[berlin / 07.06.2013] berghain: not equal / get perlonized

und wieder auf gewohnten pfaden, diesmal beim industrial-geprägten ableger der leisure system unter eigener flagge. wer den zeitplan für die panorama bar vermisst: bei perlon gibt es den niemals.

notequal20130607

berghain: not equal
00h00: opium hum
02h00: admx-71 live
03h00: kryptic minds
04h30: oake live
05h30: douglas mccarthy
07h00: mondkopf

panorama bar: get perlonized
daniel bell
horror inc live
sammy dee
zip
jörg franzmann video

eintritt
14 euro

review

leider konnte ich mich erst kurz nach 2 uhr aufraffen, weshalb ich nur die hälfte von adam x mit seinem industrial-projekt mitbekommen habe. die konsequente bassgewalt bei 115 bpm und darunter war dabei wohl nicht jedermanns sache – ich fühlte mich etwas an vladislav delay zur leisure system letztes jahr erinnert, bei dem sich auch einige ratlos am rande des floors oder mittendrauf versammelten. der rest stimmte auch bei adam x mit den füßen ab und ging nach oben. dabei war der sound von der ästhetik her wie für das berghain geschaffen, aber weniger leute auf der tanzfläche schaffen immer ganz gute voraussetzungen zum störungsfreien genuss.
das änderte sich bei kryptic minds wiederum, wo ich mich fortwährend fragte, wieso man in fünf jahren sub:stance nicht alles daran gesetzt hat, sie / ihn zu holen. reiht sich nahtlos in die bestenliste der sets 2013 ein, weil das genau die schnittstelle zwischen techno und dubstep (im weitesten sinne) war, die bei mir über anderthalb stunden keine langeweile aufkommen lassen wollte. wäre für meine begriffe auch samstag nacht nicht verkehrt, aber den meisten wahrscheinlich nicht geradlinig genug.
das gab es wiederum bei daniel bell oben, von dem ich trockenen minimalismus erwartete. spielte er auch, aber dabei mit so unerhört dickem groove, der das set so zwingend klingen ließ, dass ich weite teile von oake (waren mit ihrem industrial-drone-ansatz mit mehr oder weniger gekreischten vocals nach einer halben stunde nicht so ganz meins) und douglas mccarthy (der ein techno-set mit vielen anleihen bei ebm spielte) ihm zugunsten habe sausen lassen.
mondkopf hatte zum schluss keine mühe, einen freitagabend bzw. samstagmorgen mit techno ausklingen zu lassen, bei dem das berghain zwar nicht über einen 75%igen füllgrad hinauskam, aber an dem sich zeigte, dass vermeintlich unvereinbare stile über den abend verteilt doch ein gesamtbild abgeben können. stimmungstechnisch war es unten dennoch schwieriger als in der aufgeheizten panorama bar, die auch unter den perlon-residents richtiggehend euphorisch reagierte.

musikalisch also mehr als zufriedenstellend, womit ich mal wieder meine neigung zu untertreibungen gezeigt habe. kryptic minds, daniel bell und auch admx-71 als meine höhepunkte, und genügend platz zum tanzen kam mir insbesondere bei erstgenanntem gerade recht. sonst war es schön, eine ausgelassene panorama bar zu sehen, die quasi jeden neuen track, den herr bell so auf die technics packte, mit jubeln begrüßte.

griid pro und die konfigurationshürden

(english instructions can also be found below.)

als mehr oder minder frischgebackener nutzer eines ipad mini lag es nahe, einen der kaufgründe für das gerät endlich mal in die praxis umzusetzen. so flexibel ein set sich mit ableton live gestalten und audiomaterial in einzelteile zerlegen sowie manipulieren lässt, bleibt einem (vom warpen und setzen von markern bei wichtigen stellen mal abgesehen) vor allem eines nichts erspart: der konzentrierte blick auf den laptop-bildschirm. für viele einer der kritikpunkte am digitalen auflegen, durchaus berechtigt noch dazu. in vergangenen sets bin ich nach möglichkeit schon dazu übergegangen, das macbook zur seite und nur den controller vor mich zu stellen, da somit eine sichtbare barriere wegfällt. aber mauspad und tastatur können dabei nicht außen vor bleiben.
sicher gibt es hardware, die abhilfe schafft: das novation launchpad dient einzig und alleine dem zweck, sich von der bedienung am laptop selbst zu lösen, rudimentäre controllerfähigkeiten gibt es obendrein. die apc40 vereint beides gekonnt, kommt aber nicht meinem bedürfnis entgegen, mehrere kanäle auf einmal via eq zu regeln – dies lässt sich dort nur umständlich realisieren.
was liegt also näher als ohnehin taugliche hardware mit einer app zu bestücken, die einem das scrollen durch sets und das starten von clips ermöglicht? mit 22 euro ist sie auch noch erheblich günstiger als das launchpad und bietet hierbei sogar eine beschriftung an. etwas hin und her überlegt habe ich und mir am dienstag, den 21. mai 2013 ein herz gefasst.

es läuft mittlerweile stabil, jedoch war der weg dahin von einigen flüchen, neustarts und einer etwas zornigen mail an den liine-support begleitet. gemeldet hat sich vom support bisher niemand, was am harschen ton meinerseits liegen kann, für den ich jedoch eingangs um verständnis warb, da mich die fehlerbehebung bis freitag nacht um 2 uhr aufhielt, wonach das problem immer noch nicht gelöst war.

der grund für dieses posting liegt darin, etwas unterstützung zu liefern, welche die griid-dokumentation von liine nicht bieten kann. das liest sich großspurig, jedoch ist in dem setup lediglich die installation der nötigen software unter windows beschrieben. was danach für windows-nutzer folgt, muss man sich zusammenreimen. für mac os x ist dies wesentlich besser, jedoch fehlt auch da eine kleinigkeit. daher gibt’s die anleitung für beide betriebssysteme – für windows ausführlicher, für mac os x kürzer.

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windows 7

problembeschreibung:
nach der installation des griid connector trat bereits das problem auf, dass ich griid pro vom ipad aus nicht via midi-verbindung mit windows verbinden konnte. der grund hierfür liegt auf der hand: windows bringt von haus aus keine möglichkeit für midi über (w)lan mit, das muss mit externer software wie rtpmidi nachgerüstet werden. dies hatte ich dann auch installiert, jedoch kam ich dabei in meiner ungeduld keinen schritt weiter – zunächst.
erleichtert war ich jedoch, als ich den griid connector und anschließend ableton live startete, in griid pro die osc-verbindung auswählte, den griid-connector als host vorfand und ein paar sekunden später eine leere ableton-matrix vorfand, die frisch geladene clips abbilden und sogar starten konnte. so weit, so gut also. ich arbeitete ohne weitere verwendung von griid pro an der vorbereitung eines sets weiter, speicherte dies mit ungefähr 20 clips ab.
donnerstag abend in spontaner jam-laune also das gleiche verfahren: griid connector und dann ableton live starten, griid pro auf dem ipad fand den host von windows, verband sich, das set bufferte, stoppte bei 4% und blieb dort. unter windows kam die meldung, dass max für live nicht mehr funktioniert und beendet werden müsse. dies ließ sich dutzende male reproduzieren, es stürzte stets bei 4% ab. in den fehlerdetails stand als verursacher die bmidilib.dll – dahinter verbirgt sich der virtuelle midi-port von bome, der bei der installation des griid connector installiert wird. das problem ist nur (und diese tatsache brachte erst meinen blutdruck hoch), dass sich diese vier ports nicht ohne weiteres aus dem windows-geräte-manager deinstallieren lassen. sobald man dies anwählt, taucht er gleich in der liste der unbekannten geräte wieder auf. das passiert auch, wenn man „bome’s virtual midi port“ über die systemsteuerung oder die deinstallationsroutine vom system entfernen möchte – der treiber bleibt also hartnäckig im system und lässt sich erst durch einen tiefen eingriff in die registry (wir reden hier vom befehl „psexec -i -d -s c:\windows\regedit.exe“) oder einer systemwiederherstellung aus dem weg schaffen.
brachte beides nichts, der fehler bestand weiterhin. auch wenn ich den griid connector als administrator ausführte, zählte der buffer bis um die 80% hoch und blieb dort unter der gleichen windows-fehlermeldung stehen. interessanterweise klappte es mit einem leeren set. erst wenn eine ungefähr zweistellige anzahl an clips in einem set gespeichert war, stürzte max for live und somit auch der griid connector ab.

to put the problem short: griid pro couldn’t be connected via midi-wifi, so i used osc instead, which worked in the beginning. after saving a set and loading it again with approx. 20 clips, griid pro stopped buffering on the ipad mini and the griid connector crashed on windows 7 with bmidilib.dll as the reason. it worked again, when i started a fresh set with no clips, though.
deinstalling the virtual midi ports from bome wasn’t possible, except using the system recovery or regedit. so i gave the midi-connection another try. see the ten steps below.

wie sieht also die lösung aus, nachdem ihr griid pro gekauft habt?

what’s the solution after having bought griid pro?

1. die setup-datei zum griid connector herunterladen und ausführen. das ist leider notwendig, um die treiber zu installieren, auf die ableton live zugreifen kann. leider lässt sich in der installationsroutine nicht abwählen, dass die virtuellen midi-ports installiert werden sollen. bitte im nächsten schritt nicht vergessen (obwohl der connector einen sehr bestimmt darauf hinweist), das verzeichnis von ableton live auszuwählen.

download the griid-connector-setup-file and start it. this is necessary to install the drivers which interact with ableton live. unfortunately you cannot uncheck to install the virtual midi drivers. don’t forget to choose the ableton-install-directory in the next step.

griidpro-connectorsetup-win7

2. den geräte-manager öffnen. ob über die systemsteuerung oder die eigenschaften beim computer – es sei egal. das fenster sollte ungefähr so aussehen und ihr vier einträge beim „bome’s virtual midi port device“ haben. deaktiviert alle vier (rechtsklick auf den eintrag, deaktivieren).

open the device-manager via the computer properties or the control panel. the window should look like this containing four entries for „bome’s virtual midi port device“. deactivate all of them (right click, deactivate).

griidpro-devicemanager-win7

3. itunes (für bonjour) sowie rtpmidi herunterladen und installieren. dadurch entsteht ein weiterer virtueller midi-port im geräte-manager (bereits im screenshot zu sehen): tevirtualmidi – virtual midi driver x64. vorsichtshalber anschließend windows neu starten.

download itunes (for bonjour) as well as rtpmidi and install it. this creates a new virtual midi-port in the device manager (as it can be seen in the screenshot): tevirtualmidi – virtual midi driver x64. better restart windows after the installation.

4. auf dem ipad: padmini gratis aus dem appstore herunterladen, einmalig starten, bleibt auf dem ipad im hintergrund aktiv.

on the ipad: download padmini for free from the appstore. launch the app afterwards, it will remain active in the background.

5. wieder unter windows: rtpmidi installiert sich praktischerweise als systemdienst, muss jedoch erstmal konfiguriert werden. mit dem +-zeichen unter „meine sessions“ eine neue session erstellen. lokaler und bonjour-name sind frei wählbar. sofern padmidi auf dem ipad läuft, sollte der name des ipads unter „verzeichnis“ auftauchen.

back to windows: rtpmidi is installed as a system service, but it has to be configured first. click the +-button under „my sessions“ to create a new session. you can choose which name to use for the local and the bonjour-name. when you’ve launched padmidi on the ipad, its name should be listed under „directory“.

griidpro-rtpmidi

sollte der name eures ipads im verzeichnis auftauchen, auf „verbinden“ klicken. das fenster müsste dann so aussehen.

when the name of your ipad is mentioned in the „directory“, hit „connect“. the window should look like this afterwards.

griidpro-rtpmidi-connected

6. ableton live starten, einstellungen aufrufen, dort auf „midi / sync“. bedienoberfläche, ein- und ausgang sollten alle gleichermaßen auf „griid“ lauten , track und fernsteuerung beim jeweiligen ein- oder ausgang entsprechend aktivieren.

start ableton live, go to the preferences, choose „midi / sync“. interface, in- and output should be „griid“, track and remote should be activated for the corresponding in- and output.

griidpro-abletonsetup

7. unter windows sollte es das eigentlich gewesen sein. griid pro auf dem ipad starten und „midi connect“ antippen.

basically you’re done, as far as windows is concerned. launch griid pro on the ipad and tap on „midi connect“.

griidpro-startscreen

8. wenn windows so möchte wie ihr und alle notwendigen einstellungen vorgenommen worden sind, sollte eure mit rtpmidi erzeugte session unter „network midi“ mit ip und port erkennbar sein.

when windows has a good day and you’ve made all necessary preferences, your just with the help of rtpmidi created session should be displayed under „network midi“ with the ip and the port.

griidpro-midiconnection

9. wenn ja: go.

if so: hit „go“.

griidpro-surface

10. viel spaß!

have fun!

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mac os x

mac os x nimmt einem durch die im betriebssystem verankerten möglichkeiten für midi über (w)lan schon einiges ab. an der installation der griid-software kommt man dennoch nicht vorbei.

mac os x has an integrated ability for midi over lan/wifi, but it is still necessary to install the griid-software.

1. den griid-installer als übliche dmg herunterladen und starten.

download the griid-installer as the usual dmg-file and start it.

griidpro-installer-osx

2. im zweiten schritt bei den programmen ableton live lokalisieren, dürfte etwas leichter fallen als unter windows. zielvolume ist die systemfestplatte, in den meisten fällen „macintosh hd“. der rest läuft dann wie von selbst.

locate ableton live in the „programs“, which should be easier than under windows. the target volume is the hard drive with the os, usually this is „macintosh hd“. the rest should be self-explanatory.

griidpro-programme-osx

3. das audio-midi-setup starten, könnte ungefähr so aussehen.

launch the audio-midi-setup, which could look like this.

griidpro-audiomidisetup

4. dort in der menüleiste „fenster“ wählen und das midi-fenster einblenden lassen. das „netzwerk“ ist das entscheidende.

choose „window“ in the menu bar, followed by „enable midi-window“. „network“ is the button to go for.

griidpro-midisetup

5. ab hier läuft es eigentlich wie unter rtpmidi unter windows. neue session anlegen, sicherstellen, dass padmidi auf dem ipad läuft, das ipad mit mac os x verbinden.

from here it’s quite the same as with rtpmidi under windows. create a new session, make sure, that padmidi is running on the ipad, connect the ipad with mac os x.

griidpro-midinetwork

6. siehe schritte 7 bis 10 für windows: griid pro auf dem ipad starten und hoffen, dass ip und port der session dort auftauchen. dann wie gewohnt verbinden.

see steps 7 to 10 for windows: launch griid pro and hope for ip and port to show on the midi-connect-screen. then connect as usual.

ich hoffe, dass ich jemandem dadurch ein paar stunden arbeit und recherche abnehmen konnte. lasst es mich wissen, ob die anleitung zum erfolg geführt hat oder auch, ob probleme bestehen.

i hope, i could save some hours of work and research for some of you. please let me know if these steps were successful or if there are any problems.

[berlin / 31.05.2013] suicide: damage labelnacht

es muss auch mal andere clubs geben. die gründe erschließen sich durch näheres hingucken beim line-up, denke ich.

damage labelnacht

drinnen
alexander kowalski live
heiko laux
marcel heese & mario berger back2back
d_func

draußen
sender berlin
ray kaijoka

start
24 uhr

eintritt
10 euro

review

aufgrund der witterung gab es ein zusammengeschrumpftes line-up. sender berlin und ray kaijoka spielten zum anfang drinnen, heiko laux später, aber mitbekommen habe ich keinen von ihnen, da ich erst ziemlich spät nach dem vorschlafen gegen 5h00 auftauchte, wo alexander kowalski gerade angefangen hatte.
bei ihm muss ich lange überlegen, wann ich ihn das letzte mal gehört habe. das könnte sogar noch zu zeiten des alten tresors gewesen sein. tresor-park 2004, so in der richtung. verlernt hat er seitdem nichts, an der rezeptur seiner tracks ebenfalls nichts verändert, was aber nicht negativ gemeint sein soll, zumal es gut ankam. pluspunkte sammelte er bei mir mit dem „idiothèque“-cover mit gerader kickdrum und dem downbeat-outro.
marcel und mario haben das kind ab 6 uhr dann richtig schön geschaukelt, so dass es auch nicht weiter schwer fiel, bis zum schluss um 10 zu bleiben. beide mit traktor, marcel noch mit hardware, mit der er extra-kicks und -hihats einstreute. schön kurzweilig alles, der eine und andere klassiker dabei („loop“ von fuse vs lfo bspw., die ja immer irgendwie geht) – einfach toll gemacht. somit auch meine premiere, das suicide mal am ende einer party hell erleuchtet zu sehen.

r.i.p. romanthony

die meldung ging schon gestern durch das netz, hatte für mich aber erstmal den eindruck eines gerüchtes. durch das posting bei residentadvisor gilt es jedoch als sicher, dass wieder einmal eine gallionsfigur nicht mehr unter uns ist. die gründe dafür sind unklar, tun aber auch nichts zur sache.
der mithilfe von decks ist es zu verdanken, dass „the wanderer“ nach jahren auf meiner wunschliste in meiner sammlung gelandet ist. vor kurzem geschah das gleiche bei „let me show you love“, beides sind jedoch nur ausschnitte, die mal wieder meine wissenslücken in sachen house offenbaren.
mitte 40 ist er geworden und hätte bestimmt noch einiges zu sagen gehabt. den „wanderer“ werde ich fortan mit einem etwas wehmütigen gefühl spielen.

r.i.p.

[berlin / 11.05.2013] berghain: klubnacht

und da ist es schon wieder soweit. das berghain ist im weitesten sinne in klockworks-händen, wobei ich in erster linie darauf gespannt bin, was mike huckaby anstellen wird. eine etage höher gibt es legendenalarm.

klubnacht

berghain – klockworks nacht
00h00: trevino
04h00: ben klock / dvs1
07h00: mike huckaby
10h00: dvs1
15h00: rod
19h00: ben klock

panorama bar
00h00: tama sumo
04h00: paul johnson
06h00: lemakuhlar live
07h00: san soda & red d
14h30: boris
19h00: cassy
23h00: nd_baumecker / massimiliano pagliara

eintritt
14 euro

review

ausnahmsweise im ein-schicht-betrieb, wobei der nach arbeitsrechtlichen maßstäben auch durchaus als doppelschicht ausgelegt werden könnte. 16 stunden, 4:30 bis ungefähr 21:00 uhr. wem der unterschied zwischen den set-zeiten auf der berghain-seite und hier auffällt: boris und cassy haben jeweils später angefangen, daher stehen hier die tatsächlichen anfangszeiten.
die neuerungen am dj-pult im berghain gehen übrigens weiter: die dezibel-anzeige ist größer und prominenter platziert.

verpasst habe ich damit leider ein wenig von paul johnson, der rest war jedoch sehr überzeugend, indem er diverse chicago-varianten durchkonjugierte, während die schlange draußen bis ungefähr 7:00 uhr konstant bis zum häuschen ausharrte. es ballte sich jedoch eher eine etage tiefer bei ben und dvs1, oben war es zwischen gutgelaunten menschen sehr gut auszuhalten und meiner meinung nach auch musikalisch interessanter. liegt aber auch an dem bonus, den die windy city bei mir inne hat.
mike huckaby hat mich am meisten beeindruckt. seinen produktionen nach ist er eher in der panorama bar zuhause (wo er ebenfalls bereits überzeugen konnte), aber wer die letzten nachbetrachtungen noch im hinterkopf hat, wird mitbekommen haben, dass flexibilität als qualitätsmerkmal bei mir sehr an boden gewonnen hat. es war ein astreines techno-set, dessen anfang einen in die alten tresor-zeiten katapultierte – mit 138 bpm auch vom tempo her. neue tracks kamen bevorzugt mit einem ruck ins set, was dem ganzen schnelle schübe verpasste, und er scheute sich nicht, tempo und temperament in der zweiten stunde zu drosseln. was ihn wahrscheinlich am meisten geärgert hat, war das sporadisch auftretende kratzen am xone:92, egal auf welchem kanal. wird bei ihm wahrscheinlich nicht zur zufriedenheit beigetragen haben, ist ihm aber nicht anzulasten. er spielte professionell bis zum schluss auf dem mixer weiter, der bei der übergabe auf dvs1 einfach innerhalb von zwei minuten getauscht wurde. danach war zumindest das kratzen geschichte.
dvs1 selber für mich wie immer: technisch tadellos, beneidenswerte schnelligkeit, aber insgesamt zu wenig abwechslung, was die spannungskurve betrifft. zwar empfand ich die kurze phase (müsste so gegen 13:00 uhr gewesen sein) mit gebrochenen kickdrums als angenehme abwechslung, aber dennoch konnte er mich nicht wesentlich länger als 20 bis 30 minuten fesseln. egal, andere hatten ihren spaß.
san soda und red d waren bereits während mike huckaby dafür verantwortlich, dass ich dessen letzte stunde verpasst habe. die schmissen in ihren siebeneinhalb stunden so einiges an zutaten in den topf – sei es chicago, techhouse, melodien, disco. frei von hängern und komischen harmonischen kombinationen war auch das set nicht, was aber bei der länge zu verschmerzen ist und durch dvs1 gut aufgefangen werden konnte. meiner meinung nach jedoch kurzweiliger als das geschehen im berghain.
boris hatte in seiner ersten stunde das pech, dass sich die tanzfläche um die hälfte leerte. keine ahnung, ob das am allgemeinen schichtwechsel oder dem etwas schwächeren ende seiner vorgänger lag. entsprechend unmotiviert war auch sein auftreten – jedenfalls fehlte das sonst bei ihm festbetonierte grinsen. situationen wie diese kenne ich nur zu gut, ich konnte ihn daher ziemlich gut verstehen, zumal es musikalisch wirklich nicht schlecht war. ab der zweiten stunde wandelte sich das bild gründlich und er spannte den bogen von techno bis vocal-house so, dass es ein schön geschlossenes bild abgab. tanzfläche voll, arme in der luft, boris wieder am grinsen, alles richtig gemacht.
auf rod trifft ähnliches zu wie auf dvs1. technisch ebenfalls super, aber eben eher von tools geprägt und man mag es langsam beginnende alterssenilität nennen, aber mir fehlt dabei immer was, woran ich mich im nachhinein erinnern kann.
von cassy habe ich nur den eher trockenen anfang mitbekommen, der aber zugleich vielversprechend war. und auch wenn ich ben klock meistens als zu trocken empfinde, bleibt mir von ihm dieses mal ein überzeugender eindruck zurück. gleiche merkmale wie seine zwei vorgänger: schnelles, präzises mixing, ebenfalls mit tools, jedoch hatte er von den dreien am ehesten begriffen, dass sich auch hiermit eine kurve mit höhen und tiefen schaffen lässt. es füllte sich auch merklich erneut während seines sets, aber dank vernunft und hungergefühl fiel es mir nicht schwer, zur von mir vorab gesetzten zeitlichen obergrenze heimzugehen. einzig ben machte es mir an der garderobe stehend etwas schwer, indem er „sleep cycle“ von robert hood spielte.

summa summarum ein berghain-abend im oberen mittelfeld. ein durchweg angenehmer füllgrad mit angenehmen leuten, wobei es schade ist, dass das stimmungshoch mittlerweile erst sonntag abend zu erwarten ist, wohingegen pädagogisch wertvolle sets wie von mike huckaby bei denjenigen, welche die harte gangart nicht kennengelernt haben, ins leere laufen. auch egal, dafür hatte der rest umso mehr spaß.

[berlin / 01.05.2012] spatenstich am holzmarkt

20130430-235824.jpg

im juni letzten jahres hatte ich noch über die pläne und die damit verbundenen hoffnungen für das gelände der ehemaligen bar 25 geschrieben und es glatt versäumt, im oktober die erfolgsmeldung zu teilen. dank hilfe einer schweizer genossenschaft und einem offenbar erfolgreichen aufruf, selber anteile zu zeichnen, sind die weichen zur verwirklichung eines alternativentwurfs zu den sonstigen vorhaben mit den filetstücken an der spree gestellt.
ich werde mir das morgen nach getaner arbeit mal anschauen. das überaus ambitionierte gesamtkonzept lässt sich direkt von deren webseite herunterladen und obwohl ich zu der vergangenheit an der holzmarktstraße so keinen bezug habe, finde ich das vorhaben alleine aus sicht der stadtentwicklung her sehr spannend und wünsche den kreativen köpfen dahinter, dass es sich von selbst tragen wird.

musik
acid pauli
die trümmertanten
heimlich knüller
casino gitaro
lust & love
annen may kantereit

eintritt
frei

review

wird es nicht geben. das ist eher als nachgeholte nachricht zu verstehen. es sei denn, es entwickelt sich zu so einem happening mit ähnlich vielen eindrücken wie von einem fusion-wochenende.
mein plan ist jedenfalls, dort kurz vorbeizuschauen, um danach den weg in richtung vor:wien anzutreten.

einkäufe vom 27. april 2013

hardwax war mal wieder dran, und anhand der tatsache, dass man sich beim vorhören brav anstellen durfte, könnte ich ja schon fast meinen, dass vinyl inklusive dem sozialen drumherum alles andere als tot ist. andererseits waren darunter auch eine menge der rappschen easyjet-raver, die ihre sonst aus der ferne getätigten bestellungen lieber gleich vor ort erledigt haben. mich freut’s dennoch.

kowton
tfb
[all caps ac003]
tracks dieses herrn können auch viele gelegenheiten abdecken. auf idle hands mit „basic music knowledge“ sehr ruhig und deep, auf livity sound schön dreckig-analog. die hier schlägt mit ihrem grime-artigen rhythmus mit der bassline als tragendes element in letztere kerbe. sicher, innovationen muss man hierbei nicht erwarten, braucht man aber auch nicht, wenn die rezeptur so gut zusammengebraut ist wie hier.
karenn nehmen den rhythmus zum anlass, um das original in lupenreinen perkussiven techno mit einer schönen portion funk zu verwandeln. ein weiteres indiz dafür, dass die beiden momentan nichts falsch machen.
hardwax-link

portable
remixes
[perlon perl93]
mr abrahams singt ja seit geraumer zeit, das war auf den vorangegangenen perlon-maxis und der -lp zur genüge zu hören. zugegeben – ich musste mich daran gewöhnen, jedoch denke ich mittlerweile, dass diese facette seine produktionen sehr bereichert.
primärer kaufgrund war für mich der dimbiman-remix, der das kunststück vollbringt, mit der schon programmatischen reduktion auf das wesentliche eine zugleich warme tiefe zu erzeugen. das ist zwar nicht unbedingt etwas für die hauptzeit, aber ich würde mich sehr freuen, wenn der track als abschluss eines abends liefe.
für mich verzichtbar ist der beitrag von tofu productions, die a-seite ist jedoch wiederum komplett gelungen und mehr was für diejenigen, die etwas mehr melodie und offensichtlichen groove zu schätzen wissen.
hardwax-link

einkäufe vom 23. april 2013

ich war wieder mal bei bleep. grund? „exai“ gibt es nur dort als 24-bit-version und das koze-album zum vernünftigsten straßenpreis, da boomkat pampa (noch?) nicht im digitalen repertoire hat und djshop.de mich von der nutzbarkeit her immer noch so abschreckt, dass ich mir da kein konto einrichte. andere (whatpeopleplay / juno) rufen für die verlustfreie version preise auf, dass die ersparnis gegenüber der cd oder dem vinyl (auch wenn digital ein bonus-track fehlt) gegen null tendiert.

autechre
exai
[warp warpcdd234]
mir kam es fast wie gestern vor, dass „oversteps“ und „move of ten“ veröffentlicht worden sind, dabei ist das auch schon fast drei jahre her. dann noch gleich mit einem doppelalbum mit gut zwei stunden spieldauer – das weckt schon befürchtungen von einer menge füllmaterial, wie es meinem eindruck nach bei „move of ten“ versammelt war.
ich hab mir bei ihnen angewöhnt, den bauch entscheiden zu lassen. technisch spielen die beiden sowieso in ihrer eigenen liga, so dass ich am liebsten danach entscheide, ob bei allen technischen raffinessen auch noch etwas dabei ist, um sich nachhaltig im gehirn einzunisten. „confield“ und „amber“ als klassiker sind da sehr gute beispiele, „exai“ hat bei mir mit seinem starken beginn gepunktet. frei von längen ist das album zwar nicht, aber dafür wiegen die starken momente (vekos, deco loc, cloudline und überhaupt die ersten drei tracks) umso mehr. die genannten tracks kann man auch unter funktionalen aspekten, ergo in dj-sets, sehen. wie immer ist bei autechre jedoch konzentriertes hören gefragt, somit wird es noch einiger ruhiger momente bedürfen, dieses erste bauchgefühl zu manifestieren.
bleep-link

autechre
tri repetae
[warp warpcdd38]
fehlte mir einfach noch, musste alleine wegen „clipper“ nachgeholt werden. zeigt die beiden von ihrer melodischen, zugänglicheren seite, was in direkter nachfolge zu „amber“ allerdings auch nicht verwundert. eher erstaunt mich die tatsache, dass die tracks auch 18 jahre nach veröffentlichung so beneidenswert futuristisch-zeitlos sind – trotz der mittlerweile weiterentwickelten technischen mittel. aber wie schon erwähnt: handwerklich suchen die beiden ihresgleichen.
ist in jeder warp-sammlung gut aufgehoben, für einsteiger ist „amber“ zwar geeigneter, aber wer dies mochte, wird mit „tri repetae“ keine schwierigkeiten haben.
bleep-link

dj koze
amygdala
[pampa pampa cd007]
um zunächst mal dem bildungsauftrag nachzukommen: mit der amygdala wird ein paarweise auftretendes kerngebiet im gehirn bezeichnet, das wesentlich an der entstehung von angstgefühlen und der emotionalen bewertung von situationen beteiligt ist. da dies jedoch nur abgeschriebenes wikipedia-wissen ist, sei der entsprechende artikel hiermit verlinkt.
stefan kozalla sitzt der schalk schon seit jahren im nacken. unumstritten ist er nicht, dazu tragen seine sets und vor allem die interviews bei. kann aber auch an teilweise gründlichen missverständnissen des hanseatischen humors liegen, weswegen ich fischmob ihrerzeit schon geschätzt habe. deren eigenschaft, sich und stilschubladen (sowie sich selbst) nicht allzu ernst zu nehmen, hat bei ihm scheinbar nachhaltige spuren hinterlassen. als grenzgänger zwischen den einzelnen genres mischt er seit jahren mal hier und mal dort mit – und das stellenweise mit einer ironie, die auch noch mit gutem timing daherkommt, man siehe „monaco schranze“.
so ist auch „amygdala“ genrespezifisch nicht zu fassen, aber warum sollte es auch? stilistische flexibilität sollte zumindest bei den hörern anno 2013 selbstverständlich sein. und auch wenn herr kozalla immer den anschein erweckt, dass ihn gewisse über jahre hinweg entwickelte formeln nicht interessieren, weiß er sowohl beim downbeat- wie dem house-track ganz genau, diese zum wecken von emotionen einzusetzen, womit sich der kreis zum titel wieder schließt. auch wenn er es nicht zugeben wird: das album ist harte, aber dabei so richtig gute arbeit, bei der die anstrengung hörbar ist – dies allerdings im sinne von leidenschaft, die einem in der regel etwas herzblut kostet. und das ist von anfang bis ende des albums spürbar. kitsch hin oder her: wer bei der knef-reminiszenz „ich schreib dir ein buch“ kurz vor schluss kein zufriedenes lächeln oder ein kleines tränchen im gesicht trägt, kann sich schon fragen, ob das eine oder andere dogma nicht doch über bord geworfen werden sollte.
heißer kandidat für den sommer-soundtrack 2013 und darüber hinaus.
bleep-link

[berlin / 13.04.2013] berghain: klubnacht – berlin-paris-express

der rex club in paris hat 25-jähriges gefeiert, das berghain bucht mal eben die prägenden djs zusammen und nimmt das zum anlass, mal wieder einen zeitplan wider den regeln jeglicher vernunft zusammenzubauen. ein glück ist dies arbeitstechnisch mein freitag, insofern kann ich den montag locker angehen. viele ziele setze ich mir nicht. primär möchte ich nina kraviz mitbekommen, die hoffentlich die eine oder andere platte aus ihrer dance-mania-sammlung spielen wird.

klubnacht

berghain
00h00: dj deep
04h30: terence fixmer live
06h00: rødhåd
11h00: marcel dettmann
16h00: ben klock
21h00: marcel fengler
01h00: boris

panorama bar
00h00: molly
04h00: levon vincent
07h00: electric rescue live
08h00: chloé
11h00: phil weeks
15h00: jerome sydenham
19h00: d’julz
22h00: nina kraviz
01h00: nick höppner

eintritt
14 euro

review

ganz ungewohnt mal wieder im ein-schicht-betrieb und dann sogar noch mit einer einstelligen stundenanzahl bei der besuchsdauer.
19:30 bis 2:30 wurde es diesmal, und das ist ein modus, der sich in den sommermonaten durchaus etablieren könnte – es sei denn, ein sonntag ist mal wieder verregnet und der garten des about blank fällt somit als alternative weg.

ich fand’s von vorne bis hinten entspannt. keine wartezeit an der tür, angenehmer füllgrad, wobei ben klock im berghain schon mehr leute binden konnte als d’julz eine etage höher, wenn man’s jeweils relativ betrachtet. beide sets waren ganz gut geeignet, um nicht gleich in die völlige ekstase geworfen zu werden. war so etwas wie luftholen vor dem zweiten abend, ohne ein warm-up zu sein. richtig fesselnd fand ich keinen von beiden, da mir der sound zu trocken war (bei ben ist das programm, bei d’julz sorgten die tiefen basslines für einen guten hüftschwung), aber das musste in anbetracht der zeit auch nicht sein.

über nina kraviz wird ja dieser tage aufgrund des ra-videos etwas debattiert. klar kann man sich fragen, ob bilder im bikini wirklich notwendig sind, um ihre herangehensweise ans auflegen oder musik generell zu portaitieren. sie wird dafür schon ihre gründe haben, ist mit der form des selbstmarketings jedoch nicht die erste und bestimmt nicht die letzte. da es in der panorama bar während ihres sets ohnehin sehr gut gefüllt war, hielt ich mich eher am rand und überließ das gaffen anderen.
einen kritikpunkt gibt es: mir war der wechsel zwischen fordernden und beruhigenden tracks häufig zu abrupt. auch habe ich mich in der letzten stunde gefragt, ob sie die spannungskurve noch einmal nach oben bewegen kann – das war da doch etwas statisch. andererseits hatte sie mich spätestens mit „afrogermanic“ auf ur wieder gekriegt. stilsicher ist sie, technisch gibt es bessere, wobei man ihr tempo berücksichtigen muss.
was ihr set trotz mancher durststrecke dennoch auszeichnet und weshalb es sich gelohnt hat, dass ich sonntag abend extra nochmal losgegangen bin, ist die tatsache, dass sie sich keinem stildiktat untergeordnet und für panorama-bar-verhältnisse sehr technoid, rauh und mit mut zum risiko gespielt hat. das mögen andere für deplatziert halten, aber ich finde rückgrat grundsätzlich sympathisch. sie könnte übrigens auch durchaus mal unten spielen, da funktioniert chicago genauso gut.

von boris und nick höppner habe ich gleichermaßen wenig mitbekommen. es deutete sich gegen 2 uhr jedoch schon an, dass boris den längeren atem haben muss. und wie ich im nachhinein erfuhr, war nicht lange nach meinem aufbruch oben schluss, während es im berghain noch bis 7 weiterging.

[berlin / 25.03.2013] so36: montech

das kam gerade kurzfristig rein, weil sebastian kökow ausfällt und ich als ersatz einspringe. daher auch mal ohne flyer, weil er darauf noch erwähnt ist.

montech

ablauf
23h00: hawkinson
03h00: auddie live
04h00: stype ableton-set

eintritt
5 euro

review

gleich vorweg muss ich zugeben, dass ich mich mit dieser nachbetrachtung etwas schwertue. das liegt daran, dass ich mich in meiner rolle als musikalischer alleinunterhalter stets in einem zwiespalt befinde: einerseits der respekt vor der arbeit anderer, die manchmal am gleichen abend einen besseren job machen als man selbst (so wie hanno im januar vor mir), andererseits auch das stets aufblitzende dj-ego mit dem ehrgeiz, es besser machen zu wollen als der rest. schließlich will man ja einen bleibenden eindruck hinterlassen und bescheidenheit ist da manchmal eher hinderlich. der grad zur arroganz ist dabei jedoch verdammt schmal, so dass ich zumindest hier immer zusehe, kritik möglichst diplomatisch zu halten.
ich schweife jedoch ab. im so36 war ich erst gegen 2h30 und hawkinson gerade zugange, der mir mitteilte, dass sich alles etwas nach hinten verschoben hätte und ich gegen 4h15 anfangen könne. er hatte sein set schon entsprechend verkürzt, das ich nach hardwax-maßstäben als soliden „big room dj tool techno“ einordne, der seine wirkung bei den anwesenden auch nicht verfehlte. auddie hingegen (und somit zum grund, weshalb die sache mit dem fingerspitzengefühl hierbei nicht so umzusetzen ist wie vielleicht sonst) empfand ich als konzept- und zusammenhanglos. wie bereits im august 2011 ausschließlich mit hardware und stellenweise manuellem start neuer tracks, die neben dem takt lagen, aber zwingend fand ich nur ganz kurze teile, die er gleich wieder mit einem break konterkarierte, um danach richtiggehend minimal weiterzumachen. gut, ich bin kein produzent und somit fehlt mir die erfahrung als live-act, eventuell steht mir so eine harsche kritik auch gar nicht zu, aber trotz des gleichen problems (neue tracks, die außerhalb des taktes beginnen) war zumindest vor anderthalb jahren noch stellenweise der wille zum anpeitschen des publikums vorhanden. das fehlte mir fast völlig.
ich selber startete gegen 4h30 mit dem blawan-remix für „bloom“ von radiohead. nachdem ich im januar doch etwas sehr geradeaus marschierte, wollte ich meinen bei anderen so gern geforderten anspruch an abwechslungsreichtum selber in die tat umsetzen, was u.a. dank einsatz der birmingham-nyc-fraktion (surgeon / function) und dem einen oder anderen track aus der dubstep-fraktion (ramadanman / randomer) meinem eindruck nach besser gelang. es war auch nicht so, dass das publikum durch unterbrochene kicks überfordert gewesen wäre – im gegenteil. vielmehr muss ich mich fragen, weshalb ich das nicht öfter dort so handhabe. aber gut, das ist eine der tatsachen, die ich für das nächste mal mit auf den weg nehmen kann / sollte. wenn es schon bis kurz nach 7 ging, scheint das nicht der allzu falsche weg gewesen zu sein.
könnt ihr auch selbst versuchen zu beurteilen, das set ist hiermit verlinkt. konstruktive verbesserungsvorschläge, verrisse oder lob gerne in den kommentaren hinterlassen.


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