[berlin / 03.10.2015] berghain: klubnacht

und hier der sonntag, von dem ich eben sprach.

klubnacht

berghain
00h00 function
04h30 karenn live
05h30 sunil sharpe
09h30 mark broom
13h30 rødhåd
17h30 boris
21h30 sven von thülen
01h30 pete

panorama bar
00h00 soundstream
04h00 honey dijon
07h00 simoncino
11h00 massimiliano pagliara
15h00 carl craig
18h00 gonno
21h00 tama sumo
01h00 ben ufo

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
das war eine doppelschicht, und zwar eine, die in vielerlei hinsicht erhellend war.

die erste davon geriet wesentlich kürzer: karenn bis ungefähr zur letzten stunde von simoncino. in der zeit war’s allerorten sehr angenehm gefüllt, wirkte ein bisschen wie die ruhe vor dem sturm, der wohl spätestens mit carl craig eintraf.
karenn für meine begriffe solide und dann am besten, wenn der sägezahn durchkam. hab nur nicht nachgeschaut, ob das eine echte 303 auf dem pult war. ohne frage gut gekonnt für improvisation, hätte aber etwas brachialer sein können, wenn es nach mir ginge (da ist ihr erster berghain-gig für mich immer noch der maßstab).
zackiges tempo gepaart mit rauhem schliff gab’s dafür bei sunil sharpe. „la real“ von surgeon, aber auch electro wie „mr blunt“ von dexter.
techhousig-treibend hingegen bei simoncino oben, allerdings reicht meine expertise da auch nur für offensichtliche gassenhauer wie „groove la chord“.

zweite schicht: 1 uhr in der nacht von sonntag auf montag bis 8:30 uhr. man muss sich ja die kosten für getränke und smoothies ja irgendwie verdienen. da es aber schon ewigkeiten her war, dass ich pete dort den schluss habe spielen hören, habe ich mir diesen leichtsinn mal gegönnt. alleine wegen „punisher“ von ur um 5 uhr früh sowie den sich stetig leerenden und somit angenehmer werdenden floor war es das wert – in musikalischer hinsicht sowieso, auch wenn er nicht so hart spielte wie bei den schlusssets jahre zuvor.
dieser harte übergang von der parallel- zur normalwelt hatte auch etwas für sich, das mich leicht grinsen ließ. allerdings war mir spätestens beim regenerieren klar, diesen leichtsinn in keinem fall zur regel werden zu lassen.

[berlin / 02.10.2015] suicide: acid ist fertig

auch wieder eher kurz als lang vorbeischauen, der sonntag wird lang genug.

acidistfertig20151002

line-up
hardfloor live
frank horn
soolee
john hussey

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
am start war ich von 2 bis 6, mitbekommen habe ich in der zeit tatsächlich alle. soolee zum anfang, weniger acid, mehr tribal-tools. frank horn fand ich danach wesentlich besser. nicht nur, weil er sich ans motto hielt, sondern auch mehr tracks mit identität oder zum abgucken spielte (vin sol auf clone jack for daze beispielsweise – erfindet das rad nicht neu, bedient sich aber sehr gut bei der chicago-tradition). hardfloor können es einfach immer noch und begnügen sich nach mehr als gut 20 jahren nicht mit einem best-of und arbeiten auch sehr gerne mit tempiwechseln. schön zu sehen, dass das publikum dabei mitging. ob john hussey bis zum schluss gemacht hat, weiß ich nicht. frank horn kam mir mit seiner einen stunde etwas kurz. aber mr hussey brachte die geschichte auch auf einen guten 303-nenner mit ausflügen zu robert hood oder green velvet / harvard bass („laser beams“ – eine der neueren relief, die an mir vorbeigegangen sind, weil ich nach „whatever“ irgendwie nichts mehr mit ihm anfangen konnte).
insgesamt eine ordentliche sache, aber so wirklich angenehm finde ich das, was sich um das suicide und um das raw-gelände abspielt, wirklich nicht mehr. da wird ausnahmslos jeder von einer gruppe an der treppe angetanzt und dabei der griff an hosentaschen gewagt. selbst wenn man klar verdeutlicht, dass man dies nicht möchte, wird unter dem deckmantel der wochenendlichen hochstimmung nicht lockergelassen. scheine selber ein gutes timing erwischt zu haben, aber beim warten unten beim suicide vor der tür kriegt man so einiges in der richtung mit, das mich jetzt so ungewollt konservativ schreiben lässt. drinnen lässt es sich schon aushalten, aber im vergleich bietet der tresor für mich mehr wohlfühlpotential. potential deswegen, weil ich im schnitt immer noch häufiger im suicide bin, das aber zum wohle der langzeitbeobachtung mal ändern sollte.

[berlin / 30.09.2015] about blank: refuge

das wird meinerseits eine richtig kurze visite, aber der grund für diese party ist eben frappierend aktuell und mir beim spenden sowieso wohler, wenn ich genau weiß, wo es hinfließt.

refuge20150930

nachbetrachtung

am start war ich gegen 23:30 uhr, womit ich zwar leider barker & baumecker verpasst hatte (spielten von 21-23 uhr auf dem mdf), aber neben dem guten zweck war eh objekt das ziel, und der war von 23-1 uhr in der lobby zugange.

was mich im positiven sinne überraschte, war der füllgrad zu der uhrzeit, bei der man sich üblicherweise auf der tanzfläche beobachtet fühlen könnte, weil man der einzige ist. aber stattdessen reges treiben und ausgelassen gefeiert wurde auch noch.
objekt kriegte mich auch recht zeitnah, als ich ca. zehn minuten im club war. geht mit „do da doo“ im plastikman-remix auch sehr leicht, zugegeben. bis ca. 0:30 blieb es auch techno mit ausflügen zu electro, und mit hilfe eines ambient-tracks drosselte er das tempo um geschätzte 10 bpm, um mit house der eher rauheren sorte weiterzumachen. auch wieder schön hierbei, dass die leute das mitmachten.

bin ganz diszipliniert nach seinem set gegangen. hätte zwar gerne noch sachspenden dabei gehabt, aber zur inventur des kleiderschranks blieb einfach keine zeit. so eben nur finanziell, aber auch das müsste sich gelohnt haben – dem füllgrad und der ganz kleinen schlange vor dem eingang nach zu urteilen. zeigt, dass mit solidarität doch einige erreicht werden können – auch bei den beteiligten musikunterhaltern, die wahrscheinlich selbst großzügig verzichtet haben, um ein line-up zu ermöglichen, das mancher club gerne an einem wochenende hätte. angesichts der politischen lage nehme ich sehr stark an, dass dies nicht das letzte mal gewesen ist und man in absehbarer zeit mit trittbrettfahrern rechnen muss, die den solidaritätsgedanken eher dazu nutzen, sich selbst eine goldene nase zu verdienen. beim blank mache ich mir jedoch keine sorgen, dass sie sich schon die richtigen organisationen heraussuchen.

[berlin / 26.-28.09.2015] about blank: grizzly nation

das about blank schließt die gartensaison wie in jedem jahr mit einer geburtstagsfete, die sich alleine schon wegen des line-ups gewaschen hat.

grizzlynation20150926

lobby
00:00 filburt & peter invasion
04:00 aera live
05:00 silva rymd & diwa
09:00 main (void) live
10:00 alex.do
21:00 sportbrigade sparwasser
00:00 perm live
01:00 elisabeth
03:00 akmê

mdf
00:00 miami müller
03:00 perel live
04:00 manamana
07:00 schlepp geist live
08:00 gene siewing

garten
23:00 toni mahoni & band live
00:30 grizzly
02:30 ralf köster
04:30 nina
08:00 c.love live
09:00 rouge mécanique live
10:00 rss disco
12:00 m.rux live
13:00 mira
15:00 rampue live
16:00 jochen discomeyer
18:00 anne clark feat. herrb live
19:00 steffen bennemann
21:00 lake people live
22:00 red panda live

nachbetrachtung
war zwei male da, wobei das erste nicht so wirklich zählen kann: mitternacht bis ca. halb eins. war zum stempelholen gedacht, weil ich annahm, dass die schlange tagsüber bis zum ostkreuz-knick reichen könnte. war aber auch ein irrglaube, wie sich später herausstellte.

reste von toni mahoni plus gitarristen (= „band“) mitbekommen: chansons mit berliner mundart. das kriegen schon leute wie fil oder alexander spree gut hin, herr mahoni macht da keine ausnahme. schade, dass ich’s nicht vorher geschafft habe.

zweite schicht grob von 1 bis 1, alex.do drinnen nicht zu hart, eher melodisch, mit einigen hits („falling up“ im carl-craig-remix, einiges von mathew jonson, bspw. „marionette“ oder „magic through music“), hielt aber den nachmittag über die leute gut bei laune.
ab 17 uhr war ich dann doch mal draußen, wo jochen discomeyer gerade „sign o‘ the times“ von prince spielte, womit man mich ja immer kriegt. der rest inklusive des auftritts von anne clark (mit gleicher tracklist wie auf der fusion übrigens) fand für mich dann bis zur dämmerung an der tischtennisplatte und spätestens wieder bei lake people (besser als in der panorama bar vor einigen monaten) auf der tanzfläche statt. das ambient-set von red panda setzte der party – und wahrscheinlich auch der gartensaison – noch eine kleine krone auf. komischerweise trug dazu auch die laserinstallation bei, obwohl ich das sonst (gerade nach der erfahrung aus dem fabric) auf parties eher nicht so begrüße. der eh schon bezaubernde blank-garten hat davon aber echt profitiert – kann gerne nochmal so stattfinden.

die sportbrigade sowie perm habe ich nur am rande vom sofa im toilettenbereich aus wahrgenommen, weil mir nach dem ende im garten sehr nach sitzen, aber noch nicht ganz nach heimgehen zumute war. schlecht war beides nicht, aber losreißen konnte / wollte ich mich dort erst, als es wirklich zeit zu gehen war.

wie zu erwarten: rundum angenehm. die leute verteilten sich gerade tagsüber sehr gut, so dass kein gedränge herrschte. eventuell habe ich mich aber auch zu den stoßzeiten – wie bei anne clark – einfach nur den bereichen mit erhöhtem andrang entzogen.

[berlin / 19.09.2015] berghain: klubnacht

die untreue hält dieses mal nur für eine nacht.

klubnacht

berghain
00h00 norman nodge
04h00 francois x
09h00 hd substance
13h00 stenny
17h00 kobosil
21h00 marcel dettmann
01h00 len faki

panorama bar
00h00 steve mizek
04h00 rroxymore live
05h00 dj sprinkles
08h00 christopher rau
12h00 margaret dygas
16h00 discodromo
21h00 the black madonna
01h00 function

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
so um die 12 stunden war ich da, von 1 (nachmittags) bis 1 (nachts), und nachmittags war das vor der tür und drinnen sehr entspannt. gewechselt habe ich die etagen in der zeit mehrmals. nicht, weil es langweilig war – allerdings war der sonntag von niemandem eine musikalische offenbarung. achtung, jammern auf hohem niveau: guter durchschnitt von jedem, wobei herr dettmann in durchschnittlicher form ja immer etwas besser als der rest ist. war für meine begriffe auch dieses mal so.
bei stenny hatte ich gehofft, dass er wieder so experimentiell mit unterbrochener kickdrum wie beim letzten mal spielt, allerdings war das sehr geradlinig (jedoch wieder mit „quoth“). margaret dygas war geschmeidig wie immer unterwegs, aber nicht zu trocken. da ward auch zwischendrin „fly life“ von basement jaxx zu hören oder (abgeguckt) „synthetic flemm“ von theo parrish. spätestens bei kobosil (besser als beim letzten mal, alleine wegen des rabih beaini-edits von „tanki tanki“) wurde es wieder deutlich voller, was direkt vor dem beginn des dettmann-sets vor der tür fast absurde ausmaße annahm: die reguläre schlange bis zum häuschen und die für gästeliste / bereits abgestempelte reichte bis zum garten. da wird es irgendwie schwierig, nur mal eben vorbeischauen zu wollen.
auf der tanzfläche war es unten jedenfalls besser auszuhalten. lag nicht an the black madonna, die mich in der kurzen zeit, in der ich mich oben ins gedränge stürzte, sehr gut mit trockenen chicago-sachen (reine drumtracks von farley jackmaster funk) kriegen konnte. langfristig ging das für mich jedoch mit ständigem körperkontakt nicht – das war unten besser, wobei marcel dettmann mich auch als erster so richtig packte. schluss war bei ihm so gegen 1:15 uhr mit „space invaders are smoking grass“, das war dann auch für mich der schlusspunkt.

gute klubnacht. überaus solide im musikalischen, jedoch sehr wertvoll im mentalen sinne, weil u.a. trotz des füllgrades am sonntag abend eine erstaunlicherweise echt harmonische stimmung herrschte und obendrein noch nette menschen um mich waren, die das auch zu einer sozialen angelegenheit werden ließen.

[berlin / 18.09.2015] tresor: tresor meets tectonic & vanguard sound

normalerweise ist es ja so, dass ein gutes tresor-line-up von dem am wriezener karree noch übertroffen wird. auch heute ist es ein kopf-an-kopf-rennen (electromotive force, ectomorph spielen live, dazu gibt’s dj hell), aber das zehnjährige tectonic-jubiläum ist es mir definitiv wert, der köpenicker straße den vorzug zu geben. auch, um mal wieder zu schauen, was sich so getan hat.

tresor meets tectonic & vanguard sound

tresor: 10 years of tectonic
pinch
peverelist
shed
2562

globus: vanguard sound!
amir alexander
hakim murphy
chris mitchell

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
da mein typ samstagmittag anderweitig verlangt worden war, konnte ich es nicht allzu lang werden lassen. daher waren es auch nur fünf stunden, aber für normale verhältnisse ist das ja auch schon was.

wie so häufig und gerne steige ich mit den kritikpunkten ein: ich fand die tür irgendwie seltsam. ohne schlange gegen 1 hingekommen, fragend guckend kurz davor stehend, bis ich ermuntert wurde, doch hineinzugehen. keine ahnung, ob ich mittlerweile so konditioniert bin, dass ich mich erstmal reinbitten lassen muss (wahrscheinlich doch zu viele clubs mit türpolitik besucht), aber ich hätte es schöner gefunden, mit einem kurzen „n’abend, kurzen augenblick bitte“ oder sowas begrüßt zu werden.
ein anderer wäre die immer noch vorhandene inkonsequenz beim durchsetzen des fotoverbots (was somit eher nach einer bitte anstatt einer regel aussieht). so schlimm wie im fabric ist es aber bei weitem nicht, dafür steht die party dann doch eher im vordergrund.
dann noch der letzte: es gibt keinen merchandising-stand mehr im garderobenbereich, stattdessen ist das ein eher stiefmütterlicher abschnitt mit kleiner bar, an dem man sich wahrscheinlich ganz gut ohne störenden durchgangsverkehr unterhalten kann. wirkt aber ein bisschen abgeschottet.

das war es aber auch mit den negativen seiten, es überwiegt tatsächlich das positive. nicht nur beim kleinen umbau unten im tresor: die zuvor mit den alten schließfächern irgendwie notdürftig hinimprovisierte linke hintere ecke ist wieder offen – keine schließfächer mehr, stattdessen eine weitere sitzecke. und es gibt absorber an der decke – wie die sich jetzt genau auf die akustik auswirken, kann ich jetzt nicht benennen. allerdings ist der sound unten tatsächlich nicht nur ordentlich, sondern für meine begriffe tatsächlich echt gut. leichter minuspunkt: tracks abgucken oder den dj durch das gitter fragen geht irgendwie schlecht, wenn der subwoofer direkt vor dem pult steht. naja, muss man vielleicht etwas mut aufbringen und nach hinten gehen.

musik gab es ja auch noch. zwar bekam ich nur die reste des dubstep-sets alter schule von pev und pinch zum anfang mit, war jedoch erstaunt, dass es besser funktionierte als 2008 (man erinnert sich: marcel heese und ich waren unsererzeit kläglich gescheitert, das mittwochs in der ersten stunde probieren zu wollen). zwar war es kein nach mehr schreiender mob, aber durchaus interessierte leute, wo ich fast das gefühl bekam, dass sie tatsächlich gezielt für das tectonic-jubiläum gekommen waren. peverelist gehörte dann die nächste gute stunde, in der er zum größten teil mir unbekannte (wahrscheinlich auch wie üblich so manch unveröffentlichte) tracks spielte, die sich aber im fahrwasser dessen abspielten, was auf livity sound und dem rückwärts betitelten schwesterlabel so passiert. pinch sorgte danach (fast wie zu erwarten) für das set des abends und legte gleich mit den brachialen rave-tracks der marke „mumdance & logos“ los. er blieb auch irgendwie in techno-gefilden, aber kaum mit gerader bassdrum. „fixed action pattern“ von surgeon war da eine ausnahme.
shed spielte so einiges aus den hotflush-anfangstagen („the knowledge“ von toasty bspw.) und in der zweiten hälfte auch (insgeheim erhofft) uk-hardcore. als produzent und live-act ist er mir jedoch lieber. kurz nach der übernahme durch 2562 musste / wollte ich auch schon wieder los, aber das bisschen war technisch und vom aufbau her schon sehr vielversprechend.
die ausflüge von oben waren nur kurz. amir alexander habe ich mir eine viertelstunde angehört und angesehen (rein optisch beim mitgrooven eine völlig andere welt als shed unten, aber das ist letztendlich auch immer eine typenfrage), was sehr schön nach melodischen neueren chicago-sachen im alten gewand klang.

wenn man die tatsache berücksichtigt, dass mit der electromotive force im berghain und anderen freitags geöffneten clubs durchaus andere schwergewichte um die gunst des publikums buhlten, war es für einen freitag mit tresor und globus doch erstaunlich gut gefüllt – für meine begriffe sogar richtig angenehm. das kann man tatsächlich auch über das publikum sagen. jedenfalls bin ich niemandem begegnet, bei dem ich aggressionspotential oder dergleichen befürchtet hätte. so simpel wie es sich auch liest, aber der tresor ist ein club, in dem die leute unkompliziert einfach mal zu hartem sound abfahren wollen. schön zu sehen, dass das freitags auch in einem von tectonic mittlerweile sehr offen definierten stil möglich ist. mein positiver eindruck vom letzten jahr, dass der tresor wieder auf dem richtigen weg ist, wurde mit dem tectonic-jubiläum bestätigt. es ist also an mir, wieder häufiger nägel mit köpfen zu machen und freitags (wenn nicht gar samstags) in richtung köpenicker straße aufzubrechen. eher freitags, weil mich die kombination aus tresor und +4-bar interessiert.
ich will nicht zu viel versprechen, aber ein weiteres jahr möchte ich damit sicher nicht warten. lieber wäre mir eine monatliche beobachtung, aber das artet mit den anderen pflichtterminen (berghain, staub) dann ja fast in arbeit aus, was für mich im privaten nun echt nicht sein muss. wird sich zeigen, was sich wann wie unterbringen lässt. zurück auf dem monatlichen radar ist der tresor jedenfalls.

[leipzig / 12.09.2015] institut für zukunft: clubnacht & same old madness

wenn ich schon mal hier bin…

clubnacht & same old madness

trakt 1
abdulla rashim
perm
solaris b2b subkutan

trakt 2
dj sotofett
dj peak
faq

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
aufgrund von vorschlafen war ich erst nach 2h30 dort, aber als berliner gleich positiv aufgrund der kurzen wege in leipzig überrascht. mit dem fahrrad von der „karli“ (quasi die simon-dach-straße leipzigs) bis zum ifz braucht man vielleicht eine viertelstunde – und dabei hetzt man sich auch nicht ab.

ohne lange um den heißen brei herumzureden: den positiven ersteindruck vom letzten jahr hat das ifz mehr als bestätigt. den außenbereich (am eingang geradeaus anstatt nach links rein) finde ich zwar etwas karg, daraus ließe sich noch gerne mehr machen. aber drinnen hat sich vieles zum positiven verändert: der trakt 1 hat nun ein paar echte strobos, wenn auch an der seite hinter dem pfeiler – zwei davor wären auch gar nicht schlecht. außerdem fällt sofort ins auge, dass das dj-pult nun an der ecke zwischen treppe und rechter wand steht und der monolith an subwoofern aufgeteilt worden ist. eine hälfte steht nach wie vor an der wand, die andere an der treppe. klangtechnisch ist es definitiv immer noch eine wohltat.
sie haben auch tatsächlich beim darkroom nägel mit köpfen gemacht – der ist jetzt hinten links in der unteren etage. beiden etagen gemeinsam ist aber ein gewisser hindernisparcours aus sitzgelegenheiten, die sich linker- und rechterseits abwechseln. schnurstracks geradeaus stampfen geht also eher nicht. in der oberen etage gibt es zudem jetzt (hinter dem ursprünglichen „darkroom“, der jetzt etwas lounge-charakter hat – etwas verniedlichend könnte man auch „knutschgrotte“ dazu sagen) weitere toiletten. man muss also nicht mehr quer durch den gesamten club, um dorthin zu kommen.
bei trakt 2, also dem housefloor, bleibt immer noch etwas zu tun. abgesehen vom bartresen gibt es keine sitzgelegenheiten, aber einen funktion-one-subwoofer, der den sound schon sehr satt macht. aber das lichtpult steht bspw. für jeden frei zugänglich herum und der dj direkt daneben. kleine emporen an den rändern empfände ich als ganz gute idee, aber mal schauen, auf was sie so kommen. fest steht, dass ich (endlich!) mal einen nicht so überzeugten eindruck revidieren muss: ich hatte sotofett letztes jahr im blank-garten als noch etwas zu zerfahren und meinetwegen auch unmotiviert in erinnerung. aber im ifz hatte ich meine freude daran, wie er von house über chicago („noise“ von paul johnson bspw., damit man mal weiß, wo michael forshaw so gesamplet hat) zu drum&bass kam, und das innerhalb von 20 minuten. acht stunden hatten sie ihm gegeben, und da hätte ich schon ganz gerne eine couch gehabt, um das einfach mal sitzenderweise zu genießen. so blieb ich eher stiller, am rande stehender beobachter.
tanzen ging auch alleine wegen des lichts und der räumlichen gegebenheiten wegen auf dem mainfloor besser. abdulla rashims set verblieb zwar auch in der richtung, wie sie auf semantica und prologue zu hören ist, jedoch war es dabei nicht statisch. die eine oder andere 303 ward auch zu hören, ansonsten nahm er mit mal mehr, mal weniger perkussiven elementen spannung raus bzw. baute sie wieder auf. klassischer fall von „nicht mein beuteschema, aber ich kann sehr gut spaß dazu haben“.

das duett von solaris mit subkutan bekam ich nur zum anfang mit. trotz vorschlafen gab es ein defizit, das nicht noch weiter befüttert werden wollte. daher bin ich kurz nach 7 uhr wieder los, jedoch nicht ohne das schon im letzten jahr beim ersten besuch feste vorhaben, sich wirklich regelmäßiger dort blicken zu lassen.

[leipzig / 11.09.2015] dr. seltsam: all night long

im noch kleineren rahmen als im staubsauger, wurde mir gesagt. house, acid, techno als grobe koordinaten – eventuell mit etwas pop, mal schauen.

drseltsam20150911

all night long
holger s. (electronic nights)
saša sora (drs)
stype (killekill)

start
22 uhr

nachbetrachtung
mehrfache premiere: mit dem fernbus fahren, so gut wie neues macbook pro retina im clubbetrieb nebst neuer soundkarte austesten, und das ohne netzteil. letzteres war zwar dabei, aber ich wollte mal sehen, wie weit ich komme.

der fernbus hatte schon mal anderthalb stunden verspätung, was aber reichte, um gegen 21 uhr in leipzig zu sein. daher waren wir auch pünktlich im dr. seltsam, das schlicht und einfach nur urig ist. tagsüber eine fahrradwerkstatt, abends eine bar mit kleiner tanzfläche. für eine geburtstagsparty im kleinen rahmen (in dem fall für holger) definitiv eine gute wahl.
saša sora sehr vielfältig, disco, house, krudes auf berceuse heroique. holger konsequent housig mit melodie, war gut im fluss, fand ich. meine wenigkeit hat ab 2h30 innerhalb von einer halben stunde mal wieder einmal gut die leute dezimiert, was aber wohl auch eh die zeit ist, in der man sich von der bar aus entweder auf den weg nach hause oder in den club macht. davon abgesehen war das set jetzt auch nicht so meine sternstunde. eröffnet habe ich mit „ocean“ von mole people und versuchte dann, ähnlich weiterzumachen. ich war aber auch nicht unglücklich drüber, als holger nach einer guten stunde ankam und fragte, ob wir nicht gemeinsam spielen wollen. noch eine premiere: vinyl und ableton live – auch das ging, genauso wie der akku die ganze zeit hielt.

feierabend gemacht haben wir dann gegen 5 uhr, was für barverhältnisse meinem eindruck nach auch voll in ordnung geht. randnotiz: die rückfahrt mit dem fernbus am sonntag verlief absolut reibungslos.

[berlin / 29.08.2015] mensch meier: bewegungsfreiheit #6

fast fünf monate sind seit der letzten bewegungsfreiheit im about blank vergangen, und gerade in den letzten fünf wochen ist einiges passiert, was an deutschland anno 1992 erinnert – nur dieses mal auch mit unterstützung aus dem (klein)bürgerlichen lager, das mit ressentiments gegenüber den fremden, die sich in den leerstehenden gebäuden der nachbarschaft niederlassen, nicht mehr hinter dem berg hält.
denen sei gesagt, dass das flüchtlingsproblem nicht nur hierzulande offensichtlich ist – auch in england lässt es sich bspw. nicht mehr verleugnen. nur wird das dort wenigstens gleich als europäisches problem begriffen, das haben sie uns als ehemalige kolonialmacht mit entsprechend bunt durchmischter bevölkerung wohl voraus. vielleicht ist es zu kurzsichtig von mir gedacht, die massenbewegungen in richtung europa aus nicht nur von kriegen, sondern auch aus den von humanitären krisen geprägten ländern als strukturelles problem zu sehen, an dem die eu einen nicht geringen anteil hat. die politische hilflosigkeit tut da ihr übriges – wohlstand ist als opium für’s volk nicht zu unterschätzen, daher ist dessen sicherung als prämisse zur wahrung des status quo (lesen als „sichern der eigenen pfründe“) so schnell nicht vom tisch zu bekommen.
wie brüchig dies ist, merkt man ja jetzt. europa – mit deutschland als wirtschaftlichem triebmotor – verheißt frieden, sicherheit, humanitären mindeststandard. so sicher kann man sich bei allen von den drei genannten faktoren nicht mehr sein. zwar ist es gut gemeint, wenn man mit „pack“ deutliche worte gegenüber dem braunen mob findet, aber das beseitigt die ursachen nicht und wird einigen eher noch ansporn sein.
nicht nur beim „pack“, sondern auch generell wird in puncto flüchtlingsakzeptanz noch einiges zu leisten sein, da an den für die flüchtlingsbewegungen zugrundeliegenden ursachen so schnell nicht gerüttelt wird – das wäre einfach zu fundamental.

daher also die sechste bewegungsfreiheit im mensch meier – einen besseren grund für meinen zweiten besuch dort gibt es nicht.

bewegungsfreiheit20150829

line-up

meinfloor
00h00 brick
02h00 dj flush
04h00 alland byallo
06h00 akmê

theater
01h00 tobias gullberg
03h00 manamana
06h00 daniela la luz live

räuberhöhle
23h00 red rack’em
02h00 bewegungsfreiheit special

garten
06h00 janoma & doob
10h00 miriam schulte
12h00 wasn & wunderwaffel

eintritt
21-23 uhr: spende
23-01 uhr: 7 euro
ab 01 uhr: 10 euro

nachbetrachtung
hiermit habe ich mir fast zwei jahre zeit gelassen (wir schreiben den 10. juli 2017). nichtsdestoweniger ist mir bricks gelungene premiere in einem größeren club (mit „tanzmaschine“ von knarz), ein wie immer gut zwischen heidelberg (alex cortex) und der insel (planetary assault systems) vermittelnder dj flush sowie ein ordentlich gefüllter garten in der frühe gegen 9 uhr in erinnerung. auch das einbinden der flüchtlinge ins konzept hat gut gepasst, dennoch war die ganze angelegenheit etwas komplexer als im about blank – gerade was absprachen anging. und das mensch meier musste damals noch seinen platz im nachtleben suchen, was in der immer noch etwas verlassen wirkenden ecke an der grenze zu lichtenberg nach wie vor nicht leicht ist. will heißen: beim about blank profitieren beide seiten von dessen lage, der stamm- sowie laufkundschaft und der jahrelangen bindung, was die bewegungsfreiheit dort noch runder macht.

dennoch: passte und lieferte damit einen grund für die wiederholung in 2016.

[london / 22.08.2015] xoyo: 3rd birthday

aller guten dinge sind drei, und auch hier mit beteiligten, die man aus der heimat kennt – bis auf mr ties. die homopatik steht komischerweise immer noch auf meiner to-do-liste.

xoyo 3rd birthday
raum 1
bicep
andrew weatherall
mr ties
raum 2
nd_baumecker
swoose & cromby

start
21 uhr

eintritt
gbp 13,50

adresse
32-37 cowper street, shoreditch

nachbetrachtung

nachdem ich mich nachmittags an einem der letzten richtigen sommertage in london bei gut 28 grad im schatten im hyde park herumgetrieben hatte und von dort aus noch zum buckingham palace richtung big ben / westminster abbey weitergelaufen bin, ging es ohne zwischenstation abends wieder einmal nach shoreditch. neben dem village underground liegt auch das xoyo in der gegend. auch das zählt zu den clubs, die zur vermittlung ihrer partyphilosophie bilder auf facebook hochladen, nach deren betrachtung meine erwartungen in kombination mit dem abend aus der fabric nicht besonders hoch waren.

da ich schon in der gegend war und es echt keinen sinn ergeben hätte, wenn ich nochmal heimgefahren wäre, war ich schon kurz nach 21 uhr vor und danach im club. die tür sticht schon mal durch ihre kommunikations- und hilfsbereitschaft hervor. offen war nur der zweite raum, der noch mit musik aus der konserve beschallt wurde. erinnerte mit den couches und sesseln eher an eine britische bar und ich fragte mich kurz, wohin das noch führen sollte, um direkt danach meinen kindle zur hand zu nehmen, um „life“ (die keith-richards-autobiographie, nur zu empfehlen im übrigen) weiterzulesen. war ja schließlich fast alleine im club, aber als gesprächsaufhänger hat es später gereicht, als mich im raum 1 eine dame als „kindle-guy“ identifizierte – es geht also auch so.

es mag bis ca. 22 uhr gedauert haben, bis swoose & cromby anfingen und mit ihrem housigen set einen besseren eindruck hinterließen als pacific state am abend zuvor im nest. außerdem wurden die sessel zeitnah von der tanzfläche getragen, so dass die bilder, die ich im fb-profil des xoyo gesehen hatte, auch wieder passten.

es passte auch sonst sehr viel an dem abend. mag zwar sein, dass die anlage oben in raum 2 nicht die beste ist (guter standard wie im nest, würde ich sagen, aber nichts, was jetzt nach oben heraussticht) und auch diese lichtgirlanden unten in raum 1 sind geschmackssache. dafür ist die anlage dort satter und vor allem die atmosphäre im gesamten club sehr angenehm. vor allem das publikum ist kommunikativer und umsichtiger als im fabric. klar kommt auch hierbei durch, dass ausgehen in london vor allem ein ding der jüngeren ist, jedoch gesellen sich auch einige ältere hinzu, woran aber auch sicher das booking von andrew weatherall seinen anteil hatte. ihn fand ich übrigens gar nicht so weltbewegend, klang für mich nach mnml-revival – verzeihung: mnml-rvvl. dafür war ich vom bicep-warm-up unter 110 bpm sehr angetan, mr ties habe ich auch hier kaum mitbekommen, nd_baumecker lieferte oben dafür einfach einen guten standard ab. hatte ihn zwar schon besser gehört, aber mit ihm ist es (um den ewigen vergleich mit anderen berghain-residents zu ziehen) wie mit pete oder marcel dettmann, die auch in mittelprächtiger form besser als der durchschnitt sind.

klar kann man darüber streiten, ob die laser den gesamten abend über in raum 2 wirklich hätten sein müssen, wo es doch bei nds letztem track gegen 3 uhr („these boots are made for walkin'“ – in der version von lee hazlewood) schon eher nach technofloor aussah. im nachhinein jedoch müßig und auch nicht weiter wichtig. das xoyo hatte mich mit seinem personal und dem irgendwie gelösteren publikum so oder so davon überzeugt, dass es doch ziemlich helle lichtblicke in londons nachtleben gibt. einzig der heimweg per nachtbus geriet mit einer stunde mal wieder zur geduldsprobe, dafür kann das xoyo jedoch nichts. war allerdings überrascht, wie schnell man gegen 4 uhr aus shoreditch wegkommt und wie viele leute dort noch auf der straße sind. ist allerdings auch mit amsterdam vergleichbar, wenn alle um 5 nach draußen strömen, weil die sperrstunde greift.