[osaka / 01.08.2026] circus osaka: dubby monza

ich hab’s davon abhängig gemacht, wie fit ich nach dem ersten netto-tag vor ort bin. fakt ist: der startete ob meines schwankenden schlafrhythmus ohnehin schon etwas träge im kopf. die hitze bei 35 grad tut ihr übriges. also kann ich mir den club alleine schon anschauen, um die nötige bettschwere zu sammeln.

dubby monza

23:00 aoki takamasa
01:00 yossy
02:30 kohei
04:30 b2b

start: 23 uhr
eintritt: 3000 jpy

nachbetrachtung

am westlichen ende shinsaibashis und damit ab vom dichten trubel gelegen, macht der circus einen sehr unprätentiösen eindruck – von außen und innen. mich erstaunt es nach wie vor, dass elektronische musik trotz eines sehr fachkundigen und geduldigen publikums im japanischen nachtleben eine marginale rolle spielt. aber da kommt die berliner brille ins spiel, wo techno und konsorten der nicht mehr ganz so neue konsens sind. j-pop unter grellem licht ist bei den gerade volljährigen eher geboten, spiegelt sich auch in den hiesigen plattenläden wider.

das circus liegt in einem dieser gebäude, wo sich verschiedene etablissements auf einzelne etagen verteilen. mensch muss also etwas die augen offen halten, sieht dann aber die plakate zur party. ab durch den flur in den zweiten stock, vor der tür den eintritt bezahlen, dann rein.
die location ist entsprechend unspektakulär. schmaler gang mit den toiletten rechts, links der zugang für künstler*innen und personal. quasi einmal an der tanzfläche vorbei. dreht mensch sich am ende des ganges links um, lässt sich der gesamte club erfassen. mit 200 leuten wird’s schon kuschelig, 300 leute absolutes maximum. an dem abend war glücklicherweise ersteres der fall.
das dj-pult ebenerdig, es stand ein e&s djr400 zwischen den technics, sound kommt von void und klang (natürlich) satt. wie bereits im vent wurde dem licht keine aufmerksamkeit geschenkt – es blieb einfach aus. ein oszilloskop hinter dem dj-pult sorgte für die einzige akzentuierung, sonst blieb das licht vom dj-pult selbst und der bar. allerdings: das reichte völlig aus – die leute gingen auch so mit.

der name der party war programm. aoki takamasa schlicht und einfach mit sehr gut ausgesuchtem dubtechno, der gerne auch richtung techhouse schielte. war damit für’s warm-up super.
yossy mit einem waschechten dub-showcase, wie mensch es von der rootsbase auf der fusion kennt. also platte nach platte abgespielt. irgendwas zwischen digi und roots – so bewandert bin ich in dem genre nicht. hätte ich die wahl zwischen beidem, würde ich mich für roots entscheiden, weil das im allgemeinen minimaler arrangiert und die blaupause für dubstep somit dort nicht zu überhören ist. war aber schön anzusehen, dass das publikum diesen wechsel zum großen teil einfach mitgemacht hat.
kohei mit minimal, wie er in berlin um 2010 herum gespielt worden ist. wie bei den beiden sets zuvor mit bedacht zusammengestellt, aber in kombination mit den temperaturen (es herrschten seit wochen wenigstens 30 grad, wenn ich vor die tür trat) und dem sightseeing am tag war meine müdigkeit eindeutig stärker, so dass „beau mot plage“ von isolée um 3:15 uhr ein schöner schlusspunkt war.

notierte tracks

aoki takamasa

rhythm & sound – range
anton kubikov – power under your skin
roger gerressen – untitled 1 (monoaware)
cv313 – infinit-1 (original 12″ mix)

yossy

micah shemaiah – fire burning
michael rose – natural high

kohei

isolée – beau mot plage