[berlin / 28.03.2026] haus der visionäre: kontext x closer

nach wie vor bin ich neugierig auf neue locations, damit ich mal abseits der beiden friedrichshainer koordinaten wandle. dabei ist das haus der visionäre schon etwas länger auf meinem schirm, kontext als reihe mit sehr schön kuratierten line-ups ebenfalls. also hab ich mir anfang februar einfach mal das early-bird-ticket geholt, ohne dass einer der namen bekanntgegeben worden war. von dem angebot sagen mir ehrlicherweise auch zwei drittel nichts, aber die mir bekannten haben den vertrauensvorschuss schon mal gerechtfertigt. mal schauen, wie sich das vor ort darstellt. eine dezidierte bühne nur für live-acts und ein start am früheren abend ist schon mal genau nach meinem gusto.

kontext x closer

main stage

20:00 tobias. presents „semblance of nature“ live
20:50 mug live
21:40 torus live
22:30 defled live a/v
23:20 space afrika live a/v

sonnenraum

00:00 daura
04:00 marco shuttle
07:00 karine & shakolin
10:00 timur basha & yone-ko

halle

00:00 triš
01:30 dj python
04:00 eleftheria & significant other
06:00 alex savage

nachbetrachtung

rein: 19:30 uhr (noch winterzeit)
raus: 05:00 uhr (schon sommerzeit)

zusammenfassung

musikalisch gibt’s aus meiner sicht wenig bis gar nichts zu meckern – und wenn, dann war’s stilistisch einfach nicht meine baustelle. das publikum eher jung und aufgrund nicht abgeklebter kameras zum teil selbstdarstellerisch. allerdings: interessiert und geduldig, gerade was den konzertteil angeht. über mangelnde partystimmung konnte ich mich im sonnenraum nicht beschweren. die location wirkt auf mich unfertig, aber kapazitätstechnisch für solche gelegenheiten geeignet.

ausführlicher

ich hatte erst irrtümlich angenommen, dass das haus der visionäre in nähe des arena clubs in dem gebäude direkt an der spree liegt. stattdessen ist es am anderen ende des gebäudes, in dem sich vorne der festsaal kreuzberg befindet. hätte ich sogar vorher wissen können – schließlich steht die adresse allerorten.

ortsbegehung

vielleicht bin ich mit zu großen erwartungen in die location gegangen, aber vieles wirkte improvisiert. mag auch sein, dass das bei etablierten großveranstaltungen (giegling) anders aussieht. es ist jedenfalls ein großer raum, der mit abgehängtem molton flexibel gestaltet werden kann. lediglich der sonnenraum ist durch eine mauer abgetrennt.
für den start des abends war wenigstens die hälfte der räumlichkeiten verborgen und gefühlt jede*r zweite schaute neugierig hinter die vorhänge, was sich wohl dahinter verbergen könnte. 360-grad-bühne auf der main stage, mobile bar an der rechten seite, paletten zum darauf sitzen an der wand geradezu. auf eben einer dieser paletten befand sich mein platz, den ich auch für vier stunden nicht verlassen habe. den vibrationen nach zu urteilen waren die subwoofer direkt darunter – instinktiv also den richtigen ort ausgesucht.

nach space afrika als letztem act auf der main stage den rest erkunden. die halle lag direkt daneben und war eigentlich ein langgezogener schlauch mit dj-pult an der breiten seite, empore gegenüber, kabelkanal als stolperfalle in der mitte. etwas mehr wucht hätte bei der anlage nicht geschadet. aber letzteres kann auch dem lärmschutz geschuldet sein – das haus der visionäre liegt nicht allzu weit von wohnhäusern entfernt.
den sonnenraum musste mensch ein wenig suchen. zwar gibt es einen zugang vom raum direkt hinter dem eingang linkerseits, in dem sich zwei toilettencontainer befinden (derer gibt’s noch mehrere auf dem hof – war bei der durchaus regenhaltigen witterung in der nacht nicht sonderlich angenehm, sollte in den frühlings-/sommermonaten jedoch aushaltbar sein), aber auch hier trennte molton nach öffnung aller floors den bereich zur main stage ab. die machte nach dem abbau der technik einen etwas verwaisten eindruck, bis auf das posing einer jungen dame auf dem pult, wo sich wenige stunden zuvor noch die hardware befand. gab instagramwürdige fotomotive, womit einer meiner hauptkritikpunkte benannt wäre: keine abgeklebten kameras, stattdessen scheinen kompaktkameras wieder ein ding zu sein. außerdem waren veranstalterseitig leute mit profi-ausrüstung unterwegs, um die live-acts abzufilmen. mir haben die musikalischen inhalte alleine gereicht und der wert von clubs / partys mit fotoverbot wurde einmal mehr deutlich.
der vorraum zum sonnenraum war fast nochmal so groß wie der floor an sich und als bereich zum plaudern bzw. zusammenkommen sehr gut. aber die herumstehenden kleintische bzw. sitzgelegenheiten wären im notfall gute stolperfallen gewesen. und so sehr die idee der mittelinsel zum herumsitzen auch ist: sie führt insbesondere an der bar und der mauer richtung eingang zum sonnenraum zu einem nadelöhr. breitere gänge fände ich hier besser. oder mensch hätte die bühne der main stage locker zu einem platz zum abhängen umbauen können. oder das molton nach oben rollen, so dass der raum geöffnet worden wäre.
temperaturen waren ein weiteres problem, aber einen großen raum wie die main stage / halle bekommt mensch auch schwer beheizt. das wurde mit zunehmendem füllgrad besser. im sonnenraum war es von anfang an temperaturtechnisch gemütlich.

womit ich (typischerweise nach all dem meckern) beim sonnenraum als positivem punkt gelandet bin: da macht sich bemerkbar, dass er regelmäßiger bespielt wird. auch dort am hinteren ende eine bar, auch kleine emporen an der eingangsseite sowie links und rechts neben dem subwoofer. das dj-pult erstens ebenerdig (pluspunkt!) und zweitens an der breiteren seite. vor der bassbox richtig satter sound, wobei der druck sich direkt links oder rechts davon verständlicherweise verliert. weiter drinstehend wiederum ausgewogen. finde ich gut, weil sich jede*r dadurch entsprechend individueller präferenzen positionieren kann. licht ist spärlich und die fenster mit vorhängen versehen. wäre neugierig darauf, wie das bei tagespartys aussieht – bzw. fände es schade, wenn das tageslicht dort ausgesperrt würde. kapazität ist mit 300 leuten auf oberkante, bringt aber den vorteil, dass der raum auch mit 100 leuten nicht leer wirkt. für kleinere partys mit ausgesuchtem line-up ergo ideal.

ich behalte das haus der visionäre dennoch mal auf dem radar. bei allseits gestiegenen kosten finde ich’s nachvollziehbar, dass räumlichkeiten nicht von anfang an perfekt sind. ich fände verschiebbare wände mit integrierten sitzgelegenheiten (wie im expo im club raum bspw.) als dauerhaftere lösung zur raumtrennung bzw. flexiblen raumgestaltung besser als molton, aber das kommt evtl. mit der zeit. den sonnenraum finde ich auf anhieb sympathisch.

musik

da gibt’s für mich kein „schlecht“, nur „nicht mein fall“. es freut mich sehr, dass das konzept total aufgegangen ist, nach dem sie mit konzerten bzw. live-acts für berliner verhältnisse früh in den abend gestartet sind. auf diese weise war’s um mitternacht schon ordentlich gefüllt, womit die djs auf beiden floors keine probleme hatten, erst noch eine stimmung erzeugen zu müssen.

aber der reihe nach. meine wunschreihenfolge für die main stage wäre (mit dem für mich besten act am schluss) jedenfalls: mug (einerseits zwischen industriellem sounddesign à la roly porter, andererseits emo-induziertem indie-rock mit reichlich reverb) > space afrika (viele gesprochene botschaften über soundscapes und hörbaren aussetzern bei den soundkarten) > torus (dj-set mit eigenmaterial, zumeist ambient, metallica bei „nothing else matters“ zitierend und fatboy slim bei „right here, right now“ samplend) > defled (brachte die ästhetik hinein, wie mensch sie u.a. von huerco s. oder special guest dj kennt – entsprechend also sehr gut) > tobias. (der zwar weiß, wie ein eröffnungs-slot bestens bestritten werden kann, mit seinem sounddesign und minimalem rhythmusfundament dennoch alle offenen türen bei mir einrannte. sollten die tracks daraus ein album formen, wäre der kauf meinerseits sicher.)

da die halle als floor für mich nicht attraktiv genug war, verblieb ich in etappen von fünf bis zehn minuten dort. zwar schade, da das von triš‘ downbeat-beginn über dj python bis zum stilistisch zwischen dubstep, breakbeats und electro mäandernden set von eleftheria & significant other durchgängig hohes niveau war.
das gab es jedoch auch im sonnenraum, mit daura als entdeckung, weil sie es geschafft hat, mich mit einem techno-set zu begeistern. keine jagd nach tempo oder ein aneinanderreihen von perkussiven tools. stattdessen die schnittmenge an minimalen tracks mit querschießenden sounds, mit dem einen oder anderen breakbeat-track dazwischen, das ganze konsequent um die 130 bpm und mit vinyl. das war richtig gut und als warm-up für marco shuttle perfekt, von dem ich jedoch nur teile seiner ersten stunde mitbekam. meine kondition hätte definitiv nicht bis zum schluss gereicht. aber er ließ den tracks wie seine vorgängerin genügend raum zur entfaltung, so dass sich die dynamik über einen längeren zeitraum erschloss. den sog dafür hatte das set jedenfalls.

notierte tracks

daura

summe – objectness
eight miles high – in this place

dj python

fedrico franchi – cream
tomas andersson – washing up

marco shuttle

agent orange – warm love
schatrax – dizzy
attila jahanvash – friday’s child

eleftheria & significant other

peverelist – roll with the punches
dj assault – you can’t see me

[berlin / 15.02.2020] berghain: klubnacht

endlich wieder ein ilian tape-showcase, wo ich die trackerkennung als fanboy als hintergrundtask laufen lassen kann. möchte die gelegenheit aber auch nutzen, auf das label-portrait in der taz hinzuweisen, das bereits anfang januar erschienen ist und hier am besten passt.

berghain
00h00 stenny
04h00 andrea live
05h00 zenker brothers
09h00 skee mask
12h00 overmono
15h00 martyn
19h00 pariah
22h00 steffi
02h00 barker

panorama bar
00h00 virginia
04h00 titia
08h00 oracy
12h00 margaret dygas
16h00 l.b. dub corp
19h00 gonno
22h00 nick höppner
02h00 the carry nation

säule
20h00 tobias. live

eintritt
18 euro
5 euro bei wiedereintritt

nachbetrachtung

schichtdauer: mal wieder überstunden. 9 uhr bis 2 uhr.

das lag vorrangig an meiner freude darüber, dass es diese unaufgeregten sonntage noch gibt, an denen sich musikbegeisterte versammeln und über genregrenzen hinweg einfach nur spaß haben wollen. parallel fand in der alten münze / griessmühle im exil die synoid statt, die weite teile der techno-fraktion mit präferenzen für deutliche 4/4-kickdrums gebunden haben dürfte. ergebnis war, dass das platzangebot selbst zu mittlerweile berüchtigten stoßzeiten wie sonntagabend erstaunlich gut war.

es kamen also zwei für mich mittlerweile essentielle dinge zusammen: musik auf mindestens gutem (overmono, nick höppner, letzteren aber zu kurz gehört), meistens aber überdurchschnittlichem bis hervorragendem niveau. ich ärgere mich nur etwas, oracy aufgrund von sonntagsträgheit nach dem aufstehen verpasst zu haben.
insgesamt: skee mask sowie martyn sind für mich gleichauf bei den sonntagsfavoriten. ersterer hat eher ein techno-set mit grime/dubstep/bass-sprenkseln abgeliefert, wobei für mich bemerkenswert war, dass die leute gerade bei sowas gejubelt haben. martyn hat tief im archiv gewühlt und neben uk-hardcore (bei dem shazam in einer tour weg kapituliert hat) auch dubsteppiges gespielt – und damit nicht unbedingt den floor geleert.
margaret dygas für mich locker im oberen drittel als schöner ausgleich zu overmono, die sich erst in den letzten 30-40 minuten so richtig getraut haben, auch mal herumzuexperimentieren.

tobias. gab‘s gut zwei stunden lang. trippiger techno, mit dem er zwar das rad nicht neu erfand. aber erstens wäre dies heutzutage der erwartungen eh etwas zuviel, damit zweitens nicht notwendig und drittens vernachlässigbar, da wahnsinnig ausgefeilter sound, bei dem jede frequenz genau dort saß, wo sie sollte. habe dadurch pariah verpasst, aber dafür bot steffi wie immer sichere qualität.

notierte tracks (°: shazam)

skee mask
reeko – selección natural parte 1°
jeff mills – alarms / ufo (nicht hintereinander. „alarms“ in der ersten, „ufo“ in der zweiten stunde.)
grandmixxer – slsa (pk version)°
helix – pulse techs°
the pump panel – ego acid
takaaki itoh – insistence°
trends – red stripe riddim°
jon e cash – invasion°
borderlandstate_the best kisser in l.a – interlinked
grandmixxer & jeb1 – lambeth yardies°
boylan – start up (feat. flowdan)°
dj shufflemaster – geylang°
karl o‘ connor & peter sutton – guiltless
tc4 – chopper°
dizzee rascal – stand up tall (direkt danach)
lj – prototype (direkt danach)°
hudson mohawke – furnace loop°

margaret dygas
mike dehnert – leerlauf°

overmono
im laufe der ersten stunde:
joey beltram – game form (mike dearborn remix)
joy overmono – bromley
und in den letzten 30-40 minuten:
toasty – the knowledge
overmono – le tigre°
errorsmith – stiff neck
emptyset x danny brown – income tax swag (dis fig bootie)° (gibt’s leider nur auf soundcloud und wahrscheinlich nie offiziell. eigentlich ein jammer – das ist so böse gut.)

martyn
female – surrounded by enemies°
jeff mills – masterplan
stratton – coming°
h&m – real life (und damit insgesamt ganz schön viel alte mills-sachen an diesem tag)
skee mask – juug (direkt danach)
karenn – kumquat (direkt danach)
joey beltram – caliber (direkt danach)
hornsey hardcore – the wiz° (wohinter jerome hill steckt)
steve poindexter – return to ghetto°
champion & melé – get down°
walton – rolla
killawatt & ipman – sur place°
aquarian – hydropulse°
robert armani – circus bells (hardfloor remix)
martyn – one eye° (direkt danach)
sterac – astronotes° (letzter track)

steffi
boddika – steam
random noise generation – echelon

[berlin / 15.12.2018] berghain: klubnacht – 14 jahre berghain

um den ewigen vergleich zu bemühen: mein erklärter favoritenclub nimmt damit anlauf, die in investorenträumen nicht vorgesehene berliner keimzelle des ganzen in der leipziger straße nominell zu überholen. nochmal vereinfacht: wenn nichts weiteres dazwischenkommt, müsste es ende januar / anfang februar soweit sein, dass das berghain sogar in tagen länger als der tresor in der leipziger 126a existiert.
für mich wird es das einläuten einer weihnachtspause (da urlaub), die bis kurz vor silvester anhält.

klubnacht – 14 jahre berghain

berghain
00h00 nastya muravyova
04h00 byetone live
05h00 dj nobu
08h30 pete
12h00 ben ufo
15h00 aurora halal
18h00 len faki
22h00 dvs1
02h00 kyle geiger

panorama bar
00h00 nitam
05h00 the emperor machine live
06h00 powder
10h00 âme
15h00 matthew herbert
19h20 margaret dygas
22h00 renaat
02h00 jennifer cardini

elektroakustischer salon
10h00 boris
14h00 tobias. live
15h00 moritz von oswald
17h00 cosmin trg
21h00 massimiliano pagliara

eintritt
20 euro

nachbetrachtung
kann als qualitätsmerkmal gelten, dass es seit langem mal wieder 20 stunden am stück wurden, auch wenn ich mir das nicht gezielt vorgenommen hatte. das ende war bis zur veröffentlichung des ablaufs eine option, die ich mir offen hielt. aber rückblickend hätte es da keinen unterschied gemacht, ob das kyle geiger oder dvs1 bespielt hätten – ich fand beide nicht sonderlich mitreißend. gerade bei kyle geiger reihte sich ein recht hartes bretter-tool an ein anderes, was das set damit sehr austauschbar machte. von dvs1 habe ich aber „eat more house“ von dj hell gehört, als ich in der panorama bar an der tür zum berghain vorbeiging. also leichter vorteil für ihn.

pete war aber wie immer in seinem element und baute glücklicherweise den dubstep-anteil im set aus, wenn auch permanent mit 4/4-kick unterlegt: „s.a.t.u.r.n.“ von goth-trad, „venus“ von vex’d und „forgive“ von mala ganz zum schluss. dazwischen aber auch gestandene stammplatten wie „tenfour“ von joey beltram oder „lyot“.
ben ufo fing mit electro an, ging dann aber erstmal in standard berghain-reverb-techno über, was wiederum die halle interessant werden ließ. da lautete das motto in puncto licht „weniger ist mehr“, aber ein imposantes dj-pult wurde hingebaut, was für meinen geschmack ein wenig zu hoch geraten war. von dort aus ragten weiße lichter von der decke an die wände und richtung menge, und den rest der beleuchtung übernahmen auf den boden unter die sitzpodeste gelegte scanner. ziemlich simple idee also, aber komplett ausreichend. etwas kühl war es, aber das ist zum geburtstag auch nicht neu.
in der halle (soviel sei vorweggenommen) kein einziger musikalischer ausfall. tobias. mit drones, moritz von oswald ließ sich von laurens von oswald helfen, der mit modular-setup improvisierte, während moritz tracks dazumischte. darunter „q-loop“ oder „tushumdo“ von der lp auf honest jon’s.

bei ben ufo noch das finale mitgenommen, mit dem er zeigte, weshalb er aufgrund seiner stilübergreifenden sets so geschätzt wird. da gab es „daisy chain“ von overmono, „lost and found (found mix)“ von der neuen objekt-lp (die mich beim ersten hören zugegebenermaßen nicht so mitgerissen hat wie seine dj-sets – aber die wächst vielleicht) sowie „mercurial“ von chevel. alles tracks, mit denen sich eine tanzfläche durchaus leeren lässt, aber umso schöner, dass jemand mutig genug ist, sie zu spielen.
szenenwechsel zur panorama bar. wenn matthew herbert schon mal als dj zu hören ist, sollte man die gelegenheit nutzen, allerdings fand ich ihn unten im berghain vor einigen jahren besser. dieses mal verließ er sich sehr auf seine eigenen produktionen (auswahl: kinda kickin‘, the audience, seine remixe wie „sing it back“ oder „moving like a train“) oder hits wie „deep inside“ von hardrive bzw. „can you feel it“ von mr fingers. abgeschaut nur „this is sick“ von solid groove, was ich bis dato nicht kannte. da renaat seinen flieger verpasst hatte, kam das publikum eine stunde länger in den genuss und sein slot wurde mit dem von margaret dygas getauscht. dies aber nicht ohne einen der zugegeben besten überraschungen als schlussplatte im herbert-set: „try again“ von aaliyah.

zwischendrin gab es kurze abstecher zu aurora halal (mit zwei joey beltram-tracks auf trax: „life force“ und „the start it up“) sowie zu cosmin trg, bei dem „galileo“ von oelki positiv auffiel. noch positiver allerdings (und damit ist meine jahrelange kritik an ihm vorerst verstummt) überraschte mich len faki. klar sparte er nicht an tracks zur abfahrt, aber das ist an einem sonntagabend überaus gewollt und findet mittlerweile mit einer auswahl statt, bei der man ihm die jahrzehntelange erfahrung als dj auch anmerkt. also kein setzen auf schrille signale mehr. kommt mir vielleicht auch nur so vor, aber evtl. haben sowohl er als auch ich sich aufeinander zubewegt – es muss ja nicht immer die möglichst nerdig-verkopfte nische bedient werden. wer mit „nous sommes mmm“ von erik & fiedel, dem gestandenen rave-klassiker „gatex“ von umek sowie „camargue“ von cj bolland kein problem hat, sollte ihm wirklich eine chance geben. „u can’t see me“ von dj assault war dann noch so ein track, mit dem ich von ihm nicht gerechnet hätte. kurzum: in kombination mit seinem set aus der halle zur ostgut ton nacht vor ein paar jahren reichen beide eindrücke, dass er sich durchaus zu einem grund entwickelt, mal gezielt bei ihm im berghain zu bleiben.

bleiben noch renaat und massimiliano pagliara. renaat fuhr die anlage oben jedenfalls ordentlich am limit(er) und trotz traktor auch nicht immer taktsicher – allerdings geschmackssicher. nichts erkannt, shazam versagte auch regelmäßig, aber da klang vieles nach dem, was heutzutage auf r&s passen könnte. munter zwischen geraden und gebrochenen tracks wechselnd.
massmiliano pagliara spielte in der halle das dort tanzbarste set um die 100 bpm und dabei mit teilweise schön verträumten melodien. passte für die tänzer und meine wenigkeit sehr gut, jedoch nicht so wirklich zum konzept, einen kontrast zu beiden anderen floors zu bieten. hab’s dennoch genossen, „synkro“ von luomo zu hören und „cascades“ von mark barrott sowie „harmonize“ aus der feder des djs selbst auf die nachhilfe-liste setzen zu können.