[berlin / 05.02.2026] zenner: 180 min

das geht in diesem jahr schon mal stark los.

180 min

lawrence live
margaux gazur live

tickets

nachbetrachtung

hier muss ich aufpassen, nicht zu überschwänglich zu werden. bis auf ein kleines detail hat einfach alles gepasst. ein früher musikalischer jahreshöhepunkt, der das format und das zenner gleichermaßen perfekt ausgefüllt hat.

das kleine detail war selbstverschuldet: auf dem lediglich mit teppich gepolsterten betonboden liegen geht nach einigen minuten ziemlich auf’s steißbein. bei künftigen ausgaben mit ähnlicher musikalischer stoßrichtung muss ich mir einfach ein kissen mitnehmen.
aber sonst einem ambient-abend von vorne bis hinten angemessen: margaux gazurs gerätschaften an der säule richtung bar, lawrence brauchte mehr platz und war daher im zentrum. dafür nicht die sonst übliche bühne am hinteren ende. drumherum entweder teppiche oder kleine podeste zum sitzen. lichter behutsam auf autopilot, alle andächtig lauschend, ohne störend dazwischenzuquatschen.

margaux gazur u.a. mit e-gitarre und klarinette, woraus sie loop über loop schichtete. von ihr habe ich leider nur die letzte dreiviertelstunde mitbekommen, bin aber definitiv auf ihre veröffentlichungen neugierig geworden.
lawrence auch mit klarinette, xylophon, diversen synths. „horses“ von „a day in the life“ habe ich erkannt und ansonsten in dem vertrauen herumgelegen, dass er schon weiß, was er tut – zurecht. mit disharmonischen abschnitten arbeitet er ja immer, löst die aber auch recht schnell wieder auf.
mein zeitgefühl hat mir einen ordentlichen streich gespielt, als ich mich zum schluss um kurz vor mitternacht schon empören wollte, dass er viel zu früh schluss macht. ich hatte so gegen 22:30 uhr das letzte mal auf die uhr geschaut und gedacht, dass gerade mal eine halbe stunde vorüber ist. ergo ging die letzte stunde wesentlich schneller vorüber als meine innere uhr es mir suggerieren wollte. das nehme ich als indikator für ein set, in dem sich die zeit schön aufgelöst hat.

da ambient eh gerade hohen stellenwert bei mir genießt: solche abende braucht es häufiger! das zenner hat sich für mich jedenfalls nachdrücklich für sowas empfohlen. der raum sowie das layout dafür war an dem donnerstag perfekt und die anlage so schön unaufdringlich transparent, dass ich bei einer wiederholung nicht mit dem ticketkauf zögern würde. das bisher bekannte angebot für 180 min in diesem jahr mit jakojako (mai) sowie polygonia (november) hält den bisherig hohen standard. hat damit potential, zu einer meiner stammreihen zu werden.

[berlin / 15.05.2025] zenner: 180 min

im letzten jahr völlig vernachlässigt bzw. das konkurrenzprogramm war meistens attraktiver.

180 min
vril & wata igarashi live
temple rat

nachbetrachtung

ich hab’s leider erst gegen 20:30 uhr hingeschafft. als schönwetterradler habe ich mich auf die öffentlichen verlassen, und dafür liegt das zenner auf dem hinweg leider etwas fernab vom schuss. der rückweg ist wegen der bushaltestelle vor der tür leichter.

dadurch hatte ich mich mental schon mal darauf eingestellt, den anfang der beiden verpasst zu haben, jedoch war temple rat immer noch am spielen. wenn das der zukünftige modus sein soll, die live-acts nicht mehr durch eine stunde davor und danach einrahmen zu lassen, soll mir das gerne recht sein. innerhalb einer stunde lässt sich für meine begriffe keine geschichte erzählen – da kann mensch genauso gut eine playlist laufen lassen.

eine gangbare lösung bestünde vielleicht darin, eine stunde früher anzufangen und aufzuhören. also 18 bis 23 uhr. dj-set nach wie vor zu beginn, live-set ab 20 uhr. voll genug war es um die zeit definitiv bereits.
wenn um mitternacht feierabend ist, machen sich die leute im zenner schon eine stunde vorher auf den weg richtung ring bzw. heimat, damit sie den freitag arbeitstechnisch noch halbwegs fit absolvieren können. insofern ist stand jetzt die letzte stunde für jede*n der acts undankbar.

all dem zum trotz: zu meckern habe ich höchstens in puncto publikumsdynamik was. aber das phänomen, dass sich menschentrauben an neuralgischen punkten bilden und sich leute entsprechend vor einem durchquetschen müssen, ist nicht neu.
sonst von vril / wata keine musikalische neuerfindung des rades, aber dafür mit allen schikanen, die ein richtig gutes set ausmachen. ihnen kam auch der „späte“ beginn sowie das set von temple rat entgegen, da sie in ihren zwei stunden ambient bzw. abstrakt spielte (habe nur das intro von „strobe light network“ von cold erkannt). daher hielten sich die beiden mit experimenten nicht lange auf und waren nach nicht mal einer halben stunde bei techno mit dubbiger note gelandet. watas trippig-minimaler stil hat das sehr gut ergänzt, später gab’s auch etwas electro und die ein oder andere acid-bassline – und vor allem mit einer dreiviertelvollen tanzfläche ab ca. 22:30 uhr ideale bedingungen.

den sound fand ich selbst an der linken seite stehend schön räumlich, hinten am front of house noch besser und auf der hinteren seite der tanzfläche sehr ausgewogen.
das mapping mit den visuals oberhalb der bühne kann gerne so beibehalten werden. das hat den abmontierten riesen-leuchter mit den led-röhren schnell vergessen lassen. und 180 min als veranstaltungskonzept, in dem sich live-acts frei entfalten können, sollte bitte sowieso regelmäßig stattfinden. das rennt bei mir offene türen ein. gerne auch mit stoor in kooperation – das zenner wäre ideal dafür.

[berlin / 24.08.2023] zenner: 180 min

teil der nachträglich verfassten nachlesen und auf das datum des besuchs zurückdatiert.

180 min
multiples live
philippa pacho

nachbetrachtung

auch wenn das zenner über den sommer wegen umbauarbeiten geschlossen war, fielen sie mir nicht auf. was ich mitbekam (gerne ergänzen): die garderobe ist jetzt links vom eingang und der bereich zwischen bar und tanzfläche nicht mehr mit vorhängen abgetrennt. so hat mensch beim sitzen auf den flächen bei der bar direkte sicht auf den saal. für die atmosphäre fände ich rote neonröhren als beleuchtung der kühlschränke besser – das aktuelle weiß sorgt für ein ziemlich kühles, weit ausstrahlendes licht.

das konzept finde ich jedoch super: donnerstag ist für mich als einstimmung auf das wochenende eh bestens geeignet. so kann mensch einfach nach vollbrachtem tagewerk hingehen und hat die wahl, sich das entweder auf der terrasse anzuhören (auch dort stehen boxen) oder nach drinnen zu gehen. zudem sehr gut, live-acts ins zentrum zu stellen und ihnen auch gleich so viel zeit (also besagte 180 minuten) einzuräumen. im falle von multiples waren es mit surgeon und speedy j zwei gestandene produzenten, die zunächst abstrakt begannen, das für eine gute halbe stunde auch beibehielten, um dann wie bei einem guten dj-set die zügel immer weiter anzuziehen und zwischendrin wieder locker zu lassen.
hängengeblieben ist musikalisch bei mir nichts, was jetzt unbedingt veröffentlicht werden müsste. aber als jam-session ist der rahmen ideal. aktuell stehen keine weiteren termine an, also hoffe ich, dass die reihe fortgesetzt wird, sobald die tage wieder länger werden.