[berlin / 03.08.2013] berghain: klubnacht

und wieder die treue unter beweis stellen. auch wenn ich die musikalische entwicklung ian pooleys in den jahren nach 2000 wirklich nicht in weiten teilen mittrage, nutze ich die gelegenheit, um ihn in aktion zu erleben. herr dettmann ist sowieso stets einen besuch wert, aber vor allem möchte ich den garten mal wieder sehen, der im letzten jahr aufgrund der witterung bei meinen visiten stets geschlossen war. bei dem freiluftprogramm wird es (eine stabile witterung vorausgesetzt) leicht, das gewissen zu beruhigen, sich lauter musik in clubs hinzugeben anstatt sich im see abzukühlen.
plan: doppelschicht. die erste von ein wenig pooley bis herrn dettmann, schönheitsschlaf bis mittag, und dann den sonntag genießen.

klubnacht

berghain
00h00: ian pooley
04h00: beroshima live
05h30: marcel dettmann
08h30: len faki
12h00: jerome sydenham
17h00: freddy k
21h00: henning baer
01h00: mørbeck

panorama bar
00h00: anthea
04h00: matthew styles
05h00: monika kruse
08h00: andhim

garten
12h00: grizzly & peter a.
16h00: sven weisemann

eintritt
14 euro

nachbetrachtung
auch wenn pläne nicht ganz zum partyleben, jedoch umso besser in die vielzitierte work-life-balance passen und ich mir damit gerne den schuh des pedanten anziehe: ja, es lief genau nach plan. erste schicht von herrn pooley bis zu marcel dettmann, die zweite von der mitte des grizzly-sets bis kurz vor mitternacht. hat dann auch gereicht.

war so gegen 2 uhr da, wo ian pooley schon gut unten gas gab. unter anderem die killabite 2, „diabla“ im sls-remix und dave clarkes „southside“ hat er gespielt und mich damit gut zwölf bis 14 jahre zurück katapultiert – fühlte sich ganz gut an, fand es nur so früh etwas schade. obwohl es gut gefüllt war, sind das alles tracks, die gerne mal wieder mehr leute hören könnten, die das alles von damals nicht kennen. anthea konnte oben auch eine gut gefüllte tanzfläche mit ganz normalem house bei laune halten.
beroshima fand ich nicht sonderlich zielführend. hatten so in der mitte eine ganz gute treibende phase (da lief auch eine variante von „electronic discussion“), aber mich trieb das set eher nach oben zu matthew styles, der das gegenteil von unten demonstrierte. hatte eine klare linie im set, auch wenn es mich jetzt nicht dazu zwang, dass ich mir seine veröffentlichungen zulege. aber cluborientiert war das in jedem fall.
zu marcel dettmann kann ich mich nur wiederholen: status als lieblings-vize-berghain-resident neben pete erneut gerecht geworden, da waren drei stunden fast zu kurz. aus gründen der gesundheit oder der kraftreserven jedoch goldrichtig.

zweite runde, direkt in den garten, der im berghain-forum meiner meinung nach zu unrecht miesepetrig bedacht wird. etwas gemütliches wie im about blank oder kater holzig kann und sollte man nicht erwarten. ich fand es zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, dass die tanzfläche nun im container liegt und die ursprüngliche nun als deren erweiterung dient. aber die wasserschläuche gibt es noch und überhaupt sind die kleinen hügel und die verschiedenen nischen mit den bereits seit jahren bekannten betonbänken doch gemütlich. passt stilistisch meiner meinung nach zur unterkühlten ästhetik des clubs, zum davonlaufen ist der garten jedenfalls nicht. würde ihn jedenfalls der panorama bar bei 30+x grad vorziehen, aber gut, da würde ich eh zusehen, mich anderweitig herumzutreiben.
von peter a. habe ich wenig gesehen, jedenfalls nicht hinter dem pult. stattdessen schwang grizzly gewohnt gut das zepter, gleiches gilt auch für sven weisemann später. zu jerome sydenham habe ich so kurze abstecher gemacht, dass es für eine bewertung nicht reicht, freddy k hingegen traute sich, alte dance-mania und (wirklich zum frohlocken) „ringbinder“ von neil landstrumm zu spielen. das alles auch in einem schönen treibenden tempo, was mich durchaus länger als eine viertelstunde im berghain halten konnte.
henning baer profitierte danach von der schließung des gartens und der dritten (?) welle an gästen, denen in den sommermonaten sonntags nichts anderes als das berghain übrig bleibt, da die panorama bar nach dem ende im garten nicht mehr öffnet. als ich gegen 23h30 den heimweg antrat, war die tanzfläche jedenfalls so voll wie in einer guten samstagnacht.

in summe: wieder mal ein schöner abend im durchaus oberen berghain-mittelfeld.

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