jawohl, richtig – den neujahrstrubel in der pilgerstätte am wriezener karree habe ich mir dieses jahr gespart. da ich bei solchen aktivitäten nicht vor den mittagsstunden aus dem haus komme, meine favorisierten residents allerdings (wie in den jahren zuvor) unten im berghain bis 16 uhr dran waren und ich nicht wie in den jahren zuvor in die verlegenheit geraten wollte, die sets zwar ganz nett, aber nicht wirklich weltbewegend zu finden, nehme ich lieber den termin unmittelbar nach dem großkampftag. auch aus reiner neugierde heraus, ob zwischen neujahr und heute überhaupt eine pause gemacht worden ist.
die panorama bar wird renoviert und ist erst ab dem 22. januar wieder geöffnet, dafür springt das lab.oratory ein. die berghain-website ist bereits kurz nach weihnachten im neuen gewand online gegangen.
berghain
00h00-05h00: don williams
05h00-06h00: snuff crew live
06h00-10h00: neville watson
10h00-15h00: phonique
15h00-ende: boris & nd_baumecker
lab.oratory
00h00-04h00: daniel wang
04h00-08h00: i-f
08h00-ende: jeffrey sfire
12 euro
review
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den gedanken im hinterkopf, mit ein paar anderen den silvester-hedonisten ein schnippchen zu schlagen und den kurz auf neujahr folgenden samstag zur nachträglichen begrüßung des neuen jahres zu gebrauchen, machte ich mich gegen 1 uhr auf den weg – nur um vor der tür festzustellen, dass mindestens 50 leute den gleichen gedanken hatten wie ich. so viele standen bis ungefähr zur hälfte des weges, und die schlange ebbte auch recht schnell nicht ab.
drinnen hing noch die silvester-dekoration: viel lametta, gerade im treppenhaus, und led-reihen an der berghain-decke zur ergänzung der ohnehin schon üppigen beleuchtung. habe den laden vor 2 uhr selten so gut gefüllt erlebt.
zu den acts:
don williams: wie immer geschmackssicher. anfangs dubbig, etwas housig, vom aufbau tadellos, wieder ein paar robert-hood-platten, am ende (bei den letzten drei, vier platten) passten die übergänge nicht so recht, kann den eindruck eines schönen warm-up-sets aber nicht trüben.
daniel wang: disco war angesagt, garniert mit alten dance-mania-/chicago-sachen. die tanzfläche im lab.oratory ist zwar recht überschaubar, dafür ist es der rest im erdgeschoss nicht. das meiste geschehen konzentrierte sich jedenfalls dort, was auch für den dj spricht.
snuff crew: stehen mit beiden beinen in der festen tradition von trax records, dj international und allem anderen, was chicago vor 1990 ausgezeichnet hat, nur mit heutigen produktionsstandards. man hat gemerkt, dass die beiden sich vorab gut abgestimmt hatten, so blieb nach der „flashback“-coverversion als geste in richtung laurent garnier zum schluss der eindruck eines in sich schlüssigen mit viel spielfreude garnierten sets zurück.
i-f: kam pünktlich zu „space invaders are smoking grass“ runter, der rest italo-disco, für mich kein sound, dem ich als käufer hinterherrenne, aber dennoch macht ihm in der beziehung so schnell niemand was vor. außerdem passte es perfekt zur umgebung, gibt also auch hier nichts zu meckern.
neville watson: die überraschung, weil er lupenreinen acid-house spielte, und das konsequent über drei stunden. passte zu den snuffs zuvor, und ins berghain sowieso. war hoffentlich nicht zum letzten mal dort zu hören.
jeffrey sfire: etwas housiger als i-f zuvor, die tanzfläche im lab wollte sich auch dabei partout nicht leeren.
phonique: im berghain war’s zu dem zeitpunkt schon etwas entspannter, was den füllgrad angeht. er hat einfach das gespielt, was er sonst oben in der panorama bar auf die teller packt – also house. kann sich aber der eine oder andere denken, wie das über die funktion one klingt. bin dennoch konditionsbedingt um 11 uhr heim.
fazit:
im nachhinein die wohl richtige entscheidung, das neue (feier-)jahr so zu begrüßen. musikalisch durchgängig großes tennis in den jeweiligen sparten, das publikum gottseidank schon gut erholt von silvester und entsprechend gelöster. und auch wenn die gay-community berlins lieber unter sich bleibt, fände ich es ein bis zwei male im quartal ganz schnieke, wenn das lab.oratory zum parallelbetrieb im berghain (meinetwegen ohne panorama bar, wenn man bedenken hat, dass es nicht voll genug wird) geöffnet würde.
ohne wenn und aber: ein durchweg schöner abend.
Hi Stype…
Habe heute abend meine Berghain Premiere – wäre schön wenn du mal zwecks Koordination in den #elektrofahndung chan kommen würdest 🙂