[berlin / 15.02.2014] berghain: klubnacht

und weiter geht es mit dem zweiten. der ablauf verlangt echt einiges ab.

klubnacht

berghain
00h00 sigha
04h00 ancient methods live
05h15 perc
08h00 truss
11h00 loktibrada
14h00 hanno hinkelbein
17h00 marcel dettmann
21h00 len faki
24h00 ed davenport

panorama bar
00h00 yossi
04h00 steve o‘ sullivan live
05h00 delano smith
08h00 tobias. live
09h30 margaret dygas
13h00 conforce
16h00 xdb
19h00 nd_baumecker
22h00 efdemin
01h00 ryan elliott

eintritt
15 euro

nachbetrachtung

ich hatte den vorabend mit livity sound bis zu gerd jansons schluss in der panorama bar noch in den knochen, wollte aber unbedingt zu ancient methods. das war auch klasse, aber die ganze zeit wandelte ich mit dem gedanken im hinterkopf durch den laden, dass das bett und mehr schlaf die bessere option wäre. man könnte auch „durch den wind“ bzw. „zombie-esk“ dazu sagen.

die erinnerungen an die erste schicht sind daher auch – bis auf ancient methods – auch recht vage: wer sighas veröffentlichungen kennt, kann sich ausmalen, dass er gut ins berghain passt. er spielt ja auch recht ähnlich.
von steve o‘ sullivan hätte ich gerne mehr mitbekommen, aber die parallele spielzeit zu ancient methods ließen nur ein paar minuten zum schluss zu, in denen ich mich wunderte, dass der herr mit zackigen 133 bpm zu werke ging.
dann eben beim nächsten mal, vor allem ausgeschlafener.

pünktlich zu hanno zurück, der auch im berghain wenig kompromisse eingeht, daher so spielt wie auf den killekill-nächten und somit erfrischend ist. an sich schade, dass es als besonderheit erwähnt werden muss, dass er die subhead 18 spielte, aber wenigstens tut es jemand.
marcel dettmann ohne ausreißer nach oben oder unten. mich überraschte jedoch vielmehr xdb oben, der zwar eher durch dubtechno-produktionen auffällt, als dj jedoch aus einem größeren repertoire schöpft, wovon dubtechno eben nur eine option ist. das immer wieder gern gehörte „illuminated displays“ von arpanet spielte er jedenfalls auch mitten im set.
für nd gilt das gleiche wie für herrn dettmann: wenn beide in guter form sind, kann’s schon nicht schlecht werden.
efdemin hätte ich danach gerne noch länger mitgenommen, aber wegen der nacht zuvor und eines mehr oder minder latent vorhandenen hungergefühls wollte ich einfach nur nach hause.

trotzdem: lohnenswerte klubnacht. ich werde es mir in zukunft jedoch verkneifen, in einer eher an schlafwandeln erinnernden form wegzugehen. da können die headliner eben headliner bleiben – es hilft nur nichts, wenn man schon währenddessen weiß, dass es schon mehr als den holzhammer benötigt, damit etwas in erinnerung bleibt. und das kann’s ja auch nicht sein.

[berlin / 14.02.2014] berghain: livity sound / finest friday

der erste streich von zweien – es geht also wieder auf gewohnte pfade. da livity sound aber zu den labels gehört, die im letzten jahr wenigstens hörens- und meistens kaufenswerte sachen auf den markt gebracht haben (obwohl ich ihnen die digitale veröffentlichung der angeblich vinyl-exklusiven whitelabels als compilation schon etwas übelnehme) und mit paul spymania ein sub:stance-qualitätsgarant im line-up steht, ist das für mich keine frage – pflichttermin. auch wegen herrn janson zum schluss oben.

berghain: livity sound
00h00 paul spymania
02h00 positive centre live
03h00 livity sound* live/dj
06h30 fiedel

panorama bar
00h00 radio slave
04h00 tensnake
06h00 kim ann foxman
08h30 gerd janson

eintritt
12 euro

*: livity sound sind als act peverelist, kowton und asusu. klar, wusstet ihr alle eh schon, wollte nur auf nummer sicher gehen.

nachbetrachtung

und schon wieder ein freitag, der verdeutlichte, dass dort manchmal eher die perlen verborgen sind als an manchem samstag.

paul spymania ist eh immer ein grund, mit keinen erwartungen an einen bestimmten stil hinzugehen. er spielt das, was ihm gefällt, was sich wie die abgedroschene dj-floskel numero uno anhört, aber dabei liegt er geschmacklich meistens fast vollständig auf meiner wellenlänge. insbesondere im gedächtnis geblieben: die „testpressing #003“ von demdike stare auf modern love sowie zwei tracks von shackletons „freezing openong thawing“-ep, die er auf 33 statt auf 45 spielte.
positive centre hatte ich auf sighas our circula sound bislang weniger beachtet und mich nach dem set gefragt, wieso. klar, industrial-ästhetik und berghain, da kann nicht so viel verkehrt laufen. aber dieses schleppende tempo (unter 110 bpm) fügte dem eine eigene, wuchtige qualität hinzu.

die livity-jungs teilten ihre dreieinhalb stunden in ein gut einstündiges live- und zweieinhalb stunden als dj-tag-team auf. auch wenn der live-act das replizierte, was auf den einzelnen platten schon zu hören war, empfand ich das als richtig gut harmonierende zusammenfassung. im dj-set kamen sie nicht so recht auf einen nenner. auch wenn es eine freude war, mal wieder den einen oder anderen dubstep-track auf deep medi zu hören, gab es keinen längerfristig angelegten aufbau.
das führe leider dazu, dass fiedel eine halbvolle tanzfläche übernahm, die er aber gut bis zum ende zwei stunden später bei laune halten konnte.

das finale oben bei gerd janson ließ mich dann wieder einmal länger als eigentlich gewollt bleiben, jedoch sind die erinnerungen (mittlerweile ist es der 19. november 2014) an die tracks und weitere einzelheiten sehr getrübt. fest steht, dass die jalousien die noch verbliebenen am nachmittag gegen 13:30 uhr unmissverständlich zum heimweg aufforderten. da werden die fünf vorangegangenen stunden schon nicht langweilig oder von mieser stimmung geprägt gewesen sein.

[berlin / 13.02.2014] about blank: impulse

endlich mal wieder, noch einmal mit hatti vatti. und dieses mal werde ich den abend so zeitnah revue passieren lassen, dass ich nicht gefahr laufe, die wichtigen details zu vergessen.

impulse dubstep – abyssal pres. hatti vatti album release
hatti vatti
whø?
turrican
ddm
effekthasch vj

start
24 uhr

eintritt
5 euro

nachbetrachtung

mit arbeitstag und ohne vorschlafen in den knochen geriet der besuch leider sehr kurz: drei stunden, in denen mir das warm-up von whø und ddm im wechsel, das von vielen livity sound-platten und auch sonst eher den von techno beeinflussten patterns als dem gängigen dubstep-klischee entsprechenden tracks geprägt war (scuba in der triangulation-phase oder auch beneath), auch am besten gefiel. hatti vatti spielte unaufgeregten neumodischen drum&bass, der auch so auf exit records erscheinen könnte. aber da war meine kondition weitgehend so am ende, dass ich mit halbem verstand bereits im bett nicht mit voller konzentration zuhören konnte. da sein set aber auch recht kurz geriet, konnte ich dann gegen 4 uhr heim.
tat mir zwar leid, hätte nach so langer abwesenheit gerne mehr von der abyssal mitbekommen, aber es hätte sonst weiter keinen zweck mit mir gehabt. schön war jedoch, einen recht gut gefüllten club zu erleben, was sich in den vergangenen wintermonaten bei der impulse zum latenten problem entwickelte und schlussendlich auch dazu beigetragen haben müsste, dass es die impulse im about blank nur noch bis zum mai geben wird. so viel erstmal zur weniger schönen nachricht. die gute ist jedoch, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und an einem anderen ort weitermachen möchten. wo und wann wird dann sicher hier zu lesen sein.

[berlin / 08.02.2014] stattbad: stattnacht

jawohl, ich bin so flexibel, zwei mal hintereinander in einen anderen club zu gehen. am wochenende darauf ist es wieder der gewohnte pfad – so viel kann ich schon mal verraten.

stattnacht

boiler
1:30 objekt
3:30 kangding ray live
5:00 paula temple
7:00 andrejko

pool
0:00 baby g
3:00 floating points
6:00 optimo

start
24 uhr

eintritt
13 euro

nachbetrachtung

viele worte werde ich nicht zum pool verlieren. dort habe ich vielleicht mal über das geländer nach unten geschaut, aber die erfahrung zur x-mix-nacht mit tanzen auf der schiefen ebene wollte ich zumindest an dem abend nicht nochmal auffrischen. gut gefüllt war es dort zur besten sendezeit zwischen 3 und 5 uhr – so viel kann ich beitragen.

an objekt können sich die geister scheiden. viele kamen mit dem abwechslungsreichtum und den breakbeats nicht klar und ich gebe zu, dass er gerade in seiner letzten stunde (mehr habe ich eh nicht mitgekriegt) etwas mehr auf die tanzbedürfnisse des publikums hätte eingehen können. auf der haben-seite steht jedoch immer noch der wille zur allgemeinen herausforderung, anstatt nur funktional zu spielen und es damit möglichst allen rechtmachen zu wollen. der kompromiss zwischen persönlichem geschmack und unterhaltung gelang ihm meiner meinung nach jedoch unter’m strich.
von kangding ray hätte ich so viel melodie wie in der ersten hälfte nicht erwartet, aber „solens arc“ geht als aktuelles album schon in die richtung. die zweite gehörte u.a. mit seinem remix für these hidden hands dann eher in die industrielle ecke, in der er auch schrägere töne unterbrachte. gefiel mir besser.
paula temple legte zwar mit „reach for the dead“ von boards of canada los. zeigt nach diversen sets, die ich im vergangenen halben jahr so mitbekommen habe, dass die beiden brüder sich mit tracks wie diesem problemlos auf techno-floors unterbringen lassen und somit potentiell mehr leute gefallen an ihrer musik finden könnten (mehr als zurecht, wenn man das zurückliegende werk auf warp und „tomorrow’s harvest“ als letztes album betrachtet). das ließ aber nicht auf den rest von paulas set schließen. der ging ohne umwege nach vorne, so dass sehr schnell klar wurde, dass sie voll und ganz auf die abfahrt aus war. das kam auch genauso beim publikum an, war mir aber auf dauer etwas zu monoton. aber gut, auch mit ihr jemanden mit ableton live hantieren zu sehen.
andrejko war dann mit dem traktor unterwegs, aber auch er bediente sich eher im „big room dj tool techno“-fach in einem set mit wenig dynamik, so dass es gegen 8:30 uhr (nachdem er „osmium“ von der letzten kobosil auf unterton gespielt hatte) auch gut für mich war.

solider abend, nicht mehr, nicht weniger. im direkten vergleich gewinnt die grounded theory eine woche zuvor haushoch.

[berlin / 31.01.2014] stattbad: grounded theory

gleich mal einen der vorsätze für das neue jahr in die tat umsetzen. zugegeben, blue hour und nima khak sagen mir nichts, aber das lässt sich dann ja ändern. der rest ist überzeugend genug.

gt20140131

eintritt
12 euro

ablauf
boiler
00h00 blue hour
03h00 byetone live
04h00 blawan
07h00 nima khak
bunker
02h00 k209

nachbetrachtung

anwesenheit: von byetone bis zum schluss.

wie bei der grounded theory mittlerweile üblich, muss man sich bis gut 7 uhr mit einem großen füllgrad anfreunden, da machte auch diese ausgabe keine ausnahme.
ansonsten gab es den typisch klinisch reinen sägezahn-techno von byetone und von blawan herzliche härte mit abwechslungsreichtum, ohne dass er die leute vollständig zerstören wollte (worauf ich ja seit seinem berghain-set vom märz 2013 immer wieder warte).

k209 aka milton und henning drüben zuweilen mit alter schule („funky bassline“ von tesox ward zu hören). die positive überraschung des morgens war für mich jedoch nima khak, der mit dem richtigen gespür für einen geschmeidigen ausklang bis nach 11:00 spielte und zu meiner erleichterung zeigte, dass leute aus dem drumcode-umfeld mehr als tooligen großraum-techno (als eindeutschung des mittlerweile gängigen hardwax-attributes) zu bieten haben. bspw. mit „mercy“ von juxta position auf mistress oder „the body“ von prince of denmark – beides zwar schon ziemlich bekannte gassenhauer, aber zumindest für mich nicht über alle maßen strapazierte.

summa summarum: mal wieder eine schöne gt-ausgabe, daran gibt’s nichts zu rütteln.

[berlin / 18.01.2014] berghain: klubnacht

gute gründe, den besuchs-rhythmus auf einmal auf zwei wochen zu verkürzen? eher ist es eine ausnahme, aber dennoch: ben sims habe ich irgendwann 2001 im alten tresor mal gehört. dort brach er sein set ab, weil die monitorbox hinüber war (machte aber im globus weiter, unten übernahm liquid sky – soviel weiß ich noch). ich möchte einfach mal wieder staunen, wie jemand mit drei decks arbeitet. musikalische erleuchtungsmomente erwarte ich mir da nicht. mix mup hat ja letztens mit der ep auf hinge finger auf sich aufmerksam gemacht, und mit even tuell ist auch ein vertreter von workshop zu gast, der vielleicht auch mal ein paar minuten zeit wert wäre. nd_baumecker und gerd janson sind jeweils eine sichere bank, noch dazu habe ich montag frei.
plan: früh da sein, sonntag mittag gehen, regenerieren / stärken, wiederkommen.

klubnacht

berghain
00h00: fiedel
04h00: tripeo live
05h00: ben sims
10h00: dino sabatini
13h00: unbalance
16h00: marcel fengler
21h00: jerome sydenham

panorama bar
00h00: nd_baumecker
04h00: rroxymore live
05h00: julietta
08h00: mano le tough
11h00: mix mup
14h00: sidney & suleiman
18h00: even tuell
21h00: norman nodge
24h00: gerd janson

eintritt
15 euro

nachbetrachtung

verkehrte welt oder vielleicht auch nur ein abend / morgen / mittag / wieder abend / wieder morgen, der einfach nur etwas anders war.
1h30-10h30 und 23h00-8h00 – zusammengerechnet also 18 stunden, und zur zweiten schicht musste ich mich tatsächlich aufraffen, weil die schlafpause kürzer ausfiel als erhofft. zu dem zeitpunkt wusste ich auch noch nicht, dass jerome sydenham den schluss unten macht. es brauchte dann auch bis 2 uhr, ehe ich wieder feuer gefangen hatte, dann aber so richtig.

aber der reihe nach. was den besuch in einem anderen licht erscheinen ließ, war die tatsache, dass ich von den 18 stunden vielleicht insgesamt drei unten im berghain und sonst nur in der panorama bar war. wirklich überzeugt hat mich im berghain nur tripeo, bei dem sich mal wieder zeigte, dass es sich durchaus lohnen kann, unvorbereitet positiv überrascht zu werden. klar, melodisch, aber nicht im trance-sinne, sondern eher von den sequenzen her. passte meiner meinung nach bestens dorthin. wird zwar nicht dazu führen, dass ich die platten allesamt nachkaufen werde, aber zumindest werde ich ein ohr auf die neuen haben.
sonst sorgte nd_baumecker oben für ein wie immer abwechslungsreiches warm-up mit rotem faden, in dem auch breakbeats mit 303-anteil ihren platz fanden. rroxymore war mir im direkten vergleich zu tripeo zu trocken. an sich war dies juliettas set auch, aber sie brachte etwas mit, das ben sims unten komischerweise fehlte: treibende kickdrums. technisch war herr sims ohne frage tadellos: permanent zwei tracks synchron gehalten, dabei den dritten eingepitcht und obendrein nicht mal die anlage übersteuert – darüber konnte ich schon staunen. aber von den tracks blieb mir nicht viel in erinnerung. „rubber crash“ von l-vis 1990, gefolgt von steve rachmads „tir na nog“ und auch „class action“ von luke slater zum schluss bspw., jedoch blieb sonst der eindruck, dass so richtig treibende momente fehlen bzw. die funktion one im bassbereich unterfordert ist. dennoch schön, ihm bei der arbeit zuzusehen.
dino sabatini legte direkt nach dem set eine vollbremsung hin. kann man von der klanglichen ästhetik ein wenig mit silent servant vergleichen und die industrial-angelehnten soundscapes waren auch hier nicht meins. innerhalb einer halben stunde hatte er jedoch wieder fahrt aufgenommen, so dass der ersteindruck etwas relativiert war, aber die pause ging für mich auf jeden fall vor. da half es auch nicht, dass mano le tough oben schön abwechslungsreich, dabei etwas hittig, aber nicht oberflächlich spielte. war auch nicht so funktional wie juliettas set zuvor, sondern ähnlich abwechslungsreich wie nd, dabei jedoch in sich stimmig. gefiel mir jedenfalls.

nach meiner rückkehr habe ich norman nodge nur kurz mitbekommen. „moving like a train“ von herbert im smith-n-hack-remix – immer wieder gern gehört. dennoch hatte ich das gefühl, dass ihm die spielwiese im berghain mehr liegt.
dort machte jerome sydenham einen durchaus soliden eindruck, jedoch beim besten willen nicht mehr. das mixing war eher auf sicherheit bedacht und stellenweise auch zum kaschieren von fehlern, aber da habe ich als live-verräter eh nichts mehr zu melden. würde ich wahrscheinlich nicht mehr besser hinbekommen. vom sound her war’s der zeit angemessen, eine alte function auf sandwell district ist noch im hinterkopf.
gerd janson brauchte so seine zwei stunden, ehe er sich warmgespielt und mich überzeugt hatte, dann aber so richtig. hatte ich mich zuvor noch gefragt, wie ich das durchstehen sollte, halfen sein set und die erste club mate des wochenendes dabei, dass die restlichen stunden bis zum ende mit „gypsy woman“ von crystal waters gegen 8 uhr, wo das graue tageslicht die panorama bar mit erleuchtete, so richtig schnell vergingen. dazwischen lagen einige perlen wie „astral dreams“ von laurent garnier, „spastik“ von herrn hawtin, aber auch (besonderer grund zur freude) „i can people know“ von arj snoek. kurz vor schluss noch ein basic-channel-intermezzo („new day“ auf main street und „phylyps trak 2“), so dass ich schön zufrieden über die langsam gefrierenden gehwege nach hause gehen konnte.

war also ein ungewohnt von der panorama bar geprägter besuch, was aber insofern gut war, als dass die dortige atmosphäre mich gerade in den letzten stunden davon überzeugen konnte, dass ich mich nicht zwingend unten herumtreiben muss, wenn es oben gerade gut passt. zwar würde ich nicht gezielt extra freitags nur wegen der panorama bar hingehen (es ist für mich immer noch besser, das berghain als notlösung ein paar treppenstufen entfernt zu wissen), aber schön ist, dass die euphorie-momente sich auf beiden ebenen nicht viel nehmen.

[berlin / 04.01.2014] berghain: klubnacht

nicht, dass der laden über neujahr etwas reserven beansprucht hat, aber bei einem lokalen connaisseur (im warm-up) siegt mal wieder die neugierde, wie sich der herr bei seiner klubnacht-premiere schlägt und diese sich überhaupt nach dem ausnahmezustand und ohne panorama bar anfühlt.

klubnacht

berghain
00:00 erwan
04:00 jonsson / alter live
05:00 ryan crosson
08:00 i/y

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

ein abend, dem man anmerkte, dass einige sich noch von silvester erholen mussten. allerdings habe ich auch keine vergleichbare abfahrt erwartet. schade fand ich jedoch, dass die zu silvester an den vier außenseiten montierten scanner wieder abgeschraubt worden waren (mittlerweile – drei monate später – hängen sie wieder).

musikalisch kam es mir auch bereits beim line-up so vor, als ob eine schnittmenge aus berghain und panorama bar bedient werden sollte – finde ich auch richtig, um aus den gewohnten schemata auszubrechen.
erwan spielte auch entsprechend vielseitig. housig zu beginn (was sich über die funktion one eh wie techno anhört), vangelis, und die kurve zu techno fand er auch rechtzeitig („one night in nyc“ von the horrorist bspw. – auch wenn ich mit dem track nach wie vor nicht viel anfangen kann, passte er ins konzept). nicht hoch genug bewerten kann man, dass er sich nicht auf hits, sondern komplett auf den eigenen, genreübergreifenden geschmack verließ, damit nicht auf nummer sicher spielte und das publikum trotzdem für sich gewinnen konnte – toller einstand.
jonsson / alter dann eher deephousig mit dub-einflüssen, da war ich aber eher mit konversation betreiben beschäftigt. bei ryan crosson hatte ich schon mühe, ins set zu finden. ihn würde man eher in der panorama bar platzieren, und so merkte man während des sets, dass er im berghain nicht so ganz heimisch war. klar kann man das mit hits ausgleichen und sicher ist „magic through music“ von mathew jonson auch nach gut zehn jahren eine immer noch tolle nummer. aber ich hab so meine zweifel daran, ob der stil im berghain zwischen 6 und 7 uhr gefragt ist. trotz dichte an hits irgendwie daneben – während des sets wurde es merklich leerer.
i/y zogen hinterher wieder an, lagen hin und wieder beim mixing daneben (mit der zwei auf die eins), aber waren damit dennoch zwingender. somit endlich mal wieder die „upiter“ von t-quest an ort und stelle gehört, aber dennoch auf die ablösung von don williams gewartet.
das bild, was sich um 12 uhr im berghain bot, ließ jedoch schnell darauf schließen, dass man ihn rechtzeitig angerufen hatte, um ihm mitzuteilen, dass er nicht mehr anzutreten braucht. da waren bestenfalls noch 100 leute im laden, so dass man den beiden noch den schluss überließ. ich bin gegangen, nachdem ich die gute alte „solid session“ von herrn voorn noch mitgenommen hatte.

schade um den verlauf des abends. nach silvester war es aber auch nicht verkehrt, es schon wieder auf 12+x stunden ankommen zu lassen. erwan geht für mich als klarer gewinner des abends hervor, der gerne wieder spielen sollte.

[berlin / 01.01.2014] berghain: silvester 2013/2014

war doch klar, oder?
für die rundumversorgung hat nicht nur das lab.oratory geöffnet, sondern auch der wriezener bahnhof dahinter, in dem man sich bis zum 2. januar 2014 abends um 22 uhr kulinarisch stärken kann.
ansonsten sieht der plan so aus:

silvester 2013/2014

berghain
01.01.2014
01:00 kobosil
04:00 joel mull
08:00 norman nodge
12:00 fiedel
16:00 marcel fengler
20:00 function
02.01.2014
00:00 luke slater
04:00 pete
08:00 ed davenport
12:00 boris
16:00 len faki
20:00 ben klock
03.01.2014
00:00 marcel dettmann
04:00 answer code request

panorama bar
01.01.2014
01:00 nd_baumecker
05:00 radio slave
09:00 steffi
13:00 ryan elliott
17:00 virginia
21:00 waze & odyssey
02.01.2014
01:00 dinky
05:00 tama sumo
09:00 tim sweeney
13:00 margaret dygas
17:00 âme & âme live
22:00 nick höppner
03.01.2014
02:00 oskar offermann & edward

lab.oratory
01.01.2014
04:00 soundstream
08:00 mr cisco
12:00 virginia
15:00 steffi
18:00 tim sweeney
21:00 muallem
02.01.2014
00:00 tama sumo
04:00 discodromo
10:00 massimiliano pagliara & nd_baumecker

eintritt
29 euro

nachbetrachtung

an sich unmöglich, hier ohne superlative auszukommen, also versuche ich’s gar nicht erst.

ausnahmezustand mit ansage in vielerlei hinsicht, auch für berghain-verhältnisse. bei am ende gut 60 stunden wäre ich zwar neugierig, diejenigen zu sehen, die so gut wie alles mitgenommen haben, andererseits wären das solche extrema, für die mein bisschen verständnis für gebrauch irgendwelcher substanzen beim besten willen nicht mehr ausreicht.
für mich bedeutete der jahreswechsel sowieso eine menge an kompromissen. bei arbeitsverpflichtungen am 31. und am 1. um jeweils 9 uhr in der früh kommt bei mir sehr schnell die ratio ins spiel, den nächsten rekord doch bitte nicht bei dieser gelegenheit anzupeilen. zwar wanderten die am 1. januar geleisteten stunden direkt auf das überstundenkonto, was ich rein prophylaktisch dafür nutzte, mir den 2. komplett freizunehmen, aber mit dem gedanken im hinterkopf, am 3. wieder um 9 uhr einsatzbereit zu sein, musste irgendeine art von strategie her.
die war zwar nach normalen vernunftsmaßstäben auch ganz schön plemplem, ging aber am ende auf: ich saß am 3. pünktlich am arbeitsplatz.

lange umherschwadroniert: zwei schichten waren’s. den 1. januar habe ich komplett ausgelassen, stand gegen 00h30 am 2. januar vor und wenig später im laden. bereits von weitem fielen die draußen montierten lichter an jeder säule auf, die wechselnd die fensterfront abtasteten oder blitzten und das gebäude somit noch imposanter erscheinen ließen als ohnehin schon.
function hatte ich somit leider verpasst, obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, ihn mitzukriegen, aber andererseits wollte ich noch etwas von nd und massimiliano im lab haben. hat auch geklappt, mehr dazu gleich.
schon vorab hatte ich mitbekommen, dass es so richtig voll sein würde und ein paar hatten deswegen auch das weite gesucht. um ehrlich zu sein, war das auch ein grund für mich, weshalb ich mir mit dem aufbruch zeit gelassen habe, weil (der leser erinnert sich vielleicht) mir zu volle parties zunehmend unangenehm werden. eventuell ist etwas auf dem weg passiert oder mein verstand hatte sich mit dieser tatsache arrangiert, aber erstmal angekommen, fand ich diesen statusbericht zwar bestätigt, aber erstaunlich unstressig. sogar die tür inklusive bodycheck war nicht sonderlich gestresst, obwohl das an einem tag wie diesem mehr als verständlich gewesen wäre. klar, wartezeit trotz zwei garderoben, obwohl die party bereits 24 stunden läuft, muss man schon erstmal verdauen, aber das gehört zum ankommen ja irgendwie dazu, finde ich.

sonst steht an silvester für mich dort erstmal rumgucken auf dem programm. in erster linie natürlich das lab.oratory, aber auf das improvisierte restaurant dahinter war ich auch gespannt. „dahinter“ war tatsächlich der kubus, in dem vor ein paar jahren die „worker’s pearls“-ausstellung stattfand. dort war eine art biergarten aufgebaut, ein bahnwagen zum futtern und ein stand, aus dem es verboten gut nach burgern roch. in nähe des wagens gab es noch die „herrenklappe“, die ich lieber der allgemeinen fantasie überlasse. tolle idee, das alles – auch für den normalen clubbetrieb, aber dauerhaft wäre es mir dort zu frisch geworden. falls aber mal wieder etwas größeres in den kälteren monaten ansteht, fände ich eine neuauflage ganz gut.
das lab blieb in der zeit, in der ich dort war, die permanente disco-festung. ich bleibe dabei (und wiederhole mich womöglich): den ort kriegt man als hetero-kerl (und frau sowieso) viel zu selten im jahr zu gesicht. wenn es sich einrichten und mit der gay-community arrangieren ließe: gerne öfter. einmal im quartal beispielsweise reicht völlig.

beim start des rundganges schallte mir vom berghain „the bells“ von herrn mills entgegen. als ich wieder aus dem lab kam, war „crispy bacon“ von herrn garnier an der reihe. luke slater setzte jedoch den rest des sets nicht auf so offensichtliche hits, bot aber dennoch abfahrt erster güte. richtig, die tanzfläche war prall gefüllt und man musste erstmal seinen platz finden (ging vor dem darkrooms ganz gut), aber alle waren mit leib und seele dabei. dazu die vier halbhoch an jeder ecke der tanzfläche installierten spots, die noch ihren teil zur willenlosen extase beitrugen. vielleicht war ich überwältigt, vielleicht hatte herr slater aber auch einfach einen verdammt guten tag. ja, es gab verschnaufpausen, die waren aber wohlkalkuliert eingeplant, ehe er die leute direkt weiter anpeitschte. doch, ich gehe so weit: bestes set, das ich von ihm dort bislang gehört habe und eines der zwei höhepunkte meiner besuche.
bei pete habe ich den fehler gemacht, so etwas wie das kompromisslos harte, treibende set wie vom september zu erhoffen. gab es so direkt nicht, stattdessen spielte er eher melodisch („drome“ von joey beltram beispielsweise). aber erstens war es nach mittlerweile 27 stunden party durchaus angemessen, mal wieder einen gang runterzuschalten, zweitens hat der herr eh berufsbedingt eine sammlung, bei der er aus dem vollen schöpfen und somit verschiedene facetten präsentieren kann (davon gehe ich bei den meisten djs aus, nur machen manche viel zu selten was daraus) und drittens gab es in der letzten halben stunde tanzflächenselektion. will heißen: wechsel auf zwei dubstep-tracks, somit nicht merklich angezogenes tempo und danach die techno-schule mit stolper-kickdrums, wie man sie von british murder boys und co. kennt. da war wieder genug platz auf der tanzfläche, so dass ich das ungestört genießen konnte. mit „nothing to prove“ von oscar mulero ein super finale.
ed davenport hatte ich zuvor immer nur mal am rande mitbekommen und trieb mich während seines sets auch lieber im lab herum. stilistisch ähnlich melodisch wie marcel fengler. das passt zwar zum raum und trifft auf ein dankbares publikum, ist aber nicht ganz meine welt, insofern maße ich mir bei ihm auch kein urteil an. die tanzfläche war zu drei vierteln gefüllt, den anwesenden gefiel’s – passt also, aus seiner sicht.

bei tama sumo im lab hatte ich auch den eindruck, dass sie es eher behutsam angehen lassen möchte. ich weiß natürlich nicht, was in den 20 stunden zuvor dort alles lief, fand es jetzt aber auch beileibe nicht deplatziert, was sie machte. discodromo haben mit ihrem 80s-revival bei mir gepunktet. „bizarre love triangle“ von new order, direkt gefolgt von „i.o.u.“ von freeez und einer maxi-version von bowies „let’s dance“ zum schluss. das fand ich klasse. nd und massimiliano schleppten mal eben (jeder!) eine große und zwei mittelgroße plattentaschen an und spielten disco-tracks, die ich mangels genre-kenntnis nicht kannte. der ästhetik nach auch 1980er-jahre, auch schön kurzweilig, dennoch hat es mir nach 12 stunden erstmal gereicht.
wer sich nach der panorama bar fragt: dort habe ich nur dinky und auch tama sumo kurz gesehen, kein ausreißer nach oben oder unten, soweit ich das beurteilen kann. für details bitte diejenigen fragen, die im gegensatz zu mir mehr als 15 minuten dort oben waren.

die rückkehr nach nicht ganz vier stunden schlaf und stärkung beim inder um 22h30, also zu ben klock. mir normalerweise meist zu trocken und kalkuliert, der herr, aber „radio“ von wishmountain und ich gerade mal fünf minuten wieder im laden – „das wird was,“ dachte ich so bei mir. er blieb zwar bei seinem markenzeichen-sound, aber irgendwie passte das (nach mittlerweile insgesamt 45 stunden party) auch dramaturgisch wieder. es war jedoch kein kickdrum-mit-white-noise-gewitter, sondern eher reserviert und stellenweise akzente setzend. für mich und die wieder proppenvolle tanzfläche war das schlüssig, aber dennoch wieder einmal von marcel dettmann überstrahlt, der zwischen gefühlvoll und brettern (ansatzpunkte? „forklift“ von jb3 im slater-remix und – endlich! – „rotary“ von damon wild) sowie front 242 wechselte. großes tennis, um dem phrasenschwein futter zu geben, und eine probe für die disziplin, da ich mir vorgenommen hatte, um 3h30 aus dem laden raus zu sein. aber auch das klappte, genauso wie der folgende arbeitstag nach erneuten vier stunden schlaf dank doppel-espresso auch erträglich war.

ganz lange vorrede, ganz kurzer sinn: war wahnsinnig gut. trotz erwartbarer fülle und großer touri-dichte war das die feierhölle, die ich wirklich ungerne verlassen habe. schlimmer noch: dieser ausnahmezustand legt die messlatte für normale klubnächte mal wieder unverschämt hoch. djs (insbesondere luke slater und marcel dettmann, die meine persönlichen höhepunkte waren), club, personal und auch die gäste zeigten sich echt von ihrer besten seite und ich kann jeden nur beneiden, der zeitlich mehr von dieser kombination mitbekommen konnte. wird schwierig, das zu wiederholen.

[berlin / 28.12.2013] griessmühle: back to basics

da der festsaal kreuzberg ja leider im juli ausgebrannt ist (die kampagne zum wiederaufbau bei startnext ist jedoch erfolgreich abgeschlossen), wird eben neukölln heimgesucht. neue orte abseits der bekannten pfade: immer spannend. der rest wird sich zeigen.

backtobasics2013

nachbetrachtung

die halle hinter der griessmühle war es. auf dem weg vom s-bahnhof sonnenallee dorthin hatte ich irgendwie das gefühl des entdeckergeistes wie zu meinen clubbing-anfängen: beispielsweise habe ich seinerzeit (1998) das glashaus hinter der arena auch gesucht. aber wie sich die szenarien ähneln: ein weg an dunklen gebäuden entlang, kleiner parkplatz, autos, wenige leute, dann ein licht, kassenhäuschen, gerade kickdrums aus dem gebäude – alles klar, muss wohl hier sein.

um mit dem (gleichzeitig gewichtigsten) kritikpunkt anzufangen: es war bereits um kurz nach 1 uhr eindeutig zu voll. ich hätte es auch mit fassung getragen, wenn man mir an der tür gesagt hätte, dass ich zu spät sei – die sorge hatte ich nämlich. drinnen erstmal ein blick auf den hauptfloor, der mir zu dem zeitpunkt nicht danach aussah, als ob der wesentlich größer als der im festsaal und dort irgendeine art durchkommen möglich wäre. garderobe, anstehen, „wir sind voll“, trotzdem kamen wir noch dazu, unsere habseligkeiten abzugeben. nachzügler mussten dann an die zweite garderobe im erdgeschoss, bis auch die überfüllt war. das hätte an sich schon anzeichen genug sein müssen.
noch dazu der gang zum zweiten floor (der eigentlichen griessmühle): warum dort die couch zwingend stehenbleiben musste, die wunderbar als nadelöhr diente, wenn dort jemand drauf saß (also ständig), ist mir auch schleierhaft. stolpern über gliedmaßen war da aufgrund des schummrigen lichts vorprogrammiert.
ein kompliment geht jedoch an die bar auf dem mainfloor: als ich dort war, ging zumindest alles unerwartet zügig – trotz dort herrschendem großandrang.

der zustand besserte sich gegen 6 uhr, dazu wird auch der viertelstündige stromausfall auf dem hauptfloor seinen teil beigetragen haben, als wolle xdp gerade gut in fahrt war. in der zwischenzeit hatte sich jedoch herausgestellt, dass man auf der tanzfläche doch ganz gut einen platz finden konnte. dort lichttechnisch das übliche: laser, roter strobo, wesentlich mehr braucht man wirklich nicht. gratis obendrauf gab es das tresor-leipziger-straße-feeling mit kondensiertem schweiß von der decke, die aber mal eben wenigstens fünf meter hoch war. wem es unten von den leuten her zu viel wurde, konnte immer noch oben auf der galerie feiern. schon toll, dass es die gibt, nur schade, dass die nicht um den gesamten floor geht. aber gut, das kann man niemandem ankreiden.
die idee mit dem zweiten floor als chillout-area wurde auch konsequent umgesetzt. das hieß nicht, dass es sich dort eher passiv herumsitzen und plaudern ließ – dies war eine option unter vielen, zum tanzen nutzten ihn ebenfalls einige. für mich war eher rumsitzen und plaudern die option.

von den djs habe ich nur wolle xdp und hanoben auf dem hauptfloor mitbekommen. wer auf dem chillout spielte, weiß ich ehrlich gesagt nicht. ezh war zwar auch präsent, aber hinter den technics habe ich ihn nicht gesehen. sonst rotationsprinzip, jeder mal zwei stunden, schätzungsweise. wem hanoben nichts sagt: mir auch nicht. mit der back to basics trat ja die neuerung ein, dass sie auch djs buchen wollen, die in der zeit zwischen 1989-92 außerhalb berlins in ihren szenen tonangebend waren. und er machte das wirklich besser als ezh in den jahren, die ich so mitgemacht habe, muss ich sagen. keine statische spannung im set, sondern eine dynamik zwischen zügel anziehen und wieder lockerlassen. das war bei wolle zwar noch einen tick besser, aber das ist jammern auf hohem niveau.

was sonst? stimmung trotz (oder wegen) füllgrad wirklich gut, aber nicht so ekstatisch wie 2005/6 im festsaal. der schweißregen von der decke sprach jedoch dafür, dass es eine amtliche sause war. ich bin – glaube ich – seit tresor-tagen nicht mehr mit so versifften schuhen und unteren hosenbeinen aus einem club gekommen. der sound war dank (wen wundert’s?) kirsch-audio-anlage auch rund, auf die üblichen gassenhauer wurde nicht verzichtet und ab 6h30 konnte man sich auch freier als zuvor bewegen, so dass es für mich ab da so richtig angenehm wurde.
dennoch: falls ihr euch in 2014 wieder für die griessmühle entscheidet, traut euch ruhig, nach einer gewissen anzahl von gästen die tür einfach dichtzumachen. das hat auch im festsaal funktioniert und sollte eigentlich für rational denkende leute verständlich sein, ehe man drinnen allgemeine gereiztheit oder gefahrensituationen provoziert.

die vorarbeit von cybotron in der taz

zugegeben: das verlinken von artikeln ist hier in letzter zeit viel zu kurz gekommen. da springt dann auf einmal die taz in die bresche und lädt sich mit dave tompkins einen gastautor ein, der (nach kurzrecherche) u.a. für „the wire“ und ein buch über die geschichte des vocoders vom 2. weltkrieg bis zum hiphop geschrieben hat.

da mit „enter“ und „clear“ zwei cybotron-veröffentlichungen von decision eh gerade in (preislich happiger) neuauflage unter die leute gebracht werden, kommt der artikel nicht von ungefähr, jedoch hätte ich ihn eher in den einschlägigen fachzeitungen für techno-affine randgruppen vermutet. stattdessen nimmt sich das kulturressort der taz der thematik an, verwebt die geschichte von rik davis und juan atkins mit der von detroit und beachtet dabei auch die unmittelbare wirkung von tracks wie „alleys of your mind“. ich hatte bisher immer geglaubt, dass die musikalischen propheten in detroit nichts galten, aber das scheint leider eher auf techno als nächste musikalische evolutionsstufe zuzutreffen.
für alle mit nachholbedarf: es gibt eingebettete youtube-videos im artikel. der ist trotz seiner kürze für meine begriffe uneingeschränkt empfehlenswert und hier zu lesen.

(via tanith)