[berlin / 26.07.2020] about blank: bewegungsfreiheit – sektgarten edition

erst digital, nun wieder analog unter den gegebenen umständen. ich hab gerade entschieden, dass ich zu 95% vorbereitet bin. das schließt zwar spontane ideen vor morgen nachmittag nicht aus, aber für heute reicht das wirklich. ich muss schließlich auch noch daumen drücken und hoffen, dass der regen morgen gnädig ist.

das ist jedenfalls der fahrplan:
16h00 dorryz
17h30 stype
19h00 mila stern
20h30 dj eternal

eintritt: dj-euro sowie ein betrag an plus eins. wir werden in nähe des dj-pults noch eine spendendose zur finanzierung des streams aufstellen.
darüber hinaus gibt es soli-pommes und auch einen arabisch-crashkurs.

wer noch nicht dort war: mit maske zum eingang, tisch aussuchen oder die tischnummer derjenigen kennen, die schon drin sind und noch plätze übrig haben. der rest ist wie in der gastronomie aktuell üblich: maske beim gang zur bar oder zur toilette aufsetzen, kann am tisch abgenommen werden.
sekt gibt es nur in ganzen flaschen, kostet 18 euro.

[mix(es)] warning 80000 takeover

das ist auch schon drei wochenenden her. und da bereits nachgefragt worden ist, wo das alles nachgehört werden kann, sollte ich langsam in die gänge kommen.

es gibt zwei möglichkeiten. zunächst einmal über soundcloud, wo die warning eine playlist zusammengestellt hat. donna crooner fehlt da aktuell noch, aber ihr set wird im rahmen eines podcasts veröffentlicht und dann hinzugefügt.

die zweite: direkt hier.

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tracklist gibt es auch, allerdings mal als neuerung beim buy music club. einer der tracks befindet sich nicht in der liste, dafür auf dem coverbild, weil es den (bisher zumindest) nur als vinyl gibt.

lob, kritik, verrisse gerne hier oder per mail.

[stream / 16.05.2020] radio 80000: warning takeover

(ein klick auf das bild führt direkt zu radio 80000.)

nach den ganzen traueranzeigen der letzten tage / wochen mal etwas werbung: radio 80000 ist mir relativ zu beginn der covid-19-situation aufgefallen, als skee mask dort zwei stunden an einem samstagabend gespielt hat (das gibt’s bei mixcloud nachzuhören).
morgen darf die warning den tag übernehmen. ich wurde vergangenen montag gefragt, ob ich für jemenschen einspringen kann, der krankheitsbedingt kein set aufnehmen konnte. eine stunde, sollte bis donnerstag abend auf dem tisch liegen.
dienstag habe ich schnell während der arbeit die bandcamp- sowie boomkat-einkäufe und die digitalisierten schallplatten des letzten halben jahres gesichtet. abends hatte daraus eine itunes-playlist mit etwas mehr als 20 titeln zusammen.
mittwoch zum feierabend dann arrangement in ableton live. manche titel flogen wieder raus, fest stand wie so häufig der schluss. kurze probe, ob das alles jeweils so ineinanderpasst, die aufnahme startete zum sonnenuntergang. war (selten genug) beim ersten anlauf im kasten, obwohl ich in der mitte einen track nachschießen musste, da ich sonst unter der stunde geblieben wäre. zum schluss etwas getrickst und den schlusstrack an einer für mich schönen stelle geloopt und noch eine reprise des vorherigen daruntergelegt.

soviel zur entstehung und noch gar nichts zum line-up. dabei ist das auch exquisit ausgesucht. los geht es um 12 uhr für die darauf folgenden acht stunden. lässt sich im hintergrund abspielen, da glücklicherweise auf video verzichtet wird.

12h00 mars leder
13h00 marie montexier
14h00 stype
15h00 jotel california
16h00 piracy
17h00 kaletta
18h00 rvds
19h00 donna crooner

[berlin / 08.06.2019] griessmühle: 11 years of killekill

und da ist es: das erste gastspiel als nicht-mehr-resident. ich weiß noch nicht, wann und wo ich spiele, wird aber nachgereicht. alles weitere steht unten.

ablauf

hauptfloor
22h00 kevin paschold
01h00 stype
03h00 neil landstrumm live
04h00 scalameriya
06h00 furfriend live
07h00 dj flush
10h00 perc
12h00 púca

silo
00h00 ceo of novafuture blog
02h00 jan dreseke
04h00 alienata
06h00 hang aoki

wintergarten
08h00 purita d.
11h20 mau mushi fka rox live
12h00 chris video
14h00 bloody mary
17h00 andrew soul
20h00 open decks

eintritt
15 euro

3716=n

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wie versprochen: das set, das auf den fast zwei stunden im polygon am vergangenen freitag basiert, bzw. ihm zu beinahe 100% entspricht. habe etwas feintuning in der tonhöhe beim übergang von vril zu onmutu mechanicks im remix von norman nodge vorgenommen sowie einen track entfernt („slicing“ von randomer, wen es interessiert), dafür aber einen hinzugefügt („mscl“ von felix k).

mal davon abgesehen, dass der abend besuchertechnisch nicht so wirklich in schwung kam und mein perfektionismus mit stellenweise mangelnder konzentration (den prolog zum set rolle ich hier nicht nochmal aus) im clinch lag, war ich trotzdem zufrieden, was die umsetzung des vorher im kopf zurechtgelegten plans anging. musikalisches neuland betritt das set bei weitem nicht, sollte aber auch von vornherein nicht darauf abzielen. mir schwebte ein grundsolides techno-set mit abstrakterem beginn und einem ausgeprägten dubtechno-teil vor. nachzuhören ist das jetzt hier.

tracklist:
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[berlin / 30.11.2018] polygon club: tanzen für mehr wissen

es ist wieder einmal welt-aids-tag. ich hatte schon seit längerem vor, hier artikel zu posten, die sich mit dem mittlerweile sehr gut möglichen leben mit dem virus ohne ansteckungsgefahr für andere auseinandersetzen. das behalte ich nach wie vor im hinterkopf.
an ungefähr gleicher stelle im kopf befindet sich auch das vorhaben, dem polygon einen besuch abzustatten. zugegeben: besteht schon seit dem kosmonaut, der sich vorher an gleicher stelle befand. nun kommt das angenehme mit dem nützlichen zusammen. ist eine benefiz-party für die lebendige bibliothek und den mercury phoenix trust.

ablauf

mainfloor
00h00 aris
02h00 midge
04h00 daniel boon
06h00 felidae
08h00 jens schwan
10h00 zeitlupen uwe

dunkelkammer
00h00 stype
02h00 zusan
04h00 diana may
06h00 lukas zintel

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

wegen des nun folgenden ist beinahe ein disclaimer fällig. erstens wegen der länge und zweitens weil es als verriss bei halber unkenntnis, wie clubs wirtschaften, verstanden werden könnte. es ist aber definitiv als anstoß für verbesserung gemeint und wurde anderweitig auch bereits zu einem großen teil klargestellt. anflüge von selbstbeweihräucherung lassen sich leider nicht ganz vermeiden. sollte jemand dazu etwas konstruktives beizutragen haben, bieten sich die kommentare dazu an.

das an dem abend erlebte fügte sich in die letzte erfahrung mit der bewegungsfreiheit in der fiesen remise ein. beide male war meine wenigkeit mindestens als dj, in der remise auch organisatorisch etwas involviert. bei beidem handelte es sich um soliparties, beide male wurde das technische equipment von görner & schweizer gestellt (wobei die anlage zur remise gehört, im polygon aber mitgemietet ist). das maß an eigenengagement, damit es freitag nacht überhaupt musik geben kann, hatte jedoch auch für mich eine neue qualität.

wir (entourage plus ich) kamen gegen 23:40 uhr im club an und bekamen zu hören, dass es ein problem mit der anlage gäbe, weshalb der mixer (pioneer djm-900) abgebaut worden ist. es standen also nur cdjs dort. grund: ein massebrummen, das sich partout nicht eliminieren ließ und man hatte den mixer in verdacht. problem(e) war(en) nur: der ansprechpartner bei görner & schweizer war nicht zu erreichen und kein ersatzmixer vor ort. per fernwartung ließ sich also nichts machen.
es war (wir kommen zum teil mit der selbstbeweihräucherung) daher praktisch, mehr oder weniger im gleichen kiez zu wohnen. so bekam ich ein auto an die hand, fuhr selbst heim, baute meinen mixer (ein ecler nuo 3 von vor mehr als zehn jahren) ab, fuhr wieder hin. angeschlossen, eingeschaltet, leichtes massebrummen war immer noch vorhanden, ich hoffte nur, dass das über die f1 einigermaßen passabel klingen würde.
der nuo 3 hat zwar xlr-ausgänge, anschluss an die pa war also sicher. für den monitorausgang ist ein großer klinkenausgang bei den „großen“ wie xone:92 oder djm-800/900 standard, beim nuo 3 gibt es nur cinch. da ich wie gewohnt mit ableton live spielte und monitore für genaueres pitchen kein thema war, konnte ich dem ganzen recht gelassen entgegensehen. aber meine nachfolgerinnen setzten auf cdjs (mit der interessanten meldung auf dem display, dass zwei player mit unterschiedlicher firmware verlinkt sind und diese aktualisiert werden solle), womit es sich (von rekordbox analysierte tracks vorausgesetzt) zwar auch fast wie von selbst mixt, aber kleine korrekturen sind hier und da evtl. doch vonnöten. da sind monitorboxen also hilfreich, wenn man den versatz zur hauptanlage nicht kennt – und den gibt es auch im polygon.
über die nächsten zwei stunden war es den anwesenden technikern nicht möglich, einen adapter von große klinke auf cinch zu organisieren, sprich: die monitore blieben stumm, also musste der vorhandene regler zwischen cue und master am nuo 3 einspringen.
ein glück: das massebrummen hörte man nur in leisen passagen und am laptop lag’s auch nicht. zumindest blieb das brummen, als ich das netzteil kurz abzog.

es ergaben sich im nachhinein (auch basierend auf der erfahrung aus der fiesen remise) mehrere fragen. zugegeben mit dem ziel, jemand verantwortlichen dafür ausfindig machen zu wollen, da mich das ausmaß an unglücklichen umständen schon ziemlich ärgerte. aber so einfach ist es in dem fall nicht.
den anfang machte die frage, ob das equipment bei görner & schweizer überhaupt gewartet wird. dann, was deren reaktionszeiten betrifft und warum nicht das personal zu neuralgischen zeiten wie eben freitags ab 23/24 uhr verstärkt wird, so dass auch tatsächlich jemand rangeht, bevor parties drohen, nicht stattzufinden.
es fängt jedoch hier an, komplizierter zu werden: bei relativ frischen clubs, die sich wie das polygon erst noch etablieren müssen, um sich eigene technik zu leisten, habe ich sogar verständnis, dass sie auf die mietoption zurückgreifen. aber dass das ausmaße angenommen hat, bei denen im club nicht mal ein eigentlich ausgedienter, aber technisch immer noch brauchbarer mixer als reserve vorgehalten wird, war für mich schon ein bisschen erschreckend. für einen xone:62, meinetwegen auch einen alten djm-600 oder besser djm-800, müsste man auf dem gebrauchtmarkt mittlerweile weniger als 1000 euro investieren. klar auch, dass man als club inbesondere bei soliparties wie der gestrigen personaltechnisch eng kalkuliert. aber meiner meinung nach beraubt man sich mit einer derartigen abhängigkeit von technik-vermietern einer gewissen agilität.

ich mag zu idealistisch, gar verbohrt sein. aber das durch diese art von outsourcing eingesparte geld führt zu einem bumerang-effekt für alle beteiligten:

  • organisatoren von soliparties haben einen posten mehr, um den sie sich kümmern müssen, ganz zu schweigen vom stresslevel, kurz bevor die party eigentlich startet. von der beschwichtigungsarbeit gegenüber djs oder anderen acts rede ich besser gar nicht erst.
  • es ist eigentlich sache der technik, für djs akzeptable bedingungen zu schaffen. in zeiten wechselnder setups ist das für techniker nicht einfacher geworden, aber es ist umso wichtiger, dass djs dies im besten fall im schlaf aufbauen können, ein clubeigener techniker die weichen für die machbarkeit stellt und noch zusätzlich fit genug für eine fehlerbehebung ist. idealerweise (so dachte ich bisher) wird das bereits stunden vor der party in die wege geleitet, und den eindruck hatte ich hierbei nicht.

das outsourcing kommt dann als dieser bumerang zurück: djs dürfen sich neben ihrem eigenen setup auch gleich darum kümmern, dass die technischen bedingungen im club es zulassen, dass überhaupt etwas aus den boxen kommt. bisher habe ich es so verstanden, dass ihre aufgabe darin besteht, dass das, was da raus kommt, gut klingt (also bitte clipping vermeiden und dgl.) und bestenfalls noch die leute gut bei laune hält. es ist höchst unangenehm, wenn djs anfangen müssen, beim clubpersonal fehlerquellen zu benennen, dabei auf eigentlich überforderte techniker zu treffen und damit zu enden, das beste aus den gegebenheiten machen zu müssen. ein entspannter aufbau gut 20 minuten vor beginn der party wird es nicht wirklich, wenn stattdessen im hinterkopf steht, dass es am eigenen mixer hängt, ob dieser floor öffnen kann oder nicht.

kommen wir endlich mal zu den positiven dingen:

  • der club hat definitiv potential. allen umständen zum trotz war der sound in der dunkelkammer weit mehr als nur passabel. und als sich dann noch jemand um das licht kümmerte, wurde das eine richtig gescheite techno-atmosphäre. mir gefällt die position des dj-pults irgendwie: mit dem rücken zum eingang, damit eigentlich in der mitte des raumes. ein paar mehr sitzgelegenheiten dahinter wären nicht schlecht – und zumindest eine bank mit halber wand, dass (die aussterbende gattung der) vinyl-djs auch mal cases abstellen können, ohne ständig kniebeugen machen zu müssen.
  • es gibt klos in ausreichender zahl und dazu noch gepflegt – das verdient auch ein lob.
  • über personal sowie tür ist nichts negatives zu sagen.
  • publikum war zwar nicht zahlreich da (leider zu wenig, als dass tatsächlich ein nennenswerter spendenbetrag zusammengekommen wäre), aber fiel bei weitem nicht so negativ auf wie manche überalkoholisierte/-mutige beim abstecher zur deep fried mit einem tollen set von monty luke ins about blank danach. damit ließ sich arbeiten.

es überwiegt aber auch eine halbe woche danach immer noch ein ziemlicher unglaube daran, dass outsourcing auf der einen und mangelnde eigene ausstattung auf der anderen seite es haben soweit kommen lassen müssen. und das in dem wissen, dass die namhaften clubs es hier eigentlich vorgelebt haben, dass die technik neben dem booking ein wichtiger faktor für langlebigen erfolg ist. auch wenn das set ganz passabel lief, wurde ich den gedanken nicht los, dies schon irgendwie peinlich zu finden und dass diese entwicklung hoffentlich keine schule macht. das fehlen der monitore machte sich insofern bemerkbar, als dass die feinheiten schon fehlten, da die f1 in die entgegengesetzte richtung ausgerichtet war. habe das set daher nachgemixt, das wird in den nächsten tagen online gestellt.

[berlin / 22.09.2018] fiese remise: bewegungsfreiheit #13

der diesjährige herbsttermin ist zumindest ortstechnisch eine premiere. und um so viel interna preiszugeben: es ist erst seit gestern wirklich fix, dass ich spiele. die anderen optionen für die eröffnung des hauptfloors hatten entweder zeit oder nicht geantwortet, was mich aktuell in die lage bringt, die festplatte nach allem, was nicht zu sehr techno ist, zu durchsuchen.

filme
21h30 speechless / cloud making machine

oben
23h30 stype
02h00 maayan nidam
05h00 ruede hagelstein
08h00 mila stern

unten
01h00 maral salmassi
04h00 alan oldham
06h00 stefan rein

eintritt
10 euro, kommt wie immer geflüchteten und deren protest- sowie unterstützungsstrukturen zugute.

[berlin / 05.05.2018] humboldthain club: syntop 02

da will ich seit ewigkeiten mal hin, und dann fällt das gleich hiermit zusammen. eine partyreihe, die viele stile vereinbaren möchte und auf der ich mich daran versuchen darf, techno und drum & bass miteinander zu verweben. mal schauen, ob das was wird.

humboldthain club
hochstraße 46
s-bhf humboldthain

eintritt
10 euro, davon wird ein teil an das kinder- und jugendheim „heinrich zille“ in ludwigsfelde gespendet.

nachbetrachtung
(gut ein und ein viertel jahr später am 26. september 2019.)

um mit aller nötigen bescheidenheit einzusteigen: das set war für mich eine art wendepunkt. aber der reihe nach.

da ich mich schon bei der anfrage rückversichert hatte, ob es auch klar ginge, wenn ich techno und drum&bass spiele und mir daraufhin nur ein „deshalb wollen wir dich dabei haben.“ entgegnet wurde, wollte ich vorab noch testen, ob die anlage das überhaupt hergibt. es gibt dafür im humboldthain praktischerweise (jeder/m empfohlen, um die ersten schritte mit vinyl im club zu versuchen) den dienstag mit tischtennisplatten auf der tanzfläche und einer liste, in der man sich für einen 30-minuten-slot eintragen kann. habe also einige no-u-turn-sachen aus der sammlung mitgenommen und bin anderthalb wochen vor der party nach der arbeit hin. zwar ist die anlage etwas schwächer als die im blank auf dem mdf, aber es ließ sich dennoch damit arbeiten. punkt 1 ließ sich auf der liste also schon mal abhaken.

punkt 2 war schwieriger und ich tüftelte auch bis freitag vor der party daran herum: den übergang von minimalerem techno zu drum&bass in ableton live ohne überblendung zu ambient oder white noise, sondern stattdessen über den rhythmus hinzubekommen. und das dann auch wieder zurück, falls drum&bass so gar nicht ankommt. die lösung: polyrhythmie. damit war ich zumindest theoretisch auf alle eventualitäten vorbereitet. letztlich waren es auch nur zwei stunden und etwas mehr als die hälfte der in live geladenen tracks spielten sich im techno-bereich ab. selbst wenn drum&bass die tanzfläche leergefegt hätte, wäre immer noch genügend material zum erneuten aufbau vorhanden gewesen.

punkt 3 (auch selbstverschuldet) trat direkt auf der party auf. es hätte geholfen, früher aufzubrechen und eine s-bahn früher zu nehmen. so war ich zehn minuten vor set-beginn im club, musste dann relativ hastig aufbauen und dabei feststellen, dass es eine ordentliche brummschleife gibt, wenn ich das magsafe-netzteil anschließe. ein glück war der akku noch aufgeladen und leistungsfähig genug für die nächsten beiden stunden. der laptop stand am ende links von allem, mein controller am rechten cdj. also war spazierengehen angesagt. zu allem überfluss bekam ich das mit dem vorhören nicht hin (typischer anwenderfehler: an der traktor audio 2 beim entsprechenden regler einfach in die falsche richtung gedreht).
zusammengefasst: kein vorhören, das setup irgendwie über das pult verteilt, dann noch ein durchaus ambitioniertes musikalisches vorhaben – an sich recht gute parameter dafür, dass das gründlich schiefläuft.

es trat jedoch das gegenteil ein. einstieg mit pan sonic und monolake, alva noto, und den tempowechsel über polyrhythmie habe ich bereits nach 27 minuten absolviert (mit der seitdem ziemlich strapazierten „passage 2“ von theme auf samurai music, wenn das jemand ebenso versuchen möchte). dann über halftime von etch und „trench cadence“ von gila (auch so eine perle unter den 2018er veröffentlichungen) zu hidden hawaii, pessimist und auch der seinerzeit frisch erschienenen krust auf 31 vorgearbeitet – und das klappte. mal abgesehen vom mitgebrachten fanclub waren auch einige gäste abseits davon auf der tanzfläche und nahmen das dankbar auf.
nach insgesamt anderthalb stunden und einer climax mit ruffhouse bin ich dann wieder über den gleichen track zurück auf techno-tempo, stieg dort wieder mit „translocated“ von szare ein, um dann eine halbe stunde später mit shed („a100“) zu enden. auch wenn manche kombinationen mangels vorhören nicht so 100%ig passten: das publikum schien zufrieden, die (echt ganz herzliche) syntop-crew war’s definitiv und ich nahm für mich mit, dass drum&bass in berlin alles andere als abgeschrieben werden sollte.
„wendepunkt“ deshalb, weil ich den trick mit der polyrhythmie seitdem öfters angewendet habe und das set mir auch den mut gab, es einfach mal darauf ankommen zu lassen, das publikum anderen tempi auszusetzen. ich höre seitdem bei den neuerwerbungen etwas mehr auf tracks, die rhythmisch mehrfach gelesen werden können. drum&bass macht dank samurai music oder uvb-76 ohnehin seit ein paar jahren wieder viel freude. und wenn techno-neuigkeiten weitestgehend langweilen, warum dann nur in nostalgie schwelgen oder (schlimmer) sachen kaufen oder spielen, weil sie funktionieren, ohne wirklich dahinterzustehen? wäre nicht ehrlich, vor allem sich selbst gegenüber. also trage ich lieber der tatsache rechnung, dass mich seit jeher mehrere stile interessieren und versuche, das möglichst kohärent zu verpacken.

auf der party bekam ich dann nur oben haumy mit, der ziemlich liquid-angehauchten drum&bass spielte, was auf der kleineren tanzfläche aber auch schön funktionierte. spule und rill bretterten derweil munter-fröhlich auf dem mainfloor und hatten damit mehr leute auf ihrer seite als ich zuvor. das lag zum einen am stil, zum anderen aber auch an der simplen tatsache, dass sich der club ab 2 uhr nochmal gefüllt hatte. gegangen bin ich aber zum sonnenaufgang gegen 5 uhr und seitdem nicht mehr in den humboldthain zurückgekehrt. auch die syntop-crew ist auf der suche nach einer neuen location, nachdem die konditionen vom humboldthain sich für sie nicht mehr rentiert haben.

perfektionist, der ich nun mal bin, habe ich das set nochmal daheim nachbereitet und nachgemixt, das sei hiermit verlinkt. die gesamte tracklist ist im tag enthalten.

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utoc error

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entstehungsgeschichte
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tracklist
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[berlin / 16.04.2017] about blank: bewegungsfreiheit #10

auch wenn es besser wäre, wenn es den anlass für die party nicht gäbe, kann ich mir in puncto publikum, stilvielfalt und gelebter teilhabe aller beteiligten keinen besseren abschluss des osterwochenendes vorstellen.

line-up

lobby
00h00 nitam
02h30 rvds
05h30 kate miller

zelt
20h30 podiumsdiskussion
21h30 musik-performance
22h00 soli-tombola
22h30 plattenversteigerung
23h00 past forward
08h00 elliver
10h00 girl
13h00 grizzly
15h00 schleppgeist
18h00 lake people
19h00 steffen bennemann

mdf
01h00 stephan hill
04h00 pete
07h00 stype

hütte
01h00 dj caro & dj waleed
05h00 bewegungsfreiheit dj-team

eintritt
20-23 uhr: spende
23-1 uhr: 10 euro (+ spende)
ab 1 uhr: 12 euro (+spende)

nachbetrachtung
ich war erst kurz nach 6 uhr da, erfuhr an der kasse, dass herr bennemann nicht aufgetaucht war, und war erst verwundert, weil er doch wesentlich später hätte dran sein sollen. er hatte um verschiebung seines slots in richtung finale in der lobby gebeten und dann verschlafen. also machte rvds entsprechend länger und kate miller spielte später vor grizzly im zelt (und das richtig gut, also alle drei).

wegen einsatzes in vier wänden und arbeitsleben bis inklusive karfreitag blieb für mich nicht wirklich zeit für eine gründliche vorbereitung. am liebsten wäre mir mehr kante wie beim letzten jahr gewesen, andererseits ist techno auf dem mdf mittlerweile die sichere bank. da traf sich die staub drei wochen zuvor ganz gut, und davor war noch genügend zeit, sich mehr alternativen zurechtzulegen, weshalb ich manches nicht im dortigen set spielte.
kurz gesagt: resteverwertung mit ein paar dopplungen (an der „consume iv“ von stenny auf ilian tape habe ich nun mal einen narren gefressen) und aufgrund des unerwarteten todesfalls von mika vainio auch mit ein paar tracks mehr von ihm, um die (irgendwie alberne) regel, nicht mehr als zwei tracks von einem produzenten im set zu haben, bewusst als tribut zu verletzen.

aufbau während des herzlich fordernden, aber nicht zu sehr bretternden pete-sets ohne probleme. nach kurzem ausflug an die bar dessen süffisanter kommentar, dass mein controller „einen abgang gemacht“ hätte, weil die vibration ihn vom tisch befördert hatte. den controller hatte er dankenswerterweise sicher geparkt und der funktionierte bei erneuter verbindung ohne probleme. ist deshalb erwähnenswert, weil ich einmal während des laufenden sets dachte, dass er doch etwas abbekommen hätte, weil keiner der regler mehr funktionieren wollte und ich einen übergang daher nur mit den richtungstasten bestritten habe. in dem augenblick habe ich nicht wirklich geschaltet, dass touchable auf dem ipad den job auch ganz ordentlich hätte erledigen können, aber das ist eine eventualität, die ich daheim auch mal proben sollte.
es war letztendlich übrigens natürlich eine unbeabsichtigte bedienung meinerseits: der evolution uc33e verfügt über mehrfachbelegung, die man durch tastendruck wechseln kann. da bin ich wohl im eifer des gefechts draufgekommen. hab dann instinktiv (nach mehr als einer minute) auf die 1er-taste gedrückt und ab da funktionierte auch alles wieder wie gewohnt. das war aber auch der einzige gröbere fehler, der zu keinem nennenswerten publikumsschwund führte. der geschah wie zum schluss gewohnt eher (aus-)schleichend, so dass ich nach gut drei stunden mit „clipper“ von autechre feierabend machen konnte.

der rest des vormittags / mittags fand im zelt statt, in dem kate miller housig und zuweilen breakig (unter anderem die objekt #4) und grizzly nach langsamem anfang gegen 14h30 ziemlich technoid spielte. besuchertechnisch wie immer zu den bewegungsfreiheiten eine runde sache mit ansehnlichem spendenbetrag, daher keinen grund zur klage, sondern nach wie vor die wärmste empfehlung, den ostersonntag/-montag zu verbringen.

hier noch das set: