[stream / 16.05.2020] radio 80000: warning takeover

(ein klick auf das bild führt direkt zu radio 80000.)

nach den ganzen traueranzeigen der letzten tage / wochen mal etwas werbung: radio 80000 ist mir relativ zu beginn der covid-19-situation aufgefallen, als skee mask dort zwei stunden an einem samstagabend gespielt hat (das gibt’s bei mixcloud nachzuhören).
morgen darf die warning den tag übernehmen. ich wurde vergangenen montag gefragt, ob ich für jemenschen einspringen kann, der krankheitsbedingt kein set aufnehmen konnte. eine stunde, sollte bis donnerstag abend auf dem tisch liegen.
dienstag habe ich schnell während der arbeit die bandcamp- sowie boomkat-einkäufe und die digitalisierten schallplatten des letzten halben jahres gesichtet. abends hatte daraus eine itunes-playlist mit etwas mehr als 20 titeln zusammen.
mittwoch zum feierabend dann arrangement in ableton live. manche titel flogen wieder raus, fest stand wie so häufig der schluss. kurze probe, ob das alles jeweils so ineinanderpasst, die aufnahme startete zum sonnenuntergang. war (selten genug) beim ersten anlauf im kasten, obwohl ich in der mitte einen track nachschießen musste, da ich sonst unter der stunde geblieben wäre. zum schluss etwas getrickst und den schlusstrack an einer für mich schönen stelle geloopt und noch eine reprise des vorherigen daruntergelegt.

soviel zur entstehung und noch gar nichts zum line-up. dabei ist das auch exquisit ausgesucht. los geht es um 12 uhr für die darauf folgenden acht stunden. lässt sich im hintergrund abspielen, da glücklicherweise auf video verzichtet wird.

12h00 mars leder
13h00 marie montexier
14h00 stype
15h00 jotel california
16h00 piracy
17h00 kaletta
18h00 rvds
19h00 donna crooner

[berlin / 07.03.2020] about blank: staub / strictly ://blank

da es sich mittlerweile eingebürgert hat, dass mensch nach der staub einfach bis zur nächsten party bleiben kann, die in diesem fall auch noch mit einem (dem anlass entsprechenden) kompletten damen-line-up auf den plan tritt, auf dem sich auch noch upsammy als eine derjenigen befindet, die für mich eines anno 2019 eines der besten sets des jahres gespielt hat, wird dies nicht nur einer der längsten schachtelsätze der letzten zeit, sondern auch ein double-feature. dafür bin ich etwas später bei der staub am start.

line-up
10h00-24h00 staub
dj fart in the club
upsammy
sabine hoffmann
tigerhead
solaris
marlene stark
future doctor
jasmín
kikelomo
jsky

[berlin / 22.02.2020] diskothek melancholie 2: varvet 012

die reihe fand vorher im suicide club statt, den ich nach wie vor nur im vorbeigehen sehe. hab mir daher nicht deren (doch ganz schön guten) line-ups angesehen. sie ziehen zwar in einen kleineren, aber dafür charmanteren ort um. und natürlich gibt’s noch mehr grund zur freude, cora seit mehr als einem jahrzehnt wieder auf einem line-up in hiesigen gefilden zu sehen.

ablauf
00h00 cynthia stern
01h30 dave tarrida
03h30 cora s.
05h00 sdx
06h30 briain
xxhyy varvet residents

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
das war eher ein klassentreffen, bei dem zaungäste weitestgehend gefehlt haben. aber dabei wenigstens leute wiedergetroffen, die ich in den letzten zehn bis zwölf jahren vielleicht zwei, drei mal gesehen habe. das war’s alleine wert.

dave tarrida fand ich überraschend gut. sagten mir seine produktionen in den letzten jahren (wie die von tobias schmidt) gar nicht mehr zu, war das ravig und funky zugleich.
bei cora einfach beim resümee aus dem ifz (9. november 2018) nachschauen, da ist die tracklist beinahe deckungsgleich. fing aber interessanterweise mit techno der breakigen natur an: lo.max – electrified als erste nummer, „wronged“ von tobias schmidt (vom für mich immer noch besten seiner alben) danach. der wechsel zu breakcore kam aber mit „subway lung“ von tokyo windbag zeitnah. klar trennte das auf der tanzfläche die spreu vom weizen (sprich: klasse vs. zaungäste).
sdx machte danach mit rauhen electro / breakbeats im techno-tempo weiter, „many many pings“ von blawan war einer der letzten tracks im set.

bin gegen 6 uhr auch los, als sich abzeichnete, dass kein schwung an leuten mehr kommen würde. das aber nicht nach hause, sondern in die alte münze, in der die mother’s finest auch in ihren letzten zügen lag. hatte also ein ähnliches problem wie die melancholie 2 an dem abend. aber es reichte noch für den guten eindruck, dass dort richtige toiletten hingebaut worden sind, die sogar den status der griessmühle übertreffen (gut, keine große kunst). und karima f konnte auch bis 9 uhr früh spielen. wirklicher zulauf herrschte an dem wochenende aber sicherlich woanders.

[berlin / 15.02.2020] berghain: klubnacht

endlich wieder ein ilian tape-showcase, wo ich die trackerkennung als fanboy als hintergrundtask laufen lassen kann. möchte die gelegenheit aber auch nutzen, auf das label-portrait in der taz hinzuweisen, das bereits anfang januar erschienen ist und hier am besten passt.

berghain
00h00 stenny
04h00 andrea live
05h00 zenker brothers
09h00 skee mask
12h00 overmono
15h00 martyn
19h00 pariah
22h00 steffi
02h00 barker

panorama bar
00h00 virginia
04h00 titia
08h00 oracy
12h00 margaret dygas
16h00 l.b. dub corp
19h00 gonno
22h00 nick höppner
02h00 the carry nation

säule
20h00 tobias. live

eintritt
18 euro
5 euro bei wiedereintritt

nachbetrachtung

schichtdauer: mal wieder überstunden. 9 uhr bis 2 uhr.

das lag vorrangig an meiner freude darüber, dass es diese unaufgeregten sonntage noch gibt, an denen sich musikbegeisterte versammeln und über genregrenzen hinweg einfach nur spaß haben wollen. parallel fand in der alten münze / griessmühle im exil die synoid statt, die weite teile der techno-fraktion mit präferenzen für deutliche 4/4-kickdrums gebunden haben dürfte. ergebnis war, dass das platzangebot selbst zu mittlerweile berüchtigten stoßzeiten wie sonntagabend erstaunlich gut war.

es kamen also zwei für mich mittlerweile essentielle dinge zusammen: musik auf mindestens gutem (overmono, nick höppner, letzteren aber zu kurz gehört), meistens aber überdurchschnittlichem bis hervorragendem niveau. ich ärgere mich nur etwas, oracy aufgrund von sonntagsträgheit nach dem aufstehen verpasst zu haben.
insgesamt: skee mask sowie martyn sind für mich gleichauf bei den sonntagsfavoriten. ersterer hat eher ein techno-set mit grime/dubstep/bass-sprenkseln abgeliefert, wobei für mich bemerkenswert war, dass die leute gerade bei sowas gejubelt haben. martyn hat tief im archiv gewühlt und neben uk-hardcore (bei dem shazam in einer tour weg kapituliert hat) auch dubsteppiges gespielt – und damit nicht unbedingt den floor geleert.
margaret dygas für mich locker im oberen drittel als schöner ausgleich zu overmono, die sich erst in den letzten 30-40 minuten so richtig getraut haben, auch mal herumzuexperimentieren.

tobias. gab‘s gut zwei stunden lang. trippiger techno, mit dem er zwar das rad nicht neu erfand. aber erstens wäre dies heutzutage der erwartungen eh etwas zuviel, damit zweitens nicht notwendig und drittens vernachlässigbar, da wahnsinnig ausgefeilter sound, bei dem jede frequenz genau dort saß, wo sie sollte. habe dadurch pariah verpasst, aber dafür bot steffi wie immer sichere qualität.

notierte tracks (°: shazam)

skee mask
reeko – selección natural parte 1°
jeff mills – alarms / ufo (nicht hintereinander. „alarms“ in der ersten, „ufo“ in der zweiten stunde.)
grandmixxer – slsa (pk version)°
helix – pulse techs°
the pump panel – ego acid
takaaki itoh – insistence°
trends – red stripe riddim°
jon e cash – invasion°
borderlandstate_the best kisser in l.a – interlinked
grandmixxer & jeb1 – lambeth yardies°
boylan – start up (feat. flowdan)°
dj shufflemaster – geylang°
karl o‘ connor & peter sutton – guiltless
tc4 – chopper°
dizzee rascal – stand up tall (direkt danach)
lj – prototype (direkt danach)°
hudson mohawke – furnace loop°

margaret dygas
mike dehnert – leerlauf°

overmono
im laufe der ersten stunde:
joey beltram – game form (mike dearborn remix)
joy overmono – bromley
und in den letzten 30-40 minuten:
toasty – the knowledge
overmono – le tigre°
errorsmith – stiff neck
emptyset x danny brown – income tax swag (dis fig bootie)° (gibt’s leider nur auf soundcloud und wahrscheinlich nie offiziell. eigentlich ein jammer – das ist so böse gut.)

martyn
female – surrounded by enemies°
jeff mills – masterplan
stratton – coming°
h&m – real life (und damit insgesamt ganz schön viel alte mills-sachen an diesem tag)
skee mask – juug (direkt danach)
karenn – kumquat (direkt danach)
joey beltram – caliber (direkt danach)
hornsey hardcore – the wiz° (wohinter jerome hill steckt)
steve poindexter – return to ghetto°
champion & melé – get down°
walton – rolla
killawatt & ipman – sur place°
aquarian – hydropulse°
robert armani – circus bells (hardfloor remix)
martyn – one eye° (direkt danach)
sterac – astronotes° (letzter track)

steffi
boddika – steam
random noise generation – echelon

[berlin / 08.02.2020] philharmonie berlin: strom – festival für elektronische musik

zeitgenössische komponisten sind für die philharmonie nichts neues: die werke von steve reich oder philip glass waren bereits in den heiligen hallen zu hören. neu ist jedoch, dass sie sich für die elektronik öffnen. dies geschieht am zweiten februar-wochenende mit einem angebot, das bei clubbern und veteranen-nerds gleichermaßen für entzückung sorgen dürfte. bei mir wird es aus nachvollziehbaren fanboy-gründen der samstag.

line-up
20h00 – 21h00 / foyer: søs gunver ryberg live
21h15 – 22h15 / großer saal: cristian vogel – agnete and the merman live
22h15 – 23h45 / foyer: deena abdelwahed
00h00 – 00h45 / großer saal: ryoji ikeda live
00h45 – 02h45 / foyer: nina kraviz
hermann-wolff-saal: robert henke – phosphor installation
foyer: marco c visuals

eintritt
13 bis 52 euro (es gibt aktuell nur restkarten, aber die sind dafür günstig)

nachbetrachtung
„neuauflage. unbedingt!“ – jedenfalls dachte ich mir das währenddessen, beim herausgehen und auch jetzt noch (das fazit schreibe ich am 6. april 2020).

zwar habe ich am freitag verpasst, wie die leute zu kruder & dorfmeister im großen saal getanzt haben. bei ryoji ikeda wäre das für mutige auch gegangen. aber da war das audiovisuelle erlebnis einfach zu stark, so dass die netzhaut mit den schwarz-weißen visuals (ihrerseits eine perfekte abbildung des in seine micro-bestandteile zerlegten sounds) schon genug beschäftigt war. die atonalität tat ihr übriges für das trommelfell bis kurz vor schluss. für mich wahnsinnig gut und noch vor cristian vogel, der allerdings den tänzer aus „agnete and the merman“ dabei hatte. während seines sets musste ich lernen, was „billige plätze“ bedeutete. hatte ich den hinweis auf fehlende sicht bei der buchung noch mit dem wissen um die räumlichkeiten der philharmonie belächelt, fand ich mich hinter der riesen led-wand sitzend eines besseren belehrt.
es kam aber entgegen, dass große teile der sitzreihen im saal gegenüber einfach nicht besetzt waren und die tickets auch nicht stark kontrolliert worden sind. mit anderen worten: ziemlich freie platzwahl und damit in der zweiten hälfte bei cristian vogel auch freie sicht.

„phosphor“ kam gänzlich ohne sound aus. hab trotzdem erst den externen hinweis gebraucht, dass es sich nicht um mehrere laser handelt, die dort spuren hinterlassen, sondern um einen einzigen, der zwischen den einzelnen pfaden schnell hin und her sprang. den strahl an sich bekam mensch auch nicht zu gesicht, von daher war das eine schlüssige erklärung. den saal können sie beim nächsten mal auch gerne wieder als chillout-area verwenden, dann evtl. mit visuals an den wänden oder der decke und mit sitzsäcken in der mitte.

damit bin ich beim einzigen kritikpunkt: dem foyer als dancefloor. das klappte bei deena abdelwahed mit ihren vertrackten rhythmen (den positiven eindruck von der nachtdigital hat sie musikalisch bestätigt) oder dem eher drone-artigen intro von søs gunver ryberg noch am besten. aber für einen veritablen rave war das irgendwie nicht der richtige ort. zu hell die hintergrundbeleuchtung, zu schwammig der sound außerhalb der tanzfläche (die keine richtige war) zu sehr hauptsammelpunkt für alle zwischen den einzelnen konzerten im saal. damit wurde vielen nicht wirklich klar, ob mensch jetzt tanzen, sich unterhalten oder mit dem drink herumstehen sollte. insgesamt war es jedoch schön anzusehen, wie sich das techno-publikum mit den dauerkarteninhaber*innen der philharmonie mischte, die das alles teilweise durchaus interessiert zur kenntnis nahmen. beim personal war die zweiteilung sogar noch deutlicher, wobei der großteil absolut aufgeschlossen, entgegenkommend und freundlich war.
die motivation, die eher kopflastigen dinge aus dem saal mit der tanzmusik im foyer zu kontrastieren, kann ich komplett nachvollziehen. dramaturgisch war es auch goldrichtig gedacht, nina kraviz (die mit schön trockenem material aus der profan-richtung anfing, sich dann aber schnell zu acid vorarbeitete) an den schluss zu setzen. es fühlte sich für mich aber trotzdem befremdlich an, dort wie im club loszulassen. so war das eher eine (laue) demonstration dessen, was die stammgäste der philharmonie von den bildern der loveparade oder den erzählungen der (enkel-)kinder so kennen. gleichzeitig ist mir auch klar, dass mensch sich mit schweren strobo-geschützen bei erstausgaben in so einem renommierten rahmen erstmal lieber zurückhält.

ist aber jammern auf hohem niveau, ohne dass ich ein patentrezept hätte, wie es im foyer besser laufen könnte. das programm im saal sollte definitiv ausgebaut werden sowie auch weiterhin durchaus tanzbare musik und gerne auch dj-sets enthalten. sets wie von cristian vogel hätten auch durchaus im foyer funktioniert, was wiederum abstriche in der akustik bedeutet hätte. eventuell stieß mir auch der rein auf die acts focussierte aufbau etwas auf, so dass vielen keine andere wahl blieb, als in richtung bühne mit den visuals zu starren.
als idee(n): eventuell mehrpunktbeschallung anstelle zweier riesiger, die bühne flankierende funktion-one-türme. subwoofer an wenigstens vier orten im raum verteilt. tops für die tanzfläche lauter eingepegelt als für die seiten. lieber den gesamten raum bei den visuals einbeziehen, da dürfte mit mapping einiges gehen. die acts auf verschiedenen im raum verteilten bühnen positionieren. klare visuelle trennung der bereiche, so dass klar wird, dass hier gerne an drinks genippt oder von den canapés gekostet werden darf und dort die musik im vordergrund steht (im klartext: die beleuchtung im barbereich heller, den rest höchstens durch die visuals).
ich wäre auch fein damit, wenn die kuration den anspruch lockert, die erfahrung mit tanzorientierter clubmusik in der philharmonie nachbilden zu wollen. der großteil des publikums dürfte solche veranstaltungen eh als vorprogramm verstehen, um danach im club weiterzumachen. da kann mensch sich auch genauso gut darauf verstehen, abseitige strömungen als anschauungsbeispiele dafür stehen zu lassen, dass techno mehr als glitzer, sonnenbrille und 4/4-kick bedeutet.

soll alles aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das eine für mich absolut gelungene premiere war, die hoffentlich auch das gusto der leitung des hohen hauses gefunden hat. sollte das der fall sein, fände ich halbjährliche ausgaben fantastisch.

[berlin / 08.02.2020] about blank: staub

sieben jahre schon. tolle entwicklung, in der sie sich nicht nur besuchertechnisch, sondern auch ihre bandbreite auf alle elektronischen spielarten (und darüber hinaus) erweitert haben. dabei fördern sie immer noch namen zutage, von denen ich nie gehört hätte und bleiben zugleich mit die bodenständigsten veranstalter, mit denen ich aus verschiedensten perspektiven zu tun hatte.
mehr gute gründe braucht es nicht. sie belohnen sich mit einer neuen veröffentlichung und dem 24-stunden-jubiläum, das meinerseits jedoch von einem anderen termin unterbrochen wird.

[berlin / 01.-03.02.2020] griessmühle: cocktail d‘amore xxl

bin seit einer stunde da. der wintergarten ist am vollsten, keine musik im silo, platz zur entfaltung in der halle. muss nur noch damit klarkommen, dass kein line-up aushängt.

update, 02.02.2020, 00:52 uhr:
chida hat das line-up bei instagram gepostet. damit kann ich auch die tracks später den djs zuordnen und der autist in mir gibt ruhe.

main room / halle
01.02.2020
00h00 cosmo vitelli
04h00 bell towers
08h00 chris cruse
12h00 jackie house
16h00 doc sleep
20h00 dj city
02.02.2020
00h00 abajour
08h00 vani-t
12h00 rroxymore
16h00 liad
20h00 omer
03.02.2020
00h00 chida

cosmic hole / silo
01.02.2020
02h00 massimiliano pagliara
06h00 pasiphae
10h00 pause
22h00 dama b2b trent
02.02.2020
10h00 pause
22h00 budino
03.02.2020
02h00 juan ramos

wintergarten
01.02.2020
10h00 daniel wang
14h00 jeffrey sfire & jacob meehan
22h00 pause
02.02.2020
10h00 stella zekri
14h00 luigi di venere
18h00 alex from tokyo

eintritt
15 euro

[berlin / 26.01.2020] griessmühle: is this the end?

das line-up ist raus, praktischerweise als bild, das ich damit bequem hier reinkopiere. lässt sich organisatorisch bei mir nicht anders bewerkstelligen als sonntagabend und montagabend.

nachbetrachtung

das ging an der tür (dank vorarbeit durch die / bei der mother’s finest) sehr entspannt, und selbst drinnen war das platzangebot sonntagnacht noch gut auszuhalten. wobei das auch eindeutig der kürzere ausflug von beidem war.

mir fällt es auch nicht schwer, die favoriten zu benennen, auch wenn das sehr in schwarz-weiß-malerei ausartet. sonntagnacht war es die halle mit serge, der wunderbar zwischen hardwax, köln, brighton, neuerer schule, detroit und warp vermittelte.
montagabend waren mareena & stojche im silo die rettung. der wintergarten war bei daniel wang zumindest so proppevoll, dass rempeln an der tagesordnung gewesen wäre (und ja, mich spannt sowas mittlerweile eher an). sam buca (dj-alias des griessmühlen-chefs) spielte dort zum schluss noch drei italo-sachen und hat mich damit fast auf die probe gestellt. einen vierten track hätte ich nur mit etwas glück noch erkannt. da sich alle mittlerweile in meiner sammlung befinden und es auch noch ziemliche hits sind, ging das jedoch (es waren: kano – another life, mr flagio – take a chance, charlie – spacer woman).

die halle war für meinen geschmack in der zweiten schicht musikalisch nicht auszuhalten. kann zwar verstehen, dass die damen und herren anfang 20 noch sehr auf brachiale abfahrt stehen (ich war ja selber nicht besser), aber die aneinanderreihung billiger rave-signale wie bei i hate models hatte ich irgendwie ziemlich schnell satt.
ist wohl die neue härte, durch die alle, die mit der musik in den 1990ern aufgewachsen sind, um sie um die jahrtausendwende in den clubs zu erleben (und damit ihre musikalische dna für die einzig wahre halten), durch müssen. es gibt da parallelen zu hardtechno (unter der „schr…“-bezeichnung, der ich mich immer noch verweigere) so ab 2001/2, bis das ein jahr später auch nicht mehr tragbar war, aber in seiner nische bis heute existiert.
im silo hingegen: erstaunlich viel platz, zwei djs, die sich wunderbar die bälle zuspielten und eigentlich auch mehr resonanz verdient gehabt hätten. aber so ließ sich das dort bis in die nacht hinein genießen.

trackauswahl (°: shazam)

serge
equalized – 001 (b1)
truncate – modify
neil landstrumm – takks
dax j – the future°
aril brikha – groove la chord (lief auch später bei mareena & stojche)
f.u.s.e. – f.u.
fred gianelli – fox hunt°
jeroen search – the future is ours°
endlec – force of future°
blawan – peaches (coronation) (direkt danach)
mescalinum united – we have arrived (aphex twin qqt mix) (direkt danach)
randomer – stupid things i do (direkt danach)
mike ink – diagram
dj godfather – bang the box°
vladimir dubyshkin – grasshopper’s opinion°
dj slugo – freaky ride°
air liquide – this is not a mind trip
dj assault – u can’t see me
aphex twin – on

subjected
dj rush – freaks on hubbard (dave clarke remix)

mareena & stojche
dave clarke – before i was so rudely interrupted part 1
ian pooley – celtic cross (bangin‘ bass mix) (direkt danach)
dave clarke – way of life°
james ruskin – subject
stojche – magnitude (direkt danach)
jeff mills – the bells
dj hmc – cum on
woody mcbride – dr. j
steve poindexter – work that mutha fucker (direkt danach)
barcode population – untitled
fjaak – turn it up
addison groove – allaby
devilfish – manalive°
joey beltram – the next

[berlin / 11.01.2020] about blank: staub

drei wochenenden staub in folge. hintergrund ist deren wechsel in der heimstätte auf den zweiten samstag im monat, damit termine wie der clubgeburtstag, fusion oder auch silvester keine logistischen hürden mehr darstellen und das stammpublikum auch die uhr nach dem termin stellen kann.

ablauf

lobby
10h00 mike fly
14h00 kim leclerc
18h00 alienata

mdf
14h00 irakli
18h00 oliver rosemann live
19h30 irakli

zelt
14h00 raum dj team
17h00 dan laig
18h00 bastus & sören miehe
20h00 tonschub

nachbetrachtung

war als gast und artist care in personalunion dort, um bei letzterem auszuhelfen. begann um 15 uhr, blieb bis zum schluss und hatte dabei insgesamt recht wenig zu tun. eigentlich nur getränke zu den gerade spielenden acts bringen, also das übliche. technische probleme gab es keine, dennoch war ich munter am drehen meiner runden.

irakli hatte mir schon bei der dezember-staub davon erzählt, beim nächsten mal quasi alleine auf dem mdf zu spielen. ich finde sowas auch klasse – zumal es sich auch hier um ein datum handelte, das nicht wesentlich mehr gäste als bei der dezember-ausgabe erwarten ließ. alleine deshalb gut, weniger djs zu buchen und denen gleich wenigstens vier stunden zeit zur entfaltung zu geben (ausnahme: das zelt, was aber ein quasi-geburtstagsfloor war). davon abgesehen: etwas stärkerer andrang als noch zwei wochen zuvor.

kim leclerc in der lobby mit vinyl sowie stil- und tempobrüchen. kam dabei u.a. mit hardcore aber gut beim publikum durch. alienata war danach mit electro und acid wieder mal in ihrem element und da verflogen die stunden auch sichtlich.
interessantes setup beim raum dj team: erst zwei, später drei herren. zwei davon mit laptop, auf dem youtube sowie spotify die tracks abspielten. der dritte im bunde mit cds.
dan laig hat in der stunde danach schön wild durcheinander (ungemixt) gespielt und damit dem publikum einiges an flexibilität abverlangt. fand ich gerade deswegen gut. tonschub danach im weitesten sinne mit house.

der mdf also bis auf die anderthalb stunden live-act fest in der hand von irakli, der sich gerade beim zweiten set in einen rausch mixte und richtig gut mit mal mehr und mal weniger perkussiven tools arbeitete. auch wenn’s nicht nach mir gehen sollte: das konzept, einem der residents pro quartal einen floor quasi komplett zu überlassen, wäre echt eine überlegung wert. waren manche sets auf dem mdf bei der staub in letzter zeit hart-funktional und / oder zu statisch, war dieses mal eine dynamik drin, die der staub eher gerecht geworden ist. auch oliver rosemanns set mit sounds aus der no-future-ecke fügte sich da gut ein.

unter’m strich: überdurchschnittlich guter staub-einstieg ins neue jahr (also an der heimstätte).

notierte tracks (°: shazam / °°: decksharking)

irakli:
conrad van orton – sentinel°
voodoo child – horses
shngl – catalyst°°
the chemical brothers – hey boy hey girl (kink remix)° (lief auch bei alienata)

kim leclerc:
afx – cilonen
aphex twin – 4 (letzter track)

raum dj team:
robert hood – omega
dj zinc – super sharp shooter

dan laig:
sightings – odds on°
scorn – worried°°
denzel curry feat. sam sneak – shake 88°
joe jackson – stepping out
yazoo – goodbye 70’s°
like a tim – legs° (wusste gar nicht, dass es ein cover des zz-top-gassenhauers gibt. aber wenn nicht like a tim, wer dann…)

alienata:
marcello napoletano – everyday madness°
hermeth – black gojira (weith remix)°°
jark prongo – movin‘ thru your system (dave clarke remix) (direkt danach)

tonschub:
joy overmono – bromley
stardust – music sounds better with you (direkt danach)

[leipzig / 05.01.2020] institut für zukunft: staub x rillendisco

der ausflug fand 2019 leider nicht statt, aber dafür immerhin zeitnah zu beginn des neuen jahres. damit endet die marathon-woche.

eintritt
10 euro

ablauf
trakt 1
14h00 irakli
16h00 nadine talakovics
18h00 ron albrecht
20h00 caleb esc

trakt 3
14h00 motram
16h00 fr. jpla
18h00 qiu

(nadine und ron eher im b2b und trakt 2 war nicht geöffnet.)

nachbetrachtung
es bot sich eigentlich das gleiche bild wie beim letzten ifz-gastspiel, nur ohne housiges von i.nez zum anfang, stattdessen konnte irakli mit techno recht direkt in die wenigstens halbvollen gehen. konstant ansteigender füllgrad von der ersten minute an, wobei die bar einmal mehr als „filter“ diente, bis die leute auf der tanzfläche landeten. aber da musste man sich ab 15 uhr auch keine gedanken mehr machen, dass es gut wird. die weißen tarnnetze an der decke sind geschmackssache, mein fall sind sie nicht. auch die instagram-fraktion (in einer verschwindend geringen minderheit), die ihre kamera-aufkleber entfernt und in nebel und schummrigem licht alle paar minuten richtung dj-pult filmt, hat punktuell genervt. klar hätte ich da auch intervenieren können bzw. sollen, aber mir ist das mit dem pädagogischen auftrag in clubs momentan zu lästig bzw. das könnte meinerseits kommunikativ zu offensiv werden, so dass schnell etwas im falschen hals landen könnte. und mit denunziantentum habe ich meine probleme. gut zu wissen jedoch, dass das ifz in dem fall konsequent handeln und besucher*innen im falle des erwischt-werdens den vorgezogenen heimweg antreten lässt. können sich die kandidat*innen ja mal zu herzen nehmen.

ansonsten passte wieder alles: logische trennung zwischen der großen techno-bühne im ersten und ambient/experimentiellem im dritten trakt. ausnahmslos alle mit vinyl (was das konzept hinter der rillendisco ist), im direkten vergleich war ron technisch etwas sicherer als nadine, hatte aber auch gerne mal das problem mit dem sich unter der nadel sammelnden (nomen est omen) staub. alles in allem fand ich caleb esc am schlüssigsten, ohne dass ich einen track dringlich wissen wollte. aber das lief alles so harmonisch und dramaturgisch flüssig ineinander, dass es echt schade war, dass er zehn vor zehn einen harten cut machen musste, damit das mit der rückfahrt noch rechtzeitig klappt (an dieser stelle muss die bahn lobend erwähnt werden, nach der man sowohl bei der hin- als auch der rückfahrt die uhr stellen konnte). die zugabe gab es dann von qiu.

trackbeispiele (°: mit shazam identifiziert)

nadine talakovics / ron albrecht:
error etica – octano°
setaoc mass – torque°
steve bicknell – over identified°
laurent garnier & chambray – feelin‘ good (radio slave revenge remix)°
ambivalent – chronos (truncate remix)°
luke slater – love (loved) (letzter track)

fr. jpla:
einiges vom chevel-album auf different circles, dem ich damit noch eine chance geben sollte.
dual action – maraschino cherry

qiu:
wie schon beim letzten gastspiel der staub x rillendisco an ort und stelle: blndr – untitled 1 (cio d’or trilogy remix) von der „zodiac“-compilation auf hypnus