[berlin / 25.07.2015] about blank: staub

und hier der juli-termin. ich weiß jedoch schon heute, dass ich den im august nicht werde mitnehmen können.

staub20150725

nachbetrachtung / ablauf

garten
12 verboten
15 qiu
18 sebastian bayne
20 nour jaber

lobby
15 edoardo
18 savas pascalidis

vor ort war ich von ca. 15 uhr bis zum ende, schwerpunkt lag eher auf tischtennis im garten anstatt auf der musik.

ausdrücklich positiv erwähnen möchte ich edoardo, den ich bei einem der letzten male nicht gut habe wegkommen lassen. dieses mal spielte er jedoch bedeutend vielfältiger, allerdings hatte er mit dem väth-remix von „w.i.r.“ auch gleich einen guten stein bei mir im brett.
leider kam das geschehen in der lobby nicht so wirklich in gang. mag am sommer gelegen haben, andererseits machte savas pascalidis auch nicht den eindruck, als ob er mit der brechstange die abfahrt erzwingen will. um bretter wie „voodoo“ von planetary assault systems ist es aber schade, wenn sie im minusbereich des pitches verpuffen.

nour jaber hatte da draußen leichteres spiel und auch das schlüssigere set. evtl. wäre die verkehrte welt bei so gutem wetter ein ansatz: draußen im garten melodisch-treibend, chillout oder experimente drinnen in der lobby für diejenigen, die das sonnenlicht scheuen. andererseits zeichnet die staub auch jedes mal aus, dass es andere konstellationen von floors und deren musikalische ausrichtungen gibt – das ging dieses mal zumindest drinnen zum ende hin nicht auf, dafür draußen umso mehr.

[berlin / 18.07.2015] berghain: klubnacht

während andere sich bei der nation of gondwana tummeln, gehe ich nur ein paar häuserblocks weiter. die meteorologische prognose sieht eh danach aus, dass der garten aufgrund niederschlags geschlossen bleibt, insofern können sich die gewissensbisse, den sonntag im sommer im halbdunkel eines clubs zu verbringen, in grenzen halten. und im gegensatz zu einem festival hat man es wenigstens konsequent trocken.
im übrigen einer der wenigen gelegenheiten, bei denen mir das line-up in der panorama bar den impuls gab, hingehen zu wollen.

klubnacht

berghain
00h00 vincent neumann
04h00 the automatic message live
05h00 kangding ray
09h00 daniel miller
12h00 matrixxman
16h00 anthony parasole
20h00 kobosil
24h00 ryan elliott

panorama bar
00h00 cormac
04h00 voiski live
05h00 marcus marr
09h00 kiki
13h00 dinky
16h00 rahaan
20h00 gerd janson
24h00 nick höppner

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
zwei schichten, irgendwo muss man doch vernünftig bleiben. dennoch schade, dass das wetter so launisch war, dass die bookings für oracy und konstantin von giegling nicht stattfanden. offen war der garten nachmittags zwar, jedoch ohne tanzfläche. zum abkühlen oder frische-luft-schnappen jedoch nicht verkehrt.

aber der reihe nach. kurz nach 3 uhr war ich da, vincent neumann funktional wie beim letzten mal nachmittags, kam aber an. cormac fest bei chicago verwurzelt und damit oben ebenfalls goldrichtig. das gilt zwar auch für voiski, dessen melodiesequenzen dazu führen, dass es eine verlässliche konstante auf dem für mich manchmal etwas kruden l.i.e.s.-label gibt. aber bei dem tempo und den fordernden kicks dachte ich mir schon, dass das auch eine etage tiefer gut gepasst hätte. the automatic message habe ich dort gar nicht mitbekommen, dafür wurde ich musikalisch oben einfach zu gut unterhalten. etwas dumpf fand ich es vom klang her, was beim wechsel zu marcus marr so wirkte, als ob jemand ein handtuch von den hoch- und mitteltönern genommen hätte.
marcus marr spielte stellenweise sogar die uk-schule nach dubstep (namentlich tesselas „bottom out“) und verprellte damit auch ein paar leute von der tanzfläche, aber mir (und ja, ich weiß, dass man das mir selbst auch nachsagt) stellenweise zu trocken.
das war nun wiederum das überraschende an kangding ray, der mit live ein echt stimmungsvolles, melodisches und dynamisches set spielte, das super zu zeit und raum passte. in der letzten stunde wurde es auch gerne mal etwas breakiger („sama doma“ von lag beispielsweise), was für mich noch die sahnehaube auf einem eh schon sehr guten set war. dagegen war der beginn von daniel miller leider stereotyper big-room-sound, was sich in der nächsten zeit eventuell geändert haben könnte. aber da ich nicht darauf warten wollte und kiki mich oben ebenfalls nicht so mitreißen konnte (wahrscheinlich auch eine konditionsfrage meinerseits), war das die ideale gelegenheit für die schlafpause.

pünktlich zu rahaan zurück, der mir vorab als disco-koryphäe ans herz gelegt worden war. normalerweise nicht meine baustelle, aber der typ ist wahrlich die gelassenheit in person, die den zwar tanzbaren, aber im detail manchmal asynchronen stil so super ineinanderverwebt, dass ich nur mal kurz zwischendurch unten vorbeischaute, um mich zu vergewissern, dass ich bei anthony parasole nichts verpasste.
tempiwechsel gehören bei rahaan ebenfalls dazu, so dass es nach gut einer stunde eben bei 110 bpm weiterging – das publikum ging mit. wieder zurück auf über 120 bpm – auch da blieben alle bei laune. doch, hat sich definitiv gelohnt, für ihn wiederzukommen. bei gerd janson ging das auch musikalisch sehr unterhaltsam weiter, aber auch hier brach sich der mittlerweile standardmäßig herrschende berghain-sonntagswahnsinn bahn. neue besucherströme, so dass man in der panorama bar im stehen schwitzte, bei kobosil unten (melodischer als sonst, und ich bin immer noch zwiegespalten, was ich davon halten soll, dass er westbams „you need the drugs“ spielte – „celebration generation“ hätte ich jedoch hart gefeiert) war das höchstens geringfügig besser. stimmungstechnisch konnte man sich nicht beschweren, aber weniger wäre auch etwas mehr gewesen. sei es drum: die letzten minuten bei gerd janson auf der tanzfläche mit einem drittelquadratmeter platz hatte schon eine menge spaßiges.

aufbruch war dann um 1 uhr herum. und wieder einmal war es eine rundum lohnenswerte sache mit voiski, kangding ray und nicht zuletzt rahaan als gewinnern des abends sowie einem publikum, das sich wieder mehr auf die musik als die bloße präsenz auf der tanzfläche zu konzentrieren scheint. muss ich bei den nächsten malen mal darauf achten, ob der eindruck getrogen hat.

[berlin / 10.07.2015] berghain: leisure system.25

das siebenjährige wird um zwei monate vorverlegt, aber das soll bestenfalls eine randnotiz sein. gespannt bin ich darauf, wie sich tb arthur präsentieren, bzw. wer sich dahinter verbirgt. der rest ist aber auch nicht zu verachten.

leisuresystem20150710

berghain
00h00 gonsher
02h30 tb arthur live
03h30 daniel avery
06h30 ceephax acid crew live
07h30 perc

panorama bar
00h00 barker & n>e>d
03h30 nathan fake live
04h30 kowton
07h00 kink live
09h00 avalon emerson

eintritt
14 euro

[lärz / 25.-28.06.2015] fusion festival

ich habe ja noch gar nicht kundgetan, dass ich dank erfolgreicher wunschkandidatur dabei sein kann. und auch wenn die nachbetrachtung vom letzten jahr noch aussteht, werde ich zusehen, dass die eindrücke sich nicht überlappen.

nachbetrachtung (vom 30. juli 2017)

damit der abstand von zwei jahren nicht noch größer wird, sollte der 2015er-jahrgang wirklich langsam mal abgehandelt werden. das fazit fällt schon mal so vorhersehbar aus wie bei einem berghain-besuch: es lohnt sich irgendwie immer – dafür ist der standard einfach zu gut. ich befürchte jedes jahr, dass es in irgendwelchen belangen schlechter wird, aber eine konstante ist wirklich die arbeit im detail. damit meine ich nicht nur die kleinen neuen installationen oder floors, sondern auch die infrastruktur. wie immer: besuch nicht bereut, im gegenteil: die abreise montag bedauert und sich schon auf das nächste jahr gefreut.

also rekonstruiert anhand von programmheft und fotos, wie schon für 2014 nicht im detail mit dem tagesablauf, sondern licht- und schattenseiten.

was war denn toll?

  • erneut von sixt hochgestuft zu werden, so dass es dieses mal ein bmw 321d-kombi wurde. etwas sehr nobel, damit vorzufahren, aber dieses fahrgefühl mit der tempoanzeige in der windschutzscheibe ist so ein kleines detail, an das man sich echt gewöhnen kann. keine sorge, etwas gewissensbisse hatte ich bei der antikapitalistischen ausrichtung des festivals schon.
  • zu einer der tollen neuerungen in puncto floors (auch wenn es kein richtiger war) gehörte das content. das war die sammelstelle für vorträge, diskussionen und auch workshops.
    dort hatten sie unter anderem fil am donnerstag abend untergebracht, der sich in seiner gewohnt schnodderigen berliner mundart erstmal darüber ausließ, dass er am rande der landstraße anstatt auf einer der hauptbühnen spielte. es waren im vergleich zu den vorjahren auch weniger leute da, aber der qualität seiner show tat dies keinen abbruch. eher im gegenteil.
    ich hab dort auch weite teile des samstages zugebracht, weil die panels dort einfach zu interessant waren (und dabei ton steine scherben bei den triebwerken verpasst). in reihenfolge:

    • eine diskussion mit vertretern des holzmarktes, vom mensch meier, des kulturkosmos (vertreten durch eule), des molochs in hamburg und des zuckerwerks in bremen mit dem titel subkultur im kapitalismus. in puncto professionalität oder abgeklärtheit war der holzmarkt sowie der kulturkosmos alleine durch die erfahrung hierbei den anderen ein paar schritte voraus.
    • anschließend ein vortrag von berthold seliger unter dem titel „das geschäft mit der musik“, der für viele veranstalter wahrscheinlich altbekannte schwierigkeiten und das system hinter den online-ticketanbietern offenbarte.
    • um das trio zu komplettieren: das zentrum für politische schönheit, das wenige wochenenden zuvor in berlin „die toten kommen!“ veranstaltet hatte und sich selbst sowie vergangene aktionen vorstellte. hier war der andrang auch am größten.
  • die leute trotz regen (dem einzigen übrigens, den ich das festival über mitbekam) bei rødhåd freitag früh am freidrehen, dem sie zwar um kurz nach 7 uhr früh bei vollem schwung einfach den saft abdrehten, aber nach fast zehn minuten ging’s wieder weiter. ich hab nach wiederaufnahme allerdings den weg zurück ins camp angetreten. reichte auch, nachdem da schon gut 12 stunden hinter mir lagen – mit umherlaufen zwischen:
    • der turmbühnen-eröffnung mit steve bug (da hat die erste halbe stunde gereicht)
    • dem content mit fil
    • ben ufo und vrilski auf dem querfeld (gerade ersterer fordernd und überzeugend)
    • anne clark bei den triebwerken (damit habe ich sie auch endlich mal gesehen, war für mich im festival-rahmen auch passend – auf ein konzert mit ihr würde ich nicht gezielt gehen)
    • mark ernestus im karl kutter (großartig, aber leider nur eine halbe stunde sitzend gesehen)
    • broken note in der tubebox (schön, dass sie sich den breakcore-donnerstag dort nicht nehmen lassen, aber die publikumsreaktionen sprachen eh für sich)
  • feine sahne fischfilet bei den triebwerken. nachdem sie anno 2013 schon ungläubig das treiben auf dem roten platz beobachtet hatten, muss das wohl die nächste eskalationsstufe gewesen sein.
  • unerwartet gut (da mir von den produktionen der letzten jahre nicht mehr so zusagend): distance im wechsel mit j:kenzo auf dem querfeld freitag abend.
  • auf empfehlung hingegangen und mich im nachhinein geärgert, was ich all die jahre verpasst habe: asian dub foundation bei den triebwerken samstag abend. man mag ja annehmen, dass bands nach mehr als zehn jahren im geschäft müde werden, aber das war richtig mitreißend.
  • der moment, an dem sich am festival-ende der landebahn ein paar dutzend leute um eine feuershow sammelten, was sich im laufe der nächsten stunde zu einem tross entwickelte, der mit lauter folklore von einer installation zur nächsten ging, was in einer recht großen feuerwerksinstallation endete, steht sinnbildlich für einen so fusiontypischen „was war das denn geiles?“-moment, der einem einfach so passiert.
  • pete im line-up und dass er auf der turmbühne sonntag früh bei aufgehender sonne zunächst gewohnt bretterte, aber versöhnlich mit „at les“ von carl craig oder „education“ von mala aufhörte. für seine maßstäbe solide, aber was mich erfreute, war das echo im nachhinein, da viele leute genau so etwas auf der turmbühne vermisst hatten.
  • the notwist als eines der letzten konzerte auf dem roten platz am sonntag abend. für das schlafentwöhnte gehirn war das eine seelenmassage par excellence, die den abschied am montag nicht gerade hat leichter fallen lassen. großes kino war das.
  • der kleine, mehr oder weniger geheime floor neben dem sonnendeck. auf vielleicht zwei quadratmetern zu „de do do do de da da da“ von the police zu pogen, auch wenn man kurz zuvor noch zu „fast car“ von tracy chapman geschunkelt hat und dabei zusehen, wie sich zu den bereits 15 anwesenden noch drei weitere leute reinquetschen lassen – kann man sich echt nicht ausdenken, sowas.

und was war nicht so gut?

  • wieder kein theaterstück gesehen, wie jedes jahr.
  • wildpisser, auch wie jedes jahr.
  • stimming als abschluss auf der turmbühne. kam mir eher einer prozession gleich, in der die melancholie so dominierte, dass wir die turmbühne vor dem eigentlichen ende verließen. ein glück zeigten the notwist später, wie man dies richtig zelebrieren kann.
  • einem gewissen richie rich auf der tanzwüste im line-up nicht genügend beachtung geschenkt zu haben, mich zu wundern, richie hawtin auf dem festival unter den gästen zu sehen und im nachhinein zu erfahren, dass er unter diesem alias quasi nach rødhåd nebenan gespielt hat. da hätte ich meine entscheidung, ins camp zu gehen, nochmal besser überdenken sollen.

[berlin / 19.06.2015] berghain: raster-noton. / giegling x kann

hier war ich lange nicht mehr. aber wenn ein label mit garantie für experimentielle elektronik mit tanzflächenkompatibilität ruft und den gesamten abend mit live-acts gestaltet, muss ich nicht lange überlegen.

berghain: raster-noton.
00h00 robert lippok live
01h00 frank bretschneider live
02h00 ueno masaaki live
03h00 dasha rush live
04h00 diamond version live
05h00 kyoka live
06h00 grischa lichtenberger live

panorama bar: giegling x kann
00h00 elli & chrisso
02h00 lux
04h00 manamana
07h00 kettenkarussell live
09h00 dj dustin

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
die erinnerung ist nach mehr als zwei jahren (der 18. november 2017 ist das datum, an dem mir nach der gestrigen raster-nacht auffiel, dass ich die hier noch nicht habe revue passieren lassen) absolut nicht mehr detailliert. daher muss das mal stichpunktartig reichen.

zugegeben hatte ich giegling damals noch nicht die gleiche priorität eingeräumt, so dass ich auch kaum oben war. nach herrn bretschneiders set stand aber für mich fest, dass er mit seinen tiefbassexperimenten, die eigentlich auf beats verzichteten, am anfang besser gewesen wäre als robert lippok, der davon doch ein wenig im programm hatte.
ueno masaaki war ganz schön noisig, was durchaus was für eine stunde später oder gar zwischen 5 und 6 uhr gewesen wäre. dasha rush hat mich absolut positiv überrascht. „sleepstep“ war als album gerade draußen und an sich hatte ich sie wegen fullpanda eher mit konsens-techno assoziiert. aber sie als vektorisierte, sich live bewegende eigene grafik auf der leinwand zu wirklich gut ausgearbeiteten soundstrukturen zu sehen, war wirklich aller ehren wert.
fan von diamond version werde ich nicht mehr, aber die warnung unten an der garderobe vor dem stroboskoplicht, das ständiger begleiter ihres sets war, bleibt hängen.
kyoka brauchte zwei, drei neustarts ihres laptops, so dass das auch mit traktor und den visuals zugleich klappte. heraus kam unspektakulärer techno. grischa lieferte dann wieder die verfrickelte vielschichtigkeit, für die raster-noton so geschätzt wird.

alleine wegen des konsequenten live-act-konzepts und der visuals war das ein toller abend, der auch ein geduldiges, aufnahmebereites publikum angezogen hat – jedenfalls gab es zwischen den einzelnen umbaupausen unten keine ungeduldigen pfiffe oder dergleichen. party nach gewohntem standard bzw. im klarer identifizierbaren 4/4-takt konnte man ja oben ganz gut haben.

[berlin / 13.06.2015] about blank: staub

der termin danach, von dem ich eben sprach.

staub20150613

eintritt
7 euro

ablauf
garten
11h00 charlie leahy
13h00 caleb esc
15h00 i/y
17h00 cio d’or
19h00 dimi angelis
mdf
15h00 sebastian kökow / dj flush

nachbetrachtung
ein wenig zeit hatte ich mir gelassen, so dass ich erst bei caleb esc im garten war. zu dem zeitpunkt sah es zwar noch sehr übersichtlich und meteorologisch stabil aus, das sollte sich aber beides ändern.
hatte ich im mai noch kritisiert, dass ich es durchaus begrüßen würde, wenn man im garten nicht mit angezogener handbremse spielt (war zumindest mein eindruck), war entweder meine stimmung dieses mal anders oder das gewisse etwas dabei. das set von caleb esc war jedenfalls ein super-beispiel dafür, wie man mit sphären dennoch so treibend sein kann, dass man wenigstens (wie in meinem fall) anerkennend kopfnickend am rande der tanzfläche sitzt oder sich unterhaltend im takt wiegt.
i/y habe ich in weiten teilen zugunsten von sebastian / flush vernachlässigt, die sich im dunkeln des mdf jede platte abwechselten und mir musikalisch die zeiten im tresor anno 2002/3 zurückbrachten – inklusive mancher damaliger brighton-sachen. da war auch klar, weshalb ich den garten eben garten bleiben ließ.
das war bei cio d’or nun wiederum anders. die dame hatte einige vorschusslorbeeren und ich wollte schon gerne wissen, was eigentlich dran ist – mit dem resultat, dass ich zwei stunden nicht wegkam. das set hatte ecken und kanten, alleine schon mit dem anfang, bei dem sie bewusst das tempo auf ungefähr 100 bpm drosselte, um ambient zu spielen. damit nahm sie auch in kauf, dass sich die tanzfläche erstmal zur hälfte leerte, aber der rest blieb interessiert und hörte in der ersten halben bis dreiviertelstunde experimentielleres („infinite snow“ von monolake beispielsweise). die zweite war dann wieder von der geraden 4/4-kick dominiert und reihte sich in den aktuellen konsens-stil ein, aber das passte inhaltlich alles einfach so perfekt, dass die zeit wie im flug verging. dimi angelis habe ich quasi gar nicht mitbekommen. ein wolkenbruch gegen 20h00 führte jedoch dazu, dass er den rest seines sets in der lobby bestritt. das bekam ich nur aufgrund der form von sebastian und flush nicht mit. sind pingpong-sets ja manchmal eine schwierige angelegenheit, weil beide in unterschiedliche richtungen wollen, ergänzte sich alt (flush) und neu (sebastian, jedoch auch mit ein paar alten tracks wie beispielsweise dem retro mix von jeff mills‘ „extremist“, was mich extremst freute) bei der gelegenheit sehr schön. durften dann auch gleich bis 23 uhr weitermachen, wie auch herr angelis drüben, der – wie ich mir hab sagen lassen – die meute auch fest im griff hatte.

musikalisch in jedem fall weit vorne, alleine weil das cio d’or-set für mich schon in die techno-bestenliste anno 2015 gehört. stimmungstechnisch muss man sich bei der staub eh keine sorgen machen.

[berlin / 30.05.2015] mensch meier: spiral tribe

ein neuer club im bezirk-dreieck (prenzlauer berg / lichtenberg / friedrichshain), der die umhervagabundierenden franzosen heranholt und ein kleines festival daraus macht. gute gelegenheit, neue pfade zu betreten, würde ich sagen.

spiraltribe20150530

vom ablauf her soll das so aussehen:

parkplatz
21h00 geschichten über spiral tribe

meinfloor
22h00 pacheko & tribaldave
00h00 mickey meltdown / jeff23 / crystal distortion / 69db live
10h00 hannes beilstein

theater
00h00 mibujah
02h00 ashiana live
03h00 abralabim vs ramtam
06h00 hashbury
08h00 don freedom

höhle
00h00 dj mega ohm
01h00 the feminists
03h00 mary jane
06h00 sandix

eintritt
von 20 bis 21 uhr frei, danach 10 euro

nachbetrachtung

es mag ein wenig an dem typischen berliner timing gelegen haben, das ich an den tag legte, aber den ersten eindruck gab die schlange ab. dafür, dass der laden noch nicht so lange existiert, war die schon ordentlich, aber es war auch eben schon kurz vor 2 uhr.
ein wenig stehvermögen war also vonnöten, aber dafür wird von der tür selbst schon mal vorgesorgt und die aufkleber an smartphone-kameras angebracht, so dass für drinnen nur noch die tasche und bezahlen übrig bleibt.
der club hat mich sehr an das mikz in den anfangstagen erinnert. von den räumlichkeiten her sind sich beide auch ähnlich, nur bietet das mensch meier noch mehr platz und auch einen hof, den ich aber aufgrund der kälte nur beim herein- und herausgehen kurz gesehen habe. drinnen sind die wände mit allerlei grafitti besprüht, und vom einen langen l-förmigen gang geht es zu den drei floors. die räuberhöhle ist dabei einer stilechten kneipe nachempfunden, was aber zum techhousigen sound und zu dessen in den letzten jahren kultivierter holz-ästhetik gut passt. direkt daneben das theater mit sitzgelegenheiten im hinteren bereich, geschweißten drachen als deko. bei dem, was da genau lief, möchte ich mich nicht in die brennesseln setzen, indem ich das falsch kategorisiere. es mag harter psytrance oder goa gewesen sein, gerade in der früh um kurz vor 7 uhr war das definitiv nichts für zarte gemüter.
am ende des ganges hat man linkerseits die garderobe und davor kommt man eben auf den „meinfloor“, auf dem das sp23-kollektiv untergebracht worden war. da sie mehr oder minder alles aus eigener hand bestreiten, vermag ich nicht zu sagen, ob die beiden leinwände und der rest des lichts von ihnen stammten oder wenigstens das licht zur hausausstattung gehörte. fest steht jedoch, dass die funktion one inventar des mensch meier ist, womit der mainfloor einen wirklich gut ausbalancierten sound hat (mit drei boxen aus der resolution-reihe pro seite). klar, etwas mehr bass ginge noch, aber es reicht dicke – vor allem dafür, dass der club erst so kurze zeit existiert. sehr schön finde ich die dezidierte sitzecke am linken ende der tanzfläche sowie direkt im kleinen raum rechts, wenn man reinkommt. beim licht kommt wieder der in den 1990ern sozialisierte clubgänger in mir durch: ein bis zwei echte strobos wären toll.
das letzte, was ich bemängele, ist der für mich auf dauer monotone sound von spiral tribe. mitbekommen habe ich nur 69db und crystal distortion. gerade bei dessen breakigen tracks auf expressillon hatte ich gehofft, dass es auch sowas geben könnte. fand aber nur vereinzelt statt, ebenso wie so richtig dreckige passagen, die das publikum auch gerne annahm. das hat jedoch auch nicht unwesentlich mit meinem mangel an kondition zu tun, die erst wieder auf das niveau vom april kommen muss.

ansonsten kann ich nur lobende worte finden: da läuft eine ganze menge richtig. ähnlich wie das blank ist der laden aus linken strukturen entstanden. entsprechend verfährt auch die tür, der rest des personals und vor allem auch der menschenschlag, den man im publikum so beobachten kann. auch die touristen haben den club schon für sich entdeckt, aber das kann tatsächlich am sp23-bonus gelegen haben.
ich behalte das mensch meier in jedem fall erstmal auf dem radar. dafür war der gebotene sound einfach mal erfrischend anders (meinfloor / theater), so dass es interessant wird, ob der club seine eigene linie weiter verfolgen kann und nicht wie das mikz so viele kompromisse eingehen muss, dass das konzept verwässert wird. hängt aber wie immer von den alternativen und auch von der witterung ab. wenn die sonne im sommer vom himmel lacht, muss schon jemand ganz besonderes aufgefahren werden, dass ich mich in einen club verirre.

was bleibt unter dem strich? ein grundsympathischer erster eindruck von club, leuten, sound. macht neugierig auf die nächsten monate.

[berlin / 02.05.2015] berghain: klubnacht

es scheint in letzter zeit eine strategie zu sein, in der dezidierten touri-schicht musikalisch abseitige pfade neben dem aufzuzeigen, was man vom berghain so erwartet. inhaltlich kann ich sowas ja nur gutheißen, aber der biorhythmus klatscht bei sowas nicht unbedingt vor freude in die hände.

klubnacht

berghain
00h00 ben ufo
04h00 shackleton live
05h00 blind observatory
09h00 andrea live
10h00 ben klock
14h00 speedy j
17h00 marcel dettmann
21h00 norman nodge
01h00 boris

panorama bar
00h00 âme
04h00 andre bratten live
05h00 george fitzgerald
08h00 ellen allien
12h00 mike servito
16h00 jacob meehan
19h00 steffi
23h00 oskar offermann

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
leider war ich erst in der letzten halben bis dreiviertelstunde von ben ufo da, aber in der kurzen zeit sah es nicht danach aus, als ob er große stilistische experimente veranstalten wollte. die „alicahue 7340“ von ric y martin auf perlon spielte er jedenfalls (wie in einem seiner rinse-fm-podcasts). im schnitt voller war’s (erwartungsgemäß) bei âme oben.
also shackleton, bei dessen set ich gefahr laufen würde, es mit superlativen zu übertreiben. sage ich’s mal so: es wird für andere schwer sein, in diesem jahr noch daran vorbeizukommen. war ich bei objekt zwei wochen zuvor ja schon hin und weg, so dass ich „set des jahres“ dazu sagen würde, muss shackleton definitiv auch in diese liste. ich hatte gedacht, dass er auf hypnose durch übereinandergelagerte sequenzen setzt. fand zwar statt, aber er besann sich beim intro (das – wie sich kurze zeit später herausstellen sollte – sein alter dubplate-track war, der wenige wochen später auf dds erschien) sehr schnell darauf, dass er in einem techno-club zu sowas wie einer hauptzeit spielt. die gerade kickdrum ließ daher nicht lange auf sich warten, und das bei sportlichen 138 bpm. ach, einfach wahnsinnig gut und in einer eigenen liga.
blind observatory gab ich danach in weiten teilen den vorzug gegenüber george fitzgerald, rückblickend war ich jedenfalls eher unten als oben – alleine weil mal wieder „hawaii blue“ von christian morgenstern lief. andrea konnte dann an die melodische vorlage anknüpfen, aber (leider) ist im nachhinein aufgrund der shackleton-breitseite nicht viel davon hängengeblieben.

schlafpause, war tatsächlich zur letzten stunde von speedy j da, weil ich ihn anno 2006 das letzte mal an ort und stelle gesehen hatte und mal hören wollte, was er heute so treibt. nun ja, objektiv gesehen machte er das auch sehr gut: spannung durch tracks mit whitenoise-breaks aufbauen und an genau der richtigen stelle wieder einsetzen lassen. ich hab mich jedoch währenddessen gefragt, ob man es sich tatsächlich so einfach machen kann, die leute zum schreien zu bringen oder ob sie es gar nicht anders, meinetwegen anspruchsvoller oder auch nur kantiger haben möchten. inhaltlich blieb er für mich – wohlgemerkt: gemessen an seinen musikalischen verdiensten als produzent von alben wie „a shocking hobby“ – weit hinter seinen möglichkeiten zurück. das publikum nahm es jedoch begeistert auf.
marcel dettmann war danach schon eine wohltat, aber noch überraschender war das, was steffi oben anstellte: die spielte anfangs zwar acid- und techhouse, aber zum schluss bretterte auch sie so gekonnt, dass man den einfluss, den die sets im berghain auf sie hatten, förmlich greifen konnte. das funktionierte auch oben super, aber danach war für mich aufgrund des mittlerweile typischen sonntagabend-andrangs auch zeit, wieder heimzukehren.

[berlin / 02.05.2015] about blank: staub

das spiel dürfte bekannt sein, ich bin aber aus gründen erst nach 18 uhr vor ort und werde damit einen großteil verpassen.

staub20150502

eintritt
5 euro

ablauf
lobby
10h00 luz und jacopo
12h00 shdw
15h00 sissys reiterstaffel
18h00 philippa (stockholm murder girls)
20h00 akmé
garten
15h00 ahu
17h30 i/y
20h00 greenbeam / georgia

nachbetrachtung
mache ich kurz, weil ich auch nur kurz da war, das aber immerhin zwei mal: 12h30 bis 14h30 und dann nochmal von 19h30 bis zum schluss.
shdw: beneidenswert wie alex.do, weil schon mit anfang 20 ganz schön geschmackssicher, technisch auch. hatte auch ein paar alte sachen dabei („energy flash“ von joey beltram ist da im gedächtnis, für alles andere sollte ich mir langsam echt mal notizen machen, weil ich mich fast drei monate später nicht mehr dran erinnere) und auch viel spaß dabei.
greenbeam / georgia im garten: nichts, wovon jetzt noch eine menge hängengeblieben wäre, was jetzt aber nicht wertend gemeint sein soll. ich war da mal wieder für weite teile an der tischtennisplatte. das finale von akmé drinnen fand ich im vergleich überzeugender und energetischer, was neben dem echt guten set aber auch an dem begrenzteren raum und an den somit anderen voraussetzungen lag.