Sep 072017
 

scheinbar soll kein monat ohne derartige meldungen vergehen. nach jaki liebezeit noch ein can-mitglied, kurz nach seiner frau bereits gestern verstorben – mit gerade mal 79. seine pionierleistungen kann ich mangels kenntnissen des can-katalogs immer noch nicht würdigen. das ist alles auf phasen verschoben, in denen ich die zeit und muße für krautrock habe.

bis dahin erst einmal natürlich: r.i.p.

 Posted by on 07.09.2017 at 21:07
Aug 292017
 

nein, der gründer des illuminatenordens ist damit nicht gemeint – dessen ableben ist schon ein paar jahrzehnte her.
vielmehr geht es um denjenigen, der sich den namen als alter ego für das auflegen und auch online zugelegt hatte. die große prominenz oder bekanntheitsgrad hatte er nie, wollte er auch nie. mich traf heute vor wenigen stunden auf arbeit vielmehr, dass mit ihm einer aus dem erweiterten bekanntenkreis gegangen ist.
die erste „begegnung“ erst online über das alte no-future-board und auch das technoforum, dann 2003 in köln kennengelernt und aufgrund der gleichen musikalischen vorlieben schnell einen draht zueinander gefunden. der blieb zwar nicht heiß, will heißen: die begegnungen waren anschließend immer mal wieder zufällig und beinhalteten meistens, dass er irgendwo auflegte. nichtsdestoweniger erkannten wir uns gegenseitig und plauschten kurz. dabei war er stets der quirlige, immer mit dem schalk im nacken und vor allem einer, der mit seinem umfassenden geschmack in sets nicht hinter dem berg hielt und nie müde wurde, nach den acts und tracks zu suchen, die abseits des allgemeinen radars stattfinden. so war es auch nur konsequent, dass er mit dj flush zusammen das krake-festival initiierte und organisatorisch begleitete, bis er aus berlin weggezogen ist.

am wochenende ist er völlig überraschend verstorben.

r.i.p.

 Posted by on 29.08.2017 at 21:26
Aug 282017
 

die drei herren werden am kommenden samstag in der wuhlheide spielen. das ist berlinweit bislang ihr größtes konzert im rahmen einer tour (festivalauftritte außen vor gelassen) und bereits tatsächlich ausverkauft. dabei sein kann ich leider nicht (der grund dafür folgt alsbald), aber dafür kam mir in meiner timeline dieser artikel eines magazines unter, das sich exklusiv mit festivals beschäftigt. die haben genau die fragen gestellt, die man als (angehender oder lediglich hoffender) musikprofi lesen möchte – und die antworten darauf sind so ehrlich wie bodenständig.

ein abend mit moderat

Jul 232017
 

es ist sicher kein zufall, dass das feature auf residentadvisor pünktlich zur veröffentlichung des vierten teils der kern-mix-serie auf tresor die startseite schmückt. das label gibt mit dj stingray direkt nach objekt eine richtung vor, die mir in kombination mit dem neuen album von porter ricks sehr gut gefällt. noch dazu las sich das line-up vor zwei wochen zur dazugehörigen veröffentlichungsparty (auf welcher der hauptprotagonist in kurz aufeinanderfolgenden slots im ohm, tresor und globus auflegte) so toll, dass ich mir das schon wochen zuvor als pflichttermin markiert hatte – um dann aufgrund der von diesem „sommer“ leicht angezählten gesundheit nicht hinzugehen.
gut, die tracklist des mixes liest sich so wie das, was man in seinen sets regelmäßig hört – aber da das dem aktuell herrschenden konsens immer noch in puncto präsentation und soundästhetik voraus ist, bin ich dessen noch nicht müde und sehe das in absehbarer zeit auch nicht kommen.

es sieht also danach aus, dass der mann nach mehr als zwei jahrzehnten als akteur im hintergrund das momentum nun auf seiner seite hat. und das sei ihm sowas von gegönnt.

foreign waters

Jul 202017
 

es ist ja nichts neues, welchen stellenwert ich „der klang der familie“ als buch beimesse. sven von thülen hat das prinzip des buches bereits 2014 bei das filter mit münchener protagonisten der ultraworld sowie des ersten und zweiten ultraschalls wiederholt und sich damit nachdrücklich als serientäter empfohlen. den artikel hatte ich auch schon mal gelesen, nur hatte ich damals nicht die eingebung, das auch hier als ausgelagerte version meiner lesezeichen zu erwähnen. nun hat der kanal blau-weiß ihn wieder zurück in meine aufmerksamkeit gespült, daher sei hiermit die lektüre aus- und nachdrücklich empfohlen.

der klang des ultraschall

Jun 012017
 

da ich mir vorgestern „narkopop“ bei bandcamp geholt habe, womit er meine befürchtungen zur seite gefegt hat, dass das nur ein lauer aufguss der vorgängeralben wird, ist der link für die hiesige sammlung überfällig.

das filter (der quasi-nachfolger der immer noch schmerzlich vermissten de:bug) lässt das kompakt-oberhaupt in aller ausführlichkeit zu wort kommen bzw. zu schlagworten monologisieren, die zu seiner biographie passen. dabei ist es ein vergnügen zu lesen, dass der herr nicht nur musikalisch eine menge zu sagen hat, auch wenn ich mit dem großteil seiner veröffentlichungen der letzten 10-15 jahre nicht mehr so viel anfangen konnte wie mit denen vor der jahrtausendwende. aber das sei hier mal geschenkt.

unkaputtbar

Mai 282017
 

toll ist es nun wirklich nicht, dass solche meldungen hier mittlerweile einen guten teil des tagesgeschäftes ausmachen. die sub:stance hat ihrerzeit dafür gesorgt, dass er mit seinem trevino-alias auf meinem schirm landete. damit zählte er zu denjenigen, die ihre wurzeln im drum&bass für die weiterentwicklung des mischlings aus techno, house und dubstep nutzten und damit frischen wind in die verkrusteten strukturen brachten. zwar fehlte mir bei seinen letzten veröffentlichungen u.a. auf klockworks der „muss ich unbedingt haben“-moment, aber nichtsdestoweniger zählen seine sachen um 2011 zu den besten beispielen zeitlos guter uk-bass-music.

er ist heute früh verstorben. die ursache ist noch unklar, sein alter muss ich auch noch recherchieren. wird zu gegebener zeit nachgereicht.

r.i.p.

 Posted by on 28.05.2017 at 22:27
Mai 182017
 

ich wünschte ja, es gäbe auch mal schönere anlässe für neue postings.

zugegeben, nach „superunknown“ hatte ich soundgarden nicht mehr verfolgt. „black hole sun“ lief als überhit auf rotation, „spoonman“ war etwas interessanter (ich wurde heute beim nochmal hören aus welchen gründen auch immer an korn erinnert) und „jesus christ pose“ (vom vorgänger „badmotorfinger“) mein eigentlicher liebling. weite teile der grunge-zeit dürfte chris cornell irgendwie vernebelt verbracht haben. und zumindest wenn man wikipedia glauben darf, entwickelte er bereits in jugendjahren depressionen.
entzug anfang der 2000er-jahre, audioslave sowie seine solo-alben bekam ich leider nicht mehr mit. meine ausreden dazu kennt ihr ja.

laut den aktuellsten berichten scheint es so, als ob ihn die depressionen wieder eingeholt haben. die autopsie deutet auf selbstmord mit 52 jahren hin. untermauert die these, dass die größten talente zuweilen die schwersten pakete mit sich herumschleppen (müssen).

r.i.p.

 Posted by on 18.05.2017 at 22:27
Apr 132017
 

es passiert wirklich nicht allzu häufig, dass mir bei einer meldung von residentadvisor schauer über den rücken laufen, aber heute war so ein abend, an dem ich eigentlich nur routinemäßig die startseite aktualisieren wollte, um zu sehen, was es denn so gibt. da war die meldung ganz oben.
sähkö war mir zugegeben erst wegen mike ink ein begriff, dessen „rosenkranz“ als erstes in meine sammlung wanderte. es folgte aber ziemlich schnell die „ph“, womit immerhin der labelchef vertreten war. von den ganzen vom hardwax in die wege geleiteten nachpressungen war da noch lange nicht die rede. ich erinnere mich aber noch mehr als gut daran, wie ich im frühjahr / sommer 2005 im hinterhof am paul-lincke-ufer stand und die „metri“ bei den neuheiten stand. die nahm ich mit zum vorhören und war anschließend bei dieser minimalistischen radikalität bei gleichzeitiger funktionalität völlig von den socken. im damals noch regelmäßig auf einkäufe folgenden rezensions-blogposting (das durch den servercrash, auf dem das alte blog damals gehostet wurde, verloren ging) habe ich mit superlativen wie „manifest“, „pflichtkauf“ nicht gegeizt, und das sehe ich auch mehr als zehn jahre danach noch keinen deut anders.
das gleiche gilt für die bald danach folgenden sähkö-nachpressungen und erst recht für pan sonic, aber auch neuere veröffentlichungen auf blast first oder editions mego zeigten, dass er nichts von seiner klasse eingebüßt hatte. und bei dem tempo, das er auch in den letzten jahren an den tag legte, hätte man durchaus weiterhin mit wenigstens einem album pro jahr rechnen können, wenn er nicht jetzt mit nur 53 jahren verstorben wäre.

r.i.p. mr vainio. das vermächtnis ist riesig und an dem begriff von minimalismus werden sich noch generationen abarbeiten. akzeptabel ist ihr viel zu frühes ableben dennoch nicht.

postscriptum, 16.05.2017: tommi grönlund hat in the wire einen tollen nachruf geschrieben.

 Posted by on 13.04.2017 at 23:34