber „ilona“ fehlte mir vor zwei jahren schon.
darüber hinaus gibt es shed im vorprogramm – auch ganz schön toll.

nachbetrachtung

eine gelungene premiere für alle beteiligten. das mit den tickets über ticketswap hat jedenfalls geklappt, die organisation ebenfalls – zumindest musste ich nirgends lange warten, um ans ziel zu kommen. das geschah zugegebenermaßen aber auch recht zielstrebig: eingang bis innenraum recht weit vorne.

im warm-up zum warm-up gab es ralf köster, der weite teile des (hervorragenden) „under the sun“-albums von mark pritchard auf warp spielte. bei shed hatte ich den eindruck, dass er sich mit der größe der halle und des publikums etwas schwer tat – so exponiert, wie er auf der großen bühne mit dem eigenen namen hinter sich auf der leinwand stand. nach seinen letzten live-sets würde ich behaupten, dass er sich bei club-auftritten eher wohlfühlt. im velodrom waren es zwar tolle tracks, aber ein wirkliches set-gefühl kam dabei nicht zustande. aber gut, man hat es auch selten, dass das vorprogramm den hauptact übertrifft.
womit ich beim thema wäre: auch wenn ich seit dem modeselektor-auftritt zur fête de la musique anno 2013 im mauerpark weiß, dass sie ein großes publikum glänzend bei laune halten können, blieb immer noch ein bisschen restsorge, ob das im velodrom nicht zu eine große distanz sein könnte. anderthalb stunden später war das alles im nichts aufgelöst. sie spielten das aktuelle album fast komplett, vom ersten „a new error“ (zweiter track) und „rusty nails“ (ungefähr in der mitte), vom zweiten durfte „bad kingdom“ nicht fehlen. „last time“ hatte es ja leider nicht auf „ii“ geschafft, aber dafür auf eine single danach – und ins konzert. letzter song / track war überraschenderweise „animal trails“, der im live-kontext eine ganz schön wuchtige energie entfachte.
unnötig zu erwähnen, dass die visuals der pfadfinderei wieder einmal perfekt passten und die drei jungs mit der ihnen typischen mischung aus bescheidenheit und rampensäue das publikum schnell auf ihrer seite hatten. das nächste berlin-gastspiel fällt auf den september 2017 in der wuhlheide. das ist schon mal im terminkalender markiert, obwohl das witterungstechnisch schon knifflig werden könnte.

[berlin / 03.06.2016] tresor: tresor presents kern vol. 3 pre-release

an sich wollte ich das mit mehreren parties an einem abend vermeiden, aber hierfür mache ich gerne eine ausnahme. objekt hat eine mix-cd für tresor gemacht, das wird gefeiert, bevor sie im juli veröffentlicht wird. da er im tresor von mitternacht bis 3 den anfang machen (und später noch gemeinsam mit call super im ohm spielen) wird, war das für mich der grund, hier zuerst vorbeizuschauen, um dann zur griessmuehle weiterzuziehen.

tresor20160603

tresor
00h00 objekt
03h00 radioactive man live
04h00 dj bone
07h00 reka

+4 bar
00h00 shanti celeste
02h30 laurel halo
05h00 idit frenkel

ohm
00h00 call super
03h30 machine woman live
04h30 call super b2b objekt

nachbetrachtung
war nur kurz da, daher auch kurzgefasst.

aus musikliebhabersicht freut es mich ja, dass es um 2 uhr eine kleine schlange gab und es drinnen allerorten gut gefüllt war. es gibt auch tatsächlich so etwas wie eine türpolitik, die ich aber nicht ganz durchschaue. da werden drei durchaus passende englischsprachige jungs und später ein älterer weggeschickt, aber ähnliche sowie leute, die ich hingegen woanders hingeschickt hätte, sind drin. muss daher ehrlich gestehen, dass ich mich beim letzten mal mit marcel und neil wohler gefühlt habe. hatte schon ein wenig was vom fabric: viele touristen, fotoverbot existiert immer noch, wird aber nach wie vor nicht konsequent durchgezogen. daher halten viele ihre erinnerungen mit hochkantvideos im nebel fest und kamerascheuere leute wie meine wenigkeit sehen zu, nicht vor die linse zu geraten. könnte sich parallel zum tanzen auch zu einer clubaktivität entwickeln, auf die ich jedoch gerne verzichten würde.
darüber hinaus auf der eher negativen seite: es gibt keinen internen durchgang zum ohm. man muss daher raus, im ohm nochmal den stempel zeigen (und zurück wieder umgekehrt). bei einer milden frühsommernacht wie der letzten kein problem, aber bei kälteren temperaturen oder regen überlegt man sich das mehrmals.
sehr gut hingegen die kombination aus tresor und +4 bar. letztere hat sich wirklich sehr gemausert und sieht jetzt wie eine kleinere variante des alten globus aus. der sound ist auch ok, licht unspektakulär. macht deutlich, dass der schwerpunkt an den freitagen im keller liegt, was für mein empfinden auch goldrichtig ist.

musik: objekt konsequent unter bzw. um die 120 bpm, auch um 3 uhr noch. electronica, melodisch, manchmal mit vocals. kannte gar nichts davon, fand ich auch nicht so zwingend, aber immerhin herausfordernd wie immer. die leute hatten dazu ihren spaß, was mich ehrlicherweise schon ein bisschen überraschte. aber vielleicht war’s auch der tresor-legendenbonus.
radioactive man war mein höhepunkt. nur mit hardware: zwei mpcs, ein analog rytm von electron, ein electribe und ein echo-delay (keine ahnung, welches fabrikat). super-routiniert, da saß einfach alles. stil: electro, klar. ganz wenig gerade kickdrums, weniger sphären, mehr basslines. einfach toll aufgebaut und präsentiert. laurel halo war in der +4 bar in den paar minuten, die ich dort verbrachte, eher housig bis techhousig unterwegs. machine woman bekam ich noch zur hälfte mit, in der sie einen doch recht interessanten bogen von electronica um die 110 bpm zu vocals spannte. zumindest ersteres wird jedoch dazu beitragen, dass ich mir ihre discographie nochmal daraufhin anhören werde.

raus bin ich gegen 5 uhr, als dj bone im tresor dem publikum das gab, wofür der club bekannt ist: techno mit detroiter einschlag. ich bin jedoch an einem wunderbaren samstagmorgen durch das noch verschlafene kreuzberg richtung griessmühle geradelt. und auch wenn sich das jetzt nicht so begeistert liest, ist das booking, das musikalische experimente bis zur peak-time ermöglichte, für mich definitiv eine zierde für den laden. es mag auch an mir gelegen haben, von manchen gästen etwas zu sehr angenervt gewesen zu sein.

[berlin / 03.06.2016] griessmühle: 8 jahre killekill + esch-floor

vom suicide in die griessmuehle, das finde ich schon mal gut. soweit sich das jetzt schon abzeichnet, finden auch weite teile des krake-festivals dort statt. wird vor ort eruiert, ob sie die neue heimstätte ist.

killekill20160603

killekill-floor
00h00 fist van odor
02h00 bintus live
03h00 jerome hill
05h00 neil landstrumm live
06h00 dj flush b2b hanno hinkelbein

esch-floor (im silo)
22h00 ganymed
01h30 milena kriegs live
02h30 von grall
05h00 n.akin b2b thnts
08h00 sebastian kökow

open air
08h00 alienata
11h00 alienata b2b dj flush b2b hanno hinkelbein b2b sebastian kökow

start
22 uhr

eintritt
13 euro

nachbetrachtung
fazit zuerst: schön war’s. sehr. auch wenn ich mich direkt zu beginn der party (man mag meinen, dass ich aus den anfängerfehlern gelernt habe) in kaugummi gesetzt habe.

ab 8 tatsächlich drei floors parallel und richtig gut besucht war es für einen freitag – in jedem fall mehr als noch vor zwei wochen bei erwan, wobei das wetter dort auch erst noch in die gänge kommen musste.
meine favoritin: alienata. chicago, detroit („the dance“ von derrick may), wave, electro, house – alles schön ineinander verwoben, damit für draußen nicht zu seicht, sondern eher fordernd. wurde ab 11 von fist van odor flankiert, der für die etwas abgedrehtere note sorgte. sebastian kökow bretterte sogar noch im silo, als ich um 13 uhr ging. u.a. mit dem ur-remix von maurizios „ploy“ oder monolith auf sonic groove. hatte in den ersten zwei stunden schon einen merklichen ebm-einschlag. neil ravig, nicht so trocken wie im tresor (wo ich ihn jedoch besser fand), dj flush und hanno ergänzen sich als team super, auch wenn ich den übergang von flush von der „storm“ von dave clarke zu einer echt melodischen vocal-nummer die mit techno nicht so viel zu tun hatte, schon etwas seltsam fand. egal, dafür passte beim rest einiges, ging auch schließlich bis kurz nach 12.

fühlte sich richtig gut und hörte sich für mich auch besser an als im suicide. alleine die möglichkeit im sommer mit drei floors mit einem größeren außenbereich, den man sogar bei regen bespielen kann, weil die tanzfläche überdacht ist – das noch garniert durch einen club, der beim line-up freie hand lässt: für mich passt das.
womit ich beim thema wäre, das ich jedoch nicht allzu konkret behandeln werde: griessmühle anstatt suicide? bleibt das jetzt so? dazu gibt es eine kurze antwort: ja. wer möchte, kann (bzw. sollte) nochmal meine nachbetrachtung zum sechsjährigen killekill-jubiläum gegenlesen. kurz rekapituliert: inhaltlicher tiefgang wurde damals der wirtschaftlichkeit des suicide geopfert, was flush in die lage versetzte, kompromisse beim freitags-booking eingehen zu müssen. geändert hat sich seit kurzem, dass der suicide jetzt konsequent auf techno machen möchte. fremdveranstaltungen wie samstags, der eher techhousig klang und somit publikum anzog, sind raus, und das muss sich bei der harten konkurrenz bemerkbar machen. das blieb an flush, der mit der experimentielleren killekill-reihe eh schon einen schwierigeren stand hatte, hängen und nun muss er sich als konsequenz um erfolg oder misserfolg des suicide-bookings zumindest keine unmittelbaren sorgen mehr machen. von daher steht der achte killekill-geburtstag ein bisschen im zeichen des neuanfangs: die labels werden aufgeteilt, und es gibt neben der griessmühle noch (was mich wenigstens genauso freut) das about blank, das mit flush zusammenarbeiten möchte.
aus sicht eines bookers, dessen monatliches gehalt sicher war, ist das natürlich erstmal ein tiefschlag, aber killekill mittlerweile breit genug aufgestellt, dass das erstmal passen sollte. ich habe jedoch auf lange sicht das gefühl, dass es das beste ist, was flush passieren konnte, dem durch booking-vorgaben sowie die arbeit an scr dark series die hände sowie eine menge arbeitszeit gebunden waren. es muss viel mühe gekostet haben, killekill als booking-agentur und label parallel so auszubauen, wie es den eigenen vorstellungen entspricht. zumindest hat er jetzt zwei clubs in petto, die weniger kompromisse erfordern. es könnte also eine art befreiung sein, was sich jedoch erst im laufe der zeit herausstellen wird.

interessante zeiten für killekill also, die darauf neugierig machen, wie das zum neunjährigen aussieht. der suicide ist mir damit als club jedenfalls endgültig egal. das schließt zwar nicht aus, dass ich da irgendwann mal wieder als besucher auftauchen werde, aber neben den üblichen verdächtigen (berghain, blank, griessmühle, tresor) ist er für mich nun noch ein bisschen mehr unter ferner liefen. er wird’s verkraften.

[berlin / 28.05.2016] berghain: klubnacht

natürlich lasse ich mir den monatlichen termin nicht nehmen. dazu mit dem münchner label, das mir mit dem skee-mask-album und der letzten stenny-ep dieses jahr schon viel freude bereitet hat. oscar mulero habe ich auch noch nie gesehen, von daher wird das wohl ein recht tageslichtarmer sonntag.

klubnacht

berghain: ilian tape showcase
00h00 skee mask
04h00 andrea live
05h00 zenker brothers
10h00 stenny
14h00 marcel dettmann
18h00 dvs1
22h00 oscar mulero
02h00 don williams

panorama bar
00h00 massimiliano pagliara
04h00 mattheis live
05h00 jori hulkkonen
09h00 abstraxion
13h00 max graef b2b glenn astro
17h00 the drifter
21h00 ed davenport
01h00 roi perez

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
mache ich’s mal anders als gewohnt und fange beim schluss an, der für mich auf die letzte stunde von oscar mulero fiel. mag daran gelegen haben, dass es für mich schon die zehnte/elfte stunde bei der zweiten schicht und die konzentration somit nicht mehr die beste war. andererseits ging mir das bei der ersten schicht ähnlich, als ich zu skee mask aufschlug, dessen set einen anderen effekt hatte. aber dazu unten mehr.
mit herrn mulero ging es mir jedenfalls so wie mit dem meisten, was auf polegroup passiert: der harte, an melodiesequenzen orientierte stil hat seine nische, aber bei mir bleibt da wenig bis gar nichts hängen. pure geschmackssache jedoch – es war definitiv ein aufbau im set vorhanden und damit vom monotonen marschieren entfernt, aber die wieder mal gut gefüllte hütte riss das mehr mit als mich.
bei ed davenport hatte ich oben den eindruck, dass er ähnlich wie unten spielt, nur etwas langsamer. ich mag’s ja, wenn die panorama bar mal mit techno gefordert wird, aber mehr als zuhören vom logenplatz an der ecke aus war da auch nicht mehr drin. zum rest in der oberen etage und auch zum garten kann ich nichts sagen, weil ich schlicht und ergreifend im berghain festhing.

der dvs1-fanclub mag jetzt kurz die stirn kräuseln, aber mich hat der herr am sonntagnachmittag tatsächlich das erste mal so richtig überzeugt. häufig genug bretterte er mir einfach nur in einer tour vor sich hin (und die meute liebte es) und ich fragte mich, ob er der allgemeinheit auch mal eine verschnaufpause gönnen möchte. sonntagnachmittag war ganz schön dynamik drin, und auch electro (drexciya!) sowie andere tracks ohne gerade kickdrum. das lockerte auf, und auch sonst lag sein schwerpunkt mehr auf einem breiteren spektrum als auf gebretter. fand ich in anbetracht der uhrzeit aber auch passend.

bei herrn dettmann trat wieder mal das ein, was vor gut einem halben jahr schon der fall war: hatte mich von anfang an gepackt, so dass ich nicht von der tanzfläche wollte (außer zum wasserholen). dafür verantwortlich u.a. der felix da housecat-remix von „your only friend“ – youtube (den er aber mit großer zuverlässigkeit regelmäßig spielt) oder „drop out“ von room 506 / ancient methods (youtube).
ansonsten gab es noch (so zwischen 16:30 und 17:30) die gute alte claude young, die pete anno 2005/6/7 immer mal gerne zum schluss ausgepackt hat (und die echt mal nachgepresst werden sollte): youtube
und in seinen ersten beiden stunden abgeschaut: hbng – sudden death (soundcloud) sowie diesen zadig-remix, der zwar ziemlich an „spastik“ erinnert, aber tools wie diese klingen dort einfach nicht nur nach tools: youtube

kurzum: er hat (wieder mal) von anfang bis ende alles richtig gemacht. wenn er irgendwann mal wieder ein schluss-set abbekommt, wird das mit dem umschlagen des pendels in richtung „leichtsinn“ wohl schneller gehen als gedacht.

bei stenny bekam ich tatsächlich nur den letzten track mit. war zwar schon früher da, aber (da kann jetzt mal jeder lachen) gut fünf minuten an der garderobe damit beschäftigt, meine musicsafes aus dem kleinen döschen zu pulen. hat mich schon geärgert, da mir die breakbeats von oben echt gut gefielen. aber nicht nur deswegen ist der wechsel auf elacin quasi schon beschlossene sache, er muss nur noch umgesetzt werden.

andrea wie auf den eps melodisch, in der ersten hälfte eher breakig, in der zweiten gerader, was als brücke von skee mask zu den zenker-brüdern aber auch vollkommen klar ging. dennoch war die schlafpause danach dringend notwendig.

und damit wäre ich bei dem herrn, von dem ich auch jetzt noch (zwei tage später) schwer beeindruckt bin. kurz vor 2 uhr im laden, er spielt electro der eher sphärischen sorte. habe es selber eher mit den vom funk beeinflussten sachen (aux 88!), aber sowas lief in der letzten stunde (zw. 3:15 und 3:45) in form von detroit in effect – detroit party train: youtube

kurz nach 2:00 dann auf einmal derbe verknotete rhythmen, allgemein irritierte blicke auf der tanzfläche, er selbst breit am grinsen, ich so am nachgucken. da war der track tatsächlich von der erst kürzlich veröffentlichten (und auch von mir gekauften) autechre: acdwn2, lässt sich am besten hier nachhören: ae-bleepstore
lief nicht in voller länge, aber doch wenigstens zwei, drei minuten solo. ab da deutete sich für mich an, dass hier wohl keine kompromisse in puncto „nach dem gusto des publikums spielen“ gemacht werden sollen.

die annahme war auch richtig. alleine in der nächsten halben stunde liefen dann dinge wie „untitled 1“ von robert hood (ursprünglich von der „moveable parts chapter 1“, nochmal vertreten auf der zusammenstellung für 20 jahre m-plant, genauer: der zweite track auf der hier – bleep), kombiniert mit „bom dia“ von konono no1 (bleep), oder levon vincent mit „making headway“ (red eye), „faces drums 2“ (phonica).
als ob das noch nicht genug gewesen wäre: alva noto mit „uni acronym“ (youtube), direkt darauf dann eine nummer, die grime super mit hartem techno kombiniert: na – definite sentence (soundcloud), bandshell mit „landfill“ (bleep).

nach dem drum&bass-intermezzo (war jedoch mit der eher vocallastigen variante nicht mein beuteschema), das er innerhalb einer viertelstunde von 180 wieder auf um die 140 bpm herunterkochen konnte, gab es dann auch eine der schönsten dubstep-techno-crossover-tracks: bury da bwoy (youtube), dann noch dj vague (youtube), später dann noch was für die tresor-fraktion: jeff mills – jerical (youtube), direkt darauf eine delroy edwards (youtube) und so in richtung schluss 326 – just like heaven in der version von armando (clone).

das sollte genug beleg dafür sein, dass der junge herr meinen geschmack in wenigstens 90% der fälle getroffen hat, was selten genug vorkommt. wenn ich etwas in der b-note abziehen müsste, wäre dies wegen des flows. manch übergang verpuffte, weil die tracks jeweils so viel charakter hatten. evtl. wäre der eine oder andere track vom kaliber „definite sentence“ (oder was anderes in der richtung – die „club constructions“-serie auf night slugs, manches auf hessle audio oder trax couture sind da so meine optionen) als überbrückung nicht verkehrt gewesen. aber das ist erstens das gezielte suchen, ob nicht doch ein haar in der suppe ist und zweitens hättewärekönnte – schließlich stand er da oben und ging die ganze zeit risiken ein, was ich allemal höher bewerte als übergänge, die so wirken als seien sie am reißbrett entstanden.

für die „tl;dr“-fraktion: skee mask für mich klarer favorit. da muss herr dettmann mit seinem hausherr-bonus ausnahmsweise mal den kürzeren ziehen, geht aber dicht dahinter ins ziel. mit kleinem abstand folgt (für mich endlich mal) dvs1, bei dem ich gespannt bin, ob er dieses gespür für dramatik beibehält. schön fände ich’s ja.

[berlin / 28.05.2016] about blank: staub

der plan für dieses mal: früh erscheinen, da ich nicht bis zum ende bleiben kann.

staub20160528

eintritt
10 euro (zumindest war dies letztes mal so)

nachbetrachtung

zur chronik:

garten
10h00 antonio vásquez
13h00 caleb esc
16h00 glasersfeld
19h00 solaris b2b subkutan

mdf
15h00 simone gatto
18h00 greenbean & leon

zum mdf kann ich bei der gelegenheit rückblickend gar nichts sagen, muss wohl also nicht sonderlich weltbewegend gewesen sein. andererseits war die visite mit gut fünf stunden von 13 uhr bis nach 18 uhr auch recht kurz.

draußen bekam ich jedenfalls das gesamte set von caleb esc mit, das wieder einmal wie aus einem guss wirkte. sicher zählt dessen melodischer sequenztechno nicht zu meinem beuteschema, aber kaum erwischt man mal jemanden, der sich darauf spezialisiert und das mit einem auf und ab verpackt, das ein gutes set braucht, sollte man sich auch fallenlassen können. das schaffte er jedenfalls problemlos. wiedererkannt: „dungeon“ von planetary assault systems, abgeschaut: eine weitere mote evolver und die „cuts vol. 2“ von dj deep auf deeply rooted house.
glasersfeld knüpften daran jedoch auch sehr schön an. „shufflephunk“ von richie hawtin bspw., und auch „2“ von breaker auf forbidden planet, die ich schon diverse male gehört, wahrscheinlich sogar nachgeschaut haben müsste. aber nach dem samstag habe ich sie dann doch endlich mal auf die wunschliste gesetzt und mittlerweile sogar gekauft (sowie offiziell verbraten).

aber wie schon weiter oben angedeutet: andere verpflichtungen ließen es nicht zu, länger zu bleiben. mich hätte das zusammenspiel von solaris mit subkutan im garten schon interessiert, aber dann eben bei nächster gelegenheit. und obwohl’s eher kurz war: musikalisch sehr gute unterhaltung, zumindest draußen.

[berlin / 20.05.2016] griessmühle: decipher language

die tendenz beim wetter zeigt nach oben, das aufgebot ist gut, also setze ich mal mein vorhaben von anno 2014 um und besuche die griessmühle als weiterem club mit außenbereich.

griessmuehle20160520

pacou
mareena
erwan
stojche
juniper
sirko müller
francesco devincenti
mannella
marco pellegrino
key clef
bbk & big fish
fernando vieira

start
22 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
anwesend war ich von ca. 5h30 bis 12h30, insgesamt ein ziemlich entspannter morgen ohne großes spektakel, was aber auch nun wirklich nicht immer sein muss. kam somit noch pünktlich zu den letzten minuten von pacou, der seinem in den vergangenen jahrzehnten (soweit kann man das ja schon sagen) im tresor und anderweitig verfeinerten stil treu geblieben ist. wirkte im silo nicht so hart wie anderswo, aber an tracks von joey beltram erinnere ich mich noch.
bei mannella in der größeren halle war anteilig mehr los als bei erwan im silo, dessen situation mit dem versuch, eine überschaubare anzahl an leuten zu halten, ich nur allzu gut nachvollziehen konnte. während mannella knackigere chicago-sachen spielte („answering machine“ von green velvet bspw.), brauchte erwan so eine stunde, bis er den bogen von der pacou-vorlage zu deeperem, sphärischen techno bekommen hatte. gefiel mir daher ab 7 uhr auch immer besser – auch wenn ich zeitweise alleine auf der tanzfläche war, was mich aber umso mehr anspornt, support zu leisten, da ich die situation selber nur allzu gut kenne. davon abgesehen ist es auch kein beinbruch, im silo eine einstellige anzahl an leuten zu bespaßen, weil der floor eh kompakt ist.
während der techno-phase spielte erwan jedenfalls u.a. die von nina kraviz auf trip neu aufgelegte „barcode population“. abgeschaut habe ich mir dann später die „terminal“ von s.a.m., ferner noch ein track vom g-man-album auf i220, das ich im gegensatz zu seinen sachen auf swim so gut wie nie höre und daher auch nicht so vertraut damit bin, dass ich die einsetze. das sollte ich ändern. schlussplatte war dann „zeitspielraum“ von answer code request von der zehnjährigen ostgut-ton-zusammenstellung.
draußen hatte zu dem zeitpunkt schon die open-air-afterhour begonnen, bei der ich den dj leider keinem namen zuordnen kann. es lief jedenfalls eher discoider house, was als hintergrundbeschallung schon ok war. mit bbk & big fish konnte ich danach (zumindest in der halben stunde, die ich von den beiden mitbekam) mehr anfangen, aber da war der stil auch trockener und im mix einheitlicher.

in summe ein entspannter morgen / vormittag, an dem erwan mit seiner tieferen seite bei mir am meisten und die griessmühle mit der tatsache punktete, dass sich die voraussetzungen bei den toiletten etwas gebessert haben. es ist zwar noch beileibe nicht perfekt, aber schon mal ein schritt in die richtige richtung. sonst fände ich einen kickertisch oder eine tischtennisplatte im außenbereich ganz schick. die schaukeln nahe des eingangs sind schon mal gut.
apropos außenbereich: großer pluspunkt neben der richtig dimensionierten kirsch-anlage für den floor ist dessen überdachung, so dass höchstens kältere temperaturen der dortigen beschallung einen strich durch die rechnung machen können. einzig die ecke neben dem dj fristet noch ein etwas trostloses dasein, aber da wird die zeit zeigen, ob sie dafür noch was in petto haben.

[berlin / 13.05.2016] güterpalast: restless #01

seitdem das stattbad geschlossen hat, war ich nicht mehr im wedding aus. dann versuche ich es mal an neuen orten, obwohl mir nur der headliner etwas sagt. soviel vorschusslorbeeren reichen, und neugierig bin ich ohnehin darauf.

restless20160513

adresse
siemensstraße 27
s/u westhafen

start
23 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
wie üblich beim freitäglichen vorschlafen war ich erst recht spät da, als randomer schon angefangen hatte – also gegen 2h30. der war mit seinem set im stile seiner eigenproduktionen (die natürlich nicht fehlen durften), kombiniert mit tracks vom kaliber der club constructions-serie auf night slugs für mich auch der (zu erwartende) höhepunkt, einfach weil die gerade kickdrum auch gerne mal durchbrochen und somit aufgelockert wurde.
mutecell danach recht solide, da ist mir noch „waterfall“ von rrose in erinnerung. julius henze und alberty danach gemeinsam mit traktor, was zu später stunde (zumindest bis ich gegen 8 uhr ging) nochmal antrieb mit melodie gab.

publikum recht jung, aber enthusiastisch (man traut sich tatsächlich mal wieder zu schreien), auch die extra angemietete funktion one war eine gute investition. aber herausragend war die party für mich jetzt auch nicht. das soll die mühen der veranstalter jetzt keineswegs kleinreden, davon gaben sie sich tatsächlich reichlich. auch der etwas improvisierte garderobenbereich (mit vorhängen abgehangen, ähnlich wie der bereich für die djs) hatte etwas von dem charme, als ich mit dem ausgehen anfing. in der gewissen ausgeherfahrung dürfte auch der grund liegen, weshalb die erste restless bei mir irgendwo im strom mitschwimmt, anstatt darin aufzufallen. bei den jüngeren ist das anders, weil sie noch mit dem entdeckergeist unterwegs sind, der mit der zeit abhanden kommt (worum ich sie wiederum etwas beneide). die noch unverbraucht wirkende location mag auch ein grund sein – die sieht tatsächlich so aus wie auf dem bild.
sei es wie es sei: anderen hat es gefallen, aus veranstaltersicht lässt sich definitiv von einem erfolg sprechen, so dass es wohl nicht das letzte mal gewesen sein wird. mag ich für mich selbst auch nicht ausschließen, aber da müssen für mich mehrere faktoren wie ein passendes line-up bei fehlenden alternativen und der unbedingte wille zum ausgehen zusammenkommen.

[berlin / 30.04.2016] about blank: staub / werk – nachbetrachtung

es klang bei der raster-noton-nachlese schon durch, dass ich danach noch etwas vor hatte. das sollte nicht unerwähnt bleiben. zunächst jedoch mal die flyer.

staub20160430
werk20160430

der eintrittspreis für die staub betrug zwar einen zehner, dafür ging es nahtlos über. um der chronistenpflicht genüge zu tun, gibt es erstmal den ablauf:

garten
10h00 patch / wrk.
13h30 nur jaber
17h00 vinilette
19h00 eliott litrowski & irakli

mdf
15h00 alpha cephei live
16h00 neitscho
18h00 syncopheit live
19h00 héctor oaks

23h00 daito
01h00 rifts
03h30 jmanuel vs back to the lab live
04h30 steve bicknell
07h00 sasa strauss

lobby
22h00 anil
02h00 interstellar funk
05h00 felix hüther

mein plan war eigentlich, endlich mal steve bicknell zu sehen, aber daraus wurde konditionell nichts mehr. nachdem es im berghain wie üblich mal etwas länger wurde, ich direkt danach zwischen kurz nach 10 und kurz nach 11 im blank-garten gemütlich der entwicklung des patch/wrk.-sets von ambient zu dubtechno lauschte („herschel“ von kobosil auf unterton habe ich da als einziges erkannt), um dann für ein frühstück sowie nicht mal vier stunden schlaf heimwärts zu ziehen, war mein akku schneller geleert, als dass ich stur an dem plan festhalten bzw. ihn mit mate in die tat umsetzen wollte.
die kognitiven fähigkeiten durch einen doppelten espresso weitestgehend aufrecht erhaltend, war ich gegen 17h30 zurück. dramaturgische aufteilung zu dem zeitpunkt klar: draußen eher leise, aber melodisch, drinnen im mdf treibend. details zu tracks sind bis 19h30/20h00 mangelware, da ich die tischtennissaison einläutete, was schon zur bewegungsfreiheit und zum blank-geburtstag nicht geklappt hatte. das reaktionsvermögen konnte sich dennoch ganz gut sehen lassen.
syncopheit konnte mich nur kurz halten, héctor oaks mixte zügig mit zwei cdjs und einem technics (u.a. die fear of music 01), aber auch da blieb ich nie wesentlich länger als fünf minuten am stück. draußen war’s bei eliott litrowski und irakli einfach besser (auch wenn der track nicht zu meinem beuteschema zählt, wohl aber zu meinen dj-anfangszeiten anderweitig gerne mal lief: „fadin‘ away“ von the hacker im dima-remix) und mit „controversy“ von prince auch pünktlich um 22 uhr schluss.
die nächsten fünf stunden waren dann eher warten, allerdings auch in guter gesellschaft. anil hatten zwar toll ausgesuchte tracks aus dem gebrochenen repertoire ausgesucht (also electro oder andere breakbeats neuerer r&s-schule), aber absolut keinen roten faden im set. damit wurde es in der lobby ab 22h00 auch nicht richtig voll und ab 00h00 sogar wieder merklich leerer, weil da der mdf bereits als dicke konkurrenz ins geschehen getreten war. da war das tempo definitiv über der 135-bpm-marke und der stil wie in alten tresor-zeiten schön trocken. das wollten die leute auch eher hören, aber mir war das (man staune) irgendwie zu statisch oder meine konzentration reichte nur noch zum wachbleiben, jedoch nicht zum fallenlassen in ein set aus. daran änderte auch die kontermate nichts. hinzu kam, dass irgendwann mal alle bekannten gesichter fort waren und ich mit (man staune nochmals) mit dem publikum stellenweise nichts mehr anfangen konnte. allerdings sollte interstellar funk in der lobby noch positiv erwähnt werden, der u.a. mit der trackwerk 001 auf ungefähr 100 bpm gepitcht, gefolgt von analog-synth-tracks à la legowelt angenehm anders spielte, wobei auch alleine vom füllgrad her klar war, dass der schwerpunkt der party auf dem mdf lag.
also war 3h30 der zeitpunkt, an dem ich beschloss, es gut sein zu lassen und mich lieber auszuschlafen. da steve bicknell in den letzten monaten hier aber wieder des öfteren zu hören war, bin ich guter dinge, dass sich das noch im laufe des jahres nachholen lässt. dann definitiv mit mehr schlaf, so dass treibende sets nicht einfach an mir vorüberziehen und ich mich isoliert im club herumtreiben lasse.

nachtrag #1, 14. mai 2016, 12:11 uhr:
das patch/wrk.-set zur eröffnung des gartens ist bei soundcloud.

[berlin / 29.04.2016] berghain: zwanzig jahre raster-noton

schon wieder eine typische konzertmuffel-einleitung: keine karte im vorverkauf ergattert, daher auf das restkontingent hoffen, und darauf, dass schneestürme beim anstehen ausbleiben.

rasternoton20160429

berghain
19:00 h – 21:00 h grischa lichtenberger live
21:00 h – 22:00 h dasha rush live
22:10 h – 22:40 h emptyset live
22:50 h – 23:50 h atom™ live
00:00 h – 00:45 h alpha & beta
00:45 h – 01:15 h donnacha costello live
01:25 h – 01:55 h robert lippok live
02:05 h – 02:45 h alva noto live
03:00 h – 03:40 h byetone live
03:50 h – 04:30 h kyoka live
04:40 h – 05:40 h kangding ray live
05:40 h – ende marcel dettmann

panorama bar
22:00 h – 00:00 h frank bretschneider
00:00 h – 03:30 h credit00
03:30 h – 05:00 h alpha & beta
05:00 h – 08:00 h magda
08:00 h – ende nastia

halle am berghain
14:00 h – 21:00 h white circle

eintritt
22 euro
ab mitternacht: 15 euro

nachbetrachtung

das kann ja noch was werden, wenn ich das weiterhin so diszipliniert handhabe und direkt vom ende aus berichte.

9:09 – nastia hält die panorama bar mit dickbäuchigem (also: viel bass) house der trockeneren sorte bei laune. herr dettmann (wie immer eine sichere bank, dieses mal mit mehr electro und etwas hypnotischer als sonst) hat recht pünktlich um 9:00 feierabend gemacht. tatsächlich mit einem neueren track von aux 88 (astral projections im detroit mix – so jedenfalls shazam), was insofern überrascht, als dass ich sie eigentlich abgeschrieben hatte.

im club bin ich seit kurz nach 20:00, damit noch eine stunde grischa lichtenberger mitgenommen, der sich tempibezogen in der zeit von hiphop zu technokompatiblen regionen vorarbeitete. tolle tracks, aber durch die dj-brille betrachtet fehlte der flow. hatte eher etwas von aneinanderreihung.

klappte bei dasha rush besser, die in weiten teilen das visuelle konzept vom letzten jahr wiederholte und nur zur hälfte hin einen technoid-gebrochenen rhythmus im set hatte. gerade zum ende hin dominierte ambient, aber das schadete angesichts der uhrzeit nicht. emptyset war danach der direkte frontalangriff, was markerschütternde bässe mit fieden mitteltönen anging. kurz, direkt, richtig gut.
atom tm hat seine „hd“-show auch nur geringfügig variiert, was sich despektierlicher liest als es gemeint ist. dabei sind die tracks nach wie vor toll und die abstimmung auf die visuals beispielhaft. auch hier eher einer aneinanderreihung, jedoch in form von kleinen pausen zwischen den einzelnen tracks. war für mich besser gelungen als bei grischa lichtenberger.

credit 00 hatte trotz des berghains als primärer anlaufstelle so gut wie gar keine probleme, die panorama bar auf betriebstemperatur zu bringen. überraschend war für alle jedoch, dass sie schon um 22:00 mit frank bretschneider als dj öffnete, was die situation bzgl. enge schon gut entlastete. während robert lippok war das jedenfalls die für mich bessere wahl. zuvor spielte donnacha costello ambient pur mit drone-phasen. wer zuvor noch unter eindruck des emptyset-slots stand, könnte eine harte landung absolviert haben.

alva noto bekam ich dann auch endlich mal mit und fand mein urteil im vergleich zu diamond version bestätigt: alleine viel besser. funktional, wenn auch gebrochen und trotz (oder wegen) hochfrequenten sprenkseln sehr verträglich. auch wenn so gut wie der gesamte abend hohes niveau bot: erster favorit.

byetone hat mich danach etwas enttäuscht, da gibt’s ja die vergleichsmöglichkeiten. erstmal das eigene set im techno-tempo starten und wenig darauf eine vollbremsung richtung hiphop hinzulegen: kann man machen, wäre ich der letzte, der sich bei abenden wie diesen über sowas beschwert. aber das live-einspielen von melodien klang ganz schön planlos. bin also wieder nach oben, wo alpha (=alva noto als dj mit traktor auf einem ipad pro) mit einem loop von „when doves cry“ begann (ausgespielt hätte ich’s toller gefunden, luxusprobleme…) und mit recht zackigem techhouse weitermachte. beta (=byetone) stieß wenig später dazu, als „take me baby“ lief.

da schaute ich mir noch an, ob ich was bei kyoka verpasse – und wie schon im letzten jahr: nicht viel. auch hier mangelnder flow, was mich trotz traktor als mittel der wahl etwas wundert.

auch nicht weiter dramatisch, weil danach mit kangding ray der für mich zweite favorit auf die bühne trat und mit octatrack sowie modularsystem ein melodisch-hypnotisches set wie aus einem guss präsentierte, bei dem ich mir wünschte, sowas auflegen zu können. gut möglich, dass das ein oder andere seiner letzten alben doch noch digital gekauft wird, das wird via spotify nochmal genauer untersucht.

noch ein bis zwei worte zu magda: fand ich schon ganz ok, arbeitete jedoch mit einem vergleichbaren stilmittel, wie ich es aus dem m-nus-umfeld in erinnerung habe. statt bass raus und wieder rein lief ein track oder ein loop mal eben leiser als der vorherige. zur überbrückung bei kyoka gut, hatte für meine ohren aber gegen kangding ray keine chance.

insgesamt achon wie die leisure system vor drei wochen mehr als zufredenstellend, wobei die leisure alleine wegen des klangerlebenisses in surround gewinnt. heute fand ich insbesondere die aufteilung zwischen der panorama bar als partyzentrum und dem berghain als konzertbühne mit entsprechend geduldigem publikum sehr gelungen. von den visuals gar nicht erst zu reden – da hätte ich am liebsten noch mehr leinwände an mehr seiten.

nun aber ist es 9:47. noch schnell rüber zur staub, stempel holen, dann schlafen.

[berlin / 22.-24.04.2016] about blank: let’s talk about six

morgendlicher espresso – check, taschentücher für den fall, dass jemand „purple rain“, „mountains“, „raspberry beret“, „if i was your girlfriend“ oder irgendetwas anderes von ihm spielt – check. der rest kommt von selbst. alles gute zum eintritt ins schulpflichtige alter, liebste autonomendisko!

aboutblankimschulpflichtigenalter

ablauf (seit freitag, der chronistenpflicht halber aber mit erwähnt)

garten / zelt
freitag
15:00 – 20:30 kinderdisco
20:30 – 20:45 sektempfang
20:45 – 21:30 fundsachenversteigerung mit gisela sommer & inge borg
21:30 – 22:00 rattenchor
20:30 – 00:00 miss rottenmaier
samstag
08:00 – 11:00 grizzly
11:00 – 13:30 emily
13:30 – 16:00 robert audien
19:30 – 20:00 beatpoeten lesung
20:00 – 20:45 sky walking konzert
21:00 – 22:00 sophia kennedy konzert
sonntag
00:00 – 02:00 divaxs
02:00 – 04:00 free download
04:00 – 07:00 nano

08:00 – 11:00 jan schulte aka wolf müller
11:00 – 14:00 paramida
14:00 – 16:00 miriam schulte
16:00 – 17:00 midnight operator live
17:00 – 20:00 call super
20:00 – 22:00 jessamine

mdf
freitag
22:15 – 23:00 100 blumen konzert
23:15 – 00:00 kaput krauts konzert
samstag
02:00 – 04:00 -iaac-
04:00 – 05:00 bleak live
05:00 – 08:00 dr. rubinstein
08:00 – 11:00 subkutan
11:00 – 16:00 caleb esc

22:30 – 23:00 beat poeten konzert
23:45 – 00:45 das flug konzert
sonntag
01:00 – 04:00 silva rymd
04:00 – 06:00 paula temple
06:00 – 10:00 kvrt b2b kwaint
10:00 – 14:00 anja zaube
14:00 – 20:00 akmê
20:00 – 01:00 the gods planet aka claudio prc & ness
montag
01:00 – 02:00 perm live
02:00 – 06:00 qiu

lobby
freitag
00:00 – 03:00 sarah miles
03:00 – 04:00 kassem mosse live
04:00 – 06:00 mix mup
06:00 – 10:00 resom

16:00 – 18:30 desire will set your free filmscreening

22:00 – 01:30 elisabeth
sonntag
01:30 – 04:00 delta funktionen
04:00 – 06:30 cinnaman
06:30 – 09:00 diwa

22:00 – 01:00 natascha kann
montag
01:00 – 04:00 u-lee
04:00 – 07:00 barbara hofmann

raumerweiterungshalle
freitag
17:00 – 01:00 plattenbörse
samstag
11:00 – 19:00 plattenbörse

hütte
samstag
01:00 – 08:00 carlos de brito & cf2000

23:00 – 07:00 juleygon & prinz charming + lydscha forsytscha + adriano cellentano
montag
00:00 – 06:00 die partyminister

klovorraum
samstag
00:00 – 02:30 kino
02:30 – 04:00 karaoke
04:00 – 15:30 kino

20:30 – 06:30 kino
06:30 – 08:00 karaoke
sonntag
08:00 – 04:00 kino
montag
04:00 – 07:00 karaoke

+ imbiss
+ zuckerwatte
+ massagen
+ smoothies

eintritt
tagesticket: 15 euro
wochenende: 25 euro

nachbetrachtung
war von sonntagnachmittag an gut 12 stunden da, und wie das bei blank-geburtstagen nun mal so ist: da trifft man im garten auf einige bekannte und verquatscht sich hier und da. auf einmal fällt auf, dass man für die arbeit am montag einigermaßen fit sein sollte und geht.

der club hatte zu der zeit einen neuen mietvertrag für weitere fünf jahre bekommen und daher in eine renovierung der lobby investiert: neuer boden, die anlage war neu justiert, ein paar mehr lichter hängen seitdem an der decke.

gab aber noch ein bis zwei hauptverantwortliche, die dafür gesorgt haben, dass bewegung dennoch nicht zu kurz kam, wohingegen midnight operator mir noch als relativ verspielt und etwas ziellos in erinnerung sind. dafür einmal mehr anja zaube (notiert und wenig später gekauft: stanislav tolkachev – song about my neighbors) als qualitätslieferantin sowie u-lee später in der lobby, der aber mit seinem opener auch offene türen bei mir einrannte: „the future“ von prince, der in der woche zuvor verstorben war.
das setzte einer eh mal wieder familiären feierlichkeit in dem club, der sich die erschaffung einer dafür gemachten atmosphäre auf die fahnen geschrieben hat, noch die krone auf.