Apr 192019
 

das wird meinerseits ein bericht aus einer anderen perspektive, da ich die erste artist care-schicht bis sonntagfrüh übernehme und den rest wegen feiertagsentspannung sehr wahrscheinlich verpassen werde. aber das line-up verdient kein geringeres prädikat als „couragiert“.

lobby
23h00 douala
02h00 gnork live
03h00 kaletta
05h00 dj 1985
08h00 pause
22h00 sultan shakes
00h00 voicedrone
02h00 credit 00 live
03h00 lux
05h00 elena sizova

mdf
00h00 uta
03h00 erik jäähalli live
05h00 dj bs
07h00 textasy
09h00 mars leder
12h00 pause
23h00 dj tabledance
02h00 schmerzlabor
04h00 kuldaboli live
05h00 syd woz
07h00 credit 00

garten
10h00 philipp otterbach
13h00 gnork
15h00 rudolf c
17h00 reptant live
18h00 shedbug
20h00 lucas croon live
21h00 rude 66 live
22h00 pause
08h00 castro & nemo

zelt
01h00 oko dj
04h00 marlene stark
07h00 ernestas sadau
10h00 pause
23h00 the phaser boys live
00h00 dj ungel
02h00 kaschiel
04h00 in-security
06h00 aki aki & rasputin

hütte
01h00 frinda di lanco & jochen discomeyer
04h00 riccardi schola
07h00 pause
02h00 lisaweta

eintritt
15 euro

Mrz 232019
 

wenn ich schon mehr oder weniger fünf wochen hintereinander richtung wriezener karree rennen kann, sollte zum ausgleich auch die köpenicker straße drin sein. wird wohl direkt nach der staub die anlaufstelle. titonton duvante steht schon seit ewigkeiten auf meiner liste, objekt ist eh immer ein hinhören wert, und perm kommt bei der gelegenheit auch passend.

tresor meets deep in the box

tresor
00h00 nicole
03h00 perm live
04h00 objekt
07h00 ron wilson

globus
00h00 marc fm
02h30 losoul live
03h30 titonton duvante
06h00 barbara preisinger

eintritt
15 euro

Mrz 192019
 

ablauf

lobby
00h00 sunset motherfucker
03h00 whitney weiss
06h00 the neighbourhood character

mdf
01h00 madalba
04h00 juana
07h00 lsdxoxo
10h00 the lady machine

zelt
02h00 stanley schmidt
06h00 i$a b2b dj minus minus
10h00 jacob meehan
14h00 akirahawks
18h00 paolo di nola

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
verdient einen gesonderten beitrag, weil wir uns noch nach helena hauff im tresor entschieden hatten, uns die buttons anzuschauen. da gab’s für mich aus mehrerlei gründen nicht lange zu überlegen:
erstens hatte ich es nie zu einer homopatik geschafft, als es die noch gab. das gleiche galt für die buttons. wie sich eine dezidiert schwule veranstaltung im about blank macht, war also numero eins.
numero zwei war the lady machine, die bereits auf der bewegungsfreiheit im letzten jahr, bei manchen staub-ausgaben sowie letztens auf der pornceptual überzeugen konnte.

es hängt in jedem fall wesentlich mehr dekoration als üblich im club. räumliche veränderungen wie bei der poly|motion finden nicht statt. weiterer (dicker) pluspunkt war der stand von mancheck im zelt mit aufklärungsmaterialien rund um safer sex und safer use. und klar: deutlicher männerüberschuss. aber da das about blank mit seiner dezidierten politischen ausrichtung eh ein sicherer hafen ist, war das im vergleich zum staub-stammpublikum auch nichts, wo man sich hätte groß umgewöhnen müssen.

vom sound her auch nicht wirklich, auch wenn die lobby dezidiert housig war. dort war auch relativ pünktlich kurz nach 9 feierabend. die klos dahinter (und damit auch der darkroom) ebenfalls.
the lady machine hatte bei beginn des sets das erwachen, nicht ihre platten in der tasche vorzufinden. die hatte juana stattdessen mitgenommen, weil es äußerlich die exakt gleiche war. sie spielte also mit fremden platten und musste improvisieren. habe ich allerdings auch erst mitbekommen, als mir davon erzählt wurde. bemerkt hat man das als partygänger nicht und auch sie meisterte die situation mehr als nur souverän, sondern technisch versiert wie üblich. nach zwei stunden kam die reserve und nach einer weiteren die eigentliche plattentasche. die buttons-organisatoren hatten alle hebel in bewegung gesetzt, dass die platten nicht nach new york unterwegs sind. auf dem immer noch gut gefüllten mdf war dann mit „my sound“ von joey beltram auch recht pünktlich nach 14 uhr schluss.
in anbetracht des vorprogramms habe ich mir noch eine stunde akirahawks angehört, bin dann aber gegangen. nicht, weil er schlecht gewesen wäre (ganz im gegenteil!), aber die kondition verlangte dann doch nach etwas ruhe.

fest steht: die buttons geht schon gerne mal wieder, aber die staub bleibt für mich der blank-pflichttermin. beide partyreihen zeichnet aber eine leidenschaftliche crew aus, die alles unternehmen wird, damit die künstler*innen ihr bestes geben können. passt also super zum club.

Mrz 142019
 

und als ob es der feierlichkeiten für das wochenende nicht genug wäre: der tresor lässt sich für den freitag von niemand geringerem als dj stingray das line-up kuratieren und landet damit für mich vor dem samstag. in anbetracht des sonntagstermins aber auch gut so.

tresor
00h00 marcus
03h00 dj stingray
05h30 helena hauff
08h00 shyboi

globus
00h00 cem
04h00 detroit in effect live
05h30 nazira

eintritt
15 euro

Mrz 122019
 

die neuauflage vom letzten jahr, wobei das mit dem vorgezogenen frühlingswetter eher nichts wird. wir hoffen trotzdem darauf, dass genügend leute den weg zur oberbaumbrücke finden.

ablauf

waterfloor
15h00 staub
23h00 derek plaslaiko
01h00 blake baxter

03h00 alex.do
05h00 miriam schulte

visuals
projektionen der fotos aus dem buch „niemandsland“ von katharina behling

eintritt
bis 17 uhr: 5 euro (+ spende)
nach 17 uhr: 10 euro (+ spende)

Mrz 072019
 

zwar hat mich „who else?“ noch nicht gänzlich überzeugt, was aber vielleicht an meinem überzogenen anspruch liegt. von der spiellänge sind manche eps genauso lang. „who“ ist jedoch richtig gut, und alleine aus gründen der kompletten discographie und unterstützung für die beiden mit dem herz am richtigen fleck wird das noch in meiner sammlung landen.
das konzert ist eigentlich ausverkauft, es gab aber montag nochmal ein restkontingent. man kann sein glück auch noch über ticketswap probieren, aber zahlt dann bitte nicht mehr als 35 euro.

support
catnapp
pfadfinderei visuals

start
18 uhr

nachbetrachtung
war gegen 18h30 da, der eingang war an der seite des bierhofs, wie auch bei den ausstellungen in der halle. die bar, die man von neujahr kennt, ist geblieben, aber zwei treppen nach oben, was das ganze gut entzerrt. die garderobe rechts vom eingang ist ok, wenn die leute immer schubweise ankommen. nach konzertende staut es sich da etwas. da ich mir etwas zeit ließ, ging das aber noch.
interessant auch: die berghain-toiletten waren geöffnet, nicht die vom lab. so gab es mal eine andere perspektive auf den club: der weg zur tanzfläche abgesperrt, man musste über die von den scannern im hellen weiß angestrahlte brücke. und leise war’s.

es hat sich ansonsten positiv bemerkbar gemacht, dass das konzert alles andere als überfüllt war. keine ahnung, ob viele ihr ticket haben verfallen lassen, restkontingent gab es jedenfalls schon später am montag nicht mehr. was ich für eher wahrscheinlich halte: lieber weniger tickets in den vorverkauf geben und den leuten somit eine angenehme erfahrung bereiten. das führte zu einem sehr gut besuchten konzert, bei dem es sich beim haupt-act aber immer noch vorzüglich tanzen ließ.

aber erstmal catnapp, die sich mit ihrem warm-up für weitere besuche empfohlen hat und (auch wenn der vergleich vorne und hinten hinkt) eine wesentlich bessere figur als og keemo bei dendemann eine woche zuvor. mag aber auch an den gehaltvolleren texten gelegen haben.

als zwischenprogramm lief die „tri repetae“ von autechre, was einmal mehr unterstrich, dass die beiden herren aus dem berliner umland in den vergangenen fast 30 jahren eine mehr als ordentliche grundausbildung in elektronischer musik genossen haben.
sie ließen auch sonst nichts anbrennen, spielten (sofern ich mich nicht irre) das gesamte neue album, hits wie „evil twin“ nur an oder gar nicht („kill bill“), dafür andere („the black block“) oder unerwartetes („blue clouds“) komplett. ungewöhnlich wenig interaktion mit dem publikum, und wenn, dann war es szary, der das publikum mit minimalgesten animierte.
berührender moment das „no good“-intermezzo mit „thank you keith flint“-projektion, wobei auch erneut die pfadfinderei für die gesamtleistung gelobt werden muss.

zwei zugaben gab es, mit „hasir“ zum schluss nach brutto gut 100 minuten, netto waren’s um die 90. zwar wollte das publikum mehr, aber als billie holiday über die (übrigens überraschend gut auf die räumlichen verhältnisse eingestellte) anlage erklang, war klar, dass hier nichts weiter passiert.
ein definitiv mehr als nur solides heimspiel. und das neue album machte live um einiges mehr spaß als beim fragmentarischen hören über kopfhörer

Mrz 012019
 

der letzte akt bis april. von den bisherigen war aber tatsächlich jeder auf seine weise anders und gut. bei diesem ist der primäre grund leon vynehall, der mit „nothing is still“ eines der besten alben des letzten jahres und gleich nebenbei auch eine stilübergreifende, zugleich nicht zerfasernde dj-kicks veröffentlicht hat. auch eine sternstunde der reihe. ist schon jahre her, dass ich ihn an ort und stelle gehört habe, da passt das mit dem restlichen angebot sehr gut.

klubnacht

berghain
00h00 marcel dettmann
04h00 mathew jonson live
05h00 anetha
09h00 juho kusti
13h00 joel mull
17h00 kangding ray
21h00 blawan
01h00 dasha rush

panorama bar
00h00 richard zepezauer
04h00 davis
07h00 dinky
11h00 l.b. dub corp
14h00 leon vynehall
18h00 gonno
22h00 oracy
02h00 nick höppner

eintritt
18 euro

nachbetrachtung und nachruf
diese klubnacht stand ab samstagabend unter ganz schlechten vorzeichen und dies wird sich erst im laufe der zeit umkehren. unter objektiven gesichtspunkten war der sonntag eine woche zuvor aber einen tick besser, glaube ich. aber der reihe nach.

m. lernte ich aus restrealen zusammenhängen vor ein paar jahren in der panorama bar kennen, nachdem man sich im forumzusammenhang gegenseitig bereits gelesen hatte. er war glühender anhänger von house sowie disco und bei klubnächten nur im berghain zu sehen, um eine etage höher zu gelangen – so seine eigenaussage. ein mann mit scharfsinn, praktisch veranlagt obendrein und stets seine einladung zum gemeinsamen essen oder grillen erneuernd, was aber nie geklappt hat. im gegenzug war er ein paar male zu besuch, als wir wg-technisch zum stelldichein geladen hatten.
konsequent in seiner wahl der t-shirts mit wolfgang petry, baywatch oder alf als motiv. meistens in der panorama bar vorne auf der tanzfläche beim dj-pult durchgeschwitzt mit einer flasche wasser in der hand zu sehen, die er bereitwilligst teilte. kein nerd in puncto trackanalysen (das prädikat behielt er leuten wie meiner wenigkeit vor), aber geschmackssicher. immer auf der matte, wenn gerd janson spielte, auf ihn gehen die tipps mit rahaan und josh cheon zurück.
privates deutete er lediglich an, ließ aber keine zweifel daran, dass party und wochenende für ihn mit abstand vom alltags- und sonstigen stress nun priorität haben. ich beneidete ihn ein wenig für seine unkomplizierte art, mit leuten ins gespräch zu kommen.

am samstagabend erfuhr ich nun in diesen restrealen zusammenhängen, dass er nicht mehr unter uns weilt. bevor ich am sonntag losging, bestätigte sich das, was ich bereits bei den letzten malen vermutete, wo wir uns gesehen hatten.
er hinterlässt eine tochter. und bei mir den vorsatz, bei dem es mir umso mehr ein bedürfnis ist, ihn weiterzugeben: wenn euch anzeichen von depressionen bei leuten in eurem umfeld auffallen (egal, wie nahe man sich steht), fragt lieber ein-, besser zweimal zuviel nach. bietet an, gegebenenfalls da zu sein. definiert zugleich auch grenzen. zeigt möglichkeiten auf und übt sanften druck auf die betroffenen aus, dass diesen auch nachgegangen wird.
all das habe ich in seinem fall nicht getan. zu stark war der eindruck desjenigen, der alles im griff hat. dabei hätte ich wahrscheinlich nur einmal so scharfsinnig nachhaken sollen wie er es beim auseinandernehmen politischer argumentationen tat. es ist umso trauriger (aber zugegeben auch für mich beruhigender) zu wissen, dass selbst leute, die ihm näher standen als ich, in diesem fall auch nichts verhindern konnten.
was eine eventuelle lücke in den vorderen reihen beim dj-pult in der panorama bar angeht: um die wird man sich wegen des standard-füllgrades am sonntag keine sorgen machen müssen. aber das wissen, dass die discofaust aus einer dieser lücken von nun an nicht nur mal nicht da ist, sondern permanent fehlen wird, hat mir zum zweiten mal in meinem clubleben die tränen in die augen getrieben (zum ersten mal bei der tresor-schließung anno 2005). es war bei oracy, der letztes jahr mit das für ihn beste set in der panorama bar gespielt hatte und dieses mal mit romanthonys „wanderer“ als erstem track für mich intuitiv goldrichtig lag. habe mich in dem augenblick einfach für’s loslassen entschieden und war auch erleichtert, dass ich es zulassen konnte. die discofaust reckte ich später stellvertretend in die luft. werde ich auch zukünftig, ist für mich ein schönes gedenken.

r.i.p. m.

und sonst so?
leon vynehall war nicht so wagemutig wie auf seiner dj-kicks, dennoch stilübergreifend aktiv, gerne auf breakbeats zurückgreifend und für die spielzeit sehr angemessen.
trackauswahl:
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gleiches (also was das angemessene betrifft) gilt auch für joel mull eine etage tiefer. nur so richtig die letzte halbe stunde mitbekommen, zuvor blieb „the myth“ von jay denham positiv in erinnerung.
sonst trieb ich mich im berghain kaum herum. kangding ray war zwar aus einem guss wie immer, aber mir war irgendwie nicht danach. und bei blawan stellte sich die für das berghain übliche sonntagabendfülle ein. hab’s zwar kurz versucht, dann aber aufgegeben. oben war das weniger ein problem.

gonnos letzter track eines ziemlich discohouse-lastigen sets war „believing“ von portable. oracy begann nach ihm ganz schön fordernd, schloss mit pianolastigem vocalhouse. die kombination aus „controversy“ von prince mit „da funk“ von daft punk muss ich mir mal merken.
restliche trackauswahl:
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Feb 282019
 

auch wenn mich sein album enttäuscht hat, wird das live sicher gut. und es hat wieder mal der alternative vorverkauf geglänzt.

dendemann
„da nich für“-tour
support: og keemo

nachbetrachtung
eine überaus angenehme begebenheit war das. beim publikum traf die 1990er-generation auf die neue und alle feierten neues sowie altes material gleichermaßen.

aber zunächst og keemo, der bei mir zumindest den eindruck hinterließ, wegen ihm kein konzert gezielt zu besuchen. ja, ich weiß, bei warm-up-acts ist der sound schwächer. aber im vergleich zu dendemann verstand ich tatsächlich weniger und wenn, dann waren’s die klischees aus gras und frauen. interessant, dass sowas anno 2019 noch inhaltlich angeboten werden kann. aber ich bin auch nicht vom fach.

das inhaltliche angebot dendemanns fand ich bei „da nich für“ ziemlich ambivalent. textlich braucht man nicht darüber zu reden – da überzeugt er nach wie vor. aber ich fand es bei den meisten songs schade, dass er sich trap andiente. noch bedauerlicher, weil manche dieser songs für die tour und damit die freie digitale als band umarrangiert worden sind, wobei ich mir nur dachte, dass er das album bitte nochmal unter den bedingungen aufnehmen sollte. das klang dann nicht so überproduziert, sondern authentischer, so wie es ihm auch zu gesicht steht.

start mit „wo ich wech bin“, „keine parolen“ folgte zwei, drei songs später (in jedem fall nach der jetzt schon legendären ansage „ich habe den entscheidenden vorteil, dass ich bereits weiß, was passiert. und ich habe weiterhin den entscheidenden vorteil, leicht einen im tee zu haben.“). überraschend gut kam das neue material an – inklusive „littbarski“, was für mich zwar der schwächste song des albums war, aber live will ich mich nicht beschweren. sogar ein bisschen was von „vintage“ war dabei: 0 robota, papierkrieg und eine unwiderstehliche version von „stumpf ist trumpf“ in scooter-rave-ästhetik.
am besten aber natürlich das frühmaterial (hörnichauf, endlich nichtschwimmer, das erste mal, danke, gut), und das nicht nur über die zwei zugaben verteilt, sondern auch mittendrin. das alles in schwerstarbeit abgeliefert, alle mit sichtbarem spaß dabei (kein wunder – es war auch das letzte tourdatum, da kann man nochmal alles mobilisieren – inklusive gastauftritten wie arnim von den beatsteaks und casper) und nach fast zwei stunden fertig. das war mehr als nur ordentlich und hat meinem eindruck von ihm als (verzeihung für meine wortwahl) rampensau einmal mehr bestätigt. würde also wieder hingehen.

 Veröffentlicht von am 28.02.2019 um 19:23