Apr 222018
 

da will ich seit ewigkeiten mal hin, und dann fällt das gleich hiermit zusammen. eine partyreihe, die viele stile vereinbaren möchte und auf der ich mich daran versuchen darf, techno und drum & bass miteinander zu verweben. mal schauen, ob das was wird.

humboldthain club
hochstraße 46
s-bhf humboldthain

eintritt
10 euro, davon wird ein teil an das kinder- und jugendheim „heinrich zille“ in ludwigsfelde gespendet.

Apr 052018
 

ein weiteres kapitel im auswärtigen clubtest wird geöffnet. da kommt es gelegen, dass das pesach-fest am 7. april offiziell endet und the block damit mal eben für 24 stunden öffnen kann. ich werde das wohl nach dem stadtbummel nachmittags angehen, um nicht völlig aus dem biorhythmus zu kommen.

eintritt
von 14-18 uhr: 80 nis
ab 18 uhr: 150 nis (mit clubkarte 120 nis)

nachbetrachtung

da beeile ich mich extra noch mit dem reichhaltigen essen ganz in der nähe, ganz in sorge, dass noch hunderte andere die idee haben, früh zu erscheinen, um beim eintritt beträchtlich zu sparen und damit wie beim berghain erstmal wenigstens eine stunde (womöglich noch in praller sonne) anzustehen – und was ist? um 16 uhr stand niemand sonst außer mir an.

der club verdient das internationale lob übrigens zurecht. das fängt direkt an der tür an, wo man erstmal ein paar verhaltensregeln erklärt bekommt:
1. rauchen nur in yard & squat.
2. smartphones sind auf den tanzflächen tabu, am rande aber in ordnung. und bitte keine fotos.
3. im falle irgendeiner belästigung sofort dem personal bescheid geben.

ich gebe zu: beim yard war ich erstmal enttäuscht. hatte so etwas wie einen innenhof unter freiem himmel erwartet. stattdessen ist das die halle innerhalb der städtebaulichen fehlplanung, die eine kombination aus zentralem busbahnhof und einkaufszentrum werden sollte. der busbahnhof ist nach wie vor um die ecke, der club teilt sich von dem gesamten komplex eine ecke ab.
wie es sich bereits vor der tür vermuten ließ: es war so gut wie noch gar nichts los, was aber meinem prall gefüllten magen ganz entgegen kam – so konnte ich lange zeit auf einer der sitzbänke verbringen, was übrigens eines der mankos ist: es gibt derer ziemlich wenig. kann man aber auch positiv sehen: so fällt die motivation leichter, in richtung tanzfläche zu gehen und man stolpert nicht über irgendwelche barhocker.

musikalisch war es im yard zunächst unaufgeregt: house, recht trocken vom clouds collective. das wurde bei mandar wesentlich fordernder, die als dreier-team von 17 bis 21 uhr erstaunlich gut miteinander harmonierten (klassische gretchenfrage beim back-to-back-spielen). von benji bekam ich nur die letzten 30 minuten mit, da ich erstens angenommen hatte, dass der floor erst um 18 uhr öffnet und die gravitation meiner sitzgelegenheit erst dann nachließ.
beim ersten herumlaufen (und in den weiteren stunden) festgestellt: ein kleines labyrinth ist der club schon, mit eigenwilliger aufteilung bei den klos. ein sehr großer bereich für die herren, drei kabinen für die damen. liest sich diskriminierend, wird aber dadurch egalisiert, dass die kabinen für die herren auch unisex sind und (weiterer pluspunkt) vor dem frauenklo jemand als security sitzt. das ist also als option gedacht.
die security ist dann auch so, wie man es sich wünscht: hält sich im hintergrund, ist dennoch erkennbar und dürfte auch zur stelle sein, wenn etwas geschehen sollte. und damit wäre ich bei dem teil, ob der verhaltenskodex eingehalten wird, den jeder an der tür erklärt bekommt. die überraschende antwort ist: ja, absolut. trotz männerüberschuss (geschätzt 70:30) habe ich nicht erlebt, dass jemand übergriffig geworden wäre. andererseits sind die damen an sich wahrscheinlich vorsichtiger und kommen gleich in männlicher begleitung oder bleiben in gruppen. das publikum ist stellenweise (wen wundert’s bei den eintrittspreisen?) etwas schicker, aber auch hipsterig und (wieder ein pluspunkt): the block zieht auch lgbt-publikum an.
müll liegt auch erstaunlich wenig herum, was an der tatsache liegt, dass man den größten teil der getränke in plastikbechern bekommt und an jeder ecke mülleimer herumstehen. ist also nicht so wie in london, dass jemand ständig durch die leute rennen muss, um die becher hinterherzuräumen. das geschieht hier wesentlich diskreter.

das soundsystem genießt seinen ruf ebenfalls zurecht. dabei handelt es sich um eine eigenkonstruktion, die bei hellerem licht wahrscheinlich komplett improvisiert wirkt, aber einen ziemlichen perfektionismus widerspiegelt. man hat an jeder stelle des clubs einen sound in adäquater lautstärke und muss auch kein schlechtes gewissen haben, wenn man seinen gehörschutz vergessen hat – die anlagen sind überall eher bassbetont und warm. falls es zu viel wird, geht es auf einer der emporen auf dem hauptfloor immer noch leiser. beim licht dachte ich zunächst, dass da schon noch mehr als rot und die hellen spots am rande geht, aber mit einer dauer von 21 stunden kann man echt nicht erwarten, dass gleich das ganze potential geliefert wird. spätestens mit mano le tough hatte sich das schon geändert, der das warm-up für mich gefühlt mit unter 120 bpm auf dem floor nochmal startete. wieder ein irrglaube meinerseits, indem ich annahm, dass er zwei stunden hätte. es war mit fünf stunden spielzeit allerdings nur zu verständlich, dass er einen langgezogenen aufbau verfolgte.
david elemelech hatte in der lounge mit die beste auswahl („vamp“ von outlander bspw.), sehr acid-house-lastig, allerdings mit merkwürdigen brüchen zu disco zwischendrin. da ist in puncto „roter faden“ und technisch noch etwas zu tun, aber in puncto geschmack muss man sich keine sorgen machen.

gegangen bin ich um 23 uhr, mit dem gefühl, dass der club mich definitiv nicht zum letzten mal gesehen hat (bin immer noch begeistert über die kommunikationspolitik an der tür, die gerne nach berlin exportiert werden kann).
wenn es um musikalische favoriten geht: mandar, david elemelech und mano le tough – in dieser reihenfolge.

Mrz 162018
 

getreu dem motto „vorsätze umsetzen“ wird gleich ein paar stunden vorgeschlafen, um pünktlich zu arpanet (bald mit album auf dem hauseigenen label) da zu sein.

klubnacht

tresor
00h00 sybil jason
02h30 arpanet live
03h30 pete
07h00 richard fearless

globus
00h00 magda el bayoumi
04h00 aux 88 live
05h00 eric cloutier

eintritt
12 euro

Mrz 092018
 

mir gefällt diese flexibilität, die freitags vom publikum gefordert wird. entweder man geht gezielt hin und weiß, warum mal nicht die säule, sondern wieder das berghain geöffnet hat oder lässt seine erwartungen völlig auf den kopf stellen. gespannt bin ich auf alle, nur weiß ich nicht, wie die kondition mitmacht.

downwards
00h00 regis
03h00 jk flesh live
04h00 samuel kerridge
07h00 lee gamble

eintritt
12 euro

Mrz 072018
 

auch wenn die große koalition in den letzten monaten die schlagzeilen bestimmte: geflüchtete sind immer noch da, immer noch marginalisiert, immer noch repressalien ausgesetzt. kein grund also, mit der bewegungsfreiheit aufzuhören, diesmal mit indirekter beteiligung meinerseits (mithilfe beim booking).

mainfloor
21h00 dj disko
23h00 erik jäähalli live
00h00 don williams
02h00 anja zaube

waterfloor
15h00 staub
zeigen


23h00 yulika
01h00 giraffi dog live
02h00 credit 00
04h00 gigsta

eintritt
15-18 uhr: 5 euro (+ freiwillige spende)
ab 18 uhr: 10 euro (+ freiwillige spende)

für den fall, dass jemand reinkommliste haben möchte: bitte kommentieren.

nachbetrachtung
zugegeben, ich habe hier die sehr subjektive brille auf, daher ist das resümee wohl auch tendenziös positiv gefärbt. objektiv sind jedenfalls gut 7.500 euro an spenden zusammengekommen.

organisatorisch gab es ebenfalls keine klippe, die nicht umschifft werden konnte. der beamer unten bei den toiletten am waterfloor ließ sich im zweiten anlauf zur mitarbeit überreden und die angeschrägte perspektive der bilder hatte sogar ihre vorteile. als das tageslicht verschwunden war und die materialien auf dem infotisch am ausgang zur terrasse dadurch nicht mehr wirklich sichtbar waren, hat das watergate sofort reagiert und kerzen hingestellt. die kommunikation mit dem club lief während des abends ohnehin reibungslos und das entscheidende: meinem eindruck nach schienen sich alle wohlzufühlen.

das war aus mehreren gründen nicht selbstverständlich. zunächst hat das watergate seit jahren schon den ruf, durch ein eher ibiza-orientiertes booking ein entsprechendes publikum anzuziehen. die getränkepreise liegen über dem berliner durchschnitt, der eintritt ist mit dem vom berghain und tresor vergleichbar und mittlerweile auch notwendig, wenn man sich die berichte vom letzten jahr vergegenwärtigt, wonach der neue besitzer der örtlichkeiten mal eben die miete verdoppelt hat.
die zusammenarbeit mit einem benefiz-kollektiv, das sonst eigentlich in den eher einschlägig bekannten linksautonomen institutionen veranstaltet, liegt also erstmal nicht auf der hand. vergegenwärtigt man sich aber, dass der begründer des watergates eine vergangenheit in der berliner hausbesetzer-szene der 1990er-jahre und damit ein entsprechendes interesse an politischen themen hat, wundert es wiederum nicht, dass die bewegungsfreiheit nach 2014 und 2016 bereits zum dritten mal im watergate stattfinden konnte. die letzten beiden male fanden an einem donnerstag statt, nun stand also der sprung auf den sonntag an.

hier kommt grund numero zwei ins spiel: das konkurrenzangebot ist das gesamte wochenende über in berlin mittlerweile nicht gerade klein. geht es nach den zusagen bei residentadvisor, hatten die veranstaltungen im suicide sowie birgit und bier (beide jeweils einen kilometer luftlinie entfernt) bessere karten, ganz zu schweigen von der herrensauna im tresor und dem berghain, das zur gleichen zeit ein richtig gutes detroit-line-up in der panorama bar hatte. unter den voraussetzungen war das experiment, a) am sonntag gegen all dies bestehen und b) auch noch tagsüber anzufangen und bis zum montagmorgen machen zu wollen, ganz schön gewagt und trug zu meinem unruhigen schlaf und vor allem einer gewissen rastlosigkeit zu beginn der party bei zugleich irgendwie vorhandenem brett vor dem kopf beim nachdenken bei (die parallelen zu dj-sets vor publikum sind definitiv gegeben). klar baut man vorher gemeinsam gerne luftschlösser von schlangen bis zum burgermeister am schlesischen tor, aber latent vorhanden ist die sorge immer, dass das pure gegenteil eintritt.

um auf dem boden der tatsachen zu bleiben: eine wirkliche schlange gab es die gesamte zeit über nicht – nur mal kurz abends vor mitternacht. was es aber gab: frühlingshaftes wetter und damit eine offene terrasse, aufgrund des staub-bonus einen bereits früh versammelten harten kern an stammgästen, die man sonst aus dem about blank kennt, was weiterhin dazu beitrug, dass sich ein durchweg angenehmer menschenschlag versammelte. dabei spielte i.nez alles, was ihr zwischen melodischem house und techno so gefiel – hierbei machte es aber die auswahl, eine große technikerin ist an ihr nicht verloren gegangen. verboten treibend, melodisch, hin und wieder mit ebm-einschlag, richard bredicz eher funktional. i/y habe ich aufgrund von dj disko oben nicht großartig mitbekommen.

vor dj disko wiederum eine weitere runde im gedankenkarussell: würde der weitere, größere floor dazu beitragen, dass es auf beiden floors auf einmal leer wirkt und das nun wiederum einige zum anlass nehmen, nach hause aufzubrechen? was machen wir dann? don williams sowie anja zaube kürzer spielen lassen? tatsächlich war die idee erstmal, ihren slot ggf. auf 3:30 uhr zu verkürzen, damit die party auf dem waterfloor ausklingen konnte. davor allerdings stand die neugierde so einiger besucher, die sich kurz vor 21 uhr erstmal vor der tür zum mainfloor positionierten, damit aufmerksamkeit generierten und somit dafür sorgten, dass disko sich nicht lange mit warm-up-platten aufhalten musste. er spielte housig („shades of jae“ gleich als zweite platte, „french kiss“ zum schluss) und technisch so sicher, wie man ihn kennt. zwischenzeitlich immer mal wieder der kontrollgang nach unten, ob es auch nicht zu leer sei und erleichtert festgestellt, dass i/y einen ähnlich vollen floor bespielen konnten wie eine stunde zuvor auch.

yulika war mit ihrem eher an breakbeats orientierten set nach der techno-vorlage wohl ein paar leuten zu viel, die dann entweder nach oben oder aus dem club strömten. über giraffi dog habe ich nur gutes gehört, sie selbst aber nur beim soundcheck. credit 00 legte danach beim tempo sogar noch eine schippe drauf („let it ride“ von aux 88 beispielsweise). das war musikalische vielfalt, wie ich sie (gerade bei der bewegungsfreiheit) schätze, aber es war klar, dass der staub-slot beim publikum mehr anhänger fand.
erik jäähalli band derweil oben mit seinen an chicago der 1980er-jahre orientierten acid-tracks eine menge leute an sich. don williams zog danach auch das tempo ordentlich an, sortierte dabei mit electro-einstieg auch erstmal wieder leute aus, um sie in den nächsten gut anderthalb stunden mit einem waschechten techno-set mit tresor-hintergrund (also all dem, was man dort so kennengelernt hat: surgeon, jeff mills, robert armani) an sich zu binden – inklusive doubling.

als die headliner gespielt hatten, stand die entscheidung an, welcher floor geöffnet bleiben sollte. das fiel nach einer stunde anja zaube auch nicht schwer, was zwar hieß, dass gigsta nur eine stunde spielen konnte. aber das war immer noch die wesentlich bessere lösung als ihren slot völlig zu streichen.
bei anja kam eigentlich nur eines dazwischen: die arbeitende bevölkerung direkt über dem watergate, weshalb um 6:30 uhr die letzte platte laufen musste. es hätte von der anzahl der leute und ihrer spiellaune durchaus noch bis 8 uhr gereicht, aber das zählt nun wirklich zu den luxusproblemen.

es lässt sich daher wohl mit auch objektiv gutem gewissen sagen, dass das experiment mit gut 15 stunden party bei durchaus vorhandenem konkurrenzangebot doch sehr geglückt ist. sowohl von seiten der teilnehmenden djs (an dieser stelle nochmal: danke!) als auch des publikums gab es zuspruch. und auch wenn 100 leute mehr durchaus noch reingepasst hätten und sowieso wegen der spendensumme gern gesehen gewesen wären: es war glücklicherweise keine party, bei der die stimmung aufgrund überfüllung ins unangenehme zu kippen drohte, nur damit sichergestellt ist, dass die summe für den guten zweck auch ja hoch genug ausfällt. vielmehr hatte ich den eindruck, dass es eine für alle beteiligten ganz schön runde sache war. zumindest war ich ab 1:00 uhr auch endlich mal in der lage, das ganze als „durchaus gelungen“ betrachten, damit einen weiten teil der sorgen hinter mir lassen und das ganze endlich mal genießen zu können.

Feb 272018
 

 

das funkhaus macht schon seit längerem durch ausgewählte konzerte auf sich aufmerksam. leider hat es mit gas im letzten jahr wegen terminüberschneidung nicht geklappt, aber ein neues album von alva noto lässt nun wirklich keine ausreden mehr zu.

start
20h30

eintritt
ausverkauft. tickets gab es für 32,40 euro, falls jemand eine verhandlungsbasis für preise braucht.

Feb 212018
 

vor weihnachten sowie im januar ging es aus gründen nicht, aber zum fünfjährigen steige ich wieder ein.

eintritt
10 euro

start
24 uhr

ablauf
lobby
00h00 nidrev
03h00 nadine talakovics
06h00 daniela la luz live
07h30 dj skull
11h30 kwaint
15h00 hyperaktivist
19h00 anja zaube

mdf
01h00 haiku
04h00 caleb esc
08h00 richard bredicz
12h00 oliver deutschmann
15h00 the chairman
18h00 i/y

zelt
00h00 manni
02h00 bonnie li live
03h00 tónlistina
06h00 chloé lula
10h00 modschi & r. spinner
13h00 hang aoki
17h00 emika
20h00 dj detweiler

nachbetrachtung
es gab etwas nachzuholen, daher war ich auch von 10 uhr bis zum schluss im zelt (1:30 uhr) da. wobei gerade dieser schon sehr speziell war, aber dazu gleich mehr.

dj skull war eine schöne überraschung, hatte ich ihn vom 10. berghain-geburtstag noch echt gut in erinnerung. er war für meinen eindruck damals auch irgendwie konzentrierter, vor allen dingen technisch. in der lobby war stellenweise nicht zu überhören, dass da tracks auseinanderliefen, und dramaturgisch war der rote faden auch nicht immer nachvollziehbar. nun ja, tagesform eben. schöne tracks waren dennoch dabei und mit alter schule kriegt man mich sowieso:
truncate – room mode, direkt darauf dave clarke – southside und später noch „6 am“ von dj hmc.

modschi & r. spinner ergänzten sich draußen im zelt bei gemächlichem house sehr gut und banden damit auch den größten teil des publikums. ein gutes zusammenspiel also beim ping-pong, was ja beim stetigen wechsel von track zu track auch gerne mal ziellos werden kann, tageszeit und wetter. trotz kälte: die sonne erhellte garten sowie zelt und somit wohl auch etwas die gemüter.
hang aoki dann ganz auf electro fokussiert, dabei auch mit ein paar technischen kleinigkeiten (was jedoch der unzureichenden stabilisierung der technics geschuldet war), aber gewohnt hervorragender auswahl: silicon scally – optronic, dj nephil – white dwarf oder pi03.1 von damcase.
kwaint ziemlich toolig in der lobby, da habe ich mir nur „cock blocking beats“ von rasmus hedlund notiert. hyperaktivist führt einen mit ihrem dj-alias in die irre und ist eine dame, womit mal löblich erwähnt werden sollte, dass das line-up für diesen staub-geburtstag zu gut der hälfte aus frauen bestand. sie ganz schnörkellos und trocken, hatte die lobby damit aber fest im griff. „model t“ von steve stoll war darunter (komplett unterschätzter track, wenn man mich fragt) oder „tape 3“ von zadig.

auf dem mdf trieb ich mich kaum herum. von the chairman blieb mir bis auf die (immer noch großartige) b-seite der ersten ugandan speed trials nichts in erinnerung. bei i/y habe ich mich echt über „last voyage“ von joey beltram als code 6 oder „horses“ von voodoo child gefreut. beim vorbeigehen richtung zelt noch über „souldancer“ von heiko laux.

anja zaube spielte zurückgenommener als sonst, was das tempo anging, aber die abfahrt konnte man ein paar schritte weiter auf dem mdf haben. sie ging damit gewohnterweise in die tiefe und nahm mit manchmal nicht-durchgängiger 4/4-kick auch durchaus in kauf, dass etwas fluktuation auf der tanzfläche herrschte. wirkte sich meinem eindruck nach aber nicht negativ auf die dramaturgie aus. es war zwar nach 21 uhr ein bruch drin, der mich auf den mdf gehen und bei dem geschehen im zelt nicht zurückkehren ließ, aber das soll die qualität nicht schmälern.
auswahl: diagenetic origin – parallel realities, cleric – 2nd limit, headless horseman – sleepy hollow.

damit zu dj detweiler. wenn man puristische maßstäbe anlegt, war das ein schlag ins gesicht des publikums, das nur leicht von techno, electro oder house abweichende sounds erwartet. und an sich war das auch ein permanentes ausloten der grenzen des schlechten geschmacks bzw. der leidensfähigkeit der noch anwesenden – und gerade deshalb so gut. ich gebe zu, rückblickend war ich auch in der laune dafür und wahrscheinlich aufgrund des permanenten überraschungseffekts so perplex und amüsiert zugleich, während der großteil damit seine liebe müh und not hatte.
was gab es also? „jingle bells“ in einer gabba-version, 80s-pop mit miami sound machine, wieder mit gabba-bassdrums konterkariert, „birthday booty clap“ von dj sega, immer mal wieder hardstyle, mousse t – „horny“, direkt gefolgt von „me so horny“ von der two live crew, kid606 von hrvatski geremixt („catstep / my kitten / catnap vatstep“ – also der track, der ziemlich nach cylob klingt), „r.i.p.“ von remarc und eine gebleepte version von dj assaults „ass-n-titties“. das alles in einem technischen parforceritt, was das hoch oder herunterpitchen um mehrere dutzend bpm angeht und dabei einen schön absurden fluss erzeugend.
erforderte also eine menge humor, bot dafür aber auch einiges davon, was für mich auch der grund war, mir das bis zum schluss anhören zu wollen. aber zugegeben: nochmal brauche ich das nicht so schnell.

alles zusammengezählt war das für das fünfjährige der staub absolut würdig, auch wenn diejenigen, die sich ab nachmittag anstellten, einiges an geduld mitbringen mussten, bis gegen abend der einlassstopp kam. das führte jedoch drinnen dazu, sich zu keiner zeit unangenehm im gedränge fühlen zu müssen. auch das ein dicker pluspunkt, zugunsten einer allgemein entspannteren stimmung auf ein paar hundert euro eintrittsgelder mehr zu verzichten.

Feb 152018
 

nachdem ich strenggenommen seit neujahr nicht mehr im eigentlichen berghain war und pete vor ort tatsächlich zu neujahr 2016/17 das letzte mal gehört habe, wird es mal wieder zeit.

klubnacht

berghain
00h00 damcase
04h00 uvb live
05h30 bas mooy
09h30 kangding ray
13h30 charlton b2b kamikaze space programme
17h30 nur jaber
21h30 pete
01h30 fiedel

panorama bar
00h00 tama sumo
03h00 zernell
06h00 dane
09h00 tornado wallace
13h00 beautiful swimmers
17h00 nick höppner
21h00 steffi
01h00 gerd janson

eintritt
16 euro

Feb 102018
 

ja, die wax treatment gibt es auch noch, bzw. schon seit geraumer zeit wieder in der griessmühle. das letzte mal ist bei mir ewigkeiten her (januar 2011 im horst krzbrg, gerade geschaut) und es wird alleine aus dem grund interessant, wie es andernorts sonntagabends so mit dem besucheraufkommen aussehen kann.

ablauf
18h00 fiedel
19h30 tallmen 785
20h45 soundstream
22h10 shackleton
23h10 pete
00h30 alienata

nachbetrachtung
auch wenn sieben jahre dazwischenlagen: das wesentliche hat sich nicht geändert. die leute tanzen immer noch in richtung des soundsystems und musikalisch ist das erlaubt, was den sammlern gefällt. hatte für mich die ganze zeit über etwas von einer betriebsfeier, auf der sich die belegschaft gegenseitig die sachen vorspielt, die sie neu oder wieder entdeckt hat. dann lädt man noch ein paar bekannte ein, damit man nicht völlig unter sich bleibt und schon kommt ein abend zustande, der einem mit dem gefühl entlässt, dass sich nicht alles um ablaufpläne und der auf nummer sicher gehenden funktionalität dreht. ich hatte vielmehr den eindruck, dass soundsystem, hardwax und der ruf der wax treatment immer noch einen menschenschlag anzieht, der sich im club überraschen lassen möchte oder einfach darauf vertraut, dass die mit der musikalischen unterhaltung betrauten protagonisten einen guten job machen.

fiedel hatte sich anfangs dem hiphop ganz alter schule verschrieben, da waren also sachen dabei wie „survival“ von grandmaster flash oder „breakdown (dance your pants off)“ von the unknown dj. abgeschlossen hat er mit einer reihe von missy elliott-instrumentals, u.a. „get your freak on“ und manch anderen, was timbaland aus dem ärmel geschüttelt hat.
tallmen 785 dann mit jungle und frühem drum&bass: „the helicopter tune“ von deep blue, „winey winey“ von two on a tip oder „gangsta“ von trinity.
der übergang von ihm zu soundstream und dessen disco- bzw. frühen house-tracks war schon ein wenig hart, aber nichtsdestotrotz (bzw. gerade deshalb) auch musikalisch wertvoll: „you can’t hide (your love from me)“ von david joseph, „mph“ von joe oder auch „my party“ vom letzten errorsmith-album auf pan, das sich zu einem kleinen hit entwickelt zu haben scheint.
shackleton wie die letzten male eher trippig, ohne den subbass-bereich so auszunutzen, dass es richtig treibt. klar ist das ein spiel mit den hoffnungen derjenigen, die ihn früher gehört haben. und auch wenn mir da etwas fehlt, muss ich gestehen: die entwicklung ist nicht zu überhören.
pete war dann einmal mehr eine überraschung, indem er strikt drum&bass spielte. dabei notiert: freestyles – play the game, dillinja – so damn tuff oder „subway“ von ed rush.
alienata hatte zwar technisch nicht ihren besten tag, bewies aber mit ihrer sehr electro-lastigen auswahl einmal mehr geschmack: „1.9.8.3.“ von third electric, „surgery“ von the wreckin‘ kru, „the dj“ von aux 88 (die letzteren beiden erkennt man im schlaf, wenn man die beiden electro boogies von dave clarke gehört hat) oder „adriatic front“ von antonio.

für mich also von anfang bis ende eine musikalische fortbildung, bei welcher der einzige kritikpunkt meinerseits daraus besteht, dass man doch mit dem licht mehr machen könnte. aber evtl. ist das auch eine so gewollte entscheidung.
es wird definitiv keine weiteren sieben jahre brauchen, bis ich wieder einmal hingehe – vielmehr ist die wax treatment fast wie aus dem stand in der liste für die quasi-stammtermine gelandet, da sie gemeinsam mit der version die von der sub:stance hinterlassene lücke sehr gut kompensiert.