[berlin / 22.02.2020] diskothek melancholie 2: varvet 012

die reihe fand vorher im suicide club statt, den ich nach wie vor nur im vorbeigehen sehe. hab mir daher nicht deren (doch ganz schön guten) line-ups angesehen. sie ziehen zwar in einen kleineren, aber dafür charmanteren ort um. und natürlich gibt’s noch mehr grund zur freude, cora seit mehr als einem jahrzehnt wieder auf einem line-up in hiesigen gefilden zu sehen.

ablauf
00h00 cynthia stern
01h30 dave tarrida
03h30 cora s.
05h00 sdx
06h30 briain
xxhyy varvet residents

eintritt
10 euro

[berlin / 15.02.2020] berghain: klubnacht

endlich wieder ein ilian tape-showcase, wo ich die trackerkennung als fanboy als hintergrundtask laufen lassen kann. möchte die gelegenheit aber auch nutzen, auf das label-portrait in der taz hinzuweisen, das bereits anfang januar erschienen ist und hier am besten passt.

berghain
00h00 stenny
04h00 andrea live
05h00 zenker brothers
09h00 skee mask
12h00 overmono
15h00 martyn
19h00 pariah
22h00 steffi
02h00 barker

panorama bar
00h00 virginia
04h00 titia
08h00 oracy
12h00 margaret dygas
16h00 l.b. dub corp
19h00 gonno
22h00 nick höppner
02h00 the carry nation

säule
20h00 tobias. live

eintritt
18 euro
5 euro bei wiedereintritt

[berlin / 08.02.2020] philharmonie berlin: strom – festival für elektronische musik

zeitgenössische komponisten sind für die philharmonie nichts neues: die werke von steve reich oder philip glass waren bereits in den heiligen hallen zu hören. neu ist jedoch, dass sie sich für die elektronik öffnen. dies geschieht am zweiten februar-wochenende mit einem angebot, das bei clubbern und veteranen-nerds gleichermaßen für entzückung sorgen dürfte. bei mir wird es aus nachvollziehbaren fanboy-gründen der samstag.

line-up
20h00 – 21h00 / foyer: søs gunver ryberg live
21h15 – 22h15 / großer saal: cristian vogel – agnete and the merman live
22h15 – 23h45 / foyer: deena abdelwahed
00h00 – 00h45 / großer saal: ryoji ikeda live
00h45 – 02h45 / foyer: nina kraviz
hermann-wolff-saal: robert henke – phosphor installation
foyer: marco c visuals

eintritt
13 bis 52 euro (es gibt aktuell nur restkarten, aber die sind dafür günstig)

[berlin / 08.02.2020] about blank: staub

sieben jahre schon. tolle entwicklung, in der sie sich nicht nur besuchertechnisch, sondern auch ihre bandbreite auf alle elektronischen spielarten (und darüber hinaus) erweitert haben. dabei fördern sie immer noch namen zutage, von denen ich nie gehört hätte und bleiben zugleich mit die bodenständigsten veranstalter, mit denen ich aus verschiedensten perspektiven zu tun hatte.
mehr gute gründe braucht es nicht. sie belohnen sich mit einer neuen veröffentlichung und dem 24-stunden-jubiläum, das meinerseits jedoch von einem anderen termin unterbrochen wird.

[berlin / 01.-03.02.2020] griessmühle: cocktail d‘amore xxl

bin seit einer stunde da. der wintergarten ist am vollsten, keine musik im silo, platz zur entfaltung in der halle. muss nur noch damit klarkommen, dass kein line-up aushängt.

update, 02.02.2020, 00:52 uhr:
chida hat das line-up bei instagram gepostet. damit kann ich auch die tracks später den djs zuordnen und der autist in mir gibt ruhe.

main room / halle
01.02.2020
00h00 cosmo vitelli
04h00 bell towers
08h00 chris cruse
12h00 jackie house
16h00 doc sleep
20h00 dj city
02.02.2020
00h00 abajour
08h00 vani-t
12h00 rroxymore
16h00 liad
20h00 omer
03.02.2020
00h00 chida

cosmic hole / silo
01.02.2020
02h00 massimiliano pagliara
06h00 pasiphae
10h00 pause
22h00 dama b2b trent
02.02.2020
10h00 pause
22h00 budino
03.02.2020
02h00 juan ramos

wintergarten
01.02.2020
10h00 daniel wang
14h00 jeffrey sfire & jacob meehan
22h00 pause
02.02.2020
10h00 stella zekri
14h00 luigi di venere
18h00 alex from tokyo

eintritt
15 euro

[berlin / 11.01.2020] about blank: staub

drei wochenenden staub in folge. hintergrund ist deren wechsel in der heimstätte auf den zweiten samstag im monat, damit termine wie der clubgeburtstag, fusion oder auch silvester keine logistischen hürden mehr darstellen und das stammpublikum auch die uhr nach dem termin stellen kann.

ablauf

lobby
10h00 mike fly
14h00 kim leclerc
18h00 alienata

mdf
14h00 irakli
18h00 oliver rosemann live
19h30 irakli

zelt
14h00 raum dj team
17h00 dan laig
18h00 bastus & sören miehe
20h00 tonschub

nachbetrachtung

war als gast und artist care in personalunion dort, um bei letzterem auszuhelfen. begann um 15 uhr, blieb bis zum schluss und hatte dabei insgesamt recht wenig zu tun. eigentlich nur getränke zu den gerade spielenden acts bringen, also das übliche. technische probleme gab es keine, dennoch war ich munter am drehen meiner runden.

irakli hatte mir schon bei der dezember-staub davon erzählt, beim nächsten mal quasi alleine auf dem mdf zu spielen. ich finde sowas auch klasse – zumal es sich auch hier um ein datum handelte, das nicht wesentlich mehr gäste als bei der dezember-ausgabe erwarten ließ. alleine deshalb gut, weniger djs zu buchen und denen gleich wenigstens vier stunden zeit zur entfaltung zu geben (ausnahme: das zelt, was aber ein quasi-geburtstagsfloor war). davon abgesehen: etwas stärkerer andrang als noch zwei wochen zuvor.

kim leclerc in der lobby mit vinyl sowie stil- und tempobrüchen. kam dabei u.a. mit hardcore aber gut beim publikum durch. alienata war danach mit electro und acid wieder mal in ihrem element und da verflogen die stunden auch sichtlich.
interessantes setup beim raum dj team: erst zwei, später drei herren. zwei davon mit laptop, auf dem youtube sowie spotify die tracks abspielten. der dritte im bunde mit cds.
dan laig hat in der stunde danach schön wild durcheinander (ungemixt) gespielt und damit dem publikum einiges an flexibilität abverlangt. fand ich gerade deswegen gut. tonschub danach im weitesten sinne mit house.

der mdf also bis auf die anderthalb stunden live-act fest in der hand von irakli, der sich gerade beim zweiten set in einen rausch mixte und richtig gut mit mal mehr und mal weniger perkussiven tools arbeitete. auch wenn’s nicht nach mir gehen sollte: das konzept, einem der residents pro quartal einen floor quasi komplett zu überlassen, wäre echt eine überlegung wert. waren manche sets auf dem mdf bei der staub in letzter zeit hart-funktional und / oder zu statisch, war dieses mal eine dynamik drin, die der staub eher gerecht geworden ist. auch oliver rosemanns set mit sounds aus der no-future-ecke fügte sich da gut ein.

unter’m strich: überdurchschnittlich guter staub-einstieg ins neue jahr (also an der heimstätte).

notierte tracks (°: shazam / °°: decksharking)

irakli:
conrad van orton – sentinel°
voodoo child – horses
shngl – catalyst°°
the chemical brothers – hey boy hey girl (kink remix)° (lief auch bei alienata)

kim leclerc:
afx – cilonen
aphex twin – 4 (letzter track)

raum dj team:
robert hood – omega
dj zinc – super sharp shooter

dan laig:
sightings – odds on°
scorn – worried°°
denzel curry feat. sam sneak – shake 88°
joe jackson – stepping out
yazoo – goodbye 70’s°
like a tim – legs° (wusste gar nicht, dass es ein cover des zz-top-gassenhauers gibt. aber wenn nicht like a tim, wer dann…)

alienata:
marcello napoletano – everyday madness°
hermeth – black gojira (weith remix)°°
jark prongo – movin‘ thru your system (dave clarke remix) (direkt danach)

tonschub:
joy overmono – bromley
stardust – music sounds better with you (direkt danach)

[leipzig / 05.01.2020] institut für zukunft: staub x rillendisco

der ausflug fand 2019 leider nicht statt, aber dafür immerhin zeitnah zu beginn des neuen jahres. damit endet die marathon-woche.

eintritt
10 euro

ablauf
trakt 1
14h00 irakli
16h00 nadine talakovics
18h00 ron albrecht
20h00 caleb esc

trakt 3
14h00 motram
16h00 fr. jpla
18h00 qiu

(nadine und ron eher im b2b und trakt 2 war nicht geöffnet.)

nachbetrachtung
es bot sich eigentlich das gleiche bild wie beim letzten ifz-gastspiel, nur ohne housiges von i.nez zum anfang, stattdessen konnte irakli mit techno recht direkt in die wenigstens halbvollen gehen. konstant ansteigender füllgrad von der ersten minute an, wobei die bar einmal mehr als „filter“ diente, bis die leute auf der tanzfläche landeten. aber da musste man sich ab 15 uhr auch keine gedanken mehr machen, dass es gut wird. die weißen tarnnetze an der decke sind geschmackssache, mein fall sind sie nicht. auch die instagram-fraktion (in einer verschwindend geringen minderheit), die ihre kamera-aufkleber entfernt und in nebel und schummrigem licht alle paar minuten richtung dj-pult filmt, hat punktuell genervt. klar hätte ich da auch intervenieren können bzw. sollen, aber mir ist das mit dem pädagogischen auftrag in clubs momentan zu lästig bzw. das könnte meinerseits kommunikativ zu offensiv werden, so dass schnell etwas im falschen hals landen könnte. und mit denunziantentum habe ich meine probleme. gut zu wissen jedoch, dass das ifz in dem fall konsequent handeln und besucher*innen im falle des erwischt-werdens den vorgezogenen heimweg antreten lässt. können sich die kandidat*innen ja mal zu herzen nehmen.

ansonsten passte wieder alles: logische trennung zwischen der großen techno-bühne im ersten und ambient/experimentiellem im dritten trakt. ausnahmslos alle mit vinyl (was das konzept hinter der rillendisco ist), im direkten vergleich war ron technisch etwas sicherer als nadine, hatte aber auch gerne mal das problem mit dem sich unter der nadel sammelnden (nomen est omen) staub. alles in allem fand ich caleb esc am schlüssigsten, ohne dass ich einen track dringlich wissen wollte. aber das lief alles so harmonisch und dramaturgisch flüssig ineinander, dass es echt schade war, dass er zehn vor zehn einen harten cut machen musste, damit das mit der rückfahrt noch rechtzeitig klappt (an dieser stelle muss die bahn lobend erwähnt werden, nach der man sowohl bei der hin- als auch der rückfahrt die uhr stellen konnte). die zugabe gab es dann von qiu.

trackbeispiele (°: mit shazam identifiziert)

nadine talakovics / ron albrecht:
error etica – octano°
setaoc mass – torque°
steve bicknell – over identified°
laurent garnier & chambray – feelin‘ good (radio slave revenge remix)°
ambivalent – chronos (truncate remix)°
luke slater – love (loved) (letzter track)

fr. jpla:
einiges vom chevel-album auf different circles, dem ich damit noch eine chance geben sollte.
dual action – maraschino cherry

qiu:
wie schon beim letzten gastspiel der staub x rillendisco an ort und stelle: blndr – untitled 1 (cio d’or trilogy remix) von der „zodiac“-compilation auf hypnus

[berlin / 01.-03.01.2020] berghain: silvester klubnacht

und hier ist der übliche pflichttermin. aufgrund der vorherigen verpflichtungen werde ich erst am 2. januar im laufe des tages hinkommen, aber dann ist immer noch genügend rest von allen räumen übrig. verpassen werde ich aber dennoch eine menge.

das berghain hat sich zum jahresausklang übrigens eine neue website gegönnt. sie ist responsiv, was schon mal gut ist, nur das flyerarchiv muss man suchen. dazu das programm aufrufen, alle monate, den jeweiligen monat (mit dem dazugehörigen jahr) auswählen, da lässt sich der flyer finden. etwas weniger intuitiv als zuvor, aber für eine schlankere navigation besser.
neue anziehsachen (plus neuem fanschal) gibt’s seit dem geburtstag. lässt sich jetzt auch alles online bestaunen.

silvester klubnacht

berghain
01.01.2020
01h00 marcel dettmann
04h30 answer code request
08h00 terence fixmer
11h00 phase fatale
14h00 barker
17h00 fiedel
20h00 boris
23h00 dr. rubinstein
02.01.2020
02h00 freddy k
05h00 volvox
08h00 somewhen
11h00 norman nodge
14h00 efdemin
17h00 kobosil
20h00 len faki
23h00 luke slater
03.01.2020
02h00 etapp kyle

panorama bar
01.01.2020
01h00 tama sumo b2b lakuti
04h00 nitam
08h00 francois x
11h00 steffi
15h00 muallem
19h00 nd_baumecker
23h00 roi perez
02.01.2020
03h00 jennifer cardini
07h00 ryan elliott
11h00 nick höppner
15h00 virginia
19h00 gerd janson
23h00 avalon emerson
03.01.2020
03h00 massimiliano pagliara

elektroakustischer salon
01.01.2020
12h00 jenus
16h00 alessandro adriani live
20h00 chris ssg
02.01.2020
00h00 i:cube live
01h00 deadbeat
05h00 rødhåd
09h00 valentino mora
13h00 rabih beaini
17h00 mxwhd
21h00 pom pom

lab.oratory
01.01.2020
05h00 cormac
09h00 skatebård
13h00 chris cruse
17h00 soundstream
21h00 oracy
02.01.2020
01h00 i-f
05h00 midland
09h00 paramida
13h00 nemo b2b castro

eintritt
38 euro

[berlin / 31.12.2019-02.01.2020] griessmühle: zweitausendzwanzig

wer sich gerade die augen reibt, weil nicht der übliche termin hier steht: kommt noch. ich wurde aber als künstlerbetreuer hierfür gefragt, daher wird der termin dazwischengeschoben. werde nicht die ganze zeit dort sein, aber zu neujahr tagsüber bis abends.

r_1
01.01.2020
01h00 xiorro
04h00 subjected
07h00 tham
10h00 under black helmet
13h00 uvb
16h00 acierate
19h00 and
22h00 anetha
02.01.2020
01h00 vii circle
04h00 inhalt der nacht

r_2
31.12.2019
22h00 kaletta
01.01.2020
01h00 franklin de costa
04h00 anastasia kristensen
07h00 hodge
10h00 lokier
13h00 vivian koch
16h00 prantel
19h00 huerco s
22h00 acemo
02.01.2020
01h00 djrum
04h00 violet
07h00 esposito & michael nadje

garten
01.01.2020
10h00 franz scala
13h00 beppe loda
16h00 daniel wang
19h00 ivan smagghe

eintritt
40 euro

nachbetrachtung / schichtbericht
alles in allem instinktiv die richtige schicht herausgesucht, was dankenswerterweise möglich war. wollte neujahr einigermaßen fit sein, und hab daher tagsüber bis abends übernommen. dank schönem neujahrswetter entspannte sich die gesamtsituation im club ab dem vormittag, so dass es kein problem war, durch die menge zu gehen (an meiner technik, fünf shots gleichzeitig zu tragen, ohne dabei etwas zu verschütten, muss ich dennoch arbeiten). das änderte sich abends ab 20 uhr merklich, als leute entweder wieder oder frisch kamen und vor allem, nachdem der hauptraum von der halle auf den eigentlichen hauptfloor verlagert wurde. hinter dem sonstigen r_1 befindet sich noch eine fläche, auf die das prädikat „warehouse rave“ definitiv zutrifft – die ist gut und gerne sechs mal so groß und war auch dem andrang vom 31. auf den 1. besser gewachsen. schade nur, dass sich quasi alles an lichteffekten auf die bühne konzentrierte.
mein zuständigkeitsbereich fiel auf silo und garten, womit ich auch nicht so unglücklich war. jedes mal, wenn ich durch die halle ging, war mir das musikalisch einfach zu stumpf. erst mit anetha bekam das einen schönen groove, aber ihr set war das erste auf dem eigentlichen hauptfloor und es zu dem zeitpunkt schon zu voll, als dass ich nach meiner schicht noch spaß hätte haben können. bin daher auch vor mitternacht wieder los, weil ich für das vergnügen am nächsten tag noch ausgeschlafen sein wollte.

ansonsten gibt’s musikalisch und menschlich nichts zu bemängeln:
meine schwierigkeiten mit ebm sind bekannt, dafür kann lokier also nichts. sie kam eine gute halbe stunde vor ende ihres sets aus dem konzept, als sich jemand beim pult rüberbeugte, um nach einem track zu fragen und dabei wohl die kabel vom cdj herausriss. das bedeutete ein, zwei minuten ruhe und ich kam erst von meiner runde herein, als schon eine weile stille herrschte. die leute gingen also, wahrscheinlich in der annahme, dass der floor schließt. es kam wieder musik, bevor ich am pult war, aber da war am xone bspw. schon ein kanal auf phono geschaltet, obwohl er auf line hätte stehen sollen, und auf ihre verzweiflung hin, dass sie auf dem einen (nicht selekierten) kanal nicht vorhören kann, konnte ich nur ein „well, press the correct cue-button“ entgegnen. den rest brachte sie dann aber wie das vorherige set gut über die bühne. sowas passiert halt, und der routinierte umgang damit kommt auch erst, wenn man sowas durchgestanden hat.
franz scala musste etwas länger spielen, da der flug von beppe loda verspätung hatte. aber da er ihn eh gebucht hatte und daher mit ihm in kontakt stand, gab es da auch keine probleme. schöne italo-einstimmung, musste lediglich den nachschub an rum-cola sicherstellen. und beppe fing nur mit einer halben stunde verspätung an, was auch noch im rahmen war. er benötigte nur hilfe, weil ein übereuphorisierter gast ihn wohl einige male während seines sets belagert hatte, was aus meiner sicht verständlich ist, wenn man nur seinen job machen möchte. besagter gast bekam von mir eine ansage, nachdem er eine junge dame ohne konsens recht offensiv berührte (und sie dies durch körpersprache und signale klar ablehnte). intervention seitens der tür war nicht notwendig. ich denke, dass italo-kenner (der ich nie sein werde) beppe durchaus als koryphäe sehen. jedenfalls kannte ich absolut nichts aus dem set, es funktionierte jedoch sehr gut.
vivian koch ist für mich die entdeckung des nachmittags. wenig gerade kickdrums, eher uk- und electro-lastig. das silo leerte sich in der zeit, was aber auch damit zusammenhing, dass die leute eh im wintergarten verweilten oder sich doch mal ausschlafen oder das gute wetter genießen wollten. zugegeben: ich hab da sehr gerne herumgesessen und ihr zugehört.
prantel mit drei technics, grundsolider techno-ausbildung (muss ungefähr ende der 1990er angefangen haben, platten zu kaufen) mit booty und jungle/drum&bass zum schluss. da gab’s meinerseits außer den fünf shots nichts zu tun, da er die antidote in der griessmühle mitveranstaltet und daher alles insbesondere vor und nach seinem set selbst geregelt hat.
daniel wang ist tatsächlich so wie in seinem jetzt schon legendären b-sides-video (woraus laut einem kommentar von denen, die es wissen sollten, eine reihe entsteht, auf die ich mich jetzt schon freue). da musste nur für einen zweiten technics gesorgt werden, der eine halbe stunde vor beginn seines sets noch nicht montiert war. der techniker wusste aber bescheid, so dass das schnell geregelt war. gelernt: auch (vermeintlich) routinierte connaisseure sind vor ihren sets hibbelig. abgesehen davon eine schöne klare ansage: „ich hab zwei wasser und brauche sonst nichts.“ hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, sporadisch kurz während des sets zu checken, aber eher durch körpersprache. der mann war so in seinem element und spielte dermaßen mit dem publikum, dass jede störung komplett ungeschickt gewesen wäre. rhythmische ergänzungen mit kuhglocken, umstöpseln der kopfhörer auf den mikrofon-eingang, um entweder mitzusingen oder ein votum zu starten, ob er etwas von madonna („die alte hexe“) spielen soll (es wurde „lucky star“). passte harmonisch nicht immer ineinander, aber sowas wird für mich sekundär, wenn jemand so einen spaß daran hat, musik zu präsentieren, die überdies auch nicht so leicht wie techhouse ineinanderzumixen ist.
weiterer pluspunkt: spaß haben an der musik anderer, in dem fall sich bei ivan smagghe unter das publikum mischen. auch er sehr proaktiv, wir trafen uns auf halber strecke zwischen estrel und club weit vor beginn seines sets. so konnte er daniel zuhören und sich schon etwas an den ort gewöhnen. stilistisch sehr melodischer (tech)house, bei dem zwar keine kandidaten für meine sammlung dabei waren, aber macht nichts: es war sehr stimmig und für meine begriffe genau das richtige für den letzten slot an diesem abend.
huerco s: lebt seit mitte 2019 in berlin und nicht in nyc, wie ich annahm. er kam also auch einfach herübergelaufen, war überpünktlich und darüber hinaus stilistisch so eklektisch wie vivian ein paar stunden zuvor. sogar noch mit größeren variationen im tempo. auch damit alles andere als auf der sicheren seite, was die publikumsresonanz angeht, aber für meine begriffe sehr geschmackssicher.
acemo war die größte „herausforderung“, wonach ich huerco schon fragte, ob er ggf. eine viertelstunde länger spielen könne. da war nicht eindeutig geklärt, wie er vom zwischenstopp nach dem flughafen zum club kommt. ein, zwei telefonate mit den booking-verantwortlichen später die einfache entscheidung, dass er sich ein taxi ruft und die quittung aufhebt. eine viertelstunde vor set-beginn begegneten wir uns an fast der gleichen stelle wie mit ivan zuvor und er konnte rechtzeitig mit einem feinen abriss dank new yorker house und techno („forklift“ von joey beltram bspw.) starten. zu der zeit war es im club sowie davor voll genug, dass geradliniges beim publikum auch am besten funktionierte und ich wie erwähnt froh, dass meine ablösung bereits dort war, so dass ich die schicht langsam ausklingen lassen konnte.

notierte tracks (°: shazam)
franz scala:
the flirts – miss you°

vivian koch:
vort – rainfall°
stenny – curve k°
zeta reticula – z.e.t.a.°
dj tennis – angry (wenn ich das richtig verstanden habe. soll noch auf life and death veröffentlicht werden.)
lmajor – the future (von „we are family vol. 4“ auf wncl, die man eh auf dem schirm haben sollte)
sbtrkt – wildfire (objekt dub mix)
ozone layer – planetary deterioriation (anthony rother 1999 remix)

prantel:
steve poindexter – work that mutha fucker
joey beltram – the start it up & arena
dave clarke – southside
ben sims – manipulated (adam beyer remix)
andrew mclauchlan – love story
drexciya – digital tsunami
dillinja – the angels fell (letzter track)

daniel wang:
alexander robotnick – dance boy dance (2003 remix)°
madonna – lucky star
alisha – baby talk°
ronnie jones – video games°

huerco s:
peverelist — gather (in einem eigenen edit, bei dem es eher unwahrscheinlich ist, dass der veröffentlicht wird)
konduku – gegek
mmm – mmm meets tshetsha boys
anthony shakir – my computer is an optimist