handlungsbedarf beim so36

die situation mit der nachbarschaftlichen beschwerde und dem limiter als deren resultat war bereits im zusammenhang mit der „killin‘ me“-party vom 2. märz ein thema. da dämmert es jedem veranstalter, dass es so nicht weitergehen kann. bands kommen sich verschaukelt vor, wenn sie an einem solch renommierten ort gebeten werden, ihre instrumente leiser zu stimmen, dem publikum lässt sich auch nicht ohne weiteres ein maulkorb verpassen.
eine lösung fände sich im bau einer schallschutzmauer – so weit, so gut. nur kann das so36 deren bau aus eigener kraft nicht finanzieren und unternimmt einen richtigen schritt: sie machen die ganze thematik publik.
gibt viel lesestoff, sollte einem die zeit aber wert sein. ansonsten könnten sich andere clubs oder partyreihen ausnahmsweise altruistisch zeigen und eine soli-party veranstalten, die den fortbestand des legendären ortes sichert. es würden sich bestimmt eine menge bands oder djs finden, die dort für lau spielen.

SO36 – 30 JAHRE OHNE MAUER SIND GENUG

SO36 bald ohne SO36?

Das Kollektiv für Kultur- und Musikveranstaltungen SO36 in der Kreuzberger Oranienstraße feiert dieses Jahr sein 30jähriges Bestehen. Doch das SO36 ist gerade jetzt massiv bedroht. Ein gewöhnlicher Nachbarschaftskonflikt um Ruhestörung hat sich zu einer existenzbedrohenden Krise ausgeweitet. Letztlich scheint eine mehrere Meter hohe Schallschutzmauer die einzige Möglichkeit, das Weiterbestehen des SO36
in Kreuzberg zu sichern.

Was ist passiert? In den letzten Monaten gab es Beschwerden eines Nachbarn, der sich vom SO36 durch sein Küchenfenster gestört fühlt. Wir haben alles in unserer Macht stehende versucht, zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, da ein gutes Nachbarschaftsklima immer wichtig für uns war. Der gegenseitige Respekt ist
ein Grundbaustein der Vielfältigkeit, die Kreuzberg auszeichnet. Es war uns jedoch diesmal nicht möglich, den Konflikt unbürokratisch zu lösen. Die neueste Entwicklung ist eine offizielle Anordnung vom Wirtschafts- und Ordnungsamt des Bezirks.

Am 27. Februar erreichte uns ein Schreiben mit Auflagen zur Lärmreduzierung. Natürlich bedeutet so ein Brief noch nicht das Ende, aber wir können diese Auflagen so zunächst nicht erfüllen. Denn das, was sich offiziell Lärmreduzierung in Wohn- und Mischgebieten nennt, heißt für uns konkret: Konzerte in „Zimmerlautstärke“. Um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, führt letztlich kein Weg an umfangreichen bauakustischen Maßnahmen im SO36 vorbei. Zentrum dieser Maßnahmen wird die Errichtung einer Schallschutzmauer neben unserem Gebäude sein. Das SO36 ist jedoch finanziell nicht in der Lage, die Kosten für den Bau der Mauer zu tragen. Ohne Unterstützung bedeutet dies das Ende des SO36.

30 Jahre SO36 in Kreuzberg

Seit 30 Jahren spiegelt sich im SO36 das wieder, wofür Kreuzberg geliebt und gehasst wird. Seit 1979 arbeiten wir im und mit dem Kiez für bezahlbare Kultur. 30 Jahre SO36, das heißt 30 Jahre kollektive, linke und schwullesbische Untergrundkultur in Zusammenarbeit mit unzähligen sozialen und politischen Projekten.

Das SO36 ist einer der wenigen Ausbildungsbetriebe im Kiez mit derzeit 6 Auszubildenden! Insgesamt sind es weit über 50 Menschen, die durch das SO36 in ihrem Kiez Arbeit haben, die vom und mit dem SO36 leben. Wir sind alt, jung, schwul, lesbisch oder andersrum, wir sind Punks und StudentInnen, JobberInnen und
Festangestellte, Über- und Unterqualifizierte. Viele von uns haben einen sogenannten Migrationshintergrund, haben Wurzeln in Anatolien oder dem Maghreb, im Breisgau oder Cottbus.

Wir reden nicht nur davon – wir sind die kulturelle Vielfalt im Kiez! Wir sind keine neue Alternative zu Media-Spree und Umstrukturierung, wir sind schon lange hier und durch und mit uns ist Kreuzberg erst zu dem geworden, was es heute so außergewöhnlich und weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt macht.

Nach wie vor bedienen wir nicht nur Kommerz und aktuelle Trends – bei uns gibt es fast alles an Subkultur, von Punk und Hardcore über HipHop von und mit Jugendlichen aus dem Kiez bis zu schwullesbischem Standardtanz bei deutscher Schlagermusik. Ein Highlight ist unser monatliches KiezBingo zugunsten sozialer und politischer Projekte, für das Geschäfte und Kneipen aus der Umgebung die Gewinne sponsern.

Was wir wollen

Es war 30 Jahre lang kein Problem, das SO36 so zu betreiben wie es ist. So wie die Hochbahn seit 100 Jahren durch den Kiez rattert und trotz Sanierung nachts immer noch lauter ist als wir, muss auch das SO36 erhalten bleiben. In den letzten Jahren hat sich auch bei uns einiges verändert. Durch vielfältige Investitionen zur
Soundverbesserung sind wir effizienter und leiser geworden. Aber es gibt eine Grenze, an der es nicht mehr weiter geht. Wir können und wollen keine Konzerte und Partys auf Zimmerlautstärke veranstalten.

Bezirk und Stadt müssen eine Lösung finden! Es sind nicht die oft bemühten Sachzwänge, die dem Fortbestehen des SO36 im Wege stehen, sondern es ist eine politische Entscheidung. Wenn es möglich ist, Großprojekten wie der O2-World Millionen für infrastrukturelle Anbindung zu gewähren und Lärm-Sonderverordnungen
zu erlassen, dann kann es nicht unmöglich sein, eine Lärmschutzmauer für das SO36 zu finanzieren.

Wir sind eine kulturelle, soziale und wirtschaftliche Bereicherung.

Deshalb fordern wir von Bezirk und Stadt:
• Gebt uns Geld für eine Schallschutzmauer, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können.
• Es ist nicht an der Zeit dem SO36 Steine in den Weg zu legen, sondern Bedingungen zu schaffen, damit es weiter
geht. Wir brauchen weder Lippenbekenntnisse noch Auflagen, sondern konkrete Unterstützung! Es geht um die
Entscheidung für oder gegen unsere Kultur.

Wir sind laut und wir wollen es auch bleiben, nicht gegen, sondern mit unseren Nachbarn.

Wir werden nicht kampflos aufgeben.

via (dort ist auch alles weitere vermerkt. e-mail-adressen, an die man sich wenden kann, spendenmöglichkeit ebenfalls).

schnellschuss 002

der erste teil ist nun auch schon mehr als zwei jahre her, und da kam es eigentlich ganz gelegen, das „konzept“ zu reanimieren, um mehrere fliegen mit einer klappe zu schlagen.

erstens habe ich die letzten meiner im club gespielten sets nicht mitgeschnitten. so etwas ist für meine begriffe nur für diejenigen interessant, die tatsächlich dabei waren und bietet mir im nachhinein eher gründe zum über-sich-selbst-ärgern (so wie das set von der „2 fröhlichen 3“-party vom vergangenen november), was aber meinem drang zur perfektion geschuldet ist. wie das eben so ist, lief es auch gleich besser. da gilt es also noch, die psychologische hürde zu überwinden, wenn ein aufnahmegerät mitläuft.

zweitens brauchte ich einen grund, um den interessenten (wenn nicht sogar fans) wieder etwas vorzeigbares zu bieten. da kam (drittens) ein feierlicher anlass gerade recht. weil die platten der vergangenen club-auftritte eh noch nicht zurücksortiert und noch einige frisch digitalisierte 12-zoller griffbereit in der nähe waren, suchte ich fix einen pool an ca. 50 platten heraus und ging spontan ans werk.

somit war das geschenk rechtzeitig fertig, und jeder interessierte kann nun nachhören, wie sich die vergangenen live-sets angehört haben müssen, wobei vorab zu bemerken ist, dass der grundtenor im vergleich zum ersten teil wesentlich ruhiger ist. auch irgendwie logisch, weil es sich stets um das warm-up handelte. man dürfte also nichts verkehrt machen, wenn man mit genau diesem anspruch zuhört. sofern die zwei stunden manch unentschlossenem am samstag abend den anstoß geben, doch noch in richtung club zu gehen, ist das ziel erfüllt.

tatwaffen: zwei technics 1210 mk2 mit shure m44-7 und ein ecler nuo 3. zum vorerst wohl letzten mal, wie man es sich anhand der vergangenen ableton-battles zusammenreimen könnte. aber mehr zu gegebener zeit.

wie bereits beim letzten mal über soundcloud. kommentare gerne dort, falls ihr angemeldet seid. falls nicht: bitte hier.

nachtrag, 21.07.2013:
aufgrund soundcloud-standardaccount-limitierung offline und hier nun direkt eingefügt.

[wpaudio url=“http://www.dissonanzstudien.de/mixes/stype-schnellschuss_002.mp3″ text=“schnellschuss 002″]

[berlin / 25.03.2009] berghain-kantine: killekill meets headquarters

wer das tresor-line-up in den letzten zwei monaten aufmerksam verfolgt hat, wird es sich denken können, ansonsten hier nochmal: alle im line-up vertretenen plattendreher haben ihren job als residents (und auch techniker, wenn man kriek nimmt) aufgrund von zerwürfnissen mit der chefetage gekündigt. würde zu weit führen, das hier in allen details auszuführen – wer unbedingt darauf brennt, mehr zu erfahren, kann sich via myspace direkt an sie wenden (oder im besten sinne der schleichwerbung hier und da weiterlesen).
festzuhalten ist, dass sie zu ihren wurzeln – dem mittwoch – zurückkehren. das ganze in einer etwas kleineren umgebung als in den aktuellen räumlichkeiten in der köpenicker straße, aber das muss absolut nichts negatives heißen. glaube, dass einige der (ehemaligen) tresor-gänger verstärktes interesse an so einem line-up zeigen, was killekill als partyreihe sowieso verdient hätte.

killekill meets headquarters
baeks
dash
dry
kriek
mack
trias

ab 23 uhr
5 euro

review
zeigen

einkäufe vom 21. märz 2009

der audio-in war nach langer zeit mal wieder an der reihe.

bitstream
radiotherapy
[modern love love001]

gibt’s zwar auch digital (siehe vorhörlink), aber nicht verlustfrei. war eigentlich schon drauf und dran, mir die als mp3 sichern zu wollen, bis mir die platte zufälligerweise im electro-fach entgegenlachte. repress-version von 2006, ohne cover, es bleibt die musik, und die dürfte an dem, was das gros der tanzwilligen angeht, am offensichtlichen funktionalitätsanspruch vorbeigehen. das kopfkino wird aber exquisit bedient – bei „lost cluster“ muss man einfach unweigerlich an kubricks „2001“ denken.
„bionic hand“ bedient mit der scratch-sample-orgie schließlich auch die b-boys oder das simple bedürfnis nach subbässen.
sieben jahre nach erscheinen immer noch zeitlos, wer eine ergattern kann: zuschlagen.
clips / mp3-kaufmöglichkeit: boomkat.

planetary assault systems
the drone sector / voodoo
[peacefrog pf078]

a-seite ein prototyp des damals noch nicht ganz so inflationär produzierten perkussiven looptechnos. die b-seite gibt wieder mal ein paradebeispiel dafür ab, wie man mit einfachsten mitteln die leute zum toben bringt, die dreckig-analogen techno mit hochfrequenten sounds in dunklen kellern und / oder mit stroboskoplicht kennen und lieben gelernt haben.
clips: nuloop.

dj sneak
blue funk 2
[relief records rr722]

„runaway train“ der kaufgrund, fiel mir in einigen dry-sets auf. marschiert schnurstracks vorwärts, ohne zur seite zu blicken, inklusive der mittlerweile schon hundertfach verbauten und somit berechenbaren abfahrtssignale, aber wenn man mal ehrlich ist, wird’s doch echt wieder zeit für so etwas.
sonst schwächer als der erste teil.
clips: smallfish. klingen leider alles andere als gut, und den besten track unterschlagen sie auch noch. einen ungefähren eindruck vermittelt eine ältere mix-cd von ihm: klick (track 6).

[berlin / 21.03.2009] horst krzbrg: m-amstag

am 7. märz wurde im horst mit verstärkung von word and sound, redshape und falko brocksieper eröffnung gefeiert. das echo war positiv, und nachdem gleich zwei wochen später so ein fein ausgesuchtes line-up ansteht, schaue ich eben rum.
tatsächlich im kreuzberger westen, direkt am u-bahnhof hallesches tor.

m_amstag_10

review
zeigen

[berlin / 13.03.2009] berghain: leisure system / upon you nacht

ls03

berghain: leisure system
00h00-02h00: harmonic 313
02h00-03h00: tim exile
03h00-04h30: jackson
04h30-05h30: richard devine
05h30-06h30: otto von schirach
06h30-ende: voltek

panorama bar: upon you nacht
00h00-03h00: mathias mesteno
03h00-05h00: marco resmann
05h00-08h00: bart skils
08h00-11h00: marcus meinhardt
11h00-ende: the cheapers

10 euro, beide floors wie an einem gewöhnlichen samstag zugänglich.

review
zeigen

[berlin / 07.03.2009] arena club: fuck me now love me later feat. the mole people

fuck me now love me later feat. the mole people
zander vt (bpitch control)
daniel dreier (highgrade)
matchbox (get physical)
mutlu (sender)
16 lux (homeless clouds)
red head (the mole people)

arena club
eichenstraße 4
s-bhf treptower park / u-bhf schlesisches tor

ab 23 uhr
10 euro

erwartet im anschluss keine ausführliche nachlese. werde zur frühschicht auftauchen, wenn 16 lux ab 6 uhr spielt. wesentlich mehr werde ich dort auch nicht mitnehmen.

review
zeigen

[studio kp3] flat beat 2009.1

„studio“ klingt auch gleich viel seriöser, auch wenn es ein wenig hoch stapelt.
wird eine für die außen- und innenwelt gleichermaßen reduzierte ausgabe, weil hier eigentlich andere feierlichkeiten im zentrum stehen. da diese aber dennoch einen größeren geräuschpegel als im normalen wohnbetrieb mit sich bringen, ist das für marcel und mich ein willkommener anlass, als frischgebackene ableton-live-besitzer zu sehen, ob und wie man damit sets bestreiten kann. wenn ja, kann ein etwas größeres publikum das am 18. april in freiberg (sachsen) bestaunen.
kommentare sind hier wie immer deaktiviert, bei den pages ist das allerdings bereits vermerkt. da könnt ihr euch austoben.