[berlin / 05.-11.08.2013] krake festival 2013

zwischen erster und zweiter berghain-schicht mal eben auf wordpress 3.6 aktualisieren und die werbetrommel für die 2013er auflage des krake festivals rühren. ich gebe mir am montag, mittwoch und sonntag als gast die ehre.

krake2013

05.08.2013 / passionskirche, ab 20 uhr: opening
monolake live
cristian vogel live
paroah chromium live
prokyon live
adam weishaupt
vorverkauf: 20 euro

07.08.2013 / berghain kantine, ab 22 uhr: a night of glitter and penises
furfriend live
hard ton live
anklepants live
dj flush
dj wawashi
vorverkauf: 10 euro

09.08.2013 / suicide circus, ab 24 uhr
untold
dasha rush live
bill youngman live
phon.o live
karl marx stadt live
hanno hinkelbein
ultraviolett
uta
the apron controller
the29novfilms visuals
vorverkauf: 12 euro

10.08.2013 / suicide circus, ab 23 uhr
dopplereffekt live
fennesz live
frank bretschneider live
traversable wormhole live
gen.hectic
adrian friedrich
dj flush
sebastian kökow
fist van odor
adam weishaupt
vorverkauf: 12 euro

11.08.2013 / kiekebusch, ab 12 uhr
i-f
max cooper live
nathan fake live
dadub
eomac
lxc feat. al haca soundsystem
hubble
alienata
günther lause
axiom
adam weishaupt
vorverkauf: 12 euro, shuttle vom s-bahnhof zeuthen ist eingerichtet.
ablauf
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nachbetrachtung

montag, 05.08.2013
der eröffnungs-montag von 2012 hatte ja schon einiges an positivem echo gebracht und auch ich war gespannt, wie sich (im weitesten sinne) ambient in der umgebung einfügen kann.
das einzige, was mir von dem abend als unangenehm in erinnerung geblieben ist, waren die sich meldenden knochen nach mehrstündigem sitzen auf der holzbank. ansonsten gab es noch kleinere probleme mit dem linken boxenturm, wodurdt prokyons set eher in mono stattfand. da fand ich es wiederum gut, dass zwischen ihm und herrn vogel eine längere pause gemacht wurde, um der sache auf den grund zu gehen. half auch, den rest des abend über gab es gar keine probleme mehr.
paraoh chromium fand ich als gesamtkonzept schon interessant. spielt schon bei seinem auftreten mit der altägyptischen ästhetik, und diese art synthetische oboe, deren sounds er stetig verfremdete, passte da super ins bild. schöne eröffnung, dies.
prokyon war nicht minder schlecht, für die soundprobleme konnte er am wenigsten was, aber schöne symbiose zwischen musik und visuals.
cristian vogel führte sein konzept der „eselsbrücke“ vor, und dazu sollte man erst sein paper gelesen haben. das ist noch um einiges abstrakter als das, was er mitte der 1990er-jahre auf mille plateaux gemacht hat. wer sich noch an die trurl & klapaucius auf supremat erinnert, kriegt einen ganz guten anhaltspunkt. schwer verdaulich, ohne frage. auch ich finde sein tanzflächenfutter immer noch um einiges ansprechender, dennoch schön, dass er sich nicht auf dem technischen und inhaltlichen status quo ausruht.
mit monolake gab es die möglichkeit, vom eher passiven zuhörerdasein zum aktiven bestandteil einer party zu wechseln. auch wenn ich erstmal das gewissen befragen musste, ob es okay ist, in einer kirche zu tanzen, sah ich nach zehn minuten keine probleme mehr darin. es schien einigen anderen ähnlich zu gehen, es war jedoch schön zu beobachten, wie immer mehr leute über ihren schatten sprangen und sich zu den wie immer toll arrangierten rhythmen und sounds von herrn henke inklusive wieder mal tollen visuellen effekten von tarik barri bewegten. robert henke selbst sammelte mal wieder menschliche pluspunkte, als er ein stück kurz anspielte, es unterbrach, mit den worten „geht gleich weiter, muss mir nur erstmal mein bier von hinten holen“ verschwand und dann direkt weitermachte. um die zugabe musste man ihn auch nicht lange bitten – er hatte sichtlichen spaß an dem abend.
klasse eröffnung.

mittwoch, 07.08.2013
kam direkt zu hard tons set an, was eine eindrucksvolle performance dessen war, was die queere gay-kultur so ausmacht. er gehört zu der sorte an performern, die sich ihr publikum nicht lange erobern müssen, sondern durch verkleidung, schminke und vor allem einer wahnsinnig guten stimme von der ersten sekunde an packend sind. es steht auf einem anderen blatt papier, dass die art von discoidem house nicht ganz mein stil ist, aber es war mitreißend, was nicht zuletzt das saunaklima in der berghain-kantine bestätigte.
furfriend ebenfalls als optisches gesamtkunstwerk, nehmen ihren projektnamen sehr wörtlich mit langhaar- und -bartperücken, was bei gefühlten 40 grad raumtemperatur bestimmt an den körperlichen flüssigkeitshaushalt ging. musikalisch war’s mir über weite strecken zu trocken, aber der politische kommentar (russische flagge, in einen becher gestopft, „let me urinate on that“ als ansage, um dann kurze zeit später die regenbogenfahne hervorzuholen) kam genau zur richtigen zeit.
da es für mich das ende einer arbeitswoche war und die müdigkeit ihr übriges tat, war mein besuch damit auch schon wieder beendet, aber die besucherzahl konnte einen schon ziemlich neidisch machen, was an einem mittwoch im sommer dort so gehen kann.

sonntag, 11.08.2013
keine ahnung, wie das mit dem shuttle so funktionierte, hatte sowohl auf dem hin- als auch auf dem rückweg das glück, mich in einer fahrgemeinschaft einklinken zu können. der ort liegt tatsächlich etwas versteckt und der kiessee an sich wirkte auch etwas trostlos, aber der ort an sich war zum wohlfühlen. nur schade, dass die etwas abgekühlten temperaturen doch ein paar leute in berlin bleiben ließen, so dass axiom wie immer schöne electro-sachen quasi für sich alleine spielte und der zweite floor als konsequente und richtige entscheidung auch frühzeitiger geschlossen wurde.
ein glück konnte ich noch gut die zweite hälfte des i-f-sets mitbekommen, das er querbeet durch electro, acid, italo-disco und abba („lay all your love on me“) richtig schön kurzweilig gestaltete. max cooper und die eomac-zugabe gerieten beide schön technoid-treibend, und nathan fake sorgte beim schluss nochmal für die sphärisch-hymnischen momente. ganz bis zum ende habe ich es nicht mitbekommen, da ich zu mitfahrangeboten bei so einer lage schwer „nein“ sagen kann. guter abschluss, dem entweder eine bessere witterung und somit mehr leute oder dann doch eine location innerhalb berlins aber doch ganz gut gestanden hätten. so bleibt der montag tatsächlich mein favorit.

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